Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Schön! Und vielleicht ein angenehmer Nebeneffekt der Wirtschaftskrise.

    12.10.2017, Konrad Lehmann
    "Ist aber in unserer kurzlebigen Zeit langweilig, weil die Erfoge Zeit brauchen", schrieb Herr Rott.
    Das bringt mich auf den Gedanken, dass der zunehmende Erfolg von Aufforstungsbemühungen (über den ich als Wald-Mensch mich sehr freue) vielleicht auch eine Folge des seit Jahren niedrigen Wirtschaftswachstums und Zinsniveaus ist.
    Jede Investition wird stets dort getätigt, wo sie die höchste Rendite verspricht. Daher schneiden Investitionen in die Umwelt meistens schlecht ab, weil etwa das Wachstum eines Waldes recht langsam ist und hundert Jahre braucht, ehe man ernten kann. Bei gut laufender Wirtschaft kann man auf andere Weise mehr Profit erwirtschaften - nicht zuletzt, indem man vorhandenen Wald rodet.
    Wenn aber Zinsen und damit Renditemöglichkeiten sich unterhalb der Wachstumsrate des Waldes bewegen - dann lohnt es sich, Bäume zu pflanzen. Es könnte sein, dass wir das gerade erleben.
    Und wenn es endlich gelänge, ein Geld- und Wirtschaftssystem zu etablieren, dass von Wachstumszwang frei ist und auch bei Nullwachstum alle Bedürfnisse erfüllt, dann könnte die kurzsichtige Ausbeutung der Umwelt ganz enden.
  • Ergebnis für Deutschland

    12.10.2017, Christian
    Ich habe mir mal die zur Studie gehörende Excel Datei runtergeladen, um sich die Daten pro Land anzuschauen. Das "Maximum Residue Level (MRL) authorised in the EU" ist unter allen über 200 Werten - neben einmal für Polen - nur für Deutschland (von zwei Proben) über 100% (genauer 104,59%)! Schade... Die Probe kam aus Bayern, soweit ich es sehen kann.
    Stellungnahme:

    Hallo Christian,

    das ist korrekt, die auffälligen Proben stammen aus Deutschland und Polen. Allerdings lassen sich aus der Studie keine Aussagen über die Belastung deutscher Honige ziehen, das war nicht das Ziel der Autoren, dafür hätten sie deutlich mehr Proben pro Region ziehen müssen. Dieses Ergebnis kann also auch zufallsbedingt sein. Vor allem aber haben die Forscher ihre Proben ab dem Jahr 2012 gesammelt, diese beiden Honige könnten also noch aus einer Zeit stammen, als die Benutzung von Neonikotinoiden in der EU noch weniger stark eingeschränkt war. In der Studie fehlen, soweit ich das erkennen kann, Angaben darüber, welche Probe aus welchem Jahr stammt.

    Beste Grüße (und sorry für die späte Antwort)

    jd/Redaktion


  • Tendenziöser Artikel

    12.10.2017, Matthias
    Guten Tag,
    wenn hier noch einmal solch ein tendenziöser Artikel erscheint, der nur die Absicht hat, die AfD in den Dreck zu ziehen, bin ich als Leser von spektrum.de weg.

    Weder in den USA haben „Internet-Bots“ die Wahl entschieden, noch in DE war das der Fall. Niemand wählt eine Partei, weil irgendwo "Internet-Bots aktiv sind", solch ein hirnrissiger Zusammenhang ist doch an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu überbieten.

    Viele Menschen wollen keine Masseneinwanderung von muslimischen Sozialfällen aus aller Welt und die wählen dann AfD, weil das die einzige Partei ist, die das verhindern und auch wieder rückgängig machen will, so einfach ist das.

    Wer da etwas von „Internet-Bots“ faselt, weiß nicht wovon er redet oder derjenige betreibt gezielte Propaganda, mit dem Ziel seine Leser für dumm zu verkaufen.
  • Sehr merkwürdig

    11.10.2017, Christian Woldig
    In der neuen Star Trek Serie "Discovery" gibt es einen Spore-Drive, der über quantenmechanische Verschränkung funktioniert. Und jetzt findet man Materie überall... Wenn das mal kein Zufall ist?
  • Schon im Alten Testament

    11.10.2017, J.Rott
    ...steht geschrieben in Moses 1, 33
    Abraham aber pflanzte Bäume zu Beer-Seba und predigte daselbst von dem Namen des HERRN, des ewigen Gottes.
    Aufforstung ist das A und O, wie die Menschheit die Erde beeinflussen kann. Ist aber in unserer kurzlebigen Zeit langweilig, weil die Erfoge Zeit brauchen.
  • Der intelligente bösartige Designer

    11.10.2017, Ernst Sauerwein
    @E. Bergdorfer: Genau. ich denke mir immer, in der Denkeise der Anhänger des 'Itelligent Design' (ID) müssen die ewigen Kabelknoten und -knäuel doch ein schlagender Beweis für die Existen eines 'Intelligenten bösartigen Designers' (gemeinhin auch 'Teufel' genannt) sein!? Wieviel Anstrengung und Nachdenken ist nötig, diese immer wieder zu entwirren! -
    Aber das zeigt nur, dass solche 'Theorien' wie ID keine wirklichen Theorien (mit ableitbaren Voraussagen bitteschön!) sind, sondern nur schlicht das Nicht-Vorhandensein einer Theorie. Oder anders gesagt: die Verweigerung des (wissenschaftichen) Denkens oder Nachdenkens; eine Kapitulation davor.
    Ich weiß nicht ob die Knotentheorie bereits heute eine Erklärung hat für die Komplexität der Kabelknäuel. Wenn nicht, dann wette ich: Sie wird kommen!
  • Re: 1. Vage Risiken gegen konkreten Nutzen?

    11.10.2017, M. Winter
    Lieber Herr Gröber,

    selbstverständlich respektiere ich Ihre Meinung zu den im Artikel aufgeworfenen datenschutzrechtlichen Aspekten. Bitte erlauben Sie mir dennoch folgenden Kommentar zu Ihrem Beitrag: Ich wünsche Ihnen sehr, dass Ihnen Ihre (Entschuldigung, ist nicht böse gemeint) Naivität und Ihr Vertrauen in die _wirkliche_ Respektierung der Privatsphäre und des Datenschutzes durch Firmen und andere Nutzer der erzeugten Daten nicht irgendwann Leid tun wird. Die Häufigkeit der Nennung dieses "Ich habe nichts zu verbergen"-Arguments lässt sich leider gar nicht mehr zählen und ist m.M.n. unter anderem deswegen so erschreckend.

    Noch mal: Nichts liegt mir ferner, als Ihnen Ihre Einschätzungen nicht zuzugestehen. Aber die beinahe täglich publik werdenden, bewussten (!) Missachtungen des Datenschutzes durch Firmen und andere Institutionen haben mich bewogen, an dieser Stelle eine deutlich kritischere als Ihre und damit den Autor des Artikels unterstützende Sicht auf diese Aspekte zu äußern. In diesem Sinne vielen Dank an Spektrum und Herrn Lobe für die klaren Worte.
  • Polygone durch Kristallisation

    11.10.2017, Peter Lemmen, Oberschleißheim
    Als Chemiker, der langsame Kristallisationen aus unterkühlten Schmelzen beobachtet hat, habe ich immer wieder resultierende hexa- oder pentagonale Strukturen wie bei Basaltsäulen gesehen. Spannungsrisse traten bei konstanter Temperatur dabei nicht auf.
    Wenn man eine zögerliche Kristallisation beobachtet (in durchsichtigen organischen Schmelzen kann man das ja), sieht man: Von zufällig gebildeten Kristallkeimen in der unterkühlten Schmelze breitet sich ein Konglomerat von Kristallen in alle Richtungen aus. Wenn diese in der Ebene zunächst kreisförmigen Kristalldomänen aneinanderstoßen, ergeben sich natürlich polygonale Strukturen. Unterstützend ist dabei sicherlich, dass Verunreinigungen nicht in die Kristalle eingebaut werden und so von der sich bildenden Kristallmasse vor sich her geschoben werden (ein Prozess, der beim Reinigen von Substanzen durch Zonenschmelzen ja auch technisch genutzt wird). So entstehen schmale Zonen größerer Verunreinigung und Inhomogenität in der zuletzt erstarrenden Restschmelze an den Grenzen der Polygone. Diese sind dann sicherlich auch besonders anfällig für anschließende Spannungsrisse.
    Den von Ihnen dargestellten Übergang von rechtwinkligen Spannungsrissen zu diesen polygonalen Säulen würde man in der Sprache der Chemiker als Übergang von einer kinetisch zu einer thermodynamisch kontrollierten Erstarrung beschreiben: Nahe der Oberfläche kühlt die Lava schnell ab und ist bald eine weit unterkühlte Schmelze, in der sich viele Kristallkeime bilden. Das führt zu einem schnellen und ziemlich homogenen Erstarren mit den von Ihnen beschriebenen Spannungsrissen. In der Tiefe jedoch und bei guter Wärmeisolation haben wenige Kristallkeime in der Schicht mit der gerade richtigen Unterkühlung ausreichend Zeit, zu diesen polygonalen Domänen zusammenzuwachsen, die sich bei weiterer Abkühlung nach unten fortsetzen. Ihrem thermodynamischen Argument fügt dieser Gedankengang einen Mechanismus hinzu.
  • Aufforstung allein reicht nicht

    11.10.2017, Friedrich K.
    "Kleinbauern wie Aster Tantu aus den äthiopischen Humbo-Bergen profitieren direkt von der Renaturierung. Die Mutter von sechs Kindern sagt: "Durch die Bäume haben wir mehr zu essen, wir können die Kinder zur Schule schicken, und es ist sogar kühler geworden."
    Forstexperte Winterbottom meint: "Das Ergrünen Afrikas kann ein wichtiger Faktor bei der Lösung der europäischen Flüchtlingskrise sein."
    Wenn die Kinder und deren Kinder wieder sechs Kinder bekommen, ist alles für die Katz.
  • Das stimmt nur teilweise

    11.10.2017, Gottfried Heumesser
    Im Neolithikum wurden zunächst die besten Böden durch Brandrodung genutzt. Waren diese Rodungen nach etwa einer Generation ausgelaugt legte man eine weitere Rodung an und gab die alte auf. Wobei die relativ lichten Laub- und Mischwälder zur Viehhaltung genutzt wurden. Bergbau fand meist in agrarisch wenig interessanten Gegenden statt, und dort wurde der Wald zur Brennholzgewinnung genutzt. So ist etwa in Früh-Neuzeitlichen Darstellungen von Hallstatt so gut wie kein Baum zu erkennen, daher wurde auch die Sudhütte nach Ebensee verlegt. wo die Brennholzversorgung besser funktionierte. Für Bau- und Schiffsbauholz eigenen sich die geradewüchsigen Nadelbäume besser, auch diese wachsen eher in bergigen Gegenden und größerer Höhe. Erst durch den Übergang zu fossilen Brennstoffen konnten sich die Wälder wieder erholen. Und in jüngster Zeit werden Ackerbauflächen aus ökonomischen Gründen aufgegeben und wieder bewaldet.
  • Der Spin im Orbit des Atoms eine ähnliche Größe wie Plus und Minus im Magnetfeld ?

    11.10.2017, carsten
    Wenn sich Elektronen aus einem Atom herausbewegen können, müssen sie ja eigentlich etwas anderes wie das Atom selber sein , oder ?
    Eine Festgröße und wenn sich der Spin verändern kann , kann dieser nur eine Eigenschaft sein.
    Ich habe allerdings den Verdacht, das mit Spin tatsächlich einfach nur die mathematische Umrechnung einer magnetischen Ladung und die Beschreibung ob diese positiv bzw negativ ist gemeint ist.
    Woher kann dieser schnelle Wechsel des Sins kommen? .. das zeigt entweder, dass im Atomorbit die normalen magnetischen Regeln nicht gelten oder das nach der Stringtheorie Dimensionen und Magnetismus sich beeinflussen, oder aber dass sich hinter den magnetischen Phänomen tatsächlich Materie (hier das Elektron) in irgend einer andere Form vorhanden sein muß. Das würde ja konträr zu der Aussage stehen, dass sich ein Atom in reine Mathematik, Dimensionen und Elektrizität bzw. Informationen auflösen lassen könnte.
  • Da liegt der Hase im Pfeffer

    11.10.2017, Lutz Jansen
    "Während das Bit eines herkömmlichen Computers die Zustände Null oder Eins einnimmt, vermag das Qubit beide gleichzeitig zu speichern. Physiker sprechen von einer "Superposition" der Zustände Null und Eins, bei der die Natur auch alle denkbaren Mischungen der beiden Zustände berücksichtigt."
    Bei einem Quantencomputer kann eben auch als Ergebnis heraus kommen, das 1+1 1.999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999 ergibt.
    Das spielt im Alltagsgebrauch kaum eine Rolle und lässt sich durch relativ einfache Vorgabe von mathematischen Grundregeln in den Programmen kompensieren.
    Hoffentlich erinnern sich zukünftige Generationen von Programmierern noch an diese kleine aber wichtige Einschränkung.
  • Vage Risiken gegen konkreten Nutzen?

    10.10.2017, Marcus Gröber
    Wäre es nicht auch möglich, dass für viele Kunden einfach die praktischen Vorteile, die sie aus vernetzten Geräten und Anwendungen ziehen (etwa automatisches Sichern meiner Fotos bei Google, bequeme Aufzeichnung meines Körpergewichts durch die Waage, leichte Organisation des Familienlebens durch Standortbestimmung) gegenüber eher spekulativen Nachteilen überwiegen.

    Auch dieser Artikel führt ja eigentlich vor allem abstrakte Risiken ins Feld (andere verdienen Geld, es war mal Militärtechnik, Herrschaftsverhältnisse werden verschleiert, der Staubsauger vermisst meine Wohnung). Da kommt im Normalverbraucher-Modus bei mir schon mal der Gedanke auf: Na und? Wo ist das Problem?

    Eigentlich sind es bei konkreten Risiken dann immer die gleichen Beispiele: was, wenn der Arbeitgeber oder die Versicherung die Daten in die Hände bekommt? Denn Werbung bekomme ich ja so oder so.

    Ich glaube, dass viele Verbraucher auch hier einfach Vertrauen in unseren Rechtsstaat haben: wenn es mal soweit kommt, wird es schon verboten. Versicherungen dürfen ja nicht mal das offensichtlichste Merkmal, nämlich das Geschlecht, zur Preisgestaltung nutzen. Und der Arbeitgeber landet vor Gericht, wenn er jemand wegen Schwangerschaft diskrimiert.

    Wenn, dann sind die Bedenken viel konkreter: ersetzt mir jemand meinen Schaden, wenn meine Kreditkarte im Internet geklaut wird. Und was mache ich, wenn jemand meine privten Fotos postet?

    Also weg vom abstrakten Herrschaftsdiskurs und rein ins tägliche Leben.
  • Eigenständige Domäne des Lebendigen

    10.10.2017, Georg Woede, Rees
    Vergleichsweise neu waren zwei Hinweise. Erstens bringen die Viren auf dem Planeten etwa gleich viel Masse auf die Waage wie Bakterien und Archäen zusammen. Zweitens wurden Riesenviren entdeckt, die wesentlich größer sind als normale Bakterien. Diese Befunde kratzen am Dogma, welches Viren aus dem Reich des Lebendigen verbannt.

    Das wollte Herr Dietrich H. Nies so nicht hinnehmen und verfasste eine Gegendarstellung. Er berief sich auf eine 60 Jahre alte Definition, die die Viren für tote - wenn auch hoch interessante - Systeme erklärt, weil sie keine eigenständige Energietransformation durchführen. Dieses Ausschlusskriterium scheidet Viren von den Lehrbuchdomänen anderer Lebensformen. Es eignet sich aber nicht dazu, sie der toten Materie zuzuordnen.

    Ein herausragendes Merkmal von Arten ist ihre Mutation und Anpassung an geänderte Bedingungen. Viren mutieren ähnlich rasant wie Bakterien. Und das macht die Entwicklung nachhaltiger Medikamente so schwierig, wie zum Beispiel die Viruserkrankungen Grippe und Aids belegen. Die Viren sind der Evolution unterworfen und stellen logischerweise eine eigenständige Domäne des Lebendigen dar.
  • Das stimmt nicht

    10.10.2017, Mirko P.
    "Seit dem Aufkommen der Landwirtschaft vor 9000 Jahren hat die Welt durch Ackerbau, Viehzucht und Siedlungen fast die Hälfte ihrer Wälder verloren."

    Das ist so nicht richtig. Besonders in Europa ging der größte Teil der Wälder verloren, als Holz zum Heizen für die ersten Schmieden und Metallschmelzen und für den Schiffbau gebraucht wurde. Besonders letzteres forderte Jahr für Jahr Unmengen an Holz aller Sorten.