Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Es ehrt Sprektrum ja

    29.01.2013, Kunibert Hurtig
    eine so gutaussehende junge Frau zu Wort bzw. zu Schreib kommen zu lassen. Ich erwarte jedoch ein Mindestmaß an intellektuellem Anspruch und nicht dieses aufgeregte Gegacker, dass allenthalben durch den Blätterwald schallt.
    Für die Zukunft sollte überdacht werden, ob die Äußerungen eines anscheinend angetrunkenen alternden Gockels überhaupt einer Erwägung wert sind. Ich bedanke mich im Voraus.
    Kunibert Hurtig
  • Aus dem Blickwinkel des Anthropozän

    28.01.2013, PEE Kofen
    wirkt die s/w gefleckte Kuh von Nebenan nicht ganz so charismatisch wie ihre wilden Verwandten, obwohl der Kurzhaarlook viel eleganter wirkt.
    Mit dem Nimbus "unklug seit je her", gar kein Fluchttier und "schneisenfressendes Sojateam Mitglied"
    ist nicht viel her zu machen, und mögliche Vorhautprobleme männlicher Teamkollegen erregen auch kein Interesse, wurden ja bereits industriell gelöst. Die Entwicklung ist hier zum Leidwesen unserer
    "Nutzteams" natürlich abgeschlossen. Um so mehr freut mich dass das Privileg unserer umfassenden Aufmerksamkeit dieser zottigen Minderheit gilt.
  • Wissenschaft, Feminismus und Professionalität

    28.01.2013, W. H. Greiner28440
    Wenn ein Ereignis in einer Zeitschrift kommentiert wird, die sich die Wissenschaft auf die Fahnen geschrieben hat, dann sollte man ein Mindestmaß an intellektueller Redlichkeit erwarten dürfen. Dazu gehört vor allem auch, dass man die berichteten Geschehnisse nicht unangemessen aus dem Zusammenhang reisst.
    Frau Himmelreich hat von Herrn Brüderle "Professionalität" eingefordert. Bei einem Interview tagsüber wäre das eine berechtigte Forderung; bei einem von ihr selbst (!) initiierten Gespräch um Mitternacht an einer Hotelbar, an der Herr Brüderle nach einem anstrengenden Tag beim Wein saß, ist das eindeutig zuviel verlangt: irgendwo gibt es auch für Politiker eine Grenze, an der das Professionelle aufhört und das Private beginnt. Hier hat zunächst Frau Himmelreich selbst eine Grenze nicht respektiert. Angesichts einer Annäherung um diese Zeit und in dieser Situation hatte Herr Brüderle alles Recht der Welt, die Dame eben nicht als professionelle Interviewerin ernst zu nehmen, sondern ihre Annäherung als so privat zu interpretieren, wie die ganze Situation war.
    Gut: ein Mindestmaß an Höflichkeit und Respekt darf Frau wohl trotzdem erwarten. Nun hat aber Frau Himmelreich selbst das von ihr initiierte Gespräch gleich mit einer Ungehörigkeit eröffnet: Herrn Brüderle auf sein "fortgeschrittenes Alter" anzusprechen ist wiederum ein klarer Übergriff ins Private - und gerade dann besonders übel, wenn der so Angesprochene nach einem harten Tag um Mitternacht nach Genuss von Alkohol klarerweise und auch völlig legitim die Grenze seiner eigenen Leistungsfähigkeit überschritten hat.
    Frau Himmelreich hat sich in einer klar privaten Situation mit bemerkenswerter Dreistigkeit und Hartnäckigkeit an einen in diesem Moment sichtlich nicht mehr professionell ansprechbaren Politiker "herangemacht" - und sich dann darüber beklagt, dass ihr Gegenüber sich ebenfalls (!) daneben benommen hat. Sich ein ganzes Jahr später öffentlich als Opfer eines "sexistischen" Skandals darzustellen, um den zwischenzeitlich avancierten Mann medial zu beschädigen, ist selbst ein Skandal. Wenigstens Spektrum der Wissenschaft sollte hier Job und Schnaps korrekt unterscheiden, anstatt sich unter einer reisserischen Überschrift einer gelenkten, politischen Schmutzkampagne anzuschließen.
  • Scheinheiligkeit

    28.01.2013, Kinseher Richard
    Diese Sexismus-Debatte ist scheinheilig, mehr nicht.
    Herr Brüderle sagte zu der Journalistin, dass sie ein Dirndl gut ausfüllen würde - oder so ähnlich. Solch eine Aussage ist ein Kompliment und keine sexistische Beleidigung.
    Dass diese Beschwerde erst nach einem Jahr kommt - nachdem(!) er Spitzenkandidat wurde -, zeigt wie fragwürdig sie ist. Entweder sind STERN-Journalisten geistig so langsam von Begriff, dass das ganze erst jetzt als Anzüglich empfunden wird - oder die ganze Aktion dient zur Auflagensteigerung des Stern, und die Moral der Leser soll nun finanziell instrumentalisiert werden.
    Diese Diskussion um Herrn Brüderle ist sehr fragwürdig - ich bin garantiert kein Sympathisant von Herrn Brüderle.

    Was mich aber wirklich wundert, ist es, wieso sich niemand über den sexistischen Begriff ´Frauenbonus´ des SPD-Spitzenkandidaten aufregte - der damit vor Kurzem die Beliebtheit der Bundeskanzlerin beschrieb: Hier wäre eine echte Empörung angesagt gewesen. Denn dieser Begriff zeigt, dass er Frauen prinzipiell für unfähig hält, dass sie sich in Führungspositionen durch gute Leistung Anerkennung erwerben können.
  • Der negative Kelvin

    28.01.2013, Bernd Wagner
    . . alles ist relativ . . .

    das hat schon ein Typ namens Einstein gesagt.
    Jetzt müssten wir die Erkenntnisse nur noch praktisch verwertbar machen können.

    Ich glaube, ich brauche ein Quantum Trost, weil an den Erklärungen Einiges dran ist,
    das mir unverständlich ist.
    Dass in der Quantenmechanik manche physikalischen Dinge auf den Kopf gestellt werden ist mir klar.
    Am besten gefällt mir, dass selbst die Wissenschafter vieles erklären, aber nicht alles verstehen.

    Viele Grüße,
    Bernd Wagner
  • Verständnis vom "ganzen Zoo"

    28.01.2013, Walter Schumacher
    Nach einem Vortrag in Aachen über das Higgs-Teilchen wollte ich mehr zum "ganzen Zoo" wissen. Dieser Artikel war eine große Hilfe. Ein Dankeschön der Autorin!
  • Zu kurz gegriffen

    28.01.2013, Holger Casselmann, Odenthal
    Der erste Satz "Die Nutzung der Kernkraft zur Energiegewinnung ist mit sehr geringen Kohlenstoffdioxidemissionen verbunden..." bezieht sich sicherlich nur auf die Nutzungsphase. Im Sinne einer nachhaltigen Bewertung sollte aber nicht vergessen werden, dass der Bau einer Kernkraftanlage mit großen Mengen an Stahl, Beton, hochwertigen Metallen und Legierungen und der so genannte Rückbau am Ende der Lebenszeit einer Kernkraftanlage mit einem nahezu unglaublichen Aufwand verbunden ist.

    All diese Materialien und Vorgänge benötigen Energie, die zum größten Teil wieder aus fossilen Energieträgern stammt und somit CO2-Emissionen verursacht. Zwischen- und Endlagerung der Abfälle sind ebenfalls mit großem Aufwand verbunden. Es liegt auf der Hand, dass ein Kohlekraftwerk mehr CO2 erzeugt, aber eine Windenergieanlage könnte pro Megawattstunde in der Gesamtbilanz über die Lebenszeit - die im Gegensatz zur Kernenergie überschaubar ist - weniger Emissionen verursachen. Deshalb verwundert es etwas, dass das Autorenteam zu dem Schluss kommt: "De facto wird die Kernenergie in Zukunft weltweit zur Stromerzeugung genutzt werden." Es kann sich dabei doch nur um eine Meinung handeln, aber nicht um "de facto". Die Zukunft bleibt jedoch glücklicherweise offen; als Gegenbeispiel sei das Weißbuch des Desertec-Projektes genannt, in dem die Kernergie in Europa in Zukunft nach dessen Expertenmeinung eben keine Rolle spielen wird.

    Der Artikel leidet auch darunter, dass keine konkreten Beispiele entsprechender gewünschter Kernumwandlungen aufgezeigt werden, sondern nur allgemein und recht verschwommen darüber referriert wird, so als wäre es ein rein theoretischer Ansatz. Konkret wird es erst bei den Elementen, bei denen es wohl nicht funktioniert wie Jod-129 oder Technetium-99.
  • Langfristsicherheit von Endlagern

    28.01.2013, Dr. Jürgen Freund, Kürten
    Immer wieder wird, wie auch in diesem Aufsatz, die langfristige Sicherheit von Endlagern für hochradioaktive Abfälle behandelt. Die beiden Diagramme deuten daraufhin, dass gerade die Zeit nach der Einlagerung wegen der dann sehr hohen Radioaktivität große Risiken birgt. Langzeitig gesehen, 1 Mio. Jahre, ist die Giftigkeit von eingelagerter Asche aus Steinkohlekraftwerken 200mal giftiger als die radioaktiven Abfälle (A.G. Herrmann, H. Röthemeyer: Langfristig sichere Deponien. Springer, 1998, S. 80/81). Denkt man an einzulagernde Schwermetall- und toxische Chemieabfälle, dürfte Steinkohlenasche noch zu den weniger gefährlichen Stoffen zählen. Die Abfallgebinde für hochradioaktiven Abfall weisen einen sehr hohen Sicherheitsstandard auf. Gilt das auch für die Abfallgebinde der sehr giftigen und nicht radioaktiven Stoffe? Deren Giftigkeit klingt mit der Zeit nicht ab. Warum wird die langfristige Sicherheit solcher Abfallendlager nicht öffentlich diskutiert? Ich vermute, sie weisen ein größeres Gefährdungspotential auf.
  • Hirnloses Bewusstsein

    27.01.2013, york karsunke
    "Die Eindrücke wandern direkt ins Hirn, ohne Umweg über das Bewusstsein."

    Aha. Und wo verortet der Rezensent dann das Bewusstsein? es sind solche Schludrigkeiten, die eine ganze Buchbesprechung diskreditieren können.
    Antwort der Redaktion:

    Es gibt zwar kein Bewusstsein ohne Hirn, wohl aber Hirn ohne Bewusstsein. Genau das ist gemeint, wenn auch etwas ungeschickt formuliert: Die Eindrücke wandern direkt ins Hirn, ohne Beteiligung des Bewusstseins (was Zeit erfordert hätte und deswegen im Effekt einem Umweg gleichkommt). Das versteht man zunächst richtig und merkt (in meinem Fall) gar nicht, dass es auch eine ziemlich alberne Lesart gibt.

    Ich glaube, die Rezension kann man trotzdem gebrauchen ...

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Vegane Hunde und Katzen

    26.01.2013, Achim Stößer
    sind hier zu sehen: http://govegan.de/veganehundeundkatzen - aber manche Leute behaupten auch trotz Satellitenfotos, die Erde sei eine Scheibe.
  • Nicht ganz so unerreichbar?

    26.01.2013, Marcus Gröber
    Ein Aspekt, der vielleicht trotz der gewaltigen Dimensionen des kompletten "Konnektoms" (also der Gesamtheit aller vorhandenen Verbindungen in einem erwachsenen Gehirn) ein bisschen Raum für Hoffnung läßt, könnte folgender sein:

    Nach allem, was wir wissen, ist der komplette "Bauplan" für dieses gewaltige System in jeder einzelnen Zelle gespeichert, und macht dort einen gewissen Teil der geschätzten 3 Milliarden Basenpaare aus, von denen vermutlich ein großer Teil "nur" die Grundfunktionen einer Zelle (z.B. Proteinsynthese, Energiehaushalt, Zellteilung usw.) festlegt.

    Was für die Architektur des Nervensystems übrigbleibt, reicht bei weitem nicht aus, um auch nur jeder einzelnen Zelle einen Platz zuzuweisen, von den Verbindungen gar nicht zu reden - so überlegt, sind es wohl viel mehr Regeln zur Musterbildung, die das Wachstum des Gehirns beschreiben und die sich in wesentlich weniger "Bits" beschrieben werden können.

    Natürlich kommen dazu noch gewaltige Mengen an Informationen aus der Umwelt (einschließlich der menschlichen Kultur), die immer wieder in den Wachstumsprozess einfließen, doch vieles davon scheint leichter beobacht- und beschreibbar zu sein als die inneren Vorgänge eines "ausgelernten" Gehirns.

    Um wieder den Bogen zur Simulation (und damit zum Artikel) zu bekommen: Theorien darüber, wie diese einfachen Wachstumsregeln aussehen könnten, die aus dem ständigen Strom von Sinneneindrücken im Laufe der ersten Lebens jahre genau die Regelmäßigkeiten extrahieren, mit denen wir das Geschehen in unserer Umwelt verstehen und zu einem gewissen Grad auch voraussehen können, sind vermutlich zur Zeit nur durch Simulationen zu testen.

    Ob ein erfolgreicher Test solcher Wachstumsregeln dann als "Verstehen" betrachtet werden kann, ist evtl. sogar eher eine philosophische Frage - würde aber zumindest die Tür zu einer Unzahl weiterer Theorien öffnen.

    Von daher erscheint mir die Annahme, dass Höchstleistungs-Rechner zumindest teilweise zur Lösung der offenen Fragen beitragen können und dass einmal gefundene Bauprinzipien auch auf mehreren Hierarchieebenen vorkommen, nicht so völlig abwegig - solange die resultierende Hardware zumindest im Prinzip offen und flexibel genug ist, um auch Theorien überprüfen zu können, die Wachstumsprozesse umfassen, und nicht ausschließlich auf die Simulation digitalisierter Momentaufnahmen eines ausgewachsenen Gehirns setzt (und dadurch möglicherweise während der Bauzeit von anderen Ansätzen überholt wird, wie es ja auch beim HGP durch die überraschenden Erfolge des "shotgun sequencing" passiert ist...).
  • Vegane Hunde

    26.01.2013, Birgit
    Meine Hunde leben Vegan da ich die Qualhaltung der Tiere nicht unterstütze. Wenn sie Lust auf Fleisch verspüren, fangen sie mal eine Maus auf dem Feld. Meine Katze fing auch Mäuse, diese verspeisten Tiere haben bis zu ihrem Tod in Freiheit gelebt!
  • Forschung nutzt allen.

    26.01.2013, Manfred Eberling
    Es ist immer viel besser, das Geld in Forschung zu investieren, als es für Krieg und andere Halunkereien auszugeben.
  • Vegan (ohne "tierische Produkte") ist für Mensch und Tier das Richtige und Gesündeste.

    25.01.2013, Dr. Christa Pardeller
    Empfehlenswertes Buch: Vegetarische Hunde- und Katzenernährung
    James A. Peden (Autor)
    (Echo-Verlag)
  • Fleisch verursacht Krebs, Tierleid und ist ist für den Hunger in der Welt verantwortlich

    25.01.2013, Dr. Ernst Walter Henrich
    @ Marianne Töpfer: Es ist schon verrückt, welche Argumente Laien und Helfer der Tierindustrie zur Rechtfertigung ihres Fleischgenusses aus der Mottenkiste zaubern.

    Der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Krebs, insbesondere Darmkrebs, ist eindeutig belegt:

    http://www.provegan.info/de/kurzueberblick-wissenschaftliche-studien/

    Natürlich wird man immer irgendwelche Pseudostudien der Tierindustrie vorweisen können, die den Fleischverzehr als unschädlich ausweisen oder gar als gesund bezeichnen. Nur hat dies mit redlicher Wissenschaft nichts mehr zu tun. Dies ist unmoralische Propaganda zum Nachteil der Menschen und der Tiere.

    "Nutztiere" werden weltweit, auch in Deutschland systematisch gequält. Dazu kommt, dass eine artgerechte Haltung überhaupt nicht möglich ist. Der Verweis auf "5 Freiheiten" und auf das "Management" ist absurd. Tiere zu quälen und zu töten ist immer ein Verbrechen, gleichgültig unter welchem Freiheitsbegriff oder Management dies geschieht.

    http://www.provegan.info/index.php?id=180&L=0

    Selbst NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel hat aktuelle die Haltungsbedingungen von Tieren in Deutschland kritisiert: "In Deutschland herrschen tierschutzwidrige Zustände."

    http://de.finance.yahoo.com/nachrichten/remmel-klagt-%C3%BCber-mangelnden-tierschutz-055108918.html


    Was Sie über den Hunger in der Welt gesagt wird ist eine verwerfliche Verharmlosung der Situation.
    Weltweit hungern etwa 1 Milliarde (1.000.000.000) Menschen. Jede Sekunde stirbt auf diesem Planeten ein Mensch an Hunger, 30 Millionen (30.000.000) Menschen im Jahr.

    Täglich sterben zwischen 6.000 und 43.000 Kinder an Hunger, während ca. 40 % der weltweit gefangenen Fische, ca. 50 % der weltweiten Getreideernte und ca. 90 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden! 80 % der hungernden Kinder leben in Ländern, die einen Nahrungsüberschuss produzieren, doch die Kinder bleiben hungrig und verhungern, weil der Getreideüberschuss an Tiere verfüttert bzw. exportiert wird. Die Verfütterung von pflanzlicher Nahrung zur Erzeugung gesundheitlich bedenklicher tierlicher Produkte ist eine Absurdität, ein Skandal und eine Verschwendung der Superlative: Für die Erzeugung von nur 1 kg Fleisch sind je nach Tierart bis zu 16 kg pflanzlicher Nahrung und 10 – 20 Tonnen (10.000 – 20.000 Liter!) Wasser notwendig.

    Aus der „Dritten Welt“ werden pflanzliche Futtermittel für die „Nutztierhaltung“ in die Indus-trienationen exportiert, obwohl in diesen armen Staaten Kinder und Erwachsene hungern und an Hunger sterben. Sie kennen sicher die bekannte Redewendung: „Die Tiere der Reichen essen das Brot der Armen“. Beispielsweise kam es 1984 nicht deshalb zu einer Hungersnot in Äthiopien, weil die dortige Landwirtschaft keine Nahrungsmittel produziert hat, sondern weil diese Nahrungsmittel nach Europa exportiert und dort an „Nutztiere“ verfüttert wurden. Während der Hungerkrise, die zehntausende Menschen das Leben kostete, importierten europäische Staaten aus Äthiopien Getreide, um damit Hühner, Schweine und Kühe zu füttern. Wäre das Getreide dazu verwendet worden, die äthiopischen Menschen vor Ort zu ernähren, hätte es keine Hungersnot gegeben. In Guatemala sind etwa 75 % der Kinder unter 5 Jahren unterernährt. Trotzdem werden jährlich weiterhin über 17.000 Tonnen Fleisch für den Export in die USA produziert. Für die Mästung dieser Tiere sind gigantische Mengen an Getreide und Soja notwendig, die den unterernährten Kindern nicht zur Verfügung stehen. Anstatt die Hungernden der Welt zu ernähren, nehmen wir ihnen die Nahrung, um damit die gequälten „Nutztiere“ zu mästen und damit unsere krankmachende Sucht nach Fleisch, Eiern und Milch zu befriedigen.

    Die britische Zeitschrift „The Guardian“ erklärte schon im Jahr 2002:

    „Es erscheint jetzt offensichtlich, dass eine vegane Ernährung die einzige ethische Antwort auf das weltweit dringlichste Problem sozialer Ungerechtigkeit (Welthunger) ist.“

    Nach Angaben von Dr. W. Bello, Direktor des „Institute for Food and Development Policy“,

    „gibt es genug Nahrung auf der Welt für alle. Aber tragischerweise wird ein Grossteil der Nahrung und Fläche der Welt dazu benutzt, Rinder und andere Nutztiere zu erzeugen – also Nahrung
    für die Reichen – während Millionen Kinder und Erwachsene an Fehl- und Unterernährung leiden.“

    Die Aussage des „WorldWatch Institute“ ist eindeutig:

    „Fleischverzehr ist ein ineffizienter Nutzen des Getreides – das Getreide wird effizienter genutzt, wenn die Menschen es verzehren. Ein ständiges Ansteigen der Fleischerträge hängt davon ab, ob Tieren Getreide gefüttert wird, was zu einem Konkurrenzkampf um Getreide zwischen der zunehmenden Zahl an Fleischessern und den Armen dieser Welt führt.“

    Der bereits oben erwähnte Dr. W. Bello, Direktor des „Institute for Food and Development Policy“, betont, dass das Züchten von Tieren für Fleisch eine Ressourcenverschwendung ist:

    „… Fast-Food Ernährung und die Gewohnheit des Fleischverzehrs unter den Reichen auf dem Planeten unterstützen ein globales Nahrungssystem, das Nahrungsmittelressourcen von den Hungernden abzieht.“

    Philip Wollen ist der ehemalige Vizepräsident der Citibank, der im Alter von 34 Jahren vom australischen Magazin für Wirtschaft in die Top 40 Liste der einflussreichsten Führungskräfte aufgenommen wurde. Mit 40 Jahren änderte er sein Leben völlig, weil er seinen Beitrag gegen die Verbrechen an Tieren, Menschen und Umwelt leisten wollte:

    „Wenn ich um die Welt reise, sehe ich, wie arme Länder ihr Getreide an den Westen verkaufen, während ihre eigenen Kinder in ihren Armen verhungern. Und der Westen verfüttert dieses Getreide an ihre „Nutztiere“. Nur damit wir ein Steak essen können? Bin ich denn der einzige, der sieht, dass das ein Verbrechen ist? Glauben Sie mir, jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes. Wenn ich diesem Kind in die Augen blicke, wie kann ich dann noch schweigen? Die Erde kann genug Nahrung produzieren, um die Bedürfnisse aller Menschen, nicht jedoch die Gier aller Menschen zu befriedigen.“

    Zwei Zitate von Jean Ziegler, ehemaliger CH-Nationalrat und UNO-Sonderbeauftragter:

    „Die weltweite Getreideernte ist rund 2 Milliarden Tonnen pro Jahr. Über 500.000 werden dem Vieh der reichen Nationen verfüttert – während in den 122 Ländern der Dritten Welt pro Tag nach UNO-Statistik 43.000 Kinder am Hunger sterben. Diesen fürchterlichen Massenmord will ich nicht mehr mitmachen: kein Fleisch zu essen ist ein minimaler Anfang.“

    „Ein Kind, das heute am Hunger stirbt, wird ermordet.“

    Von wem ermordet? Von allen, die an diesem System beteiligt sind. Also auch von genau den Konsumenten, die durch ihre Käufe dieses System finanzieren!

    Die Politik, insbesondere die EU, subventioniert entgegen jeder Vernunft und Moral die Fleisch- und Milchindustrie massiv mit Steuergeldern. Die EU-Agrarsubventionen machen knapp die Hälfte des EU-Haushalts aus, mehr als 50 Milliarden Euro im Jahr. Die Absurdität und Widersinnigkeit der EU-Subventionen wird auch dadurch deutlich, dass man einerseits Kampagnen gegen den Tabakkonsum finanzierte, gleichzeitig aber bis zum 01.01.2010 über viele Jahre hinweg den Tabakanbau subventionierte und damit Steuergelder verschwendete.

    Fischfangflotten aus den Industrienationen wie den USA, Japan und Europa erwerben die Fischereirechte für Fanggebiete rund um arme Länder wie Afrika und Südamerika. Nachdem sie die dortigen Meere geplündert haben, ziehen sie weiter und lassen ein verwüstetes Ökosystem und hungernde Einheimische zurück. In einem Artikel der britischen Zeitung „The Guardian“ heisst es dazu:

    „Wir können Fisch essen, doch nur, wenn wir bereit sind, zum Zusammenbruch der Meeresökosysteme und – weil europäische Flotten die Meere vor Westafrika plündern – zum Hunger der ärmsten Menschen der Welt beizutragen. Man kommt unmöglich um die Schlussfolgerung herum, dass die einzig tragbare und sozial gerechtfertigte Option die ist, dass die Bewohner der reichen Welt, wie die meisten Menschen dieser Erde, weitgehend vegan werden.“

    Jeder von uns trifft jeden Tag die Entscheidung, ob er sich durch den Konsum von Fleisch, Milch, Käse und Eiern am System der Nutztierindustrie beteiligt – mit all den brutalen Folgen für die Umwelt, die Hungernden und die Tiere dieser Welt.

    Zum weiteren Studium sehr zu empfehlen:

    „Food Revolution, Ernährung – Der Weg zu einem gesunden Leben in einer gesunden Welt“, von John Robbins (in deutscher Sprache), Hans-Nietsch-Verlag, ISBN 3-034647-50-2

    Selbst die UN betont, für den Hunger auf der Welt seien Fleischkonsum und Spekulationen verantwortlich.


    http://www.taz.de/Umstrittene-Biokraftstoff-Strategie/!100062/

    Professor Dr. Gernot Klepper vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel betont: „Schuld ist der steigende Fleischkonsum“

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/agrarkrise100.html