Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  1. 1
  2. ...
  3. 8
  4. 9
  5. 10
  6. 11
  7. 12
  8. ...
  9. 693
  • @Armin Furlan

    05.08.2015, Arnd-Matthias Langner
    Gelungene und lebenslang tragfähige Partnerschaften...

    Ich sehe das ähnlich wie Sie. Das funktioniert, wenn beide eine ausgereifte Persönlichkeit haben und beide wissen was sie wollen. In der Regel ab dem 30. Lebensjahr ;-)

    In der Jugend probiert man sich ganz einfach aus. Was völlig normal ist.
  • Kampfeinsatz von Atomwaffen?

    05.08.2015, Gast
    Die beiden Atombomben wurden 1945 nicht im Kampf eingesetzt. Sie wurden über zivilen Städten abgeworfen und es wurde auch kein nennenswertes militärisches Ziel anvisiert. Bis heute wurden überhaupt keine Atombomben in einem Kampfgeschehen eingesetzt.
  • Unberechtigte Kritik der Autoren

    05.08.2015, Fabian Cundano Maltez, Erfurt
    Die Darstellungen Jared Diamonds als "plakativ" zu kritisieren erscheint mir von Seiten der Autoren dieses Artikels mehr als unangemessen. Im Gegenteil, Diamond wurde mehrfach für seine interdisziplinären Analysen unter Verknüpfung von Archäologie, Biologie, Geschichte und selbst Linguistik ausgezeichnet (zum Beispiel den "Dickson Prize in Science" im Jahr nach der Herausgabe von "Kollaps"). Seine engen Kontakte und sein breites Wissen über verschiedene Ureinwohnervölker auch der heutigen Zeit sind herausragend. Inwiefern die im Artikel angesprochene Popularität seiner Bücher den Wert seiner Arbeiten schmälern sollte, ist mir ein Rätsel.

    Zum Zweiten zeigen gerade die Arbeiten Diamonds den großen Schwachpunkt des Analysemodells dieses Beitrags: Die Autoren verwenden für den Zeitpunkt der ersten Besiedlung der Osterinsel bis hin zum Zusammenbruch das gleiche mathematische Modell - gesellschaftliche Umwälzungen, kulturelle Veränderungen, Lernprozesse (zum Beispiel beim Anblick schwindender Baumbestände oder bei Realisierung des Rattenproblems) und hieraus resultierende Veränderungen des Zusammenspiels von Mensch und Natur bleiben weit gehend unberücksichtigt. So unterlag beispielsweise das Verhältnis Ackerbau-Holzverbrauch-Bevölkerungswachstum maßgeblich dem Ressourcenverbrauch zum Bau der enormen Monumente, welcher wiederum durch die vorherrschende Regierungsform bestimmt wurde - und gerade hier ergaben sich im Lauf der Besiedlungsgeschichte große Veränderungen. Die Betrachtung des Zusammenspiels von nur statischen zehn Parametern erscheint mir für die komplexen Vorgänge im Lauf von sechs Jahrhunderten schlicht zu einfach, zumal viele Faktoren/Berechnungen nach Angaben der Autoren so lange angepasst worden sind, bis sie eben zu den belegten Funden passen.

    Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Analysen Diamonds an Stelle von plumper Kritik hätte der Arbeit der Autoren hier sicher gutgetan.
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank für die Kommentierung des Artikels, den Sie keinesfalls als Generalkritik an Jared Diamonds Werk verstehen sollten, denn Wissenschaft lebt von der Kontroverse! Wie Sie schätze ich Diamond sehr für seinen interdisziplinären Ansatz und als außergewöhnlichen Autor. Allerdings erfährt seine im Buch ŒKollaps¹ veröffentlichte Geschichte eines artikulierten Ökozids unter Archäologen mit großer Erfahrung auf der Osterinsel derzeit kaum Zustimmung, weil die aktuelle Datenlage einen derartigen Verlauf nicht stützt. Guy Middleton schreibt daher 2012 in einem Aufsatz im "Journal of Archaeological Science" über die Verwendung der Osterinsel als Beispiel für einen sozial-ökologischen Kollaps gar von einem ³theft of history² - einem Diebstahl an der Geschichte.

    Zu Ihrem zweiten Punkt: Ein Modell ist per Definition eine (starke) Vereinfachung der Realität und berücksichtigt nie alle Details. Modelle werden daher häufig ob ihrer Einfachheit kritisiert, weil angenommen wird, dass komplexe Modelle bessere Ergebnisse liefern würden. Das Gegenteil ist allerdings oft der Fall! Ein komplexeres Modell zu entwickeln ist nur dann sinnvoll, wenn man eine genaue Kenntnis über die zusätzlich notwendigen Annahmen und Prozesse besitzt, denn mit einem komplexen Modell und hinreichend Freiheit bezüglich der Annahmen und Randbedingungen kann man jede beliebige Datenreihe simulieren. ohne das Systemverständnis zu verbessern. Dieser unerwünschte und als ³overfitting² bekannte Effekt beschreibt die Anpassung eines zu komplexen Modells an das Rauschen in der zu simulierenden Datenreihe. Modellierer versuchen das Rauschen von dem Signal in den Beobachtungsdaten zu trennen und wir folgten in der hier vorgestellten Arbeit dem Sparsamkeitsprinzip (auch bekannt als Lex Parsimoniae oder Ockhams Rasiermesser). Demzufolge ist die einfachste Erklärung (hier das einfachste Modell), die ein Phänomen (hier die Beobachtungsdaten) hinreichend gut erklärt, komplizierteren Erklärungen vorzuziehen. Um auf das konkrete Beispiel der Osterinsel zurückzukommen: Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, dass sich das von Ihnen angesprochene Verhältnis über die Jahrhunderte gar nicht änderte, aber nicht einmal Diamond kann genaue und belastbare Angaben zum zeitlichen Verlauf wichtiger Parameter des Mensch-Umwelt-Systems Osterinsel machen. Darüber hinaus ist Ihnen sicherlich bekannt, dass Terry Hunt und Carl Lipo in ihrem lesenswerten Buch "The Statues That Walked: Unraveling the Mystery of Easter Island" eine überzeugende Alternative zu Diamonds These des ressourcenhungrigen Statuenkults präsentieren. In einer solchen Situation beachtlicher Unsicherheit bezüglich der Modellannahmen haben wir uns entschieden, mit einem eher einfachen, aber dafür robusten Modell zu arbeiten, um die gesicherten Erkenntnisse der Geschichte der Osterinsel nachzuvollziehen. Etwas verwundert hat mich allerdings Ihre Kritik, dass wir das Modell "so lange angepasst" haben bis es zu den "belegten Funden" passt. Ich bin sicher, dass wir - berechtigterweise - weitaus harschere Kritik ertragen müssten, wenn das Modell den belegten Funden widersprechen würde!
  • 73 Grad fühlen sich ziemlich tot an

    05.08.2015, Adalbert
    Gefühlte 73 Grad, wie hat man denn die erfühlt? Selten sowas blödes gehört... davon abgesehn ist man bei dieser Temperatur nicht lange am Leben. das Ganz dürfte sich also bedeutend unangenhemer anfühlen als es hier verzapft wird.
    Antwort der Redaktion:
    siehe etwa: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefühlte_Temperatur

    MfG, d. Red.
  • Wirklich aussagekräftig

    05.08.2015, Gottfried Heumesser
    wäre die Studie, wenn man die Todesursachen der beiden Gruppen vergleichen würde. Geht aber schlecht, da (zumindest in Österreich) keine Todesursache in den Sterbeurkunden angegeben wird. Man müsste also jeden Todesfall individuell bearbeiten - viel Aufwand.
  • Sterberisiko senken?

    05.08.2015, Alexvolz
    Ich finde den Artikel irreführend bzw. fehlerhaft formuliert. Das Sterberisiko liegt unabhängig von Ernährung, Sportverhalten oder sonstigen Lebensrisiken bei exakt und gleichbleibenden 100%. Immer, bei jedem und überall.

    Hilfreicher wäre eine Angabe, um wieviel Jahre Scharfesser im Schnitt älter werden, weniger Krankheiten haben oder ähnliches. Sterben werden sie jedoch alle.
    Antwort der Redaktion:
    Nein, das stimmt nicht. Das Sterberisiko ist nur in uninteressanten Extremfällen hundert Prozent. Im Text steht, worauf sich die Zahlen beziehen. Im Versuchszeitraum sind ganz sicher nicht sämtliche Versuchspersonen verstorben.
  • Der Zweck heiligt nicht die Mittel, Herr/Frau Kronberg

    05.08.2015, Susanne Jaja
    "Eine fachlich einwandfreie Studie zurückzuziehen, bloß, weil man dem Autor Vorwürfe auf anderen Gebieten macht, sezt ein verheerendes Signal, weil dadurch der Inhalt der Studie, obwohl einwandfrei, entwertet wird und die Studie somit als unglaubwürdig wahrgenommen wird. Damit wird der Anspruch der Wissenschaft, der Wahrheit verpflichtet zu sein ad absurdum geführt ..."
    Ganz im Gegenteil: Unter diesen Umständen zustande gekommene Ergebnisse zu nutzen/ anzuerkennen (durch Zitieren/ Veröffentlichen) würde ein verheerendes Signal in Richtung skrupelloser, karrieregeiler Forscher senden: es käme nur auf Ergebnisse an - wie sie erreicht würden, wäre zweitrangig. Zu welchen grauenvollen Auswüchsen diese Einstellung im Extrem führen kann, braucht man hierzulande, eingedenk der Geschichte, doch wohl nicht zu vertiefen ...
  • Die Killerdrosera

    05.08.2015, Walter Emmerich
    Schade, dass die Länge der Ranken angegeben wurde :-(
    Die Bezeichnung "Busch" (meine Büsche sind 2 m hoch...) hätte zu den wonnigsten Horrorfilm-Phantasien führen können. Spielberg wird schon noch etwas daraus machen.
    Antwort der Redaktion:
    Ach, das wird sicher nicht das größte Exemplar sein. Von dem ist bestimmt nur noch niemand zurückgekommen, um zu berichten.
  • Forschung ohen Tierversuche !

    05.08.2015, Antonietta
    Tierversuche sind aus medizinischen und moralischen Gründen prinzipiell abzulehnen, weil die Ergebnisse aus den Tierversuchen aufgrund der Speziesunterschiede zwischen Mensch und Tier nicht auf den Menschen übertragbar sind. Die trotzdem millionenfach vollzogene Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen wird dadurch zum reinen Glücksspiel zum Nachteil von Mensch und Tier. Menschen erleiden nachweislich schwerste Schäden durch nicht übertragbare, irreführende Ergebnisse aus Tierversuchen (z.B. Contergan, Lipobay). In den Tierversuchen werden Medikamente getestet und als "sicher" für den Menschen freigegeben. Da die Ergebnisse aber nicht auf den Menschen übertragbar sind, leiden hunderttausende Menschen unter den oft tödlichen Nebenwirkungen der im Tierversuch als sicher getesteten Medikamente.
  • Wahrscheinliche Wahrscheinlichkeit?

    05.08.2015, Dipl.-Phys. Ulrich Schulz
    Wer mittags gerne Zeitung liest, liebt grüne Tapeten und hat hin und wieder Bauchschmerzen. Genau diese Art von Statistik führt zur Abwertung eben dieser und macht sie zur Satire.
    Liebe Kommentatoren, glauben Sie nicht, daß Ihre Einwürfe bzw. Vorschläge von den Forschern sicherlich berücksichtigt wurden bzw. sollten? Ich glaube schon, alles andere wäre doch Traumtänzerei. Leider ist nicht ersichtlich, welcher Grund zu einer solchen Untersuchung geführt hat. "Dabei entdeckten sie ..." sieht sehr danach aus, daß "lediglich" aus einem Wust von "irgendwelchen Daten" durch bloßes "Fishing" nach auffälligen Korrelationen gesucht und gefunden wurde.
    Was soll die Studie bewirken? Möglichst spät heiraten, sich sonst (für die Erben) gut lebensversichern, unfallträchtige Situationen vermeiden?
    Kann es sich hier wirklich um eine ernsthafte Studie handeln?
    Tut mir leid, ich habe da meine Zweifel.
  • Risikoverhalten

    05.08.2015, Armin Furlan
    Aus Beobachtungen meiner tätigkeit als Sozialarbeiter erlebte ich, dass Kinder aus problematischen familien zu früh partnerschaftliche Bindungen eingehen, weil ihnen die Ursprungsfamilie zu wenig Halt gibt. solche Frühreifen Beziehungen sind meist sehr problematisch. So kann ich mir vorstellen, dass die Vorgeschichte des eigenen Elternhauses schon eine Grundbelastung und daher Risiko mitbringt.
  • Wirklich nur Blödsinn?

    05.08.2015, Ulrich Schulz
    Genau diese Einstellung, Herr/Frau Kronberg, ist es, die die Gentechnik so ins Abseits stellt. Sie scheinen die Methode der kritisierten Studie als völlig normal und nicht verbrecherisch zu empfinden? Das kann ich nicht glauben. Ich stelle mir vor, daß man mit mir unter den geschilderten Umständen so verfahren würde wie mit den damaligen Probanden. Also ... ich würde - wie man so sagt - ausflippen. Daß ist keine Freiheit der Wissenschaft! Ich nenne es Vergewaltigung.
    Es gibt da den "kategorischen Imperativ" von Kant: "Handle so, daß man es zum allgemeinen Gesetz erheben kann".
    Und im Übrigen: Wenn Sie unbedingt gentechnisch speisen wollen - nur zu. Ich nicht! Ich sehe ja, welche Ethik bzw. Moral mit transportiert wird. Und tatsächlich stehen Sie mit Ihrem Einwurf ja nicht allein. Und auch deswegen: Nein danke.
  • Fehler im Text

    04.08.2015,
    "aber dadurch hervorgerufene Hirnhautentzündungen enden in 106 Prozent der Fälle tödlich" --> ich bezweifle stark, dass etwas in 106% der Fälle tödlich sein kann. Dieser Fehler wurde seit Wochen nicht korrigiert - obwohl ich deswegen schonmal ein Kommentar abgesendet habe.
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank, das haben wir wohl übersehen. Jetzt habe ich den Fehler korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Risikoverhalten

    04.08.2015, pal kez
    Wenn man mit 22 Jahren Vater wird, ist das seltener gewünscht, eher ein 'Unfall'. Wie im Sexualverhalten, werden solche frühen Väter sich auch gehäuft in anderen Bereichen riskanter verhalten.
    Das Sterberisiko zwischen dem 22. und dem 55. Lebensjahr ist auch nicht sehr hoch, wenn das jetzt um 70% erhöht ist, ist das auf die Gesamheit gerechnet nicht dramatisch.
  • Sehr schön

    04.08.2015, Louis1453
    @Serotonindude
    Ich hatte dasselbe Argument im Kopf. Menschen mit geringer Lebenserwartung müssen früher mit Kindern vorsorgen. Das ist beispielsweise auch in Afrika in Ländern mit hoher Mortalität zu beobachten und absolut sinnig. Um die Bevölkerung auf einem Level zu halten, müssen sich Menschen mit niedriger Lebenserwartung schneller reproduzieren als solche mit hoher.