Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Anfrage

    11.04.2013, Klaus Deistung
    Auf welchen Ursprung des Sprechens wird das bezogen? Nach dem MPI Leipzig ist seit Ende 2010 bekannt, dass der Homo sapiens 300.000 Jahre alt ist: http://www.mpg.de/286644/Neandertaler?clientIP=77.6.21.163&filter_order=TL&research_topic=BM&seite=5 . Sein Vorgänger Homo erectus ist wohl 1 Million Jahre älter(?).
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Deistung,

    es geht bei dieser Forschung im Wesentlichen darum, welche Fähigkeit unserer Urahnen die Evolution "ausgebaut" hat, um den heutigen Menschen die für das Sprechen nötigen, komplizierten Artikulationsbewegungen zu ermöglichen. Wann dieser Prozess stattfand (bzw. wann das Lippenschmatzen zum Sprechen verfeinert wurde, wenn man den Autoren folgt), ist nicht sicher geklärt. Das könnte ein Vorgang sein, der schon bei Vor-Homo-Arten begann und vielleicht irgendwann vor ein paar hunderttausend Jahren soweit fortgeschritten war, dass man von Sprechen sprechen kann.

    Mit besten Grüßen

    Jan Dönges, Redaktion

  • Ein Wunder vom CERN?

    11.04.2013, Dieter Eichrodt
    Dieter Lüst feiert den experimentellen Nachweis des Higgs-Bosons am LHC und gibt aus diesem Anlass einen Überblick über den Stand der Elementarteilchen-Physik. Die gegenwärtige "Krise der theoretischen Physik" lässt er nicht unerwähnt. Aber man muss seinen Beitrag zwischen
    den Zeilen lesen um zu erahnen wie tief diese Krise tatsächlich ist. Was soll man z.B. von einem Nachweis halten, der dem theoretisch vorhergesagten Higgs-Teilchen zwar eine Energie im zu erwartenden Bereich zumisst, aber eine Masse, die nicht weniger als 16 Größenordnungen davon
    abweicht? Dieses "Hierarchieproblen", schreibt Lüst, ließe sich "ganz zwanglos" lösen, ginge man nur von der Existenz von "SUSY"-Teilchen aus.

    Aber welche Qualität besitzt der gefeierte "Nachweis" des Higgs-Bosons, wenn er die Existenz von etwas voraussetzt, von dem niemand weiß, ob sich dessen Existenz jemals wird nachweisen lassen?

    Die moderne Physik hat den fatalen Hang entwickelt, unverstandene Entitäten und Phänomene mit noch viel weniger verstandenen Dingen zu "erklären". Beispielhaft sind die "Dunkle Energie" und die "Dunkle Materie", die fatal an den "Lichtäther" oder an den "Wärmestoff" der "Phlogiston-Theorie" erinnern. Die neuen "Dunklen Chimären" sind der Not
    geschuldet neue Beobachtungen zur Bewegung der Galaxien und zur Expansion des Universums zu erklären, die mit Einstein's Gravitationstheorie kollidieren.

    Aber dass die nicht das "letzte Wort" sein kann, wissen wir seit langem. Denn dabei handelt es sich um eine klassische Feldtheorie die schon aus diesem Grund mit den Quantenfeldtheorien der drei anderen fundamentalen Wechselwirkungen unvereinbar ist. Was offensichtlich fehlt, ist eine mit diesen kompatible Quantenfeldtheorie der Gravitation, die eine in sich konsistente Physik liefert und mit der wir die "Dunklen Chimären" wieder los werden.

    Anstatt daran zu arbeiten, sucht man mit riesigem experimentellem Aufwand nach fiktiven Teilchen und auf der theoretischen Seite hat man sich mit 10 angenommenen Raumdimensionen und sogen. "Strings" im Planck-Maßstab,
    deren Nachweisbarkeit von vornherein ausgeschlossen scheint, tief im Esoterischen verrannt. Dieter Lüst trifft also den Nagel auf den Kopf, wenn er mit seinem Schlußsatz andeutet, dass auf diesem Weg nur noch "ein Wunder vom CERN" weiter helfen kann.
  • Baumpflege?

    11.04.2013, Georg Lokowandt
    Weiß einer der Leser etwas über ähnliche Experimente zur Baumpflege? Bei der Pflege von Obstbäumen oder dem Erhalt von alten Eichen müssen die Experimente doch auch über Jahrzente oder Jahrhunderte laufen.

    Vielen Dank, Georg
  • Offizielle Indoktrination Anti-Gentechnik

    10.04.2013, Frank
    Passend zur Schliessung von HannoverGen wird jetzt die "Informations"-Seite http://www.schule-und-gentechnik.de/ angeboten. Auf dieser wird Informationsmaterial zur Gentechnik für Schüler und Lehrer an deutschen Schulen angeboten.
    Dieses Material ist entsprechend der Sponsoren dieser Webseite (u.a. Stiftung Gekko), die insgesamt das Ziel haben Gentechnik in Deutschland zu verbieten.
    So weit so gut, meines Wissens nach darf jeder dazu seine Meinung haben und versuchen diese durchzusetzen, wieso aber wird diese Seite offiziell als Link auf mehreren Landesbildungsservern (BW, Bayern, Berlin...) geführt und ist dies überhaupt zulässig?
    HannoverGen wurde fälschlicherweise vorgeworfen Lobbyarbeit Pro-Gentechnik zu betreiben, was ist dann im Vergleich dazu die oben angeführte Seite?
  • Oh Mann Oh Mann

    09.04.2013, Ludvik Medved
    Wer sind James Murray und David King eigentlich, und vor Allem: Was tuen die beiden eigntlich?
    Hier werden einfach Behauptungen in die Welt gesetzt, die durch gar nichts untermauert sind.
    Ganz ehrlich - wo haben Sie diese beiden ausgegraben? Naturwissenschaftler oder genauer Geologen sind sie jedenfalls nicht!
    Ich glaubte, hier auf eine seriöse Zeitung gestoßen zu sein, aber dieser Artikel ist eher auf B..D-Niveau - Sorry!
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Medved,

    Gerne beantworte ich Ihre Anfrage: James Murray arbeitet an der School of Oceanography an der University of Washington in Seattle; David King ist Direktor der Smith School of Enterprise and the Environment an der University of Oxford.

    Informationen über unsere Autoren sowie die Verfasser der von uns übernommenen Artikel des Wissenschaftsmagazins Nature finden sie immer durch einen Klick auf die Autorenzeile.

    Beste Grüße aus Heidelberg
    Jan Osterkamp (Redaktion Spektrum.de)
  • Professionelle Sorgfalt versus elterlicher Liebe

    09.04.2013, Dr. med. Dorothea Böhm
    Tageseltern gehen in der Regel verantwortungsbewusst mit der Trennung kleiner Kinder von ihren Eltern um, dies zeigen auch die beiden vorhergehenden Einträge.

    Das rechtfertigt aber noch lange nicht, dass frühe Eltern-Kind-Trennungen überhaupt in so großem Umfang nötig werden, weil Eltern finanziell leer ausgehen, während sowohl Betreuungsinstitutionen als auch Tageseltern Geld für analoge Erziehungs- und Versorgungsarbeit erhalten. Schon KiTa-Erzieherinnen werden kläglich schlecht bezahlt, erziehende Eltern sind noch viel schlimmer dran, sie werden völlig um den Ertrag ihrer Arbeitsleistung betrogen und damit rundheraus beraubt.

    Und wie professionell und verantwortungsbewusst das Angebot auch sein mag, Tagesbetreuung ist Betreuung OHNE den Faktor "Liebe", den bringen nur (fast) alle Eltern in Kinderbetreuung ein, und er ist ein unersetzlicher Faktor zur seelischen Entwicklungsförderung von Kleinstkindern.
  • Der Vorteil der Tagespflegeperson

    09.04.2013, Christine Burghardt
    Für mich ist nach der Lektüre diese Artikels wieder klar: Tagespflege hat Vorteile...
    Mir geht bei höchstens fünf Kindern (oft ja auch tageweise auch nur drei oder vier) kein Kind durch, nur weil es nicht weint!
    Die Eingewöhnung ist sanft, so wie meine Vorschreiberin es schon beschrieb. Und wirklich angekommen sind die Kinder erst nach drei bis sechs Monaten.

    Auch und gerade der Tagespflege täte mehr Geld, mehr Aus- und Fortbildung, mehr Supervision sehr gut.

    Aber es ist wie so oft, das Geld geht jetzt in die Quantität, nicht in die Qualität. Schade, dass es nur so wenige Artikel gibt, die das so gut beschreiben, wie dieser hier...
  • Eingewöhnung bei Tagesmüttern

    09.04.2013, Eveline Plonka
    Ich als Tagesmutter habe eine Eingewöhnung von 3 Wochen. Bei mir wird kein Kind nach dem 3. Tag mal eben 3 Stunden einfach da gelassen: In der 1. Woche ist die Mama immer dabei! In der 2. Woche versuchen wir mal eine Stunde - dabei darf die Mutter sich draußen nicht weit weg bewegen, damit ich sie im Falle des Falles anrufen kann, und sie auch sofort wieder da sein kann. In der 3. Woche versuchen wir mehr. Wenn's nicht klappt, wird abgebrochen und die Mutter muss doch wieder dabei bleiben.

    Ich hatte bis jetzt noch keine Probleme mit keinem Tageskind. Es ist alles bestens in die Betreuung übergegangen, sogar mit dem Mittagsschlaf ... Man sollte nicht verallgemeinern nach irgendwelchen Studien die gemacht wurden! Ich war nicht dabei, bei mir zu Hause hat keiner die Eingewöhnung "studiert"!

    In diesem Sinne alles gute für unsere Kleinsten!
  • Fragliches Resümee

    09.04.2013, Helmuth B. (4 Kinder)
    Die Verfasserin des Artikels resümiert, dass sich nur die Ausbildung der Erzieherinnen verbessern müsste, dann wären Krippen etwas Positives für Kinder. Nach allen Verdachtsmomenten, die sie beschreibt, müsste man allerdings viel eher fordern, dass Krippen (im Gegensatz zu Kindergärten!) besser geschlossen würden. Dies wäre ohne weiteres möglich, wenn man bereit wäre, die Erziehungsleistung von Eltern zu entgelten. Und das ist ohnehin überfällig.
  • Qualität statt Quantität!

    08.04.2013, Dr. Leonard Burtscher
    Liebe Frau Ahne, vielen Dank für Ihren hervorragenden Bericht! Selbst Vater von zwei kleinen Kindern und intensiv mit der Krippendiskussion befasst, schätze ich es sehr, dass Sie hier die viel zu selten genannte QUALITÄT in den Vordergrund der Diskussion stellen.
    Ich möchte Sie auffordern, Ihren Artikel auch in einer großen Tages- oder Wochen-Zeitung einzureichen und damit einen noch größeren Leserkreis erreichen. Es ist erschreckend, wie sehr in den großen Zeitungen lediglich die Quantität der Betreuungseinrichtungen eine Rolle spielt - als ob man hier nicht sein junges Kind, sondern einen Regenmantel "abgibt"!
  • Schwangere verhungern nicht

    08.04.2013, Dr.med. Josef Peter Kosek, Gütersloh
    Der Artikel "Rettende Geburt" (April 2013) enthält schiefe Aussagen und das Original (Proceedings of the Natianal Academy of Sciences of the United States of America vol 109 Nr. 38) ist inhaltlich angreifbar.
    Die Hypothese von Dunsworth et al. ist benannt: "energetics of gestation and growth" also Energieumsatz (entsprechend Metabolismus) bei Schwangerschaft (auch Dauer der Schwangerschaft) und Größe (des Fötus, speziell dessen Kopfes). Also nicht, wie in SdW dargestellt, "Energie, Schwangerschaft und Wachstum". Das ist doch ein wesentlicher Unterschied.
    Dass "eine werdende Mutter ihr Baby ungefähr 18 bis 21 Monate lang in ihem Bauch tragen müsste, damit sein kognitiver Status bei der Geburt in etwa dem eines neugeborenen Schimpansen entspricht", haben die Autoren nach einer Einschätzung von A. Portmann aus dem Jahr 1969 zitiert ("to be born at neurological and cognitive developmental stage"). Zwischenzeitlich sind fast 45 Jahre hocheffektive Neuroscience ins Land gegangen und wir wissen, dass die Verschaltung von Neuronen verschiedener Gehirnabschnitte ein lebenslanger Prozess mit Bahnung und Depression von Informationen ist. Der Mensch verschaltet da ein Vielfaches mehr als Menschenaffen. Somit kann man den Vergleich zwischen Mensch und Schimpansen hinsichtlich neurologischer und kognitiver Entwicklung bei der Geburt und in Relation zur Tragezeit als unhaltbar zu den Akten legen. Es kommt nur zum Teil auf die relative Größe des Gehirns im Vergleich zum Körper zum Zeitpunkt der Geburt an, vielmehr entscheidet, was sich daraus entwickelt.
    Die zentrale Aussage des Originalartikels, wonach die Schwangerschaftsdauer nicht von der Relation von Kindsgröße zu mütterlicher Gebärmutter und dem Beckenausgang, sondern von dem Gleichgewicht des Metabolismus zwischen Kind und Mutter abhängt, ist in dieser apodiktischen Form sicher nicht richtig. Werdende Mütter zehren in den letzten Monaten der Schwangerschaft nicht aus, selbst wenn deren Stoffwechsel zu dieser Zeit katabol sein sollte. Sie nehmen durchschnittlich 12 bis 16 kg bis zum Ende der Schwangerschaft an Gewicht zu, wobei dies zur Hälfte einerseits auf den Zuwachs von Gewicht der Gebärmutter, Plazenta, Fruchtwasser, Kind, Brust- und Blutvolumen der Mutter und andererseits auf Zuwachs an Fettgewebe und eingelagertes Wasser im Organismus der Mutter zurückzuführen ist. Schwangere würden nicht verhungern, auch wenn das Kind noch einige Monate länger auszutragen wäre. Sie haben bei der Geburt nach neun Monaten erhebliche Energiereserven angespart.
    Schließlich verweisen die Autoren darauf, dass die Gehirngröße der Feten weniger als 30 Prozent jener der Erwachsenen ausmacht, wogegen etwa Schimpansen 40 Prozent an Gehirngröße im Vergleich zu erwachsenen Schimpansen auf die Welt bringen. Der Vergleich ist frei von jeglicher wissenschaftlicher Bedeutung, um nicht zu sagen absurd. Es wird richtig darauf hingewiesen, dass die Gehirngröße Neugeborener fast die Hälfte größer ist als jene von Gorillababys. Selbstverständlich, denn Menschen haben mindestens dreimal so viele Neurone wie Menschenaffen. Aber der erhebliche weitere Zuwachs an Gehirnmasse bis zum Erwachsenenalter kommt nicht durch zusätzliche Nervenzellen zu Stande, denn die bringt jedes Individuum bereits in nahezu voller Zahl bei der Geburt mit sich, sondern durch die noch zu bildenden Synapsen zwischen den Zellen sowie dem Wachsum von Hirnzellen und Gliazellen. Das ist eine lebenslange Angelegenheit.
    Würde das Gehirn der Kinder bei Geburt 40 Prozent der Größe jenes von Erwachsenen ausmachen, so wären dies knapp 600 ml Organmasse statt jetzt 450 ml oder 12 cm Kopfdurchmesser statt derzeit 9 cm. Die Autoren halten dies physiologisch für durchaus machbar. Große moderne Frauen könnten solche Kinder gebären. Und es sei die Größe des Kindes gewesen, die die Größe des Beckens der Frau bestimmt habe, nicht die Größe des Beckens begrenze die Maße der Neugeborenen. Hier ist Wissenschaft und Spekulation vermischt. Heutzutage würden weder die Gebärmutter noch die Geburtswege einen derartigen Massenzuwachs unbeschadet aushalten. Die Anatomie der Frau müsste erheblich anders aussehen.
    Dass der Geburtstermin, genetisch bedingt, tief greifende hormonelle Veränderungen bei der Frau voraussetzt und der Gebärmuttermund sich erst dadurch öffnet, ist in dem Originalartikel mit keinem Wort erwähnt. Man sollte die "EGG-Hypothese" aus Distanz betrachten.
    Was also bleibt von EGG? Es ist eine Hypothese, die noch dazu überhaupt nicht in die heutige Zeit passt, denn die Zahl der Risikoschwangerschaften würde bei diesen Riesenkindern exponentiell steigen. Eine interessante Form der Geburtenregulierung.
  • Zur Politik

    07.04.2013, Fritz Kronberg
    Das ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist. Dieser Artikel gehört den Familienpolitikern aller Parteien um die Ohren gehauen. Den Grünen und Sozialdemokraten, weil sie den politischen Druck aufgebaut haben, der zu diesem unsinnigen Gesetz geführt hat, und der Union, wie auch der FDP, weil sie diesem Druck wegen vermuteter besserer Presse nachgegeben haben.
  • Limitierter Schaden ist keine Empfehlung

    07.04.2013, Oma Helene (76)
    Der Artikel in einem Satz zusammengefasst: Krippenbetreuung schadet Kindern zwar, aber sie schadet nicht allen Kindern gleich viel, und meistens ist der Schaden eher geringfügig. Achso.
    Worauf gründet sich bloß die politische Empfehlung, die ja sogar ab demnächst mit einem Rechtsanspruch auf Krippenplatz abgesichert werden soll?
  • Mehr "Widers" als "Fürs"

    07.04.2013, Dr. Dorothea Böhm
    Nehmen wir mal kurz an, Krippenbetreuung sei der Elternerziehung im Ganzen gleichwertig. Wieso Krippenkinder momentan (indirekt über Subventionen) vom Staat monatlich ca. 1000 Euro erhalten, während Familienkinder leer ausgehen, ist dann immer noch schwer zu erklären und kann man auch diesem differenzierten Artikel beim besten Willen nicht entnehmen.
  • Zweischneidige Sensation

    06.04.2013, Wolfgang Huß
    Es scheint mir, als wenn der Nachweis des Higgs-Bosons – und folglich der indirekte Nachweis des Higgs-Felds – in mehrfacher Hinsicht eine Sensation ist; und zwar eine zweischneidige: In einem Nebensatz bemerken Sie zu recht, dass sich das Higgs-Feld "durchaus mit einem allgegenwärtigen Äther vergleichen" lässt. Darf ich Ihre Anmerkung als Aufforderung zum Überdenken der gängigen Interpretation des Michelson-Morley-Experiments verstehen, nach der es keinen Äther gibt?

    Wenn ich es recht sehe, zielt Ihr Artikel, mit Hilfe des grandiosen Nachweises des Higgs-Bosons durch den LHC, auf einen generellen Wert der Vorhersagen der heutigen theoretischen Physik ab. Ich möchte diesen Wert nicht grundsätzlich in Frage stellen, denn im Fall des Higgs-Bosons waren die diesbezüglichen, langjährigen Hoffnungen offensichtlich gerechtfertigt.

    Im Augenblick der Entdeckung dieses bemerkenswerten Teilchens wurde nach meinem Verständnis allerdings eine andere, große Errungenschaft der theoretischen Physik in schwere Bedrängnis gebracht: Die Relativitätstheorie fußt in ihrer heutigen Form darauf, dass es keinen Äther gibt.

    Die von Ihnen als Kandidat für eine mögliche, zukünftige Bestätigung theoretischer Physik ins Auge gefasste Stringtheorie beinhaltet die Relativitätstheorie und gerät dann ebenfalls in Bedrängnis. Schade, dass Sie diesen Umstand in Ihrem Artikel nicht erwähnt haben.

    Für mich stellt sich nach dem Lesen eher die Frage, was mit der heutigen theoretischen Physik schief läuft. Ich wünsche mir daher eine breite und wirklich freie Diskussion darüber, wo die Tabus und Dogmen liegen, welche überwunden werden müssen, um bald zu einer widerspruchsfreien Physik zu gelangen.