Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Warum ist der Bulge so anders?

    14.10.2016, Ulrich Heemann
    Es ist doch erstaunlich, dass heutige Kugelsternhaufen nicht in den Bulge einverleibt werden, andere sehr alte Sterne (= Kugelsternhaufen) aber sehr wohl mit einer deutlich anderen Dynamik. Da scheint mir die Wirkung des Schwarzen Lochs, das (mit geringerer Mächtigkeit) von Beginn an als vorhanden unterstellt werden kann, doch von (im wörtlichen Sinne) zentraler Bedeutung zu sein. Ich darf schlussfolgern:
    Ursprünglich waren die sich bildenden Kugelsternhaufen zwangsläufig mit geringerer gravitativer Reichweite ausgestattet, konnten aber nach wechselseitigem Einfang unter der Wirkung des anwachsenden Schwarzen Lochs immer enger an dieses herangezogen werden. Dadurch wurde die wechselseitige gravitative Interaktion der Sterne immer stärker, so dass die Sterne wieder einer randomisierenden Wirkung wie in einem Gas ausgesetzt waren, wie es bereits in den Kugelsternhaufen der Fall war. Der überschüssige Drehimpuls wurde hingegen an einige Sterne übergeben, die das große Rad aufzubauen begannen. Der Bulge gibt den heutigen direkten und indirekten Einflussbereich des Schwarzen Lochs (und/oder auch dunkler Materie) wieder. Weitere Sternhaufen oder auch Galaxien konnten aufgrund des zunehmenden gravitativen Einflusses der Gesamtgalaxis eingefangen werden, ohne dass sie dem Bulge zu nahe kommen mussten. Letzterer wird somit heute sicherlich weniger stark wachsen als dies früher der Fall war (auch wegen der gewachsenen intergalaktischen Entfernungen), zumindest in Relation zu dem äußeren Bereich. Dies kann sich aber ändern, wenn eine ähnlich große Galaxis (s. Andromeda) mit anderem Gesamtdrehimpuls auf unsere Milchstraße trifft. Dann werden sich nicht nur die Kerne vereinigen (und die Schwarzen Löcher), sondern die Drehimpulse der beiden Galaxien werden sich nicht so einfach angleichen können, da die Abstände der Sterne im Mittel doch zu groß für diesen Prozess sind, um dies in absehbaren Zeiträumen zu gewährleisten.
    Insofern ist es keineswegs erstaunlich, dass im Bulge vornehmlich sehr alte Sterne zu finden sind. Es scheint auch, dass Gas- und Staubwolken unter den extremen gravitativen Bedingungen kaum eine Chance haben, sich zu neuen Sternen zu formieren, da sie von der Gravitation des Schwarzen Lochs und der sie eng umfliegenden weiteren Sterne zerrissen (zu langen Bändern verformt) werden.
  • Fragen Sie einen Fachmann...

    14.10.2016, Robert Orso
    Das ist der unbedingte Rat in jedem Pilz Bestimmungs Buch, jeder APP und jeder Webseite die sich mit dem Thema beschäftigt, auch so renommierte wie die Webseiten der verschiedenen Mykologischen Gesellschaften. Stets wird das gleiche betont: "Die Bestimmungs Hilfsmittel dienen NICHT zur Bestimmung der Essbarkeit, nur zur Bestimmung der Art" und "Wenn Sie nicht 100%ig sicher sind, fragen Sie einen Fachmann".

    Nur, woher nehmen und nicht stehlen? Wenn man Glück hat und in der Nähe einer großen Stadt wohnt, dann gibt es manchmal die Möglichkeit am Marktamt einmal die Woche, "Dienstags zwischen 10 und 11 Uhr" den Pilzkorb aussuchen zu lassen. Die Pilze vom Wochenende sind dann natürlich alle schon kaputt, die 80km Fahrt also ohnehin umsonst.

    Nachdem bestimmt jeder Pilzsammler zu 100% sicher ist, dass seine Pilze ungiftig sind, hilft auch der Rat nicht, im Zweifelsfall lieber einen weniger mitzunehmen. "100% sicher" schließt leider nicht aus, dass man sich nicht trotzdem irrt. Tatsächlich sind die meisten Vergiftungsfälle wohl eher deswegen zu verzeichnen, weil der gefragte "Experte" sich dann doch nicht so genau auskannte wie er dachte.

    Pilze neigen nun mal dazu, gelegentlich anders auszusehen als am Vergleichsbild. Ob die Lamellen jetzt blaßgelb oder cremefarben sind, der Hut rehbraun oder kastanienbraun und ob die Lamellen stumpf oder am Stiel kurz angesetzt sind, ist sicher auch für den Fachmann nicht bei jedem Exemplar Verwechslungs frei erkennbar.

    Früher gab es gerade am Land in fast jedem Dorf eine "Großmutter", die ein Leben Lang Erfahrung mit Pilzen hatte. Heute kennen die meisten Pilze nur noch aus dem Chinarestaurant oder dem Supermarkt. Die Experten vor Ort sind ausgestorben.

    Ich selbst traue mich nur drei Pilzarten "sicher" zu pflücken. Wer weiß wie viele Kaiserlinge ich schon stehen gelassen habe, weil ich sie für Fliegenpilze hielt...

    Schade eingentlich.
  • Desulforudis audaxviator

    14.10.2016, Dr. Manfred Bühner, Biochemiker
    Hallo Freunde,

    Danke für die Information über ein faszinierendes Bakterium, das unter Bedingungen lebt, die zu den Verhältnissen bei der Entstehung des Lebens auf der Erde sehr ähnlich sind. Allerdings zeigt der Autor mit der Formulierung

    "ein solcher Keim in einem Evolutionsprozess auch im All hätte entstehen können",

    dass er über Dinge spricht (Biochemie, Genetik), die außerhalb seines Fachs liegen. Die Evolution ist die Entwicklung vorhandenen Lebens, seine Entstehung steht auf einem anderen Blatt. Die Entstehung von Leben auf minimalen Welten wie Kometen kann nur jemand vorschlagen, der nicht informiert ist darüber, was zur Entstehung lebender Zellen erforderlich ist; nämlich flüssiges Wasser auf einem Planeten mit Atmosphäre und viel UV-Strahlung zur photochemischen Erzeugung der recht komplexen Grundstoffe des Lebens (Nukleotide).

    Und wenn der Komet nur der Transporteur ist, wo ist das Bakterium dann entstanden und vor allem, wie kommt es vom Entstehungsort auf den Kometen?

    Auf der Erde ist alles längst geklärt. Wir brauchen für den Ursprung des Lebens keine anderen Himmelskörper, weder große noch kleine. Unsere gute alte Erde hat das alles vor 4 Mrd. Jahren gemacht, und Chemiker und Biochemiker kennen heute auch die entscheidenden Schritte dafür.

    Grüße,
    Manfred Bühner
  • Sender der bessere Staatsanwalt

    14.10.2016, Ludwig Schaber
    Laut "Zeit"- Artikel aus letztem obigem Link weiß der BR schon mehr als der "Leitende Staatsanwalt". Trotz einer gegenteiligen Aussage des Oberstaatsanwalts Potzel titelt die Zeit wie der MDR, dass eine Probe mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden könne
    Siehe folgende Zitate aus "Zeit"- Artikel:

    Zitat1:
    ".....Die Erklärung, dass die DNA-Probe verunreinigt sein könnte, kann nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden......"

    Zitat2:
    "......Der Leitende Oberstaatsanwalt in Bayreuth, Herbert Potzel, will eine mögliche Verunreinigung der DNA-Probe jedoch nicht ausschließen. "Es gibt mehrere Möglichkeiten der Verunreinigung." Details nannte er nicht. "Wir wollen den Weg der Spur genau und sicher überprüfen....."
  • Die Konsumform ist das Problem

    13.10.2016, Das M
    Inhalierter Rauch ist allgemein toxisch für den Körper, ich denke der Calciumspiegel leidet darunter. Um wirklich die Cannabinoide dafür verantwortlich zu machen, müsste man die häufige Aktivierung der CB1 und CB2 Rezeptoren in Verbindung mit dem anabolen Stoffwechsel bringen. Gut das es Alternativen zum Rauchen gibt wie Verdampfen oder die orale Applikation.
    Fest steht, über 25 g Ethanol am Tag hat systemische längerfristige Auswirkungen. Wenn gerauchtes Cannabis nur das Risiko für Parodontose und verringerte Knochendichte verursacht, bin ich beruhigt.
  • Warum das Graviton?

    13.10.2016, Olaf Schlüter
    Warum wird eine Quantenfeldtheorie für die Gravitation mit dem Graviton als Austauschteilchen gemacht, wenn die Gravitation in der ART doch eine Scheinkraft ist?
  • Wer weiss??

    13.10.2016, Chris
    Klar haben kiffende Computernerds schwächere Knochen und sind dünner. Denn sie mampfen bloss Junkfood und verschlafen den halben Tag. Doch wer sonst kann/muss/will mehr Kiffen als genau diese? Ist auch ohne kaum auszuhalten, all das Gecode!
    Kenne jedoch auch Personen, die relativ viel Gras rauchen, den ganzen Tag an der Sonne sind, sich in waghalsigen Sportarten ausüben und superrobuste Knochen haben.
    Dann gibt es noch unzählige andere Einflüsse. Oder haben sämtliche Testpersonen während der Zeit das selbe, gesunde gegessen?
  • Rauchen ist nicht die einzige Applikationsform

    13.10.2016, ersoichso
    Der Konsum kann auch durch Essen oder Vaporisieren erfolgen. Rauchen allgemein ist ungesund - das hat nix mit der Substanz zu tun.
  • ach ja ...

    12.10.2016, heutemalich
    wer mehr als 5000 Joints geraucht hat, bricht sich (... ich extrapoliere: stets, immer ...) öfter mal die Gliedmaßen. So so.
    Ich rechne mal hoch, habe seit ich 15 bin gekifft, vielleicht bis ich 40 war, mit gewissen Pausen immer wieder, aber auch mit Intensivphasen. 5000 reicht bei weitem nicht.
    Ich habe mir als Kind einmal das Schlüsselbein gebrochen, weil mir mein Bruder mit dem Gipsarm (er war noch zu jung, um zu kiffen) dagegen geschlagen hatte. Sonst habe ich mir bis heute noch nie etwas gebrochen.
    Natürlich bin ich die große Ausnahme. Klar doch.
  • Kein wissenschaftlicher Anspruch

    12.10.2016, Olaf Ladden
    Dass Werk Zanders bildet im Grunde keinerlei erwähnenswerten wissenschaftlichen Anspruch ab. Alle die Dinge, die Steiners Leben auszeichnen werden in einem verklärten Lichte gezeichnet und die bis heute andauernden und sich wissenschaftlich immer weiter bestätigenden Ausführungen Steiners, wie weißgott sehr ausführlich waren, lässt er völlig außen vor, da sie seine oberflächliche Abhandlung unmittelbar ad absurdum führen würden.

    Durch heutige wissenschaftliche Versuche und Abhandlungen lassen sich vielerlei der Thesen, die Steiner nachweislich von niemandem vorher "geklaut" haben kann, untermauern, seien es dem Menschen eigene, zusätzliche Sinne, wie der Gedankensinn oder der Sprachsinn (siehe dazu u.a Martin Peveling), oder seien es die Ergebnisse mancher Universitäten zur Wirkungsweise der biodynamischen Präperate. Sowohl das Cyan als auch das Gründe und das Auftreten der BSE Krise und der Atmospaltung sagte Steiner konkret voraus, was gerne von solch unwissenschaftlich agierenden Autoren wie Zander unter den Tisch gekehrt wird.

    Ich möchte hier betonen, dass es unabdingbar ist, wenn man einem wissenschaftlichen Anspruch gerecht werden möchte, seinen eigenen Standpunkt, seinen eigenen Glauben - denn diesen besitzt jeder Mensch - außen vor zu lassen und sich auf die wesentlichen Fakten und Anzeichen zu konzentrieren, die für eine Studie von Bedeutung sind.

    Eine Polemik wie jene Zanders hilft weder den Befürwortern, noch den Gegnern der Anthroposophie und erst recht nicht jenen, die aufrecht und ehrlich mehr über diese bedeutsame Persönlichkeit Rudolf Steiner wissen möchten. Man wird als frei forschender Mensch nicht darum herum kommen, selbst das Werk Steiners unvoreingenommen zu studieren und auf Fleisch und Mark zu prüfen. Das ist viel Arbeit, aber sie ist notwendig. Aber nur, weil das eigene Weltbild einem im Wege steht, die unbegreiflichen Seiten Steiners zu verstehen, hat man noch lange nicht das Recht, bezüglich der Biographie dieses Mannes in pure Spekulationen auszubrechen, wie Zander es tut.

    Es gibt weitaus wirklichkeitsgemäßere Biographien über Steiner.
  • Gestrecktes Cannabis

    12.10.2016, Wolf Niese
    Weil Cannabis illegal ist, wird es auf dem Schwarzmarkt unter anderem mit Blei gestreckt. Blei macht definitiv die Knochen morsch. Vielleicht ist deshalb die Studie nicht so aussagekräftig?
  • Stets verfügbare Geheimtinte

    12.10.2016, Beate Steinmeyer
    Wir haben im Unterricht eine "biologische" Geheimtinte entwickelt, die ganz ähnlich funktioniert, dabei aber den Vorteil hat, dass sie immer verfügbar ist: Spucke!
    Es geht so:
    Spucke in einem kleinen Gefäß sammeln, mit einem Wattestäbchen damit auf ein ganz normales Drucker- oder Kopierpapier schreiben, trockenen lassen.
    Durch Einstreichen mit Lugolscher Lösung ("Kaliumjodid") sichtbar machen.
    Die Schrift erscheint als Negativ auf braunlila Untergrund, auch auf bedrucktem Papier.
    Erklärung:
    Druckerpapier ist in aller Regel mit Stärke beschichtet. Die Amylase im Speichel spaltet die Stärke, so dass sie hier nicht mehr nachweisbar ist.
  • Erfinden und Kreativität

    12.10.2016, Wolf-Rüdiger Delong, Erlangen
    Florian Freistetter beschreibt in seinem Artikel wie ihn in seiner Jugend die erste Begegnung mit imaginären Zahlen fasziniert hat. Ich teile diese Faszination. Schließlich ist die moderne Physik oder auch die ganz gewöhnliche heutige Elektrotechnik ohne imaginäre Zahlen völlig undenkbar.

    Die eigentliche Faszination liegt ja nun darin, dass irgendjemand mal diese imaginären Zahlen erfunden haben muss. Wie kam derjenige auf so etwas? Welche Denkvorgänge müssen stattfinden, dass man auf so etwas kommt? Das ist die pure Kreativität, wie sie nur dem Menschen nachgesagt wird.

    Noch faszinierender ist dann die Frage: Ist das wirklich auf die Mathematik beschränkt oder gilt dieses Erfinden, diese „Kreativität nicht auch in unserem ganz normalen Alltag? Warum sollte seine Aussage: "... Man hat jede Freiheit, alles zu erfinden, was einem just in den Sinn kommt - ..." nur auf die Mathematik beschränkt sein. Das ist doch das, was jeder Mensch jeden Tag tut.

    Vollends faszinierend wird dann die Frage: Ist diese "Kreativität" wirklich nur auf den Menschen beschränkt? Was sollte einen Computer daran hindern, imaginäre Zahlen zu erfinden? Ist es nicht ein ganz gewöhnlicher, formalisierbarer und damit auch programmierbarer Vorgang, Widersprüche aufzulösen? Wie könnte ein solcher Formalismus aussehen?

    Nehmen wir Freistetters Beispiel: x² + 1 = 0. Diese Gleichung ist eindimensional. Es existiert nur die Skala, der Zahlenstrahl, x. Und dieses Problem ist eindimensional nicht lösbar. Es steht im Widerspruch zu einer vorangegangenen Vereinbarung in der Mathematik, dass ein Quadrat immer nur positiv sein kann. Der Formalismus besteht nun darin, das Problem um eine Dimension zu erweitern. Eine neue Dimension ist dabei ein Zahlenstrahl, der auf dem vorhandenen Zahlenstrahl senkrecht steht. Aus einem eindimensionalen Problem wird ein zweidimensionales Problem. So ergibt sich zum Beispiel die Gleichung x² + 1 = y mit y als neuem Zahlenstrahl. Das ist eine ganz gewöhnliche Parabel, die mit allen bekannten Mitteln problemlos diskutierbar ist, wobei man sofort sieht, dass der Wert y = 0 nicht vorkommt.

    Wie sieht das in der gewöhnlichen menschlichen Realität aus? Die besteht bekanntermaßen aus Unmengen von Widersprüchen. Nehmen wir zum Beispiel die zwei Aussagen:

    Mann 1 ist arm (Einkommen 10000 $/Jahr)
    Mann 2 ist reich (Einkommen 1000 $/Jahr)

    Das ist ein Widerspruch, und der lässt sich allein an der Skala "Einkommen" nicht auflösen. Zur Auflösung ist mindestens eine weitere Dimension notwendig. Zum Beispiel die Erdoberfläche, nämlich Mann 1 wohnt in Europa, Mann 2 in der Sahelzone.

    Nehmen wir ein anderes Beispiel, die oft kolportierte Geschichte aus einem Zen-Kloster: Während der Meditation gilt absolutes Schweigegebot. Für das Brechen dieses Gebots gibt es Schläge vom Meister. Der Meister geht nun zu einem Studenten und fordert: "Sag mir sofort, über was du gerade meditierst, sonst schlage ich dich." Der Student ist in einer ausweglosen Situation. Was er auch tut, er wird Schläge bekommen. Das Problem ist in dieser Konstellation, in diesem Entscheidungsraum nicht lösbar. Außer, der Student erweitert den Entscheidungsraum, zum Beispiel, indem er dem Meister den Schlagstock wegnimmt (falls er das kann und es sich das traut).

    Das Auftreten solcher auswegloser Situationen oder Widersprüche ist allgegenwärtig und kann sogar zum Schicksal werden. Gregory Bateson behandelt dieses Thema ausführlich in seinen Schriften zur Schizophrenie. Für Bateson liegt der Auslöser von Schizophrenie stets in einer oder mehrerer Double-Bind-Situationen in der Kindheit oder frühen Jugend eines Menschen. Double-Binds sind genau solche ausweglosen Situationen, denen das Kind ausgesetzt ist. Was es auch tut, es wird falsch sein. Die Familie oder das Umfeld des Kindes merkt das gar nicht. Eine formale Erkennung und Lösung solcher Probleme könnte daher extrem hilfreich sein.

    Freistetter erwähnt die Mathematikerin Eugenia Cheng, die in der kreativen Freiheit der Mathematik ein "Überfliegen" von Hindernissen sieht. Überfliegen, also herausgehen aus der Ebene, ist genau dann möglich, wenn über der Ebene eine weitere Dimension existiert oder errichtet wird. Und das funktioniert nicht nur in der Mathematik.

    Es würde mich freuen, wenn diese Ergänzung zu Freistetters Artikel Widerspruch auslösen würde.
  • Welchen Durchmesser hatte das Auge?

    11.10.2016, Florian Mengedoht
    5 km , 10 km , 100 km ?
    Antwort der Redaktion:
    Der Durchmesser liegt im Schnitt bei 50 km, kann aber bis zu mehrere 100 km betragen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Spektrum.de
  • Nicht die estruskische Schrift ist das Problem

    11.10.2016, Andrea Krapf
    Auf Seite 56 spricht der Autor von anderen noch unentzifferten Schriftsystemen, die den Forschern "noch immer ein Buch mit sieben Siegeln" seien. Hier zählt er neben Rongorongo und Linear A auch die etruskische Schrift auf. Und das ist schlicht falsch, denn diese kann schon seit langem gelesen werden. Die Entzifferung war noch nicht einmal besonders schwer, da das etruskische Alphabet von einem griechischen Alphabet abgeleitet ist. Tatsächlich wird sogar allgemein angenommen, dass die Römer das Alphabet von den Etruskern und nicht direkt von den Griechen übernommen haben. Das etruskische Alphabet ist demnach die Basis für das lateinische.

    Was im Zusammenhang mit etruskischen Inschriften lange Zeit Probleme bereitet hatte, war das Verständnis – Etruskisch ist keine indoeuropäische Sprache und hat keine bekannten lebenden Verwandten. Es gab also wenig bis nichts, an dem sich die Sprachwissenschaftler "festhalten" konnten. Obendrein sind zwar sehr viele Inschriften bekannt, die allermeisten sind aber nur sehr kurze Weihe- oder Grabinschriften. Trotz dieses beschränkten Korpus und des Problems mit den fehlenden Vergleichssprachen hat das Verständnis der etruskischen Sprache gewaltige Fortschritte gemacht. Heute sind die meisten Inschriften problemlos verständlich. Bei Interesse kann ich "Zikh Rasna – A Manual of the Etruscan Language and Inscriptions" von R.E. Wallace aus dem Jahr 2008 empfehlen – ein sehr guter Überblick über alles, was über die etruskische Sprache bekannt ist.