Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Koffein ist nur für ca. 15% der Bitterkeit im Kaffee verantwortlich

    31.07.2015, Bernd Schuster
    Es sind spannende und aufschlussreiche Ergebnisse, die hier präsentiert werden - allerdings bin ich mir um die Relevanz nicht so sicher. Die Forschungsgruppe um Thomas Hofmann (TU München) hat schon vor einiger Zeit gezeigt, dass Chlorogensäure-Laktone und Phenylindane hauptsächlich zur Bitterkeit im Kaffee beitragen. Diese quantitativ zu analysieren, benötigt einiges an Erfahrung und Können im LC-MS Bereich, weshalb wohl immer noch viele Forschungsgruppen der Hoffung nachhängen, dass sie das leicht zu messende Koffein als 'Proxy' für Bitterkeit nutzen können. Es wurde aber in verschiedenen Publikationen gezeigt, dass kein statistischer Zusammenhang gefunden werden kann zwischen Bitterkeit und Koffeingehalt. Es ist wohl die Krux an dermassen interdisziplinären Forschungsgegenständen wie Kaffee, dass gewisse Erkenntnisse sich in der Forschergemeinschaft eher langsam verbreiten.
  • 19. Jahrhundert?

    31.07.2015, Antonius Ziegler
    Dass vermögende Europäer, Amerikaner, Australier etc. auf Großwildjagd gehen, um ihre Kaminzimmer mit den präparierten Köpfen ihrer Strecke zu dekorieren kennt man aus Romanen oder Filmen, welche im letzten oder gar vorletzten Jahrhundert spielen.
    Während es damals als Heldentat galt, einen kolossalen Elefanten oder einen furchteinflößenden Löwen geschossen zu haben wissen wir ja inzwischen, dass diese Art der Jagd nichts anderes sein kann, als die perverse Befriedigung eines Tötungstriebs, der einen riesigen Minderwertigkeitskomplex zur Grundlage hat.
    Leute wie dieser Amerikaner, die sich auch noch auf "legale" Jagd berufen, die sich keiner Schuld bewusst sind, kotzen mich an.
  • Bravo Dominique

    30.07.2015, Kronberg
    Ein erfreulicher Beitrag
  • Macht der Alkohollobby in der Regierung

    30.07.2015, Paule
    "Wir müssen alles vermeiden, was den Eindruck erweckt, es sei ein harmloses Genussmittel."

    Bitte Frau Mortler, dann beginnen sie bitte auf ihrem Hopfenhof. Hier ist die Verwendung wohl eindeutig...
  • Wer falsche Tierliebe an den Tag legt,

    30.07.2015, Nikola Mühlfeld
    der akzeptiert,dass Inseln, die nie Ratten oder Mäuse beherbergten, die gesamte Ökologie zerstören.
    Auch in Australien kann jeder das beobachten. Die falsche Kröte, die Aga-Kröte zerstört das Ökosystem,eine irrsinnige Ökoplage auch durch Milliarden Mäusen und Karnickel und es ist nichts in Sicht, wie dieser "Tierreichtum" eingedämmt werden könnte. Denn es sind keine natürlichen Tiere in Australien,sondern von Menschen eingeführte.
    Sie zerstören die natürliche Fauna, rotten sogar bestehende Tierpopulationen aus. Der Kiwi zB. kann sich gegen Ratten nicht wehren.
    Das brauchte der Vogel ja auch 1000sende Jahre nicht,gab es doch keine Bodenräuber da wo er lebt.
    Ich finde Ratten und Mäuse auch süß,Ratten haben ein tolles Sozialleben,aber ich kann es nicht akzeptieren,dass sie Lebensraum anderer Tiere zerstören,weil der Mensch so dämlich war,sie ein zu führen. Das es auf humane Art nicht geht, ist schon oft bewiesen worden.
  • Falsche Signalauswertung?

    30.07.2015, Michael Jungnickl, Neunkirchen am Brand
    Im Artikel wird behauptet, dass das Klima in Grönland zu einem Klimawechsel in der Antarktis führt. Ich bin hier der gegenteiligen Meinung. Auf S. 16 ist eine Grafik mit einem Rechteck und einem Sägezahn als Verlauf der Temperatur für die Arktis und die Antarktis. Über den Temperaturverlauf der Antarktis lässt sich ein Schmitt-Trigger mit Hysterese legen. Das Signal entspricht dann dem Temperaturverlauf in der Arktis. Auffällig dabei ist das sich das Klima in Grönland sprunghaft ändert. Das heißt, es ist entweder instabil oder wird von außen gelenkt durch Änderungen in der Meeresströmung.
  • Es gibt keine Zweifel an der Paranoia!

    30.07.2015, Dominique Boursillon
    Zitat: „Für manche ist diese Vision einer Smart City aber auch eine Horrorvision. „Wenn der öffentliche Bereich einem nahtlosen Funktionieren unterworfen wird, hört die Stadt auf, ein Ort der öffentlichen Auseinandersetzung zu sein, und verkommt zu einem banalen Konsumparadies“, fürchtet der Züricher Architekturtheoretiker Hans Frei. Ähnlich wie beim autonomen Auto würden dann aus Bürgern Passagiere, für die digitale Assistenten das Steuer übernehmen. „Das öffentliche Leben wird wie der Verkehr auf der Autobahn geregelt."“

    Nach den Robotern kommen jetzt die Städte? Ich glaube Hans Frei und seine Mitstreiter haben den Film „Die Körperfresser kommen“ zu oft gesehen. Natürlich darf man vor Auswüchsen warnen. Aber anderen vorzumachen wir würden alle Zombies, nur weil einiges nicht mehr von uns, sondern von Computern geregelt wird, ist keine Warnung, sondern Ausgeburt paranoiden Wahnes.

    Erstens: Auch jetzt schon übernehmen Computer komplexe Aufgaben. Das z. B. der Strom aus der Steckdose kommt, den wir benötigen, wenn wir ein Gerät einstecken oder einschalten, ist kein Hexenwerk, sondern komplexe Logistik. Weil es Computer gibt, fiel auch der GAU während der Sonnenfinsternis aus (dem Sie ja auch einen Artikel gewidmet hatten). Viele Bereiche unseres Lebens sind an die Funktion von Computern gebunden. Wir sind also schon die Passagiere, die Herr Frei so panisch vermaledeit.

    Zweitens: Mag sein, dass Sie denken, Pessimisten müssten für eine ausgewogene Berichterstattung auch zu Wort kommen. Aber Sie irren, denn „Ihre“ Pessimisten malen Teufel an eine nicht vorhandene Wand. Sie verwechseln gesunde Skepsis mit Paranoia, die aufgrund einer übertriebenen Angst vor den Veränderungen durch die Zukunft entsteht. Wenn Sie etwas anprangern müssen, dann, dass der Staat sich aus seiner Pflicht heraushält Infrastruktur zu schaffen und zu kontrollieren; Infrastruktur, die unsere Sicherheit und unseren Komfort gleichermaßen maximiert. Die Visionen von Konzernen stehen und Fallen mit ihren Gewinnen. Von deren redlichen Absichten ganz zu schweigen. Sich als Staat herauszuhalten und gewinnorientierten Konzernen die Schaffung von Infrastruktur, sprich von Standards, zu überlassen ist der gefährliche Irrweg, vor dem Sie warnen müssen. Die Marktwirtschaft muss auf einer gemeinschaftlichen Infrastruktur aufbauen. Die Marktwirtschaft selbst kann dies nur sehr begrenzt leisten.

    Die Zukunft ist nicht nur für unsere Kinder da, sie ist auch der Garant unserer Rente. Es wäre schön, wenn Sie als Journalisten versuchen würden zukunftsfreundlicher zu sein. Jagen Sie die Pessimisten vom Hof, weil sie nichts Konstruktives beisteuern und nennen Sie die Probleme, die tatsächlich auf dem Weg in die Zukunft entstehen.
  • Großwidljäger...

    30.07.2015, hf_kommentiert
    gehören zuerst wegen Umweltschädigung und Tierquälerei vor Gericht - gerne mit Haftstrafe - und dann zwangsweise in psychische Behandlung. Nur meine Meinung.
  • Es gibt viel zu tun...

    30.07.2015, Frank Svoboda
    ...fangen wir doch erst einmal mit einem flächendeckenden, schnellen Internet für alle an. (Wie »smart« ist eigentlich das Internet?)
  • Merkwürdige Argumente

    30.07.2015, Kronberg
    Es scheint als Argument gegen jedes Vorhaben auszureichen, daß ein Konzern damit Gewinne machen könnte. Falls das dem Argumentierenden selbst etwas dünn vorkommt, wird dann schnell noch ein Faschismusverdacht nachgeschoben. Wie wäre es denn mal mit einer ideologiefreien Debatte über Vor- und Nachteile des jeweiligen Konzepts für die Bürger.
  • zu Helmut Otter's Lesermeinung

    30.07.2015, Rebhuhn
    Helmut Otter, Ihr Kommentar ist ein guter und berechtigter Einwand! Man mag noch hinzufügen: Die Tiefen der Urwälder sind weniger erforscht als die Oberfläche des Mondes! Das gibt zu bedenken! Und da mag es noch weitaus mehr uns bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten geben als diese hier vorgestellte Art.
    Mit freundlichem Gruß
    Dein Rebhuhn
  • Was ist Smart?

    30.07.2015, Cornelius Tauber
    Der Architekt und Ingenieur Werner Sobek hat in Stuttgart ein Haus gebaut, dass so smart sein sollte, wie möglich. Die Funktionen des Hauses werden weitgehend elektronisch gesteuert. Die gilt sogar für die WC Spülung, was Sobek dann doch selbstkritisch und ironisch so kommentierte, dass bei ihm manche Gäste zur Benutzung des WCs eine Bedienunganleitung bräuchten. Eine "analoge" Toilette versteht dagegen jeder, weil die Funktionweise sehr einfach erlernbar und übertragbar ist. Manchmal ist analog eben doch smarter als digital.

    Mir scheint, die Apologeten der Digitalisierung vergessen dies oft. Das Wohnen wird so nicht smarter, sondern es wird lediglich regulierter und unnötig teuer.
  • Wo bleibt da der Mensch?

    29.07.2015, Steffen Seidel
    Sie Schreiben im ersten Absatz: "...: Pragmatismus statt Vetterleswirtschaft." Meinten Sie Vetternwirtschaft oder etwas mit einem Politiker namens Vetterle?

    Ansonsten hat mir Ihr Artikel sehr gut gefallen.

    Man sollte noch berücksichtigen, dass für lange Zeit solche Städte nur funktionieren können, wenn alle Bewohner funktionieren wie Ameisen in ihren Hügeln. Für alte Leute ist da nicht wirklich Platz. Genauso wenig für Leute mit Eigeninitiative. Und wie ist es mit Leuten, an denen die Konzerne nicht genügend verdienen können?

    Einige der Konzepte halte ich zudem für ausgesprochen faschistoid. Die Bewohner sind hilflos dem Konzern ausgeliefert, der die jeweilige Stadt gebaut hat. Wenn sie sich nicht als willige Sklaven fügen, wird der Strom abgestellt (oder bei Bedarf die gesamte Infrastruktur).

    Kein Konzern (oder Einzelperson oder elitäre Gruppe) darf irgendwie Kontrolle über auch nur die (scheinbar) unbedeutendste Struktur oder Komponente so einer Stadt besitzen. Schon gar nicht die Erbauer, sie würden das System zu ihrem Vorteil manipulieren. Das bedeutet auch, sie dürfen nichts mit Betrieb oder Wartung so einer Stadt zu tun haben. Schon der Versuch einer Einflussnahme muss bei Strafe (auch hohen Freiheitsstrafen für involvierte Personen) verboten sein und das Verbot auch rigoros durchgesetzt werden (können!).

    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Seidel,

    ups, da ist unserer Autorin aus Stuttgart ein wenig das Schwäbische durchgegangen: Vetterleswirtschaft ist die regionale Bezeichnung für Vetternwirtschaft (ich tausche das mal aus):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nepotismus

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Und was hab ich davon?

    29.07.2015, Werner Seyfried
    Die Müllkörbe werden alle rechtzeitig geleert, ich werde gewarnt, dass es in 15 Minuten anfangen wird zu regnen, es gibt keine Staus, ich finde ohne zu suchen einen Parkplatz und der Bus wartet auf den Anschluß an die Bahn.

    Die Stadt reduziert die Anzahl der Müllmänner, die Straßen werden zurückgebaut oder mautpflichtig, die Parkplätze mit wechselnden Gebühren bewirtschaftet und der Busfahrer macht seine smart überwachte vorgeschriebene Ruhepause schon zwei Haltestellen vorher.
  • Nichts mehr davon bitte

    29.07.2015, Olaf Schlüter
    Herr Lingenhöhl, beim letzten Artikel zum gleichen Thema von Ihnen hatte ich ja noch sachlich reagiert.
    Doch diesmal kann ich das nicht, dafür ist der Artikel durch und durch alarmistisch, argumentativ obskur und missionarisch. Nette Anekdote über die Leuchtturmwärterkatze, traurige Geschichten von gekippten Ökosystemen ohne Bezug zu unserem Alltag, kryptische Maßeinheiten wie "Beutetiere pro Katze und Kilometer" und etliche "bis zu" Angaben über was auch immer. Es fällt auch auf, dass bei den Studien, die die Katzen "entlasten", das Resumeé der Studienautoren mitgeteilt wird, bei den Studien, die die Belastung der Vogelwelt belegen sollen, wird es hingegen wirr, da werden (wie gesagt) kryptische Zahlenangaben oder Detailbefunde zitiert und dem Leser das Urteil selbst überlassen.
    Ich weiss, dass sie Vogelliebhaber sind. Ich vermute, dass Sie sich über den einen oder anderen Meinungsbeitrag zum letzten Artikel geärgert haben (sich "beschimpft" wähnten). Aber jetzt haben Sie ihre privilegierte Position dazu missbraucht, es den Kritikern mal richtig zu zeigen.
    Mit dem Beitrag könnten Sie sich allerdings bei der Wissenschaftsredaktion der BILD-Zeitung bewerben, wenn die eine hätte. Da hat er nur eine Schwäche: er ist viel zu lang.
    Wie Sie sehen, habe ich keine Zeit damit vergeudet, mich mit irgendeinem Argument ihres Artikels auseinander zu setzen. Über Religion kann man nicht debattieren.
    Aber Hauptsache, ein Artikel wie dieser kommt nicht in die Printausgabe und nimmt seriösen Beiträgen den Platz weg. Im Netz ist Platz genug für alle.
    Sie dürfen das als Beschimpfung werten. Ich bin auch wirklich verärgert.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Schlüter, zu Ihrer kleinen Info: Ich habe den Text dem Katzenverhaltensforscher und -freund Dennis Turner zum Gegenlesen gegeben. Er fand ihn ausgewogen und neutral geschrieben, auch wenn das Ihren Ärger wohl nicht nicht mildern wird.

    Mit dennoch sehr freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl