Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Der Sinn des Lebens

    24.02.2013, Spirit
    Der Sinn des Lebens ist die Entwicklung des Bewusstseins, die Entwicklung des Herzens, die Entwicklung des Verstandes, die Entwicklung des Charakters, in eine höheren Ebene.

    Helft allen Erd-Menschen, den Sinn des Lebens zu erkennen.

    Der Sinn des Lebens ist echte Liebe im Herzen zu aktivieren und das Bewusstsein zu entwickeln.
    Es ist nicht dein Auto, dein Mobiltelefon, dein Bankkonto, Religionen, Sportsendungen, Horrorfilme oder Gewalt über andere. Es ist einfach nur die Liebe in deinem Herz.

    Liebe ist die Lösung für Alles. Liebe ist der Schlüssel.
  • Bemerkung zum Beitrag Meinung: Ende des Genies? von Dean Keith Simonton

    24.02.2013, Lutz Muche
    Bemerkung zum Beitrag Meinung: Ende des Genies? von Dean Keith Simonton

    Die Befürchtungen des Autors Dean Keith Simonton sind teilweise berechtigt;
    ich möchte zu seiner Argumentation jedoch zwei andere Gedanken äußern:

    Die meisten heutigen Forschungsprojekte sind stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt. D.h. es ist für eine vorgeschriebene Problemstellung in einer vorgegebener Zeit eine Lösung zu finden. Die Möglichkeiten zum Beschreiten völlig neuer Wege sind somit stark eingeschränkt.

    Die meisten Wissenschaftler von heute haben in der Forschung keine langfristige Perspektive. Sie können mit befristeten Stellen einige Jahre Forschung betreiben. Viele Wissenschaftlerkarrieren' enden aufgrund engstirniger bürokratischer Regularien spätestens nach sechs bzw. zwölf Jahren. So werden alljährlich zahlreiche mit Leib und Seele an ihrer Arbeit hängende Wissenschaftler aus den öffentlichen Forschungseinrichtungen herausgedrängt und
    hoffnungsvolle Wissenschaftlerkarrieren vorzeitig abgebrochen.

    Wir brauchen mehr Professuren und entsprechend mehr unbefristete Wissenschaftlerstellen,
    auf denen sich engagierte Forscher ohne äußeren Druck entfalten können. (Die dazu nötigen finanziellen Mittel könnten ohne weiteres bereitgestellt werden, würde man sich endlich darauf konzentrieren, die immer weiter ausufernden Verwaltungsapparate zu beschränken.)
    Dann würde es an qualitativ neuen Ideen und Theorien bis hin zur Begründung völlig neuer Disziplinen nicht fehlen.
  • Kinderwunsch

    24.02.2013, Andreas Kielmann
    Da Gott meiner Meinung nach eine Erfindung von Menschen ist, will hier der Mensch Einfluss nehmen oder eben der biologischen Technik folgen.

    Nicht die Technik ist das Problem. Die Frage ist: Was bewegt Menschen dazu, ein Geschlecht dem anderen vorzuziehen? Es sind patriarchale gesellschaftliche Strukturen, ökonomische Zwänge, aber auch der Wunsch, Soldaten zu zeugen.

    Wenn die Eltern alleine entscheiden, ohne Gruppendruck, nennt man das Freiheit, und das ist das Beste.

    Mit Gottes Willen kann man jeden Unsinn erklären. Siehe Beschneidung.

  • systematischer bitte!

    23.02.2013, Walter Weiss
    Was der Autor vermisst, wird nicht recht klar:

    (1) Da ja heutige Forscher offenbar sogar höhere IQ-Werte aufweisen als frühere herausragende Denker, soll das vom Verfasser gesehene Manko also mit dem IQ wohl nichts zutun haben. Da wird man ihm folgen können, denn die Welt ist voll von sehr Intelligenten (am IQ gemessen), die gleichwohl horrenden Unsinn vertreten und verbreiten.

    (2) Bleibt die wissenschaftliche Phantasie, also die Fähigkeit, fast visionär jenseits des 'gesicherten' Wissenschaftsgebäudes ohne Verbindung zu ihm eine Ergänzung gewissermaßen 'in der Luft' zu sehen, die erst nach und nach durch Beobachtungen und Experimente feste Verbindung zum Gebäude erhält. - Ich könnte mir denken, dass derartige Visionen täglich produziert werden, in der Regel aber ohne jede Chance, diese Verbindung jemals erhalten zu können.

    (3) Als dritte Ursache ist immerhin denkbar, dass das Universum in jeder Richtung inzwischen derart genau ausgelotet ist, dass für revolutionäre Ergänzungen des Wissenschaftsgebäudes tatsächlich gar kein Raum mehr ist. Auch das überzeugt nicht - man kann ja schlecht Unvorhergesehenes mit Unvorhersehbarem gleichsetzen.

    (4) Wenn wirklich revolutionäre Wissenschaftsideen - stellvertretend: wie bei Einstein und Darwin - längere Jahre nicht mehr vorgekommen sein sollten, könnte es ja auch an einer einmaligen Kombination von Genmutation, Zufall, Gelegenheit und Fleiß liegen, die eben trotz der Milliardenzahl der Menschen sehr selten ist.

    Im Ergebnis regt der Artikel zu allerlei Überlegungen an - darin erschöpft er sich aber, zumal diese Überlegungen erkennbar nicht weiter führen.

  • "gentechnikfrei"

    23.02.2013, T. Ahrendt
    Wie soll es denn zu einer objektiven, sachlichen Diskussion über (grüne) Gentechnik kommen, wenn Lebensmittel schon mit "gentechnikfrei" beworben werden. Wir Deutschen haben uns nun mal (wieder) aus ideologischen, emotionalen Gründen und Vorurteilen gegen (Gen)Technik entschieden, statt Chancen und Risiken sachlich-objektiv zu bewerten und diese mit Forschungen usw. abzusichern. Ehe wir uns versehen, sind wir wieder Ackerbauer und Viehzüchter. Ist doch besser, oder??

    Gute Nacht Deutschland!
  • Punktzahl der Funktion Ticktack

    22.02.2013, Lars Ackermann
    In der rechten Tabelle auf Seite 31 der Spektrum Spezial Mathematik, Physik, Technik 2/12
    werden der Funktion Ticktack, wenn sie gegen sich selbst spielt, 2263 Punkte zugeschrieben. Müssten es nicht nur 2000 Punkte sein, da ja je 500 mal kooperiert (3 Punkte) und betrogen
    (1 Punkte) wird? Stimmen dann noch die anderen Werte aus der Tabelle?
    Antwort der Redaktion:

    Sie haben Recht. Zwei der vier Kleintabellen in diesem Artikel sind falsch (und waren es schon in dem französischen Original, aus dem wir es 1998 übernommen haben - sehr ärgerlich). Der Auto Jean-Paul Delahaye hat mich inzwischen aufgeklärt. In dem Kasten "Die Ehrlichen sind die Dummen" müssen die Tabellenzeilen lauten:

    • 2000   1665   4000   7665
    • 2500   1666     671   4837
    • 1500   2331   3000   6831
    und in dem Kasten "Auferstanden aus Ruinen"
    • 3000   2400   2999   8399
    • 3400   2600     206   6206
    • 2999   4196   1004   8199

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Zum Thema journalistische Sorgfalt

    22.02.2013, Peter Lustig
    Ein schöner Beitrag fürwahr, insbesondere die Bilder des neuen ExoPlaneten heischen ja geradezu Aufmerksamkeit. Es wird natürlich mit keinem Wort erwähnt, dass diese sensationellen Fotos im Originalartikel gar nicht auftauchen. Woher sollen die denn auch kommen. Ein Kommentar zur unreflektierten Präsentation von Hochglanzfotos wäre ja wohl angebracht, aber da wäre die Sensation ja auch nur noch halb so gross. Das zum Thema journalistische Sorgfaltspflicht.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Lustig,

    diese "Bilder" wurden von der NASA selbst zur Verfügung gestellt und dienen rein der Illustration. Aber Sie haben recht: Wir hätten dazu schreiben sollen, dass es ich eben um künstlerische Darstellungen handelt und nicht um Originalbilder - angesichts der Vielzahl der künstlerischen Darstellungen von Exoplaneten durch die NASA ist uns das wohl dieses Mal entgangen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Zitat Christian "Einseitig und polemisch"

    21.02.2013, Melanie P
    Lieber Herr Christian,

    Sie bezeichnen den Artikel als "einseitig und polemisch", fordern also mehr ideologiefreie, empirisch fundierte Herangehensweise. Soweit stimmen wir überein.

    Aber dann verlinken Sie auf einen der zentralen Lobbyisten in der Debatte, auf Greenpeace. Das bringt niemandem etwas. Das wäre, also würde die Gegenseite auf Monsanto verlinken.

    Kann man sich nicht mal darauf einigen, dass man bei seinen Quellen auf zumindest möglichst "Interessensfreie" verlinkt, also am ehesten auf Universitäten, auf Forschungsergebnisse aus staatlich geförderter Wissenschaft, in diesem Fall dann auf Ergebnisse der Pädagogik und Didaktik.

    Wie gesagt: Wer auf Greenpeace verlinkt, hat im Grunde schon klar gemacht, dass es ihm um Ideologie geht. Ebenso wenn jemand auf Monsanto verlinkt. Das sind auf beiden (!) Seiten die Deppen (!), die am lautesten schreien, während die vernünftigen Stimmen, die bedächtiger und reflektierter sind, ungehört bleiben.

    Schade.


  • Kreativität

    21.02.2013, Rüdiger Kuhnke
    Gerade im Bereich der Physik gibt es Herausforderungen, bei denen sich die Frage stellt, wie lange man noch auf einen zweiten Einstein warten muß. Vielleicht sehr lange.
    Bis ein begabter Physiker auf dem Weg über Studium, Promotion und Habilitation sich das notwendige Wissen (z. B. die über "Versöhnung" von Quantenphysik und Relativitätstheotrie) angeeignet hat, ist er über 40 und nicht mehr kreativ genug für den "großen Wurf".
    Zugegebenermaßen etwas pessimistisch, und ich hoffe, daß ich falsch liege.
  • Einfache Erklärungen für einfache Menschen

    21.02.2013, Robert Orso
    Nun, so richtig neu und revolutionär ist die "Vier-Elemente-Lehre" ja nicht. Tatsächlich ist sie schon über 2500 Jahre alt. Sie hat sich nur nicht bewährt und wurde daher nach und nach durch bessere aber eben komplexere Erklärungen abgelöst.

    Das Problem bei der modernen Wissenschaft ist nicht der Mangel an Erklärungskraft sondern das explosionsartige Anwachsen der Information und der erkennbaren Komplexität des Universums. Jede gelöste Frage wirft zwei neue auf.

    Kein Wunder dass viele Menschen mit dieser Komplexität schlicht überfordert sind. Sie wünschen sich "die gute alte Zeit" zurück, in der die Welt aus nur vier Elementen bestand, alle Unwägbarkeiten des Lebens auf das rätselhafte Wirken eines fernen Gottes zurückzuführen waren und man sich sonst keine Gedanken machen musste.

    Tatsächlich haben wir immer noch das gleiche Gehirn, das schon unsere Vorfahren vor 30.000 Jahren hatten. Das ist offenbar noch dafür ausgelegt, Biochemie, Quantenphysik oder komplexe Wirtschaftszusammenhänge zu verstehen. Umso wichtiger ist es, diejenigen, die sich darum bemühen zu fördern und zu unterstützen.

    Es ist enorm wichtig, auch etabliertes Wissen immer wieder zu hinterfragen. Das Ziel muss aber bleiben, Erklärungen zu finden, die jeweils besser sind als die etablierten.

    Die "Rückbesinnung zu den Wurzeln" und die Ablehnung des mühsam errungenen und funktionierenden(!) Wissens ist hingegen kein Bisschen "Genial". Es zeigt lediglich, wie niedrig die Latte für manche Menschen gelegt werden muss um sie nicht zu überfordern.
  • Ignorant und arrogant

    21.02.2013, Karl Heinz Herzog
    Zitat "Die meisten, wenn nicht gar alle Disziplinen der Naturwissenschaften scheinen derzeit jedoch weit entfernt von einer solchen Krise. "

    Das sehe ich als ignorant, arrogant, da hier das Ende der Wissenschaften ignoriert wird, sobald es gilt, lebende Organismen zu erfassen. Ich will mal gar nicht an die Frage gehen, wieweit man dabei auch Tiere mit einbeziehen muss, da uns dies mit unseren Ernährungsgewohnheiten konfrontiert (mein Essen hat gedacht?). Bleiben wir einfach beim Menschen und dem Versuch der zahlenbasierten Wissenschaft, den Menschen zu definieren. Das Ergebnis kennen wir. Wir stehen am Ende der zahlenbasierten Wissenschaften oder wenigstens der rein auf Zahlen basierten Ansätze. Je längere Zahlenketten wir finden, wird es doch nur zeigen, wo unsere Lücken sind. Das Genie, dessen Aussterben Sie prognostizieren, wird eine Wendung zurück sein, auf die tatsächlichen menschlichen Qualitäten. Der Wissenschaftler wird mutiger sein müssen, da der Filz der Lobbys heute noch wirksamer neue Strebungen unterbinden kann und wer hier Rücksichten auf seinen wissenschaftlichen Ruf nehmen muss, braucht hier ein dickes Fell, aber Arbeit gibt es genug.

    Ich kenne hier leider nur ein Gebiet, in dem so etwas real stattfindet und das ist die traditionelle Heilkunst. Im Bereich einer "4-Elementenlehre" wird hier versucht einen neuen Denkansatz zu finden, der flexibler auf den Gegenstand der Bemühungen zu reagieren, weil die Parameter dem Objekt entlehnt werden. Zugegebenermaßen ein diffiziles Sujet, alleine, wenn es das Lieblingsziel der Zahlen geht, Mengen und Normen, aber ich kenne einige der Arbeiten und bin beeindruckt. Es fällt schwer, die Rettungsleine der Zahlen los zu lassen und durch so "schwammige" Begriffe wie Wasser/Feuer/Erde/Luft zu ersetzen, aber die Wirkung ist verblüffend.
    Ich denke hier wird in Zukunft das neue Tätigkeitsfeld für die neuen Genies liegen.

    mfG

    Karl Heinz Herzog
  • Wie will ein Mensch alle Richtungen ermessen

    21.02.2013, Tede
    Manchmal denke ich auch über so etwas nach. Natürlich kann man das Rad nicht jeden Tag neu erfinden, das ist sowieso jedem bewusst. Wie man das Rad, die runde Form etc. jedoch weiter verwenden kann... da wird's schon schwieriger.

    Meiner Ansicht nach gibt es immer noch Genies, die sehr interessante Sorte davon. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie von der gesamten Gesellschaft außen herum gedeckelt bzw nicht im geringsten gefördert werden. Wenn ein Genie niemals eine Förderung erfährt, sondern immer nur einen starken Anpassungsdruck von außen sowie lebenslange Ablehnung der Ideen... tja, wie soll es dann berühmt werden oder weiter kommen. Auch, wenn das potentielle Genie keinen Zugang zur angemessenen Bildung bekommt. Natürlich gibt es dazwischen immer wieder resiliente Kinder, die es trotzdem weiter schaffen, aber selbst die brauchen wenigstense eine Bezugsperson, außerdem muss neben der Resilienz auch das Kriterium des Genies erfüllt werden.
    Solcherart von der Außenwelt enttäuscht, verschachteln sich viele Genies nach innen, glaube ich. Sie bauen ihre Ideen und alles nach innen immer weiter aus, bis sie nicht mehr wissen, wie sie sich nach außen mitteilen sollen und vllt haben sie auch nicht die Energie dafür, wieder alle möglichen Leute gegen sich zu haben und denen dann auch noch ihren genialen Einfall zu erklären, und schwieriger noch, zu veranschaulichen.
    Auch das Internet ist kein wirklich guter Platz, um sich zu entwickeln. Man kann zwar einseitig Information aufnehmen, sich jedoch nie rückversichern, noch dazu muss man aus gefühlten 90 % Unrelevantem, Halbwahrheiten und mit eigenen Ansichten Vorbelastetem die Essenz finden (Auch in der Literatur kommt es mittlerweile zu unübersichtlichen "Flut", die man sich erst mal leisten können muss, falls das Genie aus ärmlicheren Verhältnissen stammt). Man kann auch keine Konversationen mit Gleichgesinnten führen, weil Genies nun mal nicht an jeder Straßenecke zu finden sind, noch dazu geben sie sich häufig nicht zu erkennen. Darüber hinaus findet die meiste Konversation im Internet auf einem diffamierenden und/oder eher alltäglichen Niveau statt, viele Gebildete, die sich als solche nach außen zeigen, verhalten sich eingebildet und abweisend. Also auch hier keine Anschlusspunkte für potentielle Genies. Selbst wenn es einmal Anschluss finden sollte, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Genie schon früh seinen Gesprächspartner überflügeln wird, viele Menschen reagieren auf so etwas extrem empfindlich und fangen dann an, den Gegenüber zu behindern, in diesem Fall erfährt das Genie wieder Ablehnung und Hinderung in der Entfaltung.

    Ein weiterer Aspekt ist meiner Ansicht nach, dass sich viel zu viele auf schon angelegten Wegen bewegen. Kaum jemand geht zurück, bevor gewisse Entdeckungen gemacht wurden und fragt sich "Was hätte man noch aus dem Problem lernen können?". Es wird als komplette Zeit- und Ressourcenverschwendung angesehen, sich solche Gedanken zu machen, man wird dafür beschimpft und ausgelacht, also kann auch auf so einer Ebene kein Austausch stattfinden. (in diesem Fall eine persönliche Erfahrung)

    Zusätzlich findet in Wissensbereichen heutzutage eine hohe Spezialisierung statt. Viele kreative Impulse kommen jedoch aus anderen Gebieten, die man auf einmal in Kombination ganz anders sehen kann. Nur, soweit lernt heutzutage kaum noch jemand, es wird ja auch nicht verlangt und nicht im Geringsten gefördert, viele Genies brauchen aber im Laufe ihrer Entwicklung unterschiedliche Impulse, wie ich finde.

    Einstein hatte im Patentamt ein Milieu, wie es sich ein neugieriger, offener Geist nur wünschen kann. Viele potentielle Genies haben das heutzutage nicht mehr. Wenn sie sozial ungeschickt sind, werden sie schon von frühester Kindheit an gewaltsam verbogen, weil die moderne Gesellschaft eine Gesellschaft ist, die immens viel Druck ertragen muss und deshalb auch auf vermeintlich Schwächere ausübt. Viele Genies haben solche "Schwachstellen", bevor sie überhaupt jemand anhört, müssen sie sich erst einmal ihren Platz erkämpfen und es bleibt offen, ob sie dann noch die Muse haben, sich mitzuteilen oder sogar überhaupt erst einmal ihr Talent zu entdecken. Und falls sie es entdeckt haben, und es steht in Widerspruch zu ihrem gerade erkämpften Platz... dann bleibt es offen, ob sie es weiter verfolgen werden.

    Nicht zuletzt hat sich das Umfeld heute entscheidend verändert. Vor einiger Zeit gab es diese erschlagende Informationsflut nicht, es gab kein Internet und es gab keine weit fortgeschrittene Globalisierung. Viel Aufmerksamkeit lag noch auf den Leuten in der eigenen Kommune (wegen der fehlenden Internetvernetzung, die meiner Ansicht nach das Sozialleben extrem verändert hat) und es gab vergleichsweise weniger Existenzdruck, weil die Firma nicht mal eben beschlossen hat, nach Taiwan zu gehen. Man musste sich nicht auf so viele schnelllebige Dinge gleichzeitig konzentrieren, wie das heute ist.

    All diese Vermutungen setze ich aus zahlreichen Teilaspekten und Beobachtungen zusammen. Ich denke, es braucht schon weitaus mehr, als nur ein seltenes Genie zu sein, um seine Theorie zur Blüte zu bringe oder um überhaupt erst mal zu merken, auf welchem Gebiet man ein besonderes Genie ist. Es braucht spezielle fördernde Umstände von außen, die sind ungefähr genauso selten oder sogar seltener, als Genies an sich. Und eigentlich bräuchte es auch weitaus mehr als nur diesen Kommentar, um das alles in Worte zu fassen.
  • Kannn sein, muss aber nicht

    21.02.2013, Robert Orso
    An diesem Punkt war die Wissenschaft schon mehrfach:

    Im Jahre 1875 reichte der Leiter des amerikanischen Patentamts sein Abschiedsgesuch ein und schlug vor, das Amt zu schliessen, da, wie er meinte, es nichts mehr zu erfinden gäbe.
    (David Louis; „Wussten sie schon, dass?“ Heyne-Buch Nr. 4673)

    Anfang des 20. Jahrhunderts war die Welt praktisch vollständig verstanden. Lediglich ein "paar lose Enden" mussten noch zusammen geknüpft werden. So ließ sich etwa der fotoelektrische Effekt noch nicht recht mit den Wellengleichungen beschreiben und auch die rechnerische "Ultraviolett Katastrophe" passte nicht zu den Beobachtungen.

    Ich bin nicht überzeugt, dass sich die aktuellen "losen Enden" früher oder später durch kontinuierliche Weiterführung der bekannten Ideen lösen lassen. Es sind genau diese Dinge, die lose bleiben, eben WEIL hier ein grundlegendes Problem nicht verstanden ist.

    Ein Wesensmerkmal des Genies ist ja eben, dass die Erkenntnis "überraschend" erfolgt. Insofern ist eine Zukunftsprognose schwierig. Ich bin ganz zuversichtlich, dass auch in Zukunft irgend jemand eine verblüffende und unerwartete Idee haben wird, die unsere Sicht auf das Universum grundlegend verändern kann. Es kann aber leicht sein, dass das ein paar Jahre auf sich warten läßt. Die massive Häufung von Genies Anfang des 20. Jahrhunderts ist historisch gesehen bisher ein Ausnahmefall.
  • Angstäppeln

    20.02.2013, Susanne
    Da muss ich als Hobbyreiterin mal dazwischen wiehern. Zunächst: Was ist denn bitte ein sportlicher Ausritt? Außer in der Military sind Ausritte üblicherweise Freizeitreiterei und haben keinerlei sportlichen Anspruch. Aber davon mal abgesehen. Wer Springreiten beobachtet, dem wird auffallen, dass beim Einritt in den Parcours neun von zehn Pferden äppeln. Ich habe das immer für den Angstschiss gehalten. Lag ich damit so falsch? Wenn keine Anspannung da ist, woher kommt dann das reflexhafte Äppeln?
  • Riechen im Schlaf

    20.02.2013, Peter Hussels
    "Riechzellen sind rund um die Uhr aktiv, auch im Schlaf."
    Die Feuerwehr empfiehlt Brandmelder, weil das Riechen im Schlaf nicht funktioniert.
    Das bedarf einer Erklärung.
    Antwort der Redaktion:

    Hier der Erklärungsversuch eines Amateurs: Das Riechen funktioniert auch im Schlaf. Wenn Brandgeruch in meine Nase dringt, nehme ich das wahr und wache vielleicht sogar davon auf – allerdings vielleicht zu spät. Gegen die Verspätung hilft der Brandmelder,

    Christoph Pöppe, Redaktion