Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
«
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 73
  • Maurolycus, nicht Bailly

    16.03.2017, Stefan Schaaf, Berlin
    Der Leser Gerald Tietze aus Sehlen sandte Ihnen ein Bild des Mondes mit einem ihm nicht erklärlichen dunklen Fleck (SuW April 2017, S. 7) Sie antworten ihm, es handle sich vermutlich um den Schattenwurf der Ostwand des Kraters Bailly. Bei dem fraglichen Krater handelt es sich aber um Maurolycus. Eine gute Aufnahme davon, die ihre These vom Schattenwurf bestätigt, findet sich in der deutschsprachigen Ausgabe von Wikipedia.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Schaaf hat Recht. Bailly war ein Fehler von mir.
    U. Bastian
    Vielen Dank auch für den Hinweis auf Wikipedia. Wir haben von mehreren Lesern eigene Bilder des Kraters erhalten. Eines oder einige davon werden voraussichtlich auf den Leserbriefseiten in einem der nächsten Hefte erscheinen.
  • Das widerlegt eine andere Theorie

    15.03.2017, Ralph Fischer, Duisburg
    In SuW war letztens ein Aufsatz, in dem ein Wissenschaftler postuliert hat, dass es keine Dunkle Materie gibt, sondern dass die Kräfte am Rande der Galaxie einfach anders wirken.

    Wenn dieser Artikel hier stimmt, dann ist jene These widerlegt.

    Ich denke mal, dass sich früher oder später zeigt, das die dunkle Materie wirklich dunkel ist. Planeten und Gesteinsbrocken, die bisher einfach nur nicht in die Berechnungen eingeflossen sind.
    Antwort der Redaktion:
    In seinem ersten Punkt hat Herr Fischer absolut Recht. Dieser Befund wäre ein klarer Schlag gegen alternative Gravitationstheorien und für eine echte Dunkle Materie.

    Für seinen zweiten Punkt wird man abwarten müssen bis die Natur der Dunklen Materie endlich aufgeklärt werden kann. Seine Vermutung trägt das Problem in sich, dass Planeten und Gesteinsbrocken dann in sehr großer Menge weit außerhalb von Galaxien vorhanden sein müssten. Es ist schwer vorstellbar, wie sie dort hin gelangt sein könnten.

    U.B.
  • Südpolarstern

    13.03.2017, Wolfgang Becht, Wiesbaden
    Zur Leserbrief-Frage von Herrn Klaus Weyers vom 28.01.2017:
    In der Online-Enzyklopädie Wikipedia gibt es unter dem Eintrag "Polarstern" auch eine Liste der früheren/künftigen Südpolarsterne. Dort findet sich auch ein Link zu einem ausführlichen, diesbezüglichen Artikel von Dr. Norbert Gasch:
    https://www.astronomie.de/einstieg-in-die-astronomie/unsere-erde/die-praezession.
    In Abb. 5 dieses Artikels ist die Wanderung des südlichen Himmelpols aufgrund der Präzession für die Zeit von -12.000 bis +12.000 dargestellt.
    Nach der o.g. Liste waren die letzten Südpolarsterne, die ähnlich gut sichtbar waren wie unser heutiger Nordpolarstern, alpha Hydri (ca. 3.000 v.Chr.) und beta Hydri (1. Jh. v.Chr.) mit je etwa 3 mag. Der nächste helle Südpolarstern, iota Carinae mit etwa 2,2 mag wird uns erst um das Jahr 8100 die Seewege auf der Südhalbkugel erleichtern.
  • Zu 'Na klar - Warum ist es nachts dunkel?‘ SuW – Web 27.01.17' - Das Olberssche Paradoxon

    11.03.2017, Hermann Fenger-Vegeler, Bielefeld
    Na klar, es gibt keinen hellen Nachthimmel, weil dazu das Weltall 10**23 Jahre alt sein müsste und so alt wird kein Stern und so alt ist das Universum schon gar nicht! Eine Argumentation, die auch schon in dem vom Autor zitierten, ansonsten sehr schönen Artikel von Peter Richter (Das Olbersche Paradoxon - SuW 1995) benutzt wurde. Man mag sie rückblickend aus dem Disput zwischen den Anhängern der ‚Big Bang‘ und der ‚Steady State‘ Theorie verstehen, insgesamt ist sie aber eher fragwürdig.

    Dass Sterne nur ein endliches Alter erreichen steht außer Frage, obwohl die kleineren Exemplare mit über 100 Milliarden Jahren eine nicht unerhebliche Lebenserwartung haben. Sterne mögen vergehen, aber es werden auch beständig neue Sterne geboren. Die Aussage ‚so alt wird kein Stern‘ ist für mich vergleichbar mit jemanden, der eine Taschenlampe mit leeren Batterien hat und meint, dann bleibt es eben dunkel. Die Frage kann nur sein, ob über einen längeren Zeitraum entsprechend viele neue Sterne entstehen könnten und welche Bedingungen dazu notwendig wären, doch diese Frage wird erst gar nicht erwogen.

    Fest steht, im Weltall gibt es eine Strahlung, die einer Temperatur von 3 K entspricht. Damit ist der Himmel zwar nicht besonders hell, aber eben nicht dunkel. In der Urknall – Theorie wird diese Strahlung als 3000 K heißes Überbleibsel aus der Zeit des Übergangs vom Strahlungs- zum Materie dominierten Zustand des Alls beschrieben. Aber die Urknall – Theorie ist eben nur ein Modell, das zwar seine Vorzüge hat, jedoch auch einige deutliche Schwachstellen aufweist. Gesichertes Wissen ist es auf keinen Fall.

    Na klar, nach der Urknall-Theorie ist die Argumentation insgesamt schlüssig. Wäre da nicht das Paradoxon, dass ausgerechnet die Sterne, die nach diesem Modell unser All erhellen, die Strahlungsleistung erbringen, die einer Temperatur von 3 K entspricht. Dies, dass muss der Fairness halber gesagt sein, hat Herr Richter in seinem Artikel erwähnt, bei Herrn Osterkamp findet sich leider kein Hinweis dazu.
    Antwort der Redaktion:
    Klitzekleiner Kommentar: Sterne entstehen laufend, das ist richtig, aber ihr Brennstoff geht zur Neige. Es muessten nicht nur neue Sterne, sondern auch neuer Wasserstoff entstehen.

    U.B.
  • Rotieren Kugelsternhaufen?

    04.03.2017, Hannes Partsch, Kennelbach
    Bei den scheibenförmigen Galaxien ist es augenscheinlich, dass sie rotieren. Wie ist das bei Kugelsternhaufen? Sie müssten eigentlich auch rotieren, sonst stürzt das Gebilde ja in sich zusammen, oder nicht?
    Antwort der Redaktion:
    Diese Frage gilt in gleicher Weise zum Beispiel auch für nicht scheibenförmige Galaxien, den kugelförmigen Halo von Scheibengalaxien und so weiter. Die Antwort lautet gewissermaßen ja und nein. Bei solchen im wesentlichen runden Systemen muss in der Tat jeder einzelne Stern eine "Rotationsbewegung" (seitliche Umlaufbewegung) ausführen, um nicht in's gemeinsame Schwerezentrum zu fallen. Aber bei diesen Systemen ist es so, dass die Umlaufrichtungen der Sterne in allen möglichen Richtungen weitgehend gleichmäßig verteilt sind. Das System als Ganzes braucht deshalb nicht zu rotieren, um nicht zu kollabieren. Der Unterschied zu Scheibengalaxien liegt darin, dass in ihnen (fast) alle Sterne in der gleichen Richtung und in der gleichen Ebene umlaufen, und somit auch das System als Ganzes rotiert. Aber auch hier besitzt jeder Stern seine eigene Umlaufzeit, das System rotiert nicht wie eine Schallplatte. Innen sind die Umlaufperioden wesentlich kürzer als außen.

    Ungeachtet der eben erklärten Tatsache, dass Kugelsternhaufen also nicht rotieren müssen, um einen Kollaps zu vermeiden, beobachtet man allerdings bei vielen Kugelsternhaufen doch eine kleine - für die geometrische Form und Stabilität unerhebliche - Netto-Rotation.
  • Raumfahrer verseuchen nichts auf dem Mars

    02.03.2017, hermse
    @Heinz Becker
    Da es ziemlich wichtig ist, dass der Astronaut/-in seine eigene Atmosphäre permanent um sich hat, wird von Menschen keine Kontamination ausgehen. Zumal es ja hier nur um die Reinheit der Proben geht. Irdisches Leben egal welcher Art wird auf dem Mars ohne Schutzatmosphäre sofort verenden.
    Dies Thema wird bei (vielleicht) zukünftigen Missionen zu Europa unglaublich wichtig sein. Sollte dieser Mond wirklich von einem riesigen Ozean umschlossen sein, würde schon ein winziges Bakterium oder Virus das gesamte Ökosystem für immer und unwiderruflich Kontaminieren.
  • Nur nichts verseuchen

    01.03.2017, Heinz Becker
    Aha! Also werden die künftigen Marsastronauten auch vier Tage in Helium gebacken.
  • Erdbeermond in den Medien

    17.02.2017, Christian Weis, Scheidegg, Lkr. Lindau am Bodensee
    Sehr geehrter Herr Dr. Gripp, sehr geehrte Damen und Herren,

    Bezug nehmend auf den Leserbrief von Herrn Dr. Gripp "Von Supermond und Superpizza zum Erdbeermond" in SuW 3/2017, S. 6, zitiere ich gerne ein renommiertes deutsches Nachrichtenmedium, welches am 22.6. auf seiner Onlinepräsenz unter dem Bild eines rötlich erscheinenden Vollmondes folgendes behauptete: "[...]Durch die spät untergehende Sonne färbte sich der Vollmond rötlich. Das Naturschauspiel wird auch "Erdbeermond" genannt." Ich habe es mir nicht nehmen lassen, einen Screenshot davon für meine Kuriositätensammlung aufzubewahren.

    Freundliche Grüße,
    Christian Weis

    Scheidegg, nahe Lindau am Bodensee; gleicher Ortsname wie Herr Gripp, aber maximal weit entfernt in Deutschland
  • Ergänzung zum Thema "Supermond"

    14.02.2017, Elmar Schmidt, Heidelberg/Bad Schönborn
    Uwe Reichert hat in SuW 1/2017, S.34, den Hype um den jüngsten "Supermond" entzaubert, sich dabei auf die Schwierigkeit zeitlich auseinander liegender Schätzungen des Vollmond-Winkeldurchmessers beschränkt, welcher linear nur um 14 Prozent variiert. Man könnte entgegen halten, dass dies unter sonst gleichen Bedingungen infolge der Raumwinkelvergrößerung aber zu einer fast 30-prozentigen Helligkeitsspanne führt, in der Magnitude -0,28 m.

    Abgesehen davon, dass selbst dies mangels Vergleichsobjekten für den Mond visuell kaum merklich sein dürfte, spricht noch mehr dagegen, jeden großen Vollmond auch in puncto Helligkeit als "super" zu bezeichnen. Außerhalb von Fachkreisen ist nämlich kaum bekannt, dass der Vollmond auf den letzten drei bis vier Grad zum Rand des Erdschattens hin um mehr als 25 Prozent an Leuchtdichte zunimmt. Grund ist der so genannte Oppositionseffekt, der für denselben Helligkeitshub sorgen kann wie der Unterschied zwischen Apogäums- und Perigäumsstellung.

    Zum Vollmondzeitpunkt am 14. November 2016 war in Japan Nacht, der Mondabstand zum Schattenzentrum betrug etwa 4,7 Grad. Dieser Winkel vergrößerte sich bis zum Abend in Mitteleuropa auf mehr als 5,5 Grad. Der Oppositionseffekt konnte also der Helligkeit des Rekordmonds nicht aufhelfen. Viel heller war der Vollmond zum Beispiel am Morgen des 11. Januar 2009, als er mit 358000 Kilometer Abstand nur 0,4 Prozent weiter entfernt war als kürzlich, dafür aber mit gut 1,6 Grad nur knapp am Erdhalbschatten vorbei zog, siehe:

    http://www.spaceweather.com/archive.php?view=1&day=13&month=01&year=2009

    Zudem fand dieser Vollmond nur sieben Tage nach dem Perihel der Erde statt, einem dritten Einfluß auf die Mondhelligkeit mit einem Hub von nochmals sieben Prozent gegenüber der Aphelstellung.

    Der wahre Supermond tritt demnach auf, wenn sein Perigäum mit dem Beginn oder Ende einer Mondfinsternis am 4. Januar zusammenfällt.

    DR. ELMAR SCHMIDT, SRH HOCHSCHULE HEIDELBERG
  • Statt "künstlerische Darstellung" besser "fotorealistische Illustration"

    13.02.2017, Klaus Huneke, Detmold
    Schon als Jugendlicher, immerhin schon vor 50 Jahren, hatte ich SuW abonniert und heute fühle ich mich immer wieder erinnert an die alten Titelseiten, die Sie zeigen. Mein Traum war es damals, eines Tages als Berufsastronom tätig zu sein. Es ist dann jedoch ganz anders gekommen: Ich habe mich für ein Kunststudium entschieden, bin bildender Künstler und Kunsterzieher geworden und gerade als Gymnasiallehrer pensioniert worden.
    Als naturwissenschaftlich interessierter Mensch, der zugleich aber auch Künstler ist, fällt mir immer wieder auf, dass in SuW häufig Bilder zu sehen sind, die als "künstlerische Darstellung" bezeichnet werden. Auch wenn ich nicht als lehrerhafter "Besserwisser" verstanden werden möchte, würde ich mich freuen, wenn Sie zukünftig solche Bilder richtiger als "Illustrationen" oder "fotorealistische Illustrationen" bezeichnen würden, um sie von tatsächlichen Fotografien zu unterscheiden. Mit "Kunst" oder einem künstlerischem Anspruch haben diese Bilder ja nichts zu tun. Sie dienen einer möglichst realistischen Darstellung, zumindest im Sinne unseres Sehsinns, von dem wir auch wissen, dass der uns nur ein sehr eingeschränktes Bild der Wirklichkeit zu vermitteln vermag. Diese Simulationen einer fotografischen Authentizität sind sicherlich oft technisch und gestalterisch perfekt, aber eben Mittel zum Zweck wie jede andere Visualisierung von Zusammenhängen. Insofern unterscheiden sie sich nicht prinzipiell von Diagrammen oder gar von - allerdings weniger anschaulichen - Tabellen.
    Künstlerische Arbeiten dagegen sind autonome Setzungen oder Formulierungen, die vorrangig aus sich heraus eine neue Wirklichkeit schaffen, indem sie die Möglichkeiten ihrer Mittel reflektieren, ausloten, nutzen und so zu völlig neuen Gebilden, Erlebnissen und Einsichten führen durch primär ästhetische, d.h. sinnliche Erkenntnisprozesse. Den Illustrationen in SuW gehen dagegen erst Erkenntnisse voraus, naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die dann anschaulich und angemessen dargestellt werden.
  • Kann mir jemand erklären

    07.02.2017, Gottfried Heumesser
    warum "Hubble" (Ausdehnungsgeschwindigkeit) eine Konstante sein muß?
  • Südpolarstern ?

    28.01.2017, Klaus Weyers, Holzkirchen
    In SuW 01/2017 ist auf Seite 40/41 eine Strichspuraufnahme des Südpolhimmels abgebildet. Im Internet habe ich gefunden, dass der Stern Sigma Octantis das südliche Äquivalent des Nordpolarsterns α Ursa Minor ist. Dieser ist jedoch mit bloßem Auge (und vermutlich auch auf der Abbildung in SuW) nicht sichtbar.
    Da sich der Polarstern aufgrund der Präzession der Erdachse im Laufe der Jahrtausende ändert habe ich mich gefragt, ob irgendwann ein sichtbarer Stern den Südpolarstern bildet/gebildet hat. Für den Nordpolarstern habe ich hier schon diverse Abbildungen gesehen, nicht aber für den Südpolarstern.
    Können Sie mir hier eine entsprechende Referenz nennen?
    Vielen Dank.
    Antwort der Redaktion:

    Sigma Octantis ist sehr wohl mit bloßem Auge zu sehen, er ist ca. 5.7 mag hell. Da das relativ schwach ist, kann er auf Übersichtskarten des Himmels meist nicht gezeigt werden. Auf der Seite 40 von SuW 1/2017 ist er jedoch gut erkennbar. Er ist der untere der beiden etwa gleich hellen Sterne direkt rechts und rechts oberhalb vom Pol, circa 2mm vom Pol entfernt.

    Mir ist keine Referenz zu künftigen/ehemaligen Südpolarsternen bekannt, aber vielleicht kennt ja ein anderer Leser eine solche?

    U. Bastian
  • Expansion durch Fliehkraft

    27.01.2017, Hubert Philipp Schmoll
    Vor nicht langer Zeit stieß ich auf einen Beitrag, der die Rotation des Universums verantwortlich für die Fliehkraft machte, wonach die weiter außen liegenden
    Galaxien stets beschleunigend auseinander driften. Deshalb müssen keine Kräfte wie dunkle Energie gesucht werden, die ja auch nicht gefunden wurden.
    Antwort der Redaktion:

    Dieser zitierte Beitrag kann kaum auf schlüssiger Physik und anerkannten Beobachtungsbefunden beruhen. Mich würde interessieren, wo er steht.

    U. Bastian
  • Expansion des Universums

    27.01.2017, Raik-Egon Klausch
    Ein gekrümmtes Universum erscheint mir als vorstellbar.
    Wann sehen wir dann unsere selbst ausgesendete Energie wieder ?
    Sollte das Universum unendlich sein, so wird dessen Oberfläche nichts anderes darstellen, als eben die Unendlichkeit.
    Ich freue mich auf neue Erkenntnisse !
  • Saturn: ein Leuchtturm für Extraterrestrier?

    23.01.2017, P. Meyer, Barsinghausen
    Beim Lesen des Artikels kamen mir einige Fragen in den Sinn:

    Saturn reflektiert aufgrund seiner großen Oberfläche und der Beschaffenheit seiner äußeren Athmosphäre einen relativ großen Teil des auftreffenden Sonnenlichts. Sollte das Ringsystem bei vollflächiger Ausrichtung zur Sonne den Planeten dann nicht wie ein Scheinwerfer überstrahlen? (Einfallwinkel gleich Reflexionswinkel / der Effekt könnte in einem schlauchförmigen Bereich senkrecht zur Ringebene sichtbar sein.)

    Zeigt der Planet für einen Beobachter außerhalb des Sonnensystems wechselnde Helligkeiten mit einem Minimum bei Kantenstellung des Ringsystems und einem Maximum bei vollflächiger Ansicht?

    Läge der Beobachter zudem innerhalb des Reflexionskegels, sollte er dann nicht einen wohl kurzen, dafür aber beträchtlichen Helligkeitsanstieg feststellen können, der sich alle ca. 30 Jahre (ein Saturnjahr) wiederholt?

    Wertet Saturn mit seiner wechselnden Gesamtalbedo das Sonnensystem zu einem 'interessanten Untersuchungsobjekt' für Beobachter 'von außerhalb' auf?

    Ist der Leuchtturmeffekt (für solche Beobachter) innerhalb des von der Sonne gespeisten Ringsystem-Refexionskegels real?
    Könnten beide Effekte von der Erde aus bei anderen Sternen 'gesehen' werden?
    Antwort der Redaktion:

    Das ist eine interessante Frage, die einen Effekt aufdeckt, der zumindest mir bisher nicht in den Sinn kam. Allerdings tut sie das nur indirekt. So wie die Frage gestellt ist, enthält sie einen kleinen Denkfehler: Wir auf der Erde sehen den Ring in einem 30-jährigen Zyklus sehr unterschiedlich. Das liegt daran, dass wir uns (von Saturn aus gesehen) in dieser Zeit komplett einmal um Saturn herum bewegen. Ein Beobachter außerhalb des Sonnensystems sieht dagegen die Ringe stets aus exakt derselben Ansicht. Es gibt für ihn keinen Wechsel von Kantenstellung und flächiger Ansicht.

    Aber: Die Beleuchtung der Ringe durch die Sonne ändert sich in einem 30-jährigen Zyklus - und zwar drastisch: Von vollkommen dunkel (auf jeweils einer Seite der Ringe, versteht sich) bis zu einer recht steilen Sonneneinstrahlung (fast 27 Grad). Wer von weit weg aus einem nicht ganz flachen Winkel auf Saturn und seine Ringe schaut, wird dessen Helligkeit im Laufe von 30 Jahren ziemlich stark variieren sehen. Um mindestens eine Größenklasse, eher sogar 1.5 bis 2.

    Und die Lichtkurve hat eine sehr seltsame Form: In 15 Jahren ist sie fast waagrecht (nahezu konstant), in den anderen 15 Jahren macht sie einen sehr großen Buckel zu höheren Helligkeiten hin.

    Wenn Herrn Meyers hypothetischer Beobachter diese Kurve sieht, dann wird er zunächst an gebundene Rotation des Saturn und zwei sehr unterschiedlich helle Hemisphären des Planeten denken. Wenn er ein bisschen genauer nachdenkt, dann wird er aber schnell merken, dass das überhaupt nicht zu der Lichtkurve passen kann, und er wird sich ziemlich wundern. - Es sei denn, er kennt bereits ein Ringsystem in seiner eigenen Umgebung. Dann wird er sehr schnell die richtige Deutung finden.

    Achso, fast habe ich vergessen, die entscheidende Frage zu beantworten: Ja, der Effekt wäre von einem Nachbarstern der Sonne aus mit unseren derzeitigen technischen Mitteln durchaus beobachtbar.

    U. Bastian
«
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 73