Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Vorsicht, Hochspannung!

    24.08.2017, Siegfried
    "3,6 mV pro Minute" - wie soll ich mir das vorstellen?
    Das wären dann fast 1900 V im Jahr.
    Stellungnahme:
    Ich fürchte so viel Power haben die Bläschen nicht. Die zugegebenermaßen etwas seltsame Einheit bedeutet einfach, dass die Bläschen binnen einer Minute so viele Protonen binden, dass die Konzentrationsdifferenz über die Membran hinweg einer Spannung von 3,6 mV entspricht. Streng genommen ist der Wert also ein Maß für die Menge der Proteine und ihre Reaktionsgeschwindigkeit.
  • fehlender Bezug

    24.08.2017, Reinhard Funk
    Da die Leserbriefe Nr. 1(von Herrn Rech, Titel: Blödsinn) und Nr. 2 (Titel: Si tacuisses) irgengwie abhanden gekommen sind, fehlt die Begründung für den gewählten Titel meines Leserbriefs (Nr. 3). Auch der Schluß meines Leserbriefs bezüglich des Vulkans monte Epomeo und angeblicher hämischer, deutscher Überheblichkeit bezieht sich auf den Leserbrief Nr. 1 von Herrn Rech.
    Stellungnahme:
    Die Leserbriefe sind noch da. Wenn Sie in der schwarzen Leiste über den Leserbriefen auf "Alle Beiträge anzeigen" klicken, werden wieder alle Beiträge angezeigt.
  • die Ironie ist

    23.08.2017, rap
    dass es in Italien wohl die weltweit besten Experten für erdbebensicheres Bauen gibt...

    In stärkerer Abwandlung von Psalm 127,1: wo die Mafia das Haus baut ist der Tod nicht weit...

    Naja, schaun mer mal was künftig mit den phlegräischen Feldern passiert...
    Und auch der Vesuv (an/auf dem wohnen ca 500.000 Italiener, zB illegal) ist eigentlich überfällig und neigt zu überraschenden explosiven Ausbrüchen.

    PS vielen Dank @ Reinhard Funk
    Auch lebensrettende Wahrheit ist heute leider selten gesät...



  • Kein Blödsinn!

    23.08.2017, Reinhard Funk
    Ich möchte mit diesem Beitrag sowohl Herrn Fischer (dessen Kolumne ich schon seit langem schätze) als auch Herrn Rech antworten und versuchen etwas Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen. Die beiden Hauptgründe für die mangelnde Stabilität italienischer Gebäude sind einmal die organisierte Kriminalität, die verhindert, daß die zuverlässigeren Bauunternehmer den Auftrag erhalten. So wird, um zu sparen, zuwenig (teurer) Zement verwendet (troppa sabbia, troppo poco grasso) und zur Erzielung eines höheren Gewinns auch auf weitere kostspielige Maßnahmen zur Erhöhung der Stabilität verzichtet. Hier kommt hinzu, daß italienische Bürgermeister höchstens für zwei Amtsperioden gewählt werden können und sie deshalb weniger Zeit haben sich etwas "zurückzulegen" (chi amministra ha minestra). Zweitens ist es in Italien häufig üblich ohne Baugenehmigung (abusivismo) zu bauen. Das muß dann schnell gehen, denn wenn das Gebäude erst einmal ein Dach hat, ist es nach der italienischen Rechtssprechung sehr viel schwieriger, es wieder abreißen zu lassen. Ich hüte mich, diese Praxis generell zu verdammen, denn die Erlangung einer Baugenehmigung kann sich sehr langwierig (auch mehrere Jahre!) und kostspielig gestalten. Da ist es manchmal günstiger schwarz zu bauen und nach einiger Zeit den Schwarzbau legalisieren zu lassen (das nennt sich "condono edilizio"). Allein auf Ischia sind 27.000 Anträge auf Legalisierung von Schwarzbauten anhängig (Il Tempo vom 23.8., Seite 2), dies läßt einen annehmen, daß die Anzahl der Schwarzbauten erheblich höher ist. In Kampanien, wozu auch Ischia gehört, sind nach einer offiziellen Untersuchung 300.000 Gebäude mit hohem Risiko behaftet und es wird nur wegen der Permissivität der lokalen Behörden nichts unternommen (Il Tempo vom 23.8., Seite 3).
    Laut Wikipedia (https://it.wikipedia.org/wiki/Monte_Epomeo) ist monte Epomeo sehr wohl ein Vulkan, der zuletzt 1302 ausbrach. Sein größter Ausbruch vor ca. 55.000 Jahren hat die Geographie und Morphologie der Insel entscheidend geprägt.
    Ich möchte betonen, daß ich keineswegs an hämischer, deutscher Überheblichkeit leide. Sonst hätte ich kaum soviele italienische Freunde, die sich im Übrigen der Probleme bewußt sind und sich darüber sehr viel drastischer äußern. Ich glaube, daß sich Herr Rech nicht bewußt ist, welches Glück er hat, in einem Land zu leben in dem die Behörden zuverlässig arbeiten. Die Italiener können die Verhältnisse nicht einmal an der Wahlurne ändern, da ein Großteil der Parteien den Staat nur als Beute betrachtet, die nach der Wahl aufgeteilt wird.
  • Danke

    23.08.2017, Martin
    Habe sehr viel über die Entstehung der Sterne gelernt
  • Si tacuisses.....

    23.08.2017, H. Rott
    Man sollte sich frei machen davon, dass nichts wissen nichts macht. Fakt ist, dass die Bauindustrie sowohl in Deutschland nicht ehrlich ist als auch in Italien sehr häufig betrügt, weil mafiöse Strukturen ihre Süppchen kochen. Die Staatsverwaltung müsste, wie in der Gastronomie, mit absoluten Kontrollen für Sicherheit sorgen.
  • Blödsinn

    23.08.2017, Sven Rech
    Der Monte Epomeo ist so ziemlich der einzige Berg auf Ischia, der KEIN Vulkan ist. Es erwartet daher auch kein Experte, dass er demnächst ausbrechen könnte. Ich kann diese hämische deutsche Überheblichkeit einiger halbgebildeter Redakteure langsam nicht mehr hören.
  • Speichergift

    23.08.2017, Reinhard Lauer
    Wie bei allen chronischen Giften beruht die Toxizität von Aluminium nicht auf der Exposition, sondern auf der Speicherung (oder Akkumulation, Retention) im Körper. Kurz gesagt: Die Dosis macht nicht das Gift. Bevor das Gift gespeichert wird, muss es aufgenommen werden. Das wird durch die Bioverfügbarkeit zum Ausdruck gebracht. Die Bioverfügbarkeit der einzelnen Al-Verbindungen ist sehr unterschiedlich. Deshalb ist es sinnlos, die zulässige Expositionsmenge von Al unterschiedlos zu regeln. Auch sind Statistik-Studien, die Bioverfügbarkeit und Speicherung des Al ignorieren, völlig wertlos. Auch wenn die Behauptung, Al sei nicht die Ursache von Demenz, Alzheimer oder Krebs, allein auf Statistik-Studien beruht, ist dies völlig nichtssagend und sinnlos.

    Um zu sinnvollen Ergebnissen zu kommen, muss also zunächst nach einzelnen biochemischen Bindungsformen unterschieden werden und dann festgestellt werden, wo und unter welchen Umständen das Al im Körper hinwandert und wie lange es dort bleibt (Halbwertszeit) und welche biochemischen Reaktionen dort stattfinden. Wichtig wäre auch zu wissen, von welchen Bedingungen die Al-Ausscheidung abhängt (Genetik, Säure-Basen-Haushalt, Vitamin- und Mineralien-Versorgung) und wie der einzelne Mensch die Ausscheidung beeinflussen (erhöhen) kann.
  • Logik = Mathematik?

    22.08.2017, Karl Hostettler, Aadorf (Schweiz)
    Wollen die Mathematiker das Perpetuum mobile beweisen? Beruht ihr Versuch, Logik als eine Art Mathematik zu behandeln, nicht einfach auf einer falschen Annahme? Delahaye schreibt: "Nach den Gödelschen Unvollständigkeitssätzen hat jede formale Theorie Lücken. Sie kann insbesondere die eigene Widerspruchsfreiheit nicht beweisen." Später: "Eine Theorie ist niemals stark genug ..."

    Das Problem der Rollen von Logik und Mathematik ist wirklich einfach zu lösen. Mathematik ist ein Regelsystem, von uns Menschen mit gütiger Mithilfe unserer Natur aufgestellt, das dazu dient, die Eigenschaften der Welt quantitativ zu erfassen. Schach ist ein anderes Regelsystem. Ist Schach widerspruchsfrei? Wer müsste das sagen? Das Schach? Das sagt nichts. Es spielt auch nicht. Schach enthält die Regeln, wie wir Menschen spielen sollen. Auch wir selbst müssten sagen, ob es widerspruchsfrei ist. Warum soll das bei der Mathematik anders sein? Nicht die Mathematik, nie eine Theorie, beweist ihre Widerspruchsfreiheit. Wir Menschen müssen es tun! Dazu brauchen wir unser logisches Denkvermögen.
    Das Problem mancher Mathematiker: Sie verwechseln Logik und Mathematik. Es sind etwa 100 Jahre her, da war dies grosse Mode. So hat zum Beispiel Gödel in seinem "Beweis" Zeichen verwendet, die nicht in die Mathematik gehören, sondern in die Logik. Wenn wir Logik und Mathematik klar trennen, klar als unterschiedliche Bereiche betrachten, dann lösen sich einige vermeintliche Probleme auf. So beweist Gödel nicht etwa die Unvollständigkeit der Mathematik, sondern die Falschheit der Annahme, Logik lasse sich als eine Art Mathematik betrachten.
    Ich kann nicht verstehen, weshalb die sog. geistige Elite der westlichen Welt gängige Auffassungen nicht einer einfachen kritischen Betrachtung unterziehen will.
    Stellungnahme:

    Das angesprochene Problem scheint vorrangig sprachlicher Natur zu sein. Logiker sagen "Eine Theorie kann ihre eigene Widerspruchsfreiheit nicht beweisen" und meinen "Man kann die Widerspruchsfreiheit einer Theorie nicht mit deren eigenen Mitteln beweisen". Diese verkürzte Sprechweise ist üblich; aber es steckt mehr als nur Bequemlichkeit dahinter. Indem die Logiker die Person desjenigen, der beweist (oder eben nicht berweisen kann), weglassen, bringen sie zum Ausdruck, dass es auf diese Person nicht ankommt. Mehr noch: Die einzelnen logischen Schritte zu einem Beweis sollen in Manipulation von Zeichenketten bestehen, und es soll nicht notwendig sein zu verstehen, was diese bedeuten (so dass auch eine Maschine sie durchführen könnte).


    Wer "logisches Denkvermögen" für eine exklusiv menschliche Fähigkeit hält, steht vor dem Problem, dieses Vermögen in klare Worte zu fassen, und begibt sich damit auf ein intensiv umkämpftes philosophisches Schlachtfeld. Dem gehen die mathematischen Logiker mit ihrer "mechanistischen" Deutung des Beweisens aus dem Wege.


    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Und eine ganze Menge falsch.

    22.08.2017, Hans Peter
    Der Film hat mir zu Beginn gefallen, verliert sich dann aber in Logiklöchern und dem Abarbeiten von den bekannten Alien-Horror-Klischees. Weder die Technik der Raumstation (Kommunikation der ISS mit der Erde soll nur über eine einzige Antenne möglich sein?), die Biologie des Aliens (irgendwas was es nicht kann nach Evolution auf dem Mars?) noch das Verhalten der Astronauten fand ich glaubwürdig.
    Unter dem Strich bleibt ein ziemlich durschnittlicher Film, der sich nicht entscheiden kann ob er sein Szenario als interessante Zukunftsvision oder doch nur als Kulisse für einen Horror-Shocker nutzen will
  • Zur kleinen Berichtigung

    22.08.2017, David M.
    „Kleine Berichtigung: Auch wenn die Zahl in populären Darstellungen beliebt ist: Das Gehirn besteht nicht aus 100 Milliarden Nervenzellen. Eine realistischere Zahl von 86 Milliarden lieferte diese Studie im Jahr 2009.“

    Das ist halt gerundet. Ich denke, so genau kennt man die Anzahl der Nervenzellen nicht (bzw. sie variiert stärker), dass eine genauere Angabe sich lohnen würde.
  • Bionik

    21.08.2017, Detlef Kroll
    Die Natur arbeitet seit Millionen von Jahren daran, Lösungswege für solche Probleme zu finden. So langsam verstehen wir einige solcher Näherungslösungen immer besser und sind überrascht, wie gut sie funktionieren, wenn wir sie im Rechner nachbilden. Z.B. Genetische Algorithmen, die schon nach wenigen gerechneten Generationen durch Selektion, Mutation und Rekombination den Aufrechten Gang erfinden. Oder Ameisen-Simulationen die binnen kürzester Zeit Traveling Salesman Probleme annähern. Oder Pulsierende Neuronennetzwerke (SNNs), die wir alle zwischen den Ohren tragen, und mit deren Hilfe diese Frage nach dem P/NP Problem überhaupt gestellt werden konnte ;)
  • Reverse Engineering

    21.08.2017, Detlef Kroll
    Um zu verstehen, wie es wirklich funktioniert, müssen wir versuchen es nachzubauen oder wenigstens einzelne Funktionen nachzubilden. Reverse Engineering durch Computersimulationen ist daher der Königsweg. KI Forschung mit Neuronalen Netzen, wie sie in der Natur vorkommen, also die Erforschung der Dynamik und Plastizität von Spiking Neural Networks (SNNs).
  • Farbgenetik

    21.08.2017, C. Voigtmann
    Przewalskipferde sind nicht braun, es sind Falben. Das dürfte auch bei Wildpferden so gewesen sein, da die Falbfarbe dominant ist. Zudem wurden wie oben beschrieben Tigerschecken nachgewiesen, das geht genetisch beides beim gleichen Pferd.
    Schimmel, Braune, Schwarze, etc. sind dagegen nicht dominant und deswegen Zuchtfarbe.Wildpferde sind nicht braun (Mustangs und Brumbies sind keine Wildpferde, sondern entlaufene Hauspferde und werden zudem durch Fang und Abschuss vom Menschen weiter selektiert).
    Bei den heiligen weißen Pferden der Römer und Germanen dürfte es sich um sog. Weißgeborene - d.h. Tigerschecken gehandelt haben, keine Schimmel.
    Schimmel sind nach meiner Kenntnis eine spätere Züchtung und nichts anderes als Pferde mit grauen Haaren (sog. Grey-Gen). Da sie gegenüber beidem dominant sind, hätten sie die Falb- und Tigerscheckenfarbe überdeckt.
    Nur mal so, mich stören Ungenauigkeiten...
  • Wahrheit ist Korrespondenz von Tatsachen und Aussagen

    21.08.2017, Prof. Rainer Schimming
    Die Pilatus-Frage “Was ist Wahrheit?” dient in Ihrem August-Heft als Aufmacher. Der durch die Titelseite eingestimmte Leser wird allerdings enttäuscht. Im Artikel von Michael Esfeld heißt es dann nämlich: “Wahrheit kann man nicht definieren.” De facto verwendet der Autor aber die Korrespondenzdefinition der Wahrheit. So schreibt er zum Realismus zustimmend: “Wissenschaftliche Theorien beschreiben die Welt so, wie sie ist.” Auch betont er richtig, dass einzelne Fakten und Aussagen erst in einem größeren Zusammenhang Gewicht bekommen.
    Der Artikel krankt daran, dass philosophische Grundfragen wie das Wahrheitsproblem sofort mit einer vom Autor favorisierten Ontologie von Teilchen und Relationen verbunden werden, was nicht zwingend ist, ja ein kategorialer Fehler ist. Ich empfehle, zur Klarstellung einen positiven Artikel über Wahrheit nachzuschieben und vielleicht außerdem eine Übersicht über die verschiedenen Ontologien in Umlauf, welche wahlweise Dinge, Eigenschaften, Relationen, Prozesse betonen.
    Stellungnahme:
    Der Titel “Was ist Wahrheit?” war als Titel für einen Spektrum-Artikel in Bezug auf naturwissenschaftliche Erkenntnis gemeint. Deshalb geht es dann auch um Teilchen und Relationen (und nicht Ontologie im allgemeinen). – Michael Esfeld