Lichtriesen und -zwerge
Liebe Leserin, lieber Leser,
42, das ist, wie wir seit »Per Anhalter durch die Galaxis« wissen, die definitive Antwort auf die Frage »nach dem Leben, dem Universum und allem«. 42, das ist auch Europas Antwort auf die Frage nach dem Teleskop der nächsten Generation. Denn 42 Meter Durchmesser wird der Spiegel dieses Teleskop-Giganten haben. Daraus resultiert eine Lichtsammelfläche von 1200 Quadratmetern – das ist so groß wie sechs Tennisplätze und so viel, wie heute die vierzig größten optischen Teleskope gemeinsam zusammenbringen. Selbstredend, dass die Ausmaße der Kuppel, in
dem der Koloss untergebracht sein wird, derjenigen einer Sportarena ähneln.
Wo das European Extremely Large Telescope – kurz E-ELT – im Jahre 2018 in Betrieb gehen wird, ist noch offen. Gegenwärtig werden die in Frage kommenden Standorte auf ihre Eignung untersucht. Konkret sind hingegen die Planungen für das Teleskop der Superlative selbst. Markus Kissler-Patig, der wissenschaftliche Leiter des E-ELT-Projekts bei der Europäischen Südsternwarte ESO, beschreibt den Weg zum weltgrößten Observatorium, der von vielen Innovationen geprägt ist (S. 30).
Was bedeutet der neue Gigantismus für die beobachtende Astronomie? Zunächst einmal gewaltige Fortschritte in der Erkenntnis. Manche mutmaßen sogar, dass die wissenschaftliche Ernte, die das E-ELT und andere in Planung befindliche Großteleskope einfahren werden, ähnlich revolutionär ausfallen wird wie die von Galilei und Kepler erzielten Durchbrüche. Aber werden dadurch die »kleinen« Teleskope – mit Spiegeln kleiner als drei Meter im Durchmesser – nicht überflüssig? Mitnichten! Denn die wenigen Lichtriesen können naturgemäß nur an wenige Stellen des Himmels gerichtet werden. Um die Geschehnisse im All möglichst umfassend zu überwachen, braucht man auch die Lichtzwerge. Ein besonders schönes Beispiel dafür zeigt die von Profis und Amateuren gemeinsam durchgeführte Kampagne zur Beobachtung des »Sternwindtangos« (S. 70).
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