Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Zustand des Gehirns entscheidet über Reaktion: zuerst

    20.08.2015, Kinseher Richard
    Ein Experiment mit Nematoden zeigte, dass nur der Zustand von Neuronen zu dem Zeitpunkt wo ein neuer Reiz registriert wird - darüber entscheidet, welche Reaktion darauf erfolgt. D.h. auf einen bestimmten Reiz können zustandsabhängig unterschiedliche Reaktionen kommen.
    ( www.sciencedaily.com/releases/2015/03/150313110402.htm ´Free will? Analysis of worm neurons suggest how a single stimulus can trigger different responses´; DOI: 10.1016/j.cell.2015.02.018)
    Dieser Ablauf würde zunächst eindeutig gegen einen freien Willen sprechen.
    Allerdings - müssen wir Menschen uns meist nicht sofort entscheiden. Denn wenn wir ein Problem gedanklich abwägen - dann ergibt sich in unserem Gehirn immer jedesmal ein anderer Zustand von Neuronen *) ; auf dessen Grundlage dann eine Entscheidung erfolgen kann.
    *) dieser Zustand ändert sich dauernd, da unsere Wahrnehmung auch von Körper-/Umwelteinflüssen zusätzlich stimuliert wird

    Weil wir bewusste Überlegungen anstellen und Reaktionen verschieben können, haben wir die Möglichkeit, eine Entscheidung und Folgehandlung zumindest zu beeinflussen.
    Die Experimente von Libet/Haynes haben den Nachteil, dass nur eine sehr eng begrenzte Wahlmöglichkeit (Handbewegung) vorgeschrieben ist. Eine echte Willensfreiheit ist somit nicht möglich. Man hätte den Versuchspersonen z.B. auch noch anbieten müssen, dass sie zum Kaffee trinken oder auf ein kühles Bier gehen könnten
  • Der tatsächliche Erdmittelpunkt ?

    20.08.2015, Rappelkopf
    "Denn den modernen Messungen liegt der tatsächliche Erdmittelpunkt als Referenz zu Grunde."

    Kann mir als Laie nicht vorstellen, dass der tatsächliche Erdmittelpunkt unverrückbar immer an der gleichen Stelle ist. Die Erde unterliegt Verformungen durch Schwerkrafteinflüsse, Gezeitendynamik, Verschiebungen der Plattentektonik, jahreszeitliche Eisschildveränderungen an den Polen usw.

    Daher müsste wohl auch der tatsächliche Erdmittelpunkt ständig in Bewegung sein; keine Ahnung allerdings, ob um Millimeter, Meter oder was auch immer.
    Antwort der Redaktion:

    Das ist richtig. Gemeint ist der Erdmittelpunkt in Bezug auf das durch die Längen- und Breitengrade definierte Koordinatensystem einer idealisierten Erdkugel.
    Mit besten Grüßen jd/Red.

  • Die Skepsis überwiegt.

    19.08.2015, Robert Orso
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    Die lunar bedingten Gravitationsschwankungen sind in kleinem Maßstab, also in einem winzigen Wasserkörper wie dem der Zelle, jedoch deutlich geringer als kombiniert etwa in den Weltmeeren
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    Das kann man durchaus sagen. Bei der gravitativen Wechselwirkung die einen inneren (oder äußeren) Tidenhub verursachen soll wirkt ja nicht die absolute Anziehungskraft des Mondes – die hier schon fast unmessbar ist, sondern nur die Differenz zwischen Mond zugewandter und Mond abgewandter Seite der Zelle.

    Ich vermute, die Autoren der Studie haben die Größe dieses Wertes berechnet und in ein Verhältnis zu den möglichen gravitativen Störungen durch vorbei gehende Menschen, vorbeifahrende Autos usw. gesetzt. Ich habe das tatsächlich gemacht und der postulierte, durch den Mond verursachte intrazelluläre "Tidenhub" ist wahrlich verschwindend gering im Vergleich zu allen möglichen alltäglichen Störungen. Ganz abgesehen davon dass die Schwerkraft Differenz ohnehin nur auf Objekte unterschiedlicher Dichte wirkt, auf gelöste Stoffe innerhalb von Zellmenbranen beispielsweise so gut wie überhaupt nicht. Was beispielsweise dazu führt dass Zellbestandteile selbst in einer Ultrazentrifuge nur schwer voneinander zu trennen sind.

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    Im Orbit ist der lunare Zyklus deutlich schneller...
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    Aha? Der lunare Zyklus wird durch den Umlauf des Mondes um die Erde bestimmt und ändert sich nicht willkürlich, wenn sich ein Objekt in der Erdumlaufbahn befindet.

    Was sich ändert sind die geometrischen Positionen von "Testobjekt", Mond, Erde und Sonne. Es ist natürlich richtig, dass die ISS und die Testobjekte in etwa 93 Minuten eine um 12.700 + 800km Änderung des Abstandes zum Mond durchführen. Wie im Übrigen auch zur Sonne, sowie durch die Elipsenbahn der ISS auch ein gutes Stück Differnz im Erdabstand. Während sich in der Zeit die Geometrie zwischen Sonne Erde und Mond nur um eine Winzigkeit geändert. Die beobachteten Zyklen entsprechen also mit hoher Präzision der Position zum Mond und nicht etwa dem der Sonne? Dieser Zyklus unterscheidet sich in seiner Länge ja nur wirklich minimal vom "Mond Zyklus". Die Messungen müssen also eine außerordentliche Präzision aufweisen um diese Differenz in den Daten überhaupt erkennen zu können. Das müssen dann allerdings andere Diagramme sein als die die in dem Papier veröffentlicht wurden. Da sind die Zyklen und Korrelationen schon sehr "ungefähr".

    Meine Hochachtung an die Wissernschaftler, die all diese Störungen aus den Beobachtungen heraus gerechnet haben, sodass kein Einfluss der wechselnden Beleuchtung durch den Umlauf und der Eigen Rotation der ISS, durch die gravitativen(?) Einflüsse von Erde und Sonne sowie durch die Besatzung und das Equipment der ISS mehr erkennbar ist.

    Die Beleuchtung der Pflanzen durch den Mond wurde natürlich ausgeschlossen? Nicht dass eine lichtempfindliche Pflanze auf das reflektierte Licht des Mondes reagiert und am Ende das Ergbenis verfälscht.

    Im Übrigen habe ich in dem verlinkten Papier überhaupt keinen Hinweis gefunden, dass Beobachtungen auf der ISS diese These unterstützen würden. Da habe ich wohl nicht sorgfältig genug gelesen.

    Ich bezweifle nicht, dass Herr Barlow etwas wichtiges gemessen hat. Ich bezweifle allerdings die Behauptung, dass die Ursache dafür ein durch die differenzielle Mond Gravitation an der Pflanze oder in der Zelle ausgelöster "Tidenhub" sein soll. Diese Annahme halte ich für sehr ... spekulativ.
  • Paradies?

    19.08.2015, bossel
    "Davor lebten die Menschen quasi im "Paradies". Aus dem wir vertrieben wurden."

    Das ist totaler Nonsens. Wenn es Sie interessiert, können Sie sich folgendes ja mal durchlesen:
    Proving communal warfare among hunter-gatherers: The quasi-rousseauan error
    http://onlinelibrary.wiley.com/enhanced/doi/10.1002/evan.21446/

    Darin geht es zwar hauptsächlich um Jäger & Sammler, aber mit Aufkommen der Landwirtschaft (& dazugehörigen Territorialansprüchen) wird es kaum besser geworden sein.
  • Geschichten vom Mond

    19.08.2015, Ulrich Heemann
    Dass sich der Gravitationseinfluss des Mondes auf der Erde auch bei Pflanzen bemerkbar macht, ist denkbar. Schließlich befinden wir uns ca. 6400 km vom Erdmittelpunkt entfernt, so dass wir lokal einem anderen Gravitationseinfluss ausgesetzt sind als die Erde insgesamt. Dass dergleichen aber auch in einer Raumstation messbar sein soll, kann ich kaum glauben. Natürlich, zwei unabhängige Massenpunkte, hier Mensch, dort ISS, werden zwei unterschiedliche Erdumläufe zurücklegen, sofern die Schwerpunkte und deren Geschwindigkeit nicht übereinstimmen. Aber es können dabei nur Wegunterschiede in der Größenordnung von Metern auftreten, die während eines kompletten Umlaufs durch Kontaktkräfte ausgeglichen werden müssen. Das sollte tatsächlich mit modernen Gravimetern noch nachweisbar sein. Ein Einfluss des Mondes ist aber noch um Größenordnungen schwächer. Und der sollte, von aller möglichen rationalen Erklärung mal ganz abgesehen, doch in jedem Fall viel schwächer ausfallen als der Einfluss des Mondlichtes - sofern die Pflanzen dies sehen.
    Und handelt es sich beim behaupteten "lunaren Zyklus" auf der ISS nicht stattdessen um einen "solaren Zyklus", der auf der ISS faktisch die gleiche Periodizität hat?
  • Eine wenige Beispiele

    19.08.2015, Dirk Gerhardt
    In der empirischen Wissenschaft muss auch die Anzahl der Beispiele berücksichtigt werden, einige wenige Beispiele für Gewaltexzesse liefern keine solide Basis für die in dem obigen Artikel formulierte Hypothese, dass in der Jungsteinzeit grundsätzlich strukturelle Gewalt mit Zunahme der Ressourcenknappheit aufkam. In der Überschrift und im Text ist hingegen sogar kurz angedeutet, dass es in der Jungsteinzeit wohl eher friedliebend zuging, mithin die Thesen von Gimbutas u.a. einer friedvolleren pan-europäischen Urkultur tatsächlich richtig erscheinen: Es fehlen sämtliche Beweise für strukturelle, systematische Gewalt, bis patriarchalisierte Kurgan-Völker in Europa auftauchten. Und mit ihnen die Idee von Herrschaft und damit auch natürlich einhergehend die exklusive Inanspruchnahme aller Ressourcen, um die dann blutig gekämpft wurde. Man vergleiche dies auch mit den Tokens-Studien von Schmandt-Besserat in Sumer. Mit der Idee der Herrschaft kamen Hierarchien, Kasten, Priesterschaft, Geld, Sold, stehende Heere, strukturelle Gewalt, Ressourcenkriege in die Welt. Davor lebten die Menschen quasi im "Paradies". Aus dem wir vertrieben wurden. Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben...
  • Erstaunlich,

    19.08.2015, Elko Friedrichs
    dass der Autor sich nicht vorstellen kann, dass es die jungen Frauen waren, die die Tat begangen haben...
  • Isolation bis der Arzt kommt...

    18.08.2015, Jan PP
    Schwefelwasserstoff bei 1,7 Millionen Bar Druck!
    Na wenigstens braucht man da kein Prüfgerät bei Kabelbruch.
    Man muß nur dem Instinkt, vom Gestank WEGzulaufen, unterdrücken :-))

    Aber an und für sich ist die Supraleiterforschung eine feine Sache, wenn ich an die reinen Leitungsverluste denke, können wir vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft 20-30% der derzeit benötigten elektrischen Energie einsparen.

    Dem Redaktionsteam baldige Genesung, falls ein Teammeeting an Designertischen erfolgen sollte und der Schienbeinvoodoozauber doch wirken sollte :-))
  • Wo liegt das Maximum?

    18.08.2015, Jens Hafner
    Mich hätte noch interessiert, ob es möglich ist, eine Art Temperatur-Obergrenze für Supraleiter zu berechnen, z.B. für alle für alle wasserstoffhaltigen Leitersubstanzen. Gibt es eine Art "physikalisches Limit" oder sind tatsächlich noch umwälzende Entdeckungen möglich, z.B. echte Raumtemperatur-Supraleiter mittels spezieller räumlicher Anordnungen der Atome (Nanotubes, Buckminster-Fullerene u.ä.).
    Antwort der Redaktion:
    Das ist eine spannende Frage. Bei den klassischen BCS-Supraleitern, zu denen die Hydride gehören, hängt die Sprungtemperatur von der Stärke der Elektronen-Phononen-Kopplung, der Phononenfrequenz und hohen Zustandsdichten im Leitungsband ab. Die können über recht weite Strecken variieren, so dass hohe Sprungtemperaturen denkbar sind. Ob sie dich realisieren lassen ist eine andere Frage. Ich persönlich bin angesichts dieser Rahmenbedingungen ausgesprochen gespannt, ob man metallische Borhydride erzeugen kann und was die dann für Sprungtemperaturen haben.
  • #1 "Intelligenter Kommentar"

    18.08.2015, Dr. Christian Thiele
    Kleiner Tipp: Anführungszeichen sind ein subtiler Hinweis etwas nicht wörtlich zu nehmen. ;-)
    Antwort der Redaktion:
    Fairerweise muss man sagen, dass die Anführungszeichen in unserer Box auf Zeit.de nicht angezeigt werden. Ich bin natürlich trotzdem erschüttert, auf was für Gewaltfantasien man in diesem Internet so trifft.
  • Platz wär schon genug da...

    18.08.2015, Paul Heidum
    So so, es mangelt also am Platz für Grünflächen? Ich wüsst schon, wo welcher wär... Wenn nicht jeder glauben würde, er müsste sich eine eigene Blechkiste mit mind. 10 qm Platzbedarf anschaffen, die dann statistisch gesehen über 23 Stunden am Tag untätig herumsteht, hätten wir Platz en masse. Und wenn nicht hinz und kunz aus dem Umland mit seiner Abgasschleuder in die Stadt fahren würde, wo er mit Lärm, Feinstaub, Gestank und - eben - Stellplatzbedarf nervt.

    Der so entstehende Platz könnte dann recht gut für Grünflächen genutzt werden. Oder fürs Straßencafé. Oder für die Vermeidung des Konflikts zwischen "Radfahrer, einer Seniorin mit Einkaufstrolley und einem Vater mit Kinderwagen", den die Autorin so bedrohlich heraufbeschwört ;)

    Menschen in der Stadt verbrauchen weniger Ressourcen als die auf dem Land lebenden - das alleine sollte es uns wert sein, für eine gute Stadtplanung einzutreten!

    [Für mehr Infos zum Ressourcenverbrauch Stadt-Land: https://www.ted.com/talks/jeff_speck_the_walkable_city (ab Minute 11)]
  • Zuviel Spekulation

    18.08.2015, Norbert Gregor Günkel
    Die Überschrift trägt dick auf - aber der Text ist dann eine einzige Enttäuschung. Eine Zählung ergibt: Zweimal womöglich, dreimal vielleicht, Indizien legen nahe, könnten, unklar, wäre möglich, spekulieren. Das ist zuviel Vagheit in einem Text mit wissenschaftlichem Anspruch. Der Gipfel: Die Beinverletzungen könnten nach dem Tod beigebracht worden sein - und werden dennoch als Indiz für Folter bewertet.
    So darf seriöse Berichterstattung über angebliche wissenschaftliche Ergebnisse nicht aussehen, auch wenn die Wissenschaftler so dick aufgetragen haben mögen. Wo bleibt der kritische Blick des Journalisten, der die heiße Luft aus solchen Sprechblasen lässt?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Gückel,

    ich kann ihre Kritik in keinem Punkt nachvollziehen.

    Tatsächlich finden die Archäologen recht handfeste Belege dafür, dass innerhalb kürzester Zeit 26 Menschen durch stumpfe Gewalt zu Tode gekommen sind und dann ohne die zeitübliche rituelle Begleitung schnell unter die Erde gebracht wurden. Man könnte sich all das womöglich auch als Folge eines Banden- oder Kleinkriegs oder eines Überfalls vorstellen. Allerdings sind an den Beinen vieler Toter auffällig ähnliche perimortale Verletzung zu finden - solche, die den Opfern um den Todeszeitpunkt herum beigebracht wurden. Die Spekulation, man könnte die Opfer kurz nach ihrem Tod verstümmelt haben, ist nicht auszuschließen, aber eben unwahrscheinlicher. Ich halte die Bezeichnung Massenmord weiter für angemessen und die Vermutung der Folter für plausibel, und das auch nach einem kritischem Blick als Journalist.

    Die Analyse der Mainzer Archäologen vervollständigt im übrigen das Bild, dass Kollegen bei den seit längerem untersuchten anderen beiden Massengräbern aus der ausgehenden Jungsteinzeit gezeichnet haben. Zudem ist dieses Bild mit Blick auf die Menschheitsgeschichte leider auch auch nicht realitätsfern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jan Osterkamp

  • ach..

    18.08.2015, sapereaude
    Ach, ist doch noch im Rahmen des Legitimen, vor allem mit diesem fundierten Text dahinter :P
  • clickbait

    18.08.2015, Dr. Azrael Tod
    Schlimmste Clickbait-Überschrift seit langem!
    Ich wünsche dem Autor dass er sich sein Schienbein am Schreibtisch anschlägt. Täglich!
    Antwort der Redaktion:
    Zum Glück haben wir ergonomische Schreibtische. Ich habe mir dort noch nie das Schienbein angeschlagen.
  • Lob

    18.08.2015, Patton
    Herr Fischer,

    Ihre Artikel sind HERAUSRAGEND im wahrsten Sinne des Wortes (nicht alle, aber sehr viele). Sie werden von mehr besonders gerne gelesen. Die Themen Ernährung und Lebensmittel sind ganz besonders Ihr Ding! Ich würde mir wünschen, wenn Sie auch weiterhin (u. a.) diesem Themenbereich treu bleiben. Besten Dank für Ihre Veröffentlichungen!

    Freundlicher Gruß
    Agatha Patton