Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Ein Bild des Schreckens

    16.01.2013, Markus Reithofer
    Dieser Beitrag gibt einen guten Einblick in die Denkweise der US-Kohle-Lobby: Ein potenziell enorm umsatzträchtiger Wirtschaftszweig wird massiv von Mitbewerbern (Alternativenergien) bedroht, gegen die man auf lange Sicht rein technologisch nicht bestehen kann. Also sucht man nach Argumenten, um das Geschäft mit dem Verkauf und der Verbrennung fossilen Kohlenstoffs noch möglichst lange aufrecht zu erhalten.
    CCS wird als ein solches Argument verkauft. Aber es ist keines.
    Denn wer nach den Erfahrungen der letzten 50 Jahre immer noch glaubt, dass man gasförmige Substanzen dieser Größenordnung (wir sprechen von Milliarden Tonnen) für immer im Boden vergraben kann, hat entweder im Physikunterricht nicht aufgepasst, oder verschiebt die Verantwortung für die von uns verursacht Umweltzerstörung einfach auf folgende Generationen.

    Hier unterscheiden sich die CCS-Befürworter in einem wesentlichen Punkt von den Betreibern von Atomkraftwerken: Atommüll ist "schon" nach rund 1 Million Jahren ungefährlich, CO2 behält seine klimaschädigende Wirkung hingegen bis in alle Ewigkeit, da es chemisch unverändert bleibt. Dass es ganz grundsätzlich kein Endlager geben kann, welches so lange dicht hält, wird jeder Geologe bestätigen. Insofern ist die gesamte CCS-Diskussion nicht mehr als ein Schildbürgerstreich und jegliche Aktivitäten zur Förderung dieser "Technologie" sollten abgestellt und stattdessen in die Entwicklung von Effizienzmaßnahmen und alternative Energieformen investiert werden.
  • Gerechtigkeit tut not !!!

    16.01.2013, Manfred Eberling
    Jeder normale Mensch muss für seine ungerechten Taten geradestehen!
    Warum gibt es immer wieder solche, die das nicht müssen?
    Weil sie eine Kirche sind, oder weil sie Politiker sind, oder sonst einen Berg von Geld haben, um sich frei zu kaufen?
    Vermutlich weil zu viele "normale Menschen" diese, aus welchen Gründen auch immer, in Schutz nehmen!
    Mit einer solch ungerechten Einstellung kommt aber bestimmt niemand in den Himmel!
    Von einem Fensterplatz ganz zu schweigen!
  • CCS nicht zielführend, teuer, potentiell gefährlich und daher unsinnig

    16.01.2013, Daniel Weber
    Die CCS ist nicht die einzige und schon gar keine effiziente Möglichkeit, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen. Abgesehen von vielen Risiken, die sich bei weit verbreiteter und großtechnischer Nutzung dieser Methode ergeben, kann man damit kein Kohlendioxid aus der Umwelt entfernen, man kann lediglich auf teure Weise den Ausstoß ein klein wenig senken. Daher ist das schon von vorn herein sinnlos.
    Es gibt eine Methode, CO2 aus der Atmosphäre wieder heraus zu bekommen, mit extrem positiven Nebeneffekten. Das Stichwort ist Black Carbon bzw. Terra Preta. Mit dieser Methode entzieht man CO2 nicht nur aus dem Kreislauf, sondern erreicht gleichzeitig eine deutliche Aufwertung von Ackerböden - was bei zunehmendem Nahrungsbedarf unabdingbar sein wird. Die Bodendegradation und ihre Umkehr (die möglich ist im Gegensatz zur Verbrennung fossiler Brennstoffe) sind noch immer viel zu unbeachtet im Reigen des Umwelt- und Klimaschutzes.
  • Das sind doch nur Symptome,

    16.01.2013, Walter Weiss
    die mit CCS bekämpft werden sollen. Wer auf CCS setzt, hat es schon aufgegeben, über die Vermeidung weiterer CO2-Erzeugung auch nur nachzudenken. Sicher ist es auch wichtig, das in der Atmosphäre bereits vorhandene CO2 zu verringern - in Anbetracht dessen aber, dass ständig riesige neue Mengen in die Luft geblasen werden, ist das nun wirklich nicht die Hauptsorge.

    Solange allerdings selbst in Deutschland mit seiner 'Energiewende' weiter Kohlekraftwerke unterhalten und sogar neu gebaut werden und solange der törichte Handel mit Verschmutzungsrechten legal ist, kann man nur verzweifeln. Da WISSENSCHAFTLICH die nötige Einsicht vorhanden ist, kann es sich also wieder einmal nur um rücksichtslose WIRTSCHAFTLICHE Hemdsärmlichkeit handeln, die das bewirkt.
  • Anthropozän?

    16.01.2013, Paul R. Woods
    "Anthropozän" - was für ein hübscher wissenschaftlicher Terminus für das Verwüsten und Plündern des Raumschiffs Erde.
    Und schon die Landschaften der Mittelmeeranrainer zeigen an, dass 1800 ein viel zu spätes Datum ist.
    Alleine das Verschwinden der Megafauna überall dort wo der moderne Mensch auf der Bildfläche erschien versetzt den Beginn bis zu 12.000 Jahre früher.
    "Ich habe das Bindeglied zwischen Affen und homo sapiens gefunden - wir sind es." (Konrad Lorenz zugeschrieben)
  • Ausgezeichneter Beitrag

    15.01.2013, Olaf
    Ich finde ihn sehr interessant.
    Es wäre schön mehr davon zu lesen.
  • Druckerschwärze und Papier - Gefühle

    15.01.2013, Martin Reichert
    Dass Herr Haller und Herr Niggeschmidt ihre Gefühle bestätigt sehen wollten, ist ja möglicherweise verständlich, aber nach Lesen des Buches sehe ich keine der Erkenntnisse Herrn Sarrazins widerlegt. Mit Wunschdenken und selbstgefälliger politischer Correctness werden wir unsere Zukunftsprobleme nicht lösen können. Dazu gehört ein widerborstiger, ehrlicher, gelegentlich vor unangenehmen Konsequenzen nicht zurückschreckender Geist - so ziemlich das Gegenteil des billigen, konformen und dadurch eben überflüssigen, ja schädlichen ständigen Bedürfnisses nach Bestätigung des Erhofften, Gewünschten, Gefälligen und scheinbar schon eh Gewussten.
  • Unzulässige Vermenschlichung tierischen Verhaltens

    15.01.2013, Jürgen Wortmann
    Die Mäusedame überredet den Mäuseherren nicht! Der Herr stellt nur fest, dass es seine Nachkommen sind und beginnt dann mit der Brutpflege. Fremde Nachkommen sind egal. Übrigens vermutlich auch für die Mäusedame!
  • Aber, aber ....

    15.01.2013, Fritz Kronberg
    Nein, Herr Weiss, das ist in dieser Form der Anthropozentrismus zum Extrem gebracht. Die Erde ist keine Maschine, man kann also im Zusammenhang mit ihr auch nicht von gut oder schlecht funktionieren reden. Sie ist auch kein Organismus, deswegen ist der Begriff "krank" ebenso sinnlos. Sie heben vermutlich auf die Lebensbedingungen für Menschen ab, die waren aber im Laufe der Erdgeschichte sehr unterschiedlich, teilweise tödlich (für Menschen), ohne dass es dazu menschlicher Eingriffe bedurft hätte. Die Erde "stirbt" nicht, wenn die Lebensbedingungen auf ihrer Oberfläche für Menschen ungünstiger werden oder sogar menschliches Leben wieder einmal unmöglich werden sollte. Ich kann in der Namensgebung für eine Epoche der Erdgeschichte auch beim besten Willen kein "Projekt" erkennen. Es ist auch völlig gleichgültig, wie man die letzten 200 und die noch folgenden Jahre nennt. Insofern handelt es sich lediglich um eine letztlich überflüssige Veranstaltung. Der Gedanke, dass Wissenschaft bei aller Spezialisierung den ganzheitlichen, im Sinne von fachübergreifenden Ausbildungsweg zumindest für eine nennenswerte Anzahl von Nachwuchswissenschaftlern einschlagen sollte, ist zumindest für die, die sich mit Technikfolgenabschätzungen beschäftigen unverzichtbar. Den kann man allerdings auch formulieren, ohne eine neue Epoche der Erdgeschichte postulieren zu müssen.
  • gute Magie...

    15.01.2013, Christin
    Medizin, Pharmazie, Phytotherapie, Homöopathie, Abrakadabra, Hokuspokus, Dreimalschwarzerkater...

    Für die meisten von uns breitet sich der weiße Kittel des Mysteriösen über das Fachgebiet der Heilkunde. Und den meisten von uns scheint das unbewusst auch sehr zuträglich zu sein. Je mehr man sich mit dem Thema zu beschäftigen scheint, umso mehr wächst die Unsicherheit. Wer nicht in einem medizinischen Beruf ausgebildet wird oder arbeitet, ist den Meinungen anderer ausgeliefert und kann sich beim besten Willen kein Bild über das machen, das er da nehmen soll, was vermeintlich gut für ihn ist.
    Es scheint mir nur menschlich zu sein, dass wir uns da für den vermeintlich "sanfteren" Weg entscheiden, frei nach dem Motto "Wenn wir es schon nicht verstehen, dann soll es wenigstens aus Blümchen gemacht sein". Zudem ist es kein Klischee, dass der Homöopath wirklich ein offenes Ohr für seine Klienten hat, während der Chirurg schon auf dem Weg aus dem Behandlungszimmer den Namen seines Patienten operativ aus seinem Gedächtnis entfernt hat.

    Und während die Lager dabei sind, sich gegenseitig auf dem Schulhof der Heilkunde das Pausengeld weg zunehmen, wünschen sich die Patienten ein klein wenig Zusammenarbeit...

  • Einfach leben

    15.01.2013, Michael Rebhan
    Das schöne ist konventionelle oder alternative Heilverfahren werden beide nur angewendet, wenn ein Lebewesen nicht mehr mit sich und den Umwelteinflüssen zurecht kommt. Die Frage müsste doch lauten " Wieso werde ich krank". Meine Erkenntnis für mich ist zu begreifen, was mir hilft, gesund zu bleiben. Damit fahre ich seit Jahren gut. Ich hatte nicht mal einen Schnupfen. Das kann jeder. Nur wollen muss man es.
  • @W. Weiss

    15.01.2013, Bernhard Keim
    Ziel der Studie wäre es gewesen Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche aufzudecken um die Vorgänge einer weiteren Diskussion zugänglich zu machen. Das ist erst einmal eine interne Angelegenheit. Wie man damit umgeht wäre der nächste Schritt gewesen.
    Vorurteilsbeladen an diese Sache heranzugehen, ist schon einmal der erste Schritt in die falsche Richtung. Wenn Wahrheit nur das sein darf, was Kirchenkritiker für wahr halten, dann dient man weder der Wissenschaft, noch der Wahrheit. Letztlich scheiterte das Vorhaben daran, dass die Kirche das Gefühl bekam hier vorgeführt werden zu sollen. Wenn der Auftraggeber dann noch nicht einmal mehr in der Verfahren eingreifen kann, bekommt das ganze rasch den Charakter eines Tribunals, bei dem der Angeklagte zu schweigen hat.
  • Nur eine Seite der Medaille

    15.01.2013, Tede

    Die Darlegungen dieses Artikels gestaltet sich eindimensional und dadurch nicht objektiv. Folgende Dinge könnte man zugunsten einer objektiveren Sichtweise mit einbringen:

    Fehlende Studien im Bereich der Chirurgie
    Gefälschten Studien der Pharmaindustrie (über die Sie auch schon einmal in Ihrem "Medizin TÜV berichtet haben).
    Kritikers Lieblinge wie z. B. Avandia


    http://www.biomedcentral.com/1471-2407/11/19

    https://ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2867979/

    http://www.yamedo.de/blog/chefkritiker-nicht-ernst-nehmen-2011/

    http://utip.gov.utexas.edu/colloquium/Wray.pdf

    etc. pp.
  • Die Moral dieser Geschichte...

    15.01.2013, Manfred Eberling
    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen!
  • Schrödingers Zombie

    15.01.2013, Richard Jelinek, Fürth
    Er ist einfach nicht totzukriegen, dieser Gedankenzombie. Ich stimme mit dem Leserbrief von Herrn Otte überein, dass Schrödingers Gedankenexperiment reichlich ungeeignet ist, um zu ergründen, ob quantenmechanische Phänomene hin zu makroskopischen Systemem propagieren.

    Hierbei werden eigentlich immer nur die räumlichen Qualitäten (Isolation) diskutiert und die Zeit außer Acht gelassen. Anscheinend will sich niemand auf dieses Minenfeld begeben. Nehmen wir einmal an, der Kontakt zur Außenwelt ist tatsächlich ausgeschlossen. Kein Quant erreicht oder überschreitet bis zum Ende des Experiments(!) die Außenwände des Kastens.

    Die erste Frage, die man sich dann stellen muss, ist die nach der Definition von "Ende des Experiments". Denn macht man nun den Kasten auf und da liegt eine tote Katze, kann man sehr wohl rückwirkend herausfinden, wann das Tier verendet ist (verbleibende Temperatur etc.). Es kann ausgeschlossen werden, das sich das makroskopische System Katze in dieser Zeit in einer Superposition befunden hat. Und diese Aussage kann man ex post treffen, obwohl man während dieser fraglichen Zeit keine Messung vornehmen konnte.

    Wem diese Methode zu ungenau ist, der erweitere das Gedankenexperiment um die "Flaschenpost in die Zukunft". Zusammen mit der Katze befindet sich im Kasten ein Aufnahmemechanismus, der alle Geschehnisse im Kasten aufnimmt und speichert. Wieder sei gegeben, dass nichts nach außen dringen kann.

    Wenn man nun das Experiment beendet und sich die Aufnahme ansieht, was wird man wohl sehen? Eine Superposition von Leben und Tod? Wohl kaum. Wird man ernsthaft behaupten wollen, die Digicam hätte eine Superposition aufgenommen und diese würde erst beim Betrachten des Aufnahmematerials in einen Zustand kollabieren, der mit dem beobachteten Zustand der Katze kohärent ist? Sozusagen eine Verschränkung der Katze mit den Bits des digitalen Speichermediums? Wohl kaum.

    Folglich kann man nicht sagen, dass der räumliche Bereich der Wellenfunktion zeitlich kontinuierlich anwächst. Man muss vielmehr für die korrekte Beobachtung einen derartigen zeitlichen Abstand postulieren, der keinerlei Rückschlüsse über den Vorgang des Experiments mehr zulässt. Das heißt, man sieht erst dann nach, wenn sich die ehemals lebende oder tote Katze samt Digicam, gegebenenfalls Kratzspuren etc. praktisch in Staub aufgelöst haben. Nur wird man dann nicht einmal mehr das Ergebnis der Dekohärenz kennen.
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