Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Durch Tierversuche definieren sich diese tollen Forscher selber...

    20.04.2013, Florian Buss
    ...und zwar zur großen Gruppe der Menschen gehörig, die dem schizophrenen Idealbild entsprechen, die sich jetzt bestimmt denken "aber das sind doch NUR Fliegen". Oh ja, der tolle Mensch kann und darf alles machen und alles ausnutzen. Und unschuldige und sich insgesamt garantiert vorbildlicher verhaltende Wesen (die z.B. keinen Darstellungstrieb oder Profitwahn nötig haben) einsperren und Spielchen mit ihnen treiben.
    Sehr gut gemacht, lieber Martin Heisenberg. Sie haben sich wahrlich die Plakette des vorbildlichsten, größten, tapfersten Mannes verdient und dürfen sich jetzt auf das Podest zu den vielen anderen stellen, die denken, sie wären besser als irgendeine andere Kreatur auf diesem Planeten.
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie (und viele andere) eines Tages lernen, unnützes von herzlichem zu unterscheiden. Denn letzteres fehlt offenbar teilweise gewaltig!
  • Hilflosigkeit oder Klugheitt?

    20.04.2013, Hans-Georg Wenke
    Könnte es nicht sein, dass das geschilderte Verhalten nicht negativ als Resignation, sondern positiv als Überlebensstrategie zu werten ist: Kräfte sparen für günstigere Gelegenheiten. Dann wäre es übrigens identisch mit fast allen modernen Management-Strategien!
  • Der Virus des Mythos

    19.04.2013, Chris Hawel
    So lesenswert dieser Artikel auch ist - er nährt leider wieder mal einen modernen Mythos: heutige Ärzte schwören nicht den hippokratischen Eid. Sollten sie auch nicht, den da stehen Dinge drin, die mit unserem heutigen Verständinis von Ethik und Medizin nicht vertretbar sind. Es reich schon, dass es Bullshit gibt - man muss ihn nicht auch noch verbreiten.
  • Ähnlich Europa

    18.04.2013, Ludwig Hoffmann
    Da das wirtschaftliche Wachstum, wie uns die europäische Geschichte lehrt, immer vor den sozialen Problemen kommt, ist wahrscheinlich mit einer Besserung zu rechnen. So hört man ja seit einigen Monaten bzw. Jahren, dass der Wohlstand vor allem in China stetig wächst, womit auch ein besserer gesundheitlicher Standard einhergeht. Allerdings ist dies in einer globalisierten Welt hält nur möglich, wenn alle Industriestaaten helfen. Bleibt zu hoffen, dass eine ähnliche Lösung wie bei der sozialen Frage in Deutschland/Europa gefunden wird.
    Dass bei all dem Smog in den asiatischen Großstädten Lungenkrebs eine Folge ist, dürfte nicht wirklich überraschen. Ich vermute, dass dieser sogar deutlich schneller und gefährlicher als Rauchen wirkt, weil man ihm permanent ausgesetzt ist.
  • Rhizom

    18.04.2013, Jan
    Das Rhizom ist kein Wurzelsystem, sondern ein umgebildeter Teil des Sprosses. Es verläuft unterirdisch und dient der Stoffspeicherung und sieht wurzelÄHNLICH aus, daher der Name.
  • Väter erkennen Babygeschrei

    17.04.2013, Paul R. Woods
    Zumindest im Fall meiner Töchter voll zutreffend.
    Ich könnte mehrere Situationen anführen, in denen ich sie sofort am Klang erkannte.
    Wobei ich anmerken möchte, dass keine in meiner Anwesenheit je geschrien oder geweint hat.
  • Reaktion

    16.04.2013, Zebra
    Viel interessanter, warum ist die empfundende Reaktion des Kindergeschreis auf Papa nicht so positiv...?
  • Nur ein Leben!!

    16.04.2013, Celine
    Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist unheimlich wichtig! Deshalb, weil wir nur EIN Leben haben.

    Ist also meine AUFGABE / Pflicht der Sinn meines Lebens?
    Was ist denn meine Aufgabe? Soldaten zum Beispiel haben die Aufgabe, Menschen umzubringen ... Diebe haben die Aufgabe zu stehlen usw. Das kann ja nicht der Sinn des Lebens sein!?!! Wer kann mir also meine Aufgabe sagen? (Da kommt man nicht weiter!)

    Das Leben hat gar KEINEN SINN?
    Das Leben im "gepflegten Genuss" zu leben? Nur um Spaß zu haben? Da ist jemand, der ein schweres Leben hat, sehr nahe am Selbstmord! Stellt euch die Millionen hungernden Menschen auf der Welt vor, die den ganzen Tag schuften, nur damit sie etwas zu essen, anzuziehen und ein Dach über den Kopf haben. Sag solch einem Menschen, dass der Sinn im Leben der Spass ist ...

    Nur der, der uns geschaffen hat, kann sagen, wozu er uns geschaffen hat.
    Nur Gott hat die Antwort! -in der Bibel-
    Gott hat uns geschaffen, auf dass wir seine Kinder werden. Wie ein Vater sich gerne in seinem Kind spiegelt, so schuf Gott den Menschen – ihm zum Bilde!!
    Er möchte mit DIR reden, er liebt DICH und möchte von DIR geliebt werden. Dazu sind wir auf der Welt. Bitte versteh mich jetzt richtig: Ich rede nicht von Kirche, von Religion und allem möglichen, sondern ich rede vom lebendigen Gott. Der DICH geschaffen hat, dass DU sein Kind wirst.

    Bist du das?


    (wilhelm busch; jesus unser schicksal)


  • Die Statistiken sind hier wenig aussagekräftig

    16.04.2013, R.
    3 oder 10%, ich denke, das hat hier keinerlei Bedeutung. Ich selbst habe Migrationshintergrund (und damit meine ich jetzt nicht französischen, schweizerischen oder schwedischen, sondern "echten") und weiß aus Erfahrung, dass Migranten sich gerne als Opfer ihrer Herkunft sehen, auch wenn das eher selten zutreffend ist. Seien es schlechte Noten, strenge Lehrer auf dem Pausenhof oder abgelehnte Bewerbungen, für die Ursache sind sie meist selbst verantwortlich - schuld aber ist der Nazi-Lehrer oder der fremdenfeindliche Unternehmer, der keine Türken oder Serben einstellen will.

    Andersherum wurde ich sehr oft Zeuge von Gewalt gegenüber Deutschen, die tatsächlich rassistisch bzw. kulturell-fremdenfeindlich motiviert war. Oftmals war ich dabei auch über die Qualität der Gewalt schockiert, so was kannte ich vorher nur aus Filmen. Die deutschen Opfer selbst jedoch werden kaum bemerkt haben, dass diese Gewalt solch eine Ursache gehabt haben könnte und werden dies in Befragungen 10-20 Jahre später so auch kaum wiedergeben. Fremdenfeindliche Gewalt gegenüber Migranten gibt es wohl, ich bin ihr im Alltag in 30 Jahren nunmal aber noch nie begegnet und habe unter Freunden auch noch nie davon gehört (zwar schon des Öfteren von verbaler, niemals aber physischer Gewalt).

    Ich bin mir beinahe todsicher, dass in der Bundesrepublik Deutsche mit deutscher Herkunft häufiger Opfer von fremdenfeindlicher Gewalt physischer Natur werden als umgekehrt Menschen mit Migrationshintergrund. Die gewalttätigen Migranten selbst jedoch machen unter den Migranten insgesamt nur einen Bruchteil aus, dafür sind sie umso "aktiver". Die Statistiken nach Befragung haben hier meiner Meinung nach eklatante methodische Schwächen. Eine einfache Lehrerbefragung über die Vorkommnisse auf Pausenhöfen, eine Durchsicht von 1000 Klassenbüchern der letzten 5 Jahre oder eine Befragung von Schiedsrichtern aus dem Amateurfußball würde hier schon ausreichen (Herkunft Täter, Herkunft Opfer). Kein Soziologe aber würde es wagen, solch eine empirische Studie nach harten Fakten durchzuführen.

    Ich hoffe, Sie haben Verständnis, dass ich anonym bleiben möchte.

    (Name ist der Redaktion bekannt)
  • Nutzen und Schaden

    16.04.2013, Rawen
    Energie kann nicht aus dem Nichts entstehen, Energie kann nicht ins nichts verschwinden, Energie kann sich nur von einer Energieform in eine andere umwandeln.
    Das ist eine Regel die im übertragenen Sinn überall zu gelten scheint.
    Es ist und gefährlich riesige Energiemengen einzusetzen um ein Teilproblem evtl. zu lösen und dann zu hoffen das andere Systeme neutral reagieren. Die „Geoengineering“ Vertreter sollten umsatteln und Forschung und Praxis so betreiben das sie a l l e n Menschen und der gesamten Umwelt nützlich ist.
    Themen gibt genug. In der Praxis hängen die Trauben allerdings viel höher als beim Geoengineenering, denn der Nutzen oder Schaden kann sofort von allen Betrroffenen bewertet werden.
    Hoffen wir dass die Wissenschaftler in den Unis und Laboren nicht nur ans schnelle große Geld denken. Denn wenn unsere Erde erst mal kaputtrepariert ist dann können diese bedruckten Zettel auch nichts mehr retten.
  • Gibt es denn immer nur diesen kleinen Horizont?

    16.04.2013, Gilbert Brands
    Es ist ziemlich langweilig, dass (wieder einmal) ausschließlich auf die "Rechtextremisten" eingeschlagen wird, während an der Kernaussage "Der Staat mit seiner (Einwanderungs)politik ist schuld" konsequent vorbeigeschaut wird. Das ungehinderte Zulassen der Ghettoisierung, kein wirklicher Druck zur Integration, vermeintliche oder echte Sonderrechte für bestimmte Gruppen führen nicht nur zur Erscheinung "rechtsextrem", sondern sind genauso für die muslimisch begründeten Hassexzesse der Ausländer verantwortlich. In viel größerem Maßstab spielt sich das inzwischen in der EU ab, in der sich Hassszenarien zwischen Völkern aufbauen, die bislang sehr gut miteinander ausgekommen sind.

    Gerade die deutsche Politik und Medienlandschaft sollte sich einmal sehr ernsthaft an die eigene Nase fassen: Weniger als 1% der Bevölkerung wird durch diese permanente Rechtsextremismuspropaganda so aufgebauscht, dass man im Ausland glauben muss, 90% der Deutschen laufen permanent in braunen Uniformen durch die Gegend. Wundern muss man sich dann nicht mehr, wenn Frau Merkel mit Hitlerbärtchen und SS-Uniform in irgendeinem EU-Pendant des Spiegels auf der Titelseite auftaucht.
  • In der Haft werden Vorurteile bestätigt

    16.04.2013, Ulrich Heemann
    Wie ist es möglich, dass innerhalb eines kleinen Kastens (hier: Ländervergleich) sowohl 3% als auch 10% der europäischen Bevölkerung einem Hassverbrechen zum Opfer fallen?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Heemann,

    der erste Wert bezieht sich auf die gesamte EU-Bevölkerung, also Einheimische wie Migranten. Der zweite hingegen nur auf die Gruppe der Einwanderer.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Danke

    16.04.2013, Wawczyniak
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    einige Male habe ich Ihnen kritische Kommentare zu einzelnen Berichten gesendet.
    Heute möchte ich Ihnen für die Veröffentlichung dieses kritische Berichtes danken, besonders in Erinnerung an viele gelesene und gesehene Dokumentationen bezüglich Klimaforschung, den Auswirkungen von Gasfraking in den USA oder der Gewinnung von Ölschiefern in Kanada. Herr Hamilton zeigt sehr deutlich, wie durch die Hintertür problematische Techniken politisch und gesellschaftlich akzepstabel gemacht werden.
  • Uberschrift suggeriert Kreationismus

    15.04.2013, Florian Finke, Köln
    Durch den Begriff "Sinn" suggeriert die Überschrift einen "Plan" und damit ein kreationistisches Weltbild. Vom naturwissenschaftlichem/naturalistischem Standpunkt ist die Annahme eines "Plans" mindestens unnötig (weil zusätzlich und ohne Erklärungskraft) und somit zu vermeiden. "Grund" wäre hier der korrekte Ausdruck.

    Mein persönliches Empfinden gegenüber solchen Überschriften (und ähnlichen Formulierungen in den Artikeln) schwankt zwischen ablehnend bis angeekelt. Als langjähriger Abonnent würde ich die Redaktion freundlich bitten solche unnötig "reißerischen" Titel zu vermeiden. Ich bin fest davon überzeugt, dass dadurch keine besonderen Verkaufseinbrüche zu Stande kommen.
  • Vorstellungen des Jenseitigen

    15.04.2013, Claus-Peter Peters, Langenfeld
    Seit der ersten Ausgabe „Abenteuer Archäologie“ bin ich ein treuer Leser Ihres von mir geschätzten Magazins. Dennoch regt es mich jedes Mal auf, wenn ich in Ihrem Heft das gängige Blabla zur Entstehung der Religionen lesen muss. Deutlicher: Ich kann den "klugen Salm" unwissender Wissenschaftler zu diesem Themenkomplex nicht mehr ertragen. Ohnehin verwundert es mich, dass „Wissenschaftler“ schon um ihres eigenen Seelenheils willen nicht wissen, sondern nur glauben wollen. Vor diesem Hintergrund halte ich Artikel wie „Spuren des Glaubens“ für völlig kontraproduktiv. Stattdessen könnte man mit klugen Ansätzen die Forschung mit den uns verfügbaren Einsichten in allen Wissenschaftsfeldern vorantreiben. Eine schamhafte oder angstvolle Zurückhaltung gegenüber den gebildeten und zivilisierten Lesern Ihrer Zeitschrift dürfte nach meiner Einschätzung nicht erforderlich sein. Denn reaktionäre und/oder aggressive Menschen mit beschränktem Horizont, denen statt des Wissens ein Glaube an die Hand gegeben werden muss, werden sich an Ihrer Publikation eher „nicht vergreifen“. Blicken wir deshalb einmal auf die Grundstrukturen, die allen Religionslehren zu Grunde liegen.
    Es sind nur fünf Elemente vorstellbar, aus denen eine Glaubenslehre generiert werden kann: Erstens aus den mystischen Erlebnissen eines Stifters, die zunächst gerichtet sein sollten auf den Erwerb von Selbsterkenntnis. Bekannt ist hier etwa Buddhas Bericht von dem sich in sein Spiegelbild verwandelnden Erdgeist, ein Bild, welches er für Erkenntnisse zerschlägt. Im Anschluss ist im weiteren Leiden, dem „Brennen der Seele“ göttliche Selbsterkenntnis erfahrbar. Die Bibel umschreibt ein solches Brennen bei Moses (im Anschluss an die von ihm begangene Tötung eines Ägypters) als Begegnung mit Gott getrennt durch einen „brennenden Dornbusch“. Oder nehmen Sie dazu, wenn keine Bibel im Hause ist, das Märchen „Das junggeglühte Männlein“ der Brüder Grimm.
    Als zweites wäre das Schamanentum zu nennen, in dem nicht Wissen um die eigene Person das zentrale Thema darstellt, sondern das Reisen mit der Freiseele zu den Geistern (bei großen Schamanen sogar bis zur Mutter der Tiere, siehe hier Müller, „Schamanismus“). Diese Reisen sind gerichtet auf den Transfer von Wissen aus dem Jenseits, welches früher sonst durch den Tod des Trägers verloren gegangen wäre. Eine durchaus sinnvolle Beschäftigung, als es noch keine schriftlichen Aufzeichnungen gab.
    Beide Richtungen sind im Übrigen nur durch einen Seelenentscheid voneinander getrennt. Aus der Literatur hierzu anzuführen, sind besonders Hesses Tötung der schönen Frau (im „Steppenwolf“), die ihn in das Schamanentum führte, nämlich ins „Magische Theater“, oder Nietzsches „Torweg namens Augenblick“ im „Zarathustra“. Goethe führte uns seinen Fehlentscheid im „Faust I“ vor Augen ebenso wie Dante seinen im ersten Teil der „Göttlichen Komödie“. Alle nahmen diesen Entscheid (etwa: Faust II, Komödie Teil 3) im Angesicht des Irrtums wieder zurück. „Große Schamanen“, so Müller, kennen nämlich weitere Initiationen, die – dafür machen sich besonders die vorgenannten Schriftsteller stark – zu einem Wechsel auf die mystische Seite genutzt werden können. Vor diesem Hintergrund mag der Leser über die Qualität der Untersuchungsergebnisse des ins Feld geführten amerikanischen (was auch sonst?) Anthropologen Winkelmann („Schamanismus sei signifikant mit einer nichtagrarischen Lebensweise verbunden, Stichwort Jäger- und Sammlerkulturen“) selbst entscheiden. Doch zurück:
    Die Kontaktaufnahme zu Geistern, ohne dafür mit der Seele zu reisen, wäre als Drittes zu nennen. Von ihr ist mangels eigenen Einsatzes der Seele, daher nur geringen, teils sogar falschen Einsichten abzuraten. Merke: Nur von Geist – des Schamanen – zu Geist – des Toten – ist ein glaubwürdiger Wissenstransfer gewährleistet.
    Als Viertes muss philosophische Fortentwicklung an geringe Erkenntnisse eines Stifters anknüpfen. Mit anderen Worten, es wird Nichtwissen durch Interpretation und Überinterpretation „aufgepeppt“. Anstatt also mit weiteren Fragestellungen Mitmenschen aufzufordern, sich am Erwerb von Erkenntnissen zu beteiligen, wird jeglicher mögliche Zugewinn bereits im Keim erstickt. Besonders hieran beteiligt ist die fünfte Gruppe der Mitwirkenden, die Priester, die sich überdies mit magischen Ritualen präsentieren und Kontakte mit dem Göttlichen vortäuschen (die nur der ersten und gegebenenfalls zweiten Gruppe möglich sind). Ihnen geht es dabei nicht um Seelsorge, sondern um Körpersorge in eigenen Diensten, weshalb man – sinnfällig – auch Psychologen gewähren lässt.
    Mit diesem Grundgerüst aus Mystik, Schamanentum, Okkultismus/Spiritismus, Philosophie und priesterlichen Riten lassen sich Religionen bereits recht gut untersuchen, vorausgesetzt, man kümmert sich um mystische Einsichten und wissenschaftliche Erkenntnisse zum heute praktizierten Schamanentum. Schnell offenkundig dürfte da die Fehlinterpretation des Paulus aus eigenem Unvermögen heraus werden (2. Korintherbrief, 12), als er nämlich schon seine eigene Seelenreise nicht als eine solche erkannte, weshalb er die des Jesus, allen Naturgesetzen zum Trotz, als Wiederauferstehung deutete. Insoweit wäre die (im Artikel leider jedoch verworfene) hypothetische Schlussfolgerung eines Archäologen, auf Grund der Symbolik des Christentums in ihr eine schamanistische Religion zu vermuten, absolut zutreffend.
    Kommen wir noch zu den Olmeken: Wenn diese über eine ähnliche Symbolik wie das Christentum verfügten, werden sie deshalb ebenfalls schamanische Rituale gekannt haben. Dem widerspricht nicht, dass es im Christentum keine Menschenopfer gegeben hat. Dem widerspricht ebenso wenig, dass heutige Priester nicht schamanisch mit der Seele reisen und dass es damals eine Vielzahl von Göttern gegeben haben könnte. Denn aus der Auflösung der Abtreibung (die Frauen wie Männern möglich ist) lässt sich zur Seele konstatieren, dass diese von Gott geboren wurde und im ganzen Körper vorhanden ist. Auf Grund ihrer dualen Natur, nämlich männlich/weiblich, existiert der Entscheid der Seele für Mystik oder Schamanentum. Und wegen ihrer göttlichen Abkunft, strebt sie nach Rückvereinigung mit dem Göttlichen, der innere Beweggrund aller Religionslehren. Daraus lässt sich auf die Entwicklung der Glaubenslehren schließen: Der Mensch suchte zunächst das Göttliche in der Natur und schuf sich Naturgottheiten, die personifiziert wurden (eine Form der Religionsschöpfung durch reine „Philosophie“). Erst mit den weiter entdeckten Möglichkeiten wuchsen die Erkenntnisse und es wurden differenziertere Modelle des Kosmos entwickelt. Damit wird zudem die Vermutung bezüglich eines bereits früh einsetzenden Glaubens an Götter hinfällig, stattdessen seine Annahme zur Gewissheit. Einzig mag man noch darüber streiten, ob auch alle Tiere auf ihre Art in der Lage sind, Vorstellungen des Jenseitigen zu entwickeln.