Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Scherzhafte Anmerkung

    09.07.2012, Volker Müller
    Da war wohl eine interstellare Putzfrau am Werk.Der Begriff Raumpflegerin gewinnt so eine ganz andere Bedeutung.
  • Vielleicht andere Formulierung

    09.07.2012, Michael Brestrich, Berlin
    Dann könnte man hier vielleicht die "RNA als Überträger einer Mutation" erwähnen.
  • Etwas zu Maya-Ziffern

    08.07.2012, Mayanist
    Maya-Ziffern: Ein Punkt = 1, 4 Punkte = 4, Ein Strich = 5, Ein Strich und ein Punkt ist 6. 2 Striche = 10, 2 Striche und zwei Punkte = 12 usw. Auf Grund dieses kurzen Hinweises kann man Ziffern fortlaufend erkennen. Zahlen werden durch ein übereinander gesetztes System gebildet. Alles sehr leicht, denn was man vor vielen Jahrhunderten in Mexiko und Guatemala konnte, beherrschen auch hier wohl alle Schülerinnen und Schüler, wenn man es ihnen lehrt. Nur müssten sich Lehrer dafür noch einmal auf die Schulbank setzen.
  • dunkle Honigbiene

    07.07.2012, Dr.Hans-Joachim Scheel
    Es bleibt abzuwarten, wie die gängige Honigbiene auf diese Wiedereinbürgerin reagiert, die gewissermaßen eine invasive Art ist. Was wird aus der Varroa-Krankheit? Welchen Blüten bringt das etwas? Da gibt es genügend offene Fragen!
  • 07.07.2012, Margit
    Warum eigentlich immer diese reine Züchterei? Lassen Sie die Arten sich doch vermischen und schaut was herauskommt. Dann wäre manche Tierart sicherlich robuster.
  • Zerstörtes Ökosystem

    06.07.2012, Dr. Georg Stürmer
    Ist ein großräumiges Ökosystem - wie die Ostsee - zerstört, dann ist es wegen seiner Komplexität nicht wieder herstellbar! Alle "Basteleien" führen zu neuen Problemen. Selbstverständlich sollte man die erkannten Ursachen beseitigen und nicht - man kann sich nur an den Kopf fassen - neue Zerstörungen anrichten. Wenn die Schadstoffeinleitungen aufhören, wird sich - sofern keine anderen Faktoren hinzukommen - ein neues Ökosystem aufbauen, aber es wird anders sein, wie wir es uns vorstellen.
  • Die Allgemeinheit muß informiert werden!

    05.07.2012, Uwe Zimmermann, Ph.D.
    Ob nun diese Pressekonferenz vielleicht übereilt war oder nicht, wird sich später zeigen, aber wir Wissenschaftler haben heutzutage eine Verantwortung, der Öffentlichkeit Auskunft darüber zu geben, wo deren Steuergelder landen, und welche Ergebnisse damit erzielt werden. Es ist erfreulich, daß sich die allgemeine Medienwelt plötzlich auch für soetwas abstraktes, wie ein winziges Elementarteilchen interessieren kann, dessen Nachweis nun vielleicht/wahrscheinlich gelungen ist. Leider ist das Interesse der Medien an Wissenschaft und Technik ansonsten ja deutlich zurückgegangen.

    Vorbei sind die Zeiten von Life-Übertragungen von Shuttle-Starts, langen Reportagen über die neuesten Bilder der Voyager-Sonden. Vorbei sind leider auch die Zeiten, an denen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zur Spitzenzeit Wissenschaftssendungen für die Allgemeinheit gebracht haben (Aus Forschung und Technik, Kopf um Kopf, selbst Knoff-Hoff). Die Verbleibenden Sendungen dieser Kategorie sind nur noch ein schwacher Spiegel dessen, was in den 80ern und 90ern vermittelt wurde, und zudem teilweise auf nachtschlafende Sendetermine verbannt, die auf jeden Fall für den Nachwuchs unmöglich sind.

    Wenn wir aber aufhören, über die aktuelle Wissenschaft, Forschung und Technik zu berichten, dann ist es auch nicht verwunderlich, wenn unsere Politiker und die Allgemeinheit zu der Überzeugung gelangen, daß erneuerbare Energien überflüssig, störend und im Fall der Photovoltaik sowieso nur ein teures Spielzeug für wenige sind. Es ist dann auch nicht verwunderlich, wenn eine Bundesregierung mit dem Slogan "Bildungsrepublik" durchkommt, ohne wirklich etwas dafür zu tun, um diesem Ruf gerecht zu werden.

    Weiterhin ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn sich die Öffentlichkeit gegenüber dem Erschleichen wissenschaftlicher Auszeichnungen ein sehr kurzes und sehr verzeihendes Gedächtnis zeigt, gerade weil man überhaupt keinen Einblick darin hat, worum es in der Wissenschaft und Forschung eigentlich geht.

    Hier in Schweden sehen die Hochschulen in der sogenannten Dritten Aufgabe eine wichtige Herausforderung, nämlich neben Forschung und Ausbildung auch die Allgemeinheit auf dem Laufenden zu halten - leider sind die uns Forschern und Lehrern hierfür dann zur Verfügung gestellten Mittel auch nur allzu bescheiden, aber besser etwas als gar nichts.
  • @Vera Spillner:

    05.07.2012, Benni Banni
    besser kann man es nicht sagen!
  • Wissenschaft muss kommuniziert werden!

    05.07.2012, Alejandro Nunez
    Nach Jahren in der Grundlagenkrebsfroschung wurde mir klar, dass die Leute, die mich umgeben, keine genaue Vorstellung hatten, was ich machte außer "etwas gegen Krebs" - natürlich. Eine Nacht bin ich in ein Taxi eingestiegen und habe dem Taxifahrer darum gebeten, seine Tochter gegen HPV impfen zu lassen, denn das sei schließlich die erste Impfung gegen Krebs - entgeistert schaute er mich an und sagte, dass er davon nichts gewusst habe. In diesem Moment wurde mit klar, dass wissenschaftliche Fortschritte kommuniziert werden müssen, damit sie einen Impakt in der Bevölkerung haben und diese ihre Nutzen daraus ziehen kann, schließlich forscht man, um den Fortschritt voranzutreiben und den Lebensstandard zu verbessern!

    Aus diesem Grund begrüße ich die Veranstaltung des CERN zum Higgs-Boson sehr. Sie ist nicht "sehr doof", sie war dringend notwendig, da schließlich das Geld für den Bau so einer Riesenmaschine auch aus meiner Tasche kam! Und dann erleichtert es mich doch sehr zu wissen, dass dieses Opfer etwas Sinnvolles gebracht hat, auch wenn viele keine weitere Auswirkungen dieses Ereignis verstehen werden.

    Mit allem Respekt gegenüber Prof. Veltman, aber er kommt aus einer Generation in der Kommunikation nicht groß geschrieben war, mitunter weil der Generation die heutigen Möglichkeiten zur Kommunikation fehlten, aber anderseits, weil sie sie nicht brauchten. In der globalisierten Welt, in der wir leben, können manche Herausforderungen nicht mit einem Team von 10 Personen erledigt werden, man braucht eine Vernetzung von unterschiedlichen Knowhows und so eine präzise Zusammenarbeit darf doch gefeiert werden und ist an sich schon ein Erfolg. Deswegen habe ich nichts gegen ein bisschen Freuen.



  • Was ist Sigma ?

    05.07.2012, Alois Weddeling
    2. Absatz:
    "... Die Wahrscheinlichkeit, dass die beobachteten Signale eine Fehlmessung oder statistische Fluktuation sind, liegt bei eins zu einer Million ... Zum Vergleich: Bei der Bekanntgabe letzten Herbst, dass es erste schwache Signale gäbe, lag das Signifikanzniveau nur bei 2 Sigma"

    Wie soll ich das als nicht-Physiker vergleichen?
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Weddeling,

    Teilchenphysiker geben die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Teilchen gibt, in Sigma an. Es bezeichnet in der Wissenschaft die Standardabweichung: Je höher der Sigma-Wert ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es sich bei einem Fund um Zufall handelt. Ein Wert von drei Sigma bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es das Teilchen wirklich gibt, bei etwas mehr als 99 Prozent liegt. Das reicht den Forschern aber nicht aus. Vier Sigma bedeuten schon eine Wahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent, bei fünf Sigma eine von 99,99994 Prozent - das gilt dann praktisch als sicher.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • Etwas überspitzt...

    04.07.2012, Karsten König
    Ich denke, dass die Pressekonferenz richtig war. Schließlich ist es doch so, dass auch andere Forschungsgruppen in Seminaren und Kolloquien über ihre Ergebnisse referieren. Der einzige Unterschied ist doch nur, dass das CERN noch einen Internetstream für die Öffentlichkeit eingerichtet hat. Im Sinne der Wissenschaftskommunikation halte ich dies für wichtig, denn das CERN ist eine Einrichtung, die international auch in der breiten Öffentlichkeit Beachtung findet. So war es für jeden Interessierten möglich zuzuhören, wenn er ein wenig physikalische Vorbildung hatte. Diese Praxis wird außerdem immer üblicher, man denke z.B. an Pressekonferenzen der NASA. Ich halte es nicht für einen Egotrip, im Gegenteil macht es - es sei noch einmal erwähnt - die Kommunikation, auch untereinander, einfacher.

    Des Weiteren ist es doch so, dass die Entdeckung dieses neuen Bosons auch auf Supersymmetrie hinweisen könnte, wenn es nicht dem SM entspricht, aber Eigenschaften hat, die aus der SUSY folgen. Insofern könnte es auch zu einer Wiederbelebung der Stringtheorie führen.
  • Erfolge auch einfach mal mitfeiern können

    04.07.2012, Vera Spillner
    Es ist der große Tag des Higgs-Teilchens – und Nobelpreisträger Martinus Veltman schimpft. Er schimpft über das große Brimborium, das das CERN rund um das Higgs veranstaltet, er schimpft über die Stringtheorie und glaubt, sie durch monotone Wiederholungen seines Standardsatzes niederstrecken zu können, wie einst Nietzsche seinen Gott.

    Sicher, wir sind ja alle kritisch, postmodern und abgeklärt - und dennoch: auch wenn das CERN natürlich eine allzu große Pressekonferenz veranstaltet hat, auch wenn das Higgs-Boson aus unerfindlichen Gründen den Titel ‚Gottesteilchen‘ erhält ... – die Entdeckung eines neuen Teilchens ist doch trotzdem großartig! Ein solches Ereignis ist immer aufregend - so finde ich es, so finden es die Physiker vom CERN - so finden es doch bestimmt auch andere Leser. Es ist ein toller Erfolg für ein Projekt, an dem unzählige Menschen aus vielen Ländern mitgearbeitet haben und dem sie Zeit und Begeisterung widmen.

    Was erreichen wir mit dem Auffinden des Higgs-Teilchens? Nun, wir ergänzen einerseits unser Bild der Welt – und wir nähern uns andererseits möglicherweise einer ersten Falsifikation von Subtheorien im Spektrum der derzeit besten Universaltheorien: der Standard-Modell-Theorien und ihrer supersymmetrischen Erweiterungen. Dies ist doch unbestritten ein großer Fortschritt – war man doch jahrzehntelang nicht in der Lage gewesen, hier zwischen verschiedenen theoretischen Modellen zu unterscheiden.

    Und ist die Stringtheorie tot, wie Veltman es 'möchte'? Ein vorurteilsfreier Leser wüsste sicher, dass in den vergangenen Jahrzehnten durch die Stringtheorie mindestens ein großer Fortschritt erzielt wurde: nämlich eine Reduktion der notwendig zu postulierenden Input-Parameter für eine Theory of Everything! Und wo Theorien den Experimenten vorauseilen, da ist dies ein spannendes neues Verständnis von Fortschritt (siehe auch der spannende Beitrag von Dieter Lüst, ‚Ist die Stringtheorie noch eine Wissenschaft?‘ in Spektrum der Wissenschaft Mai 2009, S. 34).

    Müssen wir nun also alle mit dem Nobelpreisträger zynisch (und irgendwie auch ein wenig wütend) aus dem Abstand auf das CERN (hinab-) blicken? Ach wo, mitnichten, wie ich finde. Viel schöner ist es doch, einen Erfolg auch mal mitfeiern zu können! Ein neues Teilchen ist gefunden und eine spannende Zeit liegt in den kommenden Monaten noch vor uns. Wie schön, wenn Menschen gemeinsam friedlich an einem solch spannenden Großprojekt arbeiten, wie schön, wenn wir unseren Horizont und unser Wissen über unser Universum erweitern können! Ich werde die kommenden Erkenntnisse sicher interessiert verfolgen.
  • DLR-Projekt Next Generation Train

    04.07.2012, Joachim Winter
    Das Projekt konnte vom Autor natürlich nicht im vollen Umfang und mit allen Details dargestellt werden. Wer sich weitergehend informieren möchte, kann dies auf der DLR web-Seite tun:
    http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10467/740_read-916/

    Wir haben die Kommentare zur Kenntnis genommen und werden die noch nicht berücksichtigten Aspekte in unsere wissenschaftlichen Arbeiten einbringen.

  • Mehr Zeit senkt bestimmt die volkswirschaftliche Belastung

    04.07.2012, Bieski
    Nicht alle Länder können sich den Luxus leisten, ihre Energiewirtschaft ohne Vorbild in kürzester Zeit und unter Inkaufnahme enormer volkswirtschaftlicher Verluste umzustellen. Eigentlich brauchen solche Prozesse Jahrzehnte, damit nicht riesige vorhandene volkswirtschaftliche Investitionen einfach aufgegeben werden müssen. Einem Hauruckverfahren folgen fast immer unkalkulierbare Risiken. Da scheinen die Franzosen vorsichtiger zu sein. Die zu fördernden neuen Energiegewinnungstechniken sind längst noch nicht ausgereift. Dazu gehört vor allem Umweltverträglichkeit, Kontinuität der Versorgung und vor allen keine enormen Kostensteigerungen, damit sie auch langfristig bei der Bevölkerung Akzeptanz finden.
    Schnelle und hohe Subventionen verzögern nur die Erlangung einer notwendigen technischen und wirtschaftlichen Reife und verzerren den Markt. Wir werden sehen, ob andere Länder unsere Fehler wiederholen und ob andere, hier zuerst die Franzosen, sich bei einer erforderlichen Umstellung unter weniger Zeitdruck, dann auch wirklich geschickter anstellen.
  • Fotovoltaik wird immer unkritisch hervorgehoben

    03.07.2012, Uli
    In fast jedem Beitrag zur Energiewende wird die Fotovoltaik in einer Art hervorgehoben, die an früheres Lob der Kernkraft erinnert. Endlich wird zwar anerkannt, dass die Fotovoltaik ihre Energie nur zu den Zeiten liefert, zu denen wenig Strom gebraucht wird, aber dieses Problem wird ähnlich abgetan wie die Entsorgungsproblematik der Kernenergie (es gibt zum heutigen Zeitpunkt keine Lösung dafür). Ebenso wird das Problem der Entsorgung der Solarzellen überhaupt nicht thematisiert (auch das ist Sondermüll und über die entsprechenden Müllmengen wird nicht geredet), genau so wenig wie über den Produktionsprozess für Solarzellen (das ist keineswegs ein sauberer Prozess).

    Für die Speicherung des Stroms wird immer auf Entwicklungen bei der Speicherkapazität von Batterien verwiesen, die sich noch lange nicht materialisiert haben, und die Verwendung der Akkus von Stromfahrzeugen ins Feld geführt, die aber noch keineswegs gesichert ist, denn erst mal müssen die Menschen all die notwendigen Elektroautos gekauft haben und auch als Zwischenspeicher zur Verfügung stellen wollen. Oder soll hier mit einer Art von Enteignung gearbeitet werden?