Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Interessante Form der Wissenschaft

    11.04.2015, Detlev Hansl
    Der letzte Abschnitt des Artikels hat es ja mal in sich. Am besten liest man sich diesen noch einmal durch.
    Es sei ein Problem, aus welchem Grund man sich für den Einsatz von Cannabis einsetzt, was "[...] es der medizinischen Zunft schwer macht, den Nutzen von Cannabisprodukten zu bewerten."
    Als empirische Wissenschaft hätte ich der Medizin eigentlich zugetraut, eine objektive Evaluierung der Risiken und des Nutzens von Substanzen vorzunehmen und anhand derer dann die Einsatzgebiete zu bestimmen. Was bei der Zulassung klassischer Medikamente (im Sinne der heutigen Pharmazie) funktioniert, wird dann scheinbar bei Cannabis nicht mehr angewandt - aus dem simplen Grund, dass es Menschen gibt, denen der unmedizinische Konsum gefällt. Müssen jetzt etwa alle Medikamente überprüft werden, ob jeder Mensch jede Substanz nur bei angemessener Indikation verwendet? Müssen deswegen bald hundert tausende wieder mit Kopfschmerzen durch den Alltag, weil eine kleine Personengruppe diese Schmerzmittel entgegen ihrer Bestimmung verwenden (z.B. mit Alkohol oder anderen Drogen kombiniert)?

    Wenn das tatsächlich ein Problem für den Einsatz von Cannabis als Medizin darstellt, dann haben wir kein Problem mit der Droge an sich, sondern welche mit der Unabhängigkeit der Forschung und der Moral - schließlich verhindern wir als Gesellschaft in diesem Moment, dass Kranke ein effektiveres Medikament bekommen können. Mit der Behauptung, unser Vorgehen nütze der Gesundheit. Perverse Welt.
    Antwort der Redaktion:
    Mit Forschung hat das nichts zu tun - die Stigmatisierung von Rauschdrogen ist eine gesellschaftliche und politische Realität, mit der man sich vorerst abfinden muss. Und vor dem Hintergrund wäre es zweifellos sinnvoller, medizinisches Cannabis strikt von der Frage der Legalisierung des Konsums zu trennen.


    Übrigens ist die Stigmatisierung von Drogen auch anderswo ein echtes Problem in der Medizin. Zum Beispiel bei Opiaten, die für medizinische Zwecke nur bedingt zugänglich sind - das war lange ein großes Problem für die Schmerztherapie.
  • Placebo profan?

    11.04.2015, jo
    M. E. ist es unangemessen die Wirkung eines Placebos als "profan" zu bezeichnen. Nur weil sich westliche Schulmedizin einen Wirkmechanismus Geist/Wille -> Körper/Immunsystem nicht erklären kann, ist er doch bewiesener Maßen effektiv und eine der spannendsten Forschungsfelder in der heutigen von Maschinen und Chemie bestimmten/regierten Welt - spannend für die Pharmaindustrie vor allem als Gefahr auf dem Medikamenten-Absatzmarkt. Sind es doch Pharma- und Chemieindustrie (die synthetische Fasern verkaufen wollte) gewesen, die einst das Cannabis-Verbot in den USA durchgestzt haben. Es ist keineswegs profan, wenn ein Wirkstoff so auf den Geist bzw. auf die Emotionen einwirkt, dass ein womöglich verstärkter Placebo-Effekt eintritt, kann doch dieser Wirkstoff für die verschiedensten Krankheiten eingesetzt werden. Das ist doch grandios!
    Antwort der Redaktion:
    Das ist in der Tat erfreulich - nichts gegen den Placeboeffekt. Allerdings würde der Placeboeffekt in diesem Fall bedeuten, dass der behauptete pharmakologische Effekt nicht existiert und mithin, dass man mit dem gleichen Ergebnis auch Zuckerkügelchen oder sonstwas nehmen kann.

    Und das würde man angesichts der nicht unbeträchtlichen Nebenwirkungen von höher dosierten Cannabispräparaten dann wohl auch tun. Insofern wäre der Placeboeffekt hier ein Argument gegen den Einsatz von Cannabis als Medikament.
  • jedes Jahr etwas THC mehr ..

    11.04.2015, Dirk Werner
    Dass Cannabis Sativa Pflanzen heute 'wesentlich' mehr THC enthalten als etwa in den Siebzigern ist eine Vermutung, welche bis heute nicht bewiesen werden konnte. Der Artikel enthält durchaus einige richtige Angaben, die Verwendung von solchen Hypothesen jedoch rückt Ihn aus der professionellen Ebene in den Bereich der Legende! Auch dass Cannabis Konsumenten übermäßig viel Unsinn von sich geben, ist unwissenschaftliches Geplapper.
  • Schliesse mich an

    11.04.2015, Ben
    Ich schliesse mich dem ersten Kommentator an. Cannabis ist, ebenso wie ALkohol, eine Droge die nicht an Jugendliche verkauft werden sollte. Aber genau wie Alkohol sollten erwachsene Menschen selbst entscheiden koennen, ob sie kiffen wollen oder nicht.
    Im Gegensatz zu Alkohol hat Cannabis sehr viel weniger schlimme Auswirkungen. Ich kenne keinen einzigen Menschen, der nach dem Kiffen aggressiv wird, und viele meiner Freunde rauchen Cannabis von Zeit zu Zeit. Diese elende Doppelmoral sollte endlich einmal aufhoeren, wie viele Alkis gibt es denn in Deutschland? Jeder der trinkt, sollte Cannabis nicht verurteilen. Bei beiden Drogen gilt, sie in Massen zu konsumieren.
    Schade, dass Zeit online sich zu solchen Lobbyartikeln hinreissen laesst. Das ist unter eurem Niveau!
    In diesem Sinne, legalize it!
  • so ist es @ Schnuppi

    11.04.2015, coolray
    aber das kapieren allenicht. gerade die illegalität reizt viele, die damit anfangen. wäre es erlaubt, wäre es für viele uninteresant. seltsam istdas dieselben nichts dagegen zu haben scheinen das 10 jährige schon etlich vollräusche hatten. aber iss ja nicht so schlimm. man trinkt ja selber alkohol. so wie auch unseren ganze politik-darsteller. alkohol- der mehr gehirnzell absterbenlässt als cannabis. alkohol - von dem mehr menschen abhängig sind als von jeder anderen droge. mehr als 10 millionen sind von schwer abhängig bis zu menschen mit kritischem konsum. aber regt sich da jemand auf ?? nö. alles heuchlerisch. abe hoppala..am alkohol verdient der staat ja mit. un d er wäre dumm sich diese einnehmequelle abzugraben. ein schelm der böses dabei denkt. vor allem istalkohol für jugendlicheum vieles einfacher zu bekommen, und vor allem ..VIEL BILLIGER.
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben uns natürlich durchschaut. Das hier ist die Webseite einer Brauerei, die Alkohol an Kinder verkauft.
  • Werbetext, eindeutig Werbetext.

    11.04.2015, Grails_Knight
    Es kann wirklich nicht sein, das solche texte hier als wissenschaftliche Beiträge getarnt unters Volk geworfen werden.

    Allein der Absatz über die "Einstiegsdrogentheorie", hier wir lamentiert und laviert und am ende soll sich die Ansicht einprägen, man weis es nicht, aber es ist ganz klar besser vorsichtig zu sein.

    Das stimmt aber nicht. Man weis, das die "Einstiegsdrogentheorie" nicht stimmt. Es liegt hier am gemeinsamen illegalen Markt, der nicht vorhandenen Kontrolle der Händler, der zusammendrängung der Konsumenten Illegaler Drogen in den Randbereichen der gesellschaft und vielleicht - nur vielleicht - auch an der verbreitung bestimmter Drogen in gewissen Subkulturen. Lediglich letzteres wird überhaupt erwähnt, und das ist wirklich das schwächste Argument gegen die "Einstiegsdrogentheorie". Es wird ABSICHTLICH der Einsruck erweckt, es gäbe noch (nicht Ideologisch begründete) Zweifel an der Einstiegsdrogentheorie.

    Es wird auch nicht im mindesten auf den Unterschied einer Cannabissucht zu einer Alkohol- Heroin oder anderer Drogensucht hergestellt. Tatsächlich ist eine Cannabissucht sehr gut behandelbar und lösbar. Natürlich nur, wenn der Patient diese wünscht und nicht von irgendeinem Gericht oder Amt dazu verdonnert wird.

    Dieses Machwerk der Wissenschaftsliteratur ist eine Beleidugung meiner Inteeligenz und hat in einem Seriösen Medium nichts zu suchen. Es findet keinerlei ernsthafte, kritische Auseinandersetzung statt, Gegenargumente zur Position des Autors werden lediglich benutzt, um dessen eigene Theorie zu untermauern oder werden schlicht unter den Tisch fallen lassen.

    Inwiefern übrigens die verquickung von medizinischen und sozialen bzw. genussbezogenen Argumenten derjenigen, die sich für eine Legalisierung einsetzen, die medizinische nutzung behindern, das muss noch geklärt werden. Wenn wissenschaftliche Argumente dafürsprechen, dann sollten solch ideologische Punkte keine bedeutung haben. Schliesslich benutzen wir auch Morphium als Medikament (aber natürlich nicht das böse, böse Heroin, das dem Morphium extrem überlegen ist. Aus den gleichen, unverantwortlichen Gründen.)

    Überhaupt ist umgang mit Wissenschaftlichen Daten im Text haarsträubend.
    Allein die behauptung, 5 bis 20 prozent würden süchtig werden... sind es nun 5 oder 20%? Das ist ein gewaltiger Unterschied! Welche Studien kommen den zu dem Ergebnis, das es 5% sind, welche zu dem Ergebnis, das es 20% sind? Und wie sind diese Studien Aufgebaut, wer hat sie in Auftrag gegeben? Wie glaubwürdig sind diese Studien? Wie aktuell sind sie? Sind die auch aus 1970?


    Sollte der werte Autor irgendeinen Akademischen Abschluss haben, der mit dem Thema zu tun hat (ich bezweifle das...) würde ich mir wünschen, das die zuständige Universität das nochmal überprüft.

    So wenig ich mich unkritisch pro-cannabisleglisierung positionieren würde (auch wenn die abwägung aller Argumente mich davon überzeugt hat), so wenig kann ich die hier betriebene völlig Einseitige, nur durch rethorische kniffe überhaupt den Anschein der objektivität zu erwecken versuchende Propaganda gutheissen.
    Antwort der Redaktion:
    Ein Werbetext? Wofür genau?
  • Wahn?

    11.04.2015, Werner
    Wenn jemand wahnsinnig wird dann sind es die Konservativen die irgendwann mit ihrer gemeinen Lüge konfrontiert werden und die geben immer noch nicht auf den Hanf in den Schmutz zu ziehen zum Wohle der Alkohol Lobby und der Pharmaindustrie die vielen Alkoholtoden und vor häusliche Gewalt schrecken die nicht zurück! Eine Hl Hildegard von Bingen wäre heute eine Drogen Kriminelle und werdet einfach Mitglieder vom deutschen Hanfverband
  • Epilepsy ??

    10.04.2015, HM420
    Was hier evtl. noch fehlte wären die Einsatzmöglichkeiten von Cannabis bei Epilepsy!...Denn dies ist nicht zuletzt der Grund für die schnelle und mit breiter Mehrheit geforderte Legalisierung in den USA!
    So kann es Personen ( vor allem auch Kindern ! )helfen schwere und starke Anfälle nicht nur zu minimieren, sondern nahezu auszuschalten ( Bei einigen Patienten von mehreren hundert Anfallen pro Woche - auf weniger als einen pro Monat !!! )
    Leider wird hierüber nur kaum bis garnicht berichtet, was ich für eine Frechheit ( vor allem auch für von dieser Krankheit betroffenen Menschen ) halte.
    Doch wer sich hierüber informieren möchte, sollte mal nach "Charotte Webb Weed" googeln bzw. nach "Cannabis Oil"
    Antwort der Redaktion:
    Herzlichen Dank für den Hinweis, das ist tatsächlich ein relevantes Thema, das im Artikel fehlt.

    Ein Grund dafür ist allerdings, dass Studien rar sind und die Belege für die Wirksamkeit der Cannabisbehandlung damit insgesamt recht dünn. So heißt es in diesem Artikel:


    Question.

    Do cannabinoids decrease seizure frequency in epilepsy?
    Analysis.

    There were no Class I–III studies. There were 2 Class IV studies that did not demonstrate a significant benefit and did not show adverse effects (AEs) over 3–18 weeks of treatment.e2,e3
    Conclusion.

    For patients with epilepsy, data are insufficient to support or refute the efficacy of cannabinoids for reducing seizure frequency (no Class I–III studies).
  • Werbetext der Psycho-Klinik-Betreiber?

    10.04.2015, Schnuppi
    Keine der verlinkten Quellen verweist auf unabhängige Untersuchungsergebnisse, sondern lediglich auf Meinungen von Personen, die direkt von der Einstufung der Menschen mit riskanten Konsummustern als behandlungsbedürftige Abhängige profitieren. Wenn ich dann noch lese, dass die Ärztekammer Nordrhein von drei (ebenso von der Behandlungsbedürftigkeit profitierende) Ärzten die Legende des amotivationale Syndroms bei Jugendlichen postuliert, platzt mir die Hutschnur.
    Zum tausendsten Mal: Niemand will die Freigabe von Cannabis für Jugendliche. Vielmehr lässt sich wirksamer Jugendschutz nur in einem legalen Umfeld durchsetzen. Dass das nicht in die Hirne von Mortler, Thomasius und den anderen unverantwortlich handelnden Personen geht.
    Antwort der Redaktion:
    Dann erläutern Sie mir doch bitte, inwiefern zum Beispiel Ferenc Mátyás, Gabriella M. Urbán, Masahiko Watanabe, Ken Mackie, Andreas Zimmer, Tamás F. Freund und István Katon - das Autorenteam der ersten verlinkten Studie - "direkt von der Einstufung der Menschen mit riskanten Konsummustern als behandlungsbedürftige Abhängige profitieren". Herzlichen Dank im Voraus.

    (Die restlichen ca. 30 verlinkten Quellen können wir danach durchgehen)
  • ?

    09.04.2015, Kronberg
    Zitat:
    Wer dies fordert, verkennt die prinzipielle Offenheit der Ergebnisse biomedizinischer Experimente. Auch dass diese Forderung zu einer Zeit erhoben wird, zu der die staatlichen Auflagen und Kontrollen genau solcher Experimente ein Höchstmaß an Regulierung erfahren haben, erscheint wiederum ein wenig paradox.
    Zitat Ende.

    Was ist hier unter "dies" zu verstehen? Die Regulierungsforderungen (2 Absätze weiter oben) oder die freie Forschung (vorheriger Absatz)?
  • Mehr Zeit im Freien und Motivation

    09.04.2015, Beta
    "Den Eltern stellten sie Schrittzähler zur Verfügung, sie organisierten Familienwochenenden im Freien und boten ihnen sogar Geldpreise für die Kooperation an: Doch am Ende hatten diese Familien nicht mehr Zeit im Freien verbracht als die Kontrollgruppe."

    Das überrascht mich nicht wirklich. Äußere Motivation wie Geldbelohnung zerstört echte innere Motivation. Wobei innere Motivation ja auch erst mal wachsen muss. Ich weiß nicht, wie sehr auf Aufklärung gesetzt wurde. Das halte ich für ziemlich wesentlich. Andererseits ist so eine Umstellung natürlich auch sehr tiefgreifend und deswegen nicht so einfach. Mehr Zeit im Freien zu verbringen, so dass es tatsächlich unterm Strich einen wesentlichen Unterschied macht, bedeutet schon einen bedeutenden Eingriff in die Lebensgewohnheiten. Das passiert ja nicht nebenbei, dass man einfach mal mehr rausgeht. Dafür muss man dann auf ein bis drei Stunden täglich einer anderen gewohnten Tätigkeit verzichten. Das ist nicht so ohne und erfordert sogar ein ziemlich hohes Maß an Motivation. Ein bisschen Geld oder dass ein anderer mir da was organisiert, hätte mir da auch nicht geholfen. Zeit ist ja eh bei den meisten knapp. Man kommt nicht mit dem Haushalt hinterher, man schafft es nicht, regelmäßig seine Freunde zu treffen, etc. etc. Eventuell wären da Informationen, wie man das ohne Stress organisieren kann, viel mehr wert als eine Prämie.
  • Wissen schaffen

    09.04.2015, Robert Orso
    Die "Wissenschaftliche Methode", also das Verfahren Ideen aufzustellen, Vorhersagen daraus abzuleiten und diese zu prüfen ist eine der genialsten Leistungen des menschlichen Geistes. Sie hat uns vom Diktat des "verordneten Wissens" einer beliebigen Obrigkeit befreit. Es ist die einzig verfügbare Methode um tatsächlich "Wissen" (im Gegensatz zu Glauben) zu schaffen.

    Alles ist denkbar, alles ist diskutierbar, aber als "wahr" gilt, was die Nagelprobe der permanenten Überprüfung an der real erfahrbaren "Wirklichkeit" besteht. Das unterscheidet eine Theorie von einer Hypothese. Da Ideen wie die Vielwelten Hypothese oder die String Hypothese bislang keine überprüfbaren Vorhersagen treffen und daher auf ihre tatsächliche Relevanz in Bezug auf unser physisches Universum nicht verifiziert werden können, würde ich tatsächlich nicht von einer "Theorie" sprechen – ohne dabei die großartigen Leistungen dieser Mathematiker schmälern zu wollen.

    Physik bezieht sich allerdings stets auf die "Physis", also das real körperliche bzw. das was wir als solches wahrnehmen und messen können. Per Definition nicht messbare Ideen sind eher Bestandteil der Philosophie und/oder der Mathematik, sofern sich diese Ideen in entsprechende Formeln gießen lassen.

    Die String Hypothese mag wahr sein, kann aber genauso gut nur ein faszinierender Zweig der Mathematik ohne Bezug zur Realität sein. Kurt Gödel hat uns nicht nur gezeigt, dass es wahre Dinge gibt, die mathematisch nicht beweisbar sind, sondern (leider) auch, dass korrekte Anwendung der Mathematik durchaus zu völlig unrealen Ergebnissen führen kann. Nur weil etwas mathematisch schlüssig und elegant ist heißt das also noch nicht, dass es auch einen Bezug zur physischen Existenz hat. Diese Nagelprobe muss die "Wissenschaftliche Methode" liefern. Die einzige universelle Wahrheit wurde von Descartes in die Worte "cogito ergo sum" gefasst. Alles andere erfordert eine stetige Verfeinerung von Vorhersagen und Überprüfungen.

    Würde man das aufweichen, sähe man sich rasch auf einer Stufe mit der ultimativen, elegantesten, einfachsten und universell anwendbaren "Theory of Everything", die eine breite Unterstützung bei ihren Anhängern und eine lange Erfolgsgeschichte hat: "Das hat der Liebe Gott eben so gemacht".
  • G8-Abi fördert Kurzsichtigkeit

    09.04.2015, Michael Wolters
    Die 80-Stunden-Woche, die unseren Schülern durch Deutsche Bildungspolitiker aufgebürdet würde, ist bestens geeignet, die Kurzsichtigkeit der Jugendlichen zu fördern. Dies geht einher mit dem Schwund an Sportvereinen und Musikschulen.
  • Grenzen

    09.04.2015, Frank Svoboda
    Irgendwann – möglicherweise bereits jetzt – ist ein Punkt erreicht, an dem schon aus rein technischen Gründen Hypothesen nicht mehr überprüfbar sind. Es gibt also eine Grenze des wissenschaftlich Erforschbaren. Es reicht leider nicht aus, eine Hypothese rein mathematisch zu untermauern – damit wird sie noch nicht zu einer falsifizierbaren Theorie. Ich glaube, wir müssen uns mit diesen Grenzen abfinden und können gern darüber hinaus philosophieren. Möglicherweis öffnen sich in Zukunft Türen, die wir heute noch gar nicht erkennen, um von einer Spekulation zu einer naturwissenschaftliche Theorie zu fort zu schreiten. Bis dahin muss es legitim sein, zu spekulieren, ohne dass dies direkt als nicht überprübar abgetan wird, denn ohne das wären wir nicht da, wo wir sind. Andererseits halte ich es für wichtig, in der naturwissenschaftlichen Forschung klar zwischen falsifizierbaren Theorien und Hypothesen zu unterscheiden – ohne Letztere damit abzuwerten.
  • Antwort: Aussagen müssen falsifizierbar sein, nicht Theorien

    08.04.2015, Gustav Pistauer
    @Leser: "Nicht jede Aussage einer Theorie müssen falsifizierbar sein, die Theorie muss es sein."

    Nein. Nicht die Theorie ist falsifizierbar, sondern die Aussagen aus dieser Theorie. Der Anspruch der Wissenschaftlichkeit ist, dass Aussagen aus Theorien gebildet werden und diese mit Aussagen aus den Beobachtungen (die selbst auch immer nur Theorien sind, wie wir die Welt wahrnehmen) verglichen. Gemeinsam bilden die Theorien, wie sich eine Beobachtung verhält und die Theorie wie ich etwas wahrnehme (= Beobachtung) ein System dar, das widerspruchsfrei zu sein hat.

    Besteht im System aber ein Widerspruch, so ist das System aus Theorie, Aussagen der Theorie, Beobachtung, Aussagen aus der Beobachtung falsifiziert. Es besteht eine _Systemfalsifikation_. Dieser Widerspruch im System muss aufgelöst werden.

    Das bedeutet aber nicht, dass die Aussage aus der Theorie falsifiziert wurde oder gar die Theorie selbst falsifiziert wurde - Popper lehnte diese "Sofortfalsifikation" strikt ab.

    Aus den Schlußfolgerungen von Theorie und Beobachtungen entsteht ein Widerspruch, der muss aufgelöst werden. Mitunter auch so, dass die Aussagen der Theorie angepasst werden (Ad-hoc-Hypothesen) - dann muss diese neue, angepasste Aussage aus der Theorie "falsifizierbarer" sein. Sie muss nicht nur denirsprünglichen Sachverhalt erklärem, sondern auch, warum die vorhergehende Aussage falsifiziert wurde.

    Gerade Aussagen müssen falsifizierbar sein. Die Theorie ist es nur mittelbar, kann sie keine Aussagen produzieren die nicht zur Widerspruchsfreiheit führen, dann wird sie uninteressant. Aber durchaus möglich, dass eine solche Theorie in Zukunft, wenn ein Weg gefunden wird aus ihr neue falsifizierbare Aussagen zu produzieren, wieder interessant wird.