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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 142

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Menschliches Versagen

    02.08.2017, jum
    Es ist reine Spekulation, in welchen heutigen Arbeitsbereichen es in wieviel Jahren überhaupt noch Menschen geben wird. Wo die Menschen durch Rechner übertroffen werden, werden diese ersetzt. Vermutlich geht es nicht mehr lange, bis einige wenige Menschen nur noch die Aufgabe haben, einen roten Notfall-Aus Knopf zu bewachen, der von der KI viel zuverlässiger hätte überwacht werden können. Aber letztendlich benötigt es diesen einen Menschen dann noch wegen der Schuldfrage. Menschliches Versagen. Siehe heutige Unfälle bei der Bahn.
  • Da kann ich leider dem Artikel nicht beipflichten

    02.08.2017, Nurit
    Ich stimme soweit überein, dass bestimmte Berufe länger existieren und von Menschen ausgeübt werden müssen. Nur handelt es sich dabei um hochspezialisierte Berufsbilder. Die Frage wäre jetzt wieviele Arbeitsplätze existieren in diesen Berufen und kann man mehr Menschen für solche Arbeitsplätze qualifizieren. Spätestens hier wird es schwierig bis unmöglich.
    Dem gegenüber stehen dann eine große Menge an Berufen, die heute noch gemacht werden müssen, für die man keine mehrjährige Ausbildung oder ein Studium braucht, die aber einen gewaltigen Teil der Gesamtarbeitsplätze einnehmen. Also Produktionsmitarbeiter in allen Industriebereichen, Bürokräfte, Lagerarbeiter, usw. (oder natürlich Bus-, Taxi- oder LKW-Fahrer) Diese Berufe könnten teilweise schon vollständig automatisiert werden und für diese Arbeitnehmer wird es ohne hohe Qualifikation unmöglich irgendeine andere Arbeit zu finden.
    Übrigens gehen Zukunftsforscher davon aus, dass es noch 30 Jahre dauert, bis selbst kreative Jobs wie Schriftsteller von KI zumindest teilweise ersetzt werden könnten. Da bleibt dann sicher kein Platz mehr für Bankangestellte, Versicherungssachbearbeiter oder gar Programmierer - letztere eventuell noch zur Wartung von Systemen.
    Daher sollten wir uns vielleicht nicht überlegen, wie wir möglichst viele Jobs erhalten, sondern wie wir unsere Gesellschaft umgestalten, so dass die Maschinen und Roboter arbeiten, während die Menschen trotzdem alle ihre Grundbedürfnisse befriedigen können, selbst wenn selber nicht mehr arbeiten (dürfen)
  • "Vegan ist die einzig gesunde Ernährung"

    02.08.2017, Ralf
    Diese Aussage von Dr. Henrich (www.provegan.info) kann ich als veganer Ernährungsberater nur unterstreichen. Ich lebe mit meiner Familie selbst seit vielen Jahren vegan OHNE irgendwelche Mängel!!!
    In den vorigen Beiträgen werden leider nicht, kaum oder nur sehr schlecht recherchierte Daten ohne tatsächliche Überprüfung einfach von irgendwoher übernommen. Zugegeben: Eine vegane Ernährung ist nicht automatisch gesund - und sie sollte immer gut organisiert sein!
    Einen Eisenmangel sehe ich öfter bei den Fleischessern. Veganer sind da viel öfter gut aufgestellt. Auch bei B-Vitaminen, etc. Die Mängel betreffen meist Alle, nur bei den Veganer schaut man ganz besonders hin. Und wenn mehr Veganer als Omnis untersucht werden, wird man natürlich auch bei mehr Veganern fündig werden. Das ist schon statistisch bedingt.
    Auch die Mähr mit EPA und DHA ist schon seit ein paar Jahren überholt: niedrig Spiegel im Serum können nicht auf einen Mangel hindeuten (wie man sehr lange glaubte) sondern belegen eher die gute Verwertung im Körper (und dadurch einen geringen Nachweis im Serum).
    Viele wissenschaftliche "Fakten" werden eben oft von der Fleisch-, Milch- und Getreideindustrie "gesponsert" und führen in der breiten Masse zu falschen "Fakten". Frei nach dem Motto: "Man muss eine Lüge nur oft genug wiederholen, damit sie als Wahrheit wahrgenommen wird". Ich erinnere mich da an Werbebotschaften aus dem letzten Jahrhundert (die im doppelten Sinne total veraltet sind).
    Schaut euch auf der provegan-Website ausführlich um und ihr erfahrt aus schulmedizinischer Sicht, warum vegan so gesund is(s)t, bzw. sein kann. Ein großer Dank an Dr. Henrich.
    Wie erwähnt, bedarf es bei einer veganen Ernährung allerdings umfangreicher und gut fundierter Informationen (oder eben einen entsprechend gut spezialisierten Ernährungsberater).
    Dann kann man vegan so einiges Reißen.
  • Ach, Big Data hat auch Sinn, wenn man nicht die Menschen damit

    01.08.2017, Hans Schluch
    nackig macht? Das muss mal einer Merkel sagen! Die meint, Big Data geht nur, wenn man den Datenschutz (und damit die Menschenwürde) von uns beschädigt, wir uns vor den Konzernen nackig machen.
  • Anderes Beispiel

    01.08.2017, David M.
    Wenn man zeitlich etwas weiter zurückguckt, in die Industrialisierung, wird man feststellen, dass durch derartige Entwicklungen sehr wohl massenhaft Arbeitsplätze verloren gehen können.

    Man kann übrigens die Computer-Elo nicht wirklich mit der menschlichen vergleichen, weil die der Menschen hauptsächlich durch Spiele mit anderen Menschen und die der Computer hauptsächlich durch die mit anderen Computern bestimmt wurden. Man weiß also nicht genau, welche Elo Computer nach menschlicher Eichung hätten.
  • Ergänzung ad "Historisch bitte korrekt zitieren"

    01.08.2017, Stefan M
    Die Rolle der CIA in der Schweinebucht-Invasion ist ganz offiziell hier nachzulesen:

    https://www.cia.gov/library/readingroom/collection/bay-pigs-release

    "[...] The cornerstone of this collection is a two-volume, 400-plus page document consisting of (Volume I) the CIA Inspector General's (IG) Report on the CIA's ill-fated April 1961 attempt to implement national policy by overthrowing the Fidel Castro regime in Cuba by means of a covert paramilitary operation, otherwise known as the Bay of Pigs [...]"
    Stellungnahme der Redaktion

    Wir bitten um Entschuldigung, dass wir die Rolle der CIA nicht ausreichend gewürdigt haben. Im Artikel ging es aber schwerpunktmäßig um das Schicksal einer seltenen Vogelart ;-).

  • Aus Einzelfällen auf das Ganze schließen?

    01.08.2017, Joachim Durchholz
    Lauter Beispiele, wo trotz Computer noch Menschen ihren Dienst tun - aber jeder einzelne ist ein Sonderfall, und wobei dann noch großzügig die verlorengegangenen Arbeitsplätze ignoriert werden.
    Ich seh's doch im Supermarkt - Self-Checkout setzt sich in der Schweiz gerade durch, und statt zwei Kassiererinen sitzt da nur noch eine. Da, wo fünf Kassiererinnen waren, sind es jetzt noch zwei und eine, die als Aufsicht an den Kundenscannern steht.
    Der Pilot ist noch da, aber der Copilot ist nur noch auf Langstrecken nötig, damit der Pilot schlafen kann - ursprünglich hatte der Copilot jede Menge Steuerungsaufgaben.
    Die selbstfahrenden Autos sind noch ein paar Jahre in der Zukunft - die selbstfahrenden Züge sind gerade in der Pilotphase. Für den Lokführer gibt es dann keinen Ersatz.
    Klar entstehen woanders Arbeitsplätze. Der Setzer ist verschwunden, den Layouter gibt es noch - aber er ist leichter austauschbar, wird dementsprechend schlechter bezahlt.
    Aber auch das: Nur Einzelfälle.

    Wenn man hingegen die Studien ansieht: da schafft und reduziert die Digitalisierung Arbeitsplätze, aber unterm Strich werden es immer weniger.
    Deutschland hat gerade Vollbeschäftigung, aber das liegt an der Demografie. Die sagte übrigens, die Vollbeschäftigung hätte schon 2005 einsetzen müssen, der Arbeitskräftemangel hat sich also um über ein Jahrzehnt verzögert - das liegt garantiert nicht daran, dass die Menschen fauler geworden sind!

    Lieber Herr Loeb, für die These, dass die Digitalisierung unterm Strich keine Arbeitsplätze abbaut, reichen ein paar Anekdoten einfach nicht.
    Da braucht es Querschnittsdaten.
  • Knicklandschaft in S.-H.

    01.08.2017, Eckard Krüger
    Hallo SM,
    (ich hoffe, Sie haben auch einen Namen, denn hinter SM verbirgt sich manches)

    danke für den interessanten Link. Eine sehr gute Abhandlung über Knicks (von Hermann Marxen) findet man in dem ‚Heimatbuch des Kreises Plön’ von 1953. Mit etwas Glück noch antiquarisch zu bekommen.

    Ich kenne zwar den NDR-Bericht nicht, aber es ist richtig, dass die Knicklandschaft in Schleswig-Holstein eine absolut sinnvolle Einrichtung war, von der heute leider nur noch vielleicht zwei Drittel von dem vorhanden ist, was ich in den 1950er Jahren kennen gelernt habe. Zu der Zeit war es – so habe ich es noch in der Erinnerung – bei ziemlich hoher Strafe verboten, auch nur einen Meter Knick zu entfernen, d. h., total zu entfernen: Erdwall weg, Bewuchs weg. Völlig in Ordnung dagegen war das ‚Knicken’, was bedeutet, dass die auf den Erdwällen wachsenden Büsche und Bäume nach ein paar Jahren auf den Stock gesetzt werden. - Ich erfuhr später, dass – den Zeitraum weiß ich nicht mehr – ca. 25.000 Kilometer Knick der Flurbereinigung (herrliches Wort) zum Opfer fielen. Das muss wohl schon in den 1960er Jahren angefangen haben.

    Als ich nach sehr langer Zeit (etwa 1999) mal nach Ostholstein kam, um dort Urlaub zu machen, war ich erstaunt und schockiert über die riesigen Ackerflächen. Dort, wo früher Knicks kleinere Äcker umsäumten, stand nun der Raps und reifte vor sich hin. Natürlich lassen sich große Flächen besser beackern, aber nun hat, da der Schutz der Knicks fehlt, die Erosion freien Lauf. Winde tun ihr Bestes, die wertvolle Ackerkrume in Richtung Ostsee zu verfrachten. Und Wind gibt es im Land zwischen den Meeren reichlich.

    Es ist also nicht so, dass die Knicklandschaft Probleme bringt (mal abgesehen von der Bewirtschaftung der Ländereien für den Landwirt), sondern im Gegenteil nur Vorteile hat. Vorteile für Flora und Fauna, und nicht zuletzt als Bollwerk gegen die Erosion. – Ja, und ganz zuletzt für die Krone der Schöpfung..

    Besten Gruß
    Eckard Krüger
  • Fragen über Fragen zum Standardmodell!

    01.08.2017, Wolle
    Bei Abbildungen, die dem Vorschaubild des Videos entsprechen, stelle ich mir immer wieder diese Frage: "Was ist denn das Schwarze außen herum, das die Darstellung umgibt? Zeigt uns das nicht, dass bereits vom Ansatz her ein gravierender Fehler im Standardmodell existiert? Ich meine: Ja!

    Raum besitzt keine realen physikalischen Eigenschaften für eine Expansion und kann somit die Ortslage von Massen nicht real verändern!

    Die "Modelle", wie z. B. der Hefeteig mit den Rosinen und der Luftballon mit aufgeklebten Galaxien, die uns die Expansion der Raumzeit darstellen sollen, sind beides reale Objekte mit realen mechanischen Wirkungen auf die Rosinen bzw. auf die aufgeklebten Galaxien.

    Raum ist kein Objekt mit realen mechanischen Wirkungsweisen! Wie soll ein reines mathematisches oder gedankliches Konstrukt ohne diese realen Eigenschaften die Ortslage von Galaxien real verändern? Wer verstanden hat, dass bei diesem Ansatz Raum verdinglicht wurde und dass ihm physikalische Eigenschaften einfach angehaftet wurden, die er real nicht besitzt, der versteht auch, dass das gesamte Standardmodell auf unverzeihlichen Fehlern und puren Behauptungen beruht!
  • Anne

    01.08.2017, Anne Haberland
    "Obwohl sich die Öffentlichkeit darüber einig schien, dass die Mehrheit der Briten für eine weitere EU-Mitgliedschaft stimmen würde, passierte genau das Gegenteil. Anscheinend hatten lautstarke Meinungsmacher die Wähler auf ihre Seite gezogen." Ähm so funktioniert eine repräsentative Demokratie nun mal xD Die sache mit dem AdHoc für das richtige entscheiden, geschweige denn sich iterativ durch Aushandlungsprozesse an "ein" richtiges Ergebnis (welches bei "Wicked Problems", welche meist das Spektrum politischer Problemstellungen dominieren, sowieso so nicht existiert. Denn sowohl Problemwahrnehmungen als auch Lösungen massiv von der Wahrnehmung und den normativen- und generell kontextualen Standpunkten der Beteiligten beruhen und daher so plural sind wie die Beteiligten selbst...) heran zu arbeiten respektive zu wählen, findet sich kaum in politische Entscheidungsprozessen statt. Daher ist vielleicht das Beispiel etwas... naja unglücklich.
  • Herrlich, wenn schon Amateure den Unsinn durchschauen

    01.08.2017, Max Delius
    Ja, hätten diese Amateure doch nur einen Biobauern gefragt.

    1. Stromheizung, Macht man bei uns nicht, weil die kWh zu teuer ist, nach hierzulande regulierten Tarifmodellen. Mal die Norweger fragen. Außerdem ergäbe es gesamtsystematisch keinen Sinn, nahe 100 % effiziente Brennwerttechnik durch kaum vierzigprozentigen Kohlestrom zu ersetzen. Heizlüfter sind billig und Frierende denkfaul. Eng wird's, wenn deutsche Kraftwerke dann mal wieder Frankreich mitheizen müssen.

    Ebenso 2., 3., 4.: Genau mein Punkt, komischerweise klappt's trotzdem. Die Verkabelung eines modernen EFH lässt bis 43 kW zu, 11 schafft jede. Wiederum, wie hat man es nur geschafft, in meinem Berliner Wohnblock in allen 30 Einheiten die Brikettbadeöfen durch 20 kW Durchlauferhitzer zu ersetzen? Das waren in den 70er einfach alles Übermenschen.
    Das Beispiel mit den Weihnachtsgänsen, da haben Sie doch wirklich diese Broschüre von Preussen Elektra, "Dein Freund, das Atom" seit den 50ern aufbewahrt. Das ist aus nostalgischen Gründen sehr löblich, aber was ist ein "Festgottesdienst"?

    5. Von LKW ist hier bewusst nicht die Rede. Es ist unplausibel, Nutzlastfahrzeuge mit großen Akkus über lange Strecken zu treiben. Entweder H2 oder relativ leichte Wechselakkus. Beides ein anderes Thema. Güterzug, verrückte Idee.

    6. Fragen Sie mal die Schweizer während der Blockade durch den zweiten Weltkrieg. Anschließend googeln Sie bitte "Oberleitung".

    7. Die Dinger laufen mit Brennstoffzellen und Wasserstoff. Es waren deutlich mehr als 100 Jahre und mehr als die Hälfte davon hieß die Antwort Atomreaktor. Wird nur selbst den Briten gerade zu teuer für deren neuste Großkampfschiffe.

    8. LKW, Busse, siehe Punkt 5. Die vielen Firmenzulassungen sind Effekt massiver Steuerprivilegien und mitnichten echte Dienstwagen. Also stehen sie den Tag über vor'm Büro, wo dann meinetwegen die systematisch vollkommen überbewertete PV zum Zug kommt.
    Grade eben hat man wegen der Atomkraft noch den Nachtspeicherofen forciert, weil des Nachts ja grade _zu wenig_ Strom verbraucht wurde. Also nee, nix als Probleme. Nur immer wieder seltsam, wie zuverlässig diese bei manchen Leuten auf eine Renaissance von KKW hinauslaufen. Mit dieser ist zu rechnen, gleich nach der großen Dodo-Plage von 2024.

    9. Na, was ein glücklicher Zufall, Oberleitungen sind heute schon aus Alu. Vor diesem Aufwiegen nimmt man übrigens Silber, das ist der deutlich bessere elektrische Leiter. Ich weiß noch, wie damals die Steinzeit abgesagt werden musste, wegen Granitmangels.
  • Bravo Jakob

    31.07.2017, Kronberg
    Diese ganze Hysterie bezüglich dessen, was die ach so bösen Konzerne über uns wissen können lenkt völlig vom einfachsten Gegenmittel ab. Niemand wird gezwungen, Snapchat oder Facebook oder was auch immer und welche App auch immer zu benutzen. Diese Programme sind auch keineswegs in irgend einer Form lebenswichtig, und wenn ich auf mich zugeschnittene Reklame erhalte, ist mir das allemal lieber als ein kiloschwerer Katalog, von dem mich bestenfalls 0,0001% interessiert, und den ich dann entsorgen muß.
  • Historisch bitte korrekt zitieren

    31.07.2017, Beobachter
    Spektrum sollte sich als wissenschaftliches Fachmagazin auch auf historisch korrekte Sachverhalte konzentrieren.
    Die Invasion in der Schweinebucht war mitnichten nur eine "Invasion von Exilkubanern", sondern eine maßgeblich vom amerikanischen CIA geplante, orchestrierte und in der Durchführung unter Zuhilfenahme von Exilkubanerb geplante Invasion, um Fidel Castro zu stürzen.
    SO ist es wissenschaftlich korrekt. Oder ist man bei der "Spektrum"-Redaktion inzwischen auch vom Virus des Weglassens und Unterschlagens aller Fakten befallen, die auch nur den leisesten Zweifel über die Motive des heiligen großen Bruders USA aufkommen lassen?
    Stellungnahme der Redaktion

    Nein

  • Freiheit ist eine Illusion

    31.07.2017, Jürgen Volkheimer, Brauweiler
    Die Behauptung des Autors, es gebe "keinen zwingenden Beweis dafür, dass die Physik … die Welt so … beschreibt, wie sie ist", trifft nicht zu. Handys und Smartphones würde es nicht geben ohne knallharte physikalische Gesetze, auf denen sie beruhen. Diese Geräte sind der "zwingende Beweis" – es sei denn, man flüchtet sich in Berkeleys Solipsismus.
    Wahrheit ist zumindest das, was sich beliebig oft bestätigen, aber niemals widerlegen ließ wie zum Beispiel der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik.
    "Die Welt besteht" auch nicht aus "eigenschaftslosen Teilchen". Das Elektron besitzt eine Ruhemasse von 0,511… MeV/c2, eine elektrische Ladung von –1,602… x 10–19 Coulomb und einen Spin von 1/2. Wären diese "Parameter" nur "Funktionen", aber keine "Qualitäten", würde man in Messreihen unter denselben Versuchsbedingungen unterschiedliche Werte erhalten. Das ist aber nicht der Fall. "Das Wesen der Elementarteilchen besteht" nicht "allein … in ihren Abständen zueinander", sondern auch aus ihren "Qualitäten". Gleiches gilt für Atome: Sie sind nicht "allein durch ihre Position in einem Netzwerk von Relationen gekennzeichnet". Ein Waserstoffatom hat genau ein Proton und ein Elektron – unabhängig von seiner Netzwerkposition. Ansonsten wäre es kein Wasserstoffatom.
    And last but not least:
    Zu unserem "freien Willen" gibt es nur so viel zu sagen: Ein nicht determiniertes Handeln ist nicht vorstellbar, denn es wäre ein Handeln ohne Grund. Folglich ist auch Freiheit nicht vorstellbar. Sie ist eine – wenn auch sehr hartnäckige – Illusion.
    Stellungnahme der Redaktion

    Der Artikel verteidigt den wissenschaftlichen Realismus und weist darauf hin, dass Begriffe wie Masse, Ladung usw. durch ihre Funktion für die Bewegungsweise der Teilchen definiert sind. Unter Qualitäten versteht man zum Beispiel die wahrgenommene Röte von etwas, den wahrgenommenen Ton etc., und das sind sicher nicht Parameter, die in physikalischen Theorien auftreten. Die Freiheit des Experimentators, selbst zu bestimmen, was er misst, ist wesentlich für die Physik.

    Michael Esfeld

  • Zweifelhafte Schlussfolgerungen

    31.07.2017, Hajo Dasting, Koblenz
    Leider konnte ich diesem Artikel nichts abgewinnen, weil die Aussagen ziemlich fragwürdig sind.

    Die erste Studie hat nichts mit Korruption zu tun, sondern hier geht es um Subventionsbetrug. Immer dann, wenn es um den Zugriff auf ein Allmendegut geht (hier die Subvention der öffentlichen Hand in Form von Essenskarten, die dann die Händler monetarisieren konnten), tritt das allseits bekannte Allmendeproblem (Tragik der Allmende) auf: Ohne Kontrolle gibt es immer Betrüger. Dass dies aber zu den genannten Konsequenzen führte, halte ich zumindest nach der Schilderung von Michael Springer für ziemlich fragwürdig. Es wurde ja geschrieben, dass die Händler für die Nahrungsmittelkupons deutlich höhere Beträge von den Behörden forderten, als sie für die Nahrungsmittel von der normalen Laufkundschaft verlangten. Wieso aber dann nach Auffliegen des Betrugs und Rückführung der von den Behörden erstatteten Beträge auf normale Preise (wie für die normale Laufkundschaft) sich das Geschäft für die Händler nicht mehr lohnen sollte, will mir nicht einleuchten, denn sie bekommen doch für die Kupons die gleichen Beträge wie die normale Laufkundschaft als Preis für die Nahrungsmittel bezahlt, und ihre Preise sind doch so berechnet, dass sie damit immer noch Gewinn machen. Die einzige Erklärung, warum die Händler diese stark nachgefragten (weil von allen benötigten Nahrungsmittel) aus ihrem Sortiment herausgenommen hatten, wäre die, dass die Behörden den Händlern einen geringeren Preis für die Kupons bezahlte, als diese von der normalen Laufkundschaft nahmen und sie zudem noch zwang, die Nahrungsmittel an die Kuponkundschaft abzugeben. Um dann keinen Verlust zu machen, gibt es zwei Möglichkeiten für die Händler, zu reagieren: Entweder die entsprechenden Produkte aus dem Sortiment zu nehmen oder die Preise für die übrige Kundschaft zu erhöhen. Beide Fälle sind wohl eingetreten. Mit Korruption hat das nicht das Geringste zu tun. Das sind eher Beispiele für die Reaktionen auf willkürliche und unüberlegte staatliche Zwangsmaßnahmen.

    Die zweite Studie passt zwar eher zum Korruptionsthema, aber auch hier finde ich die Kernaussage sehr fragwürdig. Letztlich behauptet der Autor ja in diesem Fall, dass das Verhindern des Schummelns, zum schlechteren Abschneiden der ärmeren Schüler (sprich der Unterschichtschüler) geführt hatte, weil die wohlhabenden Schüler sich "anscheinend" auch in der neuen Situation individuell ganz gut zu helfen wussten. Was soll das heißen? Dass die Oberschichtschüler es doch irgendwie geschafft hatten, die Prüfer zu bestechen? Oder doch, dass sie vielleicht einfach deswegen die Prüfung bestanden hatten, weil sie wirklich im Mittel besser waren? Und wieso soll bei dieser Gegenmaßnahme (das Verhindern des Schummelns) der Schuss (wie in der Überschrift angekündigt war) nach hinten losgegangen sein? Ist es denn besser, wenn Schüler sich durch Schummeln einen nicht verdienten Abschluss ergattern? Was haben sie davon, wenn sie sich später an einer Universität bewähren sollen?

    Beide Studien sind gerade schlechte Beispiele für Korruption und deren Bekämpfung. Die erste Studie hat gar nichts mit Korruption zu tun und die zweite legt im Fazit des Autors nahe, es sei irgendwie ein Vorteil, wenn man sich einen Abschluss erschummelt.