was treibt Astronomen in eine der trockensten und höchstgelegenen Wüsten der Welt? Nun, genau das: die extrem geringe Luftfeuchtigkeit und die dünne Luft. Denn nur unter diesen Bedingungen ist die Erdatmosphäre durchlässig genug für Strahlung, die uns aus dem Weltall im Bereich zwischen etwa 0,3 und 1 Millimeter Wellenlänge erreicht. Diese so genannten Submillimeterwellen sind bisher wenig erforscht. Für die Wissenschaft sind sie aber außerordentlich interessant, denn sie liefern uns Einblicke in das »kalte« Universum: Mit ihrer Hilfe können die Astronomen tief in Objekte aus kaltem Staub und Gas hineinsehen und so etwa die Geburt von Planetensystemen erforschen. Mit welchem Instrumentarium sie das
tun, und welches wissenschaftliche Potenzial darin steckt, beschreiben zwei der maßgeblich beteiligten Astronomen in unserer Titelgeschichte (S. 28).
Einen anderen Grund, in die Wüste zu gehen, hatte ein Wissenschaftler der NASA: Mit Kollegen aus dem Sudan spürte er inmitten der nubischen Wüste Bruchstücke eines Meteoriten auf, der vergangenen Oktober in einem spektakulären Feuerball niedergegangen war. Das kosmische Geschoss verblüfft nicht nur durch seine Zusammensetzung, es ist auch der erste Himmelskörper, der zuerst im All beobachtet und dann auf der Erde untersucht werden konnte (S. 18).
Ungewöhnliche Orte sind auch das Ziel von manchen Amateurastronomen. Dabei muss es keineswegs trocken zugehen, wie der Beitrag von Jan Hattenbach belegt (S. 88). Seine lebendige Beschreibung einer Beobachtungsnacht in Argentinien erschien zuerst in seinem Online-Tagebuch »Himmelslichter«, das er auf unserem Blogportal www.kosmologs.de schreibt, und wurde vom »Wissenschafts-Café«,
dem Treffpunkt für bloggende Wissenschaftler, ausgezeichnet.
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