Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Vorstellungsvermögen

    13.06.2017, MarcGyver
    "Eigentlich ist es kaum vorstellbar, wie der Mensch das hinbekommen will: Im Jahr 2050 soll die Erdbevölkerung auf neun bis zehn Milliarden Menschen angewachsen sein. Die Nachfrage nach Fleisch und Milch wird sich laut Mark Rosegrant vom Food Policy Research Institute bis 2050 verdoppeln, die Nachfrage nach Getreide um 50 bis 60 Prozent steigen."
    Das kommt darauf an, was man unter "vorstellen" versteht. Wenn sich die Nachfrage nach Fleisch und Milch stark verringern würde und man z. B. bedenkt, dass mehr als 80% der Sojaernte weltweit in die Viehzucht gehen ("About 85 percent of the world’s soybeans are processed, or "crushed," annually into soybean meal and oil. Approximately 98 percent of the soybean meal that is crushed is further processed into animal feed with the balance used to make soy flour and proteins.", http://soyatech.com/soy_facts.htm ), dann kann ich mir schon vorstellen, dass man die zusätzlichen Menschen gut mit ernähren könnte.
    Das ist allerdings nur die technische Seite. Meiner Einschätzung nach wird sich das aber nicht realisieren lassen (in diesem Sinne könnte ich es mir also nicht vorstellen), da sich Leute, wenn man sie auf so was hinweist, tendenziell bevormundet (und womöglich unbewusst ethisch abgewertet, auch wenn das nicht beabsichtigt ist) fühlen und ihre Ernährung nicht anpassen wollen würden. Der eigene Nachwuchs ist zwar immer das Tollste und Wichtigste auf der Welt, aber die Lebensbedingungen für eben diesen oder die darauffolgende Generation dann doch eher unwichtig.
  • Von der (Un)Möglichkeit Bedürfnisse in 150 Jahren vorauszusehen

    12.06.2017, Sorusch
    Im Beitrag wurde gesagt, dass es unmöglich ist die Bedürfnisse der Zukunft vorauszusagen, dem widerspreche ich, weil sich einige Bedürfnisse glasklar aus dem Umstand ableiten, dass wir biologische Wesen dieser Form sind: wir müssen essen, trinken, schlafen, ausscheiden, atmen und brauchen einen Schutz vor den Elementen, ganz egal ob jetzt in 150 oder 2000 Jahren! Genau das sind auch die Dinge, von denen wir die Fähigkeiten haben sie für diese Zeit für alle Menschen zu planen. Alles weitere sind Annehmlichkeiten.

    Das heißt nicht, das wir aufgeben sollten uns in den Weltraum aufzumachen, sondern es lediglich um zehn Jahre nach hinten verschieben vllt sogar weniger, wenn wir früher fertig sind, denn was getan werden muss ist genauso klar und machbar: wir kommen als Planet zusammen und räumen erst mal den ganzen Müll auf, den wir als Menschheit produziert haben (vgl Beitrag 1 vorletzter Absatz), pflanzen überall wo Wälder abgeholzt worden sind wieder Bäume - vllt sogar Fruchtbäume um mehr Sachen zum Essen zu haben - und fürs Wasser nutzen wir das aquaponische Prinzip (vgl. Aquaponik) vllt sogar mit Pflanzen die für Kleidung benutzt werden können- und fertig! Der Rest nach dem initiellen Aufwand ist nur noch Wartung und Reparatur.

    Jetzt zum Wie. Wir sind 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten davon sind 21% zu jung oder zu alt (unter 15 und über 60) um eingeplant zu werden - außer sie wollen mitmachen - dann sind wir immer noch 5,8 Milliarden - und ich übertreibe jetzt - 0,8 Milliarden können nicht arbeiten und weitere 0,5 Milliarden werden gebraucht um alle mit Essen zu versorgen, dann blieben noch 4,5 Milliarden Menschen übrig, 1,5 pro Aufgabe - und jetzt untertreibe ich - jede/r Mensch kann pro Tag 10 Kilo Müll von Land oder Meer fischen, 20 qm Bäume pflanzen und 5 qm Wasseranlagen bauen. Jetzt können wir rechnen. das wären 15 Millionen Tonnen Müll, 3 Millionen qkm Wald und 750 Tausend qkm Wasseranlagen, auf ein Jahr bei drei Tagen frei pro Woche also 200 Arbeitstagen wären das 3 Milliarden Tonnen Müll, 600 Millionen qkm Wald und 150 Millionen qkm Wasseranlagen. Damit würde innerhalb von einem Jahr die Müllmengen von etwa 3 Jahren, die Waldrodung von 4600 Jahren (bei einer aktuell jährlichen Rodung von 130000qkm) nachgepflanzt und eine unbekannte Menge an ungereinigten Wasser wieder ungeschehen gemacht werden. Vermutlich wird nicht ganz so viel Wald gebraucht, dann können die Menschen zu den anderen Bereichen gehen(Vgl. für die Zahlen https://esa.un.org/unpd/wpp/DataQuery/ , https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article121373995/Die-Erde-steht-vor-ihrer-voelligen-Vermuellung.html , https://de.wikipedia.org/wiki/Entwaldung).

    Jetzt kommt sicherlich wieder die Frage: Mimimi und wer soll das bezahlen mimimi? Es braucht kein Geld, nichts in dieser Welt braucht Geld. Alles braucht nur Ressourcen und Arbeit oder wo Ressourcen produziert/gewonnen werden, nur Arbeit. Diejenigen, die arbeiten brauchen nur die biologischen Notwendigkeiten und Annehmlichkeiten für sich und ihre Familien, d.h. wenn diese bereit gestellt werden, steht nichts mehr im Weg diesen Planeten zu reparieren und danach können wir bedenkenlos in den Weltraum starten in dem sicheren Wissen, dass unser Heimatplanet sicher da ist, denn nirgendwo anders in direkter ereichbarer Nähe ist Leben so einfach möglich wie auf diesem unseren Heimatplaneten.


    Hier noch ein kleines Extra wie sich die Politik lösen lässt:
    das einzig gemeinsame, das die Menschheit braucht ist nur der uneingeschränkte Zugang, die uneingeschränkte Nutzung, das koordinierte Kümmern/Warten der Infrastruktur und Annehmlichkeiten und das diese zeitlich stabil ist, also sagen wir auch in 2000 Jahren ohne negativen Folgen weiter verwendet werden kann, nichts weiter.
    Alle Zusammenlebensregeln die darüber hinaus gehen sollten keine größere Reichweite haben als Dörfer oder Städte, weil sich keine größere Einigkeit erzielen lässt und auch gar nicht notwendig ist, weil das persönliche Miteinander sowieso nicht weiter reicht. Es gäbe nur drei globale Regeln:
    Kein Mensch und keine Gruppe darf einer anderen Person oder Gruppe den Zugang oder die Nutzung von Infrastruktur verwehren oder erschweren.
    Die Infrastruktur muss zeitlich stabil sein und immer mindestens die biologischen Notwendigkeiten abdecken.
    Kinder sind neue Menschen, deren Bedürfnisse außer den biologischen wir nicht voraussagen können und damit das einzige, was wir ihnen beibringen können, die Fähigkeit ist, für sich selbst zu entscheiden, falls sie das nicht schon längst haben.
    Das schöne daran wenn der Zugang und die Nutzung von Infrastruktur frei ist, ist, dass Lebensweisen und Furcht um die Existens nicht mehr miteinander verknüpft sind, sondern die Infrastrukur ist unabhängig von der persönlichen Lebensweise, es wird nur abwechselnd für die Infrastruktur und Annehmlichkeiten gearbeitet, sobald die getan ist, gibt es keine weiteren Pflichten mehr.
    Denn das Leben kann auch schön sein, wir sind die einzigen, die es uns schwer machen.
  • Fehlendes Denken

    12.06.2017, Paul Laudenberg
    "Marcus du Sautoy stellt im Video zudem eine weitere Frage: Geschieht in unserem Kopf denn so viel anderes, als dass das Gehirn beim Verstehen von Sprache einen Satz Regeln abarbeitet?"

    Aber sicher doch, denn im Gegensatz zu einer Algorithmenmaschine sind uns die Regeln bewusst. Die Frage selbst lässt sich kaum als ernsthafte bezeichnen. Es sei denn, sie dient zum Anlass, menschliche Qualitäten schärfer zu konturieren (generell von denkenden und fühlenden Lebewesen).
  • Ansprüche Katzenhalter vs Hundehalter

    12.06.2017, trappen
    "Zum anderen scheinen Katzeninteressenten sich aber
    im Gegensatz zu angehenden Hundebesitzern
    auch weniger stark von der Optik der Tiere leiten zu lassen.
    Stattdessen fokussieren sie sich eher auf Faktoren,
    die Rückschlüsse auf das Sozialverhalten der Samtpfoten erlauben. "

    Und selbst beim Sozialverhalten von Katzen könnten die Wissenschaftlicher meiner Meinung nach innerhalb einer Studie feststellen, das es eine spezifische Gruppe von Menschen gibt, die Katzen mit genanntem "Reibungsverhalten" bevorzugen, und eine andere signifikante Gruppe von Katzenhaltern, die auch darauf keinen Wert legen.

  • Dosenpfand als großes Problem?

    12.06.2017, Joachim Falken
    Das Einwegpfand ist sicherlich weder die effektivste noch die effizienteste Umweltschutzmaßnahme; erfunden wurde sie übrigens zur Steigerung der Mehrwegquote. Aber Sie könen die Dosen auch auch die (möglichst gelbe) Tonne werfen und sich mit dem "Bau von Flügeln" beschäftigen.
  • Falsch gelesen

    12.06.2017, Holger
    @Peter:
    Hier ging es um die negative Korrelation, die mit -0.2 (Korrelationskoeffizient) eindeutig zu messen ist. Das hat nichts mit einer absoluten Änderung von -0.2 IQ Punkten zu tun.
  • Gerade in der Umkehrphase

    12.06.2017, Rainer Michel, Hatten
    Die immer neuen Theorien und Erkenntnisse über den „Urknall“ faszinierten mich über Jahrzehnte. Die Idee, dass aus einer Singularität vor fast 14 Milliarden Jahren durch Expansion Raum, Zeit, Energie und damit auch Materie entstand, war irgendwie nachvollziehbar und harmonisch. Die Schwerkraft wird dafür sorgen, dass sich der Kosmos wieder zusammenzieht. Alles wird sich wieder gegenseitig aufheben und ein „Nichts“ ergeben.
    Die Wissenschaft fing damals an zu plausibilisieren und suchte krampfhaft nach der für den großen Kollaps notwendigen Menge an Materie. Für mich persönlich war das Ergebnis eines offenen Universums ohne Ende enttäuschend. Mein harmoniebedürftiges Ego sagte mir, es gab keinen Urknall; es muss umgekehrt sein: ein „Nichts“ ist implodiert und wir befinden uns gerade in der Umkehrphase. Die „dunkle“ Energie bringt uns zurück zum Nichts. Demzufolge gab es keinen Nullpunkt und keine Singularität. Die Implosionsphase stoppte vorher. Skeptisch beobachte ich die Entwicklung der immer komplizierter werdenden Expansionsmodelle, die die Urknalltheorie weiterhin stützen sollen. Ich bin kein Wissenschaftler, aber mein Bauchgefühl gibt den Autoren Recht: Wir sollten andere Modelle für die Anfänge des Alls in Betracht ziehen.
  • Ist die Absicht, steuerlich wirksame Abschreibungen auf die Anschaffungskosten von Robotern abzuschaffen?

    12.06.2017, Joachim Falken
    Im Unterschied zum Arbeitnehmer, der einen Teil seines Einkommens zur "Reproduktion" benötigt, und auch darauf Steuern und Sozialabgaben bezahlt, wird bei Roboter-Besitzer das Einkommen nach Abzug der Anschaffungs- und Instandhaltungskosten des Roboters besteuert, wobei das zu einem guten Teil über die Abschreibungen erfolgt. Wie aber soll man das von anderen Betriebsuasgaben abgrenzen? Wo endet das Werkzeug und die Fabrikausstattung, ab wann liegt ein Robotor vor, der steuerlich schlechter gestellt wäre?

    Ich fände es wichtiger, an die Primärverteilung zu denken. Hätten Kunden beispielsweise Informationen, wie hohe Provisionen bzw. Margen IT-Firmen wie Uber oder Hotelbuchungsseiten einbehalten, würden mehr Leute direkt beim Hotel buchen oder Taxifahrer direkt buchen. Dann bliebe auch mehr Geld bei den eigentlichen, menschlichen Leistungserbringern.
  • Man muss es auch tun!

    12.06.2017, Joachim Falken
    Auf dem Weg zum Abgrund Flügel entwickeln, statt zu bremsen?
    Man muss es auch tun, und die ersten Solarzellen wurden ja auch überwiegend mit Strom aus endlichen Energien produziert. Momentan geben wir eher noch Gas.

    Der Umweltverband BUND hat sich schon vor Jahren gegen Bioenergie ausgesprochen. Viele Umweltschützer sind für höhere CO2-Preise, die dann sowohl Innovationen wie den Verzicht auf gewisse Konsumzweige bewirken. Die Einnahmen aus CO2-Agaben sollen aber an die Bürger zurückgegeben werden, und ihnen damit entsprechende Ausgaben ermöglichen, das ist das Gegenteil von Verzicht.

    Club of Rome? Gewarnt hat er 1972 vor allem vor Bevölkerungswachstum - und wie haben doch heute gerade Probleme mit der Erosion der Lohnarbeit in den wohlhabenden Ländern (weil im Rest der Welt zu viele und deshalb billige Arbeitskräfte aufgewachsen sind), außerdem mit Fluchtbewegungen.

    "Der Pferdemist in den Großstädten" hat deshalb nicht überhand genommen, weil Moblitätsalternativen entwickelt wurden (Fahrräder, elektrische U-Bahnen, Autos), von denen wenigstens zwei wenig Folgeprobleme verursachen. Genau brauchen wir jetzt Alternativen zu Reisen mit fossil befeuerten Autos und Flugzeugen. Das kommt aber nicht von selber, oder nicht schnell genug.
  • "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen."

    12.06.2017, Hans-Jürgen Steffens
    Oder soll man sagen "Viel Feind, viel Ehr"? ;-)
    So jemandem sollte man beistehen - wenn er das (hopefully) nicht als Beifall "von der falschen Seite" auffasst.

    Nun gibt es objektive, ganz generische Gründe, "Nachhaltigkeit" mit einem Fragezeichen zu versehen, denn "Nichts ist schwieriger zu erhalten, als der status quo."
    (Eigentlich eine Binsenweisheit.)

    Darüber hinaus gibt es mindestens 2 affektive Gründe, nicht auf "Nachhaltigkeit" zu setzen, die da "affektiv" zwar subjektiv aber (für mich) dennoch nicht verhandelbar sind.

    1. Hätten die Menschen auf die industrielle Revolution und die dadurch freiwerdenden produktiven Ressourcen verzichtet, gäbe es keine moderne Wissenschaft, insbesondere keine theoretische Physik u.v.a.m.

    2. Der genannte Verzicht hätte auch den Weg in den Weltraum "verunmöglicht". Ich zähle dies zwar zu den "affektiven Gründen", aber gut möglich, dass ein solcher Verzicht sich als "Tragödie für die ganze Galaxis" (zit. in Anlehnung an die Physiker Trefil und Rood) erwiesen hätte.

    Bottom line: Wir können entweder durchstarten oder eine Bruchlandung hinlegen, um als "nachhaltige" Sammler- und-Jäger-Kultur zu enden(!).

    HG H.-J. S.

    P.S.
    Meine letzten Kommentare endeten im Nirwana. Where is the problem?
  • Ist das Satire?

    12.06.2017, Manuel
    Lieber Herr Ebert,
    ich weiß wirklich nicht, ob dieser Artikel Satire sein soll. Einen Meteoriteneinschlag mit dem menschgemachten Klimawandel zu vergleichen ist mehr als hirnrissig. Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß - es gibt nicht nur "die Klimakatastrophe" oder nicht. Es gibt nicht nur den "Abgrund" und den Himmel. Es gibt alle Stufen von grau dazwischen und wir können zumindest versuchen, ein helleres grau zu wählen! Und nicht noch möglichst viel CO2 in die Atmosphäre blasen, während wir rufen "Hurra diese Welt geht unter!"...

    Abgesehen davon ist die Argumentation mehr als schwach - wie sollen wir denn "Flügel bauen" wenn es um den Resourcenverbrauch geht?! Es gibt eine begrenzte Anzahl an Ressourcen und wenn diese verbraucht sind, dann sind sie verbraucht. Wir können noch so viele Innovationen hervorbringen, ganz ohne einen gemäßigteren Konsum und Ressourcenverbrauch wird es nicht funktionieren.

    Ich bin 23 und würde gerne die nächsten 60 Jahre noch auf einem Planeten verbringen, der halbwegs lebenswert ist. Damit bin ich dann wohl eine der zukünftigen Generationen, von denen sie glauben zu wissen, was deren Bedürfnisse sind.
  • Ach so,

    11.06.2017, Wum von Wegen
    weil also die Armen arm sind, sollten wir lieber nicht nachhaltig leben. Super Logik!

    Und weil wir ja gar nicht wissen, ob unsere Kinder nicht doch gerne eine Erde hätten, die 4 Grad heißer ist mit ausgebeuteten Rohstoffen, vernichteten Regenwäldern und verarmter Natur, deshalb sollten wir also munter weiter unseren verschwenderischen Lebensstil beibehalten.

    Ach ja, die globale Erwärmung gibt es ja auch nicht, und sie ist ja eh nicht vom Menschen verursacht, und schlimm ist sie schon gar nicht... :roll:
  • Holz mit Maß und Verstand nutzen

    11.06.2017, Bernd Klane
    Wenn Heizen mit Holz grün werden soll, ist auch eine darauf zugeschnittene Bauweise und Heiztechnik erforderlich. Hier ein Beispiel, wie eine Familie mit dem Holz-Wuchs aus etwa 0,53 Hektar Wald auskommt.
    http://www.waerme-regenerativ.de/oekoligisch-heizen-mit-holz-und-sonne.html

    Generell sehe ich die Gefahr, dass immer dort, wo großindustrielles Denken das handeln formt, die Ökologie zu kurz kommt. Die Pelletindustrie ist da anfälliger als Stückholz-Handel aus der Region.
  • Kein nachhaltiger Beitrag

    11.06.2017, Martin Schnarrenberger
    Hier sind ja ein paar Fragwürdigkeiten zur Nachhaltigkeit nett formuliert worden, aber die Substanz der Kritik ist dünn! Die Forderung der Nachhaltigkeit ist doch entwickelt worden, weil angesichts des wachsenden Ressourcenverbrauchs der wachsenden Menschheit und ihrer Wohlstandsbedürfnisse viele Rohstoffquellen begrenzt erscheinen. Wollen wir auch in Zukunft möglichst viel Menschen Wohlstand ermöglichen, müssen wir mit den Ressourcen sparsamer umgehen, ganz gleich ob man den Einfluss auf das Klima oder die Bedürfnisse der Menschen in 200 Jahrn wirklich vorrausahnen kann. Sicher sind die Details aktueller klimapolitischen Maßnahmen frag-würdig oder merkwürdig. Aber dass wir mit try and error versuchen müssen, uns (evolutionär) den Gegebenheiten dieses Planeten anzupassen, also Nachhaltigkeit entwickeln müssen, ist in meinen Augen kaum sachlich zu widerlegen. Wenn man Erdölverbrauch verringert, hat man mehr Zeit, Alternativen - und damit "Flügel" zu entwickeln. Wenn man zu billige Energie verteuert, werden Alternativen bezahlbar! Übrigens wird in der Evolution Nichtanpassung meist mit Aussterben bezahlt.
  • Warum nicht Heidelbergensis?

    10.06.2017, Pertti Valkonen
    Wenn ich das recht verstanden habe, dann definiert man die Spezies Homo sapiens doch gerade über ihr "anatomisch modern".Wie kann es dann möglich sein, daß Forscher menschliche Fossilien dem Homo sapiens zuordnen, wenn diese doch eindeutig Merkmale besitzen, welche nicht in das phänotypische Spektrum heutiger Menschen passen. Schon als ich die Nachricht bei spiegel.de zuerst las, konnte selbst ich als Laie diese Merkmale trotz aller übrigen Sapiens-Ähnlichkeit nicht übersehen.

    Neben dem fliehenden Kinn und der fliehenden Stirn ist eben auch der schmale, längliche Schädel typisch für Nichtsapiens-Menschenformen wie HE oder HN. Desweiteren sind auch die Überaugenwülste noch sehr ausgeprägt, nach meinem Eindruck ebenfalls stärker als im Spektrum des heutigenSapiens-Möglichen. Vor allem aber verengt sich der Schädel bereits deutlich, bevor er die Überaugenwülste erreicht, sodaß das Schädeldach in Draufsicht eine typische Erectus-Gestalt abgeben würde. Für die Gehirnanatomie würde das eher zu einem schmalen Frontalbereich wie beim HN (oder sicher auch HE) passen. Na und schließlich die deutlich vorstehende Schnauze. Beim HS gibt es zuweilen deutliche Prognathie, aber die vorderen Kieferbereiche ragen dabei kaum über den Nasenansatz hinaus.

    Und wenn ich auch dies recht verstanden habe, dann ist der Homo heidelbergensis weniger eine SPezies, die über die Zeit ihrer Existenz hinweg stets die gleichen anatomischen Merkmale besaß; vielmehr bildet der HH quasi den allmählichen anatomischen Übergang vom afrikanischen HE hin zum HS in Afrika und hin zum HN in Europa (und ebenso hin zum Denisovaner). Wobei diese allmähliche Merkmalsumwandlung zum einen sehr kontinuierlich über die Jahrhunderttausende hinweg erfolgte, zum anderen aber nicht einheitlich in allen Teilpopulationen. In verschiedenen lokalen Gruppen konnte je ein anderer Merkmalsmix begegnen.

    Wenn ich das alles richtig verstanden habe, dann können die marokkanischen Funde also unmöglich dem Homo sapiens zugesellt werden, eben weil verschiedene Merkmale noch immer außerhalb des Variationsspektrum des HS liegen. Anders als Omo I oder Herto oder Skhul, die zwar ebenfalls noch einen urtümlichen EIndruck erwecken, bei denen jedoch kein Merkmal außerhalb des Variationsspielraumes heutiger Menschen liegt.

    Andererseits existierte der Homo heidelbergensis zwischen vielleicht grob 700.000 und 200.000 Jahren vor heute. Von einem gut 300.000 Jahre alten afrikanischen Heidelbergensis-Schädel sollten wir also recht viele sapiensähnliche Merkmale erwarten können und nur noch weniges, das an Homo erectus erinnert. Wie mir scheint, passen die marokkanischen Funde da wie die Faust aufs Auge.

    Leider konnte ich weder dem Artikel noch dem Abstract des Links entnehmen, ob jenes 2000 Jahre altes Genom des südafrikanischen Jungen insgesamt als 260.000 Jahre von unserem heutigen Genom separiert zu gelten hat, oder ob es nur bestimmte Bereiche betrifft. Menschen einer westafrikanischen Region haben ja ebenfalls Passagen im Erbgut von einer Population, die sich vor ca. 300.000 Jahren von unseren Vorfahren getrennt haben müssen. Na und wir Außerafrikanischen haben ja Neandertalergene, einige sogar Denisovanergene, also Erbgut, das schon vor ca. 500.000 Jahren eine separate Entwicklung von der zu unserer Spezies führenden Linie durchgemacht hat.

    Daß ein Sapiens solches Erbgut besitzt, heißt noch lange nicht, daß die, denen er dieses Erbgut verdankt - Neandertaler, Denisovaner, jene westafrikanische Population - ebenfalls Homo sapiens gewesen sein müssen. Im Falle, daß praktisch das ganze Genom jenes Jungen eine solch frühe Separation aufweist, sähe das anders aus. Dann sollte der HS entweder mindestens 260.000 Jahre alt sein - oder im südlichen Afrika hat bis vor wenigen tausend Jahren eine Schwesterspezies des HS überlebt. Wäre ja nicht die einzige, nur die, die am längsten überlebt hat.

    Spannend finde ich, daß im Abstract zumErbgut jenes südafrikanischen Jungen zu lesen ist, daß auch das südliche Afrika, "nicht nur Ostafrika", ein wichtiger Motor der Sapiens-Evolution gewesen sein könne. Auch hier also ein "Aufmucken" gegen ein "Out of East Africa" bzw. gegen ein "East Africa First", um mich mal bei Clovis zu bedienen. Doch frage ich mich, behauptet denn überhaupt jemand ernsthaft, Ostafrika sei hauptsächlich oder gar ausschließlich die "Wiege der Menschheit", gattung wie Art? Oder leben hier nur Ressentiments aus alten Tagen weiter, als der Leakey-Clan quasi über Ostafrika, Homininenfunde und Menschenstammbaum "herrschte"?

    Daß der asiatische Homo erectus nicht über Lemurien mit dam afrikanischen Erectus in Verbindung stand, daß der europäische Neandertaler, Heidelbergmensch oder der Homo antecessor nicht auf den Bäumen gewachsen sind, sondern sämtlich von afrikanischen VOrfahren abstammen, die ihren Weg über Nordafrika genommenhaben, das wissen wir schon lange. Mit dem Homo georgicus haben wir eine Gruppe gefunden, die quasi zwischen Australopithecus-Anatomie sowie der von Homo habilis / rudolfensis und der frühen Ergaster/Erectus-Anatomie vermitteln. Der Georgicus muß nicht nur durch Nordafrika gekommen sein, womöglich entstand hier überhaupt erst der Erectus-Typus. Und obwohl der späte afrikanische Erectus bzw. der frühe Heidelbergensis schon recht bald nach Europa eingewandert war - durchs nördliche Afrika - blieb es nicht dabei. Der europäische wie afrikanische Heidelbergensis müssen noch über Jahrhunderttausende hinweg ihr Erbgut miteinander ausgetauscht haben, da das Neandertaler-Erbgut und unseres sich erst vor 500.000 Jahren separierten. Ohne Nordafrika läuft da aber kein Genfluß.

    Auch aus Algerien und Marokko kennen wir Fossilien, gefunden in den Fünfzigern, Sechzigern und Nuller Jahren. Alter 500.000 bis 700.000 Jahre. Selbst Sahelanthropus vor mehr als 6 Millionen Jahren und Australopithecus bahrelghazali vor mehr als 3 Millionen haben es wenigstens bis in den Tschad, in die heutigeSahelzone geschafft. Von Ostafrika bis Algerien-Marokko ist das immerhin schon der halbe Weg. (Und fallsSahelanthropus tchadensis kein Hominine war, auch von Zentralafrika, der Heimat heutiger Menschenaffen, wäre das der halbe Weg bis ans Mittelmeer.) Und schließlich las ich vor nicht langer Zeit etwas über einen südosteuropäischen spätmiozänen Menschenaffen, der womöglich in die Nähe des Anfangs der Homininenentwicklung gehört.

    Außerhalb Ostafrikas passiert durchaus vieles in Sachen Menschenevolution. Wird das tatsächlich von irgendwelchen Paläanthropologen bezweifelt? Oder hält sich da nur eine schlechte Erinnerung an Jahrzehnte zurückliegende Positionen?

    Neu wäre sowas nicht. In den Achtziger, Neunziger und Nuller Jahren kam kaum eine Publikation zum Neandetaler ohne die Bemerkung aus, daß der Gute "eben noch" für einen tumben Toren gehalten wurde, "nun aber" sehe man, wie intelligent er doch sei, und die Geschichte der Menschheitsentwicklung müsse neu geschrieben werden.