Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Drei Aspekte

    24.04.2012, Walter Weiss, Kassel
    (1) Zu jedem evolutionären Fortschritt, der messbar ist, gehört Zeit, sehr viel Zeit. Eine messbare Verbesserung des Gehirns würde deshalb, wäre sie 'technisch' möglich, sicher 50.000 Jahre und mehr benötigen. Vor diesem Hintergrund (und dem der folgenden Ziffer 2) erscheinen die Ausführungen des Autors als reine Trockenübungen.

    (2) Eine trotz aller 'technischen' Gegengründe gleichwohl auftretende Verbesserung des Gehirns könnte nur sehr wenig Einzelne - vielleicht sogar nur einen einzigen Menschen - betreffen, würde also wegen der immensen Menge der Menschen, die inzwischen mehrere Milliarden erreicht hat, in dem ungeheuer großen Genpool regelrecht ertrinken, für die Art 'Mensch' also wirkungslos bleiben.

    (3) Trotz aller hypothetisch vom Verfasser aufgebauten 'technischen' Gründe, die gegen die Möglichkeit einer Verbesserung des Gehirns sprechen könnten, hat es ja zu allen uns historisch bekannten Zeiten immer wieder Menschen mit herausragenden Gehirnen gegeben - aus der jüngsten Vergangenheit erwähne ich nur EINSTEIN. Dies dürfte die Richtigkeit der Trockenübungen doch ziemlich erschüttern.


    Trösten wir uns mit dem Faktum, dass wir eine generelle Verbesserung des menschlichen Gehirns einfach deswegen nicht brauchen, weil wir kulturell in der Lage sind, die gedanklichen Leistungen der sehr wenigen Menschen mit herausragenden Gehirnen für die ganze Menschheit in jeder Hinsicht zu archivieren, zu bewahren und generell zu nutzen.
  • Darum braucht es eben solche Experimente

    23.04.2012, Alexander
    Hallo Herr Datko, das ist nichts Neues: der mathematischen Möglichkeiten für neue Theorien gibt es viele, daher sind Experimente so wichtig, wie in diesem Artikel eben beschrieben. Auch Lubos Motl hat es in seinem Blog vor kurzem schön formuliert: der LHC tötet jede Woche ein oder mehrere Hypothesen, und die Theoretiker haben zur Zeit alle ganz verweinte Augen, weil eine Lieblingshypothese nach der anderen ausgelöscht wird ;-)
    Trotzdem würde ich aber nicht von "wüsten Spekulationen" sprechen, in der Regel haben diese Hypothesen trotzdem einen sinnvollen Hintergrund.
  • Geschichte als Lehrmeister

    22.04.2012, Kevin Rupek
    Wir kennen doch mittlerweile so viele Beispiele aus der Geschichte: Im Mittelalter konnte man sich nicht vorstellen, dass jeder die Möglichkeit bekommen kann, zu lesen. Als die ersten "Autos" entwickelt wurden, war allen klar, niemals wird es viele solche Fahrzeuge geben.
    Als die Eisenbahn erfunden wurde, hat niemand Geschwidigkeiten jenseits der 50 km/h für erreichbar gehalten. Zu Beginn ging man davon aus, dass der Mensch solche Geschwindigkeiten überhaupt nicht überleben kann.
    Ich halte es immer für unklug zu sagen: "Dass wird es niemals geben". Ich bin eher der Auffassung, dass es immer Fortschritt geben wird, wodurch eben solche Technologiene sinnvoll nutzbar und für die Mittelschicht erreichbar sein werden.
  • Elementarteilchenphysik ertrinkt in Hypothesen

    22.04.2012, Joachim Datko
    Was macht man, wenn man nichts Konkretes zu bieten hat? Viele Elementarteilchenphysiker und auch Astrophysiker entscheiden sich für wüste Spekulationen.
  • "Veränderliche" Cepheiden

    22.04.2012, Rudolf Uebbing
    "Veränderliche" Cepheiden:

    Die ca. 50 Cepheiden eines bestimmten Sternsystems,
    welche E. Hubble beobachtet hatte, wurden nach
    vielen Jahren neu beobachtet - mit dem
    Resultat, dass zwei davon nicht aufgefunden wurden
    und ein Dritter zwischenzeitlich die Pulsation eingestellt hatte, dafür
    aber stärker leuchtend wurde.
  • Fehlen des Gens für SMase

    21.04.2012, Paul R. Woods
    Ein wichtiger Aspekt bei der Forschung, wie die Erzeugung von SMase bei TseTse-Fliegen verhindert werden könnte, sollte sein, dass keine Übertragung dieses Blockademechanismus auf Säugetiere, einschließlich der Menschen, erfolgen kann.
  • Und dann?

    21.04.2012, Oliver Meckes
    "Bei Menschen führt eine Mutation in den SMase-Genen zur Niemann-Pick-Krankheit, die beim schwerem Verlauf mit dem frühen Tod der Betroffenen endet."
    Also den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Tsetsefliegen Larve tot, Menschenkinder, deren Mütter zwangsläufig auch was von Sprüh-Insektiziden abbekommen, verkrüppelt? Jeder, der schon in den Tropen war, weiß wie dort mit solchen Stoffen umgegangen wird!
  • Erinnerungen an Lamarck

    21.04.2012, H. Ullrich
    Das evolutionäre "storrytelling" erinnert mich an das, was ich von Lamarck in der Schule gelernt habe: Aktive Anpassung des Lebens an die Umwelt! Klar, in diesem Artikel ist das auf keinen Fall so gemeint, sondern dient nur der Verdeutlichung des großen Rahmengeschehens.

    Aber 150 Jahre nach Darwin (der hinsichtlich direkter Anpassung und Vererbung genauso dachte und argumentierte wie Lamarck) sollten wir unsere Erklärungen anders formulieren können, wenn solche denn existieren.
    "Das stellte wiederum die darin lebenden Organismen vor große Herausforderungen: Sie reagierten auf die toxischen Bedingungen, indem sie beispielsweise überschüssiges Kalzium aus ihrem Körper pumpten – und daraus Schalen aufbauten."

    Wenn das Leben wirklich dazu in der Lage war und ist, sollte das nicht nur durch auf Fossilien gestützte Spekulationen behauptet sondern durch unser Wissen über das Reaktionsvermögen der Organismen auf heutige Gifte belegt werden können. Bringen heutige Organismen tatsächlich qualitativ neuartige Strukturen hervor, wenn sie entsprechenden Stresssituationen ausgesetzt werden?
    Was wir dazu in der Schule und von der Biologie lernen, klingt überhaupt nicht nach Lamarck!
  • Nichts grundätzlich Neues

    21.04.2012, Stefan Zimmer
    Schön, daß man wieder auf die alten - und gewiß grundätzlich richtigen - Vorstellungen von Humboldt und Whorf zurückkommt. Der Beiträg enthält nichts wesentlich Neues, aber viele interessante neue Details, die die alte These bestätigen. Menschen denken in Sprache (vielleicht abgesehen von Künstlern, die aber m.E. eher fühlen als denken), also prägen sprachliche Strukturen die gedankliche Erkenntnis und Interpretation der Welt. Übrigens: 'absolute' Himmelsrichtungen hat auch das Irische; und für Zahlwörter sollte Hindi nicht unbeachtet bleiben, wo das Dezimalsystem (mit den traditionellen Ausnahmen) durch die Sprachentwicklung völlig verdunkelt ist, so daß die Wörter für 1-100 sämtlich einzeln erlernt werden müssen.
    Eine angeborene Universalgrammatik gibt es nicht, wohl aber die Fähigkeit, Sprachsysteme zu entwickeln (oder zu erlernen). "Universalien" sind deshalb nicht tot, sondern wichtige statistische Daten.
  • Tierversuche wie in den 70ern

    20.04.2012, Meckes
    Gruselig. Weitere Forschung bedeutet dann ja, den Affen nicht nur Elektroden ins Hirn zu Pflanzen, sondern den Nervenstrang des Armes auch richtig zu durchtrennen. Die Tierquälerei geht also weiter.....
  • Quantencomputeranwendungen

    19.04.2012, Klaus Moll
    Sie erwähnen in ihrem Artikel ergänzende Anwendungen, die ergänzend in einen normalen Computer - zum Beispiel zur schnellen Faktorisierung - eingesetzt werden können. Wie wäre es dagegen mit einem reinen Quantencomputer, über den sensorisch erfasste Daten aller Art ausgetauscht werden? Hätte auch das noch keine Zukunft?
  • Ohne Scheuklappen durch's Hirn

    19.04.2012, Michael Kühnapfel
    Sie schreiben: "Beispielsweise können alle gemeinsam auch bei Frauen vorliegen - doch bei ihnen ist Pädophilie äußerst selten."

    Nun ist ein Anteil weiblicher Pädophiler von 12 bis 20 Prozent, wie er in der Literatur genannt wird (u. a. Homes: Von der Mutter missbraucht, 2004. Haag: Wenn Mütter zu sehr lieben, 2006) nicht gerade das, was ich als "äußerst selten" beschreiben würde, zumal die Dunkelziffer, bedingt eben durch solche Vorurteile, relativ hoch sein dürfte.

    So wichtig die Untersuchungen sind, nicht zuletzt auch wegen der differenzierten Betrachtungen von Pädophilie und Kindesmissbrauch, so wünschenswert wäre es auch, diese auf Frauen auszudehnen - zumal dort durchaus interessante Erkenntnisse zu vermuten wären.

    Das sollte nicht durch die zur Zeit herrschenden politisch-sozialen Vorgaben (Männer als Täter, Frauen als Opfergeschlecht) beschränkt werden. Leider ist Kindesmissbrauch nach wie vor ein Bereich, der politisch-ideologisch instrumentalisiert wird, was letztlich den Opfern schadet und das Verständnis von Pädophilie erschwert.
  • Allmachtswahngedanken über Menschen wie du und ich

    18.04.2012, Thomas Schlumpp
    Die Wissenschaft ist gut und dienlich. Sie wurde und wird aber auch leider häufig missbraucht. Man denke an die Atombombe.

    Der "Gutmensch" von heute ist ein Meister im klassifizieren, unterscheiden, beurteilen, trennen und kategorisieren geworden. Dass er dabei die Würde des Menschen mit Füßen tritt, spielt hier angeblich keine Rolle. Denn er hat ja den Rückhalt aus dem Volke, dem man erfolgreich suggeriert hat, dass derjenige/diejenige die jüngere Menschen perfekt und vollkommen lieben, also nicht nur nach Geist und Seele, sondern auch den Körper alles Monster und Schwerverbrecher sind.

    Solche "Beurteiler" und Richter sind im Grunde genommen Sadisten, die ein "Opferterrain" gefunden haben in Menschen, die sind wie du und ich. Es sind die Wiedergeburten der Inquisitoren des Mittelalters. Damals folterten sie Menschen, die sich weigerten, der allmächtigen Kirche zu dienen; heute foltern sie Menschen mit Diskriminierung, Verachtung, Kindesentzug, Trennung von Familien, Aufenthalts-und Betretungsverbot, Ausschluss von Arbeitsplätzen, Geldstrafen und Knast sowie Verabreichung von Psychopharmika.

    Alles in allem wird dadurch mehr Leid verursacht, als sie vorgeben zu verhindern. Einfach lächerlich, arrogant, anmaßend, verbrecherisch. Geht in die Wüste, [...] wir brauchen euch nicht. Beurteilt euch selbst, das ist zweckmäßiger. Weil ihr es nicht könnt, habe ich es für euch getan. Euer Chaosmeister.
  • Eine logische Weiterentwickelung

    18.04.2012, Watz
    Soweit mir bekannt ist, hat ein Arzt anhand von Gehirnuntersuchungen erkennen können, bei wem es sich um einen Schwerverbrecher handelt.
    Davor hatte sich ein anderer Mann bemüht, an der Form des Kopfes, einen Täter zu entlarven.
    Das jetzt mit Gehirnscans das Gleiche möglich ist, wird vor allen Dingen die Hersteller dieser Geräte sehr freuen.

    Die Meldung wäre wohl eher was für den 1. April gewesen.

  • Krankheit

    17.04.2012, Dirk
    Sie schreiben, das Verfahren ermöglicht es Pädophile von Gesunden zu unterscheiden.
    Inwieweit ist denn ein Pädophiler überhaupt krankt, wenn sein Gehirn im Grunde genauso reagiert, wie das von "gesunden" hetereosexuellen oder homosexuellen Erwachsenen?

    Sind nicht eher die krank, deren Gehirn auf Erwachsene steht, die sich aber trotzdem an kleinen Kindern vergreifen?
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