Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Art und Wirkung der Ernährung

    29.07.2016, Hr. Wegner, Hamburg
    Es würde mich interessieren, inwieweit die Art der Ernährung zur Unruhe beziehungsweise Entspannung beiträgt.
    Ähnlich den geschilderten Schimpansen ernähre ich mich von Wurzeln, Samen und Gemüse als Nahrungsgrundlage, also vegan. Seitdem bin ich insgesamt ruhiger geworden, esse zweimal täglich regelmäßig und nasche nicht noch andauernd zwischendurch. Dabei arbeite ich geistig oft viel. Als ich noch regelmässig (tier-)fettreiche und zuckerhaltige Nahrung zu mir nahm, war ich wesentlich unruhiger und hatte oft Appetit auf Kleinigkeiten wie Chips, Kekse etc.
    Den Aspekt der Art und Wirkung von Ernährung in die Forschung zu diesem Thema miteinzubeziehen, könnte gegebenenfalls zu noch differenzierteren Schlussfolgerungen führen.
  • Hybris oder Ignoranz?

    29.07.2016, Manfred Bühner, Freiburg i. Br.
    Sie berichten über einen Artikel in Science (352, 1449-1452, 2016). Dieser Bericht spiegelt die Hybris der Astronomen beim Thema „Leben“ ebenso wider wie ihre Ignoranz in Sachen Biochemie. Was, bitte schön, haben chirale Moleküle im All mit der Entstehung des Lebens auf der Erde zu tun? Natürlich nichts, aus zwei Gründen:
    1.) Die frühe Erde vor 4 Milliarden Jahren hatte alle Chemie, die für das Leben erforderlich war, da brauchte man keine Lieferungen aus dem All.
    2.) Natürlich spielen chirale Moleküle in der Biochemie eine große Rolle, aber die Chiralität ist bedingt durch die chemische Struktur der Moleküle, ihre Verwendung ihat nichts damit zu tun. Propylenoxid kommt in der Biochemie sowieso nicht vor, und wenn es sich umlagert, entsteht entweder Azeton oder Propionaldehyd, beides nichtchirale Substanzen. Chiralität ist in der organischen Chemie ein Allerweltsphänomen, die allermeisten Substanzen sind chiral außer den ganz einfachen. Chiralität tritt immer dann auf, wenn ein Molekül keine Spiegelebene aufweist, das heißt, wenn ein Kohlenstoffatom an vier verschiedene Liganden bindet; und das kommt bei großen Molekülen oft vor.
    Chirale Moleküle wie Propylenoxid existieren nicht in „mehreren“ räumlichen Anordnungen, sondern in genau zwei, die sich verhalten wie Bild und Spiegelbild. Diese beiden Formen stimmen nicht „in wesentlichen“ Eigenschaften überein, sondern in allen physikalischen und chemischen; die einzige Ausnahme ist die chemischen Reaktivität, wenn sie mit anderen chiralen Molekülen zusammentreffen, zum Beispiel in Biochemie und Physiologie.
    Natürlich erlauben die Spektren keine Rückschlüsse über die relative Häufigkeit der beiden Formen. Da alle physikalischen Eigenschaften identisch sind, ist das nicht möglich. Ich bin sehr gespannt darauf, welcher Art die „künftigen Messungen“ sind, die da weitere Aufschlüsse geben sollen.
  • Naja

    29.07.2016, Daniel P
    Eine Samplesize von 7 ist allerdings sehr dürftig. Auch in der Nichtflieger-Gruppe sind es nur 35 Personen.

    Ist es nicht wesentlich erstaunlicher, dass die Non-Flight-Gruppe im Schnitt im Alter von 53,3 Jahren verstorben ist, während die Apollo-Lunar-Gruppe im Schnitt mit 65,2 Jahren verstorben ist (table 1)? Andersherum kann man auch beobachten, dass die Nichtflieger auffallend häufig in Verkehrsunfällen ums Leben kamen - 53 % im Gegensatz zu 14 % bei den Apollo-Astronauten (also einer) und zu 5 % bei der US-Population, die zum Vergleich herangezogen wurde (table 2). Und wer in (vermutlich) relativ jungen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, kann logischerweise keinem Herz-Kreislauf-Leiden mehr erliegen. Und das müssen bei den Nichtfliegern somit schonmal 18 von 35 gewesen sein.

    Weiter habe ich mir die Studie nicht mehr angeschaut, aber die Ergebnisse scheinen mir schon sehr schwammig zu sein.
  • Apollo 9

    29.07.2016, Friedhelm Breinig
    Apollo 9 hat den Erdorbit nicht verlassen, so dass in Summe 27 Astronauten den Erdorbit verlassen haben. Hiervon sind bislang sieben verstorben, davon drei an Herz-Kreislauf-Krankheiten = 43%. -- Für ernsthafte Rückschlüsse erachte ich die Zahl auch für viel zu gering.
  • Wissensschaftler oder politischer Aktivist?

    29.07.2016, L.Schaber
    Kritische Anmerkung zu folgendem zitat aus dem Text "Guerilla- Historiker":

    "...Als Historiker müssen wir proaktiv Themen setzen, müssen glaubhaft vertreten, worin der positive Reiz etwa von Internationalität und sozialer Gerechtigkeit liegt." (Zitatende)

    Was die politische Intention angeht , stimme ich dem dem Zitat zunächst mal zu. Erhebliche Bauchschmerzen bereitet mir aber , dass der Autor in seiner Eigenschaft als Wissenschaftler (Historiker ) spricht.
    Wenn es in der Zunft der Historiker keinen Unterschied mehr zwischen persönlich subjektiven (gesellschaftspolitischen) Meinungsäußerungen (und seien diese auch noch so richtig) - und objektiver Forschung gibt, sehe ich schwarz für die (intellektuelle) Glaubwürdigkeit dieser Zunft.
    Statt argumentativ über rechtsnationale Vorurteile und rechte wie auch linke Klischees aufzuklären, liefert man dem politischen Gegner freiwillig berechtigte Angriffspunkte, um sich dann (etwas scheinheilig) über massive Gegenangriffe zu beschweren.
  • Gelassenheit

    29.07.2016, TOK
    Es sind doch nur Mücken! Nicht mal viele. Man sollte sich einfach nicht so drüber aufregen und es hinnehmen, schon das hilft. Mücken gehören einfach zum Leben, wie ab und an mal Regen, ab und an mal 30 Grad im Schatten. Alles keine Gründe, sich aufzuregen, sich überhaupt Gedanken zu machen. Probiert es einfach mal.
    Noch ein Tipp von mir: Ein paar Jahre hintereinander Campingtouren durch Nordeuropa machen und die paar Mückenstiche, die man hierzulande kriegt, schwellen in kürzester Zeit ab und jucken kaum noch.
    Viele Grüße
  • Nicht Drachen, sondern Wyvern sind markante Elemente der Fernsehserie "Game of Thrones"

    29.07.2016, N. Stark
    Leider wird in der Serie "Game Of Thrones" nicht korrekt zwischen den beiden fiktiven Spezien unterschieden:

    Drachen besitzen stets vier Beine, Wyvern dagegen nur zwei:
    " A dragon-like creature with wings but only a single pair of legs is known as a wyvern. " [1]

    Insofern handelt es sich bei den Wesen in der Serie um Wyvern und nicht um Drachen.

    [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Dragon
    https://en.wikipedia.org/wiki/Wyvern
    Antwort der Redaktion:
    ok, erwischt - ich bin keine GoT-Experte, sondern habe mich auf das Wiki dazu verlassen.

    Viele Grüße
    Daniel Lingenhöhl
  • Jäger und Sammler

    28.07.2016, Robert Orso
    Da findet man gerade mal ein(!) Exemplar einer bisher noch nie beobachteten Lebensform und schwups - schon wird sie aufgeschnitten und untersucht.

    Ich bin kein Unterwasser Experte, aber für mich hat das ausgesehen als ob der Stil noch dazu gehört. Man hätte also quasi nur den "Kopf" abgerissen.

    Ich verstehe die Neugier. Mich interessiert auch worum es sich dabei handelt, aber das einzig bekannte Exemplar zu töten halte ich nicht für gute Wissenschaft. Das ist schon ganz nah an der Motivation mancher Jäger das letzte Exemplar einer Art zu erlegen um der Geschichte der Welt auf ewig den Stempel aufzudrücken.

    Ich habe beim Tauchen gelernt: Nur gucken, nicht anfassen!

    Für eine DNA Probe hätte auch ein ganz winziges Stückchen gereicht.
  • Apollo-Astronauten sterben öfter an Herz-Kreislauf-Krankheiten

    28.07.2016, Hans-Michael Hönig
    Das Ergebnis dieser sogenannten Untersuchung ist für mich total unseriös. Aus einer so geringen Zahl von Personen Rückschlüsse zu ziehen würde sich für jeden ernsthaften Wissenschaftler verbieten. Unabhängig davon ist die Untersuchung auch noch sachlich falsch, da die Astronauten von Apollo 8 bis 17 (= 10 Missionen) den Erdorbit verlassen haben - was einer Gesamtzahl von 30 Astronauten entspricht. 3 Astronauten sind an Herz-Kreislauferkrankungen gestorben - also 10 Prozent und nicht etwa 43 Prozent.
  • Erfahrungen aus der Elektrotechnik

    27.07.2016, macnesium
    Ich bin Doktorand in der Elektrotechnik und kurz vor der Abgabe meiner Dissertation. Meiner Erfahrung nach haben Veröffentlichungen die einen Peer-Review-Prozess durchlaufen haben mehr Quallität als die meisten Doktorarbeiten. Von daher ist es meiner Meinung nach durchaus sinnvoll in seiner Doktorantenzeit eine solche Veröffentlichung anzustreben und in der Doktorarbeit weiterzuführen. Bei uns ist auch mindestens eine solche Veröffentlichung verpflichtend.
    Darüberhinaus sollte man sich auch die Frage stellen, ob die Quallität nicht zwangsweise leidet, wenn im Hintergrund ein starres Universitätssystem steht. Es ist mitunter gar nicht so einfach Förderungen für die "richtigen" Forschungsbereiche zu bekommen, wenn andere Fachbereiche, welche die entsprechenden Gremien dominieren, sich das wenige Geld gegenseitig zuschaufeln, was in Deutschland für universitäre Forschung übrig ist.
  • Beschreibt "Studenten" wirklich gut Promovierende

    27.07.2016, Daniel Münch
    Mussten die "students" des Originals kommentarlos mit "Studenten" übersetzt werden? So vielfältig die Ansprüche an Dissertation und mündliche Prüfung sind, so unterschiedlich sind auch die Umstände, unter denen es passiert. Manche promovieren in starkt strukturierten Programmen, die tatsächlich einem Studium ähneln (und im angelsächsischen Raum üblich sind). Andere sind wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, mit eigenen Aufgaben in Lehre oder akademischer Selbstverwaltung. Betreuen Abschlußarbeiten von Studierenden, koordinieren Forschungsprojekte, organisieren Tagungen,...
    Oder sie promovieren quasi als Hobby parallel zum "Brotjob". Da wäre der Begriff "Promovierende" oder "Doktorand*innen" sicherlich besser gewählt, da breiter. Ich promoviere an einem Lehrstuhl und trotz relativ studentischer Lebensweise (wohnen im WG-Zimmer, Mittagessen meist in der Mensa) sehe ich mich nicht mehr als Student, und manchen anderen (nicht allen) geht es ähnlich. Sogar manchmal auch jene, die von den Universitäten als Promotionsstudierende verwaltet werden.
    (von den Problemen durch das generisch-maskuline Studenten statt Studierenden ganz zu schweigen)
  • Wechseljahre - Lebensphase

    27.07.2016, Maria Linhardt
    Ich stimme da zu, dass die Wechseljahre eine Lebensphase sind. Eine Frau muss das einfach akzeptieren und die Unterstützung von Familie und Freunden ist nicht zu unterschätzen. Was auch sehr wichtig ist, wie individuell die Fälle sind und dementsprechend auch die Behandlung. Ich hatte zum Glück kaum Probleme, für meine Schwester dagegen hat sich plötzlich alles geändert. Wenn die Beschwerden sehr schlimm sind, ändert sich einfach die Lebensqualität - sie konnte nicht schlafen, sie hatte jeden Tag Angst, was passieren kann, wenn sie im Büro ist. Ich bin mir nicht sicher, ob das die Ursachen für ihre Stimmungsschwankungen waren oder die Stimmungsschwankungen an sich zu den Beschwerden gezählt werden können. Sie hatte auch eine ganz negative Einstellung zu der Hormonersatztherapie und wollte auf keinen Fall damit anfangen. Ich habe für sie einen Yoga Kurs gebucht, dazu hat sie Phytoserms genommen (Isoflavon Dr. Böhm) und nach einiger Zeit ist ihr schon viel besser gegangen. Ich finde es ist auch eine große Verantwortung für die Ärzte selbst, die müssen sich rechtzeitig informieren, was solche Studien betrifft. Und die Entscheidung, ob und welche Hormonersatztherapie nötig ist, hängt von der Patientin ab. Es ist sehr invdividuell bei jeder Frau, was helfen kann.
  • Erstaunlich

    27.07.2016, peter
    selbst 60° heißem Wasser und Pulverwaschmittel gegenüber ist der Schleim gut beständig. Zu Schmierzwecken für höhere Belastungen ist er allerdings nicht geeignet, da unter höherem Druck die Schmierwirkung stark nachlässt.

    Im eingetrockneten Zustand erscheint der Schleim für die ersten Sekunden der neuerlichen Benetzung mit Wasser sogar wasserabweisend.
  • Vielleicht in der Uckermark?

    26.07.2016, Tom
    Auch in Mecklenburg-Vorpommern könnte es dafür Regionen geben....
  • zu 4. Replik - von Fritz Kronberg

    26.07.2016, Brunhild Krüger

    Sehr geehrter Herr Kronberg,
    ich war wirklich überrascht zu lesen, was Sie aus meinen Zeilen herausgelesen haben, was ich damit meinen könnte. Die Abschaffung der Menschheit z. B. liegt NICHT in meiner „Logik“.

    Doch ich sehe auch z. B. im „Frankenstein“ das Bild eines verantwortungslosen Wissenschaftlers, der glaubt, alles, was er tun kann auch tun zu dürfen, und der ethische Vorgaben für die Arbeit nur als Hemmschuhe der Wissenschaft abqualifiziert.

    Sie werden überrascht sein, wenn ich Ihnen versichere, dass ich leidenschaftliche Wissenschaftlerin (Physikerin) bin, die natürlich (!) wissenschaftsoptimistisch denkt und mich immer wieder über alle echten Fortschritten der Wissenschaft freue, ja geradezu begeistert bin, was heute seitens der Wissenschaft an positivem für die Menschheit und die Erde als Ganzes möglich ist.

    Ebenso kann man sicher nicht leugnen, dass die von Ihnen erwähnte Risikoabwägung nicht immer funktioniert, dass Schäden nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden können bei moderner wissenschaftlicher Arbeit und dass deshalb jeder Eingriff seitens der modernen Forschung und Wissenschaftsanwendung in die Biosphäre SEHR GUT ÜBERLEGT SEIN MUSS.

    Ich bin sogar so optimistisch zu glauben, dass wir es gerade auch mit Hilfe der Wissenschaft schaffen können, die von den Menschen bisher schon verursachten Schäden an der Erde (Plaste in den Weltmeeren, Atommüll, Raubbau an der Natur für Rohstoffe usw.) wieder zu beseitigen.

    Deshalb habe ich ja gerade darauf verwiesen, dass die leider sehr starken außerwissenschaftliche Interessen von Wissenschaftlern nicht das Vertrauen in die Wissenschaft stärken (gefälschte Messungen, Gefälligkeitsgutachten, manipulierte Studien) und habe gemeint, dass die ethischen Aspekte der Wissenschaft - die Verantwortung der Wissenschaftler - hier im SPEKTRUM eine größere Rolle spielen sollten.

    Übrigens fand ich auch die Formulierung in der Überschrift - dieses „DOCH“ - sehr interessant!

    Ich hoffe, mit dieser Antwort können wir uns etwas annähern? Ansonsten wäre eine Fortsetzung unserer Diskussion außerhalb der Kommentarfunktion von SPEKTRUM vielleicht möglich.

    Herzlichst
    Ihre
    Brunhild Krüger