Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ach was, diese Zivilisationen wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden

    16.09.2015, Mathias B
    und absorbieren deshalb sämtliche Emissionen ihrer Sonnensysteme, so dass sich diese lediglich anhand ihrer gravitativen Wirkung bemerkbar machen.
  • Feministische Parolen

    16.09.2015, Hajo Dasting, Wuppertal
    Sätze wie "Denn das Patriarchat erzeugt nicht nur die folgenreiche Überbevölkerung, sondern züchtet eine aggressive und psychisch gestörte Population heran." sind typische Parolen einer feministischen Ideologie. Abgesehen von dem Sexismus gegen Männer, den sie transportieren, beruhen sie auf Annahmen und Behauptungen, die sich empirisch nicht bestätigen lassen.

    So ist "Patriarchat" nichts als ein zentraler Kampfbegriff des Feminismus, dem es schlicht an Substanz fehlt. Das hat die Soziologin und Ethnologin Heike Diefenbach in ihrer Arbeit (Das Patriarchat - Bedeutung, empirischer Gehalt, politische Verwendung) hervorragend dargelegt. Auch ist Überbevölkerung kein vom "Patriarchat" generiertes Problem, sondern generell eine Folge der Lebensprozesse aller Populationen, die keine natürlichen Feinde und Zugriff auf genügend Nahrungsressourcen haben.

    Was die Aggressivität betrifft, hat Steven Pinker in seinem über tausendseitigen Werk "Gewalt - eine neue Geschichte der Menschheit" nachgewiesen, dass Gewalt in den Zivilisationen der Neuzeit im Gegensatz zu früheren Jahrhunderten deutlich abgenommen hat - und das auch unter dem vermeintlichen "Patriarchat". Von Heranzüchtung einer aggressiven und psychisch gestörten Population kann also keine Rede sein.

    In matrifokalen Gesellschaften weisen Männer mit den Kindern der Schwestern eine geringere Verwandtschaft auf, als mit Kindern, die sie selbst mit einer fremden Frau haben. Dies freilich nur, wenn sie sich der Vaterschaft sicher sein können. Aus evolutionsbiologischen Überlegungen sollten sich also Gesellschaften durchsetzen, die die biologische Vaterschaft weitgehend sicherstellen. Dies können nur Gesellschaften mit polygyner oder monogamer Familienstruktur. Demgemäß zeigen von 849 untersuchten Gesellschaften, die im vom amerikanischen Anthropologen George Peter Murdock herausgegebenen Ethnographischen Atlas aufgeführt sind, 83 Prozent Polygynie und 16 Prozent Monogamie. Selbst bei unseren nächsten tierischen Verwandten, den Primaten, sind Polygynie und Monogamie die häufigsten Fortpflanzungsgemeinschaften. Es ist daher weder plausibel noch ist es nachweisbar, dass prähistorische Gesellschaften durchgängig matrifokal gewesen sein sollen.

  • Vergangenheit

    15.09.2015, Miguel Setiabudi
    Wenn die nächste Galaxie zehntausende von Lichtjahren entfernt ist, kann es doch sein, dass die Signale nach denen wir suchen auch noch in ihren Kinderschuhen stecken oder suchen wir nach Hyperlichtgeschwindigkeit-Signalen?!
  • Muss das wirklich?

    15.09.2015, Maestro
    Wir schließen immer von uns (Menschen) aus und nehmen unser aktuelles Wissen als ultimativen Maßstab.
    Extrem fortschrittliche Außerirdische hantieren eher auf eine Weise die unsere Vorstellungskraft übersteigt, also die Grenze des uns,auf unserem Wissen basierendem, bekannten Möglichen. Oder will jemand behaupten unser physikalisches Weltbild wäre komplett und Revolutionen der Physik sind nicht mehr möglich?

    Genauso ist es mit SETI und deren Radiowellen...
  • Planetarium Theorie

    15.09.2015, Spectator
    Leider wird in dem Artikel der Lösungsansatz der Planetarium Theorie im Rahmen des Fermi Paradoxons nicht erwähnt.
  • Oder aber

    15.09.2015, Mühlmarkl
    sie wären möglicherweise so hochentwickelt, dass wir mit unseren beschränkten Möglichkeiten überhaupt in der Lage wären, sie wahrzunehmen. Vielleicht würden sie das aber auch überhaupt nicht wollen.

    Schliesslich sind wir eine Prä-Worpspezies... ;-]
  • Zeitfaktor

    15.09.2015, Yhoko
    Wie so oft wird hier der Zeitfaktor völlig unter den Tisch gekehrt. Die ausserirdische Megazivilisation könnte bereits existieren, nur so weit von uns entfernt dass deren Strahlung uns erst in tausenden oder millionen Jahren erreicht. Oder die Planeten da draussen sind gespickt mit Trümmern von längst vergangenen Zeiten glorreicher Zivilisationen. Was wir wirklich sehen ist keine Momentaufnahme sondern verschiedene Gesichter der Vergangenheit.

    Yhoko
  • Kardaschow-III-Zivilisationen?

    15.09.2015, Mathias Völlinger
    Alle im I-Stadium, vor der Erfindung des Warp-Drive, an Überbevölkerung zugrunde gegangen. Ihre Ökosysteme ruiniert und das wars dann. Da brauchte es keine Gammablitze.
  • Verjährt Mord nicht?

    15.09.2015, Manfred Raida
    Viel Spass für die Polizei, aber mal ohne Witz eine sehr interessante Entdeckung, wenn auch nicht für den armen Kerl. Ich hoffe man kann mehr rauslesen, Lebensumstände usw
  • Ja, schon seltsam..

    15.09.2015, Maestro
    Schon interessant, die Flecken und der "Berg".
    Und der wissenschaftliche Leiter der Dawn-Mission, Dr. Christopher Russell rätselt erstaunt über diesen 6km hohen pyramidenförmigen Berg und seine Entstehung und vergisst dabei (wie wohl leider auch der Rest der begeistert-erstaunten Wissenschaftsgemeinde) dass auf Phobos ein 50km hoher "Monolith" steht, der wesentlich rätselhafter und interessanter ist und dem eigentlich weit mehr Aufmerksamkeit gebührt!
  • Unterbewusstsein vs Ober- oder Überbewusstsein

    14.09.2015, Ekkehard Grubler
    Da das Bewusstsein kein Raum mit Grenzen oder mit einem Oben oder Unten oder einem Links oder Rechts ist, hatte Freud klugerweise vom Unbewussten gesprochen. Dem Unbewussten gegenüber steht das Bewusste. Entweder etwas ist einem bewusst oder eben nicht. Aber es kann einem etwas nicht unterbewusst oder überbewusst oder oberbewusst sein. Denn wo ein Oben, auch ein Unten.

    Folglich, da Bewusstsein also nicht ein Raum ist, kann es keinen Ort unterhalb von Bewusstsein oder oberhalb von Bewusstsein geben. Bewusstsein ist entweder da oder eben nicht.

    Auch wenn es im Zuge der Yoga-Entwicklung im letzten Jahrhundert hier und dort Yogis gab, die wie Sri Aurobindo beispielsweise vom Supramind oder Overmind, von Bewusstseinsstufen sprachen, sind diese Vorstellungen nicht wissenschaftlich, sondern lediglich Versuche, eine Vorstellung dessen, was Bewusstsein noch alles können könnte, zu beschreiben.

    Im Westen wurde im Zuge der Erfahrungen der Hippies mit Drogen gerne auch vom "erweiterten Bewusstsein" gesprochen.

    Also von einem "unterbewussten Nervensystem" zu reden ist so unrichtig, wie von einem "überbewussten Nervensystem" zu reden. Das Nervensystem funktioniert schlicht unbewusst, es sei denn das Ich ist sich dessen bewusst, wie und wann es funktioniert. Das kann man über Meditation durchaus erlernen.

    Aber den Begriff "Unterbewusstsein" sollten wissenschaftlich orientierte JournalistInnen eigentlich nicht benutzen.
  • @Dr. Gunter Berauer - Wellenfunktion & Kollaps - Addendum

    14.09.2015, Dr. Wolfgang Klein, Wehrheim
    Noch sehr viel lesenswerter in diesem Zusammenhang in der SPEKTRUM KOMPAKT-Ausgabe: Der Artikel von David Tong "Machen Quanten Sprünge?". Dieser enthält - natürlich sehr viel fachkundiger - eine ausführliche Diskussion vieler der von mir oben angesprochenen Themen, die auch die historischen Facetten nicht auslässt.

    Tong vertritt den Standpunkt, dass die Welt ein Kontinuum ist, und dass "digitale" bzw. "diskrete" Effekte nur emergent in Verbindung mit Lösungen der Schrödinger-Gleichung auftreten. Der "Automat" wäre in diesem Fall ein rein theoretisches Konstrukt und würde nur näherungsweise physikalische Realisierungen besitzen. Eine sinnvolle exakte Frage könnte in dem Fall sein, ob ein Mensch in diesem Sinne die näherungsweise Realisierung eines Automaten ist oder nicht. Roger Penrose beispielsweise (siehe populärwissenschaftliche Publikationen wie "Shadows of the Mind") vertritt z.B. im Zusammenhang mit der KI-Diskussion die Meinung, dass dies (Mensch = Automat) nicht der Fall ist, wobei ihm ein Nachweis bisher nicht gelungen ist. Selbst wenn nachgewiesen ist, dass der Mensch kein Automat in diesem Sinne ist, bleibt der Begriff "freier Wille" vollkommen ungeklärt, denn mehr als Wellenfunktionen, Schrödinger-Gleichung und ggf. der Zufall in Form des Kollaps der WF gibt es dann nicht. Wo soll da ein "freier Wille" sein?

    Im Übrigen steht auch der Kontinuumsansatz mathematisch auf tönernen Füßen. Er funktioniert nämlich nur, wenn man unterstellt, dass das Auswahlaxiom (Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre (ZF)) in der Realität gilt, und meine persönliche Meinung als Mathematiker ist, dass das Auswahlaxiom eine so abgedreht formale Aussage macht, dass sich mit gesundem Menschenverstand oder experimentell nicht entscheiden lässt, ob es in der Realität gilt oder nicht. In der Tat bilden die restlichen ZF-Axiome plus NEGATION des Auswahlaxioms ein ebenso widerspruchsfreies Axiomensystem wie ZF mit Auswahlaxiom.

    Hinzu kommt noch der allfällige Gödelsche Unvollständigkeitssatz, nach dem es wahre Aussagen gibt (man kann sogar welche konkret angeben), die aus den Axiomen (... mindestens so komplex wie die Peano-Axiome ...) nicht beweisbar sind. Und es gilt: ZF => Peano.

    Die Ausgangslage für eine Entscheidung des Automatenproblems ist also denkbar schlecht und - ich wiederhole es - der Artikel von E. Nahmias ziemliches Blabla. :(
  • @Dr. Gunter Berauer - Wellenfunktion & Kollaps

    14.09.2015, Dr. Wolfgang Klein, Wehrheim
    Ich habe mir gerade das neueste SPEKTRUM KOMPAKT zum Thema Quantenphysik geladen. Der Artikel "Und noch ein Schlupfloch erfolgreich geschlossen" in dieser Sammlung setzt sich mit mit einem neuen Experiment zum Kollaps der Wellenfunktion auseinander. Bei diesem wird ein einzelnes Photon (Welle) aufgeteilt und für jeden Teil separat eine "Messung an einer Welleneigenschaft" durchgeführt (für Details siehe Artikel).

    Aus ihren Ergebnissen schließen die Experimentatoren (offenbar Anhänger der Kopenhagener Deutung), dass der Kollaps der Wellenfunktion instantan erfolgt, d.h. ohne Zeitverzug mit unendlicher Geschwindigkeit. Da die Messungen an einem einzelnen Photon erfolgen, ist Ihre Aussage in einer Leserzuschrift oben, es handle sich nur um einen statistischen Effekt bei wiederholten Messungen, und die Welle an sich könne gar nicht beobachtet werden, offensichtlich falsch.

    Meiner Meinung nach ist allerdings der Untertitel des Artikels "Ein neuer Test belegt: Die Quantenwelt bleibt gewohnt unübersichtlich. Und für Skeptiker wird das Eis immer dünner." etwas irreführend, weil das Experiment kein experimentum crucis zwischen Kopenhagener Deutung und Vielweltentheorie darstellt. Ich denke eher, dass mit "Skeptiker" die grundsätzlichen Zweifler an der Quantentheorie gemeint sind.
  • Erhaltung der Information?

    14.09.2015, Dr. Gunter Berauer, München
    In dem Artikel wird wieder einmal behauptet, die Quantenmechanik verbiete den Verlust von Informationen, es gebe also einen Erhaltungssatz für die Information. Dafür gibt es meines Erachtens aber keine Grundlage, weder auf Ensembleebene, also im Makro- oder Mesokosmos, noch auf der Teilchenebene im Mikrokosmos. Das Thema wurde im Spektrum vor Jahren schon einmal diskutiert, http://www.spektrum.de/magazin/schwarze-sterne-an-stelle-schwarzer-loecher/1017402

    Das auf Ensembleebene üblicherweise benutzte Shannon’sche Informationsmaß entspricht dem Gegenteil der Entropie; Leon Briollouin spricht von Negentropie. Da Entropie ein Maß der Unordnung ist, ist Information damit ein Maß der Ordnung. Und wenn die Entropie, die Unordnung, nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik in einem abgeschlossenen System mit der Zeit insgesamt zunimmt, dann nimmt die Ordnung, d.h. die Information insgesamt ab. Oberhalb der Teilchenebene bleibt in einem abgeschlossenen System die Information also nicht erhalten, sondern sie nimmt mit der Zeit ab.

    Nun zur Teilchenebene. Im Mikrokosmos wird oft von quantenmechanischer Mikrokausalität gesprochen und damit auf der Teilchenebene eine Informationserhaltung konstatiert. Die Gesetzmäßigkeit, die dabei mit Mikrokausalität bezeichnet wird, bezieht sich aber nur auf die Weiterentwicklung von Wahrscheinlichkeiten (etwa über die Schrödinger- oder die Klein-Gorden-Gleichung), und nicht, wie in den Gleichungen der klassischen Physik, auf die Weiterentwicklung der physikalischen Größen selbst, also der Fakten, wie etwa Ort und Geschwindigkeit eines Objektes. Vorhersagbarkeit von Möglichkeiten hat aber nun gar nichts mit Vorhersagbarkeit der Fakten und damit mit wirklicher Kausalität zu tun. So ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem geplanten Wurf eines idealen Würfels eine “2“ zu erhalten, sicher als 1/6 vorhersagbar, was aber nichts darüber aussagt, welche Zahl dann wirklich fällt. Offenbar wird hier Mögliches mit Faktischem verwechselt, was übrigens die am weitesten verbreitete Fehlinterpretation der Quantenmechanik ist (siehe auch andere Leserbriefe von mir im Spektrum).

    Die genannte vorhersagbare Weiterentwicklung der Wahrscheinlichkeiten nach den Gleichungen der Quantenmechanik gilt auch nur, solange das Objekt isoliert bleibt, also keine Wechselwirkung stattfindet. Bei jeder Wechselwirkung, bzw. Messung, wird beim Kollaps der Wellenfunktion gemäß der momentan unter Berücksichtigung der Art der Wechselwirkung gegebenen Wahrscheinlichkeiten per Zufall eine der Möglichkeiten zum Faktum. Es bildet sich für die Zukunft ab da eine neue Wellenfunktion, und die Information über die anderen, vor dieser Wechselwirkung für die betreffende Größe möglich gewesenen, sowie die von ihr tatsächlich früher angenommenen Werte, ist für immer verloren. Solange ein Objekt unbeobachtet bleibt (d.h. nicht mit seiner Umwelt wechselwirkt) und sich in dieser Zeit die Wahrscheinlichkeiten nach den genannten Gleichungen weiterentwickeln, kann es in den Wellenfunktionen zwar auch Invarianten geben, wie etwa Erwartungswerte von Messgrößen oder Produkte von Erwartungswerten. Diese sind aber nur fiktiv und in einem unbeobachteten System per definitionem nicht nachweisbar. Ferner würden auch diese Informationen die nächste Wechselwirkung nicht überleben. Auch im Mikrokosmos bleibt somit Information nicht erhalten. Und, in der Zeit, in der eine Information zwischen zwei Wechselwirkungen vielleicht überlebt, ist sie gar nicht nachweisbar.

    Herr Springer von der Spektrum-Redaktion hatte vor einigen Jahren mir gegenüber einmal die Meinung vertreten, dass die Informationserhaltung zwar für einzelne Teilchen, nicht aber für größere Ensembles gelte. Das ist aber auch nicht überzeugend. Denn wenn im Kleinen grundsätzlich nichts verloren geht, dann könnte auch in Summe, d.h. im Großen, nichts verloren gehen.

    Mein Fazit: Einen Erhaltungssatz der Information gibt es nicht und das im Artikel angesprochene Informationsparadoxon existiert nicht.




  • Antibiotika

    13.09.2015, Stefan Mense
    Die Antibiotikabehandlung gilt anderen Ländern, wo eine Fehlsteuerung durch finanzielle Anreize hin zur Operation nicht besteht (z.b. Schweden) seit längerem als erste Wahl.