Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Beispiel an Indien nehmen

    04.02.2016, PM
    Die Inder sind den Indonesiern um einiges voraus:
    So hat ein indisches Gericht letztes Jahr festgestellt, dass Vögel ein Recht aufs Fliegen haben:
    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/indisches-gericht-auch-voegel-haben-rechte-13599000.html

    Als Vogelfan würde ich übrigens Personen, die einen Vogel einsperren, nicht bezeichnen. Die korrekte Terminus wäre meiner Meinung nach empathielose, begeisterte Vogelquäler!
  • mehr als Libet

    04.02.2016, Nikolaus Wendel
    1. wurden die Libet-Experimente etwa 2002? und 2010? komplexer am Max Planck Institut in München wiederholt. Dass der Autor das nicht weiß, spricht eher für ein suchen nach Ablehnung, weil ihm das Resultat nicht gefällt. 2. Natürlich entscheiden wir, unser Gesamtsystem, aber nicht bewußt überlegt. Selbst ohne Versuche: denken Sie mal drüber nach, nach welchen Kriterien so ein Entscheidung entstehen soll ohne Emotionen (die Summe unserer Emotionalen Erfahrungen (die immer entscheidet, das sind WIR)): wir kämen vermutlich nie zu einem Ergebnis: und wenn, wäre es chaotisch, weil wir bewußt viel zu wenig berücksichtigen werden: sowohl das Wissen (jeweils gerade bewußte Erfahrungswerte) als auch die Zeit würden uns fehlen (und auch die wichtigen emotionalen Entscheidungskriterien): wir sind bewußt viel zu langsam .... Fazit auch hier (nicht nur bei der Evolutionsbiologie): wir sind ein Tier, Lebewesen wie jedes andere auch ohne den kleinsten prinzipiellen Unterschied. Wenn man wirklich nur die Wahrheit sucht ohne Rücksicht auf seine (insbesondere religiotischen) Prägungen, ist das leicht zu erkennen.

  • Antwort

    04.02.2016, Richard
    Vielen Dank für Ihre Antwort!
    Ich habe das Paper nun auch gelesen. "Der Clou: Der Gewinner war der Einzige, der die gewürfelte Augenzahl kannte." habe ich so interpretiert, dass verdeckt gewürfelt wurde, und dem Sieger aus Spiel 1 das Ergebnis verraten wurde, wodurch er leicht Profit machen konnte ... ich war mit dem Spiel dice-under-a-cup nicht vertraut

    Vielen Dank und Beste Grüße
  • Noch ein Geheimnis

    04.02.2016, Ulrich Heemann
    "Warum Vartanian und sein Team nur Frauen testeten, bleibt ihr Geheimnis."
    Mag sein. Aber warum hier dann ein solcher Artikel erscheint, dessen Aussage und Bedeutung praktisch gegen Null gehen, bleibt wohl das Geheimnis der Redaktion. Für mich war das Lesen verlorene Zeit.
  • Schwach

    04.02.2016, Daniel Dumke
    Ich möchte drei Kernpunkte ansprechen:
    * Der Artikel entäuscht durch Unvollständigkeit
    * Die Diskussion um Willensfreiheit setzt eine klare Trennung der Begriffe vorraus
    * Unfreier Wille ist kompatibel mit einem sinnvollen, gemeinschaftlichen Leben und inkompatibel mit dem christlichen Gott

    @David Uerlings:
    Der geäußerten Kritik am Artikel möchte ich mich anschließen. Das Interview ist schwach und geht auf Kernpunkte nicht ein. Der Interviewer lässt die Frage nach der tatsächlichen Entscheidung (zwischen den zufälligen, kreativen Optionen) komplett außen vor. Was hilft mir eine zufällige Auswahl an Optionen, wenn meine Entscheidung darüber determiniert ist. Die Antwort von Herrn Briegel fehlt. Der Titel des Artikels ("Ohne Zufall keine Freiheit") verspricht damit deutlich mehr als der Inhalt leistet.

    @C. Altmannshofer:
    Ich denke es wäre sinnvoll hierfür die Begrifflichkeiten klar abzugrenzen. Der Artikel beschäftigt sich mit den neurologischen und physikalischen Grundlagen der Willensfreiheit und touschiert in seiner unvollständigen Art diesen Themenkomplex.
    Das soziale Konstrukt der Willensfreiheit ist eine andere Diskussion und wird leider allzuleicht damit vermischt. Sätze wie "[...] also ist es vernünftig anzunehmen, dass wir einen freien Willen haben" halte ich ich nicht für zielführend. Der wissenschaftliche Prozess dient eben gerade dazu gegen diese Intuition anzukämpfen und die Realität besser zu verstehen. Unser heutiges Verständnis Natur lässt kaum einen anderen Schluss zu als von Determinismus (und evtl. Zufall) auszugehen. Dies sollte erst einmal die Basis für die weitere Diskussion darstellen. Beides sind gerade Grundlagen eines (physikalisch) unfreien Willens.

    Auf die soziale Komponente hat dies aus meiner Sicht keine Auswirkungen, da existierende Anreizmechanismen natürlich noch immer eine sinnvolle Wirkung entfalten. Determinismus bedeutet ja geade nicht, dass das Gehirn willkürliche oder generell "dumme" Entscheidungen trifft; sondern lediglich, dass eine getroffene Entscheidung die einzig mögliche wäre.

    Dies überschneidet sich auch hervorragend mit den Lehren der Entscheidungstheorie. Eine Entscheidung, ob unter Sicherheit, Unsicherheit, Ungewissheit, hat hier zu jedem Zeitpunkt auf Basis der zur Verfügung stehenden Informationen in der Regel genau eine einzige nutzenoptimale Lösung besitzt.

    Diese Erkenntnisse lassen sich also ohne Furcht in das soziale Miteinander integrieren. Determinierter/zufälliger Willen ist lediglich mit einigen existierenenden Aberglauben -- insb. an einen christlichen Gott (s. Theodizee) -- unvereinbar. Nachdem die Kirche jetzt Jahrhunderte lang versucht hat den Glauben an die wissenschaftliche Realität anzupassen, bin ich sehr gespannt wie sie es hinsichtlich dieser Realität tut.
  • Appetit auf Kekse

    04.02.2016, Milo Marlise Sediq
    Ich glaube, so groß ist das Geheimnis darum, dass nur Frauen getestet wurden, gar nicht. Wahrscheinlich ist der Zustand der Küche für Männer kein Stressfaktor, so lange es nur unaufgeräumt, aber nicht schmutzig ist.
    Bei männlichem Zugriff verschwinden Kekse so oder so, das ist jedenfalls meine Erfahrung als Frau. Und es ist auch da vorauszusehen, dass die Karotten übrig geblieben wären.

    Mit Humor grüßt
  • Zufall!

    04.02.2016, Kai Petzke
    Es wurden 98 Frauen in 6 Gruppen getestet, also gerade mal 16 Frauen pro Gruppe. Eine Gruppe ist zum Beispiel: "Mit negativer Schreibübung negativ voreingestimmt, kommt in unaufgeräumte Küche". Die im Abstract der Arbeit genannten durchschnittlichen Verzehrmengen von 103 bzw. 38 Kalorien sind auch so gering, dass eine einzelne Testperson, die eine Packung Kekse auffuttert, bereits die komplette Differenz zwischen beiden Gruppen ausmachen kann: 200 Gramm Schokokeks haben laut Fettrechner.de 1036 Kalorien. Bei 16 Personen pro Gruppe entspricht das 65 Kalorien pro Person. Das ist aber genau der Unterschied zwischen den beiden genannten Verzehrmengen (103 vs 38 Kalorien)!

    In diesen Küchen gibt es dann noch drei Test-Lebensmittel: Kekse, Cracker und Karotten. Somit werden 3 * 2 * 3 = 18 verschiedene Hypothesen getestet: "Gestresste Frauen essen in aufgeräumten/unordentlichen/allen Küchen mehr/weniger Kekse/Cracker/Karotten". Nimmt man das übliche Signifikanzniveau von 95%, bedeutet das für jede dieser 18 Hypothesen: Es gibt eine Wahrscheinlichkeit von 5%, dass sie zufälligerweise auftritt. Macht man 18 von diesen 5%-Experimenten, liegt die Gesamt-Wahrscheinlichkeit von (mindestens) einem Zufallstreffer aber bereits bei 60%!

    Schade, dass immer noch solche "Studien" gemacht werden. Sie tragen wirklich nicht zum Bild der Wissenschaften in der Öffentlichkeit bei.
    Antwort der Redaktion:
    Da muss ich die Forscher mal verteidigen: Alle Versuchspersonen, die über drei Standardabweichungen von den Durchschnittswerten abwichen, sind rausgefallen.
  • Quantencomputer, ein Schlüsselwort, um Forschungsgelder locker zu machen!

    04.02.2016, Joachim Datko
    Der vorletzte Satz im Artikel enthält mit dem Wort "Sciencefiction" eine richtige Bewertung des Quantencomputers.

    In wissenschaftlichen Artikeln wird der Begriff "Quantencomputer" häufig verwendet, um die Wichtigkeit der Arbeit zu unterstreichen, ohne dass es irgendeine Evidenz dafür gibt, dass irgendwann einmal Quantencomputer Realität werden.

    Joachim Datko - Ingenieur, Philosoph
  • GATULATION zu diesem Artikel!

    03.02.2016, Elisabet
    Großartig, Punkt für Punkt richtig. Kann es beurteilen, bin Jahrgang 193o und mit Autos großgeworden. Übrigens fahre noch immer!!!!!!
  • Würfeln?

    03.02.2016, Richard
    Wie ging das Würfeln denn vonstatten? Und interessant wäre noch zu erfahren, ob 'Nichtgewinner' aus Spiel 1 auch geschummelt hätten, würde ihnen das Ergebnis in Spiel 2 genannt.
    Antwort der Redaktion:

    Die Probanden würfelten zwölfmal mit zwei Würfeln, die in einem Behälter steckten, der ein kleines Fenster hatte. Nur sie konnten durch dieses Fenster auf die Würfel schauen und die Augenzahl ablesen, die sie dann den Experimentatoren meldeten. Je stärker die Augenzahl vom Erwartungswert abwich, desto stärker der Verdacht, dass ein Teilnehmer bei seinen Angaben gemogelt hatte. Möglich ist natürlich auch, dass er oder sie einfach Glück hatte. Die Forscher verglichen darum ausschließlich Gruppen miteinander.

    Ihre zweite Frage verstehe ich leider nicht.

    Beste Grüße, jd/Redaktion

  • Ich fahre Fahrad und Mercedes ....

    03.02.2016, jascha
    So, so die Psychologen wissen es aber wir, die Verbraucher nicht ... Ich fahre 4 Fahrräder und 2 Mercedes´en was bin ich und warum so viel Absurdum. Spaß am Leben heißt das ...
  • Die unvorstellbare Quantenphysik

    03.02.2016, Karl Hostettler, Aadorf (Schweiz)
    Die Auffassung setzt sich zum Glück langsam durch: Wir Menschen sind Erzeugnisse der Evolution. Die Natur hat uns geschaffen. Sie hat getan, was möglich und nützlich war. Aber sie hat kein Ebenbild Gottes geschaffen! Das Ziel der Natur: Wir müssen lebenstüchtig sein. Wir müssen uns zweckmäßig verhalten. Eine notwendige Bedingung dazu: Wir müssen die Welt um uns erkennen. Unsere Fähigkeiten sind dem Ziel der Lebenstüchtigkeit angepasst. Sie äußern sich unter anderem in Vorstellungen über die Eigenschaften der Welt, der Welt unseres Alltags. Und jetzt die Frage: Müssen unsere Alltagsvorstellungen auch auf die Welt außerhalb des Alltags passen? Wir vermuten es. Doch irren wir uns. Die Welt im Großen und ganz Kleinen ist anders. Wir sind überrascht.
    Wir wissen sehr vieles. Wissen wir aber auch alles? Sicher noch nicht. Aber ist alles, was es gibt, dem Wissen überhaupt zugänglich? Hier stellt sich ein Problem: Genau dies wissen wir nicht! Wir können es nicht wissen. Denn jede Beobachtung ist, streng genommen, eine Beobachtung des eigenen Erlebens, und dieses könnte ja nur Traum sein. Was in unserem Erleben keine Spur hinterlässt, und sei es auch auf verschlungenem Wege, davon können wir nichts wissen und auch nicht reden. Ein Beispiel: Gibt es Gott? Ich weiß es nicht. In meinem Erleben finde ich keine genügenden Hinweise. Auch du weißt es nicht. Wir können an Gott glauben. Aber auch die Aussage "Es gibt keinen Gott" ist nur ein Glaube.
    Eines gilt aber für alle Bereiche: Bei jeder Erkenntnis geht es um Verlässlichkeit. Erkenntnisse bestehen in Information über Eigenschaften der Welt. Verlässliche Informationen können wir als Wissen oder als wahr bezeichnen. In der Quantenwelt müssen wir uns ebenfalls die Frage nach der Information in unseren Aussagen stellen. Überlegungen, die keine Information enthalten, sind sinnleer, sind keine Erkenntnisse.
    Als schwer verständlicher Bereich beflügelt die Quantenphysik auch manche Philosophen zu Gedankenspielen. Wenn ihre Überlegungen den Physikern helfen, überprüfbare Arbeitshypothesen aufzustellen, dann können wir sie als sinnvoll bezeichnen. Tun sie es? Ich bin nicht Physiker, sondern Philosoph. Ich wäre überfordert, zu den einzelnen Aussagen der Quantenphysik Stellung zu beziehen.
  • Kranke Gehirne, sofern diese überhaupt vorhandn sind?

    03.02.2016, Karl
    18 -25 jährige kann man ja noch verstehen, das die teure Kisten zum angeben haben wollen. Doch ab 30 sollte eigentlich Vernunft eingekehrt sein! Wer ein teures und Kraftstoff gefräßiges Auto als Statussymbol braucht, hat ohnehin nicht mehr alle Tassen im Schrank! Auf der Karre steht in unsichtbaren Lettern: "Ich hab Geld!"
    Und die Bieder-Nutten in den Discos springen drauf an, soll heißen, warum gehen solche Kerle nicht gleich in den Puff?

    Davon ab, alle quatschen von Elektro-Autos. Wie wäre es denn mal mit einer Hybridlösung der besseren Art?

    http://www.stelzermotor.com

    Wenn man eine Spule um den Motor und im Mittelteil einen Magneten anbringt hat man einen Generator. Dieser liefert 100% Leistung an die Fahrmotoren an den Rädern, ähnlich wie bei einer E-Lok.
    Vorteil:
    Kompakte Bauweise, man kann den Motor auch im Fahrzeugboden einlassen was den Schjwerpunkt nach unten verlagert und damit eine bessere Fahrdynamik ergibt. Keine Verluste durch Getriebe, fast alles was an mechanischer Leistung produziert wurde kommt auch in Form von Strom bei den Rädern mit E-Motor an.
    Das würde 30% Mehr Leistung bringen oder alternativ kann man dann einen kleineren Stelzermotor nehmen. Und ein Minimum an mechanischen Teilen, im Gegensatz zum normalen Otto oder Dieselmotor. Was nicht dran ist geht auch nicht kaputt!

  • Ob ...

    03.02.2016, Klaus
    ... die Urheber der Studie standesgemäße Autos fahren ? Ich hatte ja gehofft daß die verlinkte Erhebung neue Erkenntnisse brächte, aber nach ca 20% habe ich das abgerbochen, wurden mir doch die immer gleichen Fragen nach Dingen gestellt, die ich überhaupt nicht mit einem Auto in Verbindung bringe.

    Da hier im Wesentlichen nach Emotionen nicht aber nach Nutzung gefragt wird (wobei ich gestehen muß die restlichen 80% der Fragen nicht zu kennen aber davon ausgehe daß es so weitergeht wie es begonnen hat) mutmaße ich daß die Umfrage wohl von Interessengruppen ins Leben gerufen, wissenschaftlich verwertbare Erkenntnisse kann ich da keine sehen. Grund: durch die Art der Fragen werden die Menschen angesprochen die auch irgendwie emotionell mit ihrem Auto verbunden sind. Dem nachzugehen wäre vielleicht eine interessantere psychologische Herausforderung ?

    Ach ja, wer's wissen will: fahre Dacia Sandero Grundmodell.
  • Sowas von trivial

    03.02.2016, Friedhelm Franz
    Das Ganze ist eine halbwegs amüsante Zusammenfassung dessen, was eigentlich jeder schon immer wusste.

    Es ist aber auch ein überzeugendes Beispiel dafür, auf welchem Niveau in Deutschland heute "Forschung" stattfindet und finanziert wird.

    Der Facharbeitermangel in Deutschland ist sicher auch auf diese Trivialitätenexplosion an unseren Hochschulen zurückzuführen - wir haben ja ganz neue Fachbereiche offenkundig nur zu diesem Zweck erfunden.