Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Küken

    03.03.2016, Malte
    Es fallen doch immer einige Jungvögel aus dem Nest - das so zu formulieren, als ob die Elterntiere das extra tun um damit Alligatoren anzufüttern ist wohl frei hereininterpretiert?
    Die Vögel nisten über den Alligatoren, die davon profitieren dass gelegentlich was für sie abfällt, so verstehe ich das Paper.
    Antwort der Redaktion:
    Laut Veröffentlichung ist der Verlust an Küken schon zumindest zum Teil aktiv gesteuert: "Further, many colonially nesting birds lay more eggs than they can raise, and adjust brood size to fit available food resources through several processes of brood reduction (reviewed in [36]). This often amounts to 1–2 chicks being ejected alive or dead from each nest"

    Die Überlegungen zur Koevolution später im Text gehen dann ja auch in die Richtung, dass der Nutzen für die Alligatoren keineswegs Zufall ist.
  • Langbeiniger Watvogel

    03.03.2016, Bernd
    Kormorane und Pelikane erscheinen mir nicht sehr langbeinig, im Vergleich zu einem Reiher oder Ibis. Als Watvögel würde ich sie auch nicht ansehen, das meint doch eher Limikolen. Soll das im Text so sein, oder wäre ein Korrektur sinnvoll?
    Antwort der Redaktion:
    Ich meine, die Formulierung steht so im Paper - aber ich mache da mal Wasservögel draus.
  • Ritus

    02.03.2016, Nikola Mühlfeld
    Immer noch wird unseren Vorgängern oder Seitenästlern abgestritten Riten zu haben die in Religion gehen. Wobei ja nun niemand weiß wie einfach oder wie kopliziert diese sind. Wenn ich mir Aborignes anschaue, deren Rligion ja nun extrem kompliziert ist....diese Riten sind ja nun alle nicht von heute auf moren gewachsen. Jesus war weg,der Papst in Rom war da, so geht das ja nun nicht.
    Daher wage ich mich weit vor und sage,das was da die Westafrikaschimpansen machen ist ein vielleicht schon religiöser Ritus.Es kann sein,dass er dem Aggressionsabbau dient, um besser in der Gruppe klar zu kommen, oder die Natur wird symbolhaft erschlagen, dafür steht dann der Baum, weil diese nicht berechenbar ist (für uns ja auch nicht).
    Wir haben es doch schon gesehen, wie langsam sich Schimpansen von den Toten verabschieden,vor allem von den kleinen Kindern.
    Und wir wissen,dass Schimpansen planen.
  • Public-Key-Kryptographie?

    02.03.2016, Marc Sign
    Der Artikel liest sich, als seien Diffie und Hellmann Erfinder der "Public-Key"- bzw. asymmetrischen Verschlüsselung.

    Das ist meiner Meinung nach so nicht richtig; wofür Diffie und Hellmann berühmt geworden sind, ist vielmehr für ein Verfahren, mit dem sich zwei Kommunikationspartner bei klassischer symmetrischer Verschlüsselung auf einen geheimen gemeinsamen Schlüssel einigen können, während sie über eine unsichere Leitung kommunizieren.
    Mit asymmetrischer bzw. Public Key-Kryptographie hat das meiner Meinung nach erst einmal nichts zu tun.

    Interessantes Detail übrigens dazu: Der NSA überlegte damals, Diffie und Hellmann für die Erfindung dieses Verfahrens ermorden oder zumindest verhaften zu lassen, weil sie in der Veröffentlichung des von Diffie-Hellmann-Schlüsseltauschverfahrens eine "Gefahr für die nationale Sicherheit" sahen.
  • Alkohol im Bier krebserregend

    02.03.2016, Karl Mistelberger
    Philipp Hummel schreibt: "Wurst ist aber auch unabhängig von Glyphosat krebserregend. Genau wie übrigens Bier." und verweist auch einen Artikel in Spiegel-Online.

    Pointierter schreibt jedoch Gunnar Ries: http://www.scilogs.de/mente-et-malleo/prost-bier-und-glyphosat/

    - [Glyphosat] Wahrscheinlich krebserregender Stoff im ppm-Bereich im Bier: Kreisch!

    - [Alkohol] Sicher krebserregender Stoff im Bier im Prozentbereich: Noch `ne Runde!
  • Nutzen ist noch größer

    01.03.2016, Matthias Lüpke
    Tatsächlich sind die Supernovae auch dafür verantwortlich, dass sich überall in unserem Universum Elemente finden, die schwerer sind als Helium. Während des Urknalls entstanden nur Wasserstoff und Heliumatome, sowie einige wenige Beryllium- und Litihiumatome. Alle anderen Elemente bis zum Eisen werden durch die Fusionsprozesse in Sternen erzeugt und erst durch die Supernovae im Universum verteilt.
  • Supernova Nobelpreis 2011 und Geschwindigkeit zu Lichtintensität

    01.03.2016, Klaus Moll
    Ich würde gerne wissen, ob der Nobelpreis 2011 nicht für einen anderen Aspekt der Supernova Beobachtung erteilt wurde, nämlich für die Bestätigung der neuen Energie, die das Universum von seinem Schicksal als Big Crunch abhält. Die Expansion des Universums als solche ist ja schon lange bekannt aber wurde nicht als ausreichend empfunden um verlässlich die Schwerkraft zu überwinden die allerdings erst in Milliarden von Jahren zu einem Zusammenziehen desselben geführt hätte. Zweitens wird die Bewegung eines Sterns wohl kaum durch das Hellerwerden seines Lichtes am Standpunkt des Beobachters zu messen sein, dafür sind dann doch die Entfernungen und die Entfernungsänderungen zu gross um eine Rolle zu spielen. Man misst dagegen sehr genau die Wellenlängen des Lichtes im Vergleich zu den Spektrallinie. Für die Grundlage der Nobelpreiserteilung waren wohl die genaue Vermessung einer Anzahl von Novaentwicklungsprofilen einer chilenischen Astronomengruppe eine hilfreiche Vorarbeit.
  • Relativistische Effekte im Erdorbit

    29.02.2016, Marco
    Es gibt einen weiteren relativistischen Einfluss auf die Ganggeschwindgkeit von Uhren in Satelliten oder Raumschiffen in der Erdumlaufbahn: Die Gravitiation, also der Abstand des Objekts zur Erde. Dieser Effekt, dass die "Zeit" in der Nähe einer Masse langsamer vergeht als in der Entfernung, hat in GPS-Satelliten eine größere Auswirkung als der Effekt der relativen Geschwindigkeit. Die Uhren in diesen GPS-Satelliten laufen tatsächlich zu schnell und nicht zu langsam. [Nachzulesen auch hier: http://www.weltderphysik.de/gebiet/planeten/erde/gps/ ]
  • Bitte Klartext

    29.02.2016, Gabriele Uhlmann, Braunschweig
    Ich beziehe mich insbesondere auf folgenden Absatz von S. 60: „Fast alle untersuchten Personen wuchsen in Basta und der nächsten Umgebung auf. Hans Georg K. Gebel ist davon überzeugt, dass großfamiliäre Strukturen die Kommunen in der Anfangsphase sozial und wirtschaftlich stabilisieren konnten, was sich auch im Schädelkult, in der Verehrung gemeinsamer Ahnen ausdrückte. „Wenn viele Mitglieder der Gemeinschaft miteinander verwandt sind, reduziert das Konfliktpotenziale. Außerdem steht man füreinander eher ein, als um Ressourcen zu konkurrieren“, meint Gebel. Allerdings folgten nicht alle Megasites diesem Muster. In Kfar HaHoresh (...), das vermutlich der Bestattungsplatz eines solchen Großdorfs war, heirateten etliche Frauen wohl Männer von außerhalb der Siedlung. Isolierte Schädelbestattungen fanden sich jedoch auch dort. Es gab folglich Konventionen, die jeder kannte und die das sesshafte Leben in Ballungsräumen regelten.“

    Die These von den Frieden stiftenden Ahnen mag reizvoll sein. Doch schauen wir uns rezente Kulturen an, in den Ahnen verehrt werden, fällt auf, dass Ahnenverehrung kein Garant für Frieden ist. Manche dieser Kulturen sind sogar ausgesprochen kriegerisch. Das friedliche Zusammenleben wurde offensichtlich von einem anderen Faktor bestimmt und von einem katastrophalen Ereignis beendet. Die Wissenschaftler sollten sich lieber fragen, was davor anders war und was dann passiert ist. Es fällt doch nun wirklich ins Auge, dass die friedlichen Kulturen der Jungsteinzeit ein grundsätzlich anderes Sozialgefüge besaßen, als wir es heute gewöhnt sind. DAS ist die gesuchte „Konvention“. Das Ereignis, das sie änderte, war die Patriarchalisierung. In Kfar HaHoresh haben wir es noch mit einer matrilinearen Kultur zu tun. Wo kein Vater ist, ist keine Patrilinearität und folglich auch kein Patriarchat. Die Frauen hatten Liebhaber in anderen Siedlungen, die sie eben nicht heirateten, wie Frau Benz behauptet, denn dann wären ja die Väter der Kinder in den Gräbern gefunden worden. Es handelt sich demnach auch nicht um Familien, sondern um Sippen, ein soziologischer Begriff, der von der Archäologie konsequent ignoriert wird. Die Bewohner der Siedlung Basta scheinen isoliert gelebt zu haben, dennoch können wir auch hier nicht von Familien sprechen. In matrilinearen Sippen halten sich nur über die Mütter blutsverwandte Personen auf, womit das Konfliktpotenzial nicht nur unter Männern, sondern auch unter den Frauen minimiert ist. Besonders in isolierten Sippen kommt es vor, dass Cousins und Cousinen miteinander Kinder bekommen, weil die chemotaktische Inzestschranke ab diesem Verwandtschaftsgrad nicht mehr wirken muss. Der Menschheit hat das offensichtlich nicht geschadet. Auch in Çatal Hüyük bestätigte die odontologische Untersuchung das Fehlen einer patrilinearen Sozialstruktur beziehungsweise patriarchaler Kleinfamilien; diesen Hinweis vermisse ich im Artikel von Marion Benz. http://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.html
    Ich möchte auch auf die jüngst vorgestellte Ahninnenwand aus der Pfahlbaukultur am Bodensee hinweisen, die die Stabilität der Matrilinearität der Jungsteinzeit nochmals bestätigt: https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2016/01/24/die-busenwand-ein-neuer-fall-von-sexismus-in-der-archaeologie/
    Die These der „Frieden stiftenden Ahnen“ lenkt von diesen Befunden geschickt ab. Die Quintessenz der Untersuchung der "Megasites der Jungsteinzeit" ist nicht der Ahnenkult, sondern die Matrilokalität und Matrilinearität, die als "Matrifokalität" zusammengefasst sind. Das ist im Übrigen das natürliche Sozialgefüge der Menschheit, das seit der Altsteinzeit für das Überleben in Frieden gesorgt hat. Die Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy, deren Werk vom SdW bereits empfohlen wurde, hat nichts anderes festgestellt. Ich erinnere an meinen von Ihnen freundlicherweise abgedruckten Leserbrief zum hanebüchenen Artikel „Stark als Paar“ (SdW, April 2015), in dem ich schrieb: ‚Auf S. 448 von „Mütter und andere“ in Fußnote 20 schreibt Blaffer Hrdy (2010) (...): „Ich gehörte übrigens zu denjenigen, die schon frühzeitig davon überzeugt waren, dass Menschenaffen zur Patrilokalität neigten. Ich änderte meine Meinung im Verlauf der Arbeit an ‚Mutter Natur’.“’

    Ich würde mich freuen, wenn der Verlag mehr Mut beweisen würde, und seinen Leserinnen und Lesern keine kryptischen Botschaften mehr übermittelte, sondern endlich Klartext spräche.
  • Arumentationsschwierigkeit

    29.02.2016, Spoing
    Es ist ein großes Problem wenn gerade in Zeiten der " Lügenpresse" der Journalismus weiter so ungeprüft Sachen übernimmt die ins Weltbild passen. Von Seralini über die Muttermilch bis zum Bier lässt sich keine Selbstkritik erkennen. Es ist wirklich schrecklich das die Grünen auf diese Art der Informationspolitik setzen. Während man selber sehr viel Arbeit investiert um die "Lügenpresse" Schreier zu widerlegen fallen einen auf der anderen Seite die Grünen in den Rücken wenn es in die Ideologie passt.
  • Monsanto

    29.02.2016, Tim
    @ Micha

    Die Firma, die das Zeug auf den Markt gebracht hat und m.W: auch die Patente darauf hält,

    Fast alle Glyphosat-Patente von Monsanto sind ja inzwischen abgelaufen. Wenn jemand von einem Glyphosat-Verbot profitiert, dann Monsanto. Es ist nicht unrealistisch, daß Monsanto den derzeitigen Anti-Hype nicht nur wohlwollend betrachtet, sondern ggf. auch fördert.

    Monsanto ist beispielhaft für eine besonders perverse Auslegung eines kapitalorientierten Geschäftmodells und somit nicht ganz zu Unrecht am Pranger.


    Warum sollte das so sein? Was ist an Monsantos Geschäftsgebaren "perverser" als z.B. an dem von Siemens oder Vodafone?
  • Kritik überzogen

    29.02.2016, Torsten
    Die Untersuchung ist nicht deswegen unglaubwürdig, weil von jeder Sorte nur eine Flasche geprüft worden ist. Der Spektrum-Autor wird ja selbst wohl kaum annehmen, dass das Bier einer Sorte sich von Flasche zu Flasche stark unterscheidet.

    Die anderen Kritikpunkte sind teils stark unwissenschaftlich. Dass einer der Autoren der Studie zuvor politisch tätig war, ist als Vorwurf hanebüchen.

    Unterm Strich kann Spektrum ja nicht widerlegen, dass Glyphosat im Bier steckt. Und wenn es schon fragwürdig sein soll, dass eine Öko-Lobby-Gruppe verantwortlich für die Studie zeichnet - ja, wer darf denn dann noch prüfen? Nur Staat und Industrie?

    Die Haltung und Prüfmethoden des BfR sind schon von namhaften Wissenschaftlern in Zweifel gezogen worden. Der Spektrum-Autor wünscht nun umfassende Aufklärung. Seine Kritik zielt aber nicht gegen Staat und Industrie, die bislang keine transparente Untersuchung vorgelegt haben (und die sich gemeinsam hinter den Richtwerten des BfR verstecken) - sondern ausgerechnet gegen die Gruppe, die nun den Anstoß für Untersuchungen geben wollte.

    Spektrum wollte mit diesem Artikel gegen den Strom schwimmen. Dahinter steckt wohl die Absicht, sich selbst im Vergleich zur übrigen Presse etwas größer zu machen. Überzeugend ist das aber nicht.
  • Falsches Bild

    29.02.2016, Lukas Sulzberger
    Spannender Artikel. Der Dilophosaurus hatte wohl nicht so viel Glück in seinem Leben. Leider ist Ihnen scheinbar ein falsches Bild zum Artikel gerutscht. Auf dem Bild ist ein Titanophoneus zu sehen, ein Therapside (kein Dinosaurier) aus dem heutigen Russland, welcher etwa 60 Millionen Jahren vor Dilophosaurus lebte.
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank für den Hinweis - ich ergänze das Bild um den Hinweis, dass es ein Symbolbild ist. Leider gab es zum Artikel kein passendes gutes Bild.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Methodik des BfR?

    28.02.2016, Karl Mistelberger
    Philipp Hummel schreibt:

    "Das Bundesinstitut weist auf die niedrigen gefundenen Mengen hin und rechnet vor, dass man selbst von dem am stärksten belasteten Bier noch 1000 Liter am Tag trinken könnte, ohne dass eine nach der Methodik des BfR gefährlich hohe Dosis zu Stande käme."

    Eine solche Methodik des BfR existiert nicht. Vielmehr legt die European Food Safety Authority einen ADI-Wert (Erlaubte Tagesdosis) für Glyphosat fest.

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung wiederum weist in einer Notiz darauf hin, dass man selbst von dem am stärksten belasteten Bier noch 1000 Liter am Tag trinken könnte, ohne dass die erlaubte Tagesdosis überschritten würde.
  • Relativität der Zeit

    28.02.2016, carsten
    Zitat oben : Wie Einstein bewies, vergeht die Zeit für Objekte in Ruhe schneller als für solche, die sich relativ dazu in Bewegung befinden.

    .. in Beschleunigung befinden müßte es eigentlich heißen ...

    ich meine, wenn die Zeit ein anderes Tempo bei nahe sich der Lichtgeschwindigkeit bewegenden Objekte hätte, wäre ja die Aussage hinfällig, dass die Zeit relativ sei .. sondern dann wäre sie im Weltraum absolut und dann eben nur bei der Raumdehnung durch die Schwerkraft und durch künstlich erzeugte Beschleunigung.

    Es wären interessante Versuche nachzuprüfen, ob wir eine Raumzeit haben, oder doch nur eine Sonnensystemzeit oder doch ein totales Potential des Weltraumes zur Zeitrelativität, das dann natürlich auch einen Überlichtgeschwindigkeitskontext beinhalten müßte. So Versuche sind glaube ich noch nicht durchgeführt worden. Also .? Kann ein sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegendes Objekt einen Lichtstrahl mit Lichtgeschwindigkeit ausstrahlen.? Funktioniert das auf der Erde ,im Orbit der Erde, im Orbit des Sonnensystems, innerhalb der Galaxie und außerhalb der Galaxie .. das sind interessante Fragen, über die man heute nur im Rahmen von Theorien sprechen kann .. das fehlen obiger Versuche führt auch dazu, dass der normale Mensch die Relativitätstheorie gar nicht verstehen kann, weil da einfach viele Denklücken sind.
    .