Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Zur Vertrauenswürdigkeit von Wikipedia

    08.09.2015, Gottlob van Dongen
    Sehr geehrte Leserschaft,

    Wikipedia scheint in der Tat mit steter Vorsicht zu genießen zu sein! Gemäß einer amerikanischen Studie enthalten ca. 60 Prozent (!) der Artikel auf Wikipedia inhaltliche Fehler. Kein Wunder, finde ich, bedenkt man, dass ein Großteil der Artikel von nicht professionellen Studenten, Schülern und Senioren geschrieben werden.

    Ich rate dringend zum Verzicht auf diese Enzyklopädie!

    Gottlob van Dongen
  • Der Zentralstern ist kein Weißer Zwerg

    07.09.2015, Andreas
    Bei dem Zentralstern handelt es sich um den orangenen Zwerg HR 8832, einen Hauptreihenstern mit rund 0,8 Sonnenmassen und rund 0,28-facher Sonnenleuchtkraft.
    Antwort der Redaktion:
    Der Fehler wurde korrigiert.
  • Obligatorischer XKCD-Verweis

    07.09.2015, Procyon
    https://xkcd.com/978/
  • Satire : als Schwarzer hat man bei MordAnklage in USA kaum Chancen

    07.09.2015, Peter Engels
    Was bringt dem Deutschen Normalbürger eine US - Untersuchung zu
    der Effektivität von Anwälten vor US - Gerichten in Zivilverfahren?
    Veröffentlicht die Redaktion demnächst die Ergebnisse zu Hypotheken-Banken
    in den USA - vielleicht auszugsweise auch für Nevada oder andere
    Bundesstaaten im Dienstleistungstest?
  • Keine Quellverlinkung???

    06.09.2015, Dr. A. Merkel
    Ich bin etwas verwundert: ist es hier übliche Praxis, dass die QUELLEN zu Informationen nicht verlinkt werden?

    Noch verwunderlicher: wird das tatsächlich von einer wissenschaftlichen Leserschaft akzeptiert?

    Maximale Verwunderung: alteingesessene Verlage wundern sich, dass die Leser zu solchen Publikationen abwandern, die auch wissenschaftlichen Standards an Publikationen genügen?

    Wirklich sehr seltsam. Oder ist das hier so eine Art Bildzeitung mit simulierter Wissenschaftlichkeit?

    An die Redaktion: Bitte erläutern Sie, warum Sie keine Quellen verlinken - haben Sie nicht verstanden, warum Dr. Berners-Lee das "href" Element in der HTML Seitenbeschreibungssprache als ein sehr wichtiges Element betrachtete?

    Antwort der Redaktion:
    Quellen verlinken ist bei uns üblich, das wäre Ihnen bekannt, wenn Sie regelmäßiger Leser wären.
    Die Quelle war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schlicht noch nicht online verfügbar. Das kommt gelegentlich vor. Das ist für unser Publikum normalerweise kein Problem, denn jemand mit den entsprechenden Fähigkeiten kann sie problemlos binnen sieben Sekunden googeln. Unsere Leserinnen und Leser sind dazu ohne Weiteres in der Lage.
  • Sonic the Hedgehog

    06.09.2015, Ramses
    Namenspate könnte Sonic the Hedgehog gewesen sein, eine in diversen Konsolespielen von Sega vorkommende Spielfigur, die sich in erster Linie hüpfend fortbewegt.
    Antwort der Redaktion:
    Das klingt ausgesprochen plausibel. Vielen Dank für den Hinweis.
    (Ich spiele am PC, nicht an Konsolen, deswegen bin ich nicht drauf gekommen)
  • "Neoliberal"

    06.09.2015, Tim
    Beschämend, daß nun auch SdW "neoliberal" als Kampfbegriff für Entwicklungen verwendet, die mit der klassischen neoliberalen Idee wenig zu tun haben. Der große Neoliberale Ludwig Erhard hat sich inzwischen sicher schon mehrfach im Grabe umgedreht.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Tim,

    seit den 1970er Jahren wird der Neoliberalismus mit den Reaganomics und dem Thatcherismus in Verbindung gebracht. Die radikalen Vertreter wie von Hayek, US-amerikanische Libertarians wie der marktfundamentalistische Flügel der Republikanischen Partei haben nichts mit der sozialen Marktwirtschaft gemein. Heute träumen Linke von Ludwig Erhard. Wenn man diesen als neoliberal bezeichnet, ohne ausführliche begriffsgeschichtliche Erläuterungen, dann erscheint er in einer fremden Welt.

    Mit freundlichem Gruß
    Hans-Martin Schönherr-Mann
  • Simulationen sind geduldig

    06.09.2015, RRMeyer
    Es ist schon erstaunlich, dass in dem Wissenschaftsmagazin Spektrum diese Karte als das Ergebnis von Messungen darstellt, wo doch in dem Nature-Artikel eindeutig drinsteht, dass es sich um Simulationsergebnisse handelt.

    Um eine solche Karte aus Messergebnissen zu errechnen, muessten Neutrinodetektoren 200000 mal empfindlicher sein als KamLAND (d.h. der Detektor muesste eine Masse von 200 millionen tonnen haben), und zusaetzlich eine Winkelaufloesung von 0.5 grad haben statt gar keiner Richtungsempfindlichkeit.

    Wird es eine Richtigstellung geben, oder ist es einfach zu verlockend zu suggerieren, man koennte die boesen Kernkraftwerke vom anderen Seite des Globus an ihren Neutrino-emissionen erkennen?
    Antwort der Redaktion:
    Das ist in der Meldung tatsächlich ausgesprochen missverständlich. Die Messungen der Neutrinodetektoren sowie die IAEA-Daten fließen in das in Paper erwähnte Modell ein, die entsprechende Auflösung ist aber natürlich nicht gemessen.
  • Langes Leben?

    06.09.2015, Georg Bonacker (84)
    Wenn alle Forscher dieser Welt ihr geistiges Potential darauf verwendeten, wie man "gesund" alt werden kann, wäre der Menschheit geholfen. Entscheidende ist nicht, "wie alt" man wird, sondern "wie man alt wird"! Alles andere ist wissenschaftlicher Nonsens!
  • Wenn Krieg, dann totalitär

    05.09.2015, Johannes Seemann
    Leider zeigt eine Analyse des Krieges in dem Buch "Das Handwerk des Krieges", dass eine große Gefahr entsteht, wenn in einer Demokratie über Krieg nicht offen gesprochen wird. Dann werden Kriege totalitär, sobald sie entstehen. Ihnen fehlt dann jegliche Kultur. Bei den Griechen, Rittern und den englischen Kriegen auf dem Schlachtfeld mit Musketen gab es eine sehr ausgeprägte Kriegskultur, in der die mittlere Gesellschaftsschicht voll integriert war. Durch diese Zugehörigkeit des Krieges zur eigenen Kultur gab es Helden, Gefallene, Trauernde und Überlebende. Das Schlachtfeld aber war klar abgegrenzt und es gab Sieger und Verlierer aber ohne das Gefühl von Schuld. Männer wurden zu Männern und Frauen zu Frauen. Jedoch ist die Schuldzuweisung im Krieg der größte Feind für die Zivilgesellschaft und Soldaten, denn diese lässt nur noch die Möglichkeit offen den Krieg zu gewinnen, da dem Verlierer die Schuld zugewiesen wird. Dadurch gibt es vielmehr Opfer und einen endlosen Kampf bis zur absoluten Erschöpfung - deutlich sichtbar seit dem 1. Weltkrieg. Die Propaganda spielt dabei eine wesentliche Rolle!
  • Die Bedeutung des Subjekts in der Forschung

    05.09.2015, Regine Reichwein
    Seit Jahrhunderten haben Menschen versucht, eine subjektfreie Wissenschaft zu entwickeln und über die Behauptung, es gäbe eine für alle gemeinsame Wirklichkeit, die man sukzessive immer besser erkennen könne, versucht, Herrschaftsverhältnisse in Bezug auf andere Menschen, andere Kulturen, andere Religionen und über ganze Länder zu errichten.

    Ähnliches beobachte ich in den Fragestellungen und in den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschungen der letzten Jahrzehnte. Ich will hier deren Bedeutung keineswegs in Frage stellen, viele Forschungsergebnisse haben das Leben vieler Menschen in konstruktiver Weise beeinflusst und wichtige Veränderungen bewirkt.

    Mir geht es hier darum, dass durch die bisherigen Gebote in den Wissenschaften bestimmte Fragen nicht gestellt werden und dementsprechend auch die zugehörigen Antworten nicht entwickelt werden können.
    Solange der einzelne Mensch mit seinen besonderen Bedürfnissen nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, nach Kontakt und Austausch, nach Bedeutung und Anerkennung, nach Wirkung und Wertschätzung nicht ausdrücklich berücksichtigt wird, und solange die Konsequenzen von Missachtung, Ausgrenzung, Grausamkeit und Gewalt nicht in ihren kurz- und langfristigen Wechselwirkungen mit der gesamten Umwelt in die Forschungen einbezogen werden, solange werden wir entscheidende Antworten in Bezug auf die Entstehung von Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen nicht finden.

    Menschen sind – wie alle Lebewesen, ökologische, ökonomische und noch viele andere Systeme– selbstorganisierende Systeme und Strukturähnlichkeiten spielen in den radikalen Wechselwirkungen dieser Systeme – im Kleinen wie im Großen – stets eine große Rolle.
    Es wird daher meiner Ansicht nach Zeit, das Subjekt – als betrachtendes und als betrachtetes Subjekt – ausdrücklich wieder in den Forschungsprozess einzubeziehen.

    Selbstorganisierende Systeme haben interessante Eigenschaften. Sie sind nicht kontrollierbar, aber selbst kleinste Einwirkungen können entscheidende Veränderungen nach sich ziehen. Insofern spielt jede einzelne Person potenziell eine bedeutende Rolle und meiner Ansicht ist es wichtig, sich dieses und die stets vorhandene starke Vernetzung selbstorganisierender Systeme immer wieder bewusst zu machen und in die unterschiedlichen Forschungsdesigns – aber auch in gesellschaftpolitische Entscheidungen – mit einzubeziehen.
    Dies ist meiner Ansicht nach entscheidend für die zukünftige Entwicklung unseres Zusammenlebens.
  • Kann ich -auch für Deutschland- bestätigen

    05.09.2015, Thomas Schmidt
    Ganz klar: IMMER einen RA hinzuziehen und selber am Besten gar nichts sagen.
    Es gibt einen Unterschied zwischen "Recht haben" und "Recht kriegen". Zwei falsche Sätze und schon hat man verloren...
    Nicht, weil die Aussage grundsätzlich falsch war, sondern weil man es falsch formuliert hat. NIE machen! ..."Schweigen ist Gold" - besonders im Rechtssystem. ^^
    Dafür gibt es Rechtsanwälte, die für einen reden.
  • Denali, ein schöner Name. Bei McKinley dachte ich immer an Getränke oder Marktforschung!

    05.09.2015, Charly Hiss
    Es ist wichtig, dass solche Beiträge veröffentlicht werden und, dass inzwischen auch die USA bemerkt hat, dass es so nicht weitergehen kann. Umdenken ist angesagt. Ist aber nicht so einfach wie manche(auch ich)es sich vorstellen.
  • Die Karte beruht auf Modellen, nicht Messungen

    05.09.2015, RRMeyer
    Wie schon Herr Blum festgestellt hat, ist die Karte eine Simulation, beruhend auf Reaktordaten und Schaetzungen der lokalen Uran/Thorium-Konzentrationen und Dicke der Erdkruste.

    Die Karte hat eine Ortsaufloesung von <100km. Um dies mit Hilfe von Neutrinodetektoren auf der anderen Seite des Erdballs vermessen zu koennen, muessten diese eine Winkelaufloesung von <0.5 grad haben.

    Die Antineutrino Detektoren KamLAND (Japan) und Borexino (Italien) haben jedoch ueberhaupt keine Winkelaufloesung, d.h. sie liefern keinerlei Information darueber, aus welcher Richtung ein regestriertes Antineutrino gekommen ist.

    Fuer eine Karte in der gezeigten Qualitaet muesste man zudem tausende Ereignisse pro Reaktor registrieren, und das in 8000 kilometer Entfernung. Im Abstand <200km um KamLAND gibt es 21 Reaktoren. Die Abschaltung all dieser nach 2011 reduzierte die gemessene Neutrino-Zahl in KamLAND um etwa ein halbes Ereignis pro Tag. Um die gezeigte Karte aus experimentallen Daten eines Jahres zu erstellen, braeuchte man also nicht nur Winkelaufloesung, sondern auch eine Empfindlichkeit, die die des KamLAND Detektors um einen Faktor (1000/(0.5*365)) * 21 * (8000/200)^2 = 200000 uebersteigt.

    Trotzdem wird es im Spektrum-Artikel (und tausenden anderen Artikeln der internationalen Presse) so dargestellt, als waere die Karte das Ergebnis von Messungen. Ist ueberhaupt noch jemand willens, Meldungen auf Ihren Wahrheitsgehalt zu ueberpruefen, bevor man sie einfach abschreibt?
  • Antwort an Herrn Klein

    05.09.2015, Dr. Gunter Berauer
    Herr Klein schreibt: "Gerade das Konzept des Kollaps der Wellenfunktion ist DIE große Schwachstelle der traditionellen Quantenmechanik, denn er ist experimentell nicht nachweisbar". Dem kann ich nur vehement widersprechen, denn bei jedem simplen Würfelspiel wird jedes Mal der Kollaps der Wellenfunktion nachgewiesen. Vor dem Würfeln sind alle sechs Zahlen mit je 1/6 Wahrscheinlichkeit möglich, die Wellenfunktion erstreckt sich also über die Zahlen 1 bis 6. Beim Wurf wird dann genau eine davon per Zufall ausgewählt, was bedeutet, dass die Wellenfunktion auf diese eine Zahl kollabiert. Wo ist da das Problem oder gar ein logischer Widerspruch?

    Oder würden Sie lieber sagen, dass bei jedem Wurf eines Würfels alle sechs Zahlen gleichzeitig fallen, jede vielleicht in einer anderen Parallelwelt? Ich halte das für ziemlich abwegig. Sie übersehen auch, dass die Schrödinger- und andere Gleichungen der Quantenmechanik niemals etwas über die physikalischen Größen selbst aussagen, sondern immer nur über Wahrscheinlichkeiten, die eben auch nichts über das Ergebnis eines einzelnen Experiments aussagen, siehe Würfelspiel. Man muss schon sauber zwischen Möglichem und Faktischem unterscheiden, um die Quantenmechanik zu verstehen. Und, aus einer Theorie, die nur etwas über Wahrscheinlichkeiten aussagt, und genau das trifft für die Quantenmechanik ja zu, kann man doch wohl kaum eine deterministische Erklärung der Welt ableiten.