Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Selbst erlebt ...

    14.10.2013, Püller Franziska
    Kerstin (Name frei erfunden - Erlebtes ist echt!) kommt mit ihrer Mama zu mir in die Praxis (4. Schulwoche/ 1.Klasse!). Jeden Tag dasselbe, berichtet die Mama. Die Hausaufgabensituation ist nicht zu ertragen. Sie endet regelmäßig in einem Tränenmeer.
    Es stellt sich schließlich heraus, dass Kerstin, ein sehr bemühtes Mädchen, minimale motorische Schwierigkeiten hat und schon alleine das Halten des Bleistifts zur Mammutaufgabe wird. Aber was ich so nebenbei erfahre: Die Lehrerin hat am ersten Schultag begonnen, die Kinder die Ziffern zu lehren. Der Grund - die Kinder sollen so rasch wie möglich zum Rechnen kommen! In der Schultasche von Kerstin fanden sich Zettel, Zettel, Zettel, tja und nicht zu vergessen ein A5 großes Heftchen, voll mit winzigen Rechnungen (jede Ziffer nur etwa 5mm groß). Rechenschwäche vorprogrammiert! Das hat wahrlich nichts mit großen Klassen oder schlechten Arbeitsbedingungen oder dem Schulsystem zu tun, das ist schlicht und einfach pädagogischer Unsinn. Schon Piaget hat gesagt, dass Kinder in diesem Alter Material brauchen, um die Welt der Mathematik zu erobern. Erst ab etwa 10 Jahren ist die Gehirnreife da, die abstraktes Arbeiten erlaubt. Dabei bin ich voll überzeugt, dass diese junge Lehrerin es besonders gut machen will. Ursache meiner Meinung nach ist die mangelhafte praktische Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen. Was nützt es Lehrerinnen/Lehrern, wenn sie mit Statistiken gequält werden, aber im wahren Berufsleben keine Ahnung haben, wie sie die wundervolle Welt der Mathematik den Kindern nahe bringen können?
    Übrigens: Das ist das erste Mal, dass ich einen Beitrag ins Internet stelle. Aber das bewegt mich so, dass ich nicht anders kann.
  • Übertriebene Hysterie?

    14.10.2013, Dieter Krogmann
    Die teilweise völlig einseitige Darstellung der Problematik durch Göttert, auch in seinem Interview auf der Internationalen Buchmesse sehr deutlich werdend:

    siehe folgenden Link:

    http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/172385/index.html

    macht klar, wie ignorant Göttert gegenüber ursächlich geschichtlichen Tatsachen und Zusammenhänge argumentiert. Dabei fällt mir das Vorgehen der betreffenden angloamerikanischen Machteliten gegenüber "unterworfenen-kolonisierten" Völkern in der Vergangenheit ein.

    Das Verbot die eigenen Sprache und hierfür im Tausch nur Englisch sprechen zu dürfen, war die "Hauptwaffe" für die geistige und kulturelle "Umerziehung" vieler Völker, mit dem Ziel der Vernichtung bisheriger gesellschaftlicher Strukturen, um einer einseitigen wirtschaftlichen Ausplünderung den Weg zu ebnen und letztlich die Ursache dafür, daß Englisch zur Weltsprache wurde. Ich erinnere auch an die Abstimmung über die Umgangssprache in Amerika.

    Wenn nicht schon vor 200 Jahren von den Machteliten getrickst und gelogen worden wäre, wäre Deutsch heute die Weltsprache, denn auf vielen Gebieten der Wissenschaft war dies damals schon Fakt.

    Aber gerade das Interview mit Göttert ist für mich der Beweis, wie unverschämt weiterhin Fakten aus machtpolitischen Gründen verbogen werden. Das gehört scheinbar zur Strategie von machtpolitischen Entscheidungen und macht deutlich, wie sich Wissenschaftler entgegen besserem Wissen machtpolitischen Zwängen beugen bzw. sich anbiedern.
  • Übertriebene Hysterie?

    13.10.2013, Dieter Krogmann
    In seinem Gespräch am 12. 10. anläßlich der Frankfurter Buchmesse macht Göttert Bemerkungen zum Thema, die eine erschreckende Ignoranz gegenüber der nicht zu bestreitenden Kolonisations- und Unterdrückungsgeschichte der anglo-amerikanischen Machteliten offenbart.

    http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/172385/index.html

    Hierin zeigt sich aber gerade, daß Völker mit Hilfe der "Vernichtung" ihrer Sprache, ihres kulturellen Selbstbewußtseins beraubt wurden und damit in ein gesellschaftliches Chaos gestürzt wurden, die es dann erlaubten diese Völker zu unterdrücken und wirtschaftlich sowie kulturell auszuplündern.

    Und dies geschah und geschieht immer nach einem gleichen Muster: Demontage der bisherigen gesellschaftlichen Ordnungs- und Machtstrukturen u.a. über das Verbot, die eigene Sprache zu sprechen. Kinder aus den Familienverbänden zu reißen und in "Internatsschulen" zwangsweise, in Art einer Gehirnwäsche gefügig zu machen, für eine Weltanschauung die den Machtansprüchen der Unterdrücker auf möglichst vielen gesellschaftlichen Ebenen zuarbeitete.

    Diese Strategie der umfassenden Vereinahmung von Völkern und damit auch den hierzu gehörigen wirtschaftlichen und militärstrategisch wichtigen Räumen, läuft nicht nur über die Sprache, sondern über viele Plattformen gerade in unseren gegenwärtigen europäischen Gesellschaften ab. Das Ergebnis erleben wir ja gerade in der Zerstörung von sozialen Errungenschaften und Bürgerrechten zugunsten der globalen Finanzmächte.

    Wie Göttert im obigen Gespräch in 3sat ja selber erwähnt, war die deutsche Sprache im wissenschaftlichlichen Bereich bis ca. 1890 unbestritten die Sprache der Wissenschaft weltweit. Danach folgten dann der I. und II. Weltkrieg. Die Dämonsierung der "Deutschen" aufgrund dieser Tatsachen scheint eine unendliche Geschichte zu sein. Die Aufarbeitung zur Vorgeschichte dieser Kriege, aus jüngster Zeit, von "unbelasteten" Wissenschaftlern, geben Anlaß zur Hoffnung, in Zukunft einiges völlig anders zu beurteilen.

    Das Unterschieben von "nationalistischen Geisteshaltungen" ist bei diesen Diskussionen immer eine sehr bequeme und nützliche Sache und eine hervorragende Ablenkungsstrategie, wenn es denn nur die "Deutschen" betrifft.
  • Entscheidungshilfe für Leser

    13.10.2013, Hubertus Feldmann
    ... nunmehr seit Jahren lese ich die hier veröffentlichen Rezensionen über das eine oder andere Thema. So manche Kauf- bzw. Leseentscheidung wurde mir dadurch erleichtert. Allerdings wurde ich ziemlich oft auch in die Irre geführt bzw. blieb etwas ratlos zurück.

    Auch in dieser Rezension gibt es, wie es sich für eine gute Rezension gehört, Aspekte die für das Buch, andere, die eher dagegen sprechen. Letztlich bin ich möglicherweise nicht schlauer als zuvor. Denn wenn man zum x-ten Mal eine Einführung über das Gehirn zu lesen bekommt, um dann eher am Rande über einige wenige Aspekte genauer informiert zu werden, dann ist das irgendwann pure Zeitverschwendung. Auch wenn, wie in diesem Fall, eine lockere Präsentation, einen "Mehrgewinn" verspricht. Aber will ich wirklich auf jedem Gebiet unterhalten werden? Geht es nicht mehr Gimmicks oder ähnlichem?

    Mein Vorschlag: Vielleicht können sie ja bei verschiedenen Rezensionen eine Grafik abbilden, die den Grad der wissenschaftlichen Tiefe abbildet, also beispielsweise zwischen populärer Präsentation nahe der Schmerzgrenze und einem nur noch für Fachleute verstehbarem Wissenschaftsjargon.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Feldmann,

    Ihre Überlegungen im zweiten Absatz laufen darauf hinaus, dass das Werk wohl eher nichts für Sie ist. Damit hat die Rezension doch ihren Zweck erfüllt: Sie hat Ihnen Informationen an die Hand gegeben, auf deren Grundlage Sie entscheiden können, ob Sie sich mit dem Buch weiter befassen möchten oder nicht. Ihre Antwort lautet offenkundig "Nein"; andere Leser werden zu einem anderen Urteil kommen. Genau das ist der Sinn von Buchkritiken: den Lesern diesbezüglich eine Entscheidungshilfe zu geben.

    Was Ihren Vorschlag bezüglich einer Grafik anbelangt: Buchkritiken sind per definitionem kommentierende Texte und damit subjektiv geprägt. Die Einschätzung des Werks, und auch des Grads seiner wissenschaftlichen Tiefe, geschieht immer aus der persönlichen Perspektive des Rezensenten heraus und kann daher nicht numerisch exakt sein. Das Abbilden einer Grafik/eines Diagramms würde daran nichts ändern.

    Mit den besten Grüßen
    Frank Schubert
  • Absurd

    13.10.2013, Tim
    Mirowski hätte bei seiner Untersuchung ruhig auch mal einen Blick auf die Realität werfen sollen. Die Staatsquoten praktisch aller westlichen Staaten steigen seit Jahrzehnten stetig an. Mit anderen Worten: Der Westen fährt quasi seit den 50ern ein permanentes Keynes-Programm auf Hochtouren. Gleichzeitig haben Regulierung und Staatseingriffe in vielen Branchen bizarre Züge angenommen. Übrigens auch im Finanzsektor: Die neoliberale Antwort auf die Euro-Krise wären ganz sicher nicht Milliardenzahlungen an Banken gewesen.

    Was den Westen seit vielen Jahrzehnten quält, ist Staatskorporatismus, nicht Neoliberalismus. Die neoliberalste Wirtschaftsordnung der deutschen Geschichte war Erhards Soziale Wirtschaft. Heute hat der Neoliberalismus nirgendwo mehr Einfluß.
  • Auslese braucht Rechtfertigungen

    12.10.2013, Fred Steeg
    Die Schule, die Sie, Herr Meyerhöfer, offensichtlich in ihrem Mathematikunterricht zu reformieren gedenken, lebt ganz gut mit dem Rechenschwächebegriff - trotz gelegentlicher Kritik von verschiedener universitärer Seite. Auch wenn LehrerInnen sich oft dagegen sträuben (unter Berufung auf gültige Gesetze), Ausnahmen zuzulassen, Bewertungen auszusetzen und Rücksicht auf Schüler zu nehmen, die durch Unterricht nicht schlauer wurden, so sehen LehrerInnen doch letztlich auch den Sinn eines Rechenschwächebegriffs darin, einem Menschen eine Behinderung zu konzedieren, wenn er in der Schule als unbelehrbar erscheint und auch noch darunter leidet. Die pädagogische und medizinische Wissenschaft eilt hier mit ihren Definitionen geschäftig zur Hilfe und entschuldigt das an der Schule gescheiterte Individuum als krank, was durch die Beschuldigung "erkauft" werden muss, dass es eben eine Eigenschaft (spezieller Intelligenzmangel) des Schülers gewesen sein muss, wegen der er gescheitert ist. Schule hat demnach per Definition nicht versagt, sondern ihre Aufgabe (Auslese durch Unterricht) perfekt erfüllt - nur konnte sie eben nicht die Defizite ausgleichen, die im definierten Einzelfall einfach zu groß waren. Das kommt dem Erfolg der Schule zugute, vor allem durch die für die Auslese absichtsvoll hergestellte (!) "Leistungsspreizung" (Normalverteilung). Schule kann also weiterhin behaupten, sie würde durch ihren Unterricht mit bewährten Bewertungsprozeduren nur die Grade der Intelligenz ermitteln, die den Schülern gerechterweise zukommen. Das würde allen so gebildeten Schülern helfen, im Leben gut klar zu kommen. Das Ergebnis ist eine soziale Auslese vom Feinsten unter Einhaltung höchstmöglicher Gerechtigkeit und gleicher Chancen. Wofür braucht man beim Lernen eigentlich gleiche Chancen und Gerechtigkeit? War Lernen nicht eine Auseinandersetzung mit geistigen Problemen und Gegenständen (z.B. Mathematik), um sie zu verstehen? Was hat das mit Bewertungen und Auslese bzw. mit Chancen und Gerechtigkeit zu tun? Ums Lernen ging es in der Schule also nie wegen des individuellen Lernerfolgs, sondern nur wegen der Auslese! Deshalb wird die Erkenntnis, dass es Rechenschwäche gar nicht gibt, keine Revolution bei Bildungspolitik, Schule, Eltern und LehrerInnen auslösen, sondern höchstens Kopfschütteln, Kopfwiegen und/oder problematische Falten auf der Stirn. Für eine Gegnerschaft gegen die schulische Pervertierung von Lernen als Mittel der Auslese, mit all den unsäglichen lernfeindlichen Konsequenzen und schulisch bedingten Leidenswegen, bräuchte es dann doch noch eine Kritik des Auslesesystems Schule. Aber das hatten sie mit Ihrer Kritik des Rechenschwächebegriffs gar nicht beabsichtigt, Herr Meyerhöfer?

    Gruß Fred Steeg, Dipl.Psych., Dr.rer.soz., Rechenschwächetherapeut, Volxheim
  • Begabung nicht zu leugnen

    11.10.2013, Stefan Otto
    Herr Meyerhöfers Kernaussage lautet sinngemäß, dass jeder alles lernen könne, wenn es nur richtig vermittelt werde. Dies mag politisch korrekt zur Sichtweise passen, dass jeder ein Recht auf den besten Bildungsgrad hat. Es ist jedoch Wunschdenken, aus dem Recht eine prinzipielle Fähigkeit abzuleiten: Gehirne sind von Geburt an unterschiedlich, entwickeln sich je nach Umweltfaktoren und eigenem Interesse unterschiedlich weiter und sind bei Beginn des Schulalters bereits anatomisch und physiologisch so unterschiedlich, dass durchaus manche schneller als andere z.B. rechnen lernen. Genau dieses Phänomen nennt man dann Begabung. Wer länger für dieselben Anforderungen braucht, ist dort weniger begabt. Wer für den Stoff eines Schuljahres länger braucht als das Schuljahr, dem nützt die Perspektive von Herrn Meyerhöfer nichts, dass er es prinzipiell lernen könnte. Er bleibt sitzen. Aus pragmatischen Gründen muss man sich den Stoff in einer vorgegebenen Zeit aneignen können. Kinder, die hier scheitern, tun dies aus verschiedensten Gründen, die unterschiedlich ins Gewicht fallen. Fehlende Fähigkeit des Gehirns, also fehlende Begabung, zu leugnen, ist nicht haltbar. Ungeeignete Didaktik als mögliche Ursache darf natürlich auch nicht geleugnet werden, hier stimme ich Herrn Meyerhöfer zu. Der Mensch lernt aber vor allem das, was er selbst als wichtig erachtet. Hierauf lenkt er seine Aufmerksamkeit. Kinder scheitern in der Schule oft, weil ihre Aufmerksamkeit durch familiäre und persönliche Gründe abgelenkt wird: Ein Kind, dass sich Gedanken um den Familienunterhalt, die Ehe der Eltern, die eigene Attraktivität etc. macht, kann im selben Moment nicht dem Unterricht folgen.
    Den Betrag schreibe ich als Biologielehrer, der sich ausführlich mit Neurobiologie des Menschen befasst hat.

  • was studiert man eigentlich

    11.10.2013, H_eike W_erneburg
    Was studiert man als Mathematikdidaktiker, etwa Medizin? Dies Gerede entbehrt ja jeder wissenschaftlichen Grundlage.

    Ich habe gerade nicht so viel Luft zur Verfügung, wie ich hyperventilieren könnte.
  • Herr Meyerhöfer disqualifiziert sich selber

    11.10.2013, Igmar Hellquist
    Herr Meyerhöfer disqualifiziert sich selber:

    "Ich verstehe das bei ADHS, da hat die Pharmaindustrie zu einem vorhandenen Wirkstoff eine passende Krankheit erfunden. Man kann Menschen dann einreden, solche Konstrukte wären wirklich existent."

    Diese Position wird gerne geäußert. Bei Verschwörungstheoretikern, am Stammtisch und auch bei menschenverachtenden Organisationen wie Scientology. Herr Meyerhöfer ignoriert nicht nur alle wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zu ADHS der letzten 40 Jahre, sondern leugnet dieses Störungsbild komplett. ADHS kann man, frühzeitig erkannt und behandelt, sehr gut in den Griff bekommen. Eine Behandlung mit Methylphenidat (Ritalin, Medikinet) ist nicht zwingend erforderlich, nicht einmal die Hälfte aller diagnostizierten Menschen benötigen dies oder ein anderes Medikament. So viel zu seiner Behauptung, ADHS sei eine Erfindung der Pharmaindustrie.

    Merkwürdig, dass Menschen mit solchen Stammtisch-Ansichten bei "Spektrum der Wissenschaft" eine Plattform bekommen...
  • Schulsystem

    11.10.2013, Andrée Czjzek
    Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht ausschließlich bei den Lehrern bzw. deren Ausbildung, sondern eher am Schulsystem, welches diese zwingt, in so eng gefassten Rahmen ein festes Curriculum einzuhalten. Hinzu kommt ständige Kritik aus der Gesellschaft, die die Schüler auch verinnerlichen, so dass diese von vornherein keine Lust mehr auf Schule haben. Das und immer schlechtere Arbeitsbedingungen (große Klassen, mehr Stunden usw.) machen es immer schwerer, als Lehrer die anfängliche Begeisterung zu erhalten. Schule sollte den Lernprozess so viel freier gestalten dürfen, so dass alle Kinder ihre natürliche Neugierde behalten und mit Freude in der Schule sein können. Dann können die Lehrer auch mit Freude und Hingabe mit anderen Lernformen experimentieren.
    Das schreibt eine Lehrerin, die als Quereinsteigerin an einer Berufsschule ihre Schüler liebt und sich nichts mehr wünscht als mehr Zeit, um all das zu verwirklichen, was den Schülern gut tut.
    A. Czjzek
  • Ein Mathematikdidakter versteigt sich ...

    11.10.2013, Heinrich S.
    ... zu einer Allaussage!? ( Zitat: ... jedes Kind könne rechnen lernen.) Vorsicht!
    Als Förderschullehrer ist es mir gelungen, mit den von Herrn Professor Meyerhöfer, angerissenen Methoden einigen jungen Menschen das Rechnen beizubringen. Ich habe aber auch die Erfahrung machen müssen, dass es mir trotz aller "rechentherapeutischen" Bemühungen in manchen Fällen nicht gelungen ist. So kann sich eine 54jährige Frau mit Trisomie 21 sicher im Zahlenraum bis 1 bewegen, die Treffergenauigkeit im ZR 2 liegt bei geschätzten 60%, alles darüber hinaus ist geraten. QED
    Der Versuch etwas genauer zu formulieren, hörte sich zwar nicht unbedingt 'schön' an, wäre aber der Sache wert.
    Beispiele: "Es gibt einen, und zwar mindestens einen, Mathematikdidaktiker, der der Ansicht ist, dass jedes Kind rechnen lernen kann!" Oder: „Es können wesentlich mehr Kinder rechnen lernen, als es im heutigen Schulsystem/Mathematikunterricht geschieht!“
    Weiter: Einerseits führt Herr Professor Meyerhöfer eine bestehende Ungleichheit von Menschen(kindern) im Bezug auf das Lernen an, behauptet aber andererseits: "Der Schulstoff ist prinzipiell für jeden versteh- und erlernbar. Das mathematische Spiel selbst ist aber natürlich nur endlich zugänglich und interessant. ( ... ) Ich selbst habe dieses Spiel ein paar Jahre länger mitgespielt als Sie, dafür kann man mich mathematisch "begabter" nennen." was nahelegt, mathematische Fertigkeiten seien eine reine Sache der zeitlich langen Übung. Meine Erfahrung zeigt, dass Menschen sich nicht nur hinsichtlich der Lernwege unterscheiden, sondern auch hinsichtlich dessen, was sie inhaltlich erreichen können. Da hilft selbst eine hohe Motivation nicht. Eine geistig behinderte Schülerin nennt als Lieblingsfach Mathematik – dennoch wird sie das „mathematische Spiel“ nie beherrschen. Ein anderer Schüler erkennt oft als Erster in der Lerngruppe den Rechenansatz und kann ihn gut versprachlichen, aber nicht umsetzen, da er nicht über die rechnerischen Fähigkeiten verfügt. (Alle Beispiele aus dem integrativen/inklusiven Unterricht).
    In vielem anderen hat Herr Professor Meyerhöfer recht und ich wünsche ihm und allen Mitstreitern - also auch mir - viel Erfolg!
  • Widerhall

    10.10.2013, Franz Trittner
    Kein Wunder für die schlechten Noten, man hängt und hält an „mittelalterlichen“ starren Bildungsstrukturen fest, das spiegelt sich auch bei den Wahlen wider, trotz der realen negativen Welt. Bloß keine Veränderung, da falle ich raus und verliere womöglich mein quasi aufgebautes Ego. Die Statistik hin und her, es hilft einfach nicht, auch der Letzte irgendwo mitten in dem Wald wird auch dazu gezählt.
  • Was weiss ich, die wievielte...

    09.10.2013, Rolf Krueger
    Ich sehe, wir kommen uns näher (ich hab zumindest den Eindruck)

    Entschuldigung, dass ich ihre Aussage zum Eiswürfel wörtlich genommen habe. Aber dass Strahlung/Energieaustausch immer nur vom wärmeren zum kälteren Körper erfolgt, war bei Ihnen halt auch schon vorher zentraler Teil der Argumentation. Und das stimmt einfach nicht und der Unterschied ist zentral, es geht grundsätzlich um die Strahlungsbilanz.

    Und da kommt noch etwas dazu:
    Die Tatsache, dass der Nettowärmefluss immer vom wärmeren zum kälteren Körper geht, gilt streng nur für den schwarzen Strahler (da gilt das Plancksche Strahlungsgesetz). Stehen sich 2 Körper mit unterschiedlichem Absorptionsspektrum gegenüber, gilt das nicht mehr. Die meisten Festkörper kann man im IR in der Regel als schwarze Strahler betrachten. Gase nicht. Darauf beruht der Treibhauseffekt, auf dem spezifischen Absorptionsspektrum der beteiligten Gase (oder auch bei Glas). Schwarzer/Grauer Strahler (Festkörper) sind nicht anwendbar.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gasstrahlung
    Der Treibhauseffekt beschreibt allerdings nicht nur die Klimaerwärmung, wie man oft denkt, wenn man die Presse liest.
    Sondern der gesamte Treibhauseffekt ist dafür zuständig, dass wir die "gemütlichen" Temperaturen haben, wie wir sie kennen. Verursacht wird er im Wesentlichen durch Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und noch ein paar untergeordnete Gase. CO2 macht da, wie sie richtig bemerken, nur einen kleinen Teil aus. Aber es hat Absorptionsbanden in Bereichen, wo die anderen wenig absorbieren. Also spielt es eine Rolle.
    Und der 2. wichtige Punkt:
    Es geht ja nicht um Treibhauseffekt ja/nein. Ohne ihn gäbe es auf der Erde kein Leben und es wäre knapp 40°C kälter. Es geht um die winzigen Veränderungen in der Strahlungsbilanz(Treibhauseffektanteile einzelner Gase (ich denke, im Promillebereich), die durch Konzentrationsänderungen einzelner Komponenten (z. B. CO2, aber auch CH4 könnte noch von sich reden machen). Die reichen aus, um Temperaturänderungen von 0,5°- 2°C zu bewirken, um die es beim Klimawandel geht. Auch wenn die Glasscheibe ein klein wenig dreckig ist oder frisch geputzt, merkt man das im Treibhaus. Und um diese kleinen Effekte geht es beim Klimawandel, nicht um den Effekt an sich (s. o.).

    Trotz alledem sehe ich es auch so (und jeder anständige Wissenschaftler auch) dass die wirkliche Größenordnung des menschgemachten Treibhauseffektes noch nicht geklärt ist, es ist nur sehr wahrscheinlich, dass es ihn gibt. Die Simulation ist einfach höllenkompliziert und das Klima ändert sich auch immer mal wieder ohne den Menschen. Aber auch die von Ihnen vorgeschlagenen Bodentemperaturen weisen in Richtung Erwärmung in den letzten 100 Jahren (s. o.) und stimmen im Wesentlichen gut mit den Temperaturbeobachtungen überein.

    Aber wie bereits gesagt, für das notwendige Handeln ist es egal. Ressourcenschonung, Effizienz, regenerative Energieerzeugung, Kreislaufwirtschaft...müssen wir sowieso schleunigst angehen, da sind wir uns ja auch einig.

    Viele Grüße
    Rolf Krueger
  • Ach du meine Güte...

    09.10.2013, Stefan
    Was ist das denn für ein Kommentar - der LHC hat ca. 3 Mrd. Euro gekostet, die Detektoren und Betrieb kommen noch hinzu. Für den Kampfjet Eurofighter hat allein Deutschland schon mal über 14 Mrd. Euro im Budget - ohne Betriebskosten. Allein dafür kann man also schon locker allein die nächste Forschungsmaschine bauen oder stattdessen auch den Entwicklungshilfe Etat verdoppeln ( 6,296 Milliarden Euro stehen im Jahr 2013 im Haushaltsplan dafür).

    Es ist ja nicht so, dass wir aller Welt auf die Füße helfen, wenn wir solche Projekte wie LHC nicht realisieren. Es stimmt schon - es fehlt nicht an Geld - es fehlt an Willen. Also weg mit den Waffenexporten und -einkäufen und damit etwas sinnvolles für die Menschen tun - das kann Entwicklungshilfe sein, das kann auch Forschung sein.
  • Steile Thesen und die nackten Tatsachen

    09.10.2013, Henrik Ullrich
    Es ist bedauerlich zu sehen, daß sich die Diskussionen zum Thema Evolution, ID, Schöpfung fast nur im Rahmen verletzender "ad hominem" Argumentationen bewegen.
    Gewinnbringender wäre die unmittelbare Beschäftigung mit den nackten Tatsachen. Die Ergebnisse biologischer funktional-analytischer Studien über das Auge (Netzhaut, Linse), den Wurmfortsatz (Appendix) oder der Wirbelsäule liegen auf dem Tisch und stellen die mehr als 150 Jahre alten Thesen von Konstruktionsfehlern (z.B. bei Darwin, Helmholtz) an diesen Organen in Frage.
    Wer z.B. trotz der Entdeckung der Funktion der Fortsätze von Müllerzellen in der Netzhaut oder der Beschreibung der optisch relevanten Verteilung von Eu- und Heterochromatin in den Zellkernen der Lichtsinneszellen immer von Konstruktionsfehlern spricht, ist in der Pflicht dies anhand von funktional-analytischen Daten zu begründen.
    Und da gehören die o.g. "ad hominem" Argumente definitiv nicht dazu.
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