Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • 156 Jahre

    22.11.2017, Ali Alk
    "2050 werden nach aktuellen Schätzungen bereits knapp 500 000 Tonnen [Lithium] gebraucht werden"

    "Tatsächlich gibt es den Rohstoff [Lithium] laut Goll genug: weltweit schätzungsweise 47 Millionen Tonnen"

    Das reicht dann - bemessen am Bedarf 2050 - für 94 Jahre. Aber halt...

    "Goll rechnet damit, dass 2030 zehn Prozent des benötigten Lithiums aus Batterien recycelt werden kann, 2050 gar 40 Prozent"

    Also nochmal 40 Prozent von 94 Jahren dazu, macht weitere 37,6 Jahre und dann nochmal 40 Prozent von 37,6 Jahren, macht 15 Jahre usw. Leider konvergiert diese unendliche Reihe bei schlappen 62,7 Jahren, mit den ursprünglichen 94 Jahren also bei 156,7 Jahren. Setzt man den Startpunkt bei 2050, bekommt im Herbst 2206 der erste Interessent keinen Elektromotor mehr und es braucht die nächste Mobilitätswende.

    Wegen der menschlichen Kreativität (welche Frau Goll in ihren Zahlen allerdings schon berücksichtigt hat) in großer Not, kann man die Zahlen gerne verdoppeln. Aber wer sagt uns denn, dass auf Dauer nur die Mobilität bzw. nur Batterien auf Lithium in so großen Mengen angewiesen ist. Vielleicht gibt es ab 2150 einen großen Nachfragekonkurrenten.

    Man sollte aufhören sich etwas vorzumachen. Wirklich nachhaltig ist nur signifikantes Downsizing in der Mobilität. Für Ebikes reicht das Lithium ewig, für SUVs wie gezeigt nicht. Und wer zu Fuß unterwegs ist, kann das Lithium ohnehin links liegen lassen.

    "Was laufen? Wie soll das gehen? Das dauert ewig?" wird die natürliche Reaktion sein. Und das führt zum entscheidenden Punkt: in Städten, die für Autos gebaut wurden, ist es nur konsequent, dass jede Art der Fortbewegung, die ohne enorme Energiemengen und damit geringeren Geschwindigkeiten auskommt, inakzeptabel, undenkbar, unmöglich erscheint. Deswegen muss sich die Struktur der Städte ändern.

    Und zwischen den Städten muss auf die Schiene gesetzt werden. Schnell, komfortabel, mit hoher Kapazität. Aber schauen Sie sich mal an, wie sich heute die Investitionen in unsere Verkehrsinfrastruktur zwischen Straße, Schiene und Wasserstraßen aufteilen. Da brauchen Sie kein Lithium, da brauchen Sie Valium.

  • Schade ...

    22.11.2017, Robert Orso
    ... dass es nicht möglich ist, eine Sonde hin zu schicken und ihn aus der Nähe zu betrachten oder eine Probe zu nehmen. Zu kurzfristig, zu schnell, zu weit, zu teuer.

    Auf die Theorien über die Entstehung eines so schlanken Himmelskörpers bin ich allerdings gespannt.

    "Vielmehr besteht das Objekt wohl aus Gestein oder Metall"

    Dann winken wir den Besuchern wenigstens beim Vorbeiflug, auch wenn die Passagiere nach ein paar Millionen Jahren Flugdauer wohl schon in ihren Sitzen eingetrocknet sind. ;-)

    Aber natürlich ist das kein interstellares Raumschiff. Eine speerförmige Konstruktion wäre gar nicht so ideal dafür. Zu viel Material für zu wenig Transport Volumen. Im Vakuum ist eine windschnittige Form auch gar nicht notwendig.
  • Trockene Heizungsluft = trockene Schleimhäute

    22.11.2017, Thomas Weyer
    Den wichtigsten Aspekt haben Sie vergessen. Wer sich zuviel und zulange trockener (Heizungs-)luft aussetzt und damit seine Schleimhäute stresst, macht das Tor für die Erkältungsviren weit auf. Mit anderen Worten: Derjenige, der im Bahnabteil die Heizung herunterregelt tut Ihnen einen Gefallen!
  • Ein warmes Klima ist ein gutes Klima, und andere Umstände

    22.11.2017, G. Scholzen
    Man sollte noch hinzu erwähnen, dass Mitte des 19.Jh. die "kleine Eiszeit" zu Ende ging, und es wurde wieder wärmer, aber eben nicht warm genug, um die in Europa rasch ansteigende Bevölkerung zu ernähren. Auch hinterließ das Erbrecht des Napoleonschen "Code Civil" Spuren: In vielen Gegenden wurde bis ca. 1800 der Bauernhof auf einen der Nachkommen übertragen, ab der Franzosenzeit musste geteilt werden durch viele Kinder, was zu einer Verarmung führte, obwohl "gerecht" geteilt wurde (Stockgut).
    Auch sollte darauf hingewiesen werden, dass sich erst Anfang des 20.Jh. eine allgemeine Kunstdüngung in der modernen Landwirtschaft durchsetzte.
    Und außerdem gab es nach den USA hin keine Einwanderungsbeschränkungen.
    Also, warum zu Hause bleiben in good old Europe und arm bleiben?
  • Komisches Schwimmbecken

    22.11.2017, Thomas Marx
    50-m-Becken sind normalerweise 25 m breit. Bei 75 Litern Urin und "einem Liter Urin pro 11 000 Liter Wasser ergäben sich 825 Kubikmeter Wasser als Inhalt.
    Damit wäre das oben beschriebene Becken nur 66 cm tief, also ein Plantschbecken. Wer da reinpinkelt, kann den Artikel aber sowieso erst in 10 Jahren lesen.
    Oder Sie nehmen die Mindestwassertiefe für Schwimmwettbewerbe (2m) an. Dann wäre Ihr Becken 8,25 Meter breit und eher ein kleiner Fluss.

    Wäre es aber, wie viele anderen Becken, 50 x 25 m und im Schnitt 2,5m tief, dann wären 3125 Kubikmeter Wasser darin und dann käme bei 75 Litern Urin ein Liter "gelb" auf 41 666 Liter Wasser.
  • Wissenschaft vs. Religion

    22.11.2017, Thomas Marx
    Sobald eine Wissenschaft zur Religion wird, kann man sie abschreiben. Das erkennt man zum Beispiel daran, daß Kritiker als "Leugner" diffamiert werden, zwei grundverschiedene Dinge.
    Da könnte man auch gleich "Ketzer" sagen um damit wenigstens zu zeigen, auf welchem wissenschaftlichen Niveau man selber steht.

    Das gleiche gilt für wissenschaftliche Unredlichkeit. Entdeckt man eine und die wird nicht korrigiert, kann man die Validität des Rests als nicht-Fachmann nicht beurteilen. Letztes Beispiel sind m. E. die Korrekturen der Wassertemperaturen des Atlantiks anhand der im Vergleich zu früher, wo im Kühlwasser der Schiffe gemessen wurde, viel genaueren Messdaten der Satelliten und Bojen.
    Warum man deren Messdaten um 2 Grad nach oben korrigieren muss, damit sich wieder eine Linearität ergibt und nicht die Messdaten der Schiffe, von denen jeder weiß, dass sie zu hoch waren, nach unten, erschließt sich mir nicht.
    Man wollte sich wohl eine öffentliche Diskussion über "Knicks" in Messdatendarstellungen ersparen.
    Und genau das ist der nächste Punkt: Wissenschaft, die Diskussionen aus dem Wege geht, ist keine.
    Da braucht man mit der Überschrift dieses Artikels garnicht mehr anzufangen: man muss und kann ein Klima nicht "retten". Es ist weder krank, noch stirbt es.

    Es ändert sich nur. Aber wir alle ändern uns im Laufe der Zeit und niemand muss uns allein deshalb "retten".
    Man kann versuchen, gewisse Änderungen zu verhindern oder rückgängig zu machen. Aber damit rettet man nicht das Klima, sondern sich selbst.
  • Meteoritenfall durchaus möglich ...

    22.11.2017, J. Woker
    Wenn die Beobachtung korrekt ist und das Schallereignis der Feuerkugel korrekt zuzuordnen ist kann durchaus eine Restmasse auf dem Boden angekommen sein, schade dass die Bedingungen für einen Fund durch die Jahreszeit sehr schlecht sind. Das Video ist auf jeden Fall spektakulär. Man achte auf den Schattenwurf.
  • Ein Licht ist mir aufgegangen

    22.11.2017, Thomas Marx
    Stellen Sie sich das menschliche Gehirn als riesige Kolonie dieser Alge vor, oder, wenn Sie, wie ich, damit Schwierigkeiten haben, als ständig in schneller Folge funkelnden Weihnachtsbaum mit hunderten von Millionen von kleinen Lichtern. Jedesmal, wenn eines brennt, entspricht das einer "1" im Binärkode eines Computers, "nicht brennendes Birnchen" ist eine "Null".
    Jede Kombination aus Einsern und Nullen ist ein Gedanke, ein Gefühl, ein Sinneseindruck.
    Die Spannungen erzeugt man über das Öffnen und Schliessen kleiner Ionenkanälchen in der Zellmembran, die wiederum über Rezeptoren verfügen, an die Neurotransmitter und "Short Messengers" an- und wieder abdocken.
    Die große Zahl solcher Rezeptoren bedingt, das ab und zu ein "Schlüssel" im "Schloss" steckenbleibt und diesen dauerhaft blockiert.
    Um diesen Rezeptor nicht dauerhaft zu verlieren, muss man also Reparaturmechanismen haben, die den kleinen "Lichtschalter" wieder "gängig" machen.
    Und wie macht man einen klemmenden Lichtschalter wieder "gängig"? Indem man zunächst hundertmal hin- und herschaltet.
    Das macht auch das Gehirn (im Prinzip). Dabei gibt es aber ein Problem: man erzeugt "Einsen" und "Nullen", die validen Gedanken und Sinneseindrücken entsprächen und ein Individuum den Bezug zur Realität verlieren lassen würden.

    Also schaltet man das Denkorgan aus (Schlaf) und repariert in diesem Zustand. Die dabei (zufällig) erzeugten Gedanken nennt man "Traum".
    Ist der Schlaf-Wachrhythmus gestört und diese Arbeiten finden im Wachzustand statt, hat das Individuum eines Psychose, hört "Stimmen", ist "schizophren".
    Sind die Reparaturmechanismen insuffizient, gehen progressiv immer mehr Rezeptoren, die während des Lebens nicht mehr neu gebildet werden können, endgültig verloren.
    Soetwas nennt man dann "Morbus Alzheimer" oder "senile Demenz".
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse gehören in ein Gesamtkonzept

    22.11.2017, Dr. Holger Casselmann
    Es ist schon erstaunlich, dass die Gegner der Evolutionslehre die Erkenntnisse der Archäologie, der Geologie, der Biologie usw. leugnen, aber gleichzeitig mit Navigationssystem in Auto fahren und ihr Handy benutzen, die u.a. Anwendungen der Quantenphysik und Relativitätstheorie sind und damit gern akzeptiert und benutzt werden. Was nicht in das Weltbild passt, wird ausgeblendet. Das ist aber in der Wissenschaft nicht möglich. Es wurde allerdings auch festgestellt, dass der IQ der Menschheit wieder abnimmt. Vielleicht ist des Anteil der Wissenschaftsleugner ein gutes Indiz dafür.

    Hat also der Teufel die Dinosaurierskelette im Boden versteckt, um die Menschen zu verwirren?
  • Ruthenium 106 - Zerfall

    21.11.2017, Klaus "Perry" Pago
    /besserwisser_ein/
    Ruthenium 106 zerfällt nicht zu Rhenium 106 (gibt es nicht) sondern zu Rhodium 106
    /besserwisser_aus/
  • Im Mutterleib gibt es kein Oben und Unten

    21.11.2017, Prof. Dr. Karsten Löhr
    Dass das Oben oder Unten von "Gesichtspunkten" eine Rolle vor der Geburt spielen soll, wäre insofern erstaunlich, als Föten kopfüber im Mutterleib "schweben", also keine Raumorientierung haben. Zudem wird die optische Abbildung im Auge verkehrt herum projiziert und erst in den ersten 2 Wochen nach der Geburt lernt ein Neugeborenes, diese Projektion "umgekehrt" zu interpretieren. Daher scheint es doch recht zweifelhaft, ob die Orientierung von 3 Punkten tatsächlich auf eine Präferenz hindeuten kann. Eher würde man vermuten, dass bei den nächsten 20 Versuchen auch eine andere "Signifikanz" beobachtbar würde.
  • Antwort auf Stellungsnahme

    21.11.2017, HF
    Ich glaube hier wird von unterschiedlichen Ebenen gesprochen. Die Debatte über den "Hiatus" wurde meiner Meinung nach hauptsächlich von der Öffentlichkeit (Blogs, Zeitungen, Anhörungen im US-Kongress) in die Wissenschaft getragen, in der manche sich genötigt fühlten darauf einzugehen. In der Klimaforschung ist der Anteil derer, die hier einen Hiatus sahen, sehr klein. Man weiß um das Problem zu kurzer Zeitreihen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden dennoch oft mit Bezug auf diese Debatte präsentiert und in den Einleitungen der Veröffentlichungen wird darauf Bezug genommen. Es gab deswegen auch die Debatte, inwieweit man den Begriff Hiatus überhaupt erwähnen solle, da man diesen als wissenschaftlich fehlerhaft ansah und dadurch der Anschein eines Problems erweckt werden würde, welches keines ist.
    Fachartikel die den Begriff erwähnen oder Artikel, auch wenn diese in namhaften Zeitschriften erscheinen bedeuten jedoch nicht, dass es sich hier um ein ungelöstes konträr diskutiertes Problem für die überwiegende Zahl der Wissenschaftler handelt. Dies wird am Anfang dieses Spektrum-Artikels meiner Ansicht nach ein wenig suggeriert. Hier wird von _fehlendem_ Erwärmungstrend gesprochen (zu kurze Zeitreihe, statistisch nicht haltbar) und jahrelanger Debatte. Stattdessen ist es eine Minderheit von Wissenschaftlern oder Bloggern und auch Journalisten, die dies zu einem ungelösten großen Problem stilisieren. Natürlich gewinnt man Erkenntnisse dazu, schaut sich die Energieflüsse an, verbessert die Abdeckung und Instrumente, verringert Unsicherheiten etc. und kann damit oftSchwankungen auf kürzeren Zeitskalen erklären die dann über kurze Zeiträume den darunterliegenden Trend überdecken, wie auch in der zitierten Veröffentlichung.
  • Subkortikale Steuerung

    21.11.2017, Klaus Ronnbeberger, Preetz
    An sich sind die Artikel recht interessant. Ich vermisse aber einen Verweis auf Prof. Achim Peters aus Lübeck, der schon vor Jahren das "selfish brain Prinzip" entwickelt hat. Vor allem sein Bild des Verkehrsstaus ist sehr verständlich, die Ursache liegt an der Spitze (Gehirn) und nicht in der Mitte (Bauch). Letztlich steuern die subkortikalen Gehirnzentren unsere Energieaufnahme und Verteilung. Und das Gehirn lässt sich nicht betrügen durch Aromastoffe und Ersatzstoffe.
  • Peters Doku

    21.11.2017, Matthias
  • @Robert Orso

    21.11.2017, Robert Windhager
    Egalitäre Gesellschaften sehen nicht nur aus der Ferne nach Rückschritt aus, sondern auch wenn man sie mit der Lupe betrachtet:

    Vergleichen Sie zB das höchst ungleiche China mit asiatischen Reiternomaden:
    Dann werden Sie feststellen, dass die Nomaden zwar wesentlich egalitärer waren, aber kaum etwas Bleibendes hinterließen. Weder in Wissenschaft/Innovation, Kunst, Architektur/Infrastruktur oder sonstwie.
    China war zwar höchst ungleich, hat aber den Menschen im Schnitt wesentlich mehr Wohlstand gebracht und mehr an Kunst/Kultur/Innovation/Infrastruktur hinterlassen als sämtliche 'gleichere' Nachbarkulturen.

    Oder vergleichen sie das 'ungleiche' Athen mit dem wesentlich egalitärerem Sparta: Was hat Athen und was hat Sparta hinterlassen?

    Gleiches trifft auf Kapitalismus vs Kommunismus zu:
    Die Menschen in BRD waren zwar ungleicher als in der DDR, trotzdem haben aber nahezu alle Westdeutschen einen höheren Lebensstand gehabt als ihre Nachbarn im Osten.
    Der Reichtum des Westens/Kapitalismus hat mehr als nur einigen wenigen zu Wohlstand verholfen. Die Gesellschaft als Ganzes hat profitiert. Das betrifft auch jeden einzelnen.