Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Dysfunktion in der diskreten Mathematik?

    12.05.2015, Daniel Schiller, Köln
    "In den hier beschriebenen Bereichen der diskreten Mathematik gilt das Prinzip »Alles hängt mit allem zusammen«."

    Erlauben Sie mir einen leicht pointierten Kommentar zu dieser Faszination über die Strukturen in der diskreten Mathematik und die vielen Wege hindurch. "Nomen est omen", könnte man sagen, wenn die Vielfalt der Beziehungen hier schon eine Grundqualität ist. Wer viel sucht, wird viel finden. Hier ein wenig schütteln, dort ein wenig schielen ... et voilà ... noch eine Strukturbeziehung gefunden ... und noch eine ... und noch eine ... Am Ende hängt es nur von der Suchdisziplin und dem Durchhaltewillen ab, wann man noch etwas findet. Immer neue Strukturen zu finden, sollte offenbar nicht überraschen ... und am Ende auch nicht (übermäßig) faszinieren.
    Überall Beziehungen zu sehen, quasi ungefiltert in ihrer Fülle gefangen zu sein, das betrifft auch autistische Menschen, bzw. Savants. Ihnen fehlt (nach heutigem Kenntnisstand) quasi ein Filter, um das Relevante vom Rauschen zu scheiden.
    Braucht die diskrete Mathematik vielleicht funktionale Filter, um "sinnvolle" Ergebnisse herauszulesen, anstatt in der Fülle der Beziehungen gefangen zu bleiben? (Am Ende landen wir dann aber vielleicht bei der Fülle der Filter, anstatt der Fülle der Strukturen ...)
    Antwort der Redaktion:
    Die Krankheit, die Sie beschreiben, kennen die Fachleute der diskreten Mathematik nicht als "Autismus", sondern als "starkes Gesetz der kleinen Zahlen". "Es gibt gar nicht genug kleine Zahlen, um alle Ansprüche zu erfüllen, die an sie gestellt werden", schreibt Richard K. Guy, der Urheber dieses populär gewordenen Spruchs, mit der Folge, dass die Leute Zusammenhänge sehen, wo es keine gibt (Näheres hier oder hier). Das hat zu den kuriosesten Fehlschlüssen geführt, ganz zu schweigen von den esoterischen Versuchen, hinter Drei- oder Vierheiten die tiefsten Zusammenhänge zu finden.

    Natürlich erhebt Jean-Paul Delahaye den Anspruch, dass die Erforscher der Stern-Brocot-Folge an genau dieser Krankheit nicht leiden. Was zu beweisen ist, indem ein übergreifender Zusammenhang zwischen diesen Einzelergebnissen aufgedeckt wird.

    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Jungen oder Mädchen benachteiligt?

    12.05.2015, HH
    Laut der letzten Pisa Studie sind Mädchen den Jungen in Mathematik ca 3. Monate hinterher. Jungen den Mädchen im Lesen aber ein ganzes Jahr. Und um was geht es im Artikel - quasi nichts anderes als wie man Mädchen besser fördern kann und was ihnen am meisten hilft. Und das obwohl sie schon jetzt in allen Statistiken in der Schule und zunehmend auch in der Uni die besseren Noten aufweisen. Was soll das?
  • Sind das Pollen auf der Biene?

    11.05.2015, Philipp Meier
    Auf dem Photo sei die Biene laut Bildtitel mit Pollen bedeckt. Mir kommen diese Kügelchen allerdings sehr groß vor für Pollen. Welche Pflanzenart produziert solch große und glatte Pollen?
  • Geist sei eine eigene Substanz?

    10.05.2015, Markus Jordi
    Der Rezensent schreibt: "Wenn wir uns von dem Gedanken verabschieden, der Geist sei eine eigene Substanz, die den Körper beseelt, dann sind wir intelligente Wesen, die auf natürlichem Weg entstanden sind und Bewusstsein entwickelt haben." Wieso man sich von diesem Gedanken verabschieden soll, wird leider nicht explizit erwähnt. Wahrscheinlich hat sich der Autor mit dem Ockham'schen Rasiermesser ins eigene Fleisch geschnitten.
  • Toller Artikel

    10.05.2015, Beckmann
    Die Idee, Seidenfäden durch Einlagerung von carbon nano tubes oder durch Graphe zu verstärken, finde ich interessant. Man verbindet das ohnehin schon sehr gute Material der Spinnen durch eine relativ neue Werkstoffklasse.

    Die "News" fand sich auf der Seite "zeit.de". Leider erschienen mir die Arbeiten auch anhand der "news" auf der "Spektrum.de/news" Seite wenig belastbar, und ohne wissenschaftlichen Hintergrund. Beides erschloß sich mir erst, als ich auf das über eine Zwischenstufe erreichbare pdf stieß, 34 sehr informative Seiten. Die Affiliation "Trento und Co" machte plötzlich Sinn - und wichtiger, die Versuchsdurchführung und die Analyse der erzeugten Fäden wurde klar. Eine interessante Erfahrung für mich.
  • @ Franz Köster (Allergie)

    10.05.2015, sigrid f thomer
    Es ist auch durchaus möglich, dass Sie Shiitake aus chinesischen Zuchtfarmen konsumiert haben, die bekanntlich nicht gerade zimperlich mit dem Einsatz von Pestiziden umgehen. Für den Export in die Freie Welt reicht es aus, dass die Maximalwerte für Pestizide nur haarscharf unterschritten werden...
  • Eine Handvoll Zellen

    10.05.2015, Jared J. Myers
    "Gerade einmal eine Handvoll eingewanderter Zellen komme im Körper auf 100 000 eigene" - das wäre furchtbar; dann gäb's in uns kaum eigene Zellen. Ein Kubikmillimeter Epithel enthält schon etwa 125.000 Epithelzellen. Wie viele dann "eine Handvoll" sind, will ich gar nicht ausrechnen :-)
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Myers,

    vielen Dank für Ihre Anmerkung! Mit "einer Handvoll" soll natürlich nur zum Ausdruck gebracht werden, dass die Menge fremder Zellen sehr klein ist. Konkret geht es um ein Verhältnis von etwa 5 fremden zu 100 000 eigenen Zellen. Allerdings variiert dieses Verhältnis von Mensch zu Mensch. Genaue Angaben sind leider nicht möglich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Judith Merkelt

  • Falscher Titel?

    10.05.2015, Walter Weiss
    Der Autor nennt sein Buch "Denken", befaßt sich dann aber, wie ich der Rezension entnehme, mit einem ganz anderen Thema, nämlich mit dem Thema "Bewußtsein". Meiner Meinung nach sind beides völlig heterogene Begriffe: das "Denken" ist ein - wenn auch nur schwer zu definierender, erst recht nachzuweisender - naturwissenschaftlicher Begriff, der sich also der Naturwissenschaft auch zur Erforschung stellt - wogegen das "Bewußtsein" ein nur künstlich in unserer Kultur entwickeltes Thema aus den Geisteswissenschaften ist, das sich (zB ebenso wie "Geist" oder "Seele") also einer ernsthaften naturwissenschaftlichen Forschung entzieht und nur ein Thema für Literatur- und Kulturwissenschaftler, vielleicht auch Soziologen, sein kann.

    Hier werden also - leider wieder einmal ohne vorherige genaue Definition der benutzten Wörter und Begriffe - Dinge vermengt, die nichts miteinander zu tun haben. Der Erkenntnisgewinn des Buches kann daher nur sehr bescheiden sein, d.h. ich werde es mir nicht kaufen.
  • Grüner Star

    10.05.2015, K.Mueller
    Der grüne Star heißt grüner Star, weil er blaue Augen grün erscheinen lässt. Das liegt am erhöhten Augeninnendruck. Das ist wohl eher die Ursache der wechselnden Augenfarbe.
  • Mir wäre es lieber gewesen,

    09.05.2015, Lutz Walther
    wenn sich die Forscher darum kümmern würden, warum Brot verschimmeln kann, warum bei Kartoffeln einige Keine nach innen wachsen, was man gegen den Ungezieferbefall von Reis tun kann, etc, etc. Aber das die Kakaobutter nach einiger Zeit ausgeschwitzt wird, das wußte meine Großmutter schon. Daher völlig unnötig und Geld und Resourssenverschwendung.
  • Blutdruck im Auge

    08.05.2015, Barthel
    Eventuell ist doch eher der Augeninnendruck gemeint ?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter (Herr) Barthel,

    Sie haben völlig Recht: Es ist der Augeninnendruck. Ich habe mich von der der Pressemitteilung fehlleiten lassen.

    Ich habe den Fehler korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank
    Daniel Lingenhöhl
  • Eine Assoziation meinerseits. ;)

    08.05.2015, Andreas Weik
    > Synth-Stücke

    Das assoziiere ich halt mit Bands wie Kraftwerk und Jean-Michel Jarre (um mal die bekanntesten aus dieser Zeit rauszupicken). Beide hatten erfolgreiche Hits um die Mitte-Siebziger (wie sie ja selbst wissen). ;)

    Auch Ihnen ein schoenes Wochenende,
    Ihr Soknappvordenmittefuenfziger.
  • Gaia!?

    08.05.2015, Kai Petzke
    Die Frage ist, ob die vor eineinhalb Jahren gestartete ESA-Mission Gaia die NEO-Durchmusterung nicht eh quasi nebenbei miterledigt. Gaia wird die Position von einer Milliarden Sterne genau vermessen, und so ziemlich alles, was sich in der Nähe der Erdbahn bewegt, quasi als Beifang miterfassen.
  • Danke fuer die Antwort.

    08.05.2015, Andreas Weik
    Das mit dem Rap unterschreibe ich gerne. Aber behaupten zu wollen, dass Kraftwerk und Jean Michel Jarre nur einem kleinen Kreis an Hoerern bekannt gewesen sein soll, laesst mit ziemlicher Sicherheit auf ein Geburtsjahr schliessen, welches fruehestens in den Spaetsiebzigern oder sogar Achtzigern zu verorten sein duerfte. :c)

    Nicht boese gemeint.

    Ich empfehle mal nach "Autobahn" und "Oxygene" zu googlen.
    Antwort der Redaktion:
    Vorsicht, junger Freund - Sie reden hier mit jemandem, der zu passender Gelegenheit Kraftwerk hinterm Steuer eines Audi 50 mitgesungen hat, und zwar bis die Kassette geleiert hat.

    Aber übrigens: Dieser Mensch findet gerade die Stelle in seinem Artikel nicht, wo er Kraftwerk und Jean Michel Jarre in einen Satz gepackt haben soll. Das geht ja auch wirklich nicht ganz leicht von der Tatstatur ... ;)

    Schönes Wochenende,
    Ihr Soumdiemittevierziger

  • Entzauberte Antioxidanzien

    07.05.2015, Alexander Klemencic
    Erwähnenswert ist zu diesem Thema der Artikel vom 20.09.2013 im Spektrum:
    http://www.spektrum.de/news/entzauberte-antioxidanzien/1207955

    EINES BESSEREN BELEHRT
    1 
Jahrzehntelang gingen Forscher davon aus, dass reaktionsfreudige Atome und Moleküle – etwa freie Radikale – Alterungsprozesse vorantreiben, indem sie Zellen schädigen und damit die Funktionen von Geweben und Organen beeinträchtigen.
    2
 Laut neuen Experimenten an Mäusen und Fadenwürmern scheint jedoch ein erhöhter Spiegel an bestimmten freien Radikalen das Leben zu verlängern. Offenbar aktivieren diese reaktionsfreudigen Spezies zelluläre Reparatursysteme.
    3
 Demnach könnte die Zufuhr von Vitaminen oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln womöglich mehr schaden als nützen – zumindest bei gesunden Menschen.
    „ (Zitat Ende)