Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Trichinellose aus Dummheit?

    25.10.2016, Walter D.
    Wenn es schon 1863 in Sachsen-Gotha eine „Trichinenschau“ gab, kann man voraussetzen, daß diese Gefahr in den 30-40er Jahren bekannt war. Hat sich die Besatzung also aus Dummheit mit dem Eisbärenfleisch angesteckt? Brennstoffmangel finde ich eher unwarhscheinlich, da diese Wettermissionen doch sehr aufwendig ausgerüstet waren.
  • Aus reiner Langeweile wildernde Haustiere?

    24.10.2016, KS
    Der Autor geht davon aus, dass alle dieser Killer-Katzen ein Zuhause mit ausreichendem Nahrungsangebot und sogar tierärtzlicher Versorgung hätten.

    Diese Studie stammt vom Wildlife Center of Virginia, dass laut Google Maps am Rand eines Waldgebietes liegt. Westlich davon liegen Industrie und dann Landwirte, etwas nordöstlich liegt die Stadt und der Rest ist Wald, Wald und noch mehr Wald. Ich möchte also behaupten, dass das Problem dort eher die besitzerlosen Katzen sind, die ausgesetzten und wild geborenen.

    Besitzerlose Streuner sehe ich auch ausserhalb von Virginias Wäldern eher als das Problem an, als die gepflegten, umsorgten Schmusetiger. Streuner gibt es viel mehr, als Stubentiger, insbesondere wenn es auf die Lebensumstände des Tieres ankommt und nicht auf die Frage: Gehört das wem?. Und für diese Streuner gilt sicher das "Survival of the fittest". Laut der Doku "Zukunft ohne Menschen" sind Katzen im Gegensatz zu Hunden fähig, von heute auf morgen auf ihre Dosenöffner zu verzichten, so sie denn irgendwie ins Freie kommen, da sie ihren Jagdtrieb nie abgelegt haben. Wird eine erwachsene Katze ausgesetzt, wird sie zum Streuner und überlebt, selbst wenn sie vorher ein Couchpotato war. Auch das ist eine Form von Darwinismus und erklärt die Populationsgröße wildernder Katzen.


    Was Katzenzäune angeht: Die meisten1,80m, oben nach innen gebogenen Maschendrahtzäune werden sehr oft überklettert, obwohl ich inzwischen auch eine Katze kenne, die den Tunnelbau bevorzugt. Einen Garten da ausbruchssicher zu gestalten ist sehr aufwendig, teuer, unansehnlich und definitiv nicht mal so hinklatschbar. Für eine Katze die in Ihrem Leben nicht mehr als drei Vögel fängt lohnt sich das einfach nicht. Und auf die meisten Hauskatzen trifft diese Zahl zu. Die drei Vögel sind dann meistens vorher gegen die Scheibe geflogen oder waren sonstwie benebelt.

    Die Katzen mit Besitzer, die wirklich Berufsjäger sind und den größten Teil der Opfer in den Statistiken erlegen, kommen vom Land und insbesondere aus der Landwirtschaft. Ich stelle mir gerade vor, wie ein Vogelschützer (mit einem Jagdhund, Fernglas um den Hals und in Tweed) zum nächsten Bauern (mit einem Spaten und Pfeife in Schäferstellung auf einem Acker) geht und sich informiert, wie der Bauer wohl seine Katze hält und was er von einem Zaun halten würde oder von reiner Wohnungshaltung um Vögel zu schützen...

    Ich muss Herrn Wolters und Frau Radtke zustimmen. In einer Umwelt, in der sich kleine Beutetiere verstecken können, genug Nahrung und sichere Nistplätze haben, haben diese auch gegen Streuner eine faire Chance.

    Ich sehe es in meinem 40qm Garten: Trotz zweier Streuner, die sich einfach weigern Menschen zu nahe zu kommen (und die ich nicht "eliminieren" will, wie die American Bird Conservancy fordert), leben Vögel, Eidechsen, Fledermäuse, Igel und neuerdings auch Wühlmäuse darin. Und mit Ausnahme der Wühlmäuse auch alle in nicht zu knapper Zahl. Die Golfrasen-Nachbarn, die unsere Schmetterlinge schätzen, haben sich am Anfang übrigens tatsächlich über die Vögel aufgeregt, weil die es gewagt haben die frischgestrichene Fassade beschmutzt zu haben. Wer mag in dieser Gegend wohl an weniger Vögeln die Schuld tragen?

    Abschließend möchte ich feststellen, dass das Wildlife Center 3000 von Katzen geschlagene, zum Zeitpunkt des Auffindens noch lebende Tiere von Menschen gebracht bekam und insgesamt 21 000. Ob da Katzen vor dem Auffressen der Beute von Menschen gestört wurden, oder ob diese 3000 Tiere tatsächlich nur Opfer eines fiesen Spieltriebes wurden, ist daraus nicht ersichtlich. Auch zur Anzahl der Täter und ihrer Herkunft gibt es keine Angabe. Sicher ist nur, dass es sich bei Katzen um eingewanderte Jäger handelt, auf die sich auch Australien schon "eingeschossen" hat. Angeblich sollen Katzen auf Inselökosystemen bereits Tierarten ausgerottet haben. Der Mensch wars nicht, weder direkt, noch indirekt, auch nicht seine Kulturfolger. Auf gar keinen Fall eingeschleppte Kaninchen, Füchse oder Ratten, auf die sich Australien und Neuseeland ebenfalls "eingeschossen" haben. Die 3000 Toten dieser Studie beweisen: Es ist die Katze, das Killer-Tier.

    Fakt ist, dass eingeschleppte Arten immer ein Problem darstellen, besonders eingeschleppte Raubtiere. Aber Fakt ist auch, dass die ursprünglichen Raubtiere oft vom Menschen dezimiert bis ausgerottet wurden. Eigentlich fressen auch Raubvögel, Wölfe, Luchse, Marder, Wildkatzen (F. Silvestris) u.v.a., das was Katzen fressen. Wie gehts denn deren Beständen? Wie geht es den australischen Entsprechungen und wer hat deren Bestände dezimiert? Ist es möglich, dass Katzen einfach eine Lücke füllen?

    Fakt ist auch, dass nicht alle Katzen und nicht alle Katzenbesitzer gleich sind. Meine Großmutter fand, dass "So ein Viech nicht ins Haus gehört". Füttern, Tierarzt, Kastration sowieso nicht, aber lobende Worte für jede tote Maus.
    Und sie war "nur" Selbstversorgerin, nicht mal Getreidebäuerin. In einer mir sehr bekannten Backstube lebten generell Katzen. Die bekamen ein Körbchen, medizinische Versorgung und Aufmerksamkeit, aber kaum Futter. Eine Nachbarin behandelte ihre Katze tatsächlich wie eine Königin. Meine jetztigen Nachbarn geben ihrer zugelaufenen Katze Futter, einen Schlafplatz im Wäschekorb und Aufmerksamkeit, aber das WC ist der Garten. Ich hingegen behandele meinen Kater wie einen WG-Genossen. Er hat Aufgaben (schnurren und Insekten/Spinnen fressen) und ich hab Aufgaben (Futter, spielen, WC). Es gibt Menschen, die gezielt Jäger als neue Katzen suchen oder abgeben und solche, die gechillt-schnurrende Penntüten suchen oder abgeben.

    Man kann diese verschiedene Arten von Katzenhaltung nicht über einen Kamm geschoren auf die Studie beziehen. Man kann den verschiedenen Katzentypen auch nicht mit dem gleichen Klischee kommen. Es ist nicht jede Katze Mörder und nicht jeder Hund beißt. Man kann in einem Land, in dem die Vergaberichtlinien derart lächerlich und die Aussetzquoten entsprechend hoch sind wie in den USA auch nicht einfach jeden Streuner "eliminieren".

    Ich persönlich würde strengere Vergaberichtlinien einführen und eine Katzensteuer einführen, die wie die Hundesteuer funktioniert und eine Zuchttiersteuer für unkastrierte Haustiere. Steuerangaben wären von den Vergabestellen an das Finanzamt zu übermitteln (Abgabe Tierart X kastriert/unkastriert an Steuernummer XXX) und die Steuer wäre eine selbstständig zu entrichtende Pauschale, um Verwaltungskosten einzusparen.

    Von dem so erwirtschafteten Geld würde ich zuerst alle jetztigen Streuner kastrieren und danach Biotope als Mini-Naturschutzgebiete bezahlen.

    Damit wäre doch eigentlich allen geholfen...
  • Die Rolle des Menschen

    24.10.2016, KS
    Verglichen mit anderen Regionen spielt der Mensch zudem in Australien nur eine indirekte Rolle, denn bedroht sind weniger große Arten wie andernorts, die schneller negativ auf Jagddruck oder Lebensraumveränderungen reagieren.

    Wieviele große, einheimische Arten gibt es denn noch in Australien?
  • Bloße Feststellungen reichen nicht

    24.10.2016, Reinhard Göller, Karlsruhe
    Generell bin ich sehr daran interessiert, dass die Mathematik - ihre vom Laien oft verkannte Bedeutung für unsere Lebenspraxis und auch ihre Schönheit - allgemeinverständlich vermittelt wird.

    Leider erfüllt Ihre neue Kolummne "Freistetters Formelwelt" diese Aufgabe nur in sehr unzureichendem Maß.

    - Logarithmen (Sept.-Heft) locken heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, der selbst keinen Zugang zur Würdigung solcher Dinge hat. Es nutzt wenig zu wissen, dass ihre Bedeutung für die frühere Rechenpraxis kaum überschätzt werden kann.

    - Komplexe Zahlen (Okt.) sind und bleiben trotz ihrer überragenden Bedeutung ein schwieriges Thema für den Laien - es nutzt aber nichts, zur Verdeutlichung die Schrödinger-Gleichung zu erwähnen. Wenn schon ein Beispiel, wären Wechselspannungen und -ströme in der Elektrotechnik
    sicher besser gewesen.

    - Vollends enttäuscht haben mich die Anmerkungen zur Langrange-Funktion (Nov.). Außer der bloßen Feststellung, dass die Physiker über Methoden verfügen, schwierige Probleme anzugehen (wer hätte das gedacht!) enthält dieser Artikel keine Informationen.
  • Katzensohlen? (Wird der Einfluss jagender Katzen unterschätzt?)

    24.10.2016, Norbert Brell
    Interessant der Bericht über jagende Katzen. Hat denn jemand mit etwas anderem gerechnet? In Jahrmillionen(?) ist ein Jagdtier entstanden, dessen größter Vorteile die absolute Lautlosigkeit in der Bewegung ist. Um es dann 'besitzen' zu können, diesem Lebewesen ein Glöckchen umhängen, dass bei jeder Bewegung der Natur des Wesens widerspricht ist bestenfalls unnatürlich, in meinen Augen sogar absurd. (Zudem gibt es zum Glück auch Katzen, die lernen das Glöckchen bei der Bewegung still zu lassen - so wichtig ist die Lautlosigkeit...)
  • Millionen von Vögeln zu Speisezwecken und denaturierte Gärten...

    24.10.2016, DC
    Es tut mir leid, aber ich versteh's einfach nicht.

    Wenn "Millionen von Vögeln von Menschen in Europa zu Speisezwecken getötet werden"(Peter Berglens) und durch "denaturierte Gärten das Nahrungsangebot immer mehr reduziert wird" (Heike Radtke, Klaus Wolters), wieso ist es dann unerheblich, wenn der Rest der so bedrängten Wildtiere auch noch durch aus reiner Langeweile wildernde Haustiere belastet wird???

    Das klingt wie der Spruch des Hundehalters, der die Wilderei seines Hundes damit rechtfertigt, dass ja sonst "sowieso der Jäger das Reh geschossen hätte" und außerdem werde das Wild ja durch den Winter gefüttert und das sei ebenso unnatürlich.
    Tolle Ausrede für mangelnde Erziehung und schlechte Haltung.

    Ist es eingentlich nicht auch eine Art Vernachlässigung, den Hund wildern zu lassen, anstatt sich um eine gute Erziehung zu bemühen und selbst weite Strecken mit dem Tier zu wandern, weil dies eben den Bedürfnissen des gewählten Haustieres entspricht? Statt faul abzuwarten, bis der Hund zufrieden und ausgelastet von der Wilderei zurückkommt?

    Und wo bitte gibt's da nun einen Unterschied zu wildernden Katzen? Denen wird das Futter und ein Katzenkörbchen hingestellt und dann die Katzenklappe geöffnet. Sehr bequem. Pech für die Wildtiere, aber bevor man selbst aktiv werden muss...
  • Die Kernaussage in einem Satz

    24.10.2016, Arne Babenhauserheide
    Danke für Ihren Artikel!

    Die kürzeste Zusammenfassung, die ich für die Kernaussage ihres Artikels finden konnte, ist:

    "Werner Heisenberg hatte bis 1945 nie versucht, die kritische Masse einer Atombombe zu berechnen. — Ergebnis aus den Farm-Hall-Abhörprotokollen"

    Das ist prägnant und unmissverständlich. Danke für diese Einsicht!

    @L.Schaber: Um die für diesen Artikel relevanten Teile der Diskussion zu fälschen (also nicht nur Ergebnisse, sondern auch Herleitungen und Erklärungen), müssten die Abhörenden vermutlich selbst solide physikalische Grundkenntnisse haben.
  • Millionen von Vögeln

    24.10.2016, Berglens, Peter
    Solange Millionen von Vögeln von Menschen in Europa zu Speisezwecken getötet werden, ist der Bericht wohl ein schlechter Scherz.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Berglens,

    der Artikel beschreibt die Situation in Nordamerika, wo es ursprünglich keine (Wild-)Katzen (Felis sylvestris) gab - und wo es keine ausufernde Jagd auf Singvögel gibt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Spektrum.de
  • @ Heike Radtke

    23.10.2016, Klaus Wolters
    Danke für den Beitrag. Genau dasselbe erlebe ich auch. In meinem naturnahen Garten lebten weitaus mehr Insekten und Vögel, als in den denaturierten, weil exotisch bepflanzten Nachbargärten. In meinem Garten lebten auch mehrere Katzen.
    Die mitgebrachte Beute bestand in der Überzahl aus Mäusen, ab und an ein Vogel und auch mal ein Entenküken aus dem hinter dem Garten verlaufenden Bachlauf.
    In den Nachbargärten gab es aber gar keine Vögel. Wie auch, wenn dort keine Insekten (mangels Nahrung) lebten?
    Das Problem sind nicht die Katzen, sondern der immer weiter eingeschränkte Lebensraum für Wildtiere.
  • Antwort auf "Wer ist das wahre Übel?"

    23.10.2016, DC
    Liebe Heike Radtke,

    es geht doch gar nicht darum, nur den großen Schuldigen an einem Mißstand zu finden - es gibt nahezu immer mehrere Ursachen. Wildernde Hauskatzen sind EIN Faktor, sicher nicht der alleinige, aber ganz sicher auch nicht der geringste.

    Vergleichen wir die Situation doch mal mit der Umweltverschmutzung. Lastkraftwagen produzieren massig Feinstaub, Ihr Kleinwagen im Vergleich dazu sicher weniger. Trotzdem wäre die Umwelt ein Stück weit entlastet, wenn Sie für kurze Wege die eigenen Füße statt Auto nehmen würden, richtig? Und noch ein Stück mehr, wenn alle Kleinwagenbesitzer dies täten.

    Ließe ich meine Hunde wildern, würden sie definitiv Unruhe ins Revier bringen und das eine oder andere Wildtier wohl auch erwischen. Nichts, was die Popultion ernsthaft bedrohen würde. Würden alle unsere Nachbarn ihre Hunde dann ebenso wildern lassen, wäre der Druck auf das Wild allerdings schon massiv...

    Ihre zwei Katzen sind Teil einer nicht natürlichen Belastung für die Wildtiere in Ihrer Umgebung. Nicht natürlich, weil Ihre Katzen nicht unter denselben Bedingungen leben wie das Wild - sie sind wohlgenährt, schlafen an sicheren, warmen trockenen Orten, werden tierärztlich versorgt und gepflegt - aus diesem Grund leben auch problemlos viele Katzen auf engstem Raum.

    Jagen ist für Ihre Katzen nur Beschäftigungstherapie, nie Überlebenskampf, und genau da liegt das Problem. Es ist für Ihre Katzen kein "survival of the fittest", für die Wildtiere schon - und zwar für die Tiere, die Ihre Katzen aus purer Langeweile erbeuten und für die wilden Raubtiere, deren Nahrungs- und damit Lebensbedingungen durch Ihre Katzen ebenso verschlechtert werden.

    Stellt sich die Frage: Wieso zäunen Sie für Ihre Katzen nicht den Garten ein? Bieten ihnen ein gesichertes Areal für den Freilauf, den Sie Ihren Tieren bieten möchten? Das wäre nicht mehr Verantwortungsbewußtsein als von Hundehaltern gefordert, deren Haustiere wahlweise gut erzogen oder eben angeleint spazieren geführt werden.

    Haustierhaltung beinhaltet nunmal immer auch einen teils erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand - wem seine Tiere das nicht wert sind, der sollte sich vielleicht besser ein anderes Hobby suchen, anstatt die Verantwortung auf andere zu schieben. Dazu gehört auch die Belastung der Natur durch wildernde Haustiere.
  • Wer ist das wahre Übel?

    22.10.2016, Heike Radtke
    Katzen auf den Scheiterhaufen!? Hat in Europa mal für die große Pestpandemie im Mittelalter gesorgt!

    Sicher, freilaufende Katzen jagen und erlegen Beute. Sicher ist auch, daß Katzen für einige Regionen und Tierarten eine Bedrohung darstellen, wie z. B. für die Kiwis in Neuseeland. Aber wie in diesem Artikel ja selbst beschrieben, sind Katzen zu "ein Siebtel", "zweithäufigst", "vierthäufigst", "zu einem der größten Einflußfaktoren" beteiligt an der Elimination von Singvögeln und Kleintieren! Die Fokusierung hierauf lenkt vom eigentlichen Übel ab: was und /oder wer ist für die anderen Anteile verantwortlich? Was/ wer ist für den hauptsächlichen und größten Anteil verantwortlich? Der beliebte Fingerzeig von Ornithologen und Vogelliebhaber auf Katzen ist im Endeffekt nur ein feiger Selbstbetrug! Gegen Katzen läßt sich gut wettern, die Menschheit hat Erfahrung darin, und lenkt vom eigentlichen Übel ab: der Mensch und sein Umgang mit der Natur selbst!
    Ich schaue mich mal in meinem Wohnumfeld um: Neubaugebiet am Stadtrand, umgeben von Feldern und einer Umgehungsstraße! An den Neubauten alle Luken dicht, die Felder in Monokultur, Windräder drumherum, sterile Straßenarchitektur ohne nennenswerte Bepflanzung, und wenn Bepflanzung, dann nicht mit Hauptaugenmerk auf heimische Arten! Mein Garten: Koniferen en masse, Kirschlorbeer, steriler Rasen, asphaltierte Hoffläche, "schön" angelegt vom Vermieter und durchaus dem hiesigen Geschmack entsprechend!
    Habe hier in meiner 4 jährigen Mietzeit ein wenig verändert und habe an der Bepflanzung einiges geändert, bleibe aber angesichts der sterilen Gartengestaltung im Umfeld eher die Ausnahme! Habe dennoch viele Vögel, sogar ein paar Fledermäuse und Igel im Garten! Und: 2 Katzen! Bis vor einem halben Jahr gab es hier noch zwischen den bebauten Grundstücken ein paar wenige Brachstücke; u.a. eines, welches einen direkten Zugang zu den hinter der Siedlung liegenden Feldern und einer kleinen Wiese bot. Nun ist alles dicht, und ein Ende der Expansion dieser Siedlung nicht abzusehen!
    Meine Katzen schleppen mir gerne ihre Beute an: zum größten Teil Mäuse verschiedener Arten und auch den einen und anderen Vogel! Angesichts oben beschriebenen Szenarios möge mir ein "Vogelliebhaber" mal erklären, daß Problem für Vögel seien meine Katzen!
    Tatsache ist: es gibt in meinem Garten mehr Vögel als auf den umliegenden Feldern! Trifft übrigends auch für Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und sonstige Insekten zu! Und hiesige Szenerie ist ein weltweites Phänomen!

  • Eigentlich altbekannt

    22.10.2016, Gottfried Heumesser
    Einen aufkeimenden Riß in metallischen Objekten bekämpft man auch erfolgreich durch "Abbohren". Dadurch entfallen die Spannungsspitzen am Ende des ansonsten fortschreitenden Risses.
  • Respekt Herr Lingenhöhl!

    22.10.2016, René Maçon
    Bevor sich hier nun wieder die Freunde der samtpfotenen Killermaschinen echauffieren werden, möchte ich Herrn Lingenhöhl für seine standhafte Berichterstattung zum Thema danken! Ich kann aus meiner eignen Beobachtung mittlen, dass Katzen nicht nur Vögel und Kleinsäuger jagen, sondern auch Reptilien.

    Die Katzen unserer Nachbarn haben immer ein Auge auf die Europäischen Sumpfschilkröten in unserem Gartenteich, wenn sich diese im Sommer sonnen. Normalerweise schaffen sie den Sprung ins Wasser, bevor die Katze da ist; ich habe aber auch schon einmal eine Katze verscheucht, die eine Schildkröte erwicht hatte und mit ihr "spielte".

    Ebenso sitzen die "knuddeligen Monster" bei schönem Wetter auch gerne vor der alten Trockenmauer, in der sich bislang noch eine kleine Population von Mauereidechsen hält... Wieviel Tausende dieser Reptilien (die autochthon sind und unter Naturschutz stehen!) könnte man retten, wenn man der Forderung der American Bird Conservancy folgen würde, und den Freigang von Katzen verbieten würde? Stattdessen geben wir Millionen aus und nehmen die erhebliche Verzögerung von Großbauprojekten in Kauf, um ein paar hundert Zauneidechsen umzusiedeln. Katzenliebhaber sind halt Wählerstimmen, da traut sich niemand ran...
  • Schutzzäune als Alternative?

    22.10.2016, DC
    Wildtiere suchen sich ihr Futter selbst, tragen kräftezehrende Rang- und Revierkämpfe aus, können von Parasiten oder ungünstiger Witterung wie langer Kälte/Trockenheit geschwächt sein. Und die schwachen, langsamen Tiere werden von Raubtieren getötet - richtig, das ist Natur. Doch diese Raubtiere leben unter den gleichen Bedingungen, DAS ist Natur! Liebe Katzenfreunde, Eure gut gepflegten, sorgfältig ernährten, tierärztlich überwachten, gut erholten, oft in hoher Zahl auf engstem Raum auftretenden Miezen sind schlichtweg kein fairer Gegner - meine Jagdhunde wären das ebensowenig - DAS ist nicht Natur!!

    Wer nicht die Zeit aufbringen kann, seine Katzen im Haus zu beschäftigen, sollte - statt grenzenlosem, unüberwachten Freigang - den Garten so einzäunen, dass die Katze dort frei herumstreifen kann - also quasi Freilauf in einem abgesicherten Areal. Wo ist da das Problem?

    Ist kein Garten vorhanden, sollte man sich damit abfinden, die Katze eben nicht als Freigänger halten zu können und das Tier im Haus beschäftigen. Wer das auch nicht kann, wird hoffentlich genug Verantwortungsbewußtsein aufbringen um zu erkennen, dass die eigene Lebenssituation derzeit eben keine Haustierhaltung zuläßt. Denn Haustiere bedeuten nunmal Zeitaufwand und Mühe.

    Herzliche Grüße von einer Hundehalterin, die viel Mühe in die Erziehung ihrer Hunde investierte und jeden Tag mehrere Stunden mit ihnen spazieren geht - weil die Tiere nunmal ihren Auslauf brauchen (auch wenn ich bei Platzregen und Kälte garantiert lieber auf dem Sofa bleiben würde...).
  • Life´s life...

    22.10.2016, Torsten Irion
    hat das nicht vor allem damit zu tun, dass die meisten anderen Beutejäger ausgerottet sind?

    Ich würd´s mal so sehen: wenn auf 300Mio Amerikaner 80 Mio Katzen kommen, müsste sich das in der Fläche doch eh verlaufen.

    (und wieso um Odins willen bringen Menschen überhaupt kranke und verletzte Tiere in eine Klinik??? Laufen die auch hinter Maulwürfen her, die Würmer futtern, oder sind Würmer einfach weniger knuddelig als Eichhörnchen? Lasst die Natur mal machen, Hauskatzen gehören ohnehin kastriert, aber davon ab machen Waschbären oder Nutria hier in D mehr Probs als wildernde Haustiere, oder liege ich da völlig falsch?)