Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Carnot

    09.05.2013,
    Herr Dürr, das mit der Thermodynanik verstehe ich nicht so ganz. Der max. Wirkungsgrad eines Kraftwerkes ist nach Carnot =1-Tkalt/Theiß. Setzt man in diese Gleichung die im Artikel genannten Temperaturen ein, Theiß=100.000.000 K und als Senkentemperatur Thalt=310K erhält man einen Wirkungsgrad von nahezu 100%.
    Nun ist mir klar, dass es keinen Dampferzeuger gibt, der bei Millionen Grad funktioniert, aber Temperaturen von 650°C bis 700°C, wie in Gasturbinenkraftwerken, sollten beim ITER zumindest möglich sein. Dann käme der Iter auf Wirkungsgrade dieser Wärmekraftmaschinen, ca. 60%.
    Im Übrigen ist für einen Fusionsreaktor der Wirkungsgrad keine ganz entscheidende Größe. Wenn der nämlich funktionieren würde, wäre genug Energie da.

    Der ITER ist meiner Meinung nach aber kein sinnvoller technologischer Ansatz zur Energiegewinnung. Steuergelder könnten effektiver in die Erforschung nachhaltiger Energien eingesetzt werden(Wind, Sonne(auch CSP), Speicher).

    Der Vergleich des Artikel : Von "1500 Problemen zu ein paar Dutzend" suggeriert, dass der Erfolg bald da ist. Es ist leider nicht die Anzahl, sondern die Qualität der ungelösten Probleme, die entscheidet. Wenn ein wichtiges Problem übrig bleibt, ist das Projekt gescheitert.
  • Globale Abzockerei

    09.05.2013, J. Schobelig
    Der Emissionshandel ist die größte Abzocke der Europäer i.a. und der Deutschen i.b. seit dem Ablaßhandel. Statt kirchengetriggerter Gottesfurcht nun halt politikgesteuerte Klimafurcht.
    Das Klima hat und wird sich stetig ändern. Mit und ohne Menschen.
    Ansonsten darf uns Europäern eine Warmzeit viel lieber sein als eine erneute Kaltzeit.
  • Lost in translation?

    09.05.2013, Chrys
    Die Autorin des "Nature" Artikels ist Natasha Gilbert, während hier -- offenbar irrtümlich -- Daniel Cressey als Autor genannt wird.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Chrys,

    vielen Dank - Sie haben vollkommen Recht. Daniel Cressey ist der Autor des Artikels "A new breed", der in der gleichen Ausgabe direkt hinter diesem Artikel erschien (und der nächste Woche bei uns erscheint). Ich habe den Fehler ausgebessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Die Suche wird weitergehen

    09.05.2013, Dr. Günther Coen
    Wenn ein Chemiker sich zum Experten für die Suche nach der Lösung des schwierigsten Problems der theoretischen Physik aufschwingt, dann ist äußerste Vorsicht geboten: Selbst wenn der Nachweis von Gravitonen sich als schwierig oder gar unmöglich erweisen sollte, dann heißt das noch lange nicht, dass es keine einheitliche Theorie der Quantengravitation geben kann. Tatsache ist allenfalls, dass die "Stringtheorie" lediglich eine Hypothese ist und keine Theorie der Quantengravitation, weil sie eben gerade so konzipiert ist, dass sie sich jeder experimentellen Überprüfung entzieht. So ist es dann auch kein Zufall, dass in der jüngsten Vergangenheit gerade Stringtheoretiker entweder die Möglichkeit oder die Notwendigkeit einer Theorie der Quantengravitation bestreiten. Wer seine Felle wegschwimmen sieht und sich gleichzeitig seine Spielwiese weiter erhalten will, der muss zumindest die Notwendigkeit einer Theorie der Quantengravitation bestreiten und zur "friedlichen Koexistenz" konkurrierender, unvereinbarer Teiltheorien aufrufen. Die Suche nach der Theorie der Quantengravitation wird weitergehen und irgendwann erfolgreich sei. Und wenn sie dann gefunden sein wird, dann wird es für sie eine Fülle von experimentellen Tests geben, genau so wie es nach Auffinden der Allgemeinen Relativitätstheorie eine Fülle von experimentellen Tests für diese gab.
  • Erd? rutsche

    07.05.2013, Dieter Meinert
    Solte eher Mars-rutsche heißen
  • Wie KKWs ineffektiv und gefährlich

    07.05.2013, Alfred Helmut Dürr
    die Kernfusion ist wie die Kernspaltung eine nukleare Energieerzeugung und hat wie die KKWs
    nur einen sehr geringen Wirkungsgrad: alle Großkraftwerke (wie mit Uran, Kohle, Gas u.a.) haben als Wärmekraftwerke nur einen ca. 33 % Wirkungsgrad aufgrund der Thermodynamik.
    Zudem kommt die geringe Ausbeute bei Umwandlung von Nuklearenergie (Kernverschmelzung) in
    Wärmeenergie.
    Alternativen wären Blockheizkraftwerke mit 95 % Wirkungsgrad!!
    Auch bei der Kernfusion entstehen radioaktive Stoffe (z.B. Radionuklide des Wasserstoffs, die auch durch Metall und Beton dringen können). Warum wird die völlig ungefährliche Variante der Sonnenenergie (Licht) in den Fotovoltaikanlagen nicht stärker gefördert? Natürlich ist das hohe GAU-Risiko wie bei den KKWs (das ca. bei 3 Jahren liegt) nicht bei der Fusion möglich. Auch der Atommüll ist nicht so hochgiftig und langlebig wie bei den KKWs (bei Plutonium (bisher 4000 Tonnen) mit einer Halbwertszeit von 24 000 Jahren: ca Millionen Jahren!)
    Alternativen sind neben Wasser und Sonne auch die Windkraft, mit kostenlosem Rohstoff, ohne jegliche Umweltverschmutzung bei ca. 90 % Wirkungsgrad!
  • im vergleich zu ITER...

    07.05.2013, york karsunke
    ...ist der neue Berliner Flughafen geradezu ein Erfolgsmodell.
  • Kühlung

    07.05.2013, Willi
    Wie soll eigentlich das Kühlungsproblem gelöst werden?
  • Frage zur Thematik Schwarzer Löcher

    06.05.2013, Robert Steffen, Meerbusch
    Beim Lesen der beiden Astronomie-Artikel zum Thema "Schwarze Löcher" sind mir zwei Fragen in den Sinn gekommen:

    Wie wirkt ein Schwarzes Loch auf die angenommene "Dunkle Materie" - auf Grund der gravitativen Wechselwirkung sollte dunkle Materie ebenfalls auf schwarze Löcher einfallen, und dann der Ereignishorizont auch für diese Materieform gelten? (Ist dies eventuell ein Beitrag zu den enormen Massen der superschweren Schwarzen Löcher in Galaxienzentren?)

    Weshalb wird angenommen, dass eventuell kurz nach dem Urknall entstandene "Mini-SL" ohne Massenzunahme bis heute quasi "frei" durch das All schwirren? Wenn angenommen wird, dass diese Mini-SL im Zentrum von quantenfluktuationsbedingten Materieverdichtungen entstanden, sollten sie dann nicht die Chance gehabt haben, in kürzester Zeit von ausreichend Materie für eine große Massenzunahme getroffen worden zu sein und damit eventuell die Zentren der später gebildeten Galaxien zu werden (die großräumigen Materieverteilungen im All werden doch ebenfalls auf solche quantenfluktuationsbedingten Inhomogenitäten in der Materieverteilung zurückgeführt)?
    Antwort der Redaktion:
    Die Dunkle Materie ist natürlich vorhanden und wird auch vom Schwarzen Loch aufgesaugt. Sie trägt zur Masse aber nicht so dramatisch bei, weil sie auf der Dimension von Sternen nicht geklumpt ist, sondern nur auf größeren Skalen. Kosmologisch betrachtet gibt es viermal so viel Dunkle wie normale Materie (etwa 20 Prozent, beziehungsweise 4 Prozent des kosmischen Substrats), aber der Hauptbeitrag der Dunklen Materie kommt von Skalen von einigen Megaparsec, den Clusterskalen. Die Dichte der Dunklen Materie in kollabierten Objekten dieser Größe ist etwa 200-mal der kritischen Dichte, und das ist viel kleiner als die Dichte in Molekülwolken zum Beispiel: Also, auf Sternhaufenniveau ist der Beitrag der Dunklen Materie nicht bedeutend.

    Mini-Schwarze-Löcher sammeln auch Materie auf – die Akkretion wird aber reguliert durch die Strahlung, die in der aufgeheizten Materie entsteht (Eddington-Grenze).
    Für ein Schwarzes Loch von Sonnenmassengröße sind das etwa 10exp18 Gramm pro sec. Die Rate ist proportional zur Masse, ergo für ein kleines Schwarzes Loch von 10exp-5 Gramm, also 10exp-20 Gramm pro sec. Macht in 10exp10 Jahren etwa 10exp-2 Gramm, etwas größer, aber immer noch klein. Natürlich sind das nur ungefähre Abschätzungen, aber man sieht, es ist möglich, dass kleine Schwarze Löcher lange überleben.
  • Kant zum Determinismus

    06.05.2013, Hans Pröpper
    Verfasserin und Rezensent beziehen sich auf den großen aufklärerischen Königsberger Philosophen Immanuel Kant.
    Dessen Ausgangsposition wird in der Rezension (S.95, 3.Sp., 2.Abs.) wiedergegeben: „Die These der kausalen Geschlossenheit...“
    Kant hatte erkannt, dass die Kategorie Kausalität (sowie weitere Kategorien) und die Anschauungsformen Raum und Zeit konstitutiv für das menschliche Erkennen sind: Alles, was wir erkennen, ist von vornherein und unabdingbar den Kategorien und Anschauungsformen unterworfen (siehe auch meinen Leserbrief zu "Ist die Zeit eine Illusion?"). Das macht die Eigenheit unseres menschlichen Erkennens aus. Wie die Realität aber wirklich beschaffen ist, das ist uns nicht zugänglich. Um mit Kant zu sprechen: Wir erkennen nur das Ding in seiner Erscheinung, nicht aber das Ding an sich. Das war eine Essenz seiner "Kritik der reinen Vernunft" (1781, im Folgenden "KdrV").
    Es folgt die "Kritik der praktischen Vernunft" (1788, "KdpV").
    Die Kernfrage lautet: Wie kann der Mensch frei handeln, wenn doch alles Erfahrbare dem Prinzip der Kausalität unterworfen ist? Denn dieses Prinzip gilt nicht nur für Naturvorgänge, sondern auch für die Erfahrung eigener seelischer und intellektueller Vorgänge. Die KdrV ließ die Möglichkeit eines „Ich an sich“ (eines Ich hinter dem empirisch erfahrbaren Ich) offen. Dieses Ich könnte frei sein, es könnte aus freiem Entschluss so oder so handeln.
    Was gemäß der KdrV nur eine Denkmöglichkeit war, wird mit der KdpV zur Gewissheit. Kant zeigt die Freiheit des Willens als Postulat (Forderung) der praktischen Vernunft auf. Es wird kein theoretischer Beweis geliefert (hierzu ist die menschliche Vernunft nicht in der Lage). Es muss aber in einem bestimmten Sinne Willensfreiheit geben, weil sonst die Forderung (Sittengesetz), autonom zu handeln, und die Wertung des autonomen Wollens als sittlich gut (oder ungut) sinnlos wäre. Die Freiheit des sittlich handelnden Menschen besteht darin, das unumstößliche, allgemeingültige Sittengesetz zu wollen oder nicht zu wollen, danach zu handeln oder nicht zu handeln.
    Das Sittengesetz manifestiert sich im "kategorischen Imperativ":
    „Handle so, dass die Maxime (Richtschnur) deines Willens jederzeit als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“
    Hiermit tut sich der Nachweis für die Möglichkeit eines freien, nicht kausal bestimmten Handelns auf. Dies liegt jedoch auf einer anderen als auf der naturwissenschaftlichen Ebene mit ihrer methodisch fixierten Forschung. Die mit der Philosophie Kants aufgezeigte Willensfreiheit öffnet jedoch nur ein Fenster, das des Handelns aus Freiheit im sittlichen Bereich. Dies ist das eigentliche konstitutive Element des menschlichen Daseins, das sich seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte durch alle Mythen und Religionen zieht.
  • Intelligent oder klug?

    03.05.2013, Wolfgang Priebsch, Kiel
    Im Artikel wird – wie so oft – Klugheit mit Intelligenz gleichgesetzt. Ich sehe zwischen diesen beiden aber erhebliche Unterschiede. Während Klugheit das abrufbare Wissen bezeichnet, sehe ich in der Intelligenz die Fähigkeit, neues Wissen (für sich selbst, für eine Gruppe oder für die ganze Menschheit) zu erlangen. Oder kurz ausgedrückt: Die Klugheit eines Menschen erkennt man an den Antworten, die er gibt; die Intelligenz eines Menschen erkennt man an den Fragen, die er stellt.
  • Bessere Lösung

    03.05.2013, Christian Heusser
    Anstelle einer Legalisierung der Nashornjagd, wäre die Zucht eine bessere Lösung, denn durch eine "Massenproduktion" von Nashorn würde der Schwarzmarkt aufgrund von "Dumpingpreisen" einbrechen. Weitere Nutzen der Zucht sind die künstliche Erhaltung dieses Tiers und man kann auch wissenschaftliche Beobachtungen anstellen, um die Käufergruppe besser zu untersuchen, und so auch deren Absichten kennenzulernen.
  • Rechenfehler um Zehnerpotenz

    03.05.2013, Richard B. Wernig, Strassburg (Österreich)
    Auf S. 31 verrechnet sich der Autor um eine Zehnerpotenz: Die Bahngeschwindigkeiten in der Akkretionsscheibe erreichen bis zu 550 Kilometer pro Sekunde, fast zwei P r o z e n t der Lichtgeschwindigkeit. Richtig heißen müsste es ..., fast zwei P r o m i l l e der Lichtgeschwindigkeit.
  • Ansatz zur Erklärung

    02.05.2013, Sören Klein
    Meine Theorie ist es, dass wir bislang nur die schwierigen Varianten eines einfachen Grundgesetzes kennen. Wie in Objektorientierten Computersprachen (z.B. Java) gibt es ein Grundobjekt und alle weiteren Objekte leiten sich von diesem ab. So könnte man alle bewiesenen Gesetze der Quantenphysik, Gravitationstheorie usw. zusammenfassen. Wie genau dieses Grundgesetz aussehen kann, weiß ich aber nicht.
  • Technikbewertung

    02.05.2013, Dr.-Ing. Adalbert Rabich, Dülmen
    Der Autor fordert eine wissenschaftliche Diskussion über philosophische und moralische Zielsetzungen der Nutzung technischer Möglichkeiten zur Aufwertung eines Menschen, der zum Beispiel tugendhaft und vernünftig handelt, zumindest perfekter als der heutige sein könnte oder sollte. Dieser sollte in eine gesellschaftliche beziehungsweise soziale Ordnung eingepasst sein oder werden.

    Es erscheint sinnvoll, das herrschende Durcheinander von Begriffen und Bewertungen erst einmal durchzugehen, wie es in einem Teilgebiet die VDI-Richtlinie 3780.1991 vorschlägt (siehe hierzu auch die Dissertationen von W. Scheffczik, Uni Oldenburg 2003 und H. Becker, Kirchl. Hochschule Wuppertal-Bethel. 2008) und - wie es dringend nötig ist - das Enhancement oder den Transhumanismus besser beurteilen zu können, um den Bestrebungen der Politik mit den Schlagworten von sozialer Gerechtigkeit und Verbesserung der Lebensbedingungen ein Fundament zu geben. Manches wird heute leider voluminös ethisch, aber dabei oft einseitig interpretiert.
    Es schwebt so manchen Mitmenschen vor, dass man klüger werden könnte, und wenn nicht, dann aber über den Umweg künstlicher Intelligenz oder weiterentwickelter Computertechnik wenigstens in diese Richtung zu wollen. Dabei zeigt sich immer mehr das Risiko digitaler Demenz, von Überforderung der geistigen Substanz unseres menschlichen Gehirns. Man kann wohl nicht das von der Natur angelegte überspringen (www.philosophie.tu-darmstadt.de/media/institut_fuer_philosophie/diesunddas/normann/mitdernatur.pdf), höchstens durch Wunschdenken und religiöse Vorstellungen. Überhaupt bleibt die Frage: Wann verlassen wir so manche noch heute üblichen Rituale, die ihre Wurzeln in der Steinzeit haben? Und was wäre da zu tun?

    Unterzeichner begrüßt die Anregung des Autors zu einer gründlichen Debatte.