Die Explosion war so heftig, dass ein tausend Quadratkilometer großes Waldstück vollständig dem Erdboden gleich gemacht wurde. Die Bäume knickten durch die Wucht, vergleichbar mit der von tausend Hiroshima-Bomben, um wie Streichhölzer. Schon die erste Expedition in das Einschlagsgebiet lieferte Hinweise auf den Impakt eines Meteoriten, doch wurden bisher weder Fragmente des Projektils noch ein Einschlagkrater gefunden.
Wie kamen die Forscher auf den See Cheko ?
Das Team wollte eigentlich nur die Sedimente des Sees auf Meteoritenstaub untersuchen. Bei den dabei durchgeführten Untersuchungen, stießen sie auf eine Anomalie: Der Grund des Sees war an einer Stelle konisch, wie ein Krater, geformt.
„Expeditionen der 1960er Jahre kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem See nicht um einen Einschlagkrater handelt, doch waren ihre technischen Möglichkeiten damals begrenzt. Unsere aktuelle Sonar- und Computertechnologie zeigt nun ein anderes Gesicht des Sees“, erklärt Giuseppe Longo.
Seismologische Untersuchungen lieferten sogar Hinweise auf Fragmente des Meteoriten, die sich zehn Meter unter dem Seegrund verbergen.
Nach dieser Überraschung ging das Team noch einen Schritt weiter und nahm auf dem Grund des Sees eine Sedimentprobe. Die Auswertung des drei Meter langen Bohrkerns ergab aber noch keinen endgültigen Beweis für einen Meteoriteneinschlag.
Für eine spätere Expedition ist eine tiefere Kernbohrung geplant. Sollten sich dabei Beweise für die Kratertheorie finden lassen, werden die Forscher wohl endlich alle Geheimnisse um das Tunguska-Ereignis vor hundert Jahren lüften.
AK





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