Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Es geht auch noch einfacher

    23.03.2015, Eulenspiegel
    Einfach 3 normale Worte aus einem Lexikon nehmen:

    "Raketenrecommendedausgezogen"

    Eine Sonderzeichenkombination mit einer Zeichenbases von 70 (0-9A-Za-z und eine paar Sonderzeichen) hat bei 3 Zeichen eine Kombinatitionsmöglichkeit von 343000, also in der Größenordnung vergleichbar mit einem Lexikon(wahlweise auch Namen oder fremdsprachliches einstreuen).
    Bei 3 Begriffen sind dies 9 Buchstaben, also ein "9A%j3q=s4" ist gleichbedeutend mit obigem Passwort. Wer paranoid ist nimmt 4 Worte, das entspricht dann einem 12-Buchstaben-Zufallspasswort.
  • Problematisch

    23.03.2015, Stefan Maaßen
    ist bei dieser Art der Passwortgenerierung aber immer noch, das man sich als Anwender unterschiedliche Passwörter merken muss, da der Hauptangriffspunkt bei privaten Anwendern auf Basis von Passwörtern darauf basiert, dass man das gleiche Passwort (und die gleiche Emailadresse) auf mehreren Websites verwendet. Natürlich könnte man jetzt hingehen und z.B. die ersten sieben (56 Bit) Zeichen der URL nehmen und dann per oben beschriebenem Algorithmus kodieren. Jedoch ist diese Variante sehr leicht berechenbar. Abgesehen davon, dass man als Angreifer nicht weiss, welches Buch verwendet wurde. Es gibt jedoch meiner Meinung nach eine Einschränkung für die Bücher, die grundsätzlich verwendet werden können zur Generierung des Passworts: Da die Bücher sicherlich nicht per Hand auf Buchstabenkombinationen hin analysiert werden, müssen diese Bücher elektronisch verfügbar sein, damit sie automatisiert analysiert werden können. Desweiteren müssen diese Bücher maschinenlesbaren Text enthalten, d.h. Comics fallen schon mal raus. Und diese Bücher dürfen nicht kopiergeschützt oder durch DRM geschützt werden, damit sie auch maschinenlesbar sind. Spontan fallen mir da nur die Bücher des Guttenberg-Projektes ein, die dann noch übrig bleiben. Damit ist die Basis für Angreifer schon mal drastisch eingeschränkt.
    Wenn man seine eigene Emailkorrespondenz nimmt, ist man nur solange sicher geschützt wie der Angreifer noch keinen Zugriff auf die Emails hat. Wenn der Angreifer Zugriff auf Emails hat, dann ist der eigentliche Schutzfaktor nur noch die Zeit bzw. die Ressourcen, die der Angreifer aufwendet, um die Kodierung zu knacken. Das ist das gleiche Sicherheitsprinzip wie beim RSA-Verfahren, jedoch möchte ich hier zu bedenken geben, dass beim RSA-Verfahren die Menge der Primzahlen sicherlich um einiges höher ist als die Anzahl der Emails der eigenen Emailkorrespondenz. Aber diesbezüglich kann ich mich natürlich irren hinsichtlich der Komplexität.
    Ich für meinen Teil nehme eine Passwortdatenbank, die ich über ein NAS zu Hause auf Rechner, Smartphone und Tablet verteile bzw. synchronisiere.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Maaßen,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! In der Tat entstehen große Sicherheitslücken nicht durch das Passwort selbst, sondern durch die Umstände der Speicherung etc.
    In seiner Grundform ist das oben beschriebene Verfahren allerdings nicht darauf angewiesen, dass der zugrundegelegte Text geheim bleibt. Im Gegenteil, der Angreifer kann ruhig wissen, welcher Text es war, dieses Wissen nützt ihm nicht bei der Attacke. Das Verfahren produziert letztendlich nichts weiter als eine leichter zu merkende Kodierung der zufälligen Bit-Folge (wobei jede Bit-Folge eindeutig einer Buchstabenkette entspricht und umgekehrt). Infolgedessen kann der Angreifer nur durch ausprobieren auf das richtige Passwort kommen.
    Mit besten Grüßen, jd/Red

  • Diese Marsmission ist...

    23.03.2015, Erik Geibel
    ...für die Planetenforschung ungefähr so relevant wie Big Brother für die Psychologie oder Sozial-Wissenschaft. Massenmedien, aber auch Kommentatoren in Wisschenschaftsmedien schenken dem Projekt eine Beachtung, die ihm nicht gebührt. Wer sich auch nur als interessierter Laie für die bemannte Raumfahrt interessiert weiß, dass dieses Projekt völlig illusorisch ist. Daran ändern auch nicht nichts die jüngsten ersten Schritte der privat finanzierten Raumfahrtprojekte in die Erdumlaufbahn.
  • Was will uns Tattersall eigentlich erzählen?

    23.03.2015, Frank Wohlgemuth, Tornesch
    Vorweg: Dieser Beitrag wurde geschrieben, bevor ich gesehen hatte, dass Tattersalls Artikel im Netz bereits diskutiert wurde. Eigentlich sollte er vor 8: "Zum Kulturbegriff" stehen, in dem ich mich auch auf ihn beziehe. Leider ist er durch einen Fehler von mir oder der Website nicht angekommen. Deshalb liefere ich ihn hier nach.

    Es ist schon eigenartig, was ein ausgewiesener Fachmann wie Tattersall für einen systematischen Salat in seinem Text serviert. Entweder hat er trotz seiner eigenen Arbeiten in diesem Thema einfach noch nicht verinnerlicht, dass die linnésche Systematik der Primaten seit den 1980er Jahren als überholt gilt und auch der Mensch zu den Menschenaffen gehört (z. B. S. 58 2. Absatz: "Vor nicht mehr als sieben Millionen Jahren sahen sie noch wie Menschenaffen aus." Der Satz ist nur sinnvoll wenn der Mensch nicht zu den Menschenaffen gehört. Oder S. 61 unten: "Jene ersten Werkzeugmacher sahen zwar noch altertümlich aus, doch mit ihren geistigen Fähigkeiten stachen sie die Menschenaffen bereits klar aus") oder die Veröffentlichung in einem populärwissenschaftlichen Medium in den USA zwingt wegen des dort relativ großen Anteils an wissenschaftlichen Analphabeten in evangelikalen Kirchen zu einer Verschleierung der biologischen Tatsachen, sobald wir in die ganz nahe Verwandschaft kommen - als Primat wird der Mensch ja immerhin noch unverschleiert eingeordnet. Zu dieser Haltung passt auch die relativ späte Zuschreibung der Gattung Homo (S. 62, 2.Absatz: "Welchem Fossil der Rang des ersten Vertreters der menschlichen Gattung zukommt, ist noch völlig strittig."), wenn man bedenkt, dass wegen der geringen genetischen Differenz zwischen Pan und Homo durchaus auch Überlegungen im Gang sind, die Schimpansen systematisch in die Gattung Homo zu überführen, um hier innerhalb der übrigen Säugersystematik keine Sonderstellung einzuführen. Danach wären alle diese Vertreter bereits Vertreter der Gattung Homo. Allerdings haben wir hier ein typisches Paläontologenproblem: In der Paläontologie werden ohne Kenntnis der realen Populationsgrenzen und ihrer internen Merkmalsdiversität zwangsläufig die Taxa nach subjektiv erstellten Verschiedenheiten verteilt. Da aber Tattersall auch an rezenten Arten arbeitet, sollte er sich dieser Problematik bewusst sein.

    Aber das sind nicht die einzigen Ungereimtheiten, die nicht zu dem berühmten Namen passen und den Verdacht aufkommen lassen, dass er da etwas schreiben lassen hat, ohne noch einmal Korrektur zu lesen: Bildunterschrift S. 62: "Weil sie nun zunehmend Fleisch verzehrten, wuchs bald das viel Energie fordernde Gehirn." Nach dieser Logik ist es ein Wunder, dass die Marder noch nicht ausgestorben sind, weil sie einfach zu kopflastig wurden und deshalb immer von den Bäumen fielen. Aber im Ernst: Fleischdiät führt stammesgeschichtlich nicht zu einem größeren Gehirn, sondern höchstens zu einem kürzeren Darm. Allenfalls kann man noch argumentieren, dass Jagen anderer Tiere anspruchsvoller ist als das "Jagen" stillstehender Pflanzen und insofern durch einen besseren Erkenntnisapparat begünstigt wird und umgekehrt in der Evolution seine Ausprägung fördert. Aber die Maximalgüte des Erkenntnisapparates, die nur durch das Verhalten Jagd selektiert wird, ist bei äußerst erfolgreichen anderen Jägern unter den Säugetieren leicht als niedriger zu erkennen, als sie die Menschenaffen schon erreicht hatten, bevor der Mensch begann, die Jagd zu seinem Hauptberuf zu machen.

    Es muss also ein spezielleres Verhalten sein als nur die Jagd allgemein. Kirschmann schlägt das Werfen vor, und solange ich nichts Besseres sehe, bin ich geneigt ihm da zu folgen, zumal er zeigen kann, beziehungsweise inzwischen auch andere gezeigt haben, wie sich die Anatomie des Menschen in Richtung Werfer optimiert und der Art Mensch in der Fähigkeit zum hochpräzisen Wurf mit hohem Impuls neben seiner besonderen Ausdauer eine Ausnahmestellung bei den Beutegreifern beschert. Um zu verstehen, was denn am Werfen so anspruchsvoll ist, sollte man sich klarmachen, wie Bewegungen auf niedrigerem Niveau gesteuert werden: Solange das Bewegungsziel innerhalb des eigenen Körpers verortet ist, findet eine direkte Rückkopplung der Differenz zur "intendierten" Bewegung statt, so dass die Bewegung eigentlich permanent korrigiert werden kann, auch durch ganz schlichte "analoge" Mechanismen. Der geworfene Stein ist nicht mehr korrigierbar, sobald er die Hand des Werfers verlassen hat. Es gibt zwar noch andere Tiere, die Projektile schleudern, doch sind diese Projektile genormt (Beispiel Schützenfisch, bei dem die Tropfengröße durch die Kiefer bestimmt wird.) und der Einsatzbereich ist enger begrenzt, so dass sich hier relativ einfache Steuerungen anbieten, die offensichtlich auch genetisch fixiert sind - der Schützenfisch braucht seine Kunst nicht zu lernen.

    Kirschmann demonstriert die Präzision des menschlichen Werfens am Baseballspieler, und unsere für das Werfen optimierte Anatomie zeigt, dass diese Art, Projektile zu schleudern, die Tätigkeit gewesen sein kann, die neue Anforderungen an die zentrale Datenverarbeitung der frühen Menschen stellte. Das größere Gehirn ermöglichte hier eine Softwarelösung, die nicht mehr vom Projektil und der präzisen Technik abhängig war; sie funktioniert mit dem Speer genauso wie mit dem Stein, sie funktioniert auch mit technischen Geräten, die Projektile in ballistischen Kurven werfen, seien es Bögen (https://www.youtube.com/watch?v=BEG-ly9tQGk ) oder Katapulte (https://www.youtube.com/watch?v=9ieWrWLjii0 ). Die beiden Beispiele zeigen, wie Training zu einem intuitiven Verrechnen der Geschossbahnen führt, bei bewegten Zielen sogar eine Berechnung mit unterschiedlichen Richtungen und Geschwindigkeiten von Ziel und Geschoss ermöglicht. Auch die Präzision des Tennisspielers wäre ohne diese in der Natur einzigartige Fähigkeit nicht möglich.

    Und damit kommen wir zu dem eigenartigen Evolutionsverständnis, das in dieser Arbeit demonstriert wird (S. 62, letzter Absatz): "Problematisch ist dieses Szenario schon deswegen, weil die natürliche Selektion - und somit der herrschende Anpassungsdruck - in ihm über lange Zeiträume gleichartig gewirkt haben müsste. Doch in Wirklichkeit erfolgt die Evolution in der Gattung Homo während einer langen Eiszeit mit abwechselnd kalten und wärmeren Phasen, die schon vor weit über zwei Millionen Jahren einsetzte ..." Die Selektionsbedingungen für jede Evolution werden zwar auch von der Außenwelt bestimmt, aber mit dem Aufgeben der sessilen Lebensweise innerhalb des Tierreichs wesentlich immer von dem, was der Organismus in dieser Außenwelt anstellt, also wesentlich von seinem Verhalten. Damit man sich das vorstellen kann: Es wuchsen nicht einigen frühen Eulipotyphla (Insektenfressern) Schaufeln und sie begannen sich für den Beruf des Maulwurfes zu interessieren, sondern irgendein spitzmausähnliches Wesen begann, seine Beute auch in der Erde zu suchen. Erst ab diesem Moment wurden größere Füße "belohnt" - in der Evolution ist die Modifikation des Verhaltens sowohl Vorläufer als auch Motor der anatomischen Modifikation.

    Inwieweit sollten nun die wechselnden klimatischen Bedingungen ein Hindernis für die Entwicklung des Gehirns darstellen? Der Mensch hatte begonnen, seine Beute mit Wurfgeschossen zu jagen, er war nicht mehr darauf angewiesen, ihnen körperlich direkt überlegen zu sein - sein Beutespektrum war also unspezifisch. Und der Mensch hatte mit seinem Jagdverhalten noch etwas anderes begonnen: Er hatte einen "Beruf" gewählt, der nicht mehr angeboren war, sondern tradiert wurde, das ist der Beginn der Kultur und gleichzeitig eine über einen langen Zeitraum konstante Selektionsbedingung für ein leistungsfähigeres Gehirn (s. o.). Und in sich (aus Sicht der Evolution) rasch wechselnden Umweltbedingungen stellt eine kulturelle Wahl der Nische einen Vorteil dar, weil sie flexibler ist als die genetische. Außerdem hat sie den unbedingten Vorteil, durch bloße Nachahmung auch horizontal, d. h. theoretisch sogar innerhalb einer Generation verbreitbar zu sein. Vor diesem Hintergrund erweisen sich die Bedenken Tattersalls als sehr merkwürdig. Das heißt, wir haben hier eigentlich keine evolutionäre Pause vor uns, sondern eine ganz normale Evolution einer Menschenaffenart mit körperlichen Anpassungen an den Hauptnahrungserwerb (Werferanatomie, Ausdauerfähigkeit) und wahrscheinlich bereits einer genetisch fixierten Strategie der Weitergabe kultureller Technik. Was noch fehlt, ist die Sprache.

    Für den nächsten Evolutionssprung zum heutigen Homo sapiens bietet eigentlich nur Tomasello einen nachvollziehbaren Ansatz, der den Sprung zum kulturellen Lernen und zum Kumulationsorgan außerindividuellen Wissens Sprache plausibel macht. Danach ist dieser Sprung wesentlich kulturell und weniger genetisch, und begann, als die Menschen anfingen, Intentionen zu teilen und in diesem Verhalten ihre Lautäußerungen für etwas anderes zu benutzen als zur Signalisierung der eigenen Gestimmtheit, unter die auch der Reviergesang der Vögel letztendlich noch subsumiert werden kann. Was bei uns heute stattfindet, ist trotz sehr ähnlicher Hardware zum Beispiel bei den Schimpansen so grundverschieden von der individuellen Prozessierung der Welt, die bis zum Erscheinen des Menschen in mehr oder weniger variabel gespeicherten Reizmustern stattfand, dass der Übergang und die Folgen von der Gestimmtheitsäußerung zur Symbolsprache erheblich komplexer ist, als wir das uns normalerweise vorstellen - mit der Vorstellung der subjektiven Welt vor der Sprache haben wir unsere Schwierigkeiten, weil wir bereits diese Vorstellung in der Sprache prozessieren. Die Annahme, dass die jüngere Evolution des Menschen im Wesentlichen eine kulturelle ist, die nur auf minimalen genetischen Details aufsetzt, erklärt nicht nur den zeitlichen Verlauf dieser Evolution, sie ist im Gegensatz zu allen anderen Erklärungsversuchen in den von ihr postulierten Differenzen zwischen Mensch und anderen Menschenaffen auch teilweise experimentell bestätigt.

    Die allgemeinen Bemerkungen Tattersalls zu genetischen Nadelöhren sind leider nur das: allgemeine Bemerkungen, vor denen es dann fast erstaunlich klingt, dass er den Wert der Sprache als wesentlich erkennt. Aber für die Sprache, die zwar Basis für die Kumulation weiteren Wissens darstellt, selbst bereits das Produkt einer solchen ist, also ein Ergebnis innerartlicher Kommunikation und einer sehr präzisen vertikalen Tradition, ist "Erfindung" speziell bei Betrachtung der Art Mensch ein sehr unglückliches Bild (S. 64 drittletzter Absatz).

    P.S.: Dieser Text wurde geschrieben, bevor die anderen Antworten zu Tattersall ins Netz gestellt wurden. Deshalb jetzt noch ein Nachsatz an Kirschmann:
    Ich sehe keinen grundsätzlichen Gegensatz zwischen dem Menschen als Kulturwesen und als Werfer, solange wir uns auf die biologische Bedeutung von Kultur beschränken (Hostettler benutzt bei seinen Anmerkungen einen völlig anderen Kulturbegriff, die hier nicht so recht in die Thematik passt). Ich sehe bereits in der Anleitung des jugendlichen Werfers durch den Vater einen kulturellen Akt wie es, ohne dass man darüber diskutieren muss, auch die Anleitung zum Bogenschützen darstellt. Tomasello betont zu Recht die Zuverlässigkeit der sozialen Weitergabe von Fertigkeiten an die nächste Generation als eine wesentliche Basis kultureller Kumulation.

    Zur Sprache des "Distanztieres": Diese Argumentation bezieht sich leider nur auf die Kommunikationsebenen, die auch unter den anderen Affen üblich sind. Eine abstrakte Symbolsprache ist aber für diese Bedürfnisse (Ausdruck und Beeinflussung von Gestimmtheiten) nicht notwendig. Das Problem der Entfernung hat auch jeder Waldvogel, weshalb diese Burschen sehr laut werden können. Über den Klimawandel oder die Waldzerstörung kann ich mich trotzdem nicht mit ihnen unterhalten, obwohl sie sie maximal interessieren müssten.
  • Falsche Kausalkette

    23.03.2015, Kronberg
    So sehr ich Beiträge, die sich mit dem Regenwald beschäftigen schätze so sehr geht dieser an der Realität vorbei. Es ist völlig gleichgültig, welche Produkte die EU einführt. Der Regenwald wird abgeholzt, weil die dort lebenden Menschen überleben wollen. Wenn nicht als Arbeiter im Palmölwald, dann eben als Bauer auf der gerodeten Fläche. Solche Berichte enthalten einfach nur sinnloses Gutmenschentum, ohne die eigentliche Problematik auch nur angedacht zu haben. Die besteht im weitgehend ungehemmten Bevölkerungswachstum in den angesprochenen Staaten. Da die Bevölkerungen dort christlich katholisch oder muslimisch sind und diesen jeweiligen Glauben auch ernst nehmen, wird sich daran auch in absehbarer Zeit kaum etwas ändern, es sei denn, die EU entsendet nicht korrumpierbare Polizeitruppen, die die Abholzung stoppen und die Bevölkerungsregulierung auf den natürlichen Weg bringt; sprich: die, die zu viel sind, verhungern einfach. Da dieser Weg weder moralisch noch praktisch gangbar ist und es keinen anderen gibt, werden wir wohl weiterhin mit illegalen Regenwaldrodungen leben müssen.
  • Aber, aber, ...

    23.03.2015, Kronberg
    Das Projekt wirklich ernst genommen haben nur Journalisten (und davon auch nur wenige), deren Beruf es ist, in einer Sprache, die sie nicht beherrschen über Dinge zu schreiben, von denen sie nichts verstehen. Das Positive an dem Projekt ist, daß die Idee einer Marsbesiedlung öffentlich besprochen wird und dabei die Probleme, die so etwas bereitet, auch einmal klar benannt werden, ohne das Ganze als von vorn herein hirnrissig abzutun. Es werden sinnvollere Projekte folgen, und die Öffentlichkeit wird sie besser beurteilen können. Der wissenschaftliche Aspekt hat bei diesem Projekt von vorn herein keine Rolle gespielt, deswegen hat die Wissenschaft auch keinen Schaden genommen.
  • Offensichtlich

    23.03.2015, hermse
    Also mal ehrlich, eine Marsmission per Crowdfunding?!? Wer hat den bitte daran wirklich geglaubt? Das kann man vielleicht Grundschulkindern erzählen, aber doch niemanden der sich nur halbwegs mit Raumfahrt auskennt. Einfach nur unseriös. Keine staatliche Weltraumagentur wäre auch nur im Entferntesten dazu in der Lage. Die Größte kann noch nicht mal selber Astronauten in die Umlaufbahn schicken. Aber ein paar Internetkasper.
    Es stimmt, der Schaden für die Wissenschaft ist groß, aber wenn die Medien diese Sache so behandelt hätten wie sie es verdient, nämlich ignorieren, dann wäre auch alles gut. Gehören immer zwei dazu.
  • Auswanderung von Terra

    22.03.2015, Klaus Moll
    Wenn wir nur zur nächsten Sonne (Alpha Centauri) auswandern wollen, müssen wir auch bei einem one way ticket beschleunigen und landen. Bei der Entfernung von 4 Lichtjahren müssen wir 80 Jahre rechnen, wenn wir mit 16.000 km/sec dahin wollen. [Um die dafür nötige Energie zu gewinnen,] bietet sich als bestes, aber völlig utopisches Verfahren die Mitführung von Antimaterie an, die aber vor ihrer Zusammenführung mit [...] Materie zum Beispiel magnetisch von jeder Berührung mit dem Schiff abgehalten werden müsste. Ausserdem müssen wir bei der angegebenen Geschwindigkeit prüfen, welche Probleme durch [den Aufprall] von Teilchen auf das Schiff [entstehen]. Natürlich sollte man nirgendwohin "fliegen" [...], bevor man genaue Kenntnisse über die Gegebenheiten am Ankunftsort hat, auf die man sich einstellen muss. Gegebenenfalls braucht man dort dann auch Ausrüstungen, die zu Lasten des Gewichts gehen. Auch das Wiedergewinnen (Recycling) aller Bioabfälle dürfte einen erheblichen Aufwand darstellen. Vielleicht sollte man zunächst einmal die Nutzung unseres Mondes (zum Beispiel Aushöhlung mit künstlicher Atmosphäre unter Druck hermetisch abgeschlossen im Inneren) ins Auge fassen. [...] Eine weitere Möglichkeit wäre es, das Material der Asteroiden selbst zum Aufbau von bewohnbaren Stätten in grösserer Sonnenentfernung zu machen. [...] Schließlich kann man auch Raumschiffe denken, die man etwas weiter von der Sonne entfernt stationiert [werden], zum Beispiel am Lagrangepunkt. Alles das wäre [allerdings] unnötig, wenn wir lernen, das Higgsfeld zu kontrollieren [...]
    Simon Brueck (eingetragenes Pseudonym)
    Antwort der Redaktion:
    Zuschrift gekürzt (Anm. d. Red.)
  • Schmutzkampagne von Elmo Keep mit Hilfe von Roche (NASA)

    21.03.2015, Robert P.Schröder
    Unvoreingenommen? Nein.
    Sensationsgeile Presse? Ja.

    Im Journalismus sollte man recherchieren und nicht Berichte spiegeln.

    Du interessierst dich für Hintergründe und keine Möchtegern Schlagzeile? Hier der aktuelle Pressebericht von Mars One:
    http://www.mars-one.com/news/press-releases/mars-ones-ceo-bas-lansdorp-answers-questions-about-mission-feasibility

    Grüße & fröhliches kommentieren
  • Wer gewinnt?

    21.03.2015, ricardicus
    Das alles kann man so sehen, wie im Artikel zu lesen ist. Und so werden vermutlich auch sehr viele Leser empfinden. Die "Macher" und das Konzept zu Umsetzung erscheinen zumindest fragwürdig. Mich interessieren aber die Bewerber.

    Unter den "erfolgreichen" gibt es gewiss eine große Anzahl von Leuten, denen nicht ansatzweise klar war, was die Reise konkret an Leid und Gefahr bedeuten würde. Und wahrscheinlich waren auch die meisten einfach nur auf den "Ruhm" und den Rummel in Vorfeld aus. Was mich aber viel mehr berührt, ist die große Tapferkeit, die ich bei einigen dieser mehr als 2700 Menschen vermute. Falls auch nur eine Hand voll dieser Leute nicht naiv, sondern im vollen Bewusstsein des sicher extrem großen Risiko's für Gesundheit und sogar Leben, ohne eine erkennbare Ideologie im Nacken und von keiner Bequemlichkeit gereizt, trotzdem teilnehmen wollte, dann finde ich das sehr bemerkenswert
    Das wären dann Menschen, denen es nicht um ihr Ego sondern tatsächlich um die Reise selbst ging, um das Entdecken-dürfen und darum, einen neuen Raum für sich und andere zu öffnen. Vermutlich werden schnell irgendwelche besserwisserischen Angsthasen so eine Bereitschaft als "abnormal" und "krankhaft naiv" abqualifizieren, aber das ist sie nicht. Sie ist vielmehr ein bemerkenswerter Teil des menschlichen Potentials.

    Wenn auch das ganze Projekt in der Lächerlichkeit versinken sollte, so sind diese Mutigen doch die wahren Gewinner des ganzen Unternehmens. Es mag sein, dass sich manche aus dieser - vermutlich kleinen - Gruppe vielleicht zum ersten Mal im Leben ihres großen Mutes bewusst wurden und nun auf der Erde mit einem ganz neuen Lebensgefühl - munter weiterleben.
  • Müll an europäischen Stränden

    21.03.2015, Dr Hans-Joachim Scheel
    übertriebene Hygiene und mangelndes Umweltbewusstsein führen zu schwerwiegenden Umweltschäden durch" entsorgte" Feuchttücher an Stränden.Gezielte Aufklärung und das Aufstellen von Abfalleimern können da abhelfen,wenn MüllTtouristenschon so achtlos sind.
  • Exoten kann Mann (man) auch essen

    21.03.2015, Alfons
    Schlange schmeckt oder fangen und nach China exportieren.
    Pythons sind nicht giftig und eigentlich nicht so schwer zu fangen, haben leckeres Muskelfleisch und gehören so oder so nicht nach Florida.
    Das Fleisch sollte fast Fettfrei sein und deshalb wird die neue Schlangendiät für Florida gesucht
  • Mars dicover

    21.03.2015, Toli
    Sehr interessanter und erlicher Beitrag. Ich finde die Mars Mission sehr interessant und hoffe das, dass Program "Mars 500" wegen politischer Situation nicht zum stehen kommt. Aber solche "scam programs" sollte man unterbinden
  • Castingshow ...

    20.03.2015, olm
    CASTINGSHOW ist genau die richtige Bezeichnung.Es geht hier um eine Fernsehsendung welche aber auch nur am Rande mit Raumfahrt oder dem Mars zu tun hat.zu tun. Es geht doch einzig darum eine neue "Big Brother" - oder "Top-Model" Show zu verkaufen, an deren Ende es dann heißt man könne aus moralischen Gründe keine Menschen in den Tod schicken, natürlich erst nachdem man genug Geld verdient hat.
  • Bravo

    20.03.2015, Norbert Gregor Günkel
    Endlich zählt mal jemand zwei und zwei zusammen bei einer kritischen Betrachtung solcher Projekte. Da die NASA-Raumfahrt vor sich hin dümpelt, ist die Versuchung offenbar groß, mit "Visionen" an die Öffentlichkeit zu gehen. Bisher hat keiner ernsthaft nach der Möglichkeit einer Verwirklichung gefragt, die Medien haben in diesem Punkt einmal mehr versagt. DAS ist der eigentliche Skandal. Denn wenn von Anfang an kritisch nachgedacht und dementsprechend auf eine Berichterstattung verzichtet worden wäre, gäbe es jetzt keinen Schaden für die Wissenschaft. Die Medien machen es sich zu einfach, "hinterher" die Schuld auf ein paar Spinner abzuwälzen, die es ohne kräftige Mithilfe der unkritischen Medien so weit gar nicht gebracht hätten.
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