Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Strom gibt es natürlich nur von Großkonzernen

    05.08.2017, Frank Erstling
    Immer wieder belustigend, wie neue Technologien mit alten Zöpfen frisiert werden. Elon Musk hat sich dem Thema schon längst angenommen. Sein Unternehmen entwickelt Photovoltaik-Dachpfannen, deren Stromerzeugung so effizient ist, dass neben dem Auto noch ein satter Anteil des Haushalts-Stroms erzeugt wird. Selbstverständlich tritt er damit zwei Lobby-Gruppen auf die Füße: Der Ölkozerne und der Autoindustrie, die gerne die Entwicklungskosten der Verbrennungsmotoren noch ein paar Jahrzehnte ausnutzen möchten.
    Umwelt und Ressourcen in Sachen Öl und Kohle lassen den Verbrennungsmotor aussterben. Da wird der autofahrende Mensch sich leider umstellen müssen. Die Reichweite eines aktuellen Elektroautos kommt nicht an die eines benzinangetriebenen Fahrzeugs heran - noch nicht. Diese Technologie steckt in der Entwicklung in den Anfängen, ganz im Gegenteil zum Benziner oder Diesel.
  • Flug eher als Kreuzfahrt

    05.08.2017, Dr. Carl Strutinski
    An die Verflößung über Tausende Kilometer kann ich schwerlich glauben, aber eine Verfrachtung etwa durch Westwinde halte ich nicht für ausgeschlossen, seit ich in meiner Kindheit miterlebt habe, wie es einmal mit kleinen Kröten regnete. Sowohl im Falle des Floßtransports als auch der Nutzung der "Fluglinie" müssten aber auch andere Kleintiere davon profitiert haben. Was lässt sich dazu sagen?
  • Naive Prämissen:

    05.08.2017, Benjamin Gann
    Wenn bisher keine Gefährdung nachgewiesen wurde, besteht keine. Menschen sind weniger empfindlich als Meerschweinchen. Mit niedrigen Grenzwerten geht man bei Stoffen, deren Schädlichkeit sich nicht schlüssig quantifizieren lässt, auf Nummer sicher.
    Lassen sich mit dieser Überzeugung gravierende Langzeitschäden wie diese verhindern: "Hohe Bleibelastung in der Kindeit mindert IQ und späteren sozioökonomischen Status" (https://m.aerzteblatt.de/news/73912.html)? Muss sich das Gleiche mit Feinstaub anstelle vonTetraethyblei wiederholen: "Mögliches Alzheimer-Risiko: Feinstaub aus der Luft ins Gehirn" (http://www.faz.net/aktuell/wissen/moegliches-alzheimer-risiko-feinstaub-aus-der-luft-ins-gehirn-14422179.html)?
  • Ist das eine bewusste Provokation, oder glauben Sie was Sie hier vertreten?

    05.08.2017, Paul
    "Aber was würde die kostenintensive Reduzierung von CO2 noch für einen Sinn machen, wenn herauskäme, dass die Klimakatastrophe ohnehin unausweichlich wäre? " - ernsthaft? Und was wenn herauskäme, das man die Klimakatastrophe hätte verhindern können?
  • Die Wahrheit liegt dazwischen

    05.08.2017, Waldemar Cichon
    Tja, leider ist diese Studie genauso falsch wie die Berechnung von Herr Ebert. Die Wahrheit liegt dazwischen. Und wird, da die Autos vorwiegend zu Hause aufgeladen werden (die Regierung schafft es noch nicht mal die aktuelle Infrastruktur aufrecht zu erhalten, um z.B. auf öffentlichen Parkplätzen oder beim Arbeitgeber flächendeckend Ladeplätze anzubieten dazu brauch man Kabel, die mehrere 100 kW durchleiten können, am besten im Mittelspannungsberech) passiert dieses halt meist am Abend, wenn keine Sonne mehr scheint. Wenn da auch noch mal windstill sein sollte und die noch vorhandenen Atomkraftwerke abgeschaltet werden brauchen wir nochmals eine große Menge an umweltschädigenden Kohlekraftwerken oder machen uns über Gaskraftwerke von den Russen (und noch viel mehr von den Amis) abhängig. Und Smart Grid wird da auch nix - da die meisten Autos halt tagsüber-wo Überschüsse anfallen doch nicht an der Dose hängen. Und beim Smart Grid vergisst man ja auch noch, dass man nach einer windstillen Nacht dennoch mit einer vollen Batterie starten möchte und nicht einer leeren (was ja der Gedanke des Smartgrids nahelegt). Das Elektroauto so wie es jetzt ist, kann nur eine Übergangslösung sein. Mal schauen, was die Zukunft so bringt.
  • Das soll Satire sein, oder?

    04.08.2017, Marinos Yannikos
    Zuerst mal die einfachen Fehler im Artikel:

    - der Tesla-Akku wiegt ca. 600Kg (nicht 900). Ob er 30 Liter Benzin ersetzt oder eher 50+, sei dahingestellt - man bedenke den Verbrauch von Benzinern mit ähnlichen Leistungsdaten.

    - Neodym und andere Seltene Erden gibt es in den Tesla-Akkus nicht. Auch die Motoren enthalten keine.

    Zu den Phantastereien:

    - um 35GW gleichzeitig zu verbrauchen, müssten erst mal 100.000 Schnelladestationen mit 350W installiert werden. Das wird noch dauern, bzw. eher nie passieren. Darüber hinaus lädt man an solchen Schnelladern nicht konstant mit 350W, es gibt eine optimierte Ladekurve, die den Akku schont.

    - der typische E-Fahrer lädt seinen Tagesverbrauch zu Hause über Nacht mit 3-11kW, das belastet das Netz kaum und schont den Akku. Schnelladen braucht man nur bei Langstreckenfahrten.

    Zur Frage in der Artikelüberschrift: wenn alle Deutschen Tesla fahren würden, bräuchten sie pro Jahr ca.:

    15.000 Km x 200Wh x 60 Mio.= 180 TWh zusätzlich. Der Gesamtverbrauch liegt aktuell bei ca. 520 TWh jährlich, er würde also um ca. 1/3 steigen.

    Das Fazit des Artikels kann ich also kaum unterschreiben. Man verlagert die Probleme nicht, sondern ersetzt alle PKW-Abgase, den Lärm, den Transport von fossilen Treibstoffen mit Schiffen, Pipelines und Tanklastern, den Betrieb von Tankstellen, die Wartung und Kontrolle etlicher PKW-Teile großteils durch einen Ausbau des Stromnetzes um 1/3 - und dieser ist ohnehin absehbar durch den großen Erfolg der Erneuerbaren und die stark sinkenden Preise für PV-Anlagen für Privathaushalte.
  • Veganismus kann gesund sein ...

    04.08.2017, Uwe Richard
    aber bitte nicht ohne ärztliche Kontrolle, ist die (wenn auch etwas verbrämte) Quintessenz dieses Artikels, als auch die Ansicht meines Vorredners, Ralf.
    Ich persönlich esse, was mir schmeckt, und bin trotzdem gesund ;-)

    Das Thema betrifft unglaubliche zwei bis zehn Personen von 1000 (in Worten: eintausend), mehr nicht. In Relation zu dieser Zahl, wird meiner Meinung nach etwas zu viel Wind um das Thema gemacht.

    "Much ado about nothing" ist nicht zu Unrecht eine Kommödie.
  • Einiges stimmt nicht

    04.08.2017, Uwe Harrweg
    In dem Artikel ist einiges schlicht falsch.
    Zum Beispiel liefern moderne Windräder jeweils ca. 4 MW.
    Das wäre dann im Beispiel des Artikels ca. 9000 zusätzliche Windräder.
    Außerdem ist es nicht egal, wo die Energie erzeugt wird, lokal oder zentral.
    Der Verbrennungsmotor mit seinem katastrophalen Wirkungsgrad (ca.20%) sorgt für weit mehr schädliche Abgase bei geringerer Leistung als der Elektromotor (80%). Daran ändert auch die Tatsache wenig, wenn der Strom aus Kohlekraftwerken kommt. Das Aufladen an E-Säulen wird wohl in Zukunft auch
    viel einfacher sein können, wenn die Infrastruktur mit der von heutigen Tankstellen vergleichbar ist.
    kommt.
  • So ein Unsinn!

    04.08.2017, Kai Petzke
    Zum Glück habe ich selten so einen Unsinn in "Spektrum" gelesen, aber der Beitrag hier wird von den E-Auto-Gegnern leider so oft zitiert, dass echt nötig wäre, dass die falschen Zusammenhänge mal korrigiert werden! Je länger "Spektrum" das hier stehen lässt, desto peinlicher!

    WENN die Ladestationen 350 kW Leistung benötigen, DANN ist selbst ein Tesla Model S mit seiner 75-kWh-Batterie bereits nach 15 Minuten vollgeladen, unter der Annahme eines Ladungswirkungsgrads von 86 Prozent, der sicherlich realistisch ist. Die im folgenden im Artikel getroffene Annahme, dass die E-Auto-Fahrer ihre Batterie "alle zwei Tage eine halbe Stunde laden", würde also bedeuten, dass Tesla-Fahrer ihr Auto täglich voll laden. Und folglich auch täglich leer fahren. Also 300 Kilometer, so weit kommt der Tesla bei "normaler" Fahrweise mit voller Batterie locker. Täglich 300 Kilometer entspricht jährlich 110.000 Kilometer. Zehnmal mehr als der Durchschnittsfahrer fährt!

    Dass dann Ebert auf einen absurden Gesamtstromverbrauch aller E-Autos extrapoliert, ist folgerichtig. DIe Wahrheit liegt also bei einem Zehntel der genannten Werte, also 14 Kohlekraftwerken statt 140. Im Ausgleich für die zusätzlichen Kohlekraftwerke können wir dann übrigens zahlreiche Raffinerien schließen. Insgesamt blasen die Raffinerien Deutschlands jährlich 25 Mt CO2 in die Luft - so viel, wie drei große Steinkohlekraftwerke mit je 1 GW Leistung bei Dauerbetrieb zusammen.
  • Batterie "tanken" Redox-Flow-Batterien

    04.08.2017, Holger
    Man kann auch einfach eine volle Batterie "tanken" (Redox-Flow-Batterien).
    Damit hätte man das Problem des langen Aufladens gelöst.
    https://www.heise.de/autos/artikel/Die-Batterie-zum-Nachtanken-792513.html

    Zu der Umweltbilanz:
    Wenn man sagt, der Strom kommt nicht aus der Steckdose, ist das zwar richtig und natürlich stimmt es, dass wir viel Kohlestrom haben und damit das Elektroauto nicht CO2 neutral fährt, aber dann kommt das Benzin auch nicht aus dem Zapfhahn. Dass das Öl gefördert und aufbereitet werden muss wird oft in der Berechnung vergessen.
    Zu den langen "Tankzeiten" des Elektroautos:
    Hier gibt es die Überlegung, einfach das ?Elektrolyt? nachzutanken. Damit hätte man das Problem des langen Wartens gelöst.
    https://www.heise.de/autos/artikel/Die-Batterie-zum-Nachtanken-792513.html
  • So sehe ich dies ebenfalls

    04.08.2017, Perry25
    Bei uns sind es 35 Jahre. Allerdings habe ich - männlich - mich durch Yoga, Sport wirklich gesund gehalten.
  • Missbrauch immer möglich

    04.08.2017, Holger S.
    Es ist immer möglich Medizin zu misbrauchen. Das reicht von Schmerz - und Betäubungsmitteln bis Ritalin. Wenn wir die Möglichkeit haben, kranke Menschen vor der Geburt zu heilen, sollten wir dies nutzen.
  • Zusammenhang mit der indoeuropäischen Sprachfamilie

    04.08.2017, Andreas Meyer
    Mir scheint, ein wichtiger Bestandteil des Originalartikels ist in dieser Darstellung untergegangen: der "relativ geringe Einfluss seit der minoischen Zeit", der die Mykener von den Minoern unterscheidet, lässt sich auf eine Zuwanderung aus der pontischen Steppe zurückführen, von der vermutet wird, dass mit ihr die indoeuropäische Sprache - hier also die Frühform des heutigen Griechisch - ins Land kam. Die Auseinandersetzung darum, wie die indoeuropäischen Sprachen sich ausgebreitet haben, ist doch gerade besonders spannend und wird hoffentlich in der nächsten Zeit durch Entschlüsselung von immer mehr aDNA noch besser beleuchtet werden.
  • Die Politik will gar nicht dass...

    04.08.2017, Glaser
    Fakt ist, dass das ganze Theater nur veranstaltet wird, dass Benziner/Diesler verboten werden, dann kommt die Erkenntnis, dass das mit Elektro gar nicht in dem Masse geht und schon hat der Staat (die Ideologen der grün denkenden in allen Parteien) die Basis, um das Autofahren komplett zu verbieten.

    Städtefahrverbote werden nichts bringen, genauso wie die Umweltvignette nichts brachte (nachgewiesenermassen) aber die Ideologen boxen das durch in der Hoffnung, dass es dann keine Mobilität mehr braucht.
    Die Gesellschaft wurde 40 Jahre lang eingelullt, dass alle fast glauben, dass Mobilität etwas schlechtes ist und schon fast schlechte Gewissen haben.
    Aber die Rechnung geht nicht auf.
  • Das Wesentliche sehen

    04.08.2017, Ernst Sauerwein, München
    Man sollte die Frage, ob Viren leben, nicht überbewerten. Ich persönlich würde ebenfalls bei der bisherigen Sprachregelung bleiben. Wir müssen uns aber im Klaren sein, dass das Leben nicht auf einen Schlag begonnen hat, sondern in einem Prozess. Und an diesem Prozess waren Viren maßgeblich beteiligt. Vielleicht nimmt, wenn man an die Anfänge zurückgeht, der Unterschied zwischen Viren und zellulären Organismen immer weiter ab. Das würde sich decken mit der Auffassung, dass in den Anfängen der laterale/horizontale Gentransfer eine mindestens ebenso große Rolle spielte wie der vertikale (Vererbung). Und der laterale Gentransfer kann durch Viren vermittelt werden.

    Wesentlich wichtiger scheinen die beiden Hypothese von "Out-of-Virus" zu sein:

    (1) Eukaryonten stammen von Archaeen ab (moderne Version der Eocyten-Theorie):
    Bei der Entstehung der Eukaryonten waren neben Alphaproteobakterien (->Mitochondrien) Riesenviren beteiligt (->Zellkern)
    Ob man jetzt wie Tom Cavalier-Smith ein Taxon Neomura (Archeaeen+Eukaryonten) einführen will oder die Eukaryonten gleich bei den Archaeen eingliedert (nahe "Asgard"-Gruppe), so wie man heute taxonomisch die Vögel bei den Dinos (Theropoden) eingliedert, wird sich zeigen.

    (2) Bakterien einerseits und Archaeen+Eukaryonten andererseits haben unabhängig voneinander die Fähigkeit zur Speicherung der Erbinformation in DNA erworben, und zwar jeweils von Viren. Das passt zur Vorstellung, dass Ribosomen der primordialen zellulären Organismen ursprünglich (in der RNA-Welt) selbstreplizierende Systeme waren (also die Erbinformation!), erst später zur Leistungsverbesserung Proteinsynthese betrieben (zu dieser Zeit Evolution/Optimierung des genetischen Codes). Mit den Viren kam dann die Speicherung der Erbinformation in DNA ('vererbt' auf die zellulären Organismen - zweimal!) und den Ribosomen blieb ihre heutige Aufgabe.

    Das sind zwei 'steile' Hypothesen, freilich.
    Aber wenn sich das alles bewahrheiten sollte, würde vieles was jetzt noch im Dunkeln liegt, beleuchtet und die Entstehungsgeschichte des Lebens endlich in weiten Teilen klar.