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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 11

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • "verlorener Schatz..."

    17.05.2018, rap
    völlig korrekt.
    Nämlich die verlorenen ursprünglichen! Gleichungen von Maxwell (der hatte selber gar nicht begriffen was er da insgesamt geschaffen hatte...) in Quaternionen-Mathematik.
    Die heutigen 4 "maxwell´schen Gleichungen" sind von Heaviside (Vektormathematik).
    Obwohl sich Heaviside gegen Ende seines Leben scheinbar wieder mit Quaternionen beschäftigt hat (unter den Fußbodenbrettern seiner letzten Wohnung wurden entsprechende Aufzeichnungen gefunden). Und nach etwas Verlorenem gesucht hat?
    PS siehe auch "Whittaker 1903 + 1904"
  • Artenschutz

    16.05.2018, Obermüller Florian
    Sehr schön formuliert... ich bin immer noch von Artenschutz vor Ort überzeugt. Es wurde fast alles angesprochen, das ich immer noch in Frage stelle. Jeder darf sich damit sein eigenes Bild machen.
  • Eher Wunsch als Realität

    16.05.2018, Steffen Seidel
    Elektrische Schocks können Nervenstörungen bewirken, die längere Zeit anhalten. Oft kommt es auch zu Krämpfen durch diese Nervenstörungen. Nebenwirkungen können eine verstärkte, unkontrollierte Ausschüttung von Hormonen und/oder hormonähnlichen Stoffen sein. Diese spielen bei einfachen Organismen, wie Schnecken, eine weit größere Rolle als bei höher entwickelten Tieren. Durch die laut Artikel wiederholten (wohl sogar öfteren) Elektroschocks kann es zu einer Überflutung mit solchen Stoffen gekommen sein. Durch den der niedrigen Wassertemperatur angepassten langsamen Stoffwechsel bleiben diese Stoffe lange im Schneckenkörper erhalten. Bei der Übertragung werden diese Stoffen im Zielkörper wie in der Zellkultur die gleichen Reaktionen auslösen. In einer anderen Schnecke könnte es sogar zu einem Anreiz kommen, diese Stoffe für eine begrenzte Zeitspanne selber zu produzieren. (Das wäre aber für mich zwar eine Übertragung die gleiche Wirkungen auslöst, aber keine eines erlernten Reflexes. Schon gar nicht über RNA.) Aus dem Artikel ist zu schließen, dass die Wirkung, der „erlernte Reflexe“, nur ein paar Tage angehalten hat. Das ist nicht zu lang für Hormone und ähnlich Stoffe. Echte Reflexe, auch wie ich es über andere Tierversuche kenne, bleiben dagegen weitaus länger erhalten. (Seehasen sind nicht so extrem kurzlebig um daraus einen Grund für ein rasches Verlernen von Reflexen zu konstruieren.)

    Der Reflex ist zudem das Einziehen der Kiemen. Die Dauer nur eine Ausprägung.
    Ein Beispiel: Wenn Ihnen ein Arzt zum Reflextest mit einem Hämmerchen ans Knie schlägt zuckt ihr Bein vielleicht nur geringfügig. Gibt er Ihnen aber vorher eine Injektion (oder Elektroschock) womit die Schmerzempfindlichkeit enorm gesteigert wird, so (Bildlich gesprochen) knall ihr Fuß durch die Zimmerdecke. Solange die erhöhte Schmerzempfindlichkeit andauert, bleibt das so. Das hat nichts RNA oder auch nur mit einem Lerneffekt zu tun. Die Schmerzempfindlichkeit kann durch eine Nervenreizung, (bei Elektroschocks ohnehin immer anzunehmen) auch lange nachdem die Stoffe der Injektion aus dem Körper ausgeschieden wurden, andauern.

    Wird die Schmerzempfindlichkeit über einen körpereigenen Stoff weitervermittelt, so kann dieser entnommen (evtl. konzentriert) und in einen anderen Körper transferiert werden. Dabei gibt es im Zielkörper auch eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit.

    Alles ohne (echtes) Lernen oder gar RNA-Übertragung.
  • Simulation oder Leben?

    16.05.2018, Jared J. Myers
    Frau Schwilles Ziel ist offenbar, ein "Lebewesen" zu bauen oder zunächst einmal zu definieren, das mit der gleichen Umgebung zurechtkommt wie die Wesen der irdischen Biosphäre.
    Variiert man die Umgebung, so kann man schon auf sehr viel einfachere Weise Leben erzeugen - und auch Evolution anstoßen. Besteht die Umgebung aus einem einfachen Pixelraster plus einiger einfacher Regeln, so sind schon manche "zelluläre Automaten" in der Lage, sich zu vermehren, Umgebungspixel zu "verstoffwechseln" und zu evolvieren - z.B. mit dem Ziel, das Raster in "Konkurrenz" zu anderen Pixelwesen möglichst weitgehend zu okkupieren.

    Da man Umgebung und Lebensziele zellulärer Automaten als Programmierer selber definieren kann, kommt dabei auch ab und zu die Lösung eines kniffligen Optimierungsproblems heraus.

    Das "rustikale Einfachst-Leben", das Frau Schwille im Sinn hat, wird vermutlich nichts viel Anderes tun als diese zellulären Automaten - in einer Umgebung von Wassermolekülen mit gelösten Substanzen, vielleicht einer Membran aus polaren organischen Molekülen, und mit einem etwas komplexeren Regelwerk.

    Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir dieses komplexe Regelwerk nicht
    vollständig kennen und es für unsere von-Neumann-Rechner zu komplex (jedenfalls für Echtzeit) ist. Insofern kann uns das erzeugte Leben (und die Schwierigkeiten beim Erzeugen) einiges über seine (und unsere) Umgebung erzählen - und darin, vor allem, sehe ich den Wert des Experiments.
  • Leider auch falsch, wenigstens ein bisschen

    16.05.2018, MR
    Medizinisch ist das alles richtig, aber ein Plazebo, das von weniger gut, oder anders ausgebilden Personen verabreicht werden kann, kann gesellschaftlich eine Verbesserung bringen. Ärzte können sich dann auf die medizinisch behandelbaren oder behandlungswürdigen Fälle konzentrieren, was im Idealfall zu geringeren Kosten und Wartezeit führt. Also Alternativen ja, aber mit der richtigen Begründung.
  • Funktionaler Zusammenhang zwischen Gehirngröße und Körperbau tritt immer deutlicher zutage

    16.05.2018, Eduard Kirschmann
    Ich habe bereits 1999 in meinem Buch "Das Zeitalter der Werfer" darauf hin gewiesen, dass der menschliche Körperbau beim Übergang zum Homo erectus für das Werfen optimiert worden ist. Dabei wurden Anpassungen an das Klettern aufgegeben. Die Dissertation von Neil Roach (2012) und die Arbeiten von Richard W. Young - insbesondere sein Buch "Human Origins & Evolution" (2013) stützen diese Interpretation. Parallel zu den körperlichen Umstellungen begann das fulminante Gehirnwachstum dieser Entwicklungslinie. Auch dieses könnte vor allem den Anpassungen an das werfen geschuldet sein, denn der gezielte menschliche Wurf ist die bei weitem anspruchsvollste Bewegung im gesamten Tierreich:
    Das fängt bei der Komplexität der Bewegung an. Ein Maß für die Komplexität einer zusammengesetzten Bewegung, das in den Ingenieurwissenschaften Anwendung findet ist die Zahl der Bewegungsfreiheitsgrade. Im Vergleich zur in der Paläoanthropologie so beliebten Werkzeugherstellung ist die Zahl der Bewegungsfreiheitsgrade beim Werfen in etwa doppelt so hoch. Daher ist es zwar denkbar, dass ein Gehirn, das sich an die Kontrolle einer Wurfbewegung angepasst hat, lernt Werkzeuge herzustellen – aber nie und nimmer der umgekehrte Fall. Genauso gut kann man versuchen allein mit Lenkrad und Gaspedal ein Flugzeug zu steuern. Jeder neue Freiheitsgrad macht die Bewegung um eine Dimension komplexer – so wie beim Fliegen die dritte Dimension der Höhe hinzukommt und eine neue Regelgröße erforderlich macht. Nur dass beim Werfen weit mehr Dimensionen im Spiel sind als beim Fliegen. Die Wurfbewegung ist so schnell, dass keine Rückkopplungsprozesse stattfinden können. Sie muss in ihrer gesamten Komplexität im Voraus geplant werden und dies stellt ganz besondere, im Tierreich einmalige Anforderungen an das menschliche Gehirn (Kirschmann, Eduard: „Das Zeitalter der Werfer“, 1999). Anforderungen, mit deren Untersuchung Wissenschaftler bisher noch nicht einmal begonnen haben, weil sie in Ermangelung entsprechender Fachkenntnisse gar nicht in der Lage sind sie wahrzunehmen, geschweige denn zu untersuchen.
    Etwas besser sieht es im Fall der Präzision aus. Vor über 30 Jahren behauptete der Neurobiologe William Calvin, das Loslassen eines Wurfgeschosses im richtigen Zeitfenster um ein Ziel zu treffen sei so anspruchsvoll für das Gehirn, dass die Größe des menschlichen Gehirns dafür eigentlich gar nicht ausreichen dürfte. Ich habe 1999 klargestellt, dass die sehr dramatischen Abschätzungen Calvins auf die von ihm bei seinem Gedankenexperiment getroffene, falsche Wahl der Anfangsbedingungen zurückzuführen waren. Aber auch das reale Zeitfenster, das ein Forscherteam um Jonathan Hore mit 0.5 Millisekunden für einen Treffer im Baseball angibt ist geeignet um zu unterstreichen wie unglaublich die Präzision ist, die Menschen beim Werfen an den Tag legen. Dabei genügt das Zeitfenster allein bei weitem nicht um die Anforderungen des gezielten Wurfs an die Präzision der Bewegung zu erfassen. Ein im richtigen Augenblick losgelassenes Wurfgeschoss kann das Ziel nur dann treffen, wenn die Beschleunigungstrajektorie einen Streckenabschnitt aufweist, auf dem das Loslassen zu einem Treffer führen kann. Das eigentliche Zielen, das Ausrichten der Bewegung mit der notwendigen Präzision ist angesichts der Komplexität der Bewegung eine enorme Herausforderung an das Gehirn, mit deren Erforschung meines Wissens bisher noch nicht einmal begonnen wurde.
    Noch größer dürften die Anforderungen an das Gehirn sein, die im Zusammenhang mit der Entfernungsabschätzung beim Werfen stehen. Die Komplexität der räumlichen Wahrnehmung beim Menschen wurde wissenschaftlich bisher am gründlichsten untersucht und ist bekannt. Bei Intelligenztests spielen Teilaspekte der räumlichen Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Allerdings stellen Paläoanthropologen in diesem Zusammenhang den naheliegenden Zusammenhang mit dem Werfen gar nicht erst her. Lieber erzählen sie Heldenepen von in der Savanne umherziehenden Jägern – ungeachtet der Tatsache, dass Orientierung im offenen Gelände von vielen Tieren mit wesentlich weniger entwickelten Gehirnen problemlos beherrscht wird.
    Dass wir unser Fingerspitzengefühl dem Werfen verdanken könnten wurde in Darwins Tradition von zahlreichen Wissenschaftlern in Erwägung gezogen. Aber auch hier fehlt es noch an Grundlagenforschung. Es wäre zum Beispiel kein Problem in einem MRT zu untersuchen, welche Gehirnareale bei einem geübten Werfer aktiv sind, wenn er in Vorbereitung eines Wurfes einen neuen Stein in der Hand wägt. Im Gegensatz zum eigentlichen Wurf könnte man dabei den Kopf fixieren um scharfe Bilder zu erhalten.
    Die dramatische Größenzunahme des menschlichen Gehirns begann zeitlich parallel zur Optimierung des Körperbaus für das Werfen beim Übergang zum Homo erectus. Die männliche Überlegenheit beim Werfen korrespondiert mit dem größeren Gehirn der Männer. Das gezielte Werfen ist die bei weitem anspruchsvollste Tätigkeit im Tierreich und stellt enorme Anforderungen an das Gehirn. Das gilt gleichermaßen für analytische Aufgaben bei der Erfassung und Auswertung taktiler und visueller Informationen, für die Planung der Bewegung und für deren Steuerung. Wenn man herausfinden will, warum unsere Vorfahren große Gehirne entwickelt haben, sollte man als erstes überprüfen, ob es eine Korrelation zwischen Gehirngröße und Wurfleistungen gibt. Ich habe das vor mittlerweile 19 Jahren gefordert, technisch ist dies keine Herausforderung – es muss nur gemacht werden. Es bestehen gute Chancen auf diesem Wege nachzuweisen, dass Darwin 1871 mit seinem Hinweis auf die potentielle Bedeutung des Werfens für die Evolution des menschlichen Gehirns richtig lag. Ist es zu viel verlangt, diese Frage zu klären, bevor dieser Hinweis 150 Jahre alt wird? Wir verfügen längst über bildgebende Verfahren, die es ermöglichen die Gehirngröße von Probanden zu vermessen. Es gibt Sportarten, deren Spitzensportler sich durch herausragende Wurfleistungen auszeichnen, wie Handball und Baseball. Eine geeignete Kontrollgruppe zusammenzustellen sollte auch kein Problem sein. – Was in aller Welt hat die Wissenschaft bis heute davon abgehalten ihre mittlerweile 147 Jahre alten Hausaufgaben zu erledigen und Darwins These zu überprüfen?
    Homo naledi und Homo floresiensis waren vermutlich an Waldreiche Habitate angepasst, in denen sich kostspielige Anpassungen an das Werfen nicht auszahlten - statt dessen setzten sie mehr aufs Klettern. Für die Feuernutzung, Großwildjagd und Werkzeugherstellung benötigte Homo floresiensis kein großes Gehirn - ähnlich könnte es sich mit den denkbaren Bestattungsritualen des Homo naledi verhalten.
  • irgendwie am Thema vorbei

    16.05.2018, Michael Schneider
    Hier muss der gesamte Umfang betrachtet werden und nicht wie von grüner Seite üblich, immer nur ein kleiner Teilaspekt. Deutschland hat ein sehr gut ausgebautes System zur Abfallbehandlung. Von daher ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Plastiktüten in der Umwelt aus Deutschland stammen. Es gibt genug Bilder von in Müll+Wasser Badenden aus asiatischen Staaten, um die wahre Ursache der Vermüllung zu kennen! Ein weiterer Aspekt ist der falsche Umgang mit den Resourcen. Moderne Müllheizkraftwerke bekommen nur noch mehrfach sortierten Restmüll mit extrem niedrigem Heizwert zur Verbrennung. Wären wir so ehrlich und würden eine thermische Verwertung (= Verbrennung) der Kunststoffverpackungen akzeptieren, dann müssten die Kraftwerke nicht mehr Heizöl als Stützfeuer nutzen. Daher gehört der gesamte Kunststoffmüll in den Restmüll zur thermischen Verwertung und sollte keineswegs mit hohem Energieaufwand zu minderwertigen Produkten verarbeitet werden. Der ganze Aufwand hierzu ist völlig überflüssig, umweltschädlich und teuer, da die Verbrennung bereits eine zweite Nutzung des Materials bedeutet. 96% des importierten Rohöls werden nämlich sofort verbrannt...
  • Glückwunsch...

    15.05.2018, Frank Svoboda
    ...Herr Deeg, das ist ein wirklich guter Artikel, der die Aspekte neutral betrachtet. Ob LENR jemals marktreife Energie liefern wird? Wer weiß – schön wäre es schon. Ist doch schade, dass sich unser Staat die Kernspaltung unabsehbar viel Geld kosten lässt und die Fusionsforschung – egal ob heiß oder kalt – dagegen nur spärlich unterstützt wird.
  • Auslöschung durch Spätfolgen (?)

    15.05.2018, Wolfgang Heuer
    "Ob diese Katastrophe unsere frühen Vorfahren beinahe ausgelöscht hätte, wird inzwischen stark bezweifelt.":

    Aber die Spätfolgen drohen uns auszulöschen: Die "Kollektive Neurose", die vermutlich damals - ober bei einer anderen Katastrophe - ausgebrochen ist und uns mit dem Aussterben bedroht. Die "Kollektive Zivilisations-Neurose" (KZN) wie ich diese Pandemie nenne.
  • Eyewears

    15.05.2018, Mark M.
    Wir verfügen schon lange über die Technik, wie so oft müssen sich aber wohl erst die bestehenden Fabrikanlagen erst abschreiben lassen damit man neues breit ausrollt.
    Stichwort VR Brille. Sie kann uns durch augmented reality Bildschirme anzeigen wo wir wollen, und nur der Träger der Brille kann den Bildschirm überhaupt sehen und davon ablesen...
  • Frageproblematik

    15.05.2018, Mark M.
    In einer genau formulierten Frage steckt die Antwort bereits drin. Ist die Frage nicht genau formulierbar wie kann dann eine Antwort befriedigend sein ?
  • Problematische Ausgangsmaterialien

    15.05.2018, Dr. Martin Wöhrle
    Die Materialien für Elektroautos müssen auch noch viel stärker auf ihre Gewinnung und Herstellung hin betrachtet werden. Sie sind ganz und gar nicht harmlos und unbedenklich. Auch sind die Werkstoffe sowohl der Batterien als auch Konstruktionsstoffe sog. compound materials. Dadurch wird ihr Recycling äußerst schwierig und energieaufwändig. Für z.B. carbonverstärkte Teile gibt es keinen sinnvollen Stoffkreislauf außer der thermischen Entsorgung. Allein ihre Herstellung erfordert vielfach mehr Energie als Stahl. Die Batterien werden noch für lange Zeit nur kurze Lebenszeit besitzen und erfordern einen weit häufigeren Austausch als die Motoren und Teile der bisherigen Technologie, für die wir hingegen eingespielte und effiziente Stoffkreisläufe weltweit haben. Es wird sich wieder wie mit Haushaltgeräten und PC usw. ein übler Schrott-Transfer in die Länder der Dritten Welt entwickeln.
    Wenn die E-Autos eine nachhaltige Entlastung der Ressourcen bringen sollen, führt kein Weg daran vorbei, die Fahrzeuge wieder deutlich kleiner und leichter zu machen, damit E-Autos sinnvoll konzipiert werden können. Leider müsste auch der Anspruch auf unbegrenzte individuelle Mobilität geregelt werden. Die riesige Zahl an Menschen, die alle in Zukunft fahren wollen, machen auch diese Technologie der E-Autos bald zur Sackgasse.
  • Wo geht der Autor einkaufen?

    14.05.2018, Heinz Günther
    Das letzte Mal, dass ich eine Plastiktüte erhalten habe, ohne dafür zu bezahlen ist Gefühlt eine Ewigkeit her.
    Zahlen von 2010 scheinen daher extrem veraltet. Seit mindestens 2014 werden Plastiktüten doch nur noch verkauft, oder irre ich da?

    Was mich an dem Thema auch immer verwundert ist, dass scheinbar nur der Weg der Waren aus dem Supermarkt betrachtet wird. Wie viel Plastik wird verbraucht, bis eine Ware im Regal liegt? Die Plastiktüte scheint synonym für Plastik im Einzelhandel zu stehen.

    Wenn man nach dem Verbrauch des Einzelhandels an Plastik im Internet sucht, erscheinen Seitenweise Artikel über den Plastiktütenverbrauch. Verstehen sie mich nicht falsch, hier kann jeder seinen kleinen Teil tun, um Plastikmüll zu verringern, und das ist gut so. Es ist gut ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen. Allerdings, wer einmal gesehen hat, wie Waren häufig ankommen, sollte sich schon die Frage stellen, ob die Plastiktüte in der die Ware landet wirklich das größte Problem ist und ob die extreme Fokussierung auf die Plastiktüte nicht vielleicht den Raum nimmt, über das Plastik entlang der Wertschöpfungskette zu reden?
    Stellungnahme der Redaktion

    Sehr geehrter Herr Günther,

    ich gehe in verschiedenen Läden/Supermärkten einkaufen (und benötige an der Kasse nie eine Plastiktüte, weil ich Rucksack, Stoffbeutel oder Einkaufskorb dabei habe). Wenn man bei Rewe jedoch größere Mengen von Obst- oder Gemüsestückware kaufen will, heißt es in der Regel, dass man diese dünnen Plastiktüten ziehen muss. Stoffbeutel werden an der Kasse nicht akzeptiert, das Obst wird ausgeleert, gewogen und wird eingefüllt...

    Die aktuellsten verfügbaren Daten zu den Plastiktüten stammen aus dem Jahr 2016 (45 Tüten) - das wird im Text aber auch vermerkt. Die Preise gehen in den meisten Discountern bei 10 Cent los, was sehr wenig ist und nicht unbedingt Lenkungscharakter hat. Im Einzelhandel gibt es Plastiktüten meiner Erfahrung oft noch umsonst.

    Und wie im Artikel beschrieben, gibt es Gründe hierzulande gegen eine derartige Abgabe zu sein - aber nicht mit der Begründung der Ministerin. Und natürlich wäre eine derartige Abgabe auch nur ein erster Schritt, denn es gibt noch sinnlosere Verwendungen von Kunststoff als die Tüten, z.B. als Kondom für Gurken oder um Bananen einzuschweißen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl

  • Nur 45 Kunststofftüten?

    14.05.2018, Dietmar
    Die genannten 45 Kunststofftüten sind offensichtlich nur die, die der Handel zählt. Hinzu kommen noch Müllbeutel in nicht unerheblicher Menge sowie Tüten für andere Verwendungszwecke.
    Einweggeschirr, Einmalflaschen oder Plastikstrohhalme können sicherlich durch andere Materialien ersetzt werden. Bei den Tüten für Obst und Gemüse wird sich der Handel einem Ersatz jedoch vehement widersetzen, wenn dadurch die Kassiererin, bzw. der Kassierer, nicht kontrollieren kann, ob der Kunde auch richtig etikettiert hat.
  • Lieber Herr Ebert, Ein paar Zahlen

    14.05.2018, Christoph R.
    Novartis erzielte in den Jahren 2015 und 2016 einen Reingewinn von 7,4 bzw. 7,6 Mrd. €.
    Die Bayer AG von 4,1 bzw 4,5 Mrd. €.
    Würde das intuitiv nicht als "kaum Gewinn" machen bezeichnen.
    Ausgaben für Forschung & Entwicklung bei Novartis 2016 für >200 Projekten in klinischer Entwicklung: 8,55 Mrd.€ (Gesamtumsatz: 46,1 Mrd.€).
    Bayer beziffert diese Ausgaben auf 4,3 bzw. 4,7 Mrd. € bei einem Gesamtumsatz von 46,1 bzw. 46,7 Mrd. €. Allerdings stellt Bayer ja nicht nur Pharmazeutika her.

    Überschrift und Inhalt obigen Artikels stehen in krassem Mißverhältnis zueinander. Im Titel wird - wenn auch mit Konjunktiv und in Form einer Frage - ein Bild von Pharmakonzernen kurz vor dem finanziellen Aus herbeipolemisiert. Dahingegen wird im Artikel selbst hptsl. das aufwendige Verfahren der Medikamentenentwicklung beschrieben, ohne jedoch konkret auf finanzielle Aspekte und die im Titel aufgeworfene Frage einzugehen. Einzige Ausnahme: das wachsweiche "unter Umständen schon über 100 Millionen Euro Entwicklungskosten investiert", das maßstabslos im luftleeren Raum steht. Das Bild vom kaum rentablen Arzneimittelgeschäft, wird im Text nur durch die arbeitsintensive und (zu Recht) hürdenreiche Produktentwicklung suggeriert, jedoch nicht mit handfesten Beweisen untermauert. Pharmakonzerne sind nicht das absolut Böse und entwickeln und liefern wichtige Medikamente, das stimmt wohl. Aber sie stehen auch nicht kurz vor dem finanziellen Ruin, nur um aus Uneigennützigkeit für das Wohl der Menschen zu sorgen. Und zur Gewinnsteigerung bedienen sie sich durchaus auch zweifelhafter Methoden: Preisabsprachen mit Apotheken, Bestechung von Mitarbeitern im Gesundheitswesen, Ausnutzung von Monopolen, wodurch Medikamente extrem teuer und für manche unbezahlbar werden, Vertrieb von gesundheitsschädigeden Mitteln... Alles umso unlustiger, ist doch Gesundheit einer der wichtigsten menschlichen Werte.
    Alles in allem ein seltsamer Artikel. Vielleicht war er ja für einen Urlaub auf Bali gut ; )

    Grüße, Christoph

    Quellen:
    https://www.novartis.com/sites/www.novartis.com/files/novartis-annual-report-2016-de-low-res.pdf S. 10; 271
    http://www.geschaeftsbericht2016.bayer.de/konzernabschluss/gewinn-und-verlustrechnung-bayer-konzern.html
    Geldbeträge von Novartis sind nach dem Wechselkurs vom Ende des jeweiligen Jahres von US$ bzw. CHF umgerechnet.