Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Oh nein, nicht auch hier ...

    16.02.2013, Kurt Melling
    Ich war bisher immer froh, dass Spektrum noch eine schockwellenfreie Zone geblieben war. Aber nun auch in diesem Artikel: Schockwelle.

    Im Deutschen ist ein Schock etwas psychisches. Das was die Engländer als "shock wave" bezeichnen ist in Deutschland eine Stoßwelle. Das englische "shock" hat zwei unabhängige Bedeutungen, nämlich einmal "Schock" und einmal "Stoß". Im Zusammenhant mit Welle ist es aber immer im Sinne von "Stoß" zu verstehen.
    (Außer vielleicht die Schockwelle, die durch die Fankurve im Station läuft, wenn die eigene Mannschaft kurz vor Schluß noch ein Gegentor kassiert. :-)) )
  • Projekt in Bayern

    15.02.2013, martin
    Funfact: Das Bundesland Bayern, einer der zentralen Konfliktherde wenn es um das Thema Grüne Gentechnik geht, leistet sich ein Projekt, das in Workshops und durch Online-Tools die Menschen über Biotechnologie in der Pflanzenforschung informieren soll.

    http://www.pflanzen-forschung-ethik.de/

    Empfehlenswert vor allem der "Ethikrat". Haben wir mit Schülern gemacht: http://ethikrat.pflanzen-forschung-ethik.de/
  • Replik zur Antwort der Redaktion

    15.02.2013, Jörg Gerigk

    Die Antwort zeigt Defizite im Verständnis von systemdynamischer Modellierung und den Gründen für die bisherige Prognosegenauigkeit der Studie "Limits to Growth". Auch wirkt die Wortwahl nicht auswogen, sondern voreingenommen: Welche Performance zeigt ein "mathematisch so realitätsfern modelliertes Modell wie World3"? Nach 40 Jahren wird im Base Run zum Jahresende 2011 eine Bevölkerung von 6,897 Milliarden Menschen erwartet, die UNO feierte symbolisch am 31. 10. 2011 die Geburt des siebenmilliardsten Erdenbürgers. Die Prognosegenauigkeit liegt damit im Unschärfebereich, mit der diese Zahl überhaupt ermittelt werden kann und erheblich genauer als die UNO-Vorhersage von 1975 von 7,6 Milliarden Menschen. Eine "allgemeine Ungenauigkeit des Modells" kann so nicht begründet werden. Die Wortwahl wirkt polemisch, wenn man sie z. B. mit der sehr umfassenden Analyse von Graham Turner kontrastiert, der feststellt: "As shown, the observed historic data for 1970-2000 most closely matches the simulated results of the LtG ´standard run´ scenario for almost all the outputs reported … The comparison is well within uncertainty bounds of nearly all the data in terms of both magnitude and the trends over time."

    Zum Thema Bevölkerungsprognose und der angeblich nicht ausreichenden Gedanken und der "Willkür" oder dem "Glauben", mit denen die Autoren gearbeitet hätten, ist es sehr instruktiv, die Replik von Forrester in "The Debate on World Dynamics: A Response to Nordhaus" zu lesen. Die m. E. wenig qualifizierten Kommentare der Redaktion würden an Gewicht gewinnen, wenn über pauschale Abqualifizierungen hinaus auch konkret Belege für die gemachten Feststellungen gegeben würden.

    Die Frage "Um wieviel soll man die Gesundheitsausgaben heraufsetzen?" an ein Modell zu stellen, das nach Erklärung der Autoren das grundsätzliche globale Systemverhalten darstellen soll, macht keinen Sinn. Unverständlich bleibt der Bezug auf die Stringtheorie, die sich mit ganz anderen Fragestellungen befasst. Die "hohe" Zahl an Parametern ist kein Problem an sich: Wenn sich Parameter entfernen lassen, ohne dass die Qualität der Reproduktion der historischen Entwicklung leidet, kann er entfernt werden. Wenn "curve fitting" betrieben worden wäre, sollte nach 40 Jahren die Prognosegenauigkeit erheblich niedriger liegen.

    Und auch der Vorwurf, dass keine fundamentalen Gesetze gefunden wären, verwundert: Die Studie befasst sich mit der Frage, wie sich das globale System weiterentwickeln wird. Dazu werden qualitativ erfasste Ursache-Wirkungs-Beziehungen quantitativ unterlegt und unter der Annahme gleichbleibenden Verhaltens oder aktiver Verhaltensänderungen in die Zukunft fortgeschrieben. Ob dafür fundamentale Gesetze gefunden werden müssen oder nicht, ist nicht Ziel der Arbeit. Ziel war zu zeigen, auf welchem Entwicklungspfad das globale System sich befindet und welche Alternativszenarien möglich sind.

    Von den Autoren der Studie zu erwarten: "Wie soll das Modell die Möglichkeit umfassen, dass die düsteren Prognosen die Menschheit so aufschrecken, dass sie ihr Verhalten grundsätzlich ändert und damit die Prognose selbst widerlegt?" ist im Kontext grundsätzlicher Kritik an der Belastbarkeit der Methodik eigenwillig. Das Szenario 3 in LtG beschreibt, wie eine langfristig stabile Entwicklung gestaltet werden könnte. Leider ist ein großer Teil der Rezeptionsgeschichte dadurch geprägt, dass Defizite in der Analyse gesucht werden, ohne qualitativ gleichwertige Gegenentwürfe zur Verfügung zu stellen und damit eben nicht aktiv langfristig wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dazu sehr nachdenklich Dennis Meadows in http://www.youtube.com/watch?v=f2oyU0RusiA .

    Antwort der Redaktion:

    Jörg Gerigks reichhaltige Literaturliste gibt jedem Leser eine weitere Gelegenheit, sich ein Bild von der Sache zu machen, und ist insofern selbstverständlich zu begrüßen.

    Was seine Angriffe auf meine Person angeht (und da ich der verantwortliche Redakteur bin, trifft auch ein Angriff auf "die Redaktion" im Wesentlichen mich): Meine Aufgabe ist es im Wesentlichen, dem deutschsprachigen Publikum den Text von Hayes in getreuer und verständlicher Form vorzulegen. Daher kann ich gut mit der Tatsache leben, dass mir die Existenz einer Forschungsrichtung namens "Systemdynamik" bislang nicht geläufig war. Ich fühle ich auch nicht veranlasst, ein besseres Modell der globalen Entwicklung anzubieten als die Autoren von "World3".

    Was ich aber verstanden zu haben glaube, ist, dass Systemdynamik sich vorrangig mit der mathematischen Modellierung komplexer Systeme befasst. Und davon verstehe ich etwas (ich habe eine wissenschaftliche Vergangenheit als Mathematiker). Aus diesem Verständnis kann ich Hayes' Argumentation nachvollziehen und sehe sie auch durch Gerigks Ausführungen nicht widerlegt.

    Dass das Modell große Ungenauigkeiten hat, wird von niemandem bestritten. Die Ungenauigkeiten kommen bereits durch die sehr großzügige Aggregation von Daten zu Stande. Beispielsweise sind das globale Pro-Kopf-Einkommen und der globale Pro-Kopf-Konsum an Nahrungsmitteln sehr starke Vereinfachungen, die große Ungenauigkeiten zur Folge haben.

    Diese Aggregation kann sogar wissenschaftlich sinnvoll sein. In diesem Fall würde man es dem Modell noch nicht einmal übelnehmen, wenn es mit seinen Prognosen ein gutes Stück danebenläge. Nur: Die fast perfekte Übereinstimmung zwischen Modell und inzwischen eingetretener Realität beweist eben nichts. Sie erfüllt einen Anspruch, den selbst die Autoren des Modells nie gestellt haben.

    An einigen Stellen hat Jörg Gerigk meine Antwort nicht richtig gelesen. Ich habe nicht behauptet, dass World3 ein realitätsfern modelliertes Modell sei, sondern dass die Modellierung der Wirkungen von Ausgaben im Gesundheitswesen durch einen schlichten konstanten Zeitverzug realitätsfern ist. Ich habe auch nicht die absurde Erwartung geäußert, die Autoren der Studie hätten den öffentlichen Effekt der Studie in diese selbst mit einbauen sollen.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Ausgewogenheit

    15.02.2013, Marian K
    Zwar scheinen die Quellen und angeführten Informationen auf den ersten Blick einigermaßen ausgewogen, in wie weit sich diese scheinbare Ausgewogenheit aber dann im Unterricht wiederfindet ist allerdings unklar. Zwar werden Quellen von Greenpeace und transgen angeführt, allerdings scheint man sich dabei die weniger informativen Publikationen ausgesucht zu haben, viele wesentliche Informationen dabei nicht als Quelle anzuführen.
    Warum also das Projekt gestoppt wurde sollte sicherlich näher ausgeführt werden.
  • Vorverurteilung ohne jegliche Sachkenntnis

    15.02.2013, Wiebke Rathje
    Mehr Bürgerbeteiligung und mehr Mitbestimmung zu gesellschaftlich umstrittenen Themen wie der Gentechnik, aber auch Stammzelltherapien, Präimplantationsdiagnostik oder Gentests, sind nur möglich, in dem Schülern als Entscheidungsträger von morgen ein naturwissenschaftliches Grundverständnis vermittelt wird. Gerade die Biologie hat in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Wissenszuwachs erfahren. Heute müssen Schüler laut niedersächsischem Kerncurricullum bis zu ihrem Abitur komplexe Methoden wie die Polymerasenkettenreaktion, Genklonierung, ja sogar die Microarray-Technologie beschreiben können. Wie Biologielehrer diese Methoden ohne anschauliche Experimente Schülern vermitteln sollen, blieb offen. Aus Zeit- und Kostengründen ist das Experimentieren im herkömmlichen Biologieunterricht oft gar nicht möglich. Den Schulen fehlt es zudem an Ausstattung und Know-how. Mit Einführung von HannoverGEN wurde ein einmaliges Angebot geschaffen, das es Schülern und Lehrern ermöglicht, solche Experimente nicht nur an außerschulischen Lernorten, sondern in Schulen ihrer Umgebung ohne weite Anfahrtswege, durchzuführen.
    Und genau das hat den bisherigen Erfolg von HannoverGEN ausgemacht. Die Nachfrage ist groß, die HannoverGEN-Schullabore sind ausgelastet, der Bedarf an weiteren Laboren, insbesondere auch in ländlichen Regionen Niedersachsens, wäre hoch. Doch anstatt dessen wird ein Projekt, das mit viel Engagement und persönlichem Einsatz von Lehrern betrieben wurde, eingestellt ohne die Projektbeteiligten angehört zu haben.
    Ich bin wissenschaftliche Projektmitarbeiterin von HannoverGEN und musste erfahren, wie von einzelnen Interessengruppen eine Vorverurteilung vorgenommen wurde, ohne sich jemals ernsthaft mit uns und dem Projekt auseinanderzusetzen. Hätten die Kritiker unsere Einladungen zu einem Besuch eines Labortags mit Schülern angenommen, hätten sie feststellen können, dass gerade wir die Schüler überhaupt erst auf das Konfliktfeld Gentechnik im allgemeinen und die Grüne Gentechnik im speziellen aufmerksam machen (im übrigen bieten wir nicht nur Labortage zur Grünen Gentechnik an, sondern auch zu Evolution, Phylogenetik, Krebsforschung, Insulinherstellung etc.). Sie hätten feststellen können, wie das eigene Experimentieren Schüler motiviert und das Fachwissen und Interesse an Naturwissenschaften fördert. Sie hätten feststellen können, dass begleitende Studien belegen, dass ein HannoverGEN-Besuch nicht zu einer Meinungsveränderung hinsichtlich Grüner Gentechnik bei Schülern führt. Und sie hätten feststellen können, dass es uns auch gar nicht interessiert, ob Schüler eine befürwortende oder kritische Meinung bilden. Es ist aber spannend, dass Schüler anschließend fundiert und wesentlich differenzierter argumentieren können. Es wird vorausgesetzt und als selbstverständlich genommen, dass Lehrer Themen wie Abtreibung, Sexualkunde, PID etc. neutral und ohne Einflussnahme auf die Schüler behandeln können. Aber bei der Gentechnik soll das nicht der Fall sein? Welches Meinungsbild liegt bei den Kritikern eigentlich über Lehrer vor?
    Es ist somit besonders tragisch, dass gerade HannoverGEN Opfer von Ignoranz und Vorverurteilung ohne jegliche Sachkenntnis geworden ist.
  • Blinde Meinungsbildung

    15.02.2013, Nina Bailly
    Nur indem man das Thema wirklich versteht kann man sich darüber auch eine Meinung bilden, die etwas zählt. Diese erscheckende Entwicklung erinnert mich stark an die Einführung der Kreationismus-Lehre in vielen amerikanischen Highschools. Es wird gelehrt, was die Politiker sich wünschen, damit möglichst viele Menschen ihnen später zustimmen ohne überhaupt zu wissen worum es geht. Die echte wissenschaftliche Lehre wird durch die Hetzreden der Politiker ersetzt.

    Aber wer auch sich auch nur einmal mit der Materie befasst hat, erkennt schnell die populistischen, hysterischen und oft einfach falschen Argumente in der Debatte.

    Wo bleiben hier also die Chancen für freie Meinungsbildung? Wenn sich die Grünen und die SPD so sicher sind, dass gründe Gentechnik falsch ist, wovor haben sie dann Angst?

  • Den Menschen Heilen, nicht seine Symptome unterdrücken...

    15.02.2013, Uwe Neumann
    Es gibt zunehmend alternative Ansätze zur Angstüberwindung, Angstlösung und -Heilung.... Tabletten sind leider (auch) ein Riesengeschäft. Ich schließe mich Herrn Zimmermann an. Der wachsende Medikamentenkonsum, der auch auf eine von der Natur und dem eigenen Wesen entfremdeten Spezies zurückgeführt werden kann, zeigt immer mehr seine Konsequenzen.
  • Die psychosomatische Medizin

    15.02.2013, Rudi Zimmerman
    Ein sehr ausgewogener Aufsatz zum Verhältnis westlicher und östlicher Medizin.
    Interessant wären noch die Sicht der "Verbraucher" gewesen: die westliche Medizin schickt den Kranken zu 3 unterschiedlichen Fachärzten, von denen jeder dem Patienten mindestens ein Medikament verordnet, so dass er am Ende 5 Sorten Tabletten schluckt, was die Pharmaindustrie erfreut und die Krankenkassen (die Versichertengemeinschaft) belastet. Der Kranke fühlt sich jedoch abgespeist und wünscht sich Zuwendung und Verständnis und findet diese zunehmend in der östlichen Medizin. Der kranke Mensch zahlt dafür gern aus eigener Tasche, was den Vertretern der Alternativmethoden den Lebensunterhalt sichert.
    Ich frage mich jedoch, warum die psychosomatisch-psychotherapeutisch orientierten Ärzte westlicher Prägung, die ein ganzheitliches Konzept vertreten und die Kompetenz haben, dem Patienten bei seinem Wunsch nach Umorientierung zu helfen, nicht genutzt werden? Warum haben die "Patienten" das Bedürfnis, sich mit westlichen Pillen oder östlichen Nadelstichen wieder fit fürs Arbeitsleben machen zu lassen, anstatt ihr inneres Wohlbefinden durch eine Psychotherapie herzustellen - bei der sie aktiv mitarbeiten müssten?
  • Nicht nur Fische verändern ihr Verhalten

    15.02.2013, Rudi Zimmerman
    Der Fisch steht inmitten der "Nahrungskette". Zunächst landen die untersuchten Tranquilizer in Einzellern und verändern deren Verhalten - was noch gar nicht untersucht ist. Am Ende landen die Wirkstoffe selbstverständlich wieder im Menschen. Und nicht nur Diazepamderivate, sondern ein ganzer Cocktail von Wirkstoffen. Das verändert nicht nur das Verhalten der Menschen, sondern stellt auch erhöhte Anforderung an die Ausscheidungssysteme des Menschen (Leber, Nieren), die sich adaptieren müssen. So verändern die Pharmaindustrie und die Medizin die Evolution.
  • Wissenschaft? Ja, aber bitte politisch korrekt!

    15.02.2013, Wolfgang Nellen
    Es geht nicht nur um die Grüne Gentechnik. Schülerlabore sind unverzichtbar geworden. Die bestehenden Schülerlabore sind ausgebucht, weil Lehrer die Anforderungen des modernen Biologieunterrichts kaum noch leisten können. Eigentlich ist eine flächendeckende Unterstützung der Schulen durch Bio-Experten und moderne Geräte erforderlich. Statt dessen schließt Niedersachsen eines der führenden Schülerlabore Deutschlands, weil es den politischen Ansichten der neuen Landesregierung nicht entspricht - oder was? Der Koalitionsvertrag fordert mehr Bürgerbeteiligung, mehr Mitbestimmung, mehr Transparenz - das ist gut. Aber soll das erreicht werden, indem wissenschaftliche Inhalte des Schulunterrichts erst einmal auf politischer Korrektheit untersucht und bei Bedarf abgeschafft werden? Als Leiter des Schülerlabors Science Bridge in Nordhessen bin ich über die Entwicklung in Niedersachsen sehr beunruhigt.
  • Die Allverschränkungs-Hypothese

    14.02.2013, Josef Gnadl, Regensburg
    Wie Sie in der Antwort der Redaktion auf den Leserbrief "Eine Lanze für Einstein" von Andreas Fuß schreiben, besteht das Wesen der Nichtlokalität der Quantenmechanik, wie es in Experimenten zur Bell'schen Ungleichung zu Tage tritt, darin, dass das Ergebnis eines Experiments am Ort B instantan davon abhängt, WIE man am Ort A misst. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Entscheidung über das Wie der Messung am Ort A ein "von außen" wirkender Akt ist, der entweder durch die postulierte Willensfreiheit des Experimentators vollzogen wird oder sich als Ergebnis eines quantenmechanischen Zufalls-Ereignisses ergibt (letzteres wurde meines Wissens in Experimenten von Zeilinger realisiert).

    Wie wäre es, wenn man davon ausgeht, dass ein solcher "äußerer" Akt gar nicht existiert, weil auch der Wille des Experimentators oder der Zufallsgenerator in Wahrheit das Produkt eines allumfassenden Kausalzusammenhangs sind?

    Ich muss zugeben, dass ich das, was ich hier schreibe, selber mehr erahne als wirklich verstehe. Aber "Allverschränkungs-Hypothese" klingt doch gut, oder?

    Noch eine Bemerkung: Ich habe andernorts die "Many-Worlds-One-Mind-Interpretation" der Quantenmechanik vertreten. Mir ist nicht klar, ob diese mit dem hier geschriebenen verträglich ist.

  • Übertragungsrisiko

    13.02.2013, Müller
    Das Übertragungsrisiko durch Menschen besteht in der Tat. Mich wundert, dass nicht mehr Menschen aus den asiatischen Ländern auf EHEC und MRSA untersucht werden. Von Tuberkulose ganz zu schweigen. Das ist wahrscheinlich gegen die "Menschenwürde".
    Selbst das auswärtige Amt warnt vor Resistenzen in Indien aufgrund des unkontrollierten AB-Einsatzes: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/IndienSicherheit.html
  • Resistenzen durch AB-Einsatz in der Tierhaltung

    12.02.2013, Ina Müller
    Die Autorin bringt hier etwas durcheinander bzw. ist von dem in Deutschland üblichen medial geförderten Mainstream indoktriniert:
    1. Resistenzen werden in Groß- und Kleinbetrieben beobachtet - unabhängig von der Bewirtschaftsungsform, also also ob Bio- oder Konventionell: http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0030092
    und
    http://www.animal-health-online.de/gross/2012/02/08/antibiotikaresistenzen-behandlungsintensitat-und-betriebsgrosse-ohne-zusammenhang/20143/
    2. In Deutschland erfolgt die Verschreibung nicht im rechtsfreien Raum. Bis zu sieben Aufzeichnungen (bei Landwirt und Tierarzt) sind erforderlich, die jederzeit und 10 Jahre rückwirkend eingesehen werden können.
    3. In der Humanmedizin werden je kg Körpergewicht wesentlich mehr AB verschrieben, als in der Tiermedizin: http://www.medcom24.de/content/Die-AVA-zum-Antibiotikaeinsatz-bei-Tieren-Deutschland-%E2%80%93-was-bedeuten-die-Zahlen
    4. In der deutschen Veterinärmedizin werden keine (oder nur sehr wenig) Reserveantibiotika eingesetzt. Der überwiegende Anteil umfasst "alte" AB und deren Wirksamkeit belegt die fehlenden Resistenzen: http://www.openpr.de/drucken/662784/AVA-zur-Veroeffentlichung-des-Antibiotikaeinsatzes-in-der-Tiermedizin-durch-das-BVL.html
    5. Insbesondere in Abwässern aus Kliniken und Abwässern finden sich resistente Keime:
    http://www.animal-health-online.de/drms/rinder/keime.htm
    6. Resistenzen entstehen auch ohne Antibtiokaanwendung: http://www.animal-health-online.de/gross/2007/03/10/resistenzen-auch-ohne-antibiotikaanwendung-ant/9251/
    7. Falsche Verschreibungen in der Humanmedizin führen zu mehr Resistenzen: http://www.animal-health-online.de/gross/2013/02/07/humanmedizin-mehr-antibiotika-resistenzen-durch-falsche-verordnung/23975/
    und
    http://www.animal-health-online.de/gross/2010/09/15/humanmediziner-gefaehrden-wirksamkeit-von-antibiotika/14685/
    und
    http://www.animal-health-online.de/gross/2012/03/22/wissenschaftler-antibiotikaresistenzen-aus-kliniken-und-haushalten-auf-dem-vormarsch-krankenhausabwasser-separat-behandeln/20611/
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrte Frau Müller,

    vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Die Ergebnisse stammen, wie ausdrücklich im Artikel erwähnt, aus Großbetrieben in China - dass in Deutschland die Verschreibungspraxis, Anwendung und Kontrolle eine andere ist, stelle ich überhaupt nicht in Frage. Genauso wenig wie den Fakt, dass Resistenzgene natürlich nicht nur aus der Tierhaltung stammen. Aber sie stammen, insbesondere in Ländern, in denen die Kontrolle nicht so gut ist wie hierzulande (und das sind viele), eben zu einem großen Teil von dort - mit entsprechenden Risiken für die Gesundheitsversorgung der dortigen Bevölkerung.

    Darüber hinaus können die dort in die Umwelt gelangten Resistenzgene sehr wohl größere regionale Auswirkungen haben: Sie gelangen über den Kompost in Oberflächengewässer, Grundwasser und die Luft und werden so weiter verfrachtet. Die Forscher sehen sogar das Risiko, dass Agrarprodukte oder Menschen, die mit entsprechend resistenten Keimen infiziert sind, solche Resistenzgene global verbreiten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Antje Findeklee

  • Fehler

    12.02.2013, Karl Bednarik

    Salzgehalt, der 18 Mal so hoch wie jener der Ozeane
    und acht Mal so hoch wie der des Toten Meers ist.

    Meerwasser 3,5 % ( 3,5 * 18 = 63 )

    Totes Meer 28 % ( 28 * 8 = 224 )

    Don-Juan-See 44 %

    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Bednarik,

    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Wissenschaftler selbst sprechen davon, dass der Don-Juan-See 18 bzw. 8 Mal mehr Salz hätte als die Ozeane oder das Tote Meer. Aber da scheinen diese selbst auf dem Holzweg gewesen zu sein. Er ist offensichtlich "nur" 12,5 Mal salziger als der Ozean und 1,6 Mal salziger als Tote Meer. Ich habe den Text entsprechend angepasst.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl

  • Eine Lanze für Einstein

    11.02.2013, Andreas Fuß
    Mit großem Interesse habe ich den Artikel „Fruchtbare Irrtümer“ in der Januarausgabe von Spektrum der Wissenschaft gelesen und möchte ihn zum Anlass nehmen, eine Lanze für Einstein zu brechen. Denn entgegen der allgemeinen Sichtweise halte ich seine Abneigung gegenüber der „spukhaften Fernwirkung“ für korrekt. Das allgemein als Verschränkung bezeichnete Phänomen wird wohl nach wie vor nicht korrekt gedeutet.

    Der kritische Punkt ist die paarweise, also auf einem gemeinsamen Emissionsvorgang basierende Emission der beiden verschränkten Teilchen. Dadurch haben beide – abgesehen von der Richtung der Emission – den gleichen identischen Satz von Eigenschaften, beziehungsweise das eine Teilchen zwangsläufig den exakt komplementären Satz zu dem des anderen erhalten, und es ist im Grunde genommen keineswegs verwunderlich, dass dann beide auch das jeweils korrespondierende Ergebnis bei der Messung einer Eigenschaft, zum Beispiel des Spins, zeigen.

    Dieses Phänomen bedarf keiner wie auch immer gearteten instantanen Fernwirkung nach der Emission, durch die die Messung des einen die des anderen beeinflusst. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Wenn man eine Nachricht in Form zweier identischer Kopien klassisch per Post an zwei Adressaten schickt (gemeinsamer Emissionsvorgang), wird sicherlich keiner der beiden Adressaten irgendeine wie auch immer geartete instantane Fernwirkung bemühen, um zu erklären, dass beide die identische Nachricht erhalten haben. Es liegt einfach daran, dass beide Nachrichten dem gleichen Emissionsvorgang entstammen, und daher identisch, beziehunsweise gegegenenfalls zueinander korrespondieren sind!

    Daher ist es auch nicht korrekt, aus den miteinander korrespondierenden Messergebnissen der beiden Teilchen auf eine diese Messungen beeinflussende instantane Fernwirkung zu schließen, und zwar so lange nicht, solange die beiden Teilchen einem gemeinsamen Emissionsvorgang entstammen. Erst wenn es gelänge, zwei Teilchen unabhängig voneinander zu emittieren, und Messungen an diesen voneinander unabhängigen Teilchen korrespondierende Ergebnisse zeigen würden, wäre das ein Nachweis für eine instantane Fernwirkung.

    Solange das nicht der Fall ist, besteht keinerlei Bedarf daran, eine instantane Fernwirkung zu bemühen, um korrespondierende Messergebnisse an miteinander verschränkten Teilchen zu erklären. Gemäß Ockhams Rasiermesser resultieren die korrespondierenden Messergebnisse schlicht und einfach - sowie ohne jegliche instantane Fernwirkung - auf der gemeinsamen Emission und sind daher auch vom Zeitpunkt der Emission an festgelegt.
    Antwort der Redaktion:
    So einfach ist die Sache mit der "spukhaften Fernwirkung" leider nicht. Sie argumentieren, wenn ich Sie recht verstehe, so: Wenn ich zwei identische Teilchen erzeuge und an dem einen eine Eigenschaft messe, weiß ich natürlich auch ohne Messung sofort, dass das andere Teilchen, da mit dem gemessenen identisch, dieselbe Eigenschaft haben muss ­ ganz ohne Fernwirkung. In der Quantenphysik verhalten sich jedoch Eigenschaften wie Spin und Polarisation anders als in der klassischen Physik, nämlich gequantelt. Das heißt: Messe ich den "Spin einhalb" eines Elektrons mit einem vertikal orientierten Messgerät, so erhalte ich entweder "Spin einhalb aufwärts" oder Spin einhalb abwärts". Messe ich an dem Teilchen den Spin mit einem unter zum Beispiel 60 Grad geneigten Messgerät, so erhalte ich nicht wie klassisch zu erwarten "Spin einhalb aufwärts mal cosinus 60" oder "Spin einhalb abwärts mal cosinus 60", sondern wiederum komplette Spinquanten einhalb, nur diesmal in der schrägen Richtung. Es ist die willkürliche Orientierung des Spinmessgeräts, die die Frage aufwirft: Woher "weiß" das andere Teilchen, in welcher Messrichtung ich den Spin des ersten Teilchens gemessen habe, um sich dennoch identisch zu verhalten? Erst dieses "Übermaß an Identität" der beiden Quantenobjekte sprengt den klassischen Rahmen und ließ Einstein von spukhafter Fernwirkung sprechen.