Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Sind Methangasanlagen nicht auch eine Fehlentwicklung?

    04.01.2012, Mag. Ulrike Turrini-Hammerschlag
    Bitte um Informationen auch zu den Methangasanlagen, in denen elektrischer Strom erzeugt wird. In meiner Heimatgemeinde - 9063 Maria Saal in Kärnten, Österreich - wurde vor ein paar Jahren eine solche in Betrieb genommen. Seitdem wird, so kommt es mir vor, auf den Äckern nur noch Mais angebaut. Möglicherweise ist die Ökobilanz hier genauso miserabel wie für Agrobenzin und -diesel und wäre eine dieser Tatsache Rechnung tragende Reaktion der Europäischen Union angebracht.

    Mit freundlichen Grüßen


    Ulrike Turrini-H.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Turrini-H.,

    im Zuge des Ausbaus von Biogasanlagen wird vielfach der zunehmende Anbau von Mais kritisiert - die so genannte Vermaisung:

    http://niedersachsen.nabu.de/themen/landwirtschaft/biomasse/12679.html

    In der Tat wäre das mal einen journalistischen Blick wert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    lingenhöhl@spektrum.com
  • Zur Klärung einiger Begriffe

    04.01.2012, Rüdiger Thurm
    „Gott“ ist kein naturwissenschaftlicher Begriff. Glaube ist nicht experimentelle Wissenschaft. Naturwissenschaft funktioniert vollständig unabhängig von Glaubensüberzeugungen. Das alles ist eigentlich selbstverständlich, und in diesen Punkten besteht Konsens.

    Aber auch „Vernunft“ ist kein naturwissenschaftlicher Begriff, „Vernunft“ ist etwas anderes als eine Ableitung aus neurophysiologischen, ontogenetisch bewährten Vorgängen. „Vernunft“ ist ein zentraler philosophischer Begriff und gehört zu den Voraussetzungen der Erkenntnis, die von einer Theorie der Erkenntnis zu beschreiben sind.

    Das Verhältnis von Glaube und Vernunft, von Theologie und Philosophie, ist darüberhinaus ein umfangreiches, anerkanntes und immer wieder diskutiertes Thema zwischen diesen beiden Disziplinen. Hier ist weit mehr und Systematischeres geleistet, als der Artikel von Herrn Tapp (eben aus der katholischen Perspektive) darstellt. Es lohnt sich, die Wirkung zum Beispiel der kantischen Philosophie innerhalb der Theologie nachzuzeichnen.

    Naturwissenschaft, sofern sie nicht nur potenziell falsifizierbare Formeln, sondern Erkenntnis und also eine Vorstellung von der Welt liefern soll, setzt selbst eine Erkenntnistheorie voraus, die mehr enthält als allein fachwissenschaftliche Begriffe. Das ist übrigens auch dann evident, wenn Naturwissenschaft ihre eigene gesellschaftliche Sinnhaftigkeit darzustellen hat. Sinnhaftigkeit ist nur teleologisch und nicht allein kausal auszuweisen, denn bekanntlich folgt aus einem „Sein“ kein „Sollen“. Deshalb kommt konkrete, gesellschaftlich legitimierte und von bewusst handelnden Subjekten durchgeführte Wissenschaft nicht ohne Glaubens- und Wertüberzeugungen - welcher Couleur und mit welchem Reflexionsgrad auch immer - zu Stande. Eine Gesellschaft braucht deshalb die Debatte über leitende Glaubensüberzeugungen und Wertvorstellungen und ist dafür auf anerkannte Institutionen und Repräsentanten angewiesen. Weder der Staat noch „die Naturwissenschaft“ können solche Institutionen selbst hervorbringen, es sei denn, sie gebärdeten sich totalitär. Eine Pluralität der Repräsentanten und ein öffentlicher Streit um Überzeugungskraft ist ein Gewinn für eine demokratische Gesellschaft.

    Glaube, Theologie und Kirche wiederum vermögen ihre Rolle in einer aufgeklärten Gesellschaft nur wahrzunehmen, wenn sie ihre Standpunkte in einem rationalen Diskurs zu vermitteln in der Lage sind. Dazu gehört der auch Respekt vor anderen Glaubensüberzeugungen, und dazu gehört auch die Fähigkeit zum eigenen Zweifel, der den Glauben in der Regel durchaus begleitet. Und dazu gehört eine Anerkennung wissenschaftlicher Standards und Ergebnisse der Einzelwissenschaften. Die Tatsache, dass die Gewissheit einer Glaubensüberzeugung nur subjektiv erfasst werden kann, hindert jedoch nicht, dass ihre Inhalte sich rational beschreiben und vermitteln ließen.
    Antwort der Redaktion:
    Was Sie über den Vernunftbegriff schreiben, hat meine volle Zustimmung. Und Sie haben auch Recht, wenn Sie sagen, dass über den Vernunftbegriff weitaus mehr gesagt wurde, als ich in meinem Artikel beschreiben konnte. Ob allerdings nun gerade die Wirkungsgeschichte Kants die theologischen Leistungen der neuzeitlichen Theologie entdecken hilft, kann bezweifelt werden. Auf jeden Fall kann unsere demokratische Gesellschaft die Debatten, die Sie erwähnen, brauchen. Die interessante Frage ist aber, ob die Gesellschaft nur eine Debatte darüber braucht, oder nicht auch Menschen, die nach Glaubensüberzeugungen leben und diese mit ihrem rationalen Selbstverständnis in Einklang zu bringen versuchen.

    Christian Tapp
  • Neuer Parasit als Auslöser des Bienensterbes

    04.01.2012, Dr.Hans-Joachim Scheel
    Es wird dringend empfohlen, keine Bienenstöcke aus den USA (auch nicht zu Forschungszwecken) einzuführen, denn die Varroa-Milbe kam auch aus dem Ausland zu unseren Honigbienen und belastet diese bis heute noch.
  • Klarheit mit tiefenabhängiger Oberflächenspannung

    04.01.2012, Klaus Reiter, Waidhofen an der Thaya (Österreich)
    Ich gebe Herrn Palm Recht, dass die Berücksichtigung der umgebenden Luftströmung dieses Verhalten erklären kann.

    Mein Vorschlag, das auf eine recht simple Art in die Simulation zu bekommen, wäre den Schwarm mit einer tiefenabhängigen Oberflächenspannung zu versehen. Durch die Tiefenabhängigkeit kann ein Gradient für die Abnahme der Vogeldichte zur Schwarmmitte hin definiert werden.
    Diese Oberflächenspannung zieht dann die weiter außen fliegenden Vögel näher zusammen als die weiter innen. Das sollte dann nach der Justage der Tiefenabhänigkeit bzw. der Stärke der Anziehung recht gut dem beobachteten Verhalten nahekommen.
  • Gyrus subcallosus = Gyrus paraterminalis

    03.01.2012,
    Ich habe gerade mal in meinen Büchern nachgeschaut und nirgendwo den "Gyrus subcallosus" gefunden. Laut Wikipedia scheint das aber ein anderer Name für den Gyrus paraterminalis zu sein.
    Antwort der Redaktion:

    Das stimmt, allerdings hat mich Ihr Hinweis zu weiteren Nachforschungen gebracht: In der Tat scheint das von den Forschern anvisierte Gebiet mehr als nur den Gyrus subcallosus zu umfassen. Es ist deshalb wohl eher zutreffend, von "Area subcallosa" zu sprechen (BA 25). Ich habe dies im Text jetzt genauer ausgeführt.

    Mit besten Grüßen,

    Jan Dönges, Redaktion

  • Von Echnaton zu den Mullahs oder was ist Glaube wert?

    01.01.2012, yoatmon
    Ein in der Menschheitsgeschichte geschichtlich dokumentierter Wendepunkt tritt ein mit dem Zeitalter des ägyptischen Pharaos Echnaton. Die genaue Regentschaft von Echnaton ist unbekannt; es wird vermutet, dass er Ägypten in dem Zeitraum 1351–1334 v. Chr. regierte. Echnaton war der erste Monarch, der die These eines Monotheismus in einer menschlichen Kultur einführte. Zuvor gab es eine große Anzahl von Göttern und auch noch danach. Bezeichnend für den Gedanken des Monotheismus ist die Tatsache, dass Moses, der im 13. Jahrhundert v. Chr. lebte, während der Regentschaft von Pharao Ramses II (also nach Echnaton) am Hofe Ramses aufwuchs.

    Obwohl die Ägyptische Priesterschaft nichts unterließ, jegliche Erinnerung an den von ihr verhassten Echnaton für alle Zeiten zu löschen, gelang dies nur bedingt. Es dürfte somit auch nicht verwundern, dass Moses vom Denken und Handeln Echnatons am Hofe Ramses erfuhr und sich diese Erfahrungen zu eigen machte. Zuvor herrschte bei den Israeliten Vielgötterei genauso wie bei all den anderen Volksstämmen in der Region.

    Da das Christentum und der Islam seine Abstammung vom Judentum nicht leugnen können, könnte man auch sagen, sie alle haben ihren Ursprung dem Gedankengut Echnatons zu verdanken. In Details unterscheiden sich alle Religionen voneinander; im Prinzip jedoch, kann Echnaton als der Vater von ihnen erachtet werden. Geschichtlich gesehen, war der Orient schon immer ein besonderer Nährboden für religiöse Überzeugungen und das ist er bis heute geblieben. Kurz zusammengefasst könnte man sagen: von Echnaton zu den Mullahs.
  • Gesamtkrümmung einer Kurve ohne die Unendlichkeit

    30.12.2011, Daniel Högerl, Hornstein (Österreich)
    Im Informationskasten "Die Gesamtkrümmung einer Kurve" wird erwähnt, dass die Gesamtkrümmung einer Kurve ein Maß für die notwendigen Richtungsänderungen ist, wenn man die Kurve entlangläuft. Weiter heißt es, eine Näherung für diese Zahl erhalte man durch Diskretisieren der Kurve, das heißt Ersetzen durch einen Streckenzug, und Aufsummieren der endlich vielen Winkel, um von Punkt zu Punkt zu gelangen. Erst in der unendlichen Annäherung solle sich die tatsächliche Gesamtkrümmung zeigen.

    Das erschien mir nun unlogisch, da man schon die Gesamtkrümmung eines Kreises durch drei Punkte, also ein Dreieck, mit 2π bzw. 360 Grad korrekt erhält. Mehr Punkte zu wählen ändert an den 2π Gesamtkrümmung auch nichts.

    Um meinen Verdacht zu überprüfen, habe ich nun also ein Programm geschrieben, mit dem ich die Gesamtkrümmung einer beliebigen geschlossenen Kurve diskretisiert berechnen kann. Dabei werden die diskreten Punkte (annähernd) äquidistant auf der Kurve verteilt und dann die einzelnen Winkel aufsummiert. Siehe da, für den im Info-Kasten abgebildeten Knoten (bzw. eine entsprechende planare Kurve) ergibt sich schon ab 7 Punkten der exakte Wert von 4π bzw. 720 Grad. Abermals bringt eine Erhöhung der Punkteanzahl keine Verbesserung des Wertes.

    Die Programm-Ausgaben können hier eingesehen werden (Kurven beginnen immer im Ursprung 0/0):
    http://hoegerl.org/sdw/curve_1_3_dots.png (Kreis)
    http://hoegerl.org/sdw/curve_1_6_dots.png
    http://hoegerl.org/sdw/curve_2_5_dots.png (2D-"Knoten")
    http://hoegerl.org/sdw/curve_2_7_dots.png
    http://hoegerl.org/sdw/curve_2_103_dots.png

    Das Programm (geschrieben in C#) zum Download gibt es hier:
    http://hoegerl.org/sdw/TotalKnotAngle.zip
    Antwort der Redaktion:

    Sie haben eine Aussage bestätigt, die im letzten Absatz des Kastens zu finden ist: Eine ebene, konvexe Kurve hat stets die Gesamtkrümmung 2π. Unter "Kurve" zählen die Mathematiker auch geschlossene Wege, die Ecken und geradlinige Wegstücke enthalten.

    Das heißt insbesondere: Jede Näherung eines Kreises durch einen (konvexen) Streckenzug hat bereits den exakten Wert der Gesamtkrümmung, und die Berechnung des Grenzwerts ist in diesem Fall ziemlich trivial. Auch für eine in die Ebene plattgedrückte Kleeblattschlinge kommt bereits bei einer Diskretisierung der exakte Wert 4π heraus.

    Wozu also der ganze Aufwand mit dem Grenzwert? Weil die Näherung bei "echt" dreidimensionalen Kurven nicht mehr exakt ist. Wenn Sie bei der Diskretisierung des Kleeblattknotens einige Punkte aus der Ebene herausheben und andere absenken, damit die Überkreuzungen richtig sind, wächst die Gesamtkrümmung um einen gewissen Beitrag. Den kann man zwar beliebig klein machen; aber an dieser Stelle kommt der Grenzwertbegriff ins Spiel – und ist nicht entbehrlich.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Positive Rückkopplung führt zum Kollaps

    29.12.2011,
    Staatsverschuldung steigt -> Zinsendienst steigt -> Staatsverschuldung steigt exponentiell durch Zinseszinseffekt -> Vertrauen der Gläubiger bricht ein -> Zinsendienst explodiert durch Risikoaufschläge -> Regierung steuert dagegen mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen -> Wirtschaftsleistung bricht ein -> die Ausgaben steigen durch höhere Arbeitslosenzahlen und die Steuereinnahmen sinken durch den Wirtschaftseinbruch -> Budgetdefizit steigt dadurch weiter, es werden jedoch keine neuen Kredite mehr gewährt -> CRASH !!!
  • Primitiv und unzeitgemäß

    29.12.2011, 29.12
    Nicht alles, was man tun kann, sollte man auch tun. Nur weil es diese Technik gibt, muss man sie nicht anwenden.
    Wir sollten aufhören unsere vermeintlichen Abfälle in irgendwelche Deponien zu versenken. Da hat sich
    offensichtlich in der Sichtweise seit der Steinzeit nichts getan. Was da so an Altlasten im Boden, in der Tiefsee, in Bergwerken etc. liegt, wird uns noch genug Kopfschmerzen bereiten.

    Unter einem etwas anderen Blickwinkel ist Kohlendioxid ein mit hohem Energieaufwand produzierter wertvoller Rohstoff. Diesen jetzt wieder mit Energieaufwand in den Boden zu verpressen ist geradezu irrwitzig. Nach intelligenten Anwendungen für diesen Rohstoff zu suchen ist die Aufgabe - und nicht alles, was uns jetzt gerade unangenehm ist, in Nachbars Garten zu vergraben. Es wird Zeit über Kohlenstoffrecycling nachzudenken. Wenn das Erdöl knapp wird brauchen wir Alternativen.
  • Religionsphilosoph kontra Naturwissenschaftler

    29.12.2011, Klaus Teutenberg, Lindlar
    Ein herrliches Gespräch! Der aggressive Religiöse mit Wahrheitsanspruch (wie er auf Dawkins einschlägt '… einfach falsch … Kreuzzugsprediger …') und der besonnene Naturwissenschaftler, der nicht sagt, dass eine Theorie wahr ist (,sondern die nach unserem Wissen beste Beschreibung). Richtig sagt er, es gibt keinen Sinn des Universums. Wie man ohne diese kriegerischen Religionen trotzdem sinnvoll leben kann, beschreibt Bernulf Kanitscheider in seinem empfehlenswerten Buch 'Entzauberte Welt'.
  • Neue Freunde

    29.12.2011, Michael Josef Sommer www.stand-up-reason.de
    Ich finde diese Forschung interessant: Bakterien machen den Geruch. Diese werden noch zum größten Freund der Menschen werden. Rein von dem, was ich sagen kann.

  • Columbo lässt grüßen

    29.12.2011, Dipl. Ing. Hermann Aigner
    Wer die Fernsehserie "Columbo" kennt, sollte auf die Lösung kommen ;)
    Dort ist diese Wiegemethode in einer Folge vorgekommen.
    Antwort der Redaktion:
    Für alle anderen: Bei youtube können Sie sich den entsprechenden TV-Ausschnitt anschauen.
  • Vernunft – Glaube; Wissenschaft – Religion

    28.12.2011, Utz Tannert, Lemgo
    Die wieder einmal konstruierten Gegensatzpaare beruhen auf einer Fehldeutung oder einer Fehldefinition der Begriffe. Die eigentlichen Begriffspaare sind Wissen - Glaube sowie Vernunft - Gefühl. Wissenschaft als Erkenntnismethodik kann und soll sich mit jedem dieser Begriffe auseinandersetzen, um sie zu verstehen. Unter diesem Aspekt kann sich die Wissenschaft problemlos mit einer vernünftigen Begründung des Glaubens oder mit einem erfühlten Wissen befassen.
    Man sollte berücksichtigen, dass viele klassische Begriffspaare nur wegen einer gewünschten ideologischen Wertung zu Gegensätzen gemacht wurden. Es gehört zu den wirkungsvollsten dialektischen Mitteln, Widersprüche zu konstruieren, um einen Begriff positiv vom anderen abzugrenzen. So ist es eben auch dem vermeintlichen Widerspruch zwischen Vernunft und Glaube ergangen.
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben ganz Recht, dass die Wissenschaft sich mit Verständnis und Definition der Begriffe beschäftigen muss. Aber: Was sind „richtige“ Definitionen, wenn nicht die, die sich am faktischen Sprachgebrauch orientieren? Vernunft und Glaube sind auch kein begriffliches Gegensatzpaar, sondern zunächst einmal Termini für etwas, was wir in der empirischen Welt vorfinden: da Personen, die bestimmte Dinge glauben, dort (etwas allgemeiner) Ansprüche auf Vernünftigkeit. Und so betrachtet ist es dann eine echte Frage, wie beides sich zueinander verhält – und kein konstruierter Gegensatz.

    Christian Tapp
  • Thema verfehlt

    28.12.2011, Bernhard Spintzyk
    Das Zitat von Luther ist beeindruckend. Der Vernunft die Augen ausstechen! Au ja, und anschließend die Zähne ziehen, ohne Betäubung!
    Dann: „Gebt acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verführt, die sich auf die menschliche Überlieferung stützen und sich auf die Naturmächte der Welt, nicht auf Christus berufen.“
    Ich überlege, wie Christus im Periodensystem ergänzt werden könnte und wie die katholische Kirche ohne Überlieferung aussähe.
    Aber Paulus hat wohl keinen guten Vorschlag gemacht, denn: „Auf der anderen Seite hat kaum ein anderer biblischer Autor so sehr vernünftig für den Glauben argumentiert wie Paulus.“ Ich denke, jetzt kommen die vernünftigen Zitate – Fehlanzeige, der Autor wechselt das Thema. Genau so mit den zwei Arten von Glauben oder wie die Hermeneutik die Unstimmigkeiten der Bibel auflöst. Hätte mich interessiert. Aber er reiht Behauptung an Behauptung und führt nichts aus.

    Die Aufzählung von „Glaubenssätzen“ hat mich amüsiert. Er erspart uns Fragen wie: Ist Mohammed der einzige relevante Prophet? Was ist das größere Verbrechen: Rindfleisch, Schweinefleisch oder Pferdefleisch zu essen? Wie viele Menschenherzen benötigt die Sonne täglich als Wegzehrung?

    Er bringt: Dreht sich die Erde nicht doch um die Sonne, obwohl Galilei dem abschwören musste? Ja, das tut sie. Der katholischen Kirche zum Trotz. Schämt sich der Mann gar nicht?

    Der Autor setzt „Vernunft“ zunächst mit Naturwissenschaft gleich. Die ist ihm suspekt. „Glauben“ ist für ihn katholische Dogmatik.
    Später ist Gott ... eine vernünftige, den ganzen Kosmos schaffende, ordnende und erhaltende Macht.

    Der Kosmos funktioniert auf Grund von Naturgesetzen. Sie laufen automatisch ab. Uns ist niemand bekannt, der einer Supernova sagt, sie solle bitte vernünftig sein und geordnet explodieren.

    Auf die Naturwissenschaften zu schimpfen und gleichzeitig die Naturgesetze zu vergöttern lässt fragen, was der Autor von Logik hält. Oder handelt es sich um Hermeneutik? Aber es ist ja „schwierig, die Frage nach der Richtigkeit des Glaubens von außen zu beantworten“.

    Der Autor ist seinem Thema nicht gerecht geworden. „Vernunft“ und „Glaube“ sind weitläufige und sehr „menschliche“ Begriffe, die einer ernsthaften Betrachtung würdig sind. Vernunft existiert im Bezug auf Menschen. Es geht um das Abwägen von Zielen, Maß und Moral. Und auch Naturwissenschaftler glauben: Wo es nicht für ein Urteil reicht, hat man ein Vorurteil. Unser Gehirn lässt nichts uninterpretiert. Aber man hat eine gute Chance, dass man beim ersten Versuch danebenliegt.

    Und: Falls Sie in Zukunft mehr solche Artikel bringen wollen, werde ich Spektrum abbestellen und stattdessen den Osservatore abonnieren. Dann bekomme ich sie eher.
  • Verwunderlich ...

    27.12.2011, Hubert Kreft
    Verwunderlich, ja beängstigend ist der Kommentar,
    weil nicht eine einzige kritische Bemerkung zu diesen Forschungsergebnissen und deren Gefahrenpotential gemacht wird - stattdessen soll ich noch eingelullt werden mit den ach so großen Vorteilen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Dafür sind schon andere Wege eingeschlagen worden ohne einen solch gefährlichen Virus zu erzeugen.
    Wer gibt mir denn die Gewähr dafür, dass nicht auch Regierungen zu einer derart gefährlichen biologischen Kriegführung bereit sind?