Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Interessante Frage im Titel.

    09.09.2015, Peter Weins
    Können Lehrer Männer sein und umgekehrt? Ich denke schon!
    Ob jeder Lehrer ein Mann, im besten Sinne des Wortes, ist und jede Lehrerin eine Frau, im besten Wortsinn, ist, darf meiner Erfahrung nach vorsichtig bezweifelt werden.
    Ein ausgewogeneres Verhältnis der Geschlechter, gerade in unseren Grundschulen, wäre sicher positiv. Ich denke aber Bezahlung und Status halten viele Männer (ob nun tatsächliche oder nur nach ihrem Geschlecht zu erkennende) davon ab, diesen Beruf zu ergreifen.
  • Völlig falsche Annahme

    09.09.2015, Ein Homosexueller
    Das Gaydar bezeichnet die Fähigkeit von Homosexuellen, andere Homosexuelle zu erkennen. Bei mir funktioniert das sehr wohl. Allerdings nicht anhand von Fotos oder rosa Kleidung, sondern anhand von Gestik, Mimik und vor allem anhand der Reaktion in der Interaktion mit mir. Wie schaut er mich an, wo schaut er hin wie verändert sich dabei seine Mimik. Sicher gibt es kein verlässliches Gaydar, das stets zuverlässige Urteile erlaubt, aber die genannten Studien sind ehrlich gesagt lachhaft und zeugen von sehr wenig Verständnis über das Thema. Dementsprechend taugen sie auch nicht, um irgendetwas zu widerlegen. Vielleicht gibt's tatsächlich kein Gaydar, aber um darüber Auskunft zu geben muss die Studie vollkommen anders aufgebaut sein.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Leser,

    danke für Ihre Zuschrift, Sie fassen das aus meiner Sicht noch einmal richtig zusammen. Auch ihre Schlussfolgerung unterschreibe ich, bin aber etwas verwirrt: Eben das steht doch auch im Artikel, den Sie kommentieren?

    Beste Grüße
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Forschungsobjekte

    08.09.2015, Wolfram Obermanns
    "Um zu erklären, warum Schülerinnen bessere Noten bei gleichen kognitiven Kompetenzen erhalten, verweisen viele Studien darauf, dass dies durch die höhere Leistungsbereitschaft und ein besseres Arbeitsverhalten der Mädchen erklärt werden kann."

    Da stellt sich aber auch die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Warum sich verausgaben, wenn der Ertrag in Noten wahrscheinlich sowieso nicht stimmt, könnte die kluge Frage der Jungen sein.
    Für die Mädchen ist die Lage auch nicht unbedingt komfortabel. Bei gleicher Leistung besser benotet zu werden, kann das Selbstvertrauen unterwandern. Vielleicht liegt auch hier ein Grund, warum Mädchen in Fächern ohne Verhandlungsmasse - in MINT und Sport - gerade in Deutschland so stark abfallen.

    Als positiver Sekundäreffekt käme für die Jungs hinzu, daß für sie zwar eine tendenziell unbefriedigendere bzw. unbequemere Situation entsteht, die müssen sie sich aber nicht persönlich zurechnen und können sich so von der Beurteilung ihres Tuns durch Dritte emanzipieren. Eine Haltung, die für jedwerde Art einer Führungs- oder Pionieraufgabe zwingend notwendig ist. Dies könnte die Unterrepräsentanz von Frauen auch gerade in Deutschland in diesem Gebiet mit erklären.

    Abschließen stellt sich so die Frage, höhere Leistungsbereitschaft und besseres Arbeitsverhalten in wessem Sinne? Eine Fragestellung die sich einer Bildungsforschung, für die Kinder lediglich Forschungsobjekt und nicht -subjekt sind, nicht stellt.
  • gaydar

    08.09.2015, mirko
    Der "gaydar" ist kein Mythos, aber natürlich bedarf es der direkten Begegnung und sofern das Gegenüber nicht willentlich dagegenhält, hat man/frau hier gute Chancen, einander zu erkennen. Da reicht ein Blick - allerdings in die Augen des Gegenübers, nicht auf ein Foto.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Leser,

    nun, es wäre ja etwas weltfremd anzunehmen (und ziemlich traurig), wenn Homosexuelle einander in Situationen nicht erkennen können, in denen sie das möchten. Den Forschern ging es um eine schärfere Definition des Gaydars: Dem "jemanden ansehen, ob er schwul ist", der eben gerade nicht in einer besonderen Situation bewusst Signale sendet, also etwa durch einen Blick auf ein Foto.

    Beste Grüße
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Körpersignale

    08.09.2015, A. Roedel
    Einen guten Gaydar zu haben bezieht sich meist auf Menschen, die aufmerksam genug sind andere Menschen zu durchschauen, die versuchen ihre sexuelle Orientierung zu verbergen.
    Neben den klassischen Stereotypen, wurden wichtige Elemente hier nicht erwähnt, die Körpersprache jenseits der bewussten Wahrnehmung und Pheromone. Sexuelles Interesse oder Desinteresse können sehr aufschlussreich sein im richtigen Kontext. Manche Menschen nehmen solche sehr subtilen Signale bewusster wahr als Andere.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Roedel,

    danke für Ihre Zuschrift! Die unbewusste Wahrnehmung von Signalen am Gegenüber spielt natürlich in der Sexualität generell eine große Rolle.

    Allerdings wäre mir nicht bekannt, dass es eine Art von Homosexuellen-Pheromon gibt (was man ja postulieren müsste, damit daran Homosexuelle erkennbar sein können). Natürlich trifft zu, dass Homosexuelle auf die Pheromone des gleichen Geschlechts anders reagieren als Heterosexuelle. Das hat aber nichts mit Gaydar zu tun, sondern eben mit der eigenen Homosexualität.

    Viele Grüße
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Schwule erkennen Schwule

    08.09.2015, comminius
    Ich bekam von schwulen Freunden und Bekannten "Gaydar" immer als eine Art sechster Sinn von Schwulen erklärt, mit dem sie andere Schwule in gewöhnlichen Alltagssituationen erkennen. Dabei aber weniger an so Dingen wie Nasenform, Ohrengröße etc., als vielmehr an subtilen Verhaltensweisen, etwa er schaut einem anderen Mann etwas länger nach, als "normal", oder er trägt eine bestimmte Marke, die gerade in der schwulen Szene angesagt ist. Viel weniger war das bislang für etwas, mit dem Heterosexuelle Homosexuelle erkennen können.
  • Zur Vertrauenswürdigkeit von Wikipedia

    08.09.2015, Gottlob van Dongen
    Sehr geehrte Leserschaft,

    Wikipedia scheint in der Tat mit steter Vorsicht zu genießen zu sein! Gemäß einer amerikanischen Studie enthalten ca. 60 Prozent (!) der Artikel auf Wikipedia inhaltliche Fehler. Kein Wunder, finde ich, bedenkt man, dass ein Großteil der Artikel von nicht professionellen Studenten, Schülern und Senioren geschrieben werden.

    Ich rate dringend zum Verzicht auf diese Enzyklopädie!

    Gottlob van Dongen
  • Der Zentralstern ist kein Weißer Zwerg

    07.09.2015, Andreas
    Bei dem Zentralstern handelt es sich um den orangenen Zwerg HR 8832, einen Hauptreihenstern mit rund 0,8 Sonnenmassen und rund 0,28-facher Sonnenleuchtkraft.
    Antwort der Redaktion:
    Der Fehler wurde korrigiert.
  • Obligatorischer XKCD-Verweis

    07.09.2015, Procyon
    https://xkcd.com/978/
  • Satire : als Schwarzer hat man bei MordAnklage in USA kaum Chancen

    07.09.2015, Peter Engels
    Was bringt dem Deutschen Normalbürger eine US - Untersuchung zu
    der Effektivität von Anwälten vor US - Gerichten in Zivilverfahren?
    Veröffentlicht die Redaktion demnächst die Ergebnisse zu Hypotheken-Banken
    in den USA - vielleicht auszugsweise auch für Nevada oder andere
    Bundesstaaten im Dienstleistungstest?
  • Keine Quellverlinkung???

    06.09.2015, Dr. A. Merkel
    Ich bin etwas verwundert: ist es hier übliche Praxis, dass die QUELLEN zu Informationen nicht verlinkt werden?

    Noch verwunderlicher: wird das tatsächlich von einer wissenschaftlichen Leserschaft akzeptiert?

    Maximale Verwunderung: alteingesessene Verlage wundern sich, dass die Leser zu solchen Publikationen abwandern, die auch wissenschaftlichen Standards an Publikationen genügen?

    Wirklich sehr seltsam. Oder ist das hier so eine Art Bildzeitung mit simulierter Wissenschaftlichkeit?

    An die Redaktion: Bitte erläutern Sie, warum Sie keine Quellen verlinken - haben Sie nicht verstanden, warum Dr. Berners-Lee das "href" Element in der HTML Seitenbeschreibungssprache als ein sehr wichtiges Element betrachtete?

    Antwort der Redaktion:
    Quellen verlinken ist bei uns üblich, das wäre Ihnen bekannt, wenn Sie regelmäßiger Leser wären.
    Die Quelle war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schlicht noch nicht online verfügbar. Das kommt gelegentlich vor. Das ist für unser Publikum normalerweise kein Problem, denn jemand mit den entsprechenden Fähigkeiten kann sie problemlos binnen sieben Sekunden googeln. Unsere Leserinnen und Leser sind dazu ohne Weiteres in der Lage.
  • Sonic the Hedgehog

    06.09.2015, Ramses
    Namenspate könnte Sonic the Hedgehog gewesen sein, eine in diversen Konsolespielen von Sega vorkommende Spielfigur, die sich in erster Linie hüpfend fortbewegt.
    Antwort der Redaktion:
    Das klingt ausgesprochen plausibel. Vielen Dank für den Hinweis.
    (Ich spiele am PC, nicht an Konsolen, deswegen bin ich nicht drauf gekommen)
  • "Neoliberal"

    06.09.2015, Tim
    Beschämend, daß nun auch SdW "neoliberal" als Kampfbegriff für Entwicklungen verwendet, die mit der klassischen neoliberalen Idee wenig zu tun haben. Der große Neoliberale Ludwig Erhard hat sich inzwischen sicher schon mehrfach im Grabe umgedreht.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Tim,

    seit den 1970er Jahren wird der Neoliberalismus mit den Reaganomics und dem Thatcherismus in Verbindung gebracht. Die radikalen Vertreter wie von Hayek, US-amerikanische Libertarians wie der marktfundamentalistische Flügel der Republikanischen Partei haben nichts mit der sozialen Marktwirtschaft gemein. Heute träumen Linke von Ludwig Erhard. Wenn man diesen als neoliberal bezeichnet, ohne ausführliche begriffsgeschichtliche Erläuterungen, dann erscheint er in einer fremden Welt.

    Mit freundlichem Gruß
    Hans-Martin Schönherr-Mann
  • Simulationen sind geduldig

    06.09.2015, RRMeyer
    Es ist schon erstaunlich, dass in dem Wissenschaftsmagazin Spektrum diese Karte als das Ergebnis von Messungen darstellt, wo doch in dem Nature-Artikel eindeutig drinsteht, dass es sich um Simulationsergebnisse handelt.

    Um eine solche Karte aus Messergebnissen zu errechnen, muessten Neutrinodetektoren 200000 mal empfindlicher sein als KamLAND (d.h. der Detektor muesste eine Masse von 200 millionen tonnen haben), und zusaetzlich eine Winkelaufloesung von 0.5 grad haben statt gar keiner Richtungsempfindlichkeit.

    Wird es eine Richtigstellung geben, oder ist es einfach zu verlockend zu suggerieren, man koennte die boesen Kernkraftwerke vom anderen Seite des Globus an ihren Neutrino-emissionen erkennen?
    Antwort der Redaktion:
    Das ist in der Meldung tatsächlich ausgesprochen missverständlich. Die Messungen der Neutrinodetektoren sowie die IAEA-Daten fließen in das in Paper erwähnte Modell ein, die entsprechende Auflösung ist aber natürlich nicht gemessen.
  • Langes Leben?

    06.09.2015, Georg Bonacker (84)
    Wenn alle Forscher dieser Welt ihr geistiges Potential darauf verwendeten, wie man "gesund" alt werden kann, wäre der Menschheit geholfen. Entscheidende ist nicht, "wie alt" man wird, sondern "wie man alt wird"! Alles andere ist wissenschaftlicher Nonsens!