Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Recht auf den Abruf persönlicher Daten

    22.09.2016, Horst Meyer
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Mit ihrem Artikel sprechen Sie genau das an, wofür ich schon seit Jahren, leider ohne Erfolg, kämpfe.
    Ich versuche seit Jahren eine Groupware (Joorgportal https://github.com/horald/joorgportal) zu erstellen um die persönlichen Daten zu verarbeiten. Dabei geht es mir nicht nur um die "sehr" persönlichen Daten, wie Name, Anschrift und Geburtsdatum, sondern auch um die persönlichen Daten, die im täglichen Leben eines jeden modernen Menschen anfallen. Da wären z.B. die Daten die beim Einkaufen anfallen und in der Regel mit einem Kassenbeleg übermittelt werden. Da diese Daten nur sehr schwer elektronisch zu verarbeiten sind, bin ich gezwungen, diese Daten dann manuell wieder in meinem Computer zu erfassen. Diese Daten liegen aber im Computer des Geschäftes wo ich den Einkauf getätigt habe vor und mit der richtigen Übermittlung z.B. in einer XML-Datei könnten mir diese Daten auch elektronisch übermittelt werden. Damit würde mir viel Zeit und Arbeit erspart.
    Dann gibt es die Daten, die ich zur Prüfung der Heizkostenabrechnung benötige. Bei den modernen Heizung werden diese Daten digital über Nahfunk übermittelt. Einmal im Jahr kommt ein Heizungsableser der diese Daten von den Messgeräten an den Heizungen ausliest. Auch hier erhalte ich keinen Zugang zu den digitalen Daten z.B. in Form einer XML-Datei. Sondern erhalte, wenn überhaupt, nur einen ausgedruckten Beleg. Viele Firma sagen aber, dass man die Messwerte ja selber ablesen kann. Bei ca. 20 Heizkörper auf mehreren Etagen und einigem Möbel rücken, bedeutet dies einen Aufwand von gut einer Stunde, die man im hektischen Familienalltag oft nicht übrig hat.
    Dann gibt es die Daten die ich beim Carsharing benötige um die Korrektheit der Fahrtkostenabrechnung zu überprüfen und eine Analyse über meine Fahrzeiten zu machen, um zu schauen, wie man die Kosten noch minimieren kann. Auch hier werden die Daten wie Kilometerstand, Zeitpunkt des Fahrtbeginns und des Fahrtendes über eine Funkverbindung übermittelt. Mir als Kunde bleibt wiederum nur die mühseelige Aufgabe diese Daten manuell zu erfassen.
    Vielleicht fällt dem ein oder anderen noch mehr solcher Datenbeispiele ein. Mir geht es halt darum, ob ich mit meinem Anliegen alleine darstehe oder ob es noch mehr Menschen gibt, die diese Tatsache stört. Denn wenn ich eine entsprechende Lobby habe, könnte man evtl. eine Petition beim Bundestag starten. Diese müsste ein Gesetz auf den Weg bringen, dass die Unternehmen verpflichtet diese Daten auch in digitaler Form den betroffenen Kunden bei Bedarf zu übermitteln. In der Hoffnung Menschen zu finden, die nicht im digitalen Mittelalter leben, verbleibe ich,

    Mit freundlichen Grüßen
    Horst Meyer
  • Hitler's Uranium Club

    22.09.2016, A. Ziegler
    Danke für die schöne Darstellung.

    Jeremy Bernstein hat seine Auswertung als Hitler's Uranium Club ja nun auch schon vor mindestens 15 Jahren veröffentlicht und kommt darin, gut belegt, zu ähnlichen Schlüssen. Warum die deutsche Geschichtsforschung davon keine Kenntnis genommen haben sollte (bei uns stand das Buch in der Physik-Fachbereichsbibliothek), erschließt sich mir nicht.
  • Gruselig.

    22.09.2016, Michael Weskamp
    Wäre schon interessant herauszufinden wer schon solche Gesellschafts Steuerungs bots einsetzt.
    Nach persönlicher Einschätzung würde ich meinen, dass China sich noch weitgehend aufs eigene Land beschränkt, USA in einigen Gebieten tätig sind und die Russen ganz gewaltig bei uns mitmischen.
    Selbst die selbstständig entstehenden individuellen Filterblasen zB sind schon schlimm genug und die Zahl der wenig differenziert und selbstreflektiv angelegten Menschen ist zu gering, die solche Automatismen durchschauen. Noch kleiner die Zahl derjenigen, die sich davon lösen können. Vollständig wird das wohl keinem gelingen.
    Wäre zu wünschen, dass sich Aufdeckungsgruppen bilden. Fact checks zu Themenkomplexen wären schon eine Hilfe, wenn die nicht auch gehackt würden.
  • Könnte für Aufregung sorgen

    22.09.2016, Chuqui Camata
    Vor ein paar Wochen gab es schon einen Artikel im Spiegel, der sehr vielem zuwider lief, das viele Jahrzehnte anerkanntes Wissen war. Das Fazit dieses Artikels war, dass keiner der wesentlichen Forscher engagiert für den Bau einer Bombe geworben hatte.

    Dieser Artikel erscheint noch detaillierter und zeigt, dass auch das theoretische Wissen hierzu nicht gesucht wurde und wohl kaum vorhanden war. Interessant, was Walter White dazu zu sagen hätte...
  • Nichts Neues

    21.09.2016, Dr. Herbert Wirtz
    Bei aller Anerkennung für die Detektivarbeit: Ist das alles nicht schon seit Jahren bekannt?
    Worauf beruhen die Darstellungen in "Die Nacht der Physiker" ansonsten?
  • Tolle Detektivarbeit

    21.09.2016, Bruno Merk
    Gratulation Herr Prof. Popp, sie haben hier eine tolle, umfangreiche historische Detektivarbeit geleistet. Hier zeigt sich dass fuer den Bereich der Wissenschaftsgeschichte und deren Deutung Geschichtswissen und wissenschaftliche Qulifikation und Erfahrung in gleichem Mass vorhanden sein sollten.
  • Sehr gut

    21.09.2016, Rafael Geisler
    Ich bin immer wieder überrascht wie gut die Spektrumsautoren ihr Handwerk verstehen.
  • Subjektives zu Bewertungen bei Ama***

    21.09.2016, Chris
    Ich passe da voll rein.
    "... nicht nur auf die positiven Reviews selbst achten ..."
    Ich lese vor allem und zuerst die schlechten Rezensionen, denn dort stehen die - möglichen - Mängel und u.U. Einzelheiten, bei denen man selber auch vergessen haben könnte darauf zu achten. Sind die schlechten (alle oder überwiegend) nur "Schwachsinn", dann drängt sich (mir) der Eindruck auf, "wenn es sonst nichts zu bemängeln gibt, dann dürfte das Produkt gut sein".
    Lesen sich die schlechten Rezensionen (oder zumindest ausreichend viele oder gewichtige) aber stichhaltig, dann lese ich die guten Rezensionen nicht, die meisten sind (scheinen mir) im Inhalt sowieso eher wertlos, selbst wenn sie scheinbar aufs Produkt eingehen, was viele nicht einmal schaffen.
    Also würde ich diese Forschung mit "sehr gut, gerne wieder" bewerten.
    (Da es meine subjektive Erfahrung bestätigt, muss es ja gut sein.)
  • Wetter und gefährliches Halbwissen

    20.09.2016, Peter Silberg
    @Werner Kohl
    Extremwetter wird durch Druckänderungen gespeist?
    Die Claudius Clapeyron-Gleichung besagt, dass bei der Erwärmung um 1°C je nach Temperatur in der unteren Atmosphäre 6 bis 8 Prozent mehr Wasserdampf in der Luft gehalten werden kann, bevor Wolkenbildung einsetzt. Also müssen bei noch höheren Temperaturen noch heftigere Wolkenbrüche auftreten:
    https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/klimawandel-immer-mehr-rekord-regenfaelle

    Auch darf nicht ausgeblendet werden, dass sich durch den Klimawandel und die damit verbundenen geringeren Druckunterschiede in der Atmosphäre die Strömungsmuster in der Atmosphäre ändern. So erlebte der Balkan im Mai 2014 eine der schwersten Hochwasserkatastrophen seiner Geschichte. Abgesehen von den verheerenden Regenfällen in Pakistan im Sommer 2010. Beide Extremereignisse lassen sich auf blockierte Atmosphärenwellen (sog. Rossby-Wellen) zurückführen:
    http://advances.sciencemag.org/content/2/4/e1501428

    Die Behauptung, dass mit einer Klimaerwärmung mit mehr Extremwetter zu rechnen sei, ist also keine Urban Legend mit politischem Hintergrund sondern basiert auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen.
  • Legend of Legend

    20.09.2016, Wolf Niese
    #3
    >> Die Behauptung, dass mit einer Klimaerwärmung mit mehr Extremwetter zu rechnen sei, sehe ich als Urban Legend mit politischem Hintergrund an. <<

    Wieso? Braucht doch nur der Antrieb des Jetstreams tendenziell abnehmen. Der speist sich aus dem Temperaturunterschied zwischen Arktis und restlicher Nordhalbkugel. Der Temperaturunterschied nimmt ab. Dadurch ist zu erwarten, dass der Jetstream öfter/länger schlingert und somit auch öfter/länger Hoch- und Tiefdruckgebiete nicht so recht vom Fleck kommen, was wiederum bedeutet, dass es an einer Stelle mehr regnet und an anderer Stelle nicht. Schon allein deshalb können Klimawissenschaftler mit Fug und Recht davon ausgehen, dass Extremwetter wahrscheinlich zunehmen. Gab es bei Spektrum einen Artikel darüber. (http://www.spektrum.de/news/warme-arktis-verschafft-uns-haeufiger-extremwetter/1333459)

    "Wir leben mit Wetter, wir planen für Klima."
    David Titley

    Die Hinweise verdichten sich, dass weltweit mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit Extremwetter zunehmen.(http://www.spektrum.de/news/schuld-ist-der-klimawandel/1406554) Was wäre verkehrt daran, sich darauf einzustellen, anstatt politische Legendenbildung zu vermuten, die ja dann auch noch in weltweiter verborgener Abgestimmtheit zwischen den unterschiedlichsten politischen Systemen von statten gehen müsste. Da halte ich es für wahrscheinlicher, dass Extremwetter zunehmen.

    >> Die Reports des IPCC geben im Übrigen keinen Beleg auf einen Anstieg von Extremwetter-Ereignissen. <<

    Stimmt so nicht. (http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-11/bericht-extremwetter-ipcc) Ist aber auch widersprüchlich. Wenn es sich um eine "Urban Legend" handeln soll: Warum sollte dann ausgerechnet das IPCC - DAS Bindeglied zwischen Politik und Wissenschaft - darauf verzichten, mit Extremwetter angebliche politische Legendenbildung zu betreiben?

  • Besinnung auf alte Weisheiten in revolutionären Zeiten

    20.09.2016, Daniel Goetz
    Was für bemerkenswerte Einsichten eines Vordenkers der Weltwirtschaft: "Schwab ruft dazu auf, den Herausforderungen der digitalen Vernetzung mit Intelligenz zu begegnen – und zwar sowohl in ihren praktischen ("Verstand"), emotionalen ("Herz"), spirituellen ("Seele") als auch physischen ("Körper") Facetten." - Wer die indigenen Kulturen Nordamerikas kennt (oder auch die Positive Psychologie von Nosrat Peseschkian), wird die vier Bereiche des Lebens wiedererkennen. Jüngst erschienen, unser Selbstcoaching-Ratgeber für Führungskräfte "Selbstführung: Auf dem Pfad des Business-Häuptlings" (Springer Gabler) - Getabstract-Zusammenfassung: https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/fuehrung-und-management/selbstfuehrung-auf-dem-pfad-des-business-haeuptlings/27117?st=LIST&si=1
  • Nicht einleuchtend

    20.09.2016, Werner Kohl
    Wind und Extremwetter werden ursächlich von Temperatur- und dadurch von Druckänderungen gespeist. Umso größer der Temperaturunterschied, desto stärker die Winde.

    Dieses Prinzip liegt ja beispielsweise allen GUD- und Kernkraftwerken zugrunde, der Wirkungsgrad steigt mit der Temperaturdifferenz (Stichtwort: Carnot-Prozess).

    Klimawandel findet verstärkt in den (ant-)arktischen Gebieten statt. Während äquatornahe Gebiete kaum von Temperaturänderungen betroffen sind, ist in Polnähe eine globale Erwärmung wesentlich ausgeprägter:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Polare_Verst%C3%A4rkung

    Der Temperaturunterschied zwischen gemäßigten Breiten und (ant-)arktischen Gebieten nimmt daher bei einer Klimaerwärmung ab. Wie kommen dann alle auf die Idee, dass bei einer Klimaerwärmung mehr Extremwetter zu erwarten ist? Ich erwarte das Gegenteil! Nicht ohne Grund gab es während der Kleinen Eiszeit vergleichsweise viele Wetterkatastrophen.

    Die Reports des IPCC geben im Übrigen keinen Beleg auf einen Anstieg von Extremwetter-Ereignissen. Die Behauptung, dass mit einer Klimaerwärmung mit mehr Extremwetter zu rechnen sei, sehe ich als Urban Legend mit politischem Hintergrund an.
  • Ist das so?

    20.09.2016, Chris
    "Im Winter sind die Niederschlagsmengen prinzipiell höher als im Sommer."
    Alle deutschen Niederschlagsdiagramme, die ich kenne, mit langjährig-gemittelten Werten sagen was anderes, fast egal wie ich "Sommer" und "Winter" rechne. Zugegeben, ich kenne nicht viele Diagramme und beziehe mich auf nur "normal-bewohnte" Gebiete.
    Egal ob ich Sommer-/Winterhalbjahr nehme (April bis September/Oktober bis März), meteorologischen (Juni, Juli, August) oder astronomischen Sommer (Juli, August, September) bzw. Winter (immer in ganzen Monaten), im Sommer (in diesem Sinn: Halbjahr, meteorologisch oder astronomisch) hat's mehr Niederschläge.

    Beim DWD finde ich leider keine Diagramme mit genauen Daten (nur Balkendiagramme ohne Werte) und schon gar nicht für Deutschland und/oder deutsche Regionen gemittelt. Und mit augenscheinlichem Vergleich ist dies immer so eine Sache, trotzdem scheint der auch eher für den Sommer zu sprechen.
    Oder sollte ich zufällig nur was anderes aussagende Diagramme angesehen haben oder sind die rund neun Tage die astronomischen Kalender von den kalendarischen Monaten abweichen der Grund? Oder rechne ich sonstwie falsch?
    Antwort der Redaktion:

    Nein, Sie sehen das schon richtig. Das Zitat im Text bezieht sich aber eben nicht auf Mittelwerte, sondern auf die Intensität von Einzelereignissen. Im Absatz vorher heißt es z.B. "Solche Ereignisse sind aber örtlich begrenzt – und einen daraus abgeleiteten landesweiten Mittelwert zu bilden, schränkt die Aussagekraft ein."

    Das heißt, im Winter ist es zwar trockener, aber die auftretenden Regenereignisse sind für sich betrachtet heftiger.
  • Schnee und anderer Nebel

    20.09.2016, Ulrich Heemann
    Dass "Ötzi" seine Gegner nicht rechtzeitig gesehen hat, kann einen ganz simplen, im Text bereits erwähnten Grund haben. Nebel oder - noch überzeugender - Ein Schneesturm. Das würde auch erklären, warum wichtige wertvolle Gegenstände nicht weggenommen wurden, während andererseits seine Lage nicht auf eine würdevolle Beerdigung verweist.
    Dennoch könnte nicht die Zeit gewesen sein, ihn seiner Sachen zu berauben, da ja offensichtlich mehr wertvolle Sachen als nur sein Beil geblieben sind. Dies könnte auf weitere Kampfhandlungen mit Ötzis Begleitern hinweisen. Dabei: wieviele Gegenstände hatte er bei sich, bevor er starb.
    Zu Frage seiner sozialen Schicht: Wenn diese allein aus dem Besitz des Beiles abgeleitet wird, so hat das keinerlei Beweiskraft, könnte doch der Kampf auch dem Wiedererwerb gestohlenen Gutes gegolten haben. Das muss trotz seines Todes nicht unbedingt erfolgreich gewesen sein. Hier scheinen mir andere Indizien zu seiner Ernährung, Kleidung etc. mindestens ähnlich bedeutsam zu sein, sofern man diese entsprechend einordnen kann.
  • Überschußenergie sinnvoll verwenden

    20.09.2016, Michael Schindler
    ich habe mit Interesse den Artikel zu den Energienetzen gelesen. Dazu fiel mir einiges ein. Ich habe vor einigen Jahren bei einer Firma gearbeitet die Strom- und Gashandelssoftware erstellt. Eines der Features dort ist z.B. die Verbrauchs- aber auch die Ertragsprognose. Damit kann man z.B. als Speicherbetreiber vorhersagen was der Preis sein wird um Pumpstrom zum Kauf oder Ökostrom aus Wasserkraft zum Verkauf anzumelden. Das war schon vor 10 Jahren Stand der Technik. Oder welcher von vielen Verträgen für den konkreten Bedarf verwendet werden soll.Das Problem dabei: diese Anmeldungen mussten damals 3 Tage vorher (zu Beginn meiner Tätigkeit als Spreadsheet per Email!) an die Energiebörse (z.B. Graz) oder an die - ich glaub das hieß Ausgleichsstelle - übermittelt werden.

    Windprognosen von 24 oder 36 Stunden sind recht genau - außer es zieht ein Sturm auf von dem man noch nicht entscheiden kann ob viel Strom erzeugt werden kann oder Abschaltung wegen zu viel Wind notwendig wird. 3-Tages-Prognosen sind aber recht ungenau, aber durch die Anmeldefrist nötig. Daher meldet jeder Windkraftbetreiber eher weniger an als erwartet - weniger erzeugen kann man immer, Ersatzlieferungen für nicht erzeugten Strom sind teuer.
    Ein weiteres Problem ist der Kunde. Besitzt ein Kraftwerksbetreiber sowohl Windkraftwerke als auch Kohlekraftwerke (z.B. im Norden Deutschlands) in derselben Regelzone muss er noch nicht sagen wie er den Strom erzeugen wird. Die Windprognose ist aber einige Stunden im Voraus genau genug um ein Kohlekraftwerk ohne Stress hinauf- oder hinunterzufahren. Nur: welcher Ökostromerzeuger investiert in Kohlekraftwerke? Welcher Ökostromkunde will Kohlestrom mit seinem Windstrom mitkaufen?

    Was es braucht sind große, ganz oder teilweise vom Netz nehmbare Lasten um Überschussenergie sinnvoll zu verwenden oder Last abzuwerfen. Ein interessanter Ansatz kommt aus der Stahlindustrie - Reduktion von Eisenerz/Eisenschwamm mittels Wasserstoff als Reduktionsmittel. Damit wird Kohle ersetzt die letztendlich als CO2 den Hochofen verlässt. Man könnte also Überschussstrom zur Erzeugung von Wasserstoff (und Sauerstoff - auch der wird im Stahlwerk gebraucht, LD-Verfahren) verwenden wenn Strom verfügbar ist und speichern; der Speicher muss dabei so bemessen sein dass der Hochofen auch bei längerer Flaute durchlaufen kann. Ob der Wasserstoff jetzt dort erzeugt wird wo der Strom verfügbar ist (nahe Windparks) oder wo er gebraucht wird (Stahlwerk) hängt vom verfügbaren Transportmedium ab: freie Kabel- bzw. Schienenkapazität. Gegenüber vielen kleinen Verbrauchern hat ein Großabnehmer von Wasserstoff wie ein Stahlwerk den Vorteil kein Verteilnetz zu brauchen.

    Das Problem der langen Voranmeldefrist lässt sich nur umgehen indem entweder der Überschußstrom vom Erzeuger direkt verwertet wird so dass er in der Bilanz nicht aufscheint oder der Netzbetreiber selbst die Steuerung dieser speziellen Verbraucher übernimmt und dabei das momentane Stromangebot und die Leitungskapazität berücksichtigt. Natürlich mit Richtlinien wieviel insgesamt erzeugt werden soll.