Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Wasch mich, aber mach mich nicht nass

    01.07.2013, Ingo Mehling, Frankfurt
    Das Problem, das mit dem Doktortitel in seiner heutigen Form besteht, liegt darin, dass es bei seinem Erwerb gerade bei Medizinern, Juristen und Politikern in der Regel nicht um die Qualifikation als Forscher geht, sondern um das Erwerben von Prestige. Der Doktor wird damit nur noch zum Mittel für die Karriere und zum Gelderwerb.

    Das zeigt sich exemplarisch bei von Guttenberg. Der Mann war ein aufstrebender CSU-Politiker, dessen Familie schon seit Langem in Oberfranken einen erheblichen politischen Einfluss hat. Klar, dass die Universität Bayreuth so jemandem nicht die Promotion mit summa cum laude verweigert und dass die Zweitgutachter, die auch alle aus Bayern stammen, ihr Einverständnis dazu gaben. Alles andere hätte bedeutet, sich bei Institutionen unbeliebt zu machen, die einen erheblichen Einfluss auf die Karriere der beteiligten Personen und die Finanzierung ihrer Lehrstühle und Forschungsprojekte haben. Leidtragende sind die ehrlichen Doktoranden, denn ein Doktortitel aus der juristischen Fakultät der Universität Bayreuth ist jetzt wirklich nur noch eine Lachnummer.

    Schön, dass Herrn Kempen und Herrn Eitel die akademische Freiheit so wichtig ist, aber solange sie zu solchen Abhängigkeiten nichts sagen, bleibt das alles nur hohles Gerede. Ist aber auch kein Wunder, denn die beiden haben sich ja auch im bestehenden System nach oben gearbeitet und dabei eben auch die Mittel benutzt, die dafür erforderlich sind. Deswegen wird man von ihnen wohl kaum etwas Erhellendes über die Vermeidung von wissenschaftlichem Fehlverhalten erfahren, denn dann müssten sie ja auch Strukturen kritisieren, von denen sie selbst profitieren.
    Dementsprechend inhaltsleer ist das Interview. Das läuft dann nur noch nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
  • Kooperation und nicht Egoismus

    01.07.2013, Michael Gansera, Dresden
    An Herrn Sapolsky ist offensichtlich völlig vorübergegangen, dass wir Menschen in Gemeinschaften nicht nur leben, sondern vor allem KOOPERIEREN. Er sieht Gemeinschaften nur als Institutionen, um sich möglichst viele Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen. Aber hat nicht schon Richard Dawkins vor fast 40 Jahren („Das egoistische Gen“) gezeigt, daß parasitisches Verhalten in Gemeinschaften nur zu einem geringen Prozentsatz möglich ist, weil die Gemeinschaften sonst zerbrechen? Für den Bestand von Gemeinschaften sind – was jedes Kind verstehtnbsp;- andere Eigenschaften nötig als skrupelloser Egoismus.

    Wer – wie Sapolsky – soziale Intelligenz nur in Hinblick auf Heimtücke und Intrige wahrnimmt, sieht nur die Eiterbeulen menschlichen Sozialverhaltens. Woher kommen denn kulturelle Höchstleistungen, von den eiszeitlichen Höhlenmalereien bis hin zu CERN oder der Brennstoffzelle? Eines ist klar: Engstirnige intrigante Egoisten sind an solchen Errungenschaften sicher nicht ursächlich beteiligt. Sie schmarotzen nur. Schade, dass ich mit meinem Abonnement den Schmarotzer Sapolsky finanziere.
  • Musik und Emotionen - die Strebetendenz-Theorie

    01.07.2013, Bernd Willimek, Bretten
    Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, wie Musik Emotionen erzeugt, dürfte die Tatsache sein, dass sich Zuordnungen von musikalischen Elementen und Emotionen nie ganz eindeutig festlegen lassen. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt. Das gleiche passiert auch, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren. Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen.
    Weil dieser Umweg der Emotionen über Willensvorgänge nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Frage nach der Ursache der Emotionen in der Musik zu beantworten. Man könnte diese Versuche mit einem Menschen vergleichen, der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit einer Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte.
    Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit "Vorhalt", "Leitton" oder "Strebetendenz" bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalischen Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren (der Ton strebt nicht fort, sondern ich will, dass der Ton bleibt), dann haben wir im Prinzip den Willensinhalt gefunden, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch differenziertere Willensvorgänge musikalisch darstellen lassen.
    Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download des fünfteiligen Artikels "Warum klingt Moll traurig? Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik" des Onlinemagazins "musik heute" unter dem Link:
    http://www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/
    oder über den kostenlosen Download des E-Book der Universität München "Musik und Emotionen - Studien zur Strebetendenz-Theorie":
    http://ebooks.ub.uni-muenchen.de/26791/

  • Alles ist besser als die Kernenergie

    30.06.2013, Joe
    Solarenergie ist IMHO auch zu stark gefördert, ich finde auch, dass die Förderung sich auf z.B. den Eigenverbrauch reduzieren sollte und nicht pauschal pro erzeugter Kilowattstunde Geld ausgezahlt werden sollte. Aber leider wäre durch so ein Modell niemals so viel Leistung installiert worden, denn der Mensch will ja Profit machen und seine Photovoltaikanlage schon nach 7 Jahren abgezahlt wissen (und danach Profit machen)... Windenergie jedoch sollte viel mehr gefördert werden und auch die Geothermie - aber vor allem die Energieeffizienz, denn da schlummert das größte Einsparpotential. Aber wie viel es auch kostet - alles ist günstiger als die Kernkraft - so denn ein Unfall wie in Fukushima passiert - so ein Supergau ist nämlich nicht bezahlbar und versicherbar, das rechnen die Befürworter der Kernergie nämlich nicht in den Preis ihrer ach so günstigen Kernenergie mit ein.
  • "Im Prinzip ist das ein medizinischer Eingriff"

    30.06.2013, Hans Wurst
    ich habe keine Lust von meinen 800 Euro im Monat Brutto auch noch die Krankenkassenkosten
    für solchen Unsinn zu bezahlen. Das sind eigenverantwortliche Schädigungen der Haut. Ergo soll der
    Patient dafür selber mit jeden Cent blechen, wenn er Krebs bekommt. Ich geb das Geld
    lieber in die Schulbildung meiner Kinder!
  • Bienen Antenne

    29.06.2013, Klaus Moll
    Könnte diese Rechtsorientierung, die ja auch beim Rechtshänder, also der Mehrheit unserer Spezies zu finden ist, mit der ursprünglichen Rechtsausrichtung des Lebens auf molekularer Basis etwas zu tun haben, auf die unser Biologielehrer vor 55 Jahren hinwies und uns dabei sagte, dass dies der Beweis sei, dass das Leben, das wir kennen sich aus einer einzigen Mikrobe entwickelt haben muss? Ich bin diesem Argument seither nicht mehr begegnet und würde keinen Widerspruch darin sehen, wenn die Bakterien in den Vulkanschloten des Ozeans eine andere Ausrichtung hätten.
  • Bewundernswert!

    28.06.2013, W.-P. Kunze
    Wer sich mit den technischen Problemen bei Großschnitt-Serien und deren Umsetzen in Modelle
    - virtuell oder als reelle Rekonstruktion - herumgeschlagen hat, kann die Leistung von Frau Amunts und ihrer wissenschaftlichen wie technischen Mitarbeiter ausreichen würdigen.
    Man bekommt Lust gleich an einem solchen Datensatz die Schwächen in der eigenen räumlichen Vorstellung unseres Denkorganes aufzuarbeiten, selbst als alter Mikroskopknecht auf dem Altenteil.
    Wird es einen Zugang zu den Daten geben? Und würde ein gängiger PC für die Arbeit damit ausreichend?
    Antwort der Redaktion:

    Der Hirnatlas ist zu finden unter bigbrain.loris.ca und nach vorheriger Anmeldung mit einem handelsüblichen Browser anzuschauen. (Red.)

  • Fasziniert – aber warum?

    28.06.2013, Stefan Maack
    ich teile das spocksche Fazit des Rezensenten: „Faszinierend.“
    In Ausnutzung dieses Staunens fragte ich mich beim Lesen nach dem Ursprung dieser Begeisterung. Dworkin hat eine sehr klare und tiefe Anwendung der Sprache. Die erarbeiteten Begrifflichkeiten und deren Verknüpfungen lassen sein Gedankensystem aus sich selbst, nach seinen inneren logischen Forderungen, geordnet entstehen. Sein System hält sich ganz holistisch gegenseitig. Aber doch müssen wir durch blinden Zufall im unendlichen Wahrheitsraum auf Erkenntnis stoßen und dann auch Angst haben, dass bei jedem Treffen mit Tatsachen sich unser logisches Gefüge als ein Luftschloss erweist
    Also fehlt mir etwas. Jede Anwendung von Sprache bedarf dann auch einer Kritik, einer Art Begrenzung aus sich selbst heraus. Wie ist denn das Verhältnis von Dworkins Ethik und der Moral im Dasein, wenn alles „auf Sand gebaut“ ist? Dann bleibt von der Funktion nur der reine Zweck übrig. Wie kann aus Toleranz je Anerkennung werden? Wenn Dworkin nämlich den „schwächeren“ Begriff der Interpretation dem der „Beweisführung“ vorzieht, ob wir Menschen dann nicht am Anfang zwar alle miteinander, am Ende aber aneinander vorbei reden? Welcher Gegenstand der Erfahrung wie der Diskussion ist beständig genug, der Ihnen und mir in diesem Augenblick eine Korrespondenz, eine Kommunikation erlaubt oder „härter“ vielleicht sogar notwendig bedingt?
    Für die Mathematiker unter uns: Dworkin nimmt das Verhältnis von der scheinbaren Anzahl und der anschaulichen Zahl bzw. den Sprung vom Punkt zur Linie einfach nur achselzuckend/verwundert/fasziniert hin. Als etwas Gegebenes.
    Aber wenn ein jeder in einem Vollzugssinne um Worte ringt, gute Handlungen generieren soll oder einen mathematischen Beweis zu führen hofft, so gilt es doch die Bedingungen dafür erst zu erarbeiten. Dieses Spannungsverhältnis kommt mir bei Dworkin zu kurz. Denn die Gegenstände der Mathematik sind doch wie die der Sprache keine reine innere Willkür noch etwa äußerliche Doktrinierung, sondern etwas dem Gedanken wie der Natur entgegen gesetztes.
    Deswegen sind auch diese Gegenstände real wie Kieselsteine, aber etwas anderes. Es fehlt ein „objektivisierendes“ Prinzip, konkret ein moralisches Ideal der Erziehung aus und durch sich selbst begründet.
    Wenn Sie einen neuen geometrischen Körper bauen, entdecken Sie diesen oder erfinden Sie den? Ab jetzt wird es doch erst spannend. Wenn ich Sie frage, wie man so einen Gegenstand erschaffen und erbauen kann, würden Sie mir dann wie meine alten Mathelehrer einfach eine Formelsammlung an den Kopf werfen?
    Bei Textaufgaben in der Schule fand ich es klasse, die Problemstellung herauszuarbeiten und den Lösungsweg zu setzen. Das Ausrechnen fand ich dann immer langweilig, das können Maschinen wirklich besser. Aber für letzteres gab es die Punkte, die zu einer guten Note führten. So kam ich nie über ein zufriendenstellendes Ergebnis hinaus
    Zusammengefasst: Dworkin hat ein durchdachtes System seiner Begriffe, bietet aber keine Methode zum Erkenntnisgewinn. Sein Motto ist eher, wie mein Vater sagen würde: Friss oder stirb.
    Kluges Erreichen und schlaues Ergreifen des Gegenstandes der Erkenntnis als gestalterische Handlung, als „wertevereinheitlichender“ Akt sieht anders aus. Im Sinne der mathematischen wie begrifflichen Erkenntnis aber notwendig.
  • Parteien-Programme als Prüfstein

    28.06.2013, Walter Weiss
    Das Palmölproblem ist für uns in Deutschland auf einigermaßen einfache Grundsätze zu beschränken:

    (1) Als Rohstoff für die Energiegewinnung ist Palmöl strikt abzulehnen: abgesehen davon, dass es sich einfach nicht gehört, Lebensmittel für solche Zwecke zu mißbrauchen, ist die Ökobilanz insofern denkbar schlecht - entgegen ersten (offenbar von interessierten Kreisen bestellten) Gutachten ist das inzwischen anerkannte wissenschaftlich feststehende Erkenntnis.

    (2) Soweit Palmöl der menschlichen Ernährung dient, ist dem nichts entgegenzuhalten.

    Wir sollten bei der jetzt bevorstehenden Wahl zum Bundestag sehr genau darauf achten, ob die Partei, die wir ansonsten wählen möchten, diese simplen Grundsätze vertritt - oder nicht. Davon sollten wir die Wahl abhängig machen.

    Es gibt obendrein auch gleich noch Parallelen: Ebenso sollten Mais, Raps, Weizen und andere pflanzliche Erzeugnisse, die auch gegessen werden können, strikt aus der Energiegewinnung verbannt werden.
  • Ursache und Wirkung

    27.06.2013, Robert Orso
    Ich war selbst Schüler und kenne die Situation aus eigener Erfahrung. Auch ich habe eine Ehrenrunde gedreht und ich kenne einige, die das auch haben. In keinem einzigen Fall wurde ein Schüler oder eine Schülerin gemobbt, "weil er ein Sitzenbleiber" ist. Für letzteres gibt es ebenso viele verschiedene Gründe wie für ersteres.

    Ja, es ist auffällig, dass schlecht integrierte Kinder öfter sitzenbleiben. Sie sind aber nicht schlecht integriert, WEIL sie sitzenbleiben. Umgekehrt wird eher ein Schuh daraus. Natürlich hilft in so einem Fall das Wiederholen einer Klasse nichts, weil das ursächliche Problem damit ja nicht behoben wird. Dazu brauche ich keine Studie, dazu muss ich mich nur an meine Schulzeit erinnern.

    Auf gar keinen Fall hilft es aber irgendjemandem, weder den betroffenen Kindern, noch den Mitschülern und auch der Gesellschaft nicht, wenn man diese Kinder einfach durch die Instanzen durch schleift, um sie am Ende mit einem völlig wertlosen "alle Jahre erfolglos abgesessen"-Schein aus dem Bildungssystem kippt. Bloß nicht bewerten, keine Noten mehr, es könnte ja sonst das Weltbild ins Wanken kommen, dass alle Menschen nicht nur gleich, sondern vielleicht sogar identisch wären. Alles Genies, im Herzen gut und freundlich.

    Die Wirklichkeit ist leider etwas differenzierter. Menschen SIND unterschiedlich. Tatsächlich gibt es sogar "dumme" = Kinder, die mit dem akademischen Lehrplan an den Schulen auch bei bester Motivation einfach nichts anfangen können. Das Problem entsteht ja erst dadurch, dass man den Eltern suggeriert, dass eben alle Kinder von Natur aus Anwärter für den Nobelpreis sind und mangelndes Interesse (oder mangelnde Begabung) für Mathematik, Geschichte, Latein oder Chemie ein genetischer Makel oder ein Erziehungsfehler ist.

    Wenn es das Ziel des Schulsystems ist, gegenüber der Wirtschaft gewisse Kenntnisse zu vermitteln und zu gewährleisten, dann muss am Ende auch eine Beurteilung dieser Kenntnisse stehen, die den Namen auch verdient. Anderenfalls ist das Zeugnis für die, die sich aus irgendeinem Grund mehr angestrengt oder mehr interessiert haben, ebenso wertlos.

    Wenn es das Ziel sein soll, unabhängig von der individuellen Begabung das Beste für den Schüler und die Schülerin zu erreichen, dann müssen die Kinder entsprechend ihrer individuellen Begabungen und Interessen gefördert werden und nicht "nach Lehrplan". Eine Beurteilung ist dann natürlich irrelevant. Aber auch dann bleibt ein kleiner Rest an unbelehrbaren A***, die es in jeder Schule in verschiedener Anzahl gibt und für die kein noch so modernes Schulsystem geeignet ist.
  • Schnelle Weiterleitung

    27.06.2013, Eduard Baumann, Fribourg (Schweiz)
    Der Transport der molekularen Botenstoffe im Axon ist das eine und sehr interessant. Es müsste aber hier erwähnt werden, dass die Hauptaufgabe des Axons die viel schnellere Weiterleitung des elektrischen Signals ist.
  • Steigende Sauerstoffkonzentration als Triebfeder der Evolution von Komplexität

    27.06.2013, Dietrich H. Nies, Halle
    Ein sehr schöner Artikel eines hochgeschätzten Autoren-teams. Zwei Anmerkungen seien mir als Mikrobiologen erlaubt: Bacteria und Archaea, eigenständige Superkingdoms nebem dem der Eukaryota, sind nicht zu "tumb", um komplexe intrazelluläre Strukturen zu bewältigen (siehe Endosporenbildung), sie folgen einfach nur einer anderen grundsätzlichen Evolutionsstrategie, die auf möglichst schnelles Wachstum ausgerichtet ist. Die Wachstumsgeschwindigkeit hängt aber ab vom Verhältnis der Energieaufnahmeleistung, proportional zur Oberfläche, zur Wachstumsarbeit, proportional zu Masse und Volumen. Nach unten wird diese Effizienzsteigerung durch Verkleinerung begrenzt durch die Notwendigkeit, bei sich ändernden Umweltbedingungen ausreichend viele Gene parallel zu exprimieren. Diese Grenzen definieren die exakte Größe einzelner Bakterienarten. Der Evolutionsdruck der schnell wachsenden Bakterien auf die auf Überdauerung ausgerichteten Eukaryonten könnte diese zur Individualisierung ihrer Klon-Populationen beziehungsweise Individuen gezwungen haben, also zur Sexualität mit dem ganzen Meiose- und Paarungsaufwand. Zweitens konnten frühe Eukaryonten, die den Sauerstoff zu ihren Endosymbionten schaffen mussten, nur dann mit benachbarten Bakterien, die den direkten Zugriff haben, konkurrieren, nachdem die Sauerstoffkonzentration ausreichend hoch geworden war. Dies setzte die "Erfindung" der oxygenen Fotosynthese durch die Zyanobakterien sowie die Akkumulation dieser eigentlich hochgiftigen Substanz in der jeweiligen Umwelt voraus, und war erst möglich nach der ersten großen Oxygenierung der Erde vor etwa 2,4 Milliarden Jahren. Es jedoch könnte sein, dass Bakterien fressende Ureukaryonten sich schon vorher ein Bakterium zur Sauerstoffentgiftung versklavt hatten. Eukaryonten sind mit großer Sicherheit Produkt einer „Hochzeit“ von Bakterien mit Archaen, ob allerdings der Mitochondrienvorläufer der erste Partner war oder ob dieses Alphaproteobakterium bereits in das Produkt einer früheren Hochzeit einwanderte, sozusagen als „flotter Dreier“, ist noch offen. Weiterhin musste später der Sauerstoff auch effektiv zu den Zellen eines Vielzeller transportiert werden, was wiederum eine höhere Sauerstoffkonzentration erforderte, und damit vermutlich erst nach der zweiten großen Oxygenierung vor rund 800 Millionen Jahren möglich war. Die steigende Sauerstoffkonzentration und die Nutzung dieses Giftes zur Energiekonservierung durch versklavte Bakterien könnte damit in der Tat die Triebfeder der Evolution von Komplexität auf unserem Planeten gewesen sein.
  • Das aufgedeckte Rätsel der Schwarzen Löcher

    27.06.2013, Erik
    Schwarze Löcher entstehen z. B. am Ende der Existenz eines Riesensterns bei einer Hypernova, wobei die (nach innen gerichtete) Schwerkraft über die expansiven Kräfte (der beendeten Kernfusion) siegt. Der Kollaps des Kerns vollzieht sich dabei so rasant, dass mit dem Ende des Kollaps die äußere Schicht des Sterns mit immenser Geschwindigkeit weggeschleudert wird. Schwarze Löcher beherbergen in ihrem Zentrum eine Sternleiche, deren Anziehungskraft so enorm ist, dass in ihrem Umfeld bis zum so genannten Ereignishorizont, der die Sternleiche kugelförmig umgibt, kein Lichtstrahl nach außen dringt.

    Die Erläuterung dieses Phänomens durch ein Beispiel:
    Wenn die Geschwindigkeit einer durch das Weltall fliegenden Galaxie rund 200 000 km/s beträgt, stehen für das Erreichen der maximal möglichen Lichtgeschwindigkeit noch rund 100 000 km/s zur Verfügung. Sollte die Anziehungsgeschwindigkeit einer Sternleiche mehr als 50 000 km/s ausmachen, erzielt die Anziehungsgeschwindigkeit am Ereignishorizont jene rund 50 000 km/s (= die Hälfte der zur Verfügung stehenden rund 100 000 km/s), und es entsteht ein so genanntes Schwarzes Loch, weil aus dieser Region kein Licht mehr ins Weltall dringt.

    Die Erklärung: Das Licht einer Lichtquelle, die sich genau am Ereignishorizont befindet, unterliegt der Reisegeschwindigkeit der Galaxie von rund 200 000 km/s und der Anziehungsgeschwindigkeit von rund 50 000 km/s in Richtung der Sternleiche. Damit stehen für dieses Licht am Ereignishorizont nur noch rund 50 000 km/s in die entgegengesetzte Richtung (weg von der Sternleiche)zur Verfügung, weshalb der Lichtstrahl den Ereignishorizont nicht verlassen kann. Dieser Lichtstrahl ist somit netto mit rund 200 000 km/s (mit der Galaxie) unterwegs, weil sich die beiden entgegengesetzten Geschwindigkeiten von jeweils rund 50 000 km/s aufheben.

    Befände sich ein Lichtstrahl innerhalb des Schwarzen Lochs, würde er die Reisegeschwindigkeit der Galaxie von rund 200 000 km/s ebenso mitmachen. Die Anziehungsgeschwindigkeit im Schwarzen Loch (bzw. innerhalb des Ereignishorizonts) wäre z. B. 51 000 km/s. Dadurch bliebe für einen Lichtstrahl, der von der Sternleiche wegleuchten würde, nur noch eine maximale Geschwindigkeit von rund 49 000 km/s übrig - zu wenig, um zum Ereignishorizont zu gelangen bzw. das Schwarze Loch zu verlassen.

    So trivial lässt sich das Geheimnis um die Schwarzen Löcher lüften. Eine angebliche "Krümmung des Raums" oder "der Stillstand des Zeitablaufs" innerhalb eines Schwarzen Lochs wirken dagegen wie ein Hokuspokus der Relativitätstheorie. Siehe auch: 'Die Welt der Relativität – alles falsch? Korrekturen zur Relativitätstheorie' mit ISBN 9788490391730
  • Ich bin ein Gegenbeispiel

    27.06.2013, Thomas Schmatz
    Ich musste einmal eine Klasse wiederholen. Durch die Ehrenrunde wurde ich vom schlechtesten Schüler der Klasse zum Zweitbesten.
    Die soziale Integration hat in der neuen Klasse besser funktioniert, dadurch (und durch die guten Leistungen) habe ich deutlich an Selbstbewusstsein gewonnen.
    Im Rückblick, nach 12 Jahren, kann ich sagen, dass das Sitzenbleiben eines der besten Dinge war, die mir widerfahren sind.
  • Diskrepanz

    26.06.2013, Liane Mayer
    Wenn ich die (von den beiden Forschergruppen, d. Red.) für die Umlaufdauer der interessanten 3 Planeten gefundenen Werte vergleiche, stelle ich fest, dass es für den Innersten eine totale Übereinstimmung gibt, für den Mittleren immerhin noch eine gute (39 und 30,8 Tage) und für den Äußersten eine krasse Diskrepanz (62,2 und 38,8 Tage). Wie kommt das?
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