Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Vor allem schaden

    12.03.2012, Hartl Johann
    Sehr umfangreich und gut informierend dieser Artikel. Es zeigt wie gefährlich diese Krankheit sein kann und dass es durchaus wert ist sich zu schützen.
    Ich muß vorausschicken, dass ich vom medizinischen Sektor kaum fachliches Wissen habe. Zum einen entsetzt es mich, zu welcher Brutalität man seitens gebildeter Wissenschaftler bei diesen medizinischen Versuchen bereit ist. Auch heute noch. Zum anderen würde ich mich fragen, falls ich betroffen wäre, ob ich evtl. nicht doch den Tod inkauf nehmen würde.
  • Zukunft für alle

    12.03.2012, Jutta Paulus
    Ja, die Energiewende wird teuer. Insbesondere, da man sich entschlossen hat, sie von den "kleinen Leuten" und dem Mittelstand bezahlen zu lassen, nicht von den Großverbrauchern, die von Ökosteuer, EEG-Umlage und Netzentgelten befreit sind. Ich will diese industriepolitische Entscheidung gar nicht in Frage stellen, jedoch halte ich es für unredlich, diesen Punkt immer wieder unter den Tisch fallen zu lassen.

    Aber eine ganz andere Kostenfrage wird merkwürdigerweise nie gestellt: Was kostet uns denn das "Weiter so"? Damit meine ich noch nicht einmal die Klimafolgekosten, sondern ganz konkret die steigenden Preise sowohl für fossile Energien (die ja, wie der Name schon sagt, endlich sind), die Kosten für die "Entsorgung" des atomaren Mülls, die Kosten für die Urangewinnung aus immer schwierigeren Quellen, die Kosten für die Sicherung der Transporte, der AKW, der Zwischenlager, der Endlager, den Rückbau...
    Diese Rechnung macht, soweit ich weiß, niemand auf.
  • Klimawandel=Erdbeben

    12.03.2012, Kai Jacobsen
    Seit einigen Jahrzehnten schmelzen die Eismassen auf der Erde. Das Wasser fließt ins Meer. Die dadurch entstehende Gewichtsverlagerung ist immens, sie hat die Größenordnung von Gebirgen. Die Erdkruste besteht aus riesigen Steinschollen, die nicht miteinander verbunden sind, sondern aneinander schaben. Es liegt auf der Hand, dass diese sich bewegen, wenn die Eisgebiete von Gewicht entlastet sind. Weil die Bruchstellen zwischen den Schollen nicht glatt, sondern zackig sind, verläuft die Bewegung ruckartig = Erdbeben.
  • Freisetzungen verharmlosen oder nur gedankenlos?

    11.03.2012, Hubert Kreft
    Sehr geehrter Herr Fischer,
    den folgenden Satz "Wenn heute gentechnisch manipulierte Organismen in der Landwirtschaft oder der Medizin zum Einsatz kommen, trägt man meist dafür Sorge, dass sie sich möglichst nicht mit unveränderten Artgenossen vermischen." finde ich, noch höflich ausgedrückt, doch sehr blauäugig.
    So wurde 2006 weltweit eine Verunreinigung mit dem nicht als Lebensmittel zugelassenen LL601-Reis der Firma Bayer festgestellt, obwohl er nur auf Versuchsfeldern angebaut worden war (GID Nr. 210, 2/2012 S. 29).
    In der Schweiz wurden verwilderter gv-Raps und gv-Pflanzen der Ackerschmalwand gefunden (ebd. S. 27).
    Im Juli 2008 zogen Imker aus dem bayrischen Grub weg, damit ihre Bienen nicht den Honig mit dem Blütenstaub des gv-Mais MON810 verunreinigen, wie vorher schon passiert. Der Blütenstaub war nicht nur auf den Versuchsfeldern zu finden (http://www.gen-ethisches-
    netzwerk.de/gid/189/kurz-notiert-landwirtschaft-und-lebensmittel).
    Ich könnte die Liste noch um einiges verlängern, aber bei Google können Sie unter den Stichworten 'Freisetzungen Risiken Bienen' selber noch viele Beispiele finden, deswegen bin ich über diesen unkritischen und verharmlosenden Satz ziemlich konsterniert.
    MfG Hubert Kreft

  • Man hat den Menschen was vorgemacht.

    11.03.2012, E.Bieski
    Fest steht, die so genannte plötzliche Energiewende war eine Panikreaktion einer politischen Klasse, die es über Jahrzehnte versäumt hatte, erfolgreiche und in die Zukunft weisende deutsche Energiewirtschaftspolitik zu betreiben. Wer sich nur etwas mit den technischen und ökonomischen Bedingungen in Energieversorgungssystemen auskennt, weiß wie kompliziert und oft fast unberechenbar ein so großer Netzverbund wie der europäische heute schon ist. Bei weiterer großer Zunahme vieler kleinerer, aber deshalb doch für den Gesamtverbund nicht unbedeutender, vielfach jedoch willkürlich entstandener Netzpunkte und das mit nicht einmal genauer zu spezifizierenden und schwankenden Variablen wird es nicht einfacher. Zumal wenn die wirklich das Netz beeinflussbaren Steuerelemente weiter eingeschränkt werden.
    Ohne die großen Rechenzentren der Energiewirtschaft sind die Netze heute überhaupt nicht mehr zu betreiben. Ein durchaus möglicher Ausfall dieser hätte unabsehbare Folgen. Grundlegende technische Umstellungen für ein derartiges großes System bedürfen, wenn sie erfolgreich sein sollen, jahrelanger konkreter und zielgerichteter Vorbereitung.
    Interessierte Kreise haben der Bevölkerung zur Stärkung eigener Egoismen etwas vorgemacht, was einfach nicht zu halten ist. Das hat weder mit dem Atomausstieg noch mit dem Klimawandel noch mit fehlendem Optimismus zu tun, sondern ist einfach Egoismus, Sicherung eigener Vorteile, gepaart mit Schlamperei. Bereits heute wird ersichtlich, welche Auswirkungen das auf die Energiepreise hat und noch haben wird. Neben wirtschaftlicher und ökologischer Folgen, sind es vor allem die sozialökonomischen Aspekte, die man völlig ausgeklammert hat. Gerade die Teile der Bevölkerung, die jetzt schon einen erheblichen Anteil ihres Einkommens für Energie aufwenden müssen, werden zukünftig noch weit aus mehr belastet werden. Die ganzen Folgen sind noch nicht einmal abzusehen. Es wird wirklich Zeit, dass endlich mal konkrete Vorstellungen, Zahlen usw. in die Öffentlichkeit kommen.
  • Lanfristig Nachhaltig denken

    10.03.2012, Kevin Rupek
    Herr Gilbert Brands,
    Entscheidend sind für mich an dieser Stelle immer die gefühlt kleinen Worte. Kaum Restabfall... Wenn ich sowas höre, dann stimmt mich das immer traurig. Kaum Abfall ist immer noch Abfall und gefährlich ist er immer. Auch meine Enkel (und das wird noch lange dauern) sollen auf einer Welt leben, ohne jeden Tag mit einem mulmigen Gefühl leben zu müssen. Man muss ja nicht eine Technik anwenden, weil man sie scheinbar beherrschen kann, welche ein unkalkulierbares Risiko birgt. Die Prognose, es werde nur alle 10 000 Jahre einen nennenswerten Zwischenfall geben, hat sich grandios als falsch erwiesen.
    Vielmehr finde ich den aktuellen Umschwung, tatsächlich nachhaltige Konzepte zur Energiegewinnung auszubauen zwar viel zu spät, aber trotzdem richtig. Und das solche Ideen zu spät kommen, ist in der Politik ein Dauerproblem. Bedenklich hingegen ist die Kürzung der Zuschüsse für Solarenergie, da sie nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der regenerativen Energiegewinnung ist.
  • Atomreserve?

    10.03.2012, Herbert A. Eberth
    Warum wurde und wird denn offenbar nicht über den Weiterbetrieb von vielleicht zwei, maximal drei AKWs neuerer Bauart als Notreserve nachgedacht, bis die angeblich noch vorhandenen Lücken bei den Regenerativen gefüllt sind? Angesichts der akuten Klimaprobleme werden auch Umweltverbände nicht um eine - möglichst umgehende - Diskussion dieser Frage herum kommen.
  • endlich

    10.03.2012, Fritz Kronberg
    Endlich einmal jemand, der, wenn auch nur sehr vorsichtig und verklausuliert, auf die Kosten des ideologiebedingten Ausstiegs aus der Kernenergie hinweist. Schade nur, dass auch dieser Artikel nicht wirklich ehrlich ist.
  • Mehr Ehrlichkeit wagen

    10.03.2012, Hartl Johann
    Ja gut, endlich wird von Wissenschaftsseite reiner Wein eingeschenkt. Ich will aber zu bedenken geben: Bei genauerem Hinsehen hätte man seit dem Ende des 2. Weltkrieges diese Situation so vorhersehen können. Ich frage mich: War die Menschheit, vor allem unsere Wissenschaftler, zu dieser Zeit wirklich noch nicht entsprechend reif dazu? Ich glaube schon, falls man wirklich echt bemüht gewesen wäre diese Sache ernst zu nehmen. Ich meine, wir alle waren viel zu sehr beseelt von der (zucker)süßen Verführung des Wirtschaftswunders, als dass wir uns deren Schattenseiten zugewandt hätten. Ich übrigens auch (Jahrgang 1946). Ich musste das aber teuer mit gesundheitlichen Folgen bezahlen. Nun bezahlen wir alle den Schaden.
    Ich erinnere mich an Bücher von Wissenschaftlern aus den ersten 1970er Jahren, die sich, wenn auch nur aus der sog. esoterischen Sichtweise damit befassten. Sie hatten vor allem das Moment des moralisch erhobenen Zeigefingers und des Zurückhaltens von wichtigen Informationen und wurden deshalb nicht ernst genommen.
    Ich bin der Meinung, um Schlimmeres für unsere Zukunft zu verhindern, sollten wir wegkommen von der zu Höchstprofit orientierten Industriegesellschaft. Hin zu einem für alle auf dieser Erde ausreichendem (Note 3,5) Lebensstandard. Das muss nicht eine kommunistisch orientierte Gesellschaft sein. Nein, nein! Eine für das allgemeine Wohl der gesamten Menschengesellschaft reifere Einstellung ist ausreichend. Nur bis dahin scheint es noch ein weiter leidvoller Weg zu sein.
  • Schon mal ein Anfang

    10.03.2012, Gilbert Brands
    Aber dann bitte auch alles. Z.B. das Japan zwar bis auf zwei alle AKW abgeschaltet, dafür aber auch Ölkraftwerke wieder angeschaltet haben. Merkt man bis an die letzte Tankstelle an der Zapfsäule und passt natürlich überhaupt nicht zum CO2-Unfug, worüber meist vornehm hinweg geschwiegen wird. Genauso wie übrigens über neue Entwicklungen der Kerntechnik: durchschmelzsichere (!) Minikraftwerke mit kaum Restabfall, die sogar einen Großteil des bisher verbuddelten Mülls als Brennstoff verwenden können. Aber man muss den Leuten ja nicht alles auf die Nase binden.
  • Nichts Neues

    09.03.2012, Walter Weiss, Kassel
    Es ist ja ganz nett, ein Interview mit einem renommierten Physiker/Philosophen zu lesen - aber welchen Erkenntnisgewinn bringt es, wenn immer wieder dieselben seit langer Zeit gesicherten und von allen Naturwissenschaftlern bewusst oder unbewusst angewandten Denk- und Forschungsregeln wie ein neues Wunder wiedergekäut werden (übrigens auch in zahllosen Büchern und anderen Abhandlungen)?

    Die Entwicklung des menschlichen Gehirns in der Evolution ist seit mindestens 200 000 Jahren abgeschlossen. Unser Denkapparat kann also allergünstigstenfalls diejenigen Werkzeuge enthalten, die der menschlichen Umwelt in der Zeit vor 200 000 Jahren - soweit die menschlichen körperlichen Sinne reich(t)en - entsprachen. Und wenn die gesamte naturwissenschaftliche Forschung ja allein darauf gerichtet ist, die Welt außerhalb der Reichweite der menschlichen Sinne zu erforschen, dann kann niemand begrifflich die daraus resultierenden Ergebnisse verstehen, sondern allenfalls mit mathematischen Formeln beschreiben.

    Warum also wieder einmal die Unmöglichkeit menschlichen Verstehens als besondere (und angeblich neue) Erkenntnis zum Gegenstand eines Artikels machen?
  • Stanislav Grof

    09.03.2012, Stefan Miethke
    Es wird Zeit, dass dieses Thema wieder in das Licht der Öffentlichkeit gerückt wird.

    Ich muss jedoch stark kritisieren, dass der wichtigste Name in diesen Zusammenhang nicht genannt wird: Stanislav Grof. Auf ihn geht nicht nur die Grundidee zurück, sondern er war auch die Person, die die meisten dieser Studien durchgeführt hatte.

    Liegt es vielleicht daran, dass er wegen seiner Statements zur Drogenpolitik -- vehemente Ablehnung jeglicher Prohibition und Legalisierung "weicher" und psychedelischer Drogen -- politisch sehr umstritten ist und war?
  • Die Philosophie ist nur noch sehr bedingt geeignet, einen Beitrag zur Wissenschaft zu liefern.

    09.03.2012, Frank Wohlgemuth
    Einen durchaus belesenen, aber nicht speziell auch naturwissenschaftlich-technisch ausgebildeten Feld-Wald-und-Wiesen-Philosophen auf das Thema Kognitionswissenschaften loszulassen, ist ungefähr so, als würde man einen - die Genesis wirklich gut kennenden - Pastor einer Evangelikalengemeinde bitten, einen Kommentar zur Evolution zu geben.

    Worum es hier in der Forschung geht, ist das Bewusstsein von der Funktion her zu begreifen und zu beschreiben. Und das bedeutet auch ein Begreifen der Vorteile des Bewusstseins gegenüber einer unbewussten Informationsverarbeitung; wenn die in der Summe nicht da wären - Köstler hin oder her -, existierten wir nicht. Bei dieser Fragestellung sind solch komische Probleme wie "Wie kann etwas Immaterielles wie Bewusstsein aus etwas Unbewusstem wie Materie entstanden sein?" Scheinprobleme, die auch nicht von den Biowissenschaften gelöst werden, sondern irgendwann zufällig von der Informatik, wenn die entdeckt, dass irgend ein hierarchisches künstliches System plötzlich eine Ebene besitzt, die wir nur noch als Bewusstsein beschreiben können.

    Ich gehe davon aus, dass Löhr auch das Qualia-Problem für ein solches hält, und bin nachgerade entzückt, dass er uns das in dieser Rezension vorenthalten hat.
  • Evolution der Sterblichkeit zum Selbermachen?

    08.03.2012, Jan E.
    Der Artikel war sehr interessant und hat mich zu weiterem Denken angeregt. Naturgemäß sind solche Simulationen stets eingeschränkt und spiegeln nie "die Wirklichkeit" wider - dennoch ergeben sich interessante Gedankengänge.

    Mich würde interessieren, ob es kostenlose Programme gibt, mit denen man ähnliche Bedingungen beschreiben und die Entwicklung beobachten kann.

    Vielen Dank für den schönen Artikel.
    Antwort der Redaktion:

    Die Antwort ist ja. Für die Bilder und die ersten Testläufe habe ich das Programm NetLogo verwendet. Es ist kostenlos (http://ccl.northwestern.edu/netlogo/) und einfach anzuwenden (wenn man sich ein bisschen mit Programmieren auskennt). Es enthält eine einfache Grafikoberfläche und bereits die meisten Funktionen für das Modellieren von Agenten. [Die Pseudo-Lebewesen in dem quadratischen Feld werden als "Agenten" bezeichnet, weil sie, ihrem inneren "Programm" folgend, selbsttätig agieren, auch wenn sich deren Aktionen hier darauf beschränken, den Konkurrenten auf demselben Platz umzubringen und ein Kind in die Welt zu setzen.] Ich gebe das Programm gerne meinen Studenten an die Hand, die an derartiger Modellierung interessiert sind. Es läuft nicht entfernt so schnell wie ein selbstgeschriebener Code in einer gewöhnlichen Programmiersprache (ein Kollege von mir hat den Code von NetLogo in Pascal umgeschrieben; das lief Klassen schneller, so dass wir mehr Parameter durchprobieren konnten), aber es ist einfach zu lernen.

    André Martins, Universidade de São Paulo

  • fehlt da nicht die Hälfte?

    08.03.2012, Harald Weiche
    Müßte man sowas nicht mit einem reversiblen Vorgang vergleichen, um eine solche Aussage zu gewinnen? z.B. einer Invertierung des Bits.