Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • @Robert Orso

    21.11.2017, Robert Windhager
    Egalitäre Gesellschaften sehen nicht nur aus der Ferne nach Rückschritt aus, sondern auch wenn man sie mit der Lupe betrachtet:

    Vergleichen Sie zB das höchst ungleiche China mit asiatischen Reiternomaden:
    Dann werden Sie feststellen, dass die Nomaden zwar wesentlich egalitärer waren, aber kaum etwas Bleibendes hinterließen. Weder in Wissenschaft/Innovation, Kunst, Architektur/Infrastruktur oder sonstwie.
    China war zwar höchst ungleich, hat aber den Menschen im Schnitt wesentlich mehr Wohlstand gebracht und mehr an Kunst/Kultur/Innovation/Infrastruktur hinterlassen als sämtliche 'gleichere' Nachbarkulturen.

    Oder vergleichen sie das 'ungleiche' Athen mit dem wesentlich egalitärerem Sparta: Was hat Athen und was hat Sparta hinterlassen?

    Gleiches trifft auf Kapitalismus vs Kommunismus zu:
    Die Menschen in BRD waren zwar ungleicher als in der DDR, trotzdem haben aber nahezu alle Westdeutschen einen höheren Lebensstand gehabt als ihre Nachbarn im Osten.
    Der Reichtum des Westens/Kapitalismus hat mehr als nur einigen wenigen zu Wohlstand verholfen. Die Gesellschaft als Ganzes hat profitiert. Das betrifft auch jeden einzelnen.
  • Statistisch signifikant

    21.11.2017, HF
    "Was machte des Weltklima zwischen 1998 und 2012? Seit Jahren streiten Fachleute über den fast fehlenden Erwärmungstrend dieser anderthalb Jahrzehnte...'.
    Leider ist das eine sehr verzerrte Darstellung, die nicht mit der Meinung der überwiegenden Zahl der Klimaforscher übereinstimmt. Hier sind Sie einer Fake-Debatte auf den Leim gegangen, initiiert von Skeptikern, um Zweifel zu schüren. Über kurze Zeiträume werden die Trends von kurzfristigen Schwankungen überlagert, daher sind längere Zeiträume nötig, um statistisch signifikante Trends bestimmen zu können und auszuschließen, dass der beobachtete Trend auch durch natürliche Schwankungen hätte erzeugt werden können. Der hier verwendete Zeitraum ist viel zu kurz. In diesen Skeptikerbeiträgen wird zudem immer das Jahr 1998 als Startjahr, wegen des starken El Ninos gewählt, da hierdurch der _visuelle_ Eindruck der Erreichung eines neuen Gleichgewichtszustandes leichter entsteht. Dieses "Cherry-Picking" wird gerne verwendet um die Aussagen in dem eigenen Sinne zu manipulieren. Verändert man allerdings Startjahr und Endjahr für die Trendbestimmung kann man die extreme Schwankung bei kurzen Intervallen leicht erkennen. Will man tatsächlich feststellen ob Trends sich ändern, könnte man Change Point Analysis betreiben.
    Das alles ist auch nicht erst seit kurzem bekannt. Man kann bspw. hier Diskussionen darüber lesen:
    Coverage bias in the HadCRUT4 temperature series and its impact on recent temperature trends, Kevin Cowtan, Robert Way, Quaterly Journal of the Royal Meteorological Society, 2014, DOI: 10.1002/qj.2297

    D.R. Easterling, and M.F. Wehner, "Is the climate warming or cooling?", Geophysical Research Letters, vol. 36, 2009. http://dx.doi.org/10.1029/2009GL037810

    G. Foster, and S. Rahmstorf, "Global temperature evolution 1979–2010", Environmental Research Letters, vol. 6, pp. 044022, 2011. http://dx.doi.org/10.1088/1748-9326/6/4/044022

    Z. Hausfather, K. Cowtan, D.C. Clarke, P. Jacobs, M. Richardson, and R. Rohde, "Assessing recent warming using instrumentally homogeneous sea surface temperature records", Science Advances, vol. 3, pp. e1601207, 2017. http://dx.doi.org/10.1126/sciadv.1601207
    Stellungnahme:
    Sind die zugehörigen Veröffentlichungen rund um die Debatte, z.B. in Nature, Science, Geophysical Research Letters, auch alle Fakes?
  • Auf einem Auge Blind?

    21.11.2017, Robert Orso
    @Robert Windhager

    Sie begehen den beliebten Fehler, "die Gesellschaft als Ganzes" mit dem zu beurteilen, was die Eliten an Kulturwerten geschaffen haben. Man muss korrekterweise sagen "schaffen ließen", denn dabei übersehen Sie den entscheidenden Fakt, dass "die Gesellschaft als Ganzes" an diesen Kulturleistungen im Normalfall keinerlei Anteil nehmen kann.

    Das sind Ergebnisse die viele, meist unfreiwillig gezwungene für eine winzige Minderheit geschaffen haben. Natürlich können viele Hände Großes bewirken. Die von Ihnen genannten "Hochkulturen" mit ihrer großen Ungleichheit waren eben die, die durch die Mühen der "Gesellschaft als Ganzes" Kultur und Leistungen für diese Eliten aufgehäuft hatten.

    Egalitäre Gemeinschaften verteilen naturgemäß Leistung und Wohlstand mehr in die Breite, wodurch weniger Ressourcen für herausragende Prestige Projekte übrig sind. Das mag aus der Ferne nach Rückschritt aussehen.
  • Erfolgreiches Berechnen der beobachteten Eintrittsbahn

    20.11.2017, Udo Becker, Marburg
    Dem Leser des Beitrags "Donnernder Meteorit" mag aufgefallen sein, dass der erwähnte Fall des Meteoriten im Jahre 1916 war, was zu einem Ereignis vor 100 Jahren ja nicht ganz passt. Dennoch spielt das nachfolgende Jahr 1917 eine wichtige Rolle in diesem für die Wissenschaftsgeschichte bemerkenswerten Ereignis:
    Der heute als Meteorit von Treysa bekannte Eisenmeteorit fiel am 3. April 1916. Die Bahn des Meteoriten als Rauchspur und der Knall war im Umkreis von mehr als 100 Kilometern zu sehen beziehungsweise zu hören. Als Alfred Wegener, der Begründer der Plattentektonik, damals Professor der Astronomie und Meteorologie in Marburg, von dem Ereignis hörte, ließ er sich von seinem Fronteinsatz beurlauben und begab sich in das Gebiet des Meteoritenfalls. Er befragte mehr als 100 Zeugen entlang eines breiten Korridors von Darmstadt über Frankfurt, Marburg bis nach Thüringen, ließ sich die Richtung der beobachteten Rauchspur und der Richtung des Schalls beschreiben und errechnete daraus den Ort und der Höhe des wahrscheinlichen Hemmungspunktes. Als Hemmungspunkt wird der Ort bezeichnet, an dem durch die Abbremsung die Lichterscheinung endet und der Körper auf einer ballistischen Kurve zur Erde fällt. Er konnte somit den wahrscheinlichen Fundort auf ein Gebiet von wenigen Quadratkilometern eingrenzen. Allerdings wurde dann der Meteorit trotz Aussetzung einer Belohnung erst ein Jahr später am 6. März 1917 von einem Förster gefunden. Die Fundstelle war zirka acht Kilometer vom errechneten Punkt entfernt, was auf die subjektive Wahrnehmung der Leuchterscheinung (Nachbild) und der Einfluss des Stratosphärenwindes auf die Rauchspur zurückgeführt wurde.
    Erstmalig wurde damit ein Meteorit durch Berechnung seiner beobachteten Eintrittsbahn gefunden. Der Eisenmeteorit wog 64 Kg und wird im Marburger Mineralogischen Museum gezeigt. Von dem wissenschaftlichen Bericht Alfred Wegeners mit dem Titel "Das detonierende Meteor" mit einem Nachtrag über das Auffinden und die Beschreibung von Franz Richarz existiert ein Nachdruck des Elwert Verlags Marburg aus dem Jahr 2001.
  • Gruppierung um ihrer selbst Willen?

    20.11.2017, Lee
    Mir wird der Sinn/Vorteil, überhaupt eine derartige Gruppierung vorzunehmen, nicht ersichtlich. Wenn alle Objekte zu unterschiedlichen Anteilen in allen Gruppen vertreten sein können, dann entspricht das einer einfachen Wertetabelle mit Spalten für die verschiedenen Wahrscheinlichkeiten (Einschlag auf der Erde, Annäherung an die Venus, ...). Die kann man mit einem simplen Wertfilter nach Minmaxkriterien durchsuchen. Mit etwas Programmierkenntnissen sind durchaus auch dynamische Lösungen möglich.
  • Atropin wirkt

    19.11.2017, Andreas
    In dem Artikel fehlt der Hinweis auf folgenden Artikel der amerikanischen Akademie für Augenheilkunde:

    Nearsightedness Progression in Children Slowed Down by Medicated Eye Drops
    https://www.aao.org/newsroom/news-releases/detail/nearsightedness-progression-in-children-slowed-dow

    In der verlinken Studie und dem Vortrag dazu wird dargelegt, dass es selbst mit sehr niedrig dosiertem Atropin (0,01 %) möglich ist das Wachstum des Augapfels hin zum kurzsichtigen Auge bei Kindern um 50 % zu verzögern. Das ist insofern bedeutend, da damit nun ein Mittel zur Behandlung der Kurzsichtigkeit zur Verfügung steht, welches kaum Nebenwirkungen aufweist. Schon seit langer Zeit wurde zwar erkannt, dass Atropin bei der Behandlung der Kurzsichtigkeit helfen kann (siehe z.B. McBrien 1993), aber bisher ging man immer davon aus, dass die dazu notwendige Dosierung von Atropin zu starken Nebeneffekten (extreme Blendung, da Pupille geweitet und gelähmt wird) führt, so dass der Einsatz als Medikament nicht in Frage kommt. Jetzt ist klar, dass man den gleichen Effekt auch mit einer sehr viel niedrigeren Dosierung von Atropin erreichen kann und man es tatsächlich als Medikament einsetzen kann.

    Obwohl Atropin in Deutschland nach wie vor nicht zur Behandlung von Kurzsichtigkeit zugelassen ist, gibt es bereits Augenärzte, die es auf Privatrezept einsetzen. Im unten verlinkten Film wird z.B. explizit Dr. Hakan Kaymak, Augenarzt Düsseldorf vorgestellt:

    Xenius
    Warum werden immer mehr Kinder kurzsichtig - und kann man etwas dagegen tun?
    https://www.arte.tv/de/videos/070803-006-A/xenius/
  • Kein Problem des Wetter allein

    19.11.2017, Thomas Gehrke
    Die Probleme sind mit Sicherheit nicht allein dem Wetter zu verdanken, sondern auch der hemmlungslosen Bodenversiegelung durch Häuser- und Straßenbau.
  • Ursachen sind menschliche Konstrukte

    19.11.2017, dsviel
    Bleiben wir bei der Zitrone: ohne die Sonne, regelmässige Niederschläge, Bestäubung durch Insekten, Nährstoffe im Boden usw usw gäbe es sie nicht. Und das ist nur die makroskopische Sicht. Die Zitrone ensteht aus einem ganzen Universum von Ursachen, ein komplexes Wunder. Alles andere sind Vereinfachungen für den menschlichen Verstand der offenbar gerne Ursachen sucht.
  • Straßenverkehr - selbständige Fahrzeuge - Carsharing

    19.11.2017, Peer Hosenthien
    Ratti und Biermann sehen das Auto als technisches Vehikel. Es ist aber gleichzeitig ein soziales Vehikel. Es symbolisiert den sozialen Status des Besitzers wie kein anderer Gegenstand. Es ist somit kein Gebrauchsgegenstand, der nach dem Gebrauchswert beurteilt werden kann. Viele Eigenschaften beliebter Autotypen haben immer mehr rein repräsentative Aufgaben. Die von Ratti und Bidermann vorgestellten möglichen Eigenschaften zukünftiger Autos können nur Realität werden, wenn sie den sozialen Status der Besitzer/Fahrers besser zur Schau stellen – und gerade das versprechen sie nicht. Deshalb werden sie sich praktisch in unserer gegenwärtigen Gesellschaft nicht durchsetzen lassen.
  • Die Natuur ...

    19.11.2017, Florian Mengedoht
    ..hat eben zunehmend Probleme, sich an den Menschen anzupassen :-/
    ( frei nach Gerhard Polt vor 20 Jahren)
  • Taschenrechner rechnen nicht genau

    19.11.2017, Roland Schröder
    Was will Herr Singh uns sagen? Dass Tascherechner nicht genau rechnen? Mag sein, dass das einige Anwender von Mathematik (Physiker, Techniker) überrascht. Einen ernst zu nehmende Mathematiker kann er damit nicht verblüffen.
  • Was ist denn bedenklich?

    18.11.2017, Joachim Wölk
    Die wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass die Explosionen im Reaktor 4 in anderer Reihenfolge aufgetreten sind als bisher angenommen. Ich finde es interessant, dass nach so langer Zeit noch Details des Ablaufs herausgearbeitet werden können. Aber inwiefern ist das Ergebnis bedenklich?
    Stellungnahme:
    dass die Streuung radioaktiven Materials noch größer gewesen sein kann
  • Umso mehr Ungleichheit --> desto besser hat sich die Gesellschaft insgesamt entwickelt

    18.11.2017, Robert Windhager
    Was im Artikeln fehlt ist, dass umso mehr Ungleichheit in einer Gesellschaft herrschte, desto besser hat sich die Gesellschaft als Ganzes entwickelt:
    Man denke nur an die alten Hochkulturen wie Ägypten, Persian, China, Griechenland, Rom und spätere führende Nationen wie Frankreich, das britische Empire und schließlich die Vereinigten Staaten.

    Und gerade jene Staaten oder Systeme, in denen Gleichheit mit allen Mitteln erzwungen werden sollte wie zB die Sowjetunion, Kambodscha oder Venezuela, haben sich ganz besonders schlecht entwickelt.

    Dies sollte uns zu denken geben - in einer Welt, in der die Beseitigung der 'Ungleichheit' als höchste Prämisse gilt.
  • Was soll an dieser Erkenntnis nun bedenklich sein?

    18.11.2017, Joachim Falken
    vgl. Unter-Überschrift des Artikels.
    Stellungnahme:
    Dass die Streuung radioaktiver Substanzen aus Tschernobyl noch größer gewesen sein kann...
  • der Sinn der Elektomobilität

    18.11.2017, leonhard knies
    ist nicht alles schwerer zu machen und Energie zu verprassen Inteligente Lösungen sind gefragt vor allen Dingen und davon gibt es genug man muß es nur wollen.
    leonhard