Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bremsen, Bahnsteige und Energie

    27.06.2012, Adrian Indermühle
    Elektrisch gebremst wird schon seit Jahren und mit Sicherheit auch beim ICE. Als Lokführer muss ich allergings beobachten, dass es durchaus Kollegen gibt, die trotzdem die Luftbremse benutzen... Aber wie schon gesagt, ist die maximale Bremskraft der elektrischen Bremse durch die Haftreibung Rad-Schiene begrenzt. Bei nassem Wetter also sehr stark. Bei trockenem Wetter wird aber schon heute ein großer Teil der Energie zurückgewonnen (bei entsprechendem Verhalten des Lf).

    Dass die Türen das Nadelöhr sind stimmt vielleicht für einen ICE. Für IC-Doppelstöcker in der Schweiz sind es aber die Treppe im Zug und die Bahnsteigbreite (weshalb der neue Tiefbahnhof in Zürich viel breiter gebaut wird). Die Treppenbreite im Zug kann kaum verändert werden. Türen im oberen Stockwerk zu bauen soll übrigens aus statischen Gründen nicht möglich sein.

    Nun aber noch zum eigentlichen Artikelthema. Ich finde es unnötig Züge mit 400 km/h fahren zu lassen. Schon bei Tempo 200 braucht man auf Grund des Luftwiderstands etwa doppelt so viel Energie wie bei Tempo 140. Klar kann man besser, effizienter, stromsparender bauen. Aber auch so braucht unsere Mobilität einfach viel zu viel Energie!
  • Erde und Sonne

    27.06.2012, Reinhard Funk
    Ich habe Probleme mit dem Satz "Im Juni, wenn Erde und Sonne sich relativ zur Galaxis in die gleiche Richtung bewegen, müssten mehr Partikel der Dunklen Materie eintreffen als im Dezember, wenn Erde und Sonne sich in entgegengesetzter Richtung bewegen". Bei der Erde ist mir die jahreszeitlich bedingte Änderung der Geschwindigkeitskomponente relativ zur Milchstraße klar, aber unsere Sonne sollte doch weitgehend die großräumige Bewegung unserer Milchstraße mitvollziehen und kleinere Abweichungen davon würden wohl kaum mit dem Erdumlauf synchronisiert sein.
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Funk, sehr geehrter Herr Bednarik, sehr geehrter Herr Neelen,

    vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Sie haben Recht, der Satz ist etwas missverständlich. Wir haben ihn nun umformuliert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • Kleine Anmerkung

    27.06.2012, Bernard Neelen


    Sie sagen: ....“.Im Juni, wenn Erde und Sonne sich relativ zur Galaxis in die gleiche Richtung bewegen, müssten mehr Partikel der Dunklen Materie eintreffen als im Dezember, wenn Erde und Sonne sich in entgegengesetzter Richtung bewegen.“

    .....Nur die Erde bewegt sich relativ in gegengesetzter Richtung, die Sonne setzt unverändert ihre Bewegung fort.
  • Fehler:

    27.06.2012, Karl Bednarik

    Zitat:

    "Im Juni, wenn Erde und Sonne sich relativ zur Galaxis in die gleiche Richtung bewegen, müssten mehr Partikel der Dunklen Materie eintreffen als im Dezember, wenn Erde und Sonne sich in entgegengesetzter Richtung bewegen."

    Korrektur:

    Nur die Erde verändert während eines Jahres relativ zur Galaxis wesentlich ihre Geschwindigkeit, maximal um rund 60 Kilometer pro Sekunde.

    Die Sonne verändert während eines Jahres relativ zur Galaxis ihre Geschwindigkeit nur minimal.

    Selbst der gemeinsame Schwerpunkt von Jupiter und Sonne liegt nur bei rund 107 Prozent des Sonnenradius, und wird von der Sonne nur in rund 12 Jahren umrundet.

  • Viel Aufwand für ... ja, was eigentlich?

    27.06.2012, Gilbert Brands
    Zu meiner Studienzeit glänzte der Prof durch Veröffentlichungen in wiss. Zeitschriften und Anerkennung unter Fachkollegen - heute brilliert der Prof durch gigantische Exzerpte für die Bürokratie der Geldverteilung, erst für die Antragstellung, dann für permamente Berichte, die man sich schneller aus den Fingern zu saugen hat, als die Forschung voranschreiten kann. Wie Gelder verwendet werden müssen, schreiben meist die Bürokraten vor und nicht die wissenschaftlichen Notwendigkeiten - und es sind genügen Bürokraten in der Verwaltungspipeline, falls mal eine Abteilung hier versagen sollte. In den meisten Projekten, die ich kenne, wird fast ein Drittel der Mittel durch Verwaltungsaufgaben verbrannt, und auch sonst kommt weniger rum, als es könnte. Schön geredet wird das dann von Leuten, die sich in der Selbstverwaltung tummeln und nur zu Festreden in den Hörsäälen auftauchen.
  • Saharastaub für Amzonien

    27.06.2012, anonym
    Das ist doch ein alter Hut, zwar immer noch aktuell, aber dennoch... Denn bereits 1992 oder 1993 hatte die deutsche Zeitschrift GEO dazu einen Artikel.
    Antwort der Redaktion:

    Werter Anonym,

    ja, GEO hatte darüber schon in den 1990er Jahren berichtet. Aber seitdem haben sich viele neue Erkenntnisse ergeben, die im Text beschrieben werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • Oral? Injektion? Katheter?

    26.06.2012, Meckes
    Äh - und wie kommen die Moleküle in die Blase?
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Meckes,

    Das ist eine gute Frage. In der aktuellen Studie spritzten die Forscher den Wirkstoff den Mäusen zunächst noch einfach in die Schwanzvene. Ein Medikament für Patienten soll aber einmal oral eingenommen werden, um dann über die Darmwand in den Kreislauf zu gelangen. Aus dem Blut wird der Wirkstoff dann nach und nach durch die Nieren in Blase und Harnleiter gefiltert. Derzeit testen die Wissenschaftler in pharmakokinetischen Studien mit künstlich hergestellten Membranen, wie der Wirkstoff aufgebaut und konzentriert werden muss, um am Ende in der nötigen Konzentration die Harnweginfekte bekämpfen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Katharina König
    (Redaktion Spektrum.de)


  • Scheinbar triviale Begrifflichkeiten

    26.06.2012, Hellmuth Zöltzer, Kassel
    SDW ist eine hervorragende wissenschaftliche Zeitschrift und erreicht ein großes, breit gefächertes, Publikum. Umso wichtiger sollte es der Redaktion daher sein, dass auch scheinbar triviale Begrifflichkeiten wissenschaftlich exakt verwendet werden. Auch in diesem Heft finden sich leider wieder Begriffe, die nicht sauber angewendet werden. Wie aber sollen unsere Studenten und die breite Leserschaft von SDW wissenschaftlich argumentieren lernen, wenn in Ihrem Heft selbst unkritisch mit verschieden Begrifflichkeiten umgegangen wird. Der sehr interessante Artikel beherbergt einige Fehler, die wahrscheinlich bei der Übersetzung des Textes aus dem Englischen entstanden sind.

    S. 23: „….produziert der Embryo aus eigenen Zellen den Trophoblasten ….“
    Nicht der Embryo produziert den Trophoblasten, sondern nach der Befruchtung entsteht über das Blastomerenstadium die Morula. Die späte Morula enthält zwei verschiedene Zelltypen, den Embryoblast, aus dem die Strukturen des Embryos hervorgehen und den Trophoblasten, aus dem die Plazenta und weitere Hilfsstrukturen hervorgehen.

    S. 23: „embryonaler Zellen in direktem Kontakt mit der Schleimhaut …“
    Es handelt sich hier weder um embryonale Zellen, noch um die Gebärmutterschleimhaut im ursprünglichen Sinne. Wiederum sind es hier Trophoblastzellen und außerdem hat die Gebärmutterschleimhaut in der Kontaktzone die sogenannte Dezidua ausgebildet.

    S. 23: „Gegen Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels weist die Plazenta dafür ein reich verzweigtes Netz mütterlicher Blutgefäße auf, das an das dort entstehende embryonale Blutgefäßnetzwerk andockt.
    In dem Bereich oberhalb der Basalplatte der Plazenta existieren keine mütterlichen Blutgefäße, sondern vom Trophoblasten ausgekleidete Räume, durch die das mütterliche Blut fließt (der intervillöse Raum). Die embryonalen Blutgefäße befinden sich in den Trophoblastzotten. Somit gibt es kein „Andocken“.

    S. 25 „Thymusdrüse“
    Der Thymus ist keine Drüse im eigentlichen Sinn! Das würde nämlich bedeuten, dass er exokrin oder endokrin ein Produkt bildet (Sekret oder Inkret). Im Vordergrund steht hier aber, dass er ein primäres lymphatisches Organ darstellt, das der Reifung und Selektion der T-Lymphozyten dient.
  • Meine Antwort

    24.06.2012, Hajo Dasting-Hussner
    Hallo Herr Pöppe,

    ich vermag Ihrer Argumentation nicht ganz zu folgen. Dass sich konsequenter Hedonismus und pflichtbewusste, selbstlose Opferbereitschaft für "höhere" Ziele prinzipiell widersprechen, ist ja zunächst nur eine logische Tatsache. Um es mal krass zu formulieren: Niemand kann bei klarem Verstand gleichzeitig Selbstmordattentäter und Diesseits-orientierter Genussmensch sein. In weniger krassen Fällen verhalten sich die Menschen - wie bei vielen anderen Angelegenheiten auch - ambivalent. Zwischen den beiden Extremen existiert sicher ein ganzes Spektrum von Mischformen. Wahrscheinlich verhalten sich aber hedonistische Einstellungen komplementär zu selbstloser Opferbereitschaft: Je mehr jemand konsequenter Hedonist ist, desto weniger wird er bereit sein, sich selbstlos zu opfern. Das kann man jedoch nur für jedes Individuum getrennt betrachten und nicht pauschal und klischeehaft für ganze Völker.

    Bezüglich des Irrglaubens habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Keineswegs würde ich solchen Leuten gegenüber das Argumentieren aufgeben. Aber Sie schrieben ja: "Ein Hedonist hätte gegnüber den zahlreichen Anhängern dieses Irrglaubens kein Argument gegen sadistische Praktiken - an Untermenschen, versteht sich - in der Hand." Hätten denn Andere hier bessere Argumente gegen Anhänger eines Irrglaubens - also Leuten, die zumindest in einer Ansicht irrational sind - in der Hand? Ich glaube nicht. Damit ist das aber kein Problem einer hedonistischen Argumentation, weil die Argumente der Anderen vor dem gleichen Problem stehen - nämlich jemanden, der offensichtlich in einem bestimmten Punkt irrational ist, durch rationales Argumentieren zu überzeugen.

    Hajo Dasting-Hussner
    Antwort der Redaktion:

    Ich merke, dass die Diskussion inzwischen über Kanitscheiders Werk (und meine Besprechung desselben) weit hinausgeht. Kann eine Gesellschaft aus lauter Hedonisten überhaupt funktionieren? Oder muss nicht wenigstens der Regierungschef ein Pflichtmensch sein? Oder muss man den Begriff der "Lust" so ausweiten, dass Lust auch der empfindet, der weitreichende Entscheidungen trifft, z. B. das Zusammenleben einer ganzen Gesellschaft maßgeblich gestaltet? Solche Typen gibt es ja, aber die sind von Kanitscheiders Hedonisten weit entfernt.

    Kanitscheiders Hedonist, so wie ich ihn verstehe, hat eine deutliche Abneigung gegen die Beschäftigung mit gesellschaftlichen Fragen überhaupt. Der zieht nicht nur nicht in den Krieg, der trennt auch seinen Müll nicht. Und sich im Namen der Freiheit gegen seinen Fürsten erheben tut er auch nicht – ist ja alles lästig, und sein persönliches Vergnügen findet er auch unter einem (milden) Tyrannen (Typ deutscher Duodezfürst) im eigenen Garten. Hier halte ich Kanitscheiders Bild vom Hedonisten für zumindest unvollständig. Und das habe ich, ich gebe es zu, am landläufigen Stereotyp vom Franzosen und vom Amerikaner festgemacht. Mit einzelnen Individuen zu argumentieren ist schwierig. Da kommen einem immer persönliche Bekannte in den Sinn, und die will man nicht vorführen, und sich selbst schon gar nicht.

    Das mit der Rationalität ist schwierig, weil es vom Standpunkt des Betrachters abhängt. Der Sadist, der es für erlaubt hält, Frauen zu quälen, weil er sie für grundsätzlich minderwertig hält, handelt in seinem Denksystem rational. Ein klassischer Pflichtethiker hat in seinem Vorschriftenkatalog auch ein Verbot, Untermenschen zu quälen. Das folgt ganz rational aus seinen Grundsätzen. Wie weit der Sadist dieser Rationalität zu folgen bereit ist – das ist wieder ein sehr weites Feld.

    Christoph Pöppe

  • Intellektuelle Spielwiese

    22.06.2012, Lothr Lücke, Magdeburg

    Der Autor zeigt vor allem in seiner Abbildung der kosmischen Geschichte, wie sich unter Zugrundelegung des allgemein anerkannten kosmischen Standardmodells des Kosmos in der fernen Zukunft entwickeln könnte und beschreibt einige mögliche kosmische Phänomene. Bei der Zeit von einer Billion Jahren verliert sich das Ganze dann allerdings in der Finsternis, das ist konsequent, denn der Schwerpunkt gilt der fernen Zukunft der Sterne. Aber gerade hier wird es doch erst richtig interessant – vorausgesetzt, man erweitert den Blickwinkel und beschäftigt sich komplexer mit der Zukunft des Kosmos. Beaknntlich dehnt der sich ja unter dem Einfluss der dunklen Energie aus und die sichtbare Energie ballt sich gleichzeitig – wahrscheinlich unter entscheidender Mitwirkung der Dunklen Materie – zusammen. Erkenntlich wird das an der Bildung von Galaxienhaufen und Galaxiensuperhaufen. Die Kollision von Galaxien wird verschiedentlich beschrieben und auch die Kollision der Milchstraße mit der Orion-Galaxie vorausgesagt. Grob zusammengefasst wird das dazu führen, dass sich der Kosmos im Verlauf eines längeren Zeitraums immer mehr ausdehnt und gleichzeitg immmer leerer wird. Durch die Kollision der Galaxien gibt es über den Raum verteilt eine Reihe von isolierten Materieverdichtungen. Innerhalb dieser Verdichtungen aus Staub- und Gaswolken, Sternen unterschiedlichster Art, zum Teil mit Planeten und Schwarzen Löchern, werden sich in chaotischen Prozessen die unteschiedlichsten Entwicklungen ereignen, letztendlich wird der Prozess der Materieverdichtung im Ergebnis jeweils zur Bildung eine gingantischen Schwarzen Lochs führen, das alle Materie – wahrscheinlich auch die Dunkel Materie  aus der Zusammenballung aufsaugt. Aus ehemals über den Kosmos verteilten Zusammenballungen von Materie verbleiben an ihrer Stelle gigantische Schwarze Löcher. Nach diesem Prozess wird im Kosmos für sehr lange Zeit nicht viel Aufregendes geschehen, es wird einfach nur finster sein.

    Das ist aber nicht das Ende der Entwicklung. Die Schwarzen Löcher verlieren bekanntlich durch die Hawking-Strahlung Energie. In Abhängigkeit von ihrer Größe zieht sich der Energieverlust über eine langen Zeitraum hin, beschleunigt sich aber zunehmend und endet in einer dem Urknall ähnlichen Explosion. Die Analogie ist gegeben, liegt doch im Inneren eines Schwarzen Lochs ein Zustand vor, der sich physikalisch derzeit noch nicht beschreiben lässt, eine Singularität, vergleichbar mit der Urknallsingularität. Wenn aber zu Grunde gelegt wird, dass der Kosmos ein geschlossenes System ist, in dem Energie nicht verloren gehen kann, dem aber auch von außen keine Energie zugeführt werden kann, dann verteilt sich die Gesamtenergie, die beim Urknall freigesetzt wurde und die – in welcher Form auch immer – Grundlage des kosmischen Geschehens ist, auf die Gesamtheit der Schwarzen Löcher. Energieanteile, die auf Photonen, Neutrinos und andere kosmische Bestandteile entfallen, sind in der Gesamtbilanz zu berücksichtigen. Das hat zur Folge, dass die durch die Schwarzen Löcher verursachten Urknalle im Miniformat um Größenordnungen schwächer ausfallen als der Urknall, dem die Entstehung des Kosmos zu verdanken ist. Dennoch sind Analogien unverkennbar. Ein Schwarzes Loch vernichtet Materie, bringt aber bei seinem exprosionsartigem Zerfall neue Materie hervor, in Schwarzen Löchern wird Materie neu geboren. Was aber geschieht nach dem Miniurknall? Entsteht ein Minikosmos, ein Raum im Raum, oder wenn man es komplex betrachtet Räume in einem Raum – Minimultiversen? Man könnte sie auch als Universen der zweiten Generation bezeichnen. Doch jetzt wird es erst richtig interessant: Wie wäre es, wenn unser Universum ein Universum der zweiten Generation der vielleicht sogar einer noch späteren Generation ist? Dann könnte man unter Zugrundelegung des oben geschilderten Mechanismus müheleos von der Existenz einer Vielzahl von Paralleluniversen in einem Überraum ausgehen und man hätte auch eine Erklärung für die Zeit vor dem Urknall, Erklärungsansätze dafür, was vor dem Urknall geschah. Die Stringtheoretiker, die Anhänger der Schleifenquantengravitation oder auch der M-Theorie sollte es freuen, gäbe es doch eine solide Grundlage für ihre Theorien, die bekanntlich zwingend von der Existenz von bis zu elf Dimensionen ausgehen und die Existenz von Paralleluniversen voraussagen. Die Dunkle Materie hat in diesem Modell ihren Platz, auch wenn sie zunächst und so lange, bis wir verstehen, was in der Zeit zwischen dem Urknall und der Entkopplung der Gravitaion von der hypothetischen Urkraft geschah, ein dunkles Geheimnis bleibt. Anders könnte es mit der dunklen Energie sein. Es ergibt sich die Frage, ob die beschleunigte Expansion des Kosmos von innen, also aus dem Kosmos heraus verursacht wird und sich mangels anderer Erklärungen nur durch eine mysteriöse Energie erklären lässt, oder ob sie auf den Einfluss eines Überraums und der darin wirkenden Kräfte zurückzuführen ist. Diese Varinate ist keinesfalls unrealistisch, wenn man elfdimensionale Denkansätze zulässt. Dann wäre unser Kosmos allerdings im thermodynamischen Sinn kein geschlossenens System, ein Umstand, der weit reichende Konsequenzen haben könnte.

    Das in wenigen Worten grob skizzierte Modell erscheint vielleicht manchem etwas simpel, aber es steht nicht im Widerspruch zum Standardmodell der Kosmologie und ist als Beitrag von der Spielwiese zu betrachten, den wie heißt es in dem Artikel so schön: Die ferne Zukunft ist (darüber hinaus) eine intellektuelle Spielwiese, auf der die Forscher die Folgen ihrer Theorien und Beobachtungen erproben können. Man kann den Satz sicher ergänzen, so dass er lautet: Die Ursachen für die Entstehung des Kosmos und dessen ferne Zukunft sind …

    Eine Schwäche des Modells ist aber bei aller Logik unübersehbar: Selbst wenn es vor der Entstehung des Kosmos Vorgängergenerationen – wie viele auch immer – gab und die Entstehung unseres Kosmos darin die Ursache hat, dann muss es dennoch irgendwann einmal einen Anfang gegeben haben, und was war davor? Bekanntlich ist keine Folge ohne Ursache. Das Gleiche gilt für das Ende. Irgendwann einmal wird sich die verfügbare Energie nach diesem Modell so weit verteilt haben, dass sie nicht einmal mehr für den kleinsten Urknall ausreicht. Was wird dann? Welche Folgen hat diese Ursache?

    Zum Schluss bleibt eigentlich nur die Frage: Wozu das Ganze, und was haben wir als Menschen damit zu tun? Wenn sich diese Frage auch kaum befriedigend beantworten lässt, so sollten wir deshalb nicht verzweifeln, sondern uns freuen, dass wir in der Lage sind, uns auf dieser intellektuellen Spielweise zu betätigen.

  • Auto und Klavier als Körperteil

    22.06.2012, Christina Mundt-Beisel
    Mein Mann sagt oft, auch bei widrigem Wetter, er fühle sich mit seinem Auto verwachsen. Er ist ein sicherer Fahrer, der in seiner 50-Jährigen Fahrpraxis nur einen Unfall hatte.

    Ein Instrument zu spielen, empfinde ich ebenso als Verlängerung bzw. Erweiterung durch und mit meinen manuellen Fähigkeiten.
  • Maus als Körperteil

    22.06.2012, Heinrich Wördemann
    Habe beim Lesen des Artikels darüber nachgedacht und hineingespürt, inwieweit das Drücken der linken Maustaste bereits die Bewegung eines Körperteils bedeuten könnte, das die Schrift auf dem Bildschirm scrollt. Interessant - es ist so.
  • bloss keine Panikstimmung aufkommen lassen!

    21.06.2012, Dr.Hans-Joachim Scheel
    gegen eine Veröffentlichung über das Auftreten einer Infektion ist im Prinzip nichts einzuwenden. aber manche Medien gehen mit einem solchen Thema einfach etwas reißerisch um und erzeugen so eine innötige Panikstimmung. eine sachliche Aufklärung ist auf jeden Fall angebracht
  • Vorgeblich lautstark bekundete ethische Gründe

    21.06.2012, Martin Klicken
    Sehr geehrter Fritz Kronberg,
    Sie schreiben "ihre lautstark bekundeten ethischen Gründe". Das nenne ich eine Unterstellung. Wo haben Sie das gelesen? Ich zum Beispiel möchte einfach nicht, dass meiner Arbeit in der Forschung die Grundlage entzogen wird. Wie ich "lautstark" verkünde (z.B. aktuell hier http://t.co/nC69wlsY) habe ich eine ganz eigennützige Motivation: ich möchte nicht, dass Hochstapler, Betrüger und Blender das Entwerten, was ich unter großen Entbehrungen jahrelang hochgehalten habe. Na gut, nennen Sie es meinetwegen Ethik. Ihre Aussage, man würde sich auf politische Prominenz bei der Dokumentation beschränken, zeigt allerdings, dass Sie sich mit der Materie offensichtlich nicht beschäftigt haben, oder einen veralteten Stand haben (Juni 2011?).
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Klicken
  • Nachfrage

    21.06.2012, Bernd Block
    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe einen Rechenfehler gefunden und konnte die 1/3 nachvollziehen. Dennoch zwei Nachfragen:

    1) Statt der -2/3 in der NA-Strategie erhalte ich -4/3 - wo liegt der Fehler? Hier meine verkürzte Rechnung:
    Pfad 1 (KDB): 1/2 * (-3) = -3/2
    Pfad 2(KDK->Paar K verschwindet; D; Spieler B räumt ab): 1/2*1/3 * 3 = 1/2
    Pfad 3(KDK->Paar K verschwindet; B; Spieler B gibt an A ab, A räumt ab) = 1/2 * 2/3 * (-1) = -1/3
    Summe der Pfade: -3/2 + 1/2 - 1/3 = -4/3

    2) Verstehe ich das richtig, dass die Tabelle auf Seite 46 oben links den Wert einer Stellung für die im Diagramm angegebene optimale Strategie angibt?

    Danke und Gruß
    Bernd Block
    Antwort der Redaktion:

    1) Ich finde keinen Fehler in dieser Rechnung. Also dürfte -4/3 der korrekte Wert der NA-Strategie sein.

    2) Die Tabelle gibt den Wert jeder Stellung für die jeweils optimale Strategie an. Das Diagramm illustriert, wie diese Werte zustande kommen, für eine Teilmenge aller Stellungen, insbesondere warum der Wert der Stellung (3, 2) = 1/3 ist.

    Christoph Pöppe