Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Alzheimertherapie

    28.11.2011, Georg A. von Breunig, München
    Die Akzheimererkrankung kann sehr wohl gestoppt, wenn nicht sogar geheilt werden. Lesen Sie bitte den Artikel im Heft 66 des Schweizer Magazins "ZeitenSchrift" "Zurück von der Reise ins Vegessen!" vom Juni 2010, welcher ebenfalls im Internet zu finden ist.

    Ein in Wolfratshausen bei München praktizierender Arzt namens Dr. med. Oliver Seemann hat am meisten Erfahrungen mit dieser Magnetimpulstherapie bei Alzheimerpatienten, weil er diese Therapie seit 2002 einsetzt und dabei bei seinen bisher mehr als 200 therapierten Patienten entsprechend eigenen Angaben Erfolgsraten von mehr als 80% erreicht. Die Behandlung ist dabei vollkommen schmerz- und nebenwirkungsfrei.

    Kontaktieren Sie denselben, falls Sie Probleme in dieser Richtung haben.
  • Zweifellos möglich - aber nicht sofort

    28.11.2011, Hartmut Schirneck, 93053 Regensburg
    Ich wollte es von Anfang an nicht recht glauben, daß das betreffende Bakterium GFAJ-1 (so heißt das Viech) uns den Gefallen tun sollte, wir könnten mal erfolgreich Frankenstein spielen. Der erste Faupax ist es, mit einem Ergebnis aus schlampigen Versuchsdurchführungen an die Öffentlichkeit zu gehen, der zweite, daß die Jedermann-Presse daraus gleich eine Alien-Story drehen muß. Man weiß, daß Laien sich außerirdisches Leben gerne als besonders bizarr und phantastisch vorstellen. Das aber wäre erstens sehr unwahrscheinlich und zweitens auch gar nicht nötig. Schaut man sich den biochemischen Teil der Evolution auf der Erde etwas genauer an, stößt man auf ein paar einfache Grundsätze, die wahrscheinlich für den ganzen Kosmos gelten. Über sehr lange Zeiträume wird sicher vieles möglich. So auch der Einbau anderer Elemente in lebenswichtige Biomoleküle. Nicht aber sofort. Z.B. hat das erste Auftreten von freiem Sauerstoff am Ende des Präkambrium nahezu alles bis dahin entwickelte (anearobe) Leben ausgerottet. Noch für die anearoben Einzeller von heute ist Sauerstoff ein tödliches Gift. Die wenigen "Überlebenden" von damals lernten zunächst, sich gegen dieses sehr reaktionsfähige Gas zu schützen und später sogar, dessen enormes Energiepotenial für sich zu nutzen. Indem sie die Oxidationsmechanismen ihres Stoffwechsels auf die Nutzung von Sauerstoff umstellten. Ganz ähnlich könnte vielleicht auch der Austausch von Phosphat durch Arsenat auf sehr lange Sicht möglich werden. Ganz auf die Schnelle aber bringt das Arsenat den Tierchen den sicheren Tod. Wenn Wikipedia über Arsen und Phosphor schreibt, die beiden wären sich sehr ähnlich, ist das nicht einmal falsch. Aber falsch aus der Sicht der Biochemie. Unterschiede wie z.B. die weitaus leichtere Reduzierbarkeit von As(V) (Arsensäure) gegenüber P(V) oder die extrem verschiedene hydrolytische Stabilität analoger As- und P-Verbindungen gegenüber Wasser bei normaler Temperatur machen beide Elemente aus der Sicht eines lebenden Organismus unvereinbar. Überhaupt gibt es nur eine einzige Klasse von Elementen, die in einem Organismus ohne schlimmere Folgen austauschbar wären, nämlich die Metalle der Seltenen Erden. Die aber spielen in der Biochemie gar keine Rolle, sie kommen in lebenden Zellen gar nicht vor. Wöllte man derartige Möglichkeiten experimentell untersuchen, müßte man schon "Evolution spielen" und einen Organismus von extrem kurzem Generationszyklus (einige Stunden) mindestens 30 Jahre lang in der Glovebox isolieren und beobachten. Wäre nach (wirklich) völligem Phosphat-Entzug und Ersatz durch Arsenat nach einem Jahr auch nur 10% des Zellbestandes noch am Leben, dann wäre (bei wirklichem Ausschluß aller Fehlerquellen) die Sensation zweifelsfrei. Lediglich, ob dies wirklich den Status einer Sensation hätte, wäre dann noch fraglich. Zu den Naturkräften gehört auch der Überlebenstrieb lebender Materie. Die Natur ist ständig am Optimieren und im Katastrophenfall dabei, Alternativen zu suchen. Dennoch gibt es für die phantastische Annahme, Leben auf fremden Planeten könne völlig anders aufgebaut sein und in bizarrer Weise funktionieren, gar keinen Anlaß. Z.B. sind Organismen (auch wir) aus nur wenigen essentiellen Elementen aufgebaut, die sich fast an 10 Fingern abzählen lassen: Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel, Natrium, Kalium, Calcium. Dies sind allesamt leichtere Elemente, also solche mit relativ niedriger Kernladungszahl. Die schon im normalen "Lebenszyklus" massrereicher Sterne (wie der Sonne) durch Fusion gebildet werden und damit im gesamten Universum außerordentlich häufig sind. Elemente höher als Eisen, die nicht mehr mit positiver Energiebilanz in der stellaren Nukleosynthese durch Fusion entstehen können, sondern erst bei einer Nova (durch Neutroneneinfang) sind auf der Erde zwar ebenfalls vorhanden, kommen aber im lebenden Organismus fast gar nicht vor, zumindest nicht als zwingender Bestandteil. Das heißt, die Evolution hat die schweren Elemente überhaupt nicht benötigt! So wird auch auf einem beliebigen Exoplaneten kein Einzeller es nötig haben, Phosphor durch Arsen zu ersetzen. Ganz einfach, weil Phosphor ohnehin viel häufiger als Arsen ist und in der Evolution sowieso von Anfang an Verwendung fand. Die Menschen lieben es, sich Unbekanntes gerne besonders phantastisch auszumalen. Sie könnten enttäuscht sein, wie "gewöhnlich" Organismen auf einem Exoplaneten womöglich aussehen würden. Denn dort kocht die Natur auch nur mit Wasser. Und mit Phosphat. Das schwerste essentielle Element, das mir im Moment einfällt, ist tatsächlich Eisen (im Hämoglobin, mit Eisen als Zentralatom). Wäre angenommen Kupfer leichter als Eisen und damit im Universum häufiger als dieses, hätte die Evolution womöglich einen Sauerstofftransport-Mechanismus auf Kupferbasis entwickelt [ständiges Redox zwischen Cu(I) und Cu(II)]. Da aber Eisen überall im Universum häufiger als Kupfer ist, würde es auch nirgendo notwendig sein, eine Art Kupfer-Hämoglobin zu entwickeln.

    All unser Wissen und unsere logischen Annahmen sprechen also dafür, daß für die Entstehung von Leben und eine anschließende Evolution nur ein paar wenige der leichteren chemischen Elemente nötig sind. Selbst Kulturen mit Schrift und Sprache können sich daraus entwickeln. Der Witz ist aber, daß für den Übergang von einer Kultur mit primitivem Werkzeug zu einer technischen zivilisation mit Raumfahrtpotential die schweren Elemente dann tatsächlich gebraucht werden! Die ersten Eisenbahnen und Automobile kamen noch ohne sie aus. Auch Drucklettern hätte man vielleicht auch noch ohne Blei entwickeln können. Die Fotografie aber benötigt schon Silber, die Kernenergie noch schwerere Elemente und ohne Kupfer, Silber, Gold, Antimon, Zinn, Arsen und Gallium hätte der Computer, mit dem wir heute schreiben, gar nicht erst gebaut werden können. Damit könnte man fast in bedeutungstrunkenes Philosophieren abgleiten: für den Jäger mit Faustkeil und die Frau, die das Korn mahlt, braucht die Evolution nur die leichteren Elemente. Die schweren schlummern währenddessen in der Kruste des Planeten für eine ganz ganz ferne Zukunft. Für den Übergang in eine technische Zivilisation. Das war ganz vorrausschauend von der kosmischen Nukleosynthese, daß sie den Planeten auch die schweren Atomkerne unter die Steine gelegt hat: "Es könnte ja mal sein ...".

    Am Beispiel der sogen. Extremophilen wissen wir, mit welch sagenhafter Anpassungsfähigkeit manche Pilze und Bakterien uns überraschen - die sich in tödlicher Gammastrahlung pudelwohl fühlen oder sich buchstäblich von Glas und Gestein ernähren. Die Evolution tut uns aber nicht den Gefallen, an einem einzigen Labor-Tag zwischen Mittagspause und Feierabend eine Show abzuziehen. Für Sensationen wie das Arsenat-Wunder braucht sie sicher etwas länger.
  • Denkfehler

    27.11.2011, Fritz Kronberg
    Guten Tag erst einmal,

    leider kann ich Ihnen in keiner Weise zustimmen. Wenn Sie bedenken, daß es auf Grund der Widerstände in der Bevölkerung noch nicht einmal möglich ist, einige tausen Tonnen fester, also leicht handhabbarer Abfälle dauerhaft zu lagern, so zeigt eine leichte Überschlagsrechnung, daß bei einer projektierten Lagerung von mindestens 100 Millionen Tonnen gasförmiger, also schwer handhabbarer Abfälle JÄHRLICH keine Chance für eine Akzeptanz besteht. Hinzu kommt, daß diese Lagerung wirklich für die Ewigkeit sicher sein müßte, denn im Gegensatz zu radioaktiven Stoffen zerfällt CO2 nicht im Laufe der Zeit zu vergleichsweise harmlosen Substanzen. Der dritte Punkt, der dagegen spricht, ist, daß es noch nicht einmal ansatzweise eine Ifrastruktur für den Transport gibt, und deren Bau vermutlich auch nicht durchsetzbar wäre. Der Geist des ERFOLGREICHEN zivilen Ungehorsams ist durch die Grünen aus der Flasche gelassen worden und wird sich dorhin zu vertretbaren gesellschaftlichen Kosten nicht wieder zurück bringen lassen. Sinnvoll wäre es, das CO2 mit überschüssigem Wind-, bzw. Solarstrom zu Methan (also in Gaskraftwerken verwendbarem Gas) zu synthetisieren. Dazu braucht es nicht einmal aufwendig transportiert zu werden. Man kann es aus der Luft, in die es vorher entlassen wurde, wieder heraus holen.

    Mit besten Grüßen,

    F. Kronberg
  • Siegen durch Nachgeben

    27.11.2011, Dr. hans-joachim scheel,944419 reisbach
    als Neurobiologe und Leiter von Selbstverteidigungskursen für Frauen (1. DAN Judo) setzte ich erfolgreich auf das Prinzip: Selbstbewusstsein stärken, Konfliktvermeidung, Stopp heißtNein!
    Dr. Hajo Scheel
  • Volumen?

    27.11.2011, Eberhard Meißner, 17498 Dersekow
    CCS löst nicht das Klimaproblem. Das Volumen des abgeschiedenen und verflüssigten CO2 beträgt das Vierfache des verbrannten Kohlenstoffes.
  • Nicht alle Facetten bewertet

    26.11.2011, Michael Schmidt, 63457 Hanau
    Was in der Diskussion oft vergessen wird ist der Transport des Gases zu den Lagerstätten. Meist muss in Deutschland das Gas von Großkraftwerken fernab der Lagerstätten quer durch das Land transportiert werden. Hierbei geht es durch dicht besiedelte Gebiete mit z.T. ungünstigen geografischen Gegebenheiten. Da CO2 farb- und geruchlos ist und in geografischen Mulden, aufgrund der höheren Dichte als Luft, Seen bilden kann, muss an solchen Stellen besondere Überwachungstechnik installiert werden. Denn sollten die Gasleitungen ein Leck aufweisen, so kann sich unter solchen Umständen eine tödliche Gefahr unbemerkt ausbreiten. Es ist die Infrasturktur in Deutschland, die hier einmalig ist und in der Risiko und Energiebewertung nicht fehlen darf.
  • Alternativen gibt es genug

    26.11.2011, Gerhard Samulat
    Ich habe mit der CCS-Technik so meine Probleme: Sie erinnert mich zu sehr an das alte „End-of-pipe-Denken“ früherer Jahre – aus den Augen, aus dem Sinn... Das hat sich umwelttechnisch noch nie bewährt.

    Deutlich wurde in dem Beitrag ja bereits, dass der Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke bei Abscheidung des Kohlendioxids merklich sinkt. Mit anderen Worten: Um die gleiche Menge Strom zu erzeugen, muss deutlich mehr Kohle verfeuert werden. Das wurde in dem Beitrag ja auch tangiert, wenngleich mich die Aussage verwirrt: „...Momentan kostet CCS noch mehr als Windenergie oder Solarkraft... Die Fotovoltaik hingegen ist viel teurer als CCS...“. Was ist denn der Unterschied zwischen Solarkraft und Fotovoltaik?

    Zudem geht Michael Kühn über einige Ängste lax hinweg: Wer in der Chemie aufgepasst hat, weiß, dass Kohlendioxid in Wasser eine Säure produziert: Kohlensäure. Die ist zwar schwach, aber sicherlich nicht so gesund für die Böden. Michael Kühn will das Kohlendioxid aber gerade in Sandsteinschichten verpressen, die "...gewöhnlich mit Wasser gefüllt sind..."

    Diese Gesteinsschichten sollen sich ferner unter gasundurchlässige Deckschichten befinden. Wenn Gas aber Wasser verdrängen soll und weder das Gas noch das Wasser dabei entweichen können, sollte sich nach einfachen physikalischen Prinzipien der Druck in den Gesteinssichten erhöhen. Dabei können Risse entstehen so wie beim Hot-dry-rock-Verfahren der Geothermie ja gerade gewünscht. Dass es dann auch zu Beben kommen kann, wird einfach unterm Tisch fallen gelassen.

    Mein Fazit also: Nein danke! Lasst euch bitte etwas anderes einfallen. Alternativen zur dreckigen Kohle gibt es genug.
  • Wie üblich nur die genehmen Fakten präsentiert

    26.11.2011, Gilbert Brands, Krummhörn
    Nur ein Teil der CO2-Emissionen entstehen in Anlagen, in denen eine Abscheidung möglich wäre. Beim Verkehr ist dies ohnehin nicht gegeben. Der Effekt wäre also ohnehin sehr viel kleiner, als hier Glauben gemacht wird.

    Allein die Abscheidung und die Lagerung verschlingt derzeit 1/3 der elektrischen Energie, d.h. die Zahl der Kraftwerke müsste kräftig erhöht werden. Dabei ist die Schaffung der Infrastruktur noch gar nicht eingerechnet. Wir stehen mit den Kapazitäten nach dem Abschalten der AKWs aber derzeit schon am Poller. Wenn der Winter hart wird, könnte zeitweise in D der Strom abgeschaltet werden.

    Von den Lagerungsvertretern werden alle möglichen Lagerstätten angepriesen, obwohl die Sicherheit alles andere als geklärt bzw. schon jetzt als schädliche erkannt ist (Tiefseelagerung).

    Über allem schwebt das Dogma der unikalen Rolle von CO2. Interessanterweise darf man über alles diskutieren: Informationstransport mit größerer Geschwindigkeit als Licht, Masse von masselosen Elementarteilchen usw. - nur nicht über CO2. Wie Ernst muss man eine "Wissenschaft" nehmen, die ihre Behauptungen nicht diskutiert, sondern auf deren Richtigkeit besteht?
  • Wie glaubhaft ist die Physik noch?

    25.11.2011, Wilfried Köhler, Bad Salzuflen
    Jede Theorie ist nicht zuletzt auch Grundlage einer kontrovers zu führenden Diskussion. Als Freund der Mathematik bin ich oft erstaunt, welche Theorien in der Physik diskutiert werden. In der November-Ausgabe 2011 von Spektrum z.B. war die Frage: Gibt es parallele Welten?

    Sicherlich eine Fantasie anregende Frage, wenn die Antworten Ja und Nein nicht zu beweisen sind. Den Sinn einer solchen Diskussion möchte ich hier nicht hinterfragen. In der "FAZ" las ich den Artikel "Neutrinos schneller als das Licht? Einstein muss zittern". Für mich war schnell klar dass es sich hier nur um einen Fehler handeln kann. In der Ausgabe Spektrum 12/11 fand ich leider nichts zu der Aussage der FAZ. Möglicherweise war die Pressemitteilung zu aktuell für eine monatlich erscheinende Zeitschrift.

    Die Frage ob es Elementarteilchen gibt die schneller sind als Licht sollte aber mit Ja oder Nein beantwortbar sein, sollte dem nicht so sein, was bleibt dann noch von "unserer Physik" übrig? Auf einen Artikel in Spektrum zu diesem Thema freue ich mich jetzt schon!
    Antwort der Redaktion:
    Die Redaktion hat nicht gezittert - wir tippen auf einen Messfehler. Eine entsprechende Nachricht finden Sie online: Sind Neutrinos schneller als Licht?.
  • Fragliche Schlussfolgerung

    25.11.2011, Hans Dieterle, Steinach
    Verdient haben die Astronomen Perlmutter/Schmidt/Riess den Nobelpreis sicherlich für ihre Entdeckung vor 13 Jahren. Ihre Schlussfolgerung jedoch, dass unser Universum sich beschleunigt ausdehnt, halte ich für fraglich. Zumal man bezüglich einer "Dunklen Energie" noch völlig im Dunklen tappt.

    Das Hubble-Gesetz ist empirisch exakt nachzuweisen nur in einem relativ eng begrenzten Bereich. Es für den gesamten Kosmos zu verallgemeinern, halte ich für gewagt. Die vermeintliche Gesetzmäßigkeit ließe sich in etwa auch erklären durch ein Explosionsmodell, bei dem die Geschwindigkeiten der auseinander stiebenden Materieklumpen mathematisch als "Differenz von Vektoren" dargestellt werden können. Kein Urknall also, sondern eine lokal begrenzte Weltexplosion mit Massezentrum.

    Die zentrumsnahen Teile werden dabei durch die Gravitation stärker abgebremst als die entfernteren. Mit Hilfe des Doppler-Effekts lässt sich somit die mit der Entfernung unehmende Rotverschiebung einfach erklären. Möglicherweise überlagert sich diesem Doppler-Effekt bis zu einem gewissen Grad auch noch die Einstein'sche Raumdehnung, die dann vor allem bei großen Entfernungen zum Tragen käme. Wegen der unterschiedlichen Abbremsung der auseinander driftenden Galaxien bzw. Galaxienhaufen scheinen entfernte Sternenwelten sich immer schneller von uns Beobachtern weg zu bewegen - nicht jedoch vom eigentlichen Massezentrum! Eine Kontraktion unserer lokalen "Weltzelle" irgendwann halte ich daher für sehr wahrscheinlich - spätestens dann, wenn unsere Milchstraße in Nähe des Massezentrums (Großer Attraktor?) mit anderen Galaxien verschmilzt oder pendelnd um den Masse-Schwerpunkt hin und her schwingt.

    Eine genauere Erforschung der Hubble-Rotverschiebung wäre also dringend erforderlich. Doppelte Rotverschiebung muss in der Realität nicht zwangsläufig auch doppelte Entfernung bedeuten. Vielleicht bringt uns das Weltraumteleskop Euclid 2019 weiter.
  • Die genannten Überlegungen zur Sprachentwicklung

    24.11.2011, Ingo-Wolf Kittel, Augsburg
    ...des verstorbenen Princeton-Psychologen Julian Jaynes sind in deutscher Übersetzung online hier zu finden.
  • Ich: das Postulat?

    22.11.2011, Jo Einsiedler
    Jeder, der ein wenig verstanden von philosophischen Schriften, weiß, dass es nicht sehr schwer ist, das, was man zuerst postuliert, am Ende auch schlüssig zu beweisen. Wenn der Autor des Artikels, Herr Newen, das Ich setzt und dann als wissenschaftliche Erkenntnis darstellt, wie soll man ihm da widersprechen können? Die Psychologie kann die Philosophie nicht ersetzen, auch wenn das mitunter versucht wird. Biologisch habe ich stets den Körper, grammatikalisch stets das "Ich", wenn ich mich herkömmlich ausdrücke, psychologisch stets die Psyche, und philosophisch habe ich stets meinen Geist. Weder Ich noch Geist lassen sich naturwissenschaftlich beweisen, sie lassen sich jeweils nur individuell postulieren.

    Beste Grüsse Jo Einsiedler
  • Verschränkung und Identität

    18.11.2011, Alexander Lisibach, Auenstein (Schweiz)
    Für den Laien präsentiert sich die "Verschränkung" etwa wie folgt: Man nimmt z.B. eine weiße und eine schwarze Kugel und verpackt diese einzeln und einheitlich, so dass man deren Farben nicht mehr erkennen kann und die Kugeln nicht mehr unterscheidbar sind. Dann legt man beide Kugeln in einen Sack und schüttelt diesen so, dass man nicht mehr weiss, welche Kugel welche ist. Beide Kugeln sind dann gleichzeitig sowohl weiß als auch schwarz (Superposition) und damit vermeintlich identisch. Dann lässt man diese Kugeln aus dem Sack rollen. Dabei ist man darum besorgt, dass keine der beiden Kugeln mit "fremden Einflüssen" interagiert und dadurch eine Kugel möglicherweise sogar eine andere Farbe erhalten könnte. Dann entschliesst man sich zu einer "Messung", öffnet die Verpackung der einen Kugel, erkennt deren Farbe (z.B. weiß) und kann daraus schließen, welche Farbe die andere Kugel hat (z.B. schwarz). Soweit scheint daran nichts erstaunlich. Das erstaunliche dabei sei, dass solcherart verschränkte Kugeln bzw. Teilchen durch das Verschränken tatsächlich inhärent identisch sein sollen. Da Teilchen auch eine Wellennatur haben (de Broglie), dürften dann zwei solche stehenden Wellen im verschränkten Zustand mindestenes als synchron angenommen werden.

    Unterstellt man nun dem Zerfall eines Teilchens, dass dessen stehende Welle sich nicht mehr selber schließt, dann müsste dies doch auch für synchrone Wellen gelten, also für verschränkte Teilchen. Folglich müssten also verschränkte Teilchen, die inhärent identisch sind und äußerlich keinen messbaren, unterschiedlichen Einflüssen unterliegen, auch gleichzeitg zerfallen. Täten sie das im Experiment, wäre dies doch der Nachweis, dass diese Identität tatsächlich vorliegt und es scheinbar keine verborgenen Variablen dahinter mehr gibt. Tun sie es nicht, wirken möglicherweise doch verborgene Variablen (Raumzeit?).

    Was meinen die Experten? Nebenbei impliziert der Gedanke an einen synchronen Zerfall oder gar eine synchrone Fusion auch die Vorstellung von immensen Energien, die schlagartig freigesetzt werden.
  • Einheit von Umwelt und Kultur

    17.11.2011, Walter Weiss, Kassel
    Wenn in einer Art die Möglichkeit entwickelt wird, außerhalb
    der genetischen Vererbung erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten (='Kultur') von Generation zu Generation weiterzugeben, dann ist die so entstehende und weiter wachsende 'Kultur' ihrerseits Bestandteil der Umwelt im Sinn Darwins. Umwelt und Kultur als zwei verschiedene Komplexe zu betrachten, an die sich Mutationen zu bewähren haben, ist also begrifflich falsch: Beides ist im Sinn Darwins eine Einheit.
  • Waldsterben und Klimaerwärmung

    16.11.2011, Florian von Schilcher, Dietramszell
    Hans von Storch zieht das Bsp "Waldsterben" heran, um zu zeigen, wie ehedem in den 1980ern auch übertrieben wurde. Erstens wurde nicht übertrieben, sondern frei weg erfunden und gelogen (bis heute ist kein wissenschaftlich belastbarer Nachweis für ein "Waldsterben" außer durch Nahemissionen im Erzgebirge erbracht worden, selbst sog. "neuartige Waldschäden" wurden nicht nachgewiesen) und zweitens war die Kampagne trotzdem "erfolgreich", zumindest was die Finanzierung von Wissenschaftsprojekten angeht. Ein positives Resultat war die Reduktion der Schwefelemissionen. Die haben sicher unseren Baudenkmälern genutzt und vielleicht unserer Gesundheit. Nachgewiesen ist Letzteres aber auch nicht. Kleines Paradox zwischen den beiden Hysterien: Erhöhter Schwefelgehalt der Luft reduziert die Erwärmung.
    Die eigentliche Frage, die sich aus dem sozialpolitischen Chaos, das die Untergangspropaganda in beiden Fällen hinterließ, ist, ob es sich bei den beiden Forschungsgebieten überhaupt um Naturwissenschaften handelt und bei den Forschern um Naturwissenschaftler.
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