Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bilingualer Test

    16.03.2012, Stephan Fröde
    Ich finde das der bilinguale Test für "arabisch-hebräische [Sprecher] in Israel" ein schlechtes Beispiel ist.

    Denn hier kann man nicht trennen, ob die Sprache selbst zu einer Veränderung der Wahrnehmung führt oder das Kennenlernen des kulturellen Umfeldes um die Sprache zu erlernen oder aber die grundsätzlich liberalere/offenere Grundeinstellung des Sprechers oder beides.

    Weiterhin bleibt die Frage offen, ob es die Sprache selbst ist, die Art und Weise der Verarbeitung, das Potenzial der Sprache die Semantik abzubilden, oder/und das kulturelle Umfeld und entsprechende Assoziationen.

    Sehr stark sehe ich einen Zusammenhang bei den Aborigines. Es ist offensichtlich, dass eine Orientierung an den Himmelsrichtung als örtliches Bezugssystem zu einer anderen Denkweise führt als ein relatives System (links, rechts, vorne, hinten).

    Unklar bleibt allerdings die genaue Wechselwirkung Sprecher<->Sprache<->Umwelt, diese hängen in dem Sinne zusammen, als das Sprache die Umwelt modelliert. Es wäre also relevant zu wissen, wie dieser Modellierungsprozess/Abstraktionsprozess wirkt.

    Dürfte schwer werden, hier einen deduktiven falsifizierbaren Ansatz zu finden.
  • Nun geht mir ein Licht auf!

    16.03.2012, Karl George
    Ich frage mich des Öfteren, warum ich die Welt in Deutschland anders sehe als in Brasilien. In Deutschland spreche ich natürlich Deutsch und in Brasilien natürlich Portugiesisch. Nun ist mir klar warum!
  • Verwunderlich?

    16.03.2012, Dr. Georg Stürmer
    Wenn ich spreche, will ich einen "kognitiven Inhalt", einen Gedanken, eine Vorstellung mit anderen teilen, also kommunizieren. Das Denken formt also die Sprache und über die verschiedenen Sprachen lässt sich auf das Denken rückschließen. Ist es verwunderlich, wenn für ein Naturvolk die Raumkoordinaten von den Himmelsrichtungen bestimmt werden, wenn in Kulturen mit engen großfamiliären Bindungen für die einzelnen Familienmitglieder präzise Bezeichnungen bestehen? Die Beziehung zur und die Gestaltung der Umwelt als gemeinschaftliches Unterfangen wird zwangsläufig die Kommunikationsmittel - hier Sprache - prägen, denn insbesondere dazu ist die Sprache ja notwendigerweise vorhanden. Wie schön ist doch die einfache Verortung eines Naturvolkes, wie kompliziert selbst in unserer Sprache die Beschreibung für die Eindeckung einer festlichen Tafel - wo bitte ist das Kopfende eines Tellers? Dies zu erfassen, setzt schon sehr viel kulturelles Wissen voraus!
    Siehe:http://www.aid.de/downloads/tisch_decken.pdf
  • Friedliche Sprecher?

    16.03.2012, Christian Matzerath
    Gibt es ein Volk mit eigener Sprache, das als besonders friedfertig gilt? Utopie: Wenn ja, wäre das dann nicht ein Kandidat für eine neue Weltsprache? Naiv betrachtet würde das nämlich dazu führen, dass internationale Konflikte auf friedfertigere Weise ausgetragen würden.
    Oder ginge das distopisch betrachtet in Richtung "Neusprech"?
  • Der Mensch an sich

    15.03.2012, Sören Schewe
    Naja, ich habe immer ein kleines Problem, wenn von "dem Menschen" die Rede ist. Du gehörst nicht dazu, ich auch nicht und mir fallen noch ein paar andere ein, die damit auch nichts am Hut haben. Selbst im asiatischen Raum sind das nicht alle. Viel Trost spendet das gleichwohl nicht...
  • Stellungnahme von Henrik Svensmark und Jasper Kirkby

    15.03.2012, Bernard Neelen
    Ich würde mir sehr wünschen das Sie eine Stellungnahme von Henrik Svensmark
    ( Physiker und Direktor des Centre for Sun-Climate Research) und
    des Teilchenphysikers Jasper Kirkby ( vom Cern- CLOUD-Experiment)
    einholen.

    Mir scheint doch das der Herr Rahmstorf sich nur sehr oberflächlich mit den Ergebnissen dieser Wissenschaftler befasst hat.
  • Eine Schande!

    15.03.2012, FCSP1910
    Der Mensch ist wohl mit Abstand das widerlichste Geschöpf auf unserer Erde.
    Da die traditionelle Medizin, ähnlich wie die Religion, extrem stark verankert und doch nutzlos ist, würde ich mich gern als Keratin-Lieferant zur Verfügung stellen. Einmal im Monat schicke ich meine gesammelten Haare und Fingernägel wahlweise als Pulver oder in Hornform gepresst, dann zum selbst ins Essen hobeln, nach China.
    Wenn das die Runde macht, kann auch der WWF vom Spendensammeln abrücken und auf meinen Zug mit aufspringen...juhu
  • Save the Rhino

    14.03.2012, Nathalie
    http://www.savetherhino.org/
    Douglas Adams has been a well-know founding member.
  • Zur Antwort der Redaktion

    14.03.2012, Josef König
    Danke für die Antwort. Dennoch: Termini haben ebenso eine Geschichte und unterliegen dem Wechsel der Konnotationen, wenn sich zum Beispiel gesellschaftliche und politische Vorgaben ändern. Mag der Glaziologe nur den Inhalt des Fachbegriffs im Sinn habe, so wird schon der Nicht-Fachmann sich etwas völlig anderes darunter vorstellen. Dieses Problem kann man immer wieder beobachten, wenn insbesondere Wissenschaftsjournalisten mit großer Fachnähe unkritisch einfach Termini 1:1 in die Alltagssprache übertragen.
  • Lukratives Geschäftsmodell!

    14.03.2012, Gerhard Samulat
    Da lässt sich ja ein interessantes "Geschäftsmodell" entwickeln: Die (menschlichen) Fuß- und Fingernägel von Nagelstudios und Fußpflegestudios sammeln und als "Nashornpulver" auf den Markt bringen. Da kann man von Drogendealern ja noch einiges lernen...
  • Eines stimmt daran

    14.03.2012, Gilbert Brands
    das deutsche Bildungssystem ist auf dem Weg nach unten. Es gibt eine Studie der FH Berlin aus dem Jahr 1999, in der festgestellt wurde, dass 80% der Schulabgänger mit attestierter Hochschulreife fachlich nach den Lehrplänen noch nicht einmal die Voraussetzung (sic!) für die FOS 12 besaßen. Die Situation hat sich seitdem ziemlich verschlechtert, wenn ich studentische Arbeiten im Laufe der Jahre parallel lese.
    Man sollte endlich die Politiker mit ihren Wahnvorstellungen aus den Schulen raushalten. Wie man eine Verdopplung und Verdreifachung von Abiturienten und Hochschuleabsolventen erreicht, wenn der IQ insgesamt sich nicht ändert, kann sich jeder selbst ausmalen (oder vielleicht inzwischen auch nicht mehr).
  • Warum "Eis-Schild"

    13.03.2012, Josef König
    Der Beitrag hat nicht nur den Nachteil, dass er Prognosen wagt, die keiner von uns jemals erleben wird, und mir daher - hier stimme ich den beiden Lesermeinungen zu - mehr als gewagt erscheinen, denn wer kann schon sagen, wie diese Welt in 500 oder gar 50.000 Jahren aussehen wird? Was mich aber mehr irritiert ist das Reden von dem "Eisschild". Mit einem "Schild" assoziieren wir automatisch einen "Schutz" - und diese Assoziation scheint mir seitens der Autoren politisch intendiert, weil man mit solchen Vokabeln unterschwellig politisch Druck erzeugen und Drittmitteln frei machen kann. Ob Grönland tatsächlich ein "Eisschild" hat, das uns Schutz bietet, sei dahin gestellt ...
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr König,

    der Begriff "Eisschild" ist ein gängiger Terminus aus dem Bereich der Glaziologie und Geomorphologie. Als Eisschild "bezeichnet man einen ausgedehnten, festes Land bedeckenden Gletscher mit einer Fläche von mehr als 50 000 Quadratkilometer", wenn ich aus einem Onlinelexikon zitieren darf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl

  • Das passt nicht zu Messungen

    13.03.2012, Gilbert Brands
    Auf einem anderen Wissenschaftsforum wurde von Bohrungen berichtet, die ergeben haben, dass selbst bei den teilweise erheblich wärmeren Zwischeneiszeiten der Vergangenheit der grönländische Eisschild eben NICHT vollständig abgeschmolzen war.
    Ich kann mich daher dem vorhergehenden Kommentator nur anschließen. Die Theoretiker sollten vielleicht ab und zu mal schauen, was sich neben dem Bildschirm abspielt.
  • Vorsicht!

    13.03.2012, Fritz Kronberg
    Vorhersagen über solche Zeiträume, die notgedrungen auf Modellen und nicht wirklichem Wissen fußen, sind mit Vorsicht zu genießen. Es ist sinnvoll, sie in die Überlegungen der Politik mit einzubeziehen, sie aber zur Grundlage von politischen Entscheidungen zu machen, wäre unverantwortlich, zumal auch die Autoren der Studie von Möglichkeiten, nicht von Gewissheiten reden. Die Journaille wäre gut beraten, den Alarmismus in solchen Meldungen zu dämpfen. Hysterien haben wir in Umweltfragen schon mehr als genug.
  • ....und endlich reinen Wein einschänken!

    12.03.2012, Dr. Jürgen Götz
    Im Beitrag von Herrn Lingenhöhl vermisse ich die Aussage, dass die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) - der Hausgutachter des BMU in Sachen Reaktorsicherheit - in einer inzwischen auch öffentlich zugänglichen "Weiterleitungsnachricht" zu Fukushima festgestellt hat, dass die Ereignisse in Japan gerade nicht auf deutsche Anlagen übertragbar sind. Dies steht im Einklang mit dem im Mai/Juni 2011 vorgelegten Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung der deutschen KKW durch die Reaktorsicherheitskommission (einem Gremium berufener anerkannter Sachverständiger, welches den BMU berät), dass die deutschen Anlagen - bei durchaus vorhandenen Unterschieden - insgesamt deutlich robuster gegen solche extremen äußeren Einwirkungen ausgelegt sind, mehr und besser geschützte Notstromversorgungen, Wasserstoffrekombinatoren, gefilterte Druckentlastung, trainierte Notfallprozeduren haben, um einige Beispiele zu nennen. Es ist richtig, dass ältere deutsche Anlagen nicht so gut gegen terroristischen Flugzeugabsturz gesichert sind , wie jüngere. Aber: die gesetzlichen Anforderungen waren damals nicht so! Ist das nun ein Anzeichen der generellen Unsicherheit dieser Technologie? Ich meine nein, weil man dies inzwischen beherrscht, Anlagen auch gegen solche Ereignisse auszulegen.
    Im Verlauf der Aufklärung der Abläufe und der Ursachen wurde deutlich, dass die Industrienation Japan offensichtlich die Forderungen der Convention of Nuclear Safety (CNS) doch nicht so gut umgesetzt hat: sowohl bei der Standortwahl als auch bei der Berücksichtigung schwerer Tsunamis sind solche Ereignisse wider besseres Wissen - in rund 500 Jahren rund 10 schwere Tsunamis - nicht ausreichend berücksichtigt worden. Auf der Sommer 2012 anberaumten Sonderkonferenz im Rahmen der CNS wird sich die japanische Delegation den sicher sehr kritischen Fragen der anderen Länder stellen müssen. Es wird um die Unabhängigkeit und die Korrektheit der staatlichen Aufsicht über Kernanlagen und um Zugeständnisse an Unternehmenspolitik gehen. Damit stellt sich die Frage: warum meint Deutschland seine Kernanlagen außer Betrieb nehmen zu müssen? Weil in einem 10.000 km entfernten Staat die Gewährleistung der nuklearen Sicherheit nicht ernst genommen wurde? Ich meine wiederum: nein. Warum das trotzdem geschah, dazu verweise ich auf die politische Lage zur damaligen Zeit: in Baden-Württemberg standen Wahlen an. Es gab (und gibt) genügend Kräfte, die Stuttgart 21 als die Gelegenheit nutzten, es "den Regierenden" mal so richtig zu zeigen, wer der Souverän ist. Das hat neben Herrn Mappus auch die Bundeskanzlerin begriffen und erklärt insofern den Sinneswandel zur erst ein halbes Jahr zuvor beschlossenen Laufzeitverlängerung. Wer das nicht glauben mag, dem empfehle ich den Artikel "Die Abhängigkeit der Politiker als Funktionsmangel der Demokratie" von Professor Dr. Dr. h.c. W. Schmitt Gleaser, Bayreuth, in ZRP 1/2006 zu lesen!

    Sie, Herr Lingenhöhl, meinen: siehe da, es geht doch. Dazu kann ich nur sagen: schauen Sie auf die Internetseiten der Überttragungsnetzbetreiber und dort werden Sie finden, dass in mehr als der Hälfte der Tage im Jahr ernsthafte Regulierungseingriffe notwendig waren, Tendenz: steigend.
    Und: unsere Nachbarn beschweren sich über den unabgestimmten Alleingang Deutschlands. Tschechien hält sich zurück mit der Installation von Phasenschiebern an den Grenzübergabestellen, ermahnt aber Deutschland, sich in Bezug auf die Erweiterung des KKW-Standorts Temelins zurück zu halten. Polen ist sauer auf Deutschland, weil es aus Deutschland zehntausende Einwendungen gegen sein Kernenergieprogramm erhalten hat und bereitet die technischen Voraussetzungen zur Installation von Phasenschiebern, welche die Durchleitung von Strom aus Erneuerbaren von Mecklenburg und Brandenburg via Tschechien nach Bayern unterbinden sollen, vor. Diese Durchleitung ist eine Last für unsere Nachbarn, macht deren Strom teurer und ist deswegen unerwünscht, weil es kein Geben und Nehmen ist, sondern egoistische Inanspruchnahme. Auch Frankreich hat den energiepolitischen Alleingang Deutschlands kritisiert.
    Frankreich hat unlängst die Gestehungskosten für Strom aus Kernernergie unter Berücksichtigung notwendiger Neubauten bzw. sicherheitstechnischer Nachrüstungen veröffentlicht: etwa 5 ct/kWh! Damit ist selbst unter Berücksichtigung von Netzentgeld und Steuern ein Strompreis unter 20 ct/kWh möglich, ohne den Gewinn für das Unternehmen zu vernachlässigen. Und so CO2-frei wie Wasserkraft oder Photovoltaik. Zum Abschluss: die sichere Endlagerung der radioaktiven Abfälle in tiefen geologischen Formationen ist möglich. Finnland und Schweden beweisen, dass dies möglich ist auf der Grundlage einer sachorientierten Kommunikation mit der betroffenen Bevölkerung. Wenn man ernsthaft meint, dass CO2 zur Erderwärmung maßgeblich beiträgt, ist unter den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Technologien die Kernspaltung die einzige, die im großtechnischen Maßstab den Energiebedarf der Menschheit sicher und zuverlässig stillen kann, vorausgesetzt, dass die bisherigen Erkenntnisse aus der Nutzung konsequent umgesetzt werden. Das heißt, alte Anlagen schrittweise abschalten und neue, sichere zu bauen und in Betrieb zu nehmen - so wie es andere Staaten in nah und fern uns vormachen. Leistungsfähige Speichertechnologien - heißt in der Größenordnung von TWh - sind nicht in Sicht!
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