Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Sich selbst entkräftet

    02.02.2017, geschnetz
    Sich anhand der Faktenlage trotzdem zu weigern sein eigenes Weltbild der Realität anzupassen (Pluto ist nun mal kein Planet), und dabei einen Artikel über die menschliche narzisstische Sichtweise zu schreiben grenzt schon an Lächerlichkeit. Es ist sehr schwer sowas noch irgendwie ernst zu nehmen...
  • Nennen wir es Mystik

    01.02.2017, Andreas Halle
    Ich denke also bin ich. Diese Aussage ist der Beleg für unsere Existenz, wie auch immer sie geartet sei. Ob wir uns nun in einer Simulation befinden oder nicht – wir sind.

    Nach allem was wir wissen gab es das Universum schon bevor sich unser Geist geformt hat. Die Existenz des Universums war die Voraussetzung dafür, dass unser Geist geboren werden konnte. Man könnte zwar Argumentieren – sofern man von einer Simulation (Höhlengleichnis) ausgeht, – dass das Universum nur in unserem Geiste existiert. Das aber ist unwahrscheinlich, denn irgend eine Grundlage, einen Körper, ein Medium – letztlich einen Ort – braucht ja auch unser Geist um Existieren zu können.

    Was bleibt ist die Einsicht, dass das Universum Kreaturen hervorgebracht hat, die über das Universum nachdenken. Diese Kreaturen sind in Raum und Zeit beschränkt. Ihr Geist ist wie eine Welle, die eben noch schlägt – einen Augenblick später bereits wieder verschwunden ist. Was bleibt ist, dass es im Universum nur ein Gesetz gibt das dauerhaft bestand hat: Das Gesetz davon, dass alles stetiger Wandel ist und nichts bleibt, wie es ist.

    Man kann aber doch daraus folgern: Das Universum besitzt die Fähigkeit bzw. Eigenschaft Materie zu erzeugen, die über die Beschaffenheit des Universums selbst nachdenkt. Darin steckt ein unendliches Geheimnis, welches wir niemals vollständig lüften werden. Und doch, allein die Erkenntnis davon ist ein faszinierendes Mysterium.

    Die Mystik ist schon tausende von Jahren alt. Sie hat bis heute nicht an Aktualität eingebüßt.

    PS: Ein iPhone, wer böses darüber denkt.
  • Woher wissen Sie das?

    01.02.2017, PM
    "Daraufhin wurde es wohl in einer gemeinschaftlichen Aktion mehrerer junger Männchen getötet."

    In dem Video wurde gesagt, dass die Tötung nicht beobachtet werden konnte, da sie nachts passierte. Lediglich Schreie seien zu vernehmen gewesen. Kann man denn anhand der Schreie die Individuen klar auseinanderhalten und so ausschließen, dass sich auch ältere Männchen oder sogar Weibchen beteiligt haben?
  • Spaßig

    01.02.2017, George J. King
    In einem Artikel, der damit beginnt, dass einer rationalen Einsicht "Unglaube und Feindseligkeit" entgegenschlugen, wirkt die Aussage "ich weigere mich, Pluto herabzusetzen" wie die Weigerung der Kirchenleute, durch Galileos Teleskop zu blicken....
  • Da kann der Mensch doch helfen

    01.02.2017, Paulus
    Bei der ersten These kann der Mensch tatsächlich helfend eingreifen. In Zukunft kein ständiges Verfolgen und Beobachten durch häufig wechselnde Forscher. Wenn, dann muß sich ein Forscher der Gruppe anschließen und wie sie und mit ihr leben. Damit senkt er den Streß, der durch das permante Beobachtetsein bei den Schimpansen entsteht.
    Das mit der zweiten These erinnert mich an das böse Erwachen der Tierfreunde als der heißgeliebte Löwe erstmalig dabei gezeigt wurde, wie er den Nachwuchs seines Rivalen tötete. Das durfte eigentlich ja auch nicht sein.
  • Neo-Geozentrismus?

    01.02.2017, daibutsu
    Das ist kein Geozentrismus. Da ist nichts "Geo", es handelt sich eben nicht um ein Revival des ptolemäischen Weltbilds. Nicht die Erde wird (wieder) in den Mittelpunkt des Universums gestellt, sondern das Bewusstsein. Und damit sind wir ganz schnell bei dem radikalen Konzept des metaphysischen Solipsismus: In letzter Konsequenz findet die Erschaffung der Welt in meinem und nur in meinem Bewusstsein statt - übersetzt für alle Gläubigen: ICH bin Gott. Und das neutestamentliche "ICH BIN DER ICH BIN" kann man kindlich naiv als ein "hier stehe ich und kann nicht anders" verstehen - oder eben als " Ich bin mein Bewusstsein und vice versa und sonst nichts". Wobei wir nicht wissen, was derjenige, der dieses Wort in die Welt gesetzt hat, damit tatsächlich ausdrücken wollte.

    Die Verwendung des Begriffs "Neo-Geozentrismus" ist da wohl nur der palmströmhafte Versuch, den guten alten Dualismus in Form des externalisierten Gottes bzw. der externalisierten Realität zu retten - aus Angst, den vertrauten Boden der "Wissenschaftlichkeit" unter den Füßen zu verlieren. Genau das ist aber unwissenschaftlich und inkonsequent. Zumindest diese Form des Dualismus ist kein Naturgesetz, sondern eine Glaubensfrage, harmloser: Ansichtssache.
  • Gedanken

    01.02.2017, P. Liedke
    Durch die Automatisierung und Robor werden wohl viele Jobs wegfallen. Das wird Produktionsorte treffen, in denen heute besonders viele Menschen (zu besonders schlechten Konditionen) ihre Lebensenergie verlieren.
    Der zweite Schritt wird wohl die künstliche Intelligenz sein, die auch die Mittelstandsjobs obsolet machen wird.
    Es werden vermutlich wenige Arbeiten für hochqualifizierte Spezialisten bleiben. Elite-Unis leben das ja heute schon vor.
    Es wäre dann nicht mehr so ohne weiteres möglich, über sein Tun gesellschaftliche Wertschätzung zu "erarbeiten". Arbeit bekäme einen anderen Stellenwert im Wertesystem.
    Die Menschen würden sich evtl. häufiger fragen, wofür Sie eigentlich "gebraucht" werden. Das ist gut. Es lenkt den Focus weg von "ich schuffte (für andere), also bin ich" hin zu: "wie finde ich heraus, was mich am meisten begeistert und wo meine Talente wirklich liegen". Ein Grundeinkommen wird diesen Freiraum möglich machen. Allerdings einhergehend mit etwas Kontrollverlust über die Masse für die selbsternannten Führer.
    Was bleibt dann noch alles zu tun? Kunst und Kreativität, Weiterbildung, Fokus auf die Familie, Fokus auf die Rettung des Planeten, Fokus auf generationenübergreifende Entscheidungen, Fokus auf die Erbeitung von wirksamen Nachhaltigkeitskriteren für Entscheidungsträger, Fokus auf positive (Personal-)Selektion in Politik und Wirtschaft, Fokus auf Frieden zwischen unterschiedlichen Kulturen, Abschaffung politischer Grenzen und so weiter... Die Welt ist ja auch nach all diesen Entwicklungen noch lange nicht "fertig".

    Es wird wohl eine Prüfung für uns Menschen geben mit der Frage, wer "darf" leben und für wen gelten Menschenrechte bzw. das natürliche Grundrecht auf Leben.
    Die Eugenik wird sicher auch Spaß an dieser Frage haben.

    Letzlich hoffe ich auf ein gesundes Menschenbild als Ergebnis.
  • Verteilung

    01.02.2017, Konrad Lehmann
    Erstens: Guter Beitrag. Zum neuen Modethema "Automatisierung" wird ja auch viel Unsinn verzapft. Nicht wenige Medien bringen es fertig, auf derselben Seite einerseits zu warnen, dass durch die Automatisierung Arbeitsplätze verloren gehen, und andererseits den angeblichen Facharbeitermangel zu beklagen.
    Zweitens: Wie immer in volkswirtschaftlichen Fragen läuft es letztlich auf die Verteilungsfrage hinaus. Im Prinzip verspricht die Automatisierung das Paradies. "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot erwerben" ist in der Bibel bekanntlich noch ein Fluch, und bis heute gibt es sehr viele Tätigkeiten, die man allzu gerne Maschinen überlässt. Jäger- und Sammlervölker arbeiten im Durchschnitt vier bis fünf Stunden am Tag. Schon jetzt könnten wir in den Industrienationen schätzungsweise in weniger als zwei täglichen Stunden alles erzeugen, was wir zu einem guten Leben brauchen. Mit fortschreitender Automatisierung bliebe uns noch mehr Freizeit. Wenn - ja, wenn die Erträge gerecht verteilt würden.
    Das hieße, die grundlegende Frage nach der Konstruktion des Verteilungsmediums "Geld" zu stellen. Und damit, sehr fundamental, die Systemfrage.
  • Meine Einschätzung

    31.01.2017, Anonym
    Durch die Automatisierung werden - da sind sich glaub ich alle einig - Jobs wegfallen. Sehr viele. Und natürlich werden im Verhältnis auch weniger Menschen für die Wartung dieser Maschinen verantwortlich sein. Ein diskutiertes und bisher nicht brauchbar umgesetztes Verfahren ist zudem die Selbstverwaltung der Maschinen, wodurch selbst die "Maschinenwarter" mit Tendenz weniger benötigt werden. Ergo denke ich, dass das Szenario zutrifft, das am Ende eine kleine Elite die Produktionsmittel für sich behält. Zumindest für all jene Mittel, welche materiell sind. Über Erbschaften werden diese an die Nachfolger weitergegeben und somit werden wir vermutlich wirklich in einer Plutokratie leben. Interessanter wird es eventuell bei jener Arbeit sein, welche den Menschen wenig körperliche Anstrengung, aber dafür Kreativität abverlangt. Ich denke, dass diese Tätigkeiten weiterhin nicht durch Maschinen ausgeführt werden, nicht vollständig. Somit wird der Geldadel in Zukunft einen "Hof" von Künstlern haben - ähnlich wie im Mittelalter. Eventuell auch einige Programmierer, die Software nach Wunsch bauen (vermutlich aber auch mit Unterstützung von selbstschreibenden Algorithmen). Zudem glaube, ich dass es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben wird.

    Mein Szenario wäre ähnlich dem, wo die Plutokraten auf der einen Seite und die "Normalbürger" in einer Art Kommunismus auf der anderen Seite leben. Durch die Desillusionierung wird es im Westen aber vermutlich auch eine weitere Senkung der der Bevölkerungszahl kommen, was der Erde nur gut tun kann. Sehr spannend finde ich daher vor allem die Entwicklung, die nicht im Westen statt findet, wo die Geburtenraten ja immer noch steigen.
  • Ältere Menschen zu mehr Nahrungaufnahme animieren?!

    31.01.2017, Angela Franke
    Warum denn das?
    Alte Menschen, um die geht es wohl, bereiten sich auch körperlich auf das Sterben vor.
    Dazu gehört die geringere Nahrungsaufnahme und dann sogar das Einstellen derselben. Das ist ganz natürlich.
    Auf wie viele hundert Jahre will man eigentlich das menschliche Leben ausdehnen und wozu?
  • Kalte Fusion 2.0?

    30.01.2017, Ivan
    Gab es nicht schon mal so zwei "Spezialisten", die veröffentlicht haben, dass sie die kalte Fusion entdeckt haben. Am Ende konnte es keiner reproduzieren und die beiden haben damit ihre Karrieren begraben?
  • Realitätsnähe ist nicht der Punkt, wohl aber Entscheidbarkeit

    30.01.2017, Malte Pagel

    Natürlich wäre es im wirklichen Leben eine unverzeihliche Panne, den auffälligsten und am leichtesten klassifizierbaren Unterschied bei Menschen (nämlich das Geschlecht) nicht in eine vernünftige Relation zum einzigen wahlfreien Parameter des Experiments (Medikament oder Placebo) zu setzen – umso unverständlicher, da es ungefähr gleich viele Frauen wie Männer gibt. Aber wenn man so argumentierte, müsste man sich auch fragen, wieso ein behandelnder Arzt ein Medikament mit selbst bei wohlwollender Betrachtung der Statistik derart miserabler Heilungsaussicht überhaupt in die Finger bekommt.


    Das Beispiel ist sicherlich absichtlich derart plakativ konstruiert; zur Verdeutlichung eines Sachverhaltes ist Übertreibung durchaus angemessen. Die Fälle aus der Realität zeigen, dass sich unglückliche Verteilungen der zu untersuchenden Mengen trotz größter Sorgfalt nicht vermeiden lassen.


    Aber auch wenn man großzügig die Planer von Studien, die das Paradoxon zeigen, von aller Schuld freispricht: Bei einer Statistik, die ein Simpson-Paradoxon aufweist, ist etwas faul. Im besten Fall kann man aus den widersprüchlichen Resultaten etwas lernen (siehe 'Der Sieg des Guten'); in schlimmeren Fällen ist mindestens eine der Sichtweisen (im Sinne der ursprünglichen Fragestellung) falsch. Das Paradoxon ist nicht 'erledigt' im Sinne von 'jetzt, da wir darüber wissen, werden wir Wege finden, es zu verhindern', aber es handelt sich bei den auftretenden Fällen (auch denen aus der Realität!) keineswegs um Sachverhalte mit komplementären, trotz der Widersprüchlichkeit gleichermaßen als korrekt anzusehenden Sichtweisen.


    Die vom Autor zumindest angedeutete Feststellung, es gebe kein Entscheidungskriterium, ist nicht richtig. Es mag weniger leicht sein als im vorliegenden Fall, den Schlüssel zu finden; es mag schwierig sein zu formulieren, was man eigentlich von der Studie zu wissen wünscht; aber letztendlich ist jedes Problem, das auf einer endlichen Menge von Elementen mit bestimmbaren Eigenschaften beruht, entscheidbar - notfalls durch Abzählen der Einzelelemente.

  • Weiterführender Vortrag

    30.01.2017, Heiner
    Es gibt zu den Rindern des Helios einen weiterführenden und wie ich finde unterhaltsamen Vortrag des math.space Wien: https://www.youtube.com/watch?v=8JZY5FSaHk0

    Viel Vergnügen!
  • Verborgener 'Bias'

    29.01.2017, Reiner Zorn
    In der Tat scheint hier kein Paradox vorzuliegen, sondern nur ein subtiler Fall von statistischer Verzerrung ("statistical bias"). Im Beispiel des Artikels ist zwar die Hälfte aller Personen männlich, und die Hälfte hat das Medikament bekommen, aber unter den Männern haben 75 % das Medikament bekommen, unter den Frauen nur 25 %. Fordert man, dass in allen Untergruppen (männlich/weiblich, Augenfarbe) das Medikament mit gleicher Wahrscheinlichkeit gegeben wird, zeigt eine einfache Rechnung, dass das "Paradox" nicht auftreten kann. Man könnte jetzt argumentieren, dass bei der Konzeption einer Studie nicht alle relevanten Unterkriterien bekannt sind, also die gleichwahrscheinliche Zuordnung des Medikaments nicht gewährleistet werden kann. Dies sollte sich aber bei einer zufälligen Zuordnung Medikament/Placebo im Grenzfall großer Probandenzahlen automatisch ergeben. Schon die Zuordnung im Beispiel hier (60/20 bei Männern und 20/60 bei Frauen) oder eine noch extremere kann zufällig nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 4 x 10–11 auftreten (kumulierte Verteilungsfunktion der Binomialverteilung für zwei Größen). D. h. das gegebene Beispiel kann eigentlich nur durch "böse Absicht" zustande kommen.
    Antwort der Redaktion:

    Hinter dem (konstruierten) Beispiel mit dem Medikament und dem Placebo steckt zweifellos Absicht. Damit ist das Paradox jedoch nicht erledigt. Die Beispiele im Kasten zeigen, dass eine ungleichmäßige Verteilung der Fallzahlen auf die Untergruppen vorkommt und nicht durch einen geeigneten Experimentaufbau zu vermeiden ist (schon weil es sich nicht um kontrollierte Experimente handelt).


    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Danke für den Buchhinweis! Endlich geht auch die Religionskritik voran!

    29.01.2017, Dr. Michael Blume
    Als zum Thema Forschender und Bloggender (bei den scilogs) hat mich dieser Buchhinweis sofort interessiert und inzwischen habe ich mir das Buch auch gekauft und lese mit Genuss darin. Die ebenso prägnante wie gute Rezension habe ich auch ebenfalls bereits weiterempfohlen.

    Inhaltlich kann ich es nur begrüßen, dass nun endlich auch Religionskritiker beginnen, die Befunde zur Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen ernst zu nehmen und von mehr oder weniger gewitzten Polemiken zur Auseinandersetzung mit der Empirie überzugehen. Davon können die Wissenschaften, dann aber auch die Weltanschauungen und Religionen selbst und schließlich die Gesellschaften insgesamt profitieren, um Lebensförderliches zu stärken und Gefährliches zu entschärfen.

    Danke an F.M. Wuketits und A. Grabner-Haider für dieses wichtige Buch und an spektrum sowie Frank Schubert für die "wegweisende" Rezension in Spektrum der Wissenschaft! :-)