Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Rational

    23.07.2012, Tim
    @ Chuen Gerber

    Nach bisherigen Erkenntnissen scheint die Schiefergas-Förderung (in Bezug auf die Grundwassergefährdung) nicht riskanter als die Förderung von Erdöl oder Erdgas zu sein.

    @ Günter Sitti

    Die USA haben durch den Einsatz der Schiefergase ihren CO2-Ausstoß sogar reduziert.
  • Physikalischer Irrtum

    23.07.2012, Prof. Dr. Eduard Heindl, Furtwangen
    Die künstlerische Illustration auf Seite 42/43 hat einen gravierenden physikalischen Irrtum. Würde die Supernovae das Gestein zum schmelzen bringen, dann würde der Lavastrom keine hellen, gelben Risse zeigen! Diese zeigt er nur wenn die Lava aus der Tiefe kommt und an der Oberfläche abkühlt. Dabei hat die rötliche abgekühlte Lava oft Risse, die helle, gelbe Lava zeigen. Im Fall der Einstrahlung würde vermutlich das Gestein recht gleichmäßig erhitzt und dabei eine einheitliche, Temperaturstahlung abgeben, die man im Schatten sehen könnte.
  • Weltbank

    23.07.2012, Karl Urban
    Unerfreuliche Neuigkeiten: Die Weltbank wird die Stromleitung für den Gigel Gibe III-Damm weiterhin finanziell unterstützen:
    http://www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/11605-omo-staudamm-durch-die-hintertuer

    Ihr Argument ist, dass sehr viele Kraftwerke der Region nun an ein gemeinsames Netz angeschlossen werden könnten.
  • Nachhaltigkeit

    23.07.2012, Günter Sittl
    Wie kann jemand ernsthaft, im Angesicht einer progressiven Klimaerwärmung, es als rational ansehen, wenn die USA ihr Energieverschwendung durch das weitere Verbrennen von fossilen Rohstoffen ermöglichen?

    Jenseits aller Diskussionen um die Gefahren und die Sinnhaftigkeit des Shale-Gas-Verfahrens und der CCS-Technologie ist die Rücksichtslosigkeit der US-Politik zu bemerken, die alles daran setzt, dass sich die Prognosen in Bezug auf schmelzende Polkappen, versinkende Küsten, reduzierte landwirtschaftliche Nutzflächen bei steigenden Bevölkerungszahlen etc. auch wirklich erfüllen.
    Letztlich wird dieses Handeln von einer, sehr kurzsichtigen, Maxime bestimmt: "Ich kann es, also mache ich es, da ich mir Profit davon verspreche!"
  • Kampf den Supermemen

    23.07.2012, Willi Kolk
    Ich kann Herrn Blume nur zustimmen. Es ist geradezu lächerlich, dass hier wissenschaftlich verbrämt politische Probleme einer Lösung durch "Gehirnakrobatik" zugeführt werden sollen. So lange zum Beispiel die "Erste Welt" die "Zweite" und "Dritte" Welt nur als Zulieferer für ihre Bedürfnisse betrachten, werden auch größere intellektuelle Leistungsfähigkeiten die sich daraus ergebenden Konflikte nicht lösen können. Es ist geradezu eine psychologisch bedenkliche Verdrängung wenn Fragen der Ethik und ihrer praktischen Umsetzung als eine Frage der Gehirnkapapzität betrachtet werden.

    Politische Machtverhältnisse ändern sich nicht durch Gehirnkapazität, sondern durch politisches Handeln. Die Katastrophen fallen nicht vom Himmel, sondern sie folgen den sich widersprechenden Interessen der Länder, der Machtgruppen innerhalb der Gesellschaft etc.
    Um z.B. die Volkswirtschaften aus der Geiselhaft des Bankensektors zu befreien, brauche ich nicht mehr Gehirn, sondern den politischen Willen zum Handeln um das Bankenwesen zu regulieren.
  • Neues Zukunft weisendes Buch.

    22.07.2012, Manfred - 84 Jahre jung -
    Naja, ohne (Vor-)denker würde es wahrscheinlich in unserer Welt noch jämmerlicher aussehen.
    Deshalb sollten Gedanken an eine bessere Zukunft und deren Bewältigung nicht durch den Semmelweiss-Effekt zunichte gemacht werden, denn das Denken der Gedanken ist ein grenzenloses Denken (habe ich irgendwo gelesen). Und wer will heute mit Gedanken kein Geld verdienen? Wir Menschen entscheiden, was wir lesen wollen, wenn es um unseren Menschheitsbestand geht. Und je mehr Meinungen, umso weniger Diktatur ( letztere für Nichtdenker) Jemand schrieb: "Wer in der Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf." Und bitte immer auch Art. 5 GG vor Augen haben.
  • Guter Lesestoff - wirklich gelesen?

    22.07.2012, Markus Schönemann
    Haben Sie das Buch denn auch wirklich gelesen, Herr Blume? Allein eine Rezension zu benutzen, um ein Buch niederzumachen, ist oft ein von Vorurteilen getriggerter Schnellschuß. Aber wer selbst von einem Super-Mem befallen ist (wie Sie vom religiösen), kann natürlich das Konzept des Mems nicht annehmen und muß im Rückzugsgefecht schnell feuern.
  • Schiefergas-Probleme

    21.07.2012, Chuen Gerber
    Bei diesem Artikel fehlen Hinweise zu Problemen der Schiefergasförderung. Es wird nicht bloß Wasser in die Schichten gepresst, es handelt sich um einen toxischen Mix aus verschiedenen Chemikalien, welche das Grundwasser gefährden. Der Grundwasserschutz wird komplett hinten angestellt.
  • CO2 und kein Ende

    21.07.2012, Oliver Meckes
    "Obendrein kann man in die geleerten Speichergesteine für Erdgas und Erdöl später Kohlendioxid einlagern, das aus der Abluft von Kraftwerken stammt – ein Verfahren, das als CCS (für "Carbon Capture and Storage") bekannt ist. Jede Tonne Kohlendioxid, die nicht in die Atmosphäre gelangt, entlastet aber das Klima."

    Wenn ich das höre, wird mir schlecht! Was ist mit den 0,4 Tonnen die für dieses absolut unsinnige verfahren ZUSÄTZLICH produziert werden? Das wird immer gerne verschwiegen.
  • Enttäuschend

    21.07.2012, Connie Mayer
    Ich hätte mir von Ihrer Redaktion einen besser recherchierten Beitrag gewünscht.
    Darauf, welche massiven Umweltprobleme und Verwüstungen die Ausbeutung von Schiefergas und Ölsand (dessen Gewinnung selbst enorme Mengen Energie verschlingt) verursachen und welche enormen Bedenken auch gegen die Einlagerung von CO2 bestehen, wird mit keiner Silbe eingegangen.

    Welchen Irrsinn darf sich die Großindustrie noch einfallen lassen, bis wir endlich die weltweite dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand durchsetzen:
    Nachhaltige und rückstandsfreie Energiegewinnung aus Millionen von Quellen, ohne immense Hochspannungstrassen, ohne der Gefahr mit einem Blackout ganze Kontinente lahmzulegen, aber auch ohne Megaprofite für ein paar Industrielle - das darf wohl nicht sein...
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrte Frau Mayer,

    vielen Dank für Ihre Zuschrift. In dem Artikel ging es vor allem darum aufzuzeigen, welchen Weg der Energieversorgung die USA einschlagen. Zu den Risiken und Nebenwirkungen von Schiefergas und CCS möchte ich Sie zum Beispiel auf diese Artikel verweisen:
    Kann CCS kleine Erdbeben auslösen?
    Ende einer Illusion
    Begehrte Ressource mit Unwägbarkeiten

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • DNA-Analyse gibt weitere Gewissheit

    20.07.2012, Klaus Deistung
    79066
    Dazu fand ich einen guten Beitrag auch über die Mühen zur Vorbereitung für die DNA-Bestimmung vom MPI Leipzig – eine Arbeit unter Prof. Pääbo: http://www.mpg.de/286644/Neandertaler?filter_order=TL&research_topic=BM .
    Hier wurde auch geklärt, dass der Homo sapiens 300.000 Jahre „alt“ ist.
    Im Endergebnis können wir heute davon ausgehen, dass Fehler weitgehenst ausgeschlossen sind – aber noch nicht alles was die Besiedlung Amerikas angeht erforscht ist.
    Und wenn es in der Meldung heißt: „Noch immer – und trotz Jahrzehnten intensiver Forschung – ist nicht klar, wer wann und wie als Erster seinen Fuß auf den Doppelkontinent setzte.“ - dann möchte ich auch http://de.wikipedia.org/wiki/Besiedlung_Amerikas anführen.
    Vor einem guten Jahr gab es im Fernsehen (ZDF) einen Beitrag, wo ein deutscher Kollege im Süden Amerikas eine Einwanderung über See nachwies, die nicht mit der Nordroute zu vereinbaren war.
  • Naja...

    20.07.2012, Michael Blume
    Ich will nur mal daran erinnern, dass das "Journal of Memetics" nach acht Jahren eingestellt werden musste, weil keine einzige, empirisch haltbare Studie gefunden werden konnte. Es gelang noch keine haltbare Definition von "Mem" - wer da von "Supermemen" anfängt, sollte erst Recht auf Skepsis stoßen.

    Bücher der Art "Folgt mir, sonst geht die Menschheit unter!" gibt es wahrlich genug. Wenn nun auch wieder "Soziobiologen" mit pseudo-wissenschaftlichen "Supermemen" hantieren, tun sie vielleicht ihrem Geldbeutel, kaum aber der ernsthafteren Wissenschaft und Evolutionsforschung einen Gefallen. Und warum "Eureka"-Erlebnisse tiefere Einsichten als andere Phänomene unseres kognitiv-emotionalen Gehirnapparates erschließen sollen, wird auch nur klar, wenn man diese als Quasi-Offenbarungen höherer Wahrheit versteht.

    Wobei es natürlich interessant ist zu sehen, wie sich vermeintlich aufgeklärt-rationale Menschen doch wieder an Untergangsszenarien laben - nun eben unter vermeintlich "wissenschaftlichen" Prophet(inn)en und Heilslehren...
  • Freie Asteoriden und Planeten

    20.07.2012, Klaus Deistung
    83716 15.07.12
    Im Sonnensystem gab es um von 4 Mrd Jahren eine Menge Asteroiden. Sie haben den Mond getroffen, dem Mars mit einem Brocken von 2 km eins „auf den Deckel“ gegeben, die Venus-Rotation stark beeinflussten – aber auch Merkurs Bahn verändert. Es galt auch schon mal, dass Pluto ein ehemaliger Mond gewesen sein könnte. Und nun „hat“ er als Zwergplanet schon 5 Monde.
    Etliche kleine Monde der äußeren Planeten könnten aus der gleichen Primärmasse bestehen...
    Die näheren bevorstehenden Untersuchungen werden weitere Klarheiten bringen – aber neue Fragen und Probleme aufwerfen – die Forschungsarbeiten reißen nicht ab...
  • Aber Vorsicht ist besser wie Nachsicht

    20.07.2012, Poschmann
    Man sollte Substanzen, bei denen die Auswirkungen nicht genau bekannt sind, generell handhaben wie im Labor: mit Vorsicht!
    Und solange haben die Substanzen nichts in Konsumartikeln wie Waschmittel etc., die zu Körperkontakt führen, zu suchen.
  • Nicht vorschnell schießen!

    19.07.2012, Dietzsch
    Eine Regulierung, bevor "endgültige" (was ist das?) Erkenntnisse vorliegen, ist wegen des Vorsichtsprinzips automatisch unnötig restriktiv. Eine solche Regulierung ist dann aber, selbst wenn später neue Erkenntnisse vorliegen, aus dem selben Vorsichtsprinzip heraus niemals mehr rückgängig zu machen - das wird dann niemand verantworten wollen, denn die neuen Erkenntnisse könnten ja falsch sein. Deshalb ist keine Regulierung besser als irgendeine.

    Im Übrigen: Wenn man über Nanopartikel und deren besondere Wirkungen spricht, sollte man bedenken, dass die materielle Welt schon immer und überall ausschließlich aus Nanopartikeln besteht .....
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