Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Beängstigende Euphorie

    25.02.2012, Norbert Stephan
    Schon während des Lesens dieses Artikels hat sich bei mir ein recht bedrückendes Gefühl bemerkbar gemacht. Mit einer Euphorie ohnegleichen werden Techniken "marktreif" gemacht, die uns eher ängstigen denn begeistern sollten. Diese Techniken sind ganz besonders dazu geeignet, dass sie missbraucht werden - und alle Erfahrungen in der Menschheitsgeschichte zeigen, dass jede neue Technik ihren Missbrauch findet.

    Die Erbgutsequenzierung, die kostengünstig - quasi im Vorbeigehen - möglich ist, macht nicht nur den Menschen hinsichtlich seiner Erbanlagen durchsichtig sondern auch entsprechend manipulierbar. Denn der nächste logische Schritt ist das Einschleusen von veränderter oder völlig fremder DNA auf dem in diesem Artikel beschriebenen Weg. Mit der Integration solcher Techniken in polizeiliche Ermittlungen wird es weitergehen, um dann bei (ungewollten?) Therapien und vollkommener staatlicher Kontrolle zu enden.

    Auch bei Befürwortern sogenannter "wertfreier" Forschung müßten diese Möglichkeiten massivste Bedenken auslösen. Ich bin gespannt,ob dies in künftigen Artikeln diskutiert werden wird.
  • GPS-Daten?

    25.02.2012, Mader Justin
    Wenn aber die "GPS-Daten 60 Nanosekunden weniger für die Strecke durch das Kabel brauchten als erwartet", bedeutet dies aber, dass die tatsächliche Messstrecke länger war als vermutet!
    Dann aber wären die Neutrinos noch schneller gewesen als vermutet. Ein Logikfehler?
    Siehe auch http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/0/0,3672,8481088,00.html
  • Energieentzug durch Windkraft?

    24.02.2012, Dr. Wolfgang Lehmann
    Regentropfen entziehen der Atmosphäre Energie, interessant. Auch Windkraftanlagen entziehen der Atmosphäre Energie - wo sollte sie sonst herkommen? Und beides hat, wie wir für ersteres im Artikel lesen konnten, mit dem Klimawandel zu tun. Nun ist bekannt, dass der Energiebedarf der Menschheit rein rechnerisch aus Windkraft gedeckt werden könnte, man müßte nur genügend Windräder bauen und betreiben. Da fragt sich der Interessierte: Wird denn so via Wind der Atmosphäre nicht zuviel Energie entzogen, mit entsprechenden unangenehmen Nebenwirkungen? Es könnte ausgehen, wie schon geschehen: Wenn der Mensch in die Natur eingreift, richtet er Chaos an.
  • Wechselwirkung des Biosystems

    24.02.2012, Peter Kainhofer
    Die Diskussion über die globale Erwärmung bezieht sich hauptsächlich auf die Mittelwerte und selten auf die Temperaturschwankungen (dynamisches Verhalten der Energieverteilung). Die Zusammenhänge mit unserem Biosystem werden kaum diskutiert. Das exponentielle Schmelzen des Polareises und der Festlandgletscher hat eine weitaus größere Auswirkung auf die Energieverteilung und unser gesamtes Biosystem als man bisher angenommen hat.
    Es wäre wünschenswert, die neuesten Forschungsergebnisse aus der Klimaforschung mit denen der Forschung aus der Biologie zusammenzulegen, um die Wechselwirkungen genauer zu analysieren.
    Vor allem sollten die Medien mehr Verantwortung übernehmen, und die von der Wirtschaft gesteuerten Falschinformationen kritisch hinterfragen.
  • Verwirrende Zahlen von G. Samulat

    24.02.2012, Dr. Michael Rückert
    Enercon schreibt auf seiner Website, dass die 7,5Mw-Anlage im Jahr 14 Millionen kWh erzeugen soll. Diese 14.000 MWh geteilt durch die Nennleistung ergeben zirka 1900 Nennleistungsstunden. 14 Mio kWh geteilt durch 4500 kWh (Energieverbrauch eines Haushalts) ergibt zirka 3000 Haushalte - und nicht wie der Autor schreibt zirka 15.000. Ich finde es enttäuschend, dass eine Wissenschaftszeitschrift diese im Bereich regenerativen Energietechniken oft anzutreffenden unzulässigen Berechnungen akzeptiert. Ich bin k e i n Gegner der regenerativen Energietechniken, finde es aber schade, wenn Entscheidungsträgern auf der Basis falscher Berechnungen Entscheidungen treffen.
    Hier ist das eräwhnte Link zu Enercon:
    http://www.enercon.de/de-de/1207.htm
    Antwort der Redaktion:
    Bitte beachten Sie die Stellungnahmen des Autors: Kommentare 12, 18 und 19!
  • Ist das Heartland Institut nun seriös oder ein gesponserter Lobbyisten Verein?

    24.02.2012, Ralph Dihlmann
    In der Huffington Post, 20. Februar schreibt Gleick:

    ' I can explicitly confirm, as can the Heartland Institute, that the documents they emailed to me are identical to the documents that have been made public. I made no changes or alterations of any kind to any of the Heartland Institute documents or to the original anonymous communication. '

    http://www.huffingtonpost.com/peter-h-gleick/-the-origin-of-the-heartl_b_1289669.html

    Ich habe nun folgende Fragen:

    A. Warum sollte das Heartland Intitute Herrn Gleick gefälschte Dokumente schicken?
    B. Hat Gleick die Dokumente sie selber gefälscht und lügt?
    C. Oder sind die Dokumente doch nicht gefälscht, und es handelt sich um eine Schutzbehauptung des Heartland Instituts?

    Gleicks unlauterer Vorgehensweise hat zu Recht zu seinem Rücktritt geführt. Aber solange diese Fragen nicht geklärt sind kann man sich wohl schwerlich eine Meinung bezügliche des Heartland Instituts bilden.
    Will es seriös arbeiten, oder ist es ein reiner Lobbyisten Verein?



  • Sehr interessant...

    24.02.2012, Ygg
    Danke schön für diesen Beitrag.
  • Nachhilfe in Physik

    24.02.2012, Rainer Grablowitz
    Zum Leserbrief unter der Ünerschrift: "Verwirrende Zahlen", kann ich Herrn Maltes aus Erfurt nur Recht geben.
    Der Autor, obwohl Physiker, präsentiert Zahlen, die nicht nur verwirrend, sondern auch falsch sind.
    In seiner Berechnung der Anzahl der möglichen zu versorgenden Haushalte unterstellt er, dass sein Windrad mit einer Leistung von 7,5 MW die volle Leistung uber 24 Stunden und 365 Tage erbringt, dies halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Ferner frage ich mich, wie es physikalisch moglich ist, 514 Watt zu verbrauchen. Einem Physiker sollte der Unterschied zwischen Energie und Leistung bekannt sein.

    Antwort der Redaktion:
    Bitte beachten Sie die Stellungnahmen des Autors: Kommentare 12, 18 und 19!
  • Befangenheit

    24.02.2012, jansalterego
    Hm, wenn das nächste mal jemand aus dem Saal eine hohe Strafe fordert, probiere ich es mit einem Antrag auf Ablehnung wegen Besorgnis der Befangenheit und lege die o.g. Studie bei.

    Und da sag noch einer, Wissenschaft hätte keinen praktischen Nutzen...

    Aber das Strafmaß, das der Verteidiger im Plädoyer fordert (wenn überhaupt), überlegt er sich doch idR, bevor er den Antrag der Staatsanwaltschaft kennt. Insofern kann der Antrag der Staatsanwaltschaft ja nur dann Ankerwirkung entfalten, wenn man den eigenen Antrag spontan anpasst, was zumindest mir noch nicht untergekommen ist.
  • Ist auch besser so.

    24.02.2012, Luftwaffle
    Stellt euch nur mal vor, wir würden ständig Scherzanrufe aus der Zukunft bekommen. Das wäre höchst irritierend.^^
  • Dystopie

    24.02.2012, renbo
    Der Film "Gattaca" lässt schön grüssen...
    Natürliche Evolution? Nicht, wenn Mensch da seine Fingerchen mit in Spiel bekommen kann, besonders, wenn es Geld zu verdienen gibt. :(
  • Die Zeitmessung galt früh als kritisch

    23.02.2012, Carsten Hucho
    Unkritische Kommentare wie von dem unsäglichen 'pop''Physikanten' Michiu Kaku bei bigthink haben es überdeckt, aber die Offenheit, mit der CERN um Fehlersuche in den Originaldaten bat, war sehr gute Wissenschaft.
    Siehe auch hier http://www.smarts-club.com/2011/10/relativity-remains-relatively.html
  • Sixty Symbols

    23.02.2012, omnibus56
    Bei Sixty Symbols hatte ich einen gewichtigeren Einwand gegen die überlichtschnellen Neutrinos gehört, als sich auf Einsteins (bisher glänzend bestätigte) Relativitätstheorie zurückzuziehen.

    Alle Theorien sind bekanntlich in dem Sinne nur "vorläufig", als dass die Abwesenheit eines sie widerlegenden Experiments nicht beweisbar ist. Das Neutrinoexperiment hätte also durchaus dieses widerlegende Experiment sein können.

    Aber bei Sixty Symbols machte sie darauf aufmerksam, dass man bei der Supernova SN1987A die Neutrinos genau zu der Zeit gemessen hatte, die mit "fast" aber unter-lichtschnellen Neutrinos verträglich war. Wären Neutrinos so schnell wie die CERN-Forscher meinten gemessen zu haben, hätten die Neutrinos 3 Jahre früher hier sein müssen.

    Diesen Widerspruch fand ich "schlagend".
  • Albert

    23.02.2012, ford prefect
    Einstein - CERN 1:0
  • Verzweiflungstat?

    23.02.2012, Jörg Ewers
    Natürlich ist dieses Handeln, also das Erschleichen von Daten, für einen seriösen Wissenschaftler unwürdig. Als Forscher ist man der rationalen Sachlichkeit verpflichtet. (Inwiefern Erschleichen von Daten und gezieltes eindringen in geschütze Systeme und Aneignung von Daten gleichzusetzen sind, sei dahin gestellt.)

    Und so falsch dieses Verhalten ist, bin ich trotzdem in der Lage, diese Handlungen rein menschlich nachzuvollziehen.
    "Jahrelang hatte er sich zusammen mit vielen Kollegen gegen Unwahrheiten, Unterstellungen und Lügen von Seiten bestimmter Klimaskeptiker gewehrt, deren Tun etwa im Falle von "Climategate" ebenfalls die Grenze der Legalität überschritten hatten."

    Wer sich jahrelang auf so einer unsachlichen, deshalb von den Beteiligten oft auch als unfair und persönlich verletzend empfundenen Ebene über Klimaforschung streiten muss, dem unterstelle ich, früher oder später in Versuchung zu sein, mit gleichen Mitteln heimzuzahlen.

    Man darf nicht vergessen, das die Akzeptanz von Wissenschaft davon lebt seriös und sachlich zu sein. Vielleicht sollte man sich überlegen wie man den Forschern, die in diesem Kreuzfeuer steht, besser den Rücken stärken kann, damit sie sich in Zukunft nicht zu solchen Dummheiten hinreißen lassen.