Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • das alte Dilemma

    08.03.2013, Tede
    Ich finde das Interview sehr informativ und interessant. Gerade im Frühling - es mag lächerlich klingen, aber so ist es - werden Frauen häufiger von zweifelhaftem männlichen Interesse gespickt. Dass das Problem allgegenwärtig ist (und nicht nur von Männern gegenüber Frauen ausgeht), ist außer Frage.

    Bedauernswerterweise ist die Thematik noch nicht damit behoben, dass man von außen herangetragenen Sexismus mit Witz und Ironie (und sämtlichen Schattierungen davon) zurückwirft. Leider ist es häufig so, dass gerade das eine Sache ins Rollen bringt, die unangenehm und penetrant für den/die Betroffene wird und zumeist aus z. B. Annäherungsversuchen und gesteigertem Sexismus besteht. Es wäre schön, wenn darauf auch noch eingegangen wäre, weil das kein seltenes Problem darstellt (gerade jetzt, zur "Saison")

    Trotz allem, ich empfand das Interview als lesenswert, an dieser Stelle ein Dank.
  • Relativitätsprinzip

    08.03.2013, Mathias Völlinger
    'Isaac Newton war klar, dass Raum und Zeit durch "Bewegung" verknüpft sind, er konnte aber nicht über seinen Schatten springen und erklärte sie zu unabhängigen, absoluten Größen.'

    Zumindest der Raum war doch schon damals nicht "absolut", sonst würde ja nicht mal das galileische Relativitätsprinzip gelten, wonach gleichförmig bewegte Systeme dynamisch äquivalent zu ruhenden Systemen sind. So habe ich das zumindest verstanden :-/
  • Äußerst wichtige Ergänzung,

    08.03.2013, Walter Weiss
    insbesondere für Deutschland: nur in einer Nebenbemerkung klingt die Umweltfrage an (verständlich, da das Thema ein anderes ist), sie sollte aber keineswegs ausgeblendet werden: wenn in der propagierten (und vom Autor zurecht korrigierten) Art und Weise Unmengen zusätzlichen Erdgases und Erdöls durch Fracking aus der Tiefe geholt und dann natürlich auch verbraucht,d.h.verbrannt wird, verschlechtert sich durch die zusätzlichen Emissionen von CO2 und abgefackeltem Erdgas schlagartig die Ökobilanz des Luftraums, woran die ganze Welt - und nicht nur die USA - leiden muss.

    Es soll und muss daher massiv GEGEN das Fracking opponiert werden, und das vor allem bei uns in Deutschland, denn es konterkariert eklatant die Energiewende. Es darf demgemäß auch nicht darüber 'nachgedacht' werden, unter welchen Bedingungen in Deutschland und Europa Fracking erlaubt werden könnte. Vielmehr muss von vorn herein das Fracking in Deutschland und in Europa strikt verboten werden. Eine Partei, die dem nicht zustimmt und die diese Anstrengung nicht zu ihrer eigenen macht, ist unter keinen Umständen wählbar. Ein mahnendes 'Wehrt den Anfängen' ist hier wirklich am Platz.
  • Empirie und Ideologie oder: Nüchternes Kalkül vs. Profit- und Herrschaftsphantasien

    07.03.2013, Dr. Karl-Heinz Klär
    Für den Artikel von J. David Hughes möchte ich der Redaktion danken. Er ist aufschlussreich und dem Gegenstand angemessen.

    Er lehrt Neuankömmlinge auf dem Feld der Energieforschung und -gewinnung, dass nicht nur vor der Heirat, im Krieg und nach der Jagd viel gelogen wird, sondern dass auch in dieser Wissenschaft und in diesem Geschäft äußerste Vorsicht geboten sind.

    Ich habe in den vergangenen acht Wochen mindestens zwei Dutzend Artikel über die Segnungen des Fracking und über die neue Suprematie der US-Wirtschaft wegen billiger Energie gelesen. Alle diese Artikel waren darauf angelegt, mich zu veranlassen, an ein Energiewunder zu glauben und eine Fracking-Politik in der EU zu begrüßen.

    In Wahrheit war es nichts Anderes als ein Versuch, die Leute für dumm zu verkaufen und von der Umstellung auf nicht nur dauerhaft vorhandene, sondern auch kostenlose Energien, Sonne und Wind, abzubringen. (Der Begriff "erneuerbar" ist eigentlich Nonsens.)

    Die Nutzung der kostenlosen Energielieferanten verursacht ihrerseits Kosten? Ja, wie die Nutzung aller anderen Energieressourcen auch. Aber am Energieträger und an dessen Bereitstellung verdient niemand. Das ist sicher kapitalistisch kein Geschäft, weil keine Plusmacherei, und darum kapitalistisch ein Elend --- aber es tut doch gut, oder?
  • (Garnicht) Überraschendes Ergebnis

    07.03.2013, Uli
    Wenn ein Autor in einer Studie für eine Institution mit dem Namen "Post-Karbon Institute" zu dem Ergebnis kommt, die Förderung von "unkonventionnellem" Öl oder Gas würde die Erwartungen nicht erfüllen, ist das ungefähr so, wie wenn eine Studie im Auftrag eines Tabakkonzerns zu dem Ergebnis kommen würde, dass Rauchen die Gesundheit fördert....
  • Video vom 31.12.12??

    07.03.2013, Olf Bauer
    Aus welchem Grund genau ist hier ein Video eingestellt, auf dem (angeblich) ein Ereignis des 15.02.13 zu sehen ist, welches mit "31.12.12 18:32 Uhr" datiert ist! Und seit wann ist es am 31.12. in so weit nördlichen Breiten um 18:32 Uhr Ortszeit noch taghell?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Bauer,

    ich nehme an, der russische Autofahrer, der die Kamera auf seinem Armaturenbrett installiert hat, hatte es versäumt, das richtige Datum in der Kamera einzustellen - ein beliebtes Versäumnis bei Digitalkameras. Es ist eines von zahlreichen Videos, die es im Netz zum Meteoritenabsturz gibt, weshalb an der Echtheit eigentlich nicht zu zweifeln ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Abgrund?

    07.03.2013, Mathias Goldmann
    In der Tat haben wir in Europa die Krankheit noch nicht. Und die Vermutung des Eröffnungsartikels zur Preiserhöhung ist vermutlich nicht von der Hand zu weisen.
    Ich war jedoch 2012 im Staat Veracruz in Mexico und habe Freunde besucht, die Orangenplantagen (für die Saftproduktion) besitzen. Sie erzählten mir bei der Plantagenbesichtigung bereits von den massiven Ernteausfällen und Bankrotten benachbarter Bauern und dem fast aussichtslosen Kampf gegen die Krankheit. Zumindest in Mexico ist das Phänomen real und bedroht dort die Existenzen der Plantagenbesitzer.
  • Bedrohlich

    06.03.2013, Henning
    Kiefern in NW-Amerika (Mountain Pine Bark Beetle), Palmen am Mittelmeer (auch so'n Käfer), Edelkastanien (Rindenkrebs), Rosskastanien ("rätselhafte Seuche"), und jetzt auch noch die Orangen. Ganz schön viele Bäume, die momentan gefährdet sind. Gibt es noch mehr?
  • Gentechnisches Praktikum an Schulen im Nordwesten

    06.03.2013, Dr. Peter Flache
    Seit 2004 führe ich ein Praktikum zur Gentechnik an Schulen im Nordwesten (Ammerland, Friesland, Oldenburg, LK Leer, LK Aurich) durch. Auch hierbei werden transgene Bakterien "erzeugt", durch Transformation letzterer mit Plasmiden. Diese Kurse sollen Wissen über dieses Thema vermitteln, aber vor allem Schülerinnen und Schülern das Arbeiten mit wissenschaftlichen Methoden nahebringen (Plasmid-DNA-Isolierung aus E.coli, Analyse der DNA mittels Restriktionsenzymen und Gelelektrophorese, sowie Transformation von E.coli mit diesen isolierten Plasmiden).
    Die Teilnehmer/Teilnehmerinnen kommen aus der Oberstufe und melden sich freiwillig an. Die Kurse finden am Wochenende statt.
    Von Verharmlosung oder Werbung in Bezug auf die Gentechnik kann keine Rede sein.
  • Rizinusöl als Kontaktgift?

    06.03.2013, B. Spintzyk
    Im Märzheft 2013, S. 36, oben, rechte Spalte steht: "Auch viele pflanzliche Substanzen können uns gefährlich werden, manche schon bei Haut- oder Schleimhautkontakt. Man denke nur an den nordamerikanischen Giftefeu, der Ausschlag erzeugt, oder an den Wirkstoff von Rizinus, der schweren Durchfall erzeugt."
    Ricin kann der Autor nicht gemeint haben, und die Pflanze ist bei Berührung nicht giftig.
    Antwort der Redaktion:
    Danke für Ihren Hinweis. Diese Stelle ist leider missverständlich ausgedrückt. Gemeint ist in dem Fall nicht die Berührung mit der Pflanze, sondern der Extrakt.
  • Wissenschaft

    06.03.2013, JimmyConway
    Meine naive Vorstellung, Wissenschaftler wären immer Idealisten und würden jeder Möglichkeit, Forschung zu dirigieren, entgegenwirken, sehe ich hier mal wieder zerstört.
    Schon alleine den mündigen Mitbürgern vorzuwerfen, sie könnten sich noch keine Meinung über Gentechnik gebildet haben, weil sie unwissend sind und zu wenig Informationen auf ihrem Bildungsweg zu Verfügung gestellt bekommen zu haben, ist ein Unding. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung steht Gentechnik kritisch gegenüber und diese Situation mit Millionen aus Landes- und Staatskasse, generiert durch Herrn Wulff, im Schulunterricht gezielt zu verändern, löst bei mir Erschrecken aus. Allerdings erschreckt es mich noch mehr, dass intelligente Menschen (das unterstelle ich Wissenschaftlern einfach mal) nicht in der Lage sind, dieses simple Spiel der Politik und Industrie zu enttarnen. Oder aber ich muss davon ausgehen, dass es unseren Wissenschaftlern bewusst ist und sie der gleichen weltlichen Gier erliegen.
  • Orangen am Abgrund

    06.03.2013, Bernhard Mackowiak

    Klar, das ist doch bloß wieder solch ein "Eröffnungsbeitrag", um spätere und weitere Preiserhöhungen diesmal für Orangen und Orangensaft, das Lieblingsgetränk der Deutschen am Morgen, zu rechtfertigen. Nach der Leier von gestiegenen Energie- und Personalkosten für allgemeine Preiserhöhungen bei den Verkehrsbetrieben oder Druckerzeugnissen sowie China als Großeinkäufer und gesunkenen Bohrinseln für Erdölpreiserhöhungen kommt als Neuestes die Begründung "Krankheit". So kann man auch ein neues bevorstehendes Drehen an der Preisschraube in den
    "Akzeptanzhorizont" der Verbraucher und Kunden heben.
  • Verrechnet

    05.03.2013, Kapitän zur See Edgard Graf von Perponcher
    Auf Seite 50 ihrer Märzausgabe habe ich einen "gravierenden" Fehler entdeckt. In Slough auf phi (also geographischer Breite) 51.5 N steht die Sonne Ende Februar / Anfang März mittags nur etwa 31 Grad hoch und nicht 61, wie dort berichtet. 61 Grad erreicht die Sonne etwa am 5. Juni.
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben Recht. Gemeint waren 61 Grad, vom Zenit her gerechnet. Das wären dann 29 Grad über dem Horizont. Aber das hätten wir natürlich unmissverständlich klarstellen müssen. Der Fehler geht auf das Konto des Redakteurs, nicht des Autors.
  • Umkehrung der Verhältnisse?

    05.03.2013, Wilfried van Haag
    Sollte es in der Tat so sein, dass sich bestimmte Verhältnisse bei negativen Kelvingraden umkehren (z.B. Anziehung ./. Abstoßung von Teilchen), könnte es dann nicht auch so sein, dass sich die Effekte bei Emission von Licht auch „umkehrten“?
    Wir wissen, dass Lichtemission (elektromagnetische Strahlung) entstehen kann, wenn Elektronen von einem angeregten Zustand in den „Normalzustand“ zurückfallen. Was nun, wenn sich genau diese Emission in Richtung Nullemission respektive Absorption verschieben würde? Die Gravitation bliebe - das ist das, was beschrieben wird. Faszinierend – und natürlich nobelpreiswürdig!
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr van Haag,

    die Umkehrung der atomaren Wechselwirkung von abstoßend zu anziehend wird in dem in meinem Artikel beschriebenen Experiment bewusst herbeigeführt und ist also keine Folge der negativen absoluten Temperatur. Ein Gas mit abstoßender Wechselwirkung wäre bei negativen Temperaturen nicht stabil, sondern würde kollabieren. Dies wurde im Artikel vielleicht nicht deutlich genug betont.

    Was Ihre Überlegungen zur Absorption / Emission von Photonen betrifft, so haben Sie natürlich Recht, dass auch hier negative Temperaturen (allerdings der inneren, nicht der äußeren Freiheitsgrade) auftreten koennen. In einem Laser beispielsweise sind die Besetzungswahrscheinlichkeiten der atomaren Energieniveaus invertiert, was tatsächlich einer negativen absoluten Temperatur entspricht.

    Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihr Interesse an meinem Artikel,

    Ihr
    Oliver Morsch
  • Fragwürdige Schlussfolgerung

    05.03.2013, Chris W.
    Liebe Redaktion,
    im o.g. Artikel ist mir etwas aufgefallen:
    "Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sie tatsächlich eine Interaktion zwischen den beiden direkt verknüpften Gehirnen beobachteten." Genau dieser Schluss erscheint mir sehr weit hergeholt (eine Interaktion KANN bei einer nur unidirektionalen Verbindung per se auch nicht möglich sein), zumal eine relativierende Interpretation hierbei wesentlich plausibler erscheint: Die Ratte hat gelernt, sich z.B. mehr auf die Betätigung des Hebels zu konzentrieren/die Aufgabe bewusster auszuführen (und erzeugt dabei peripher ein distinkteres Signal) und erhält dadurch gleich zwei Belohnungen. Das hat mit der zweiten Ratte erst einmal herzlich wenig zu tun, sondern vielmehr mit operanter Konditionierung inkl. Intervallverstärkung, nicht?

    Beste Grüße
    Chris W.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Chris W.,

    natürlich würden auch die Autoren der Studie nicht behaupten, dass die von ihnen postulierte Interaktion über das Verbindungskabel läuft. Was sie stattdessen beobachten, ist eine Interaktion über das Gesamtsystem: Der Empfänger lernt das Signal des Senders zu interpretieren, und der Sender lernt vom Empfänger, ein besseres Signal zu senden (vermittelt durch einen äußeren "Kanal" - die Forscher und ihre zweite Belohnung). Auswirkungen dieser wechselseitigen Anpassung konnten die Forscher nicht nur an der Qualität des Hirnsignals ablesen, sondern darüber hinaus auch an den Reaktionszeiten.

    Nimmt man statt dieser Sicht von außen die Perspektive der einzelnen Ratte ein, findet dagegen genau der Vorgang statt, den Sie beschreiben: Es geht nur um die Belohnung und wie man sie am ehesten erhält.

    Ich halte daher die Interpretation der Forscher für statthaft. Ob sie darüber hinaus auch nützlich oder doch eher trivial ist, sei einmal dahingestellt.

    Beste Grüße
    Jan Dönges
    (Redaktion Spektrum.de)