Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Viel Lärm um nichts!?

    29.01.2013, Marianne Kolberg
    Was für ein Aufstand!
    Man hätte die Bemerkung auch als Kompliment auffassen können – sage ich als Frau, die keine Probleme hat/hatte von ihren überwiegend männlichen Kollegen respektiert zu werden.
  • Einseitig

    29.01.2013, Sabrina Unter
    Die Diskussion wird sehr einseitig geführt, Brüderle sofort als Täter und Frau Himmelreich als Opfer gesehen.
    1.) Warum redet keiner über Himmelreichs Altersdiskriminierung? Haben alte Menschen weniger Rechte als Frauen? Mit Altersdiskriminierung fing Himmelreich immerhin das Gespräch an.
    2.) Kam der Spruch von Himmelreich doch nachdem geklärt wurde, Himmelreich komme aus München. Somit ist ein traditioneller Bezug zu Dirndle u.U. gegeben. Ob dem so ist, müßte geklärt werden, z.B. ob das Gespräch um das Oktoberfest herum stattfand.
    3.) Warum brauchte Frau Himmelreich so lange, um den Sexismus zu erkennen? Besteht vielleicht ein quotentauglicher Zusammenhang zu seiner Spitzenkandidatur?
    4.) Wie war Frau Himmelreich gekleidet? Wenn ein muskulöser Mann ein Netzshirt trägt, will er doch, daß jeder seine Muskeln bewundern kann. Trägt eine Frau eine enges, tiefausgeschnittenes Oberteil, darf sicherlich ähnliches angenommen werden. Dies heißt nicht, daß sie dadurch zum Freiwild wird, aber sie will sicherlich für das schöne Dekolte bewundert werden. Falls Himmelreich derartiges trug, reagierte Brüderle nur entsprechend ihrem Wunsch der Anerkennung. Die Frage ist, warum trägt man Klamotten, die den Körper betonen? Doch nicht, damit keiner hinsieht, oder?

    Betrachtet man insbesondere Punkt 2 und 4 zusammen, ergibt sich ein gänzlich anderes Bild (das auch nicht stimmen muß).

    Weiter, der Hinweis, daß dieser Artikel in Gehirn und Geist kam und deswegen hier abgedruckt werden kann, ist eine Ausrede auf die Fragen, warum er gedruckt wurde. Auch Gehirn und Geist hat sich wissenschaftliches auf die Fahnen geschrieben. Zur Wissenschaft gehört aber gründliches Analysieren beider Seiten. Und dies geschah nicht. Der Artikel hätte auch nicht in Gehirn und Geist erscheinen dürfen, da nicht Für und Wider erörtert wurden sondern rein einseitig und reflexartig Täter- und Opferrollen verteilt wurden.
    Frau Gelitz disqualifiziert sich bereits durch die Erwähnung, daß die Definition von Sexismus unklar ist. Genau das ist das Problem. Wenn das klar wäre, hätte jeder einen Leitfaden wie er sich verhalten kann. Fehlt die Definition, ist es unklar. Und bereits wirklich nur nett gemeintes kann sexistisch werden.
  • Nachvollziehbar

    29.01.2013, Werner Hoyer
    Versetze ich mich nur einen Moment in die Situation versetze, die Frauen durchleben, wenn statt sachlicher Debatte meine Verfügbarkeit getestet wird, dann wird die Haltung für mich verständlich.
    Denn es geht auch um unsere Fähigkeit mit neuen Verhältnissen umzugehen. Unsere Arbeitswelt verändert sich. Frauen werden in Zukunft in noch stärkerem Maße wie heute in sogenannten "Männerdomänen" ihren Platz finden. Und da ist gerade ein Diskurs in Fragen des Geschlechterverhältnis eine Notwendigkeit. Ich kann auch die Haltung von Frau Gelitz gut nachvollziehen und finde an dem Artikel, auch im Rahmen des Spektrum.de, nichts auszusetzen.
  • Merkwürdiges Verständnis von Komplimenten und die Unschuldsvermutung

    29.01.2013, Ursula Hollwedel
    Wie fände es Herr Dubert, wenn die Journalistin Herrn Brüderle aufgefordert hätte, sein "Maurer-dekolleté" zu zeigen, statt sich ihre Oberweite im Dirndl vorzustellen, oder wie hätte sie sich sonst wehren sollen?

    Von Unschuld kann keine Rede sein, niemand hat bisher die sexistische Attitüde des Herrn Brüderle bestritten und es steht nicht Aussage gegen Aussage.

    Frau Gelitz hat mit ihrem Kommentar ins Schwarze getroffen!

  • Brüderle im Geiste wie aus dem letzten Jahrhundert....

    29.01.2013, G. Becker
    Vielen Dank, Frau Gelitz, für diese nüchterne und fundierte Tatsachenbetrachtung. In den letzten 30 Jahren hat sich offensichtlich in diesen Hinsicht nicht viel verändert.
  • Wenn schon das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse fehlt, dann bitte keine Ad-Hoc-Hypothesen

    29.01.2013, Christian Wille
    Die ganze Diskussion wird hier von beiden Seiten mit zahlreichen Ad-Hoc-Hypothesen geführt, das heißt, mit Argumenten, die dazu dienen, eine Hypothese zu retten, und die ansonsten weder Erkenntniswert noch Beweiskraft haben. Ich bin schockiert, solches publizistisches Gerümpel auf der Internetseite einer ehrwürdigen Wissenschaftszeitung zu finden. Auf was für ein Niveau begeben wir uns denn hier?

    Ich will hier keine polemische Auseinandersetzung zu einem an den Haaren herbeigezogenen Boulevard-Thema sehen! Wenn man hier methodisch sauber ein Bild-Zeitungs-Thema sezieren möchte, meinetwegen, aber wenn ich hier noch einmal so eine rhetorische Wirtshausschlägerei vorfinde, werde ich mein Abo kündigen!
  • Kompliment in Bayern

    29.01.2013, Kinseher Richard
    Bei uns in Bayern tragen immer mehr Frauen ein Dirndl wenn sie auf ein Volksfest oder das Oktoberfest gehen. Wenn man zu einer Frau sagt, dass sie eine "Dirndl-Figur" hat, dann ist dies ein nettes Kompliment, eine wertfreie Höflichkeitsfloskel. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Dieses Kompliment ist weder als sexuelle Anmache gemeint, noch wird es so verstanden.

  • Interessant!

    29.01.2013, Thomas Sattler
    Kaum ein Beitrag wurde bisher so zahlreich kommentiert!

    Das Frau Himmelreich selbst Grenzen überschritten und der Stern sicher seine Auflage im Blick hat, ändert an dem Verhalten von Herrn Brüderle leider gar nichts und rechtfertigt es auch nicht.

    Und die Reaktionen hier bestätigen zum Teil genau den Inhalt des Artikels, es wird kleingeredet, der Frau wird selbst die Schuld gegeben. Man fragt, warum ist sie damit nicht schon vor einem Jahr an die Öffentlichkeit gegangen.

    Dabei verliert man aber ganz aus dem Blick, dass es die Bürger gerade jetzt etwas angeht, was Herr Brüderle für ein Mensch ist. Und hier haben wir einen Mosaikstein seiner Persönlichkeit. Ein anderer ist sein Auftreten nach dem Reaktorunfall in Fukushima. Vor einem Jahr hätte keiner damit gerechnet, dass Brüderle noch einmal eine solche Bedeutung für die FDP bekommt und ein Artikel über ihn wäre kaum veröffentlicht worden.
  • Komplimente sind kein Sexismus, und wo bleibt eigentlich die Unschuldsvermutung?

    29.01.2013, Joachim Dubert
    Es ist unglaublich, wie unwissenschaftlich, unsachlich und unreflektiert das Wort "Sexismus" in der Debatte meist verwendet wird. Und wie die Unschuldsvermutung mit Füßen getreten wird. Solche mittelalterlichen, die Aufklärung Hohn sprechenden Anwürfe disqualifizieren jeden Journalisten und Kommentator.

    Der Stern gehört ins Zentrum der Kritik, ebenso wie Frau Himmelreich, die ein Gespräch nach ihrer eigenen Schilderung mit einer altersdiskriminierende Attitüde anfängt ("in ihrem Alter noch einen Vorsitz, Herr Brüderle?") und sich dann wundert, dass an einer Hotelbar nach einem Gläschen Wein mal eine private Bemerkung erfolgt, die weder die Frauenwelt herabwürdigt noch Frau Himmelreich persönlich beleidigt.

    Die ganze Debatte ist somit ein Schlag ins Gesicht der wirklichen Opfer von sexueller Gewalt oder Nötigung.

    Wir sind ein freies Land, Meinungsfreiheit und persönliche Entfaltung gehört zwingend dazu. Wer ein Problem damit hat, Komplimente und auch plumpe Komplimente zu ertragen, harmlose Flirtversuche skandalisiert, wer sich sich nicht wie ein Erwachsener selbst wehren kann und deshalb daraus eine Staatsaffäre macht, soll sich bitte einen Ort zum Reifen suchen und die Menschheit nicht zu Humorlosigkeit, Geschlechterkrieg und Denunziantentum drängeln.
  • etwas zwiespältig...

    29.01.2013, Wolfgang Waas
    Als Beispiel für den (zweifellos existierenden und in überwältigender Mehrzahl männlichen) Alltags-Sexismus scheint mir gerade dieses etwas fragwürdig - *dass* das Thema aber wieder mal lautstark in der Öffentlichkeit diskutiert wird, finde ich richtig und auch die Behandlung im Rahmen von G&G durchaus passend. Bedenkenswert - auf einer anderen Abstraktionsstufe - jedenfalls die Meinung von Frau Baudson (Nr.16)
  • Brüderle im Geiste

    29.01.2013, Ilse Raetsch
    Bravo und besten Dank, Frau Kollegin Gelitz!
  • Auch in einfachen Dingen steckt Wissenschaft

    29.01.2013, Tede
    Ich finde es nicht schlecht, dass auch mal solche Themen angesprochen werden. Man kann auch nicht sagen, dass es komplett NICHT wissenschaftlich ist, weil neben solidarisierendem sozialen Verhalten auch unterschwellige Motive angesprochen werden. Ich gebe aber zu, dass der Artikel eher populärwissenschaftlich klingt. Solange das jedoch nicht die Regel wird, finde ich es hin und wieder in Ordnung.
    Objektiv betrachtet ist es auch so, dass eine Frau sich eigentlich nicht immer sämtliche unerwünschte Kommentare zu ihrem Äußeren geben MUSS, bloß, weil Mann das gewohnt ist. Es stimmt außerdem, Männer versuchen oft mit solchen Verhaltensweisen, die Frau ein bisschen in imaginäre Grenzen zu verweisen oder ihre "Position zu markieren". Und nicht alle Situationen verlaufen ähnlich. Ich finde es gut, wenn hin und wieder mal darauf verwiesen wird, einfach, damit man mal wieder drüber nachdenkt, dass ein Mensch mehr ist, als nur sein Geschlecht. Dass beide Geschlechter solche Fragen manchmal ins Absurde stilisieren, ist auch klar, manchmal würde man sich mehr Objektivität wünschen. Einen Blick für die Person mit all ihren Fähigkeiten und ihrem Beruf anstatt auf die sekundäre Schiene des Äußeren und der Geschlechter zu kommen. Fakt ist aber, sobald derartige Themen wieder abkühlen, verfällt oft alles ins alte Muster und wenig hat sich geändert, falls überhaupt. Deshalb ist es für mich in Ordnung, wenn die Themen hin und wieder erneut aufkommen, immerhin bleiben sie sowieso nur ein paar Wochen in den Medien, eher sich die Aufmerksamkeit anderen Dingen widmet.
  • Testosterongesteuert

    29.01.2013, Bernd Schrupp
    Das ist wohl das eigentliche Stichwort und Ursache. Das werden die Menschen (Männer) auch mit noch so viel Einsicht und gutem Willen in Jahrhunderten noch nicht abgeschafft haben.
  • Das Problem sind nicht "die Männer" …

    29.01.2013, Tanja Gabriele Baudson
    … sondern Menschen, die Grenzen anderer nicht respektieren. Indem man das eigentliche Problem auf die Geschlechterebene verschiebt, schafft man künstliche Gräben zwischen Gruppen, die eigentlich gemeinsam gegen belästigendes, grenzverletzendes und indiskutables Verhalten kämpfen sollten. Auch wenn mehrheitlich Männer die Täter sind: Korrelation ist nicht Kausalität.
  • Vollkommen daneben

    29.01.2013, Stefan Golla
    Leider kenne ich nicht den genauen Wortlaut und die Umstände. Diese Frage können nur die beiden Betroffenen am Besten beurteilen. Ebenfalls finde ich den Artikel als stark einseitige Wertung, unwissenschaftlich, genauso unseriös. Hier wird die Spirale weiter nach oben gedreht. Da möchte ich meiner Vorrednerin beipflichten, das hat nichts in SdW zu suchen. Da muss man sich demnächst als Mann hüten einer Frau ein Kompliment auszusprechen, wenn dieses schon als Beleidigung gewertet wird.
    Hilfreich ist die Umkehranalogie für eine Mann: "Schöner Knackarsch" oder "grässlicher Grom". Äußerungen wie diese sind zumindest unter vorgehaltener Hand bei beiden Geschlechtern anzutreffen und auch ganz normal, solange es nicht in der Öffentlichkeit/Arbeit stattfindet. Eine Frage des Selbstbildes, der persönlichen Bindung und des Umstands. Der beste Kommentar eine Frau zu diesem Thema war: "Ich mag die Männer, so wie sie eben sind."

    Fakt ist, das durch die hauptsächlich alt eingesessenen Denkstrukturen kaum eine vernunftbasierte und den Menschenrechten entsprechende Diskussion und Einigung um die Gleichberechtigung von Mann und Frau in dieser Gesellschaft geführt wird/werden kann, was zu immer neuen Spannung dieser Art führt. Weil man sich auf den Schlips getreten fühlt und kaum ein anderes Ventil findet.
    Frauen werden in Bezug auf Arbeit/Gehalt und Männer werden in dem Bezug auf Familie und Kindererziehung stigmatisiert und diskriminiert. Aber auch Männer im Job und Frauen in der Familie in eine Rolle gepresst, die man eigentlich nicht immer will.

    Da könnte man der FDP für deren Auffassung von diesem Rollenbild zuschreiben, sich die Grube selbst gegraben zu haben.
    Dieses Diskussion und wissenschaftliche Erörterung voranzutreiben gehört eher hierher, als reduzierende persönliche Wertungen - das ist mein persönlicher Lösungsvorschlag für den Konflikt