Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ököphantasten

    28.03.2012, Tilo Friedrich
    Nur weil wir unsere Angst nicht in den Griff kriegen, ist es schon sehr bequem, die Atmosphäre als Endlager zu benutzen. Davon gehen nur die unter, die wir in unserer Arroganz sowieso nicht sehen - die Armen am anderen Ende der Welt. Also lasst uns fossil feuern, was das Zeug hält, statt neue KKW zu bauen, wo es allein aus physikalischen Gründen keinen GAU mehr geben kann! Vernünftige NACHHALTIGE Umweltpolitik sieht anders aus!
  • Freiheit Andersdenkender

    28.03.2012, Roland Schröder
    Hält Herr Wetzel Herrn Schröder für selbstgerecht? Es ist doch wohl unbestritten, dass jeder aus seiner persönlichen Einbindung in Zwänge und Freiheiten heraus urteilt. Sogar Herr Wetzel.
  • Allein in der Welt?

    28.03.2012, Dr. Peter Ziegler
    Zitat: "Mit der Reaktion auf den Unfall in Fukushima steht die Bundesregierung in Europa und der Welt ziemlich isoliert da."

    Und in Japan, DEM Land der Kernenergie, stehen ALLE Kernraktoren bis auf einen still! Die jeweiligen Regionalregierungen sind nicht bereit, die wegen Wartungsarbeiten abgeschalteten Raktoren wieder ans Netz gehen zu lassen. SOOO allein stehen wir also nicht - und wieviele Staaten haben erst gar keine Kernreaktoren gebaut?

    Je schneller aus der Kernenergie ausgestiegen wird, desto geringer die Gefahr eines Super-GAU. Und dass diese Gefahr sehr konkret ist, beweisen die Unfälle der letzten Zeit.
  • Immer sind die Anderen schuld!

    28.03.2012, Horst Wetzel
    @ Roland Schröder
    Nun das ist eine selbstgerechte Form sich nicht mit Argumenten der Anderen auseinander zu setzen!
    Als gelernter DDR-Bürger kenne ich das! Mit der Losung von Rosa Luxemburg "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden..." (http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg) hat sich die Opposition dagegen zur Wehr gesetzt. Erfolgreich!
    Sachlichkeit ist notwendig, ideologische Verbrämung ist nicht zielführend!
  • Ein einsamer Rufer in der Wüste

    28.03.2012, Fritz Kronberg
    Wenigstens gelegentlich kommen im Spektrum in Fragen der Kernenergie auch einmal Stimen der Vernunft gegen den von grünen Hysterien bestimmten Mainstream der öffentlichen Meinung zu Wort. Dieser teure Schwachsinn (übereilter Ausstieg) ist mit hoher Wahrscheinlichkeit (da Frau Merkel ja durchaus des Denkens fähig ist) lediglich auf den Wunsch der Kanzlerin nach einer weiteren Koalitionsoption nach den kommenden Wahlen zurückzuführen. Sachliche Gründe gibt es dafür nicht. (Siehe oben).
  • Eine Frage der Perspektive

    28.03.2012, Roland Schröder
    Fragen Sie jemanden, der sein Geld für Forschungen von der Bundesregierung bekommt,gelangt er zu anderen Antworten, als wenn er es von den klassischen Energielieferanten bekommt. Fragen Sie die Frösche, ob der Sumpf trockengelegt werden soll, brauchen Sie die Antwort gar nicht abzuwarten.

    Wenn alle Beteiligten wirklich wollten und alles in ihrer Macht stehende dazu täten, würde die Energiewende in zehn Jahren gelingen. Leider stehen zu viele auf der Bremse. Die Politik aus Geldmangel und die Energielobby aus wirtschaftlichen Gründen. Ist eine Energiewende in zehn Jahren möglich? Theoretisch: ja, praktisch: nein.
  • Vier Dimensionen

    27.03.2012, Dr. Franz Peter Schmidt, Frankfurt

    Es war wieder einmal schön zu lesen, wie wenig wir eigentlich wirklich wissen, wobei ja schon der Begriff "wirklich" relativ zu sein scheint. Ich persönlich habe nichts gegen eine Raumzeit einzuwenden, die mehr als die vier Dimensionen aufweist, die sich unserer Wahrnehmung erschließen. Schließlich eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, metaphysischen, religiösen, esoterischen oder parapsychologischen Themen einen Platz zu geben, wobei ich mich immer darüber amüsiere, wie mancher Physiker, der ein Phänomen wie die Quantenverschränkung nicht erklären kann, diesen Themen abgeneigt gegenübersteht.
  • Allergien und Antibiotika

    27.03.2012, triguna
    Mir ist selbst aufgefallen, dass ich nach Antibiotikatherapien Allergien entwickelt habe. Zur Zeit läuft bei mir noch eine Desensibilisierung gegen Frühblüher (Leidenszeit ist jetzt - besonders Birke "hatschi"). In meiner Kindheit am Stadtrand im Garten, Sandkasten, Regenwurmsammeln, Kastanien und Eicheln sammeln, "Stinkebach", Zelte aus Stöcken, Matsch und daraus "gekochten" Pseudokaffee :) habe ich nicht an Dreck gespart und war auch viel draußen. Trotzdem diese Allergien, also ich tippe als Urheber auf die Antibiotika, die meine schöne Darmflora hinweggerafft haben. Obligatorisch sollte dann wohl eine medikamentöse Unterstützung der natürlichen Darmflora nach Abschluss einer Antibiotikatherapie sein. Aber da soll es ja drei verschiedene Typen der menschlichen Darmflora geben (wenn nicht noch mehr) ...
  • Ingenieure reden anders als Buchhalter

    26.03.2012, Karl-Heinz Lewin, Haar
    Die Autorin Lera Boroditsky schreibt: "Wie meine Studentin Caitlin M. Fausey und ich 2010 herausgefunden haben, beeinflussen solche linguistischen Unterschiede die Rekonstruktion von Ereignissen ..." Nach meiner Beobachtung ist die aktive oder passive Beschreibung eines unabsichtlichen Missgeschicks unabhängig von der Sprache und drückt aus, ob das Subjekt in der 1. Person die Verantwortung für das Missgeschick übernimmt bzw. ob dem Subjekt in der 2. oder 3. Person die Verantwortung für das Missgeschick zugeschrieben wird.
    Ein Kind strenger Eltern wird auch im Deutschen (oder im Englischen) eher sagen: "Die Vase ist umgefallen und kaputt gegangen." Ein Erwachsener, der die Verantwortung übernimmt, sagt dagegen eher: "Ich habe leider die Vase umgestoßen." Möglicherweise wirken hier auch kulturelle Unterschiede, die sich schneller ändern als die Sprache. Ich erinnere mich jedenfalls daran, dass Kinder vor 50, 55 Jahren (ich war damals 8 bis 13 Jahre alt) in solchen Fällen noch häufiger die passiven Formen verwendeten als heutige Kinder.
    Auch das Beispiel von Cheneys Jagdunfall, bei dem er Whittington anschoss, belegt, dass es nicht die doch angeblich mehr aktiv beschreibende englische Sprache ist, die die zitierten gewundenen Sätze erzeugte, sondern der Wunsch, Cheney reinzuwaschen und "aus der Schusslinie zu nehmen".
    Ein anderer Aspekt ist die Denkweise, die nach meiner Beobachtung ebenfalls eine große Rolle spielt. Als Beispiel führe ich die Reden von Abgeordneten im Parlament an, soweit dort nur eine Sprache gesprochen wird. Obwohl alle Redner in derselben Sprache reden, beschreiben Konservative, Liberale, Grüne und Linke dieselben Sachverhalte doch oft sehr verschieden. Und Ingenieure reden anders als Buchhalter, sei es nun auf Spanisch oder auf Englisch.
  • Sinnvolle Wahrscheinlichkeitsinterpretation?

    26.03.2012, Karl Kuhlemann, Altenberge
    Dass die grundlegende Theorie zur Erklärung unserer Welt "zeitlos" sein könnte, wie es die dargestellten Ansätze der Quantengravitation nahelegen, finde ich gleichermaßen faszinierend wie überzeugend. Die Analogie zur Schrödingergleichung vermittelt eine gewisse Ahnung, worum es bei der Wheeler-DeWitt-Gleichung geht. Trotzdem haben sich mir beim Lesen des Artikels einige Fragen aufgedrängt: Hat die Wheeler-DeWitt-Gleichung nur eine einzige Lösung oder eine ganze Schar davon? Wenn Letzteres der Fall ist, sind alle gleichermaßen real?
    Wenn die Welt durch eine statische Wellenfunktion beschrieben wird, heißt das, dass alle möglichen Geschichten in ihr enthalten sind, wie in Everetts Viele-Welten-Interpretation?
    Welche Bedeutung hat die Wellenfunktion in der Quantengravitation überhaupt? Bei der Schrödingergleichung kann man sie als Wahrscheinlichkeitswelle verstehen mit Bezug zu physikalischen Messungen. Bei einer Wellenfunktion, die das ganze Universum beschreibt und die auf der Menge aller dreidimensionalen Räume definiert ist, scheint mir eine solche Wahrscheinlichkeitsinterpretation nicht sinnvoll zu sein.
    Antwort der Redaktion:
    Die Wheeler-DeWitt-Gleichung besitzt eine ganze Schar von
    Lösungen. Man kann aber davon ausgehen, dass nur eine davon
    unser Universum beschreibt.
    Diese Lösung enthält allerdings alle möglichen Geschichten
    im Sinn einer Everett-Interpretation. Wenn auf das gesamte
    Universum angewandt, ist eine Wahrscheinlichkeitsinterpretation in der Tat nicht sinnvoll.
  • Keine gesicherten Erkenntnisse

    25.03.2012, Jonas Prinsen
    Im Hinblick auf Lera Boroditskys Artikel zum Thema, wie Sprache Kultur (die Art zu denken) beeinflusst, wäre die Hervorhebung der Piraha-Sprache als Beispiel sehr wünschenswert gewesen, da diese sehr viel mehr Alleinstellungsmerkmale beinhaltet, als nur das Mengensystem.
    Daniel Everett, der Forscher, der das Piraha in der Fachwelt bekannt gemacht hat, formuliert genau die umgekehrte These zu Boroditsky; laut Everett beeinflusst unsere Art zu denken unsere Art zu sprechen und nicht umgekehrt, wie in dem Artikel behauptet wird.
    Auch halte ich es für problematisch, dass die Ausführungen gleichsam als gesicherte Erkenntnisse präsentiert werden - sie sind nämlich alles andere als das! Vielmehr tobt unter Linguisten ein regelrechter Glaubenskrieg zwischen Konstruktivisten wie Everett (und auch der Autorin Boroditsky) und den Anhängern der Theorie einer angeborenen Universalgrammatik - an deren Spitze die Berühmtheit Noam Chomsky.
  • @Walter Weiss (3)

    23.03.2012, Dr. Wolfgang Klein, Wehrheim
    Die Mathematik muss an dieser Stelle nicht gerettet werden. Deren "Problemzonen" liegen in anderen Bereichen (Wahrheit/Beweisbarkeit/Berechenbarkeit).

    Die Probleme der Physik liegen in der ABBILDUNG der "REALITÄT" auf mathematische "Objekte". Bei der klassischen Mechanik war schon die Idee des Massepunkts problematisch - eine Abstraktion die nicht mit der praktischen und experimentellen Erfahrung übereinstimmt. Ich glaube nicht, dass die Probleme kleiner werden, wenn man beispielsweise sagt: "Punkte machen Probleme - nehmen wir doch einfach Strings oder n-Branes". Das ist ad hoc genauso wenig in Übereinstimmung mit der Realitätserfahrung wie der Massepunkt - oder hat schon mal jemand n-Branes gesehen oder gemessen? Die Physik steht und fällt mit der Güte ihrer Abbildungsregeln von der Realität in die Mathematik.
  • Mathematik oder das letzte Rätsel

    23.03.2012, Walter Weiss, Kassel
    Der Autor gibt einen Überblick über die immer komplizierter werdenden Theorien zur Lösung dieses 'letzten Problems' mit gezwungenermaßen auch immer komplizierter werdenden mathematischen Formeln, die diese Theorien darstellen. Der Überblick ist sachlich und neutral - erweckt bei mir als Leser jedoch den Eindruck, als habe die Suche nach einer Lösung manische oder doch wenigstens recht krampfhafte Züge angenommen. Man könnte auf Fragen wie diese kommen:

    (1) Handelt es sich womöglich um ein Scheinproblem? Muss eventuell die Divergenz zwischen Quantenphysik und allgemeiner Relativitätstheorie von unserem irdischen Verstand schlicht hingenommen werden (wie z. B. die viel weniger gewichtige Divergenz zwischen Korpuskel- und Wellennatur des Lichts)?

    (2) Ist die Mathematik als bisher stets ausschlaggebendes Instrument bei der Lösung naturwissenschaftlicher Probleme hier an ihre Grenze gestoßen? Versagt sie also hier bei der Lösung? Dazu sollte man sich immer darüber im klaren sein, dass die Mathematik nie etwas anderes leisten kann, als die zu definierenden und zu untersuchenden Vorgänge auf unserer mit der Reichweite unserer körperlichen Sinne begrenzten Umwelt abzubilden.

    (3) Sind die vielen komplizierten Versuche, die der Autor darstellt, vielleicht weniger darauf gerichtet, das 'letzte Rätsel' zu lösen - als vielmehr darauf, mit allen Mitteln die Anwendbarkeit der Mathematik auch hier zu verteidigen? Dienen diese Versuche also in Wahrheit allein der Rettung der Mathematik, ihrer Erhaltung auch über letzte Grenzen hinaus - und nicht der Lösung des 'letzten Rätsels'?
    Antwort der Redaktion:

    zu (1): Das Problem ist, dass allgemeine Relativitätstheorie und Quantenphysik nicht gleichzeitig exakt gelten können. Das liegt zum Beispiel an dem unterschiedlichen Zeitbegriff, wie im Artikel ausgeführt. Auch wenn diese Diskrepanz für die Alltagsphysik keine Rolle spielt, steht sie doch einem tieferen Verständnis von Kosmologie und Schwarzen Löchern entgegen.

    zu (2) und (3): Ob man mit der Mathematik an Grenzen stößt, ist ein interessanter Gedanke. Wie ich versucht habe zu erklären, ist das Problem der Quantengravitation trotz aller mathematischen Schwierigkeiten aber in erster Linie ein begriffliches. Ganz sicher geht es nicht um die Rettung der Mathematik auf Kosten der Physik.

    Claus Kiefer
  • Anwendung

    23.03.2012, Liane Mayer
    Wer möchte denn Gegenstände in einem statischen Magnetfeld verstecken? Und welche Gegenstände? Bei welcher Gelegenheit? Das würde mich wirklich interessieren, mir fällt dazu nämlich absolut nichts ein!
  • Sprache entscheidend für Kultursprung

    22.03.2012, Jörg Michael, Hannover
    In Ihrem ansonsten sehr interessanten Artikel hat Frau Caspari eine entscheidende Voraussetzung für den genannten Kultursprung übersehen, nämlich das notwendige Vorhandensein einer ausreichend leistungsfähigen Sprache (und damit verbunden, auch spracherzeugenden Organen, die zu entsprechend differenzierten Lauten fähig sind). Denn "lokale" Tätigkeiten wie das Präparieren von Faustkeilen mag man vielleicht noch durch simples "Abgucken" erlernen. Wenn es aber darum geht, das Wissen über wichtige und komplexe, aber seltene Ereignisse, die vielleicht nur alle paar Jahre auftreten, weiterzugeben, dann ist Sprache ein unverzichtbares Hilfsmittel.