Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Wieso Hubble-Konstante?

    04.06.2016, Gottfried Heumesser
    Wenn die Expansion des Weltalls zunimmt kann es sich um keine Konstante handeln, oder?
    Antwort der Redaktion:
    Absolut richtig. Die Bezeichnung "Konstante" ist streng genommen falsch und einfach historisch etabliert. Korrekter wäre die gelegentlich verwendete Bezeichnung "Hubble-Parameter", aber da wiegen wohl 85 Jahre Kosmologiegeschichte zu schwer.
  • Was machbar ist wird gemacht

    04.06.2016, Thomasca
    Es hat die Menschheit schon immer ausgezeichnet alles zu machen was machbar ist,besondrs wenn dabei noch Profit winkt, also wird die künstliche Gen Strukturierung auch die Menschheit treffen und man wird alles machen was einigen Auftraggebern Millionen wert ist. Wir werden in eine Aera künstlich designter Menschen eintreten mit neuen Problemen und Herausforderungen. Das Militär wird das ganze sicher forcieren.
  • Vorbehalte von Krell ausgeräumt?

    03.06.2016, Andreas Kyriacou
    Es gibt von Kathrin Krell nicht gerade taufrische, aber noch immer recht überzeugende linguistische Einwände gegen Gimbutas' Spekulationen. Geht der Autor auf die ein?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Kyriacou,

    In seinem Buch setzt sich Haarmann nicht mit der Kurganhypothese von Gimbutas auseinander. Statt dessen erläutert er im Einzelnen, warum etliche Erkenntnisse aus jüngster Zeit, die von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen stammen, dafür sprechen, dass Gimbutas auf der richtigen Spur gewesen sei. Anerkannt sind in der Fachwelt aber nur Teile ihrer Hypothese. Andere Teile gelten mittlerweile als veraltet oder spekulativ. So hatte Gimbutas u.a. angenommen, die protoindoeuropäische nomadische Kurgan-Kultur sei patriarchalisch und imperialistisch gewesen und habe die angeblich matrilineare und friedfertige Agrarkultur "Alteuropas" okkupiert und unterworfen. Das lehnen neuere Arbeiten ab.

    Mit freundlichen Grüßen, Frank Ufen
  • Biologie vs. Gender

    03.06.2016, Michael Müller
    So sehr die Medizin versucht die geringere Lebenserwartung von Männern biologisch zu erklären (die Alternative es läge am sozialen Geschlecht und damit an den schlechteren Lebensumständen von Männern, dass sie früher sterben, ist für Feministen_innen schwer zu ertragen), so ist es doch am Ende so, dass die biologisch bedingten Unterschiede sich auf gerade mal ca. ein Jahr summieren (Klosterstudie, ihre Erwähnung hätte dem Artikel gut getan, anstatt das männliche Geschlecht als das biologisch unterlegene darzustellen). Und wenn Männer Vorsorgemuffel sind, dann liegt das auch daran, dass sie immer noch so erzogen werden, dass sie Schmerzen auszuhalten haben, denn sie sind schließlich Jungs.
  • Wieder mal falsch recherchiert *genervt*

    03.06.2016, Marc Humer
    In Braunsbach fliessen ZWEI Bäche unterirdisch; deren Abläufe waren verstopft durch den Dreck der reingespült wurde - das ist auch schon das ganze Geheimnis.

    Ich dachte immer, als Journalist lernt man Recherche
  • "Die Fluten von ... könnten ein Vorgeschmack sein"

    03.06.2016, Dietmar D'Elia
    Och Werner, die schreiben hier nichts davon, weil dein zitiertes Resümee doch völlig veraltet ist. Das zählt doch längst nimmer.
  • "Die Fluten von ... könnten ein Vorgeschmack sein"

    03.06.2016, Werner Kohl
    Wie kommen Sie bzw. Ihre Experten zu dieser Einschätzung?

    Im AR5 des IPCC (WGI, Kapitel 2, Seite 216) wurde resümiert:

    "In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale
    severe weather phenomena such as hail and thunderstorms [..]"

    Das klingt nicht so, als ob der IPCC durch den Klimawandel vermehrt lokales Extremwetter erwarten würde. Davon schreiben Sie aber nichts.
  • Die Verherrlichung von Krankheit und Behinderung

    02.06.2016, David Frege
    Ich sehe keinen relevanten Unterschied zwischen der Vermeidung von Kinderlähmung durch Impfung und der Vermeidung von Gendefekten durch CRISPR. Wenn es eine tolle Sache ist, fast blind zu sein, weil man dadurch eine besondere Zielstrebigkeit entwickelt, dann müsste das gleiche für Kinderlähmung gelten. Der Hersteller von Contergan hätte dann eine Auszeichnung verdient, und Alkoholkonsum in der Schwangerschaft wäre ein wertvoller Beitrag zur "Neurodiversität". Komischerweise denkt niemand so. Jeder hält es für unverantwortlich, in der Schwangerschaft zu trinken oder seine Kinder nicht impfen zu lassen. Niemand würde die Haltung von Impfgegnern mit Sophismen über die angeblichen Vorteile von Krankheit und Behinderung entschuldigen.


    "Wenn Eltern alle Merkmale, die mit einer Behinderung einhergehen könnten, im Vorfeld bei ihren Kindern ausschalten, wirke das dem Inklusionstrend entgegen und könne zu einem für uns alle raueren sozialen Klima führen, befürchtet Garland-Thomson."

    Würde die Zahl der Frauen, die in der Schwangerschaft Alkohol trinken, um 99% zurückgehen, dann gäbe es vielleicht auch weniger Verständnis für die Probleme von Menschen mit fetalem Alkoholsyndrom. Ist es deshalb wünschenswert, dass möglichst viele schwangere Frauen Alkohol trinken und diese Probleme damit erst erzeugen?

    "Jeder wird einmal in irgendeiner Form beeinträchtigt sein, jeder macht irgendwann Erfahrungen mit Krankheit, Unfällen oder altersbedingten Schwächen."

    Eben deshalb brauchen wir nicht auch noch Gendefekte. Wer - aus welchen Gründen auch immer - eine Welt ohne Krankheit und Behinderung als Horrorvision empfindet, braucht sich keine Sorgen zu machen.

    "Seiner Schätzung nach nutzen weniger als fünf Prozent der Patienten im Vereinigten Königreich das Präimplantationsscreening zur Auswahl mutationsfreier Embryos, um so die Erkrankung nicht an ihre Kinder weiterzugeben. Manche Menschen wissen gar nicht, dass sie die Mutation tragen, einige entscheiden sich auf Grund finanzieller Gründe oder Risiken gegen ein Screening, andere haben persönliche oder moralische Vorbehalte gegen die Methoden oder finden eine 50-zu-50-Chance zur Vererbung der Erkrankung gar nicht so schlecht."

    Ob sie diese Art russisches Roulette auch "gar nicht so schlecht" fänden, wenn es um ihr eigenes Leben gehen würde? Ich denke, jeder Mensch würde eine kleine Unannahmlichkeit wie die PID in Kauf nehmen, wenn er sich damit von einer alptraumhaften Krankheit wie Chorea Huntington befreien könnte. Wenn Menschen nicht bereit sind, das gleiche Opfer für ihr eigenes Kind zu bringen, dann sollten sie auf Kinder verzichten.


    Insgesamt macht der Artikel einen sehr tendenziösen Eindruck.
  • Unsere Kinder Von Morgen

    02.06.2016, Gems
    Natürlich wollen manche Wissenschaftler alle möglichkeiten die vorhanden sind auch ausschöpfen;egal ob es sinnvoll ist oder nicht!
    Mit der Pränataldiagnostik und der Präimplantationsdiagnostik haben Mediziner meiner Meinung nach bereits Machtvolle Instrumente an der Hand!
    Was mich beschäftigt ist ,was passiert wenn Menschen mit Genveräderungen sich fortpflanzen,womöglich mit einemPartner der selbst auch Genverändert wurde!
    Sind die Nachkommen dann noch Menschen oder etwas anderes,besonderswenn sie ebenfalls verändert werden!
    Für mein dafürhalten sind die Forschung in Gentherapien nach Abschluss der Fortpflanzung zu bevorzugen!Auch weilso sicher gestell twird dass eine natürliche Selektion stattfinden kann!
  • Wissenschaft, oder hauptsächlich leeres Getöse?

    02.06.2016, Othmar Kümmel
    Dieser Artikel über Planet X ist wieder einmal ein beredtes Zeugnis für die exorbitant hohe Spekulationsquote der heutigen Wissenschaftler.
    Es ist NICHTS bewiesen, und dennoch werden von diesen "Forschern" die wildesten Spekulationen gleich mit großem Getöse veröffentlicht.

    Unter diesen Bedingungen nimmt es nicht Wunder, dass weite Teile wissenschaftlicher Veröffentlichungen zunehmend nicht mehr ernst genommen werden.
    Seriöse Forschung und deren Ergebnisse sehen anders aus.

    In diesem Zusammenhang ist auch die Sensationsgier verschiedener veröffentlichender Medien mehr als kritisch zu sehen.
    Antwort der Redaktion:
    Zur Ehrenrettung der drei Forscher sei gesagt, dass die grundsätzliche Frage nach den Begegnungen zwischen jungen Sternensystemen durchaus berechtigt und sehr interessant ist.
  • Pandora

    02.06.2016, hermse
    Sehr interessanter Artikel und ein extrem wichtiges Thema. Schön zu erfahren wie Betroffene darüber denken.
    Allerdings ist es in der Menschheitsgeschichte schon immer so gewesen wenn sich ein Möglichkeit aufgetan hat, wurde sie auch verwirklicht/genutzt. Moralische Bedenken wurden zwar geäußert, aber haben einen Einsatz nicht verhindert.
    Von daher ist mit CRISPR/Cas9 die Büchse der Pandora endgültig geöffnet worden und läßt sich niemals schließen. Wahrscheinlich wird es sich dahin entwickeln, das die Reichen sich gentisch optimieren lassen und die Armen weiterhin dahinsiechen. So wie es schon immer war.
  • Plagiat?

    01.06.2016, FK
    Wow, das ist ja einfach eine direkte Überstzung des Original-Artikels in Nature vor ein paar Monaten...
    http://www.nature.com/news/should-you-edit-your-children-s-genes-1.19432
    Antwort der Redaktion:
    Ja, das wird gleich zu Anfang auch mit einem Logo gekennzeichnet. Spektrum der Wissenschaft ist Teil von Nature, und deshalb haben wir das Recht, diese Artikel zu übersetzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktionsleiter Spektrum.de
  • Wer braucht Ethiker ?

    01.06.2016, Ralph Fischer
    In Ethikräten raten selbsternannte Experten, was das Beste für die Gesellschaft sein könnte. Viele davon sind Priester, weil die ja so eine tolle Moral haben.

    Gewöhnlich ruft man Ethikräte dann an, wenn man weiss das man die schlechteren Argumente hat.

    Es gibt nunmal niemanden, der das Recht hat oder haben sollte, den einzigen Menschen ihr Tun vorzuschreiben, die es etwas angeht: Das betroffene Elternpaar.
  • Geht es nicht etwas kleiner?

    01.06.2016, Frank Wohlgemuth
    "Es gibt sicherlich auch andere Gründe für die Knochenfunde in der Höhle, Gründe, die auch Anspruch auf Plausibilität haben." (Jay Martin)
    Jay Martin weist zu Recht darauf hin, dass wir hier eine sehr dünne Beweislage haben, aber auch er geht mir zu weit, wenn er der Bestattungstheorie Plausibilität zuordnet.

    Wenn ich hier lese, dass da aufgrund einer einzelnen Fundstelle mit mehreren Skeletten über einen unbekannten Zeitraum spekuliert wird, dass der Homo naledi vor ca 2,5 Millionen Jahren "mit nur einem Drittel unserer Gehirngröße bereits verstand, was Sterblichkeit bedeutete – und auch eine kulturelle Tradition besaß, die auf diesem Konzept aufbaute", dann weiß ich, dass die, die da spekulieren, sich nie Gedanken über die kulturellen Voraussetzungen des Verstehens der Sterblichkeit gemacht haben - abstrakte Konzepte wie Zukunft verlangen eine bereits sehr weit entwickelte Sprache. Und vom Homo naledi wissen wir nicht einmal, ob er überhaupt in Form von Steinwerkzeugen über eine nennenswerte Kultur verfügte, von einer abstrakten Sprache ganz schweigen. Nach solchen Meldungen erwarte ich demnächst eine Arbeit über die unterschiedlichen religiösen Traditionen der Gorillas.
  • Vermeiden statt herausfischen

    01.06.2016, Herbert A. Eberth
    Dieser Müll wie auch die im Beitrag beschriebene Reaktion darauf sind nichts anderes als das Ergebnis kapitalistischer Wirtschaftsweise: Aus allem und jedem solange Profit herausschlagen wie es geht. Und noch geht offenbar viel - selbst wenn es auch nur der Vorstellung bestimmter Technokraten entstammt, die nach der Devise handeln "Alles, was möglich ist, wird auch gemacht". Wirklicher Fortschritt wäre, wenn aus solchen Verhältnissen und Erfahrungen endlich der Schluss gezogen würde: "Vermeiden statt herauszufischen".