Die letzten Spuren, die Menschen auf dem Mond hinterlassen haben: Seit der Mission Apollo 17 hat kein Astronaut mehr die Oberfläche betreten. Auffällig sind besonders die parallelen Spuren des Mondautos, das am rechten Bildrand geparkt ist.
Christina Dwyer von der University of California in Santa Cruz und ihre Kollegen schlagen nun die Erde als Ursache vor, die sich damals noch deutlich näher am Mond befand. Zunächst gehen die Autoren von der Annahme aus, dass nach der Mondentstehung vor 4,6 Milliarden Jahren der Mondmantel auf dem flüssigen Mondkern hin und her gleiten konnte. Die Erde sorgte für eine Präzession des Mondes, also eine Drehung der Rotationsachse um ihre ungestörte Lage, wie man es bei von einem kippenden Kreisel kennt. Die Präzession des Mondmantels und des Kerns unterschieden sich jedoch, was zu innerer Reibung führte. Letztlich soll der Mantel den flüssigen Kern mechanisch angeregt haben, "wie wenn man eine Schüssel mit einem riesigen Löffel umrührt", so erklärt es Dwyer.
Schematische Darstellung des vorgeschlagenen Dynamomechanismus im Mondinneren.
Etwas stärkere Magnetfelder von mehreren Mikrotesla berechnen die Forscher um Michael Le Bars vom Institut für die Erforschung von Nichtgleichgewichts-Phänomenen (IRPHE) in Marseille. Sie gehen dabei von einzelnen Dynamo-Phasen aus, die von heftigen Meteoriteneinschlägen angeregt wurden. Die Einschläge zeigen sich heute durch die beachtlichen Krater auf der Mondoberfläche. Laut Le Bars und Kollegen sollen sie jedoch nicht nur Narben auf dem Erdtrabanten hinterlassen, sondern auch seine Rotation verändert haben. Dadurch seien im flüssigen Mondkern Strömungen in Gang gesetzt worden, die wiederum einen Dynamo-Effekt hervorbrachten. Die unterschiedlichen Theorien von Dwyer und Le Bars lassen sich womöglich durch weitere Untersuchungen der urzeitlichen Mondsteine überprüfen. Schließlich brachten die Apollo-Missionen insgesamt fast 400 Kilo Probenmaterial zur Erde.
Laura Hennemann






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