Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Artenschutz in konventioneller Landwirtschaft

    12.07.2017, Michael Schenj
    Im Beitrag wird tatsächlich der Eindruck erweckt, dass Artenschutz nur im ökologischen Landbau geht. Dabei werden die meisten Flächen konvetionell bewirtschaftet und auch hier kann viel für den Artenschutz getan werden. So liegt ein großes Verbreitungsgebiet der Rotbauunke auf der Köthener Ackerebene, und die wird seit jeher konvetionell bewirtschaftet. Jeder Landwirt in der Region wußte von den Unken, das war nichts besonderes. Als dann die B6n-Verlängerung von Köthen zur A9 durch dieses Gebiet gebaut werdern sollte fand man "plötzlich" die Rotbauchunke und die Knoblauchkröte und und.... Jetzt sollen für diese Arten zusätzliche Tunnelröhren unter die Strasse gebaut werden (merke: Die Strasse ist der Feind, nicht der Landwirt) und, was die Landwirte erzürnt, Schutz- und Rückzugsräume angelegt werden, natürlich auf wertvollem Ackerland. Diese brauchten die Tiere bisher auch nicht und haben sich prima vermehrt auf der konvetionell pfluglos bewirtschafteten Ackerfläche. Man könnte auch sagen: Die Lurche leben dort seit ewigen Zeiten wegen der dortigen Landwirtschaft, nicht trotz dieser.
    Zum vergeschlagenen System der Entlohung von Umweltleistungen mit einem Punktesystem. Das gibt es so ähnlich in der Schweiz. Die Probleme sind der hohe bürokratische Aufwand bei der Festelgung der Indikatoren und der Überwachung sowie das Risiko der "Normalisierung" der Zustände und dem damit verbundenen Rückgang der Zahlungsbereitschaft (auch Erfahrungen aus der Schweiz). Unsere Landwirtschaftsämter kommen jetzt schon nicht mehr hinterher mit Prüfung und Kontrolle der Agraranträge, wer soll das leisten (O-Ton aus dem Ministerium).
  • Gift hat in der Landwirtschaft nichts verloren

    12.07.2017, Marius Thielen
    Richtig ist, das sog. Pflanzenschutzmittel - ehrlicher wäre zu sagen: zumeist GIFT - nichts in der Landwirtschaft verloren hat. Neue Studien der Krefelder Entomologen haben einen Rückgang der Insektenpopulation von 80 % belegt. Das ist schier unfassbar!
    Unsere Nahrungskette beginnt mit Kleinstlebewesen und Mikroorganismen und endet beim Menschen. Und völlig unbedarft, ignorant und naiv säge ich den Ast auf dem ich sitze ab!
    Jeden Tag kann ich beim Lebensmitteleinkauf entscheiden: Fördere ich eine Landwirtschaft die unsere Lebensgrundlage Boden vergiftet etc. pp - oder tue ich das nicht. Das ist ein Macht.
    Und - Lieber Herr Schenk - verhungern muss hier niemand mehr, denn solange in Deutschland jedes Jahr 50 % aller produzierten Lebensmittel vor Verbrauch auf dem Müll landen, haben wir kein Mengenproblem ( aus Mißernten etc.) sondern vielmehr sind die Lebensmittel viel zu billig. Wer nicht wertschätzt, wirft halt schnell weg...
    Neonikotinoide schädigen im Übrigen auch den Menschen, denn als Nervengift blockieren Sie - soweit ich weiß - die Acetylcholinrezeptoren dauerhaft.
  • Minority Report

    12.07.2017, Reinhold Sonner
    Offensichtlich ist das was in der Filmindustrie noch als Science Fiction gehandelt wird (z. B. Minority Report) zum Teil schon in der Realität angekommen.
    IBM und das Memphis PD zumindestens machen schon Werbung mit der Fähigkeit, Verbrechen vorhersagen zu können.
    https://www-03.ibm.com/press/us/en/pressrelease/32169.wss

    Werbefilmhttps://www.youtube.com/watch?v=5n2UjBO22EI
  • Nur Bio ist zu wenig

    12.07.2017, Volker Fleischhauer
    Da der Anteil an Biobetrieben kaum ins Gewicht fällt, ist hier unbedingt der konventionelle Landbau zu bevorzugen. Da es von der EU gewaltige Prämien für die Bewirtschaftung der Flächen gibt, muss hier mal angesetzt werden. Gestaffelte Prämien für die Bereitschaft, für den Artenschutz weniger Geld zu verdienen. Die meisten Landwirte würden das machen. Es geht ja in erster Linie ums Geld.
  • Was fehlt

    12.07.2017, Tom S.
    Was dem Artikel noch fehlt, ist eine Darlegung, dass individuelle nicht-algorithmische Richtersprüche auch gerechter sind.
    Es gbit ja nun genug Hinweise, die daran zweifeln lassen. So erhöht sich zB die Chance auf eine erfolggreiche Bewährungsprüfung von 0% auf 63%, je nachdem ob man vor oder nach der Frühstückspause vor dem Richter steht.
    http://www.pnas.org/content/108/17/6889.long
  • eine schöne Idee

    12.07.2017, Matthias Rosenau
    Ein guter Ansatz, man muss sich nur klar sein, dass er teuer ist. Davor schreckt unsere Politik bisher zurück, billige Nahrungsmittel sind wichtig (Mieten sind schon teuer genug), daher ist ja Tierquälerei (und Menschenschinderei) in der Fleidchproduktion zulässig. Wenn man jetzt auch noch für wahren Ökostrom sorgen würde (Windräder nicht direkt auf Vogelzugstrecken, z.B.) , der mittlerweile zur Ökogefahr wird, wärs ja schon was.
  • ein bisschen dreist

    12.07.2017, Catherine
    Also ich finde die aus der Luft gegriffene Behauptung "Zudem könnten Verstöße gegen Regeln in solchen Gruppen seltener sein, die sich ständig von einer höheren Instanz bewertet sehen." unverschämt, zumal Studien daraufhin deuten (allerdings keine Ahnung, wie representativ diese sind), dass Menschen ohne Religion viel seltener Doppelmoral leben.
    Und die Geschichte spricht für diese Behauptung nun auch nicht gerade, sondern eher dafür, dass Religion kein bisschen Regelverstöße verhindert. Im Gegenteil, sie hat sie bisher sehr oft eher gefördert. Allerdings bekomme ich diese unsinnige Behauptung von besonders harten Verfechter der Religionen an den Kopf geklatscht ohne jede Grundlage dafür darlegen zu können. Ich frage mich dann immer, welche persönliche geistige Reife solche Menschen haben, wenn sie einen Anstandswauwau brauchen um andere nicht zu meucheln. Denn das impliziert ja, dass sie sich persönlich nur an Regeln halten aus Angst vor Bestrafung. Ich als unreligöser Mensch hab ehrlich gesagt diese geistige Unreife schon mit 6 Jahren nicht mehr besessen ...
  • Espresso?

    12.07.2017, Klaus
    Gelten dieses Ergebnisse auch für Espresso ?
    Antwort der Redaktion:
    Die finalen Ergebnisse unterscheiden nicht zwischen den verschiedenen Kaffeearten. Allerdings ist sicherlich etwa ein Cappuccino mit reichlich Zucker nicht wirklich gesund.
  • Algorithmen

    12.07.2017, David M.
    Ich finde es an sich unproblematisch, Algorithmen einzusetzen, wenn sie besser als Menschen sind. Das erhöht dann auch die Fairness, weil die Urteile besser sind. Und wenn ein Fehler passiert ist es egal, ob es ein Computer oder ein Mensch war, der ihn machte. Aber sollte der Quelltext öffentlich einsehbar sein, um das Urteil nachvollziehen zu können. Das ist wie die Urteilsbegründung.

    Allerdings frage ich mich, ob man bei dem Test nicht einfach lügen könnte.

    Übrigens: Inwiefern widerspricht es dem Rechtsstaat, die Abstammung/Ethnie einzubeziehen, aber nicht, das mit Drogen- und Alkoholproblemen der Eltern zu tun?
  • "Viktor Schauberger"

    11.07.2017, rap
    war leider wohl noch nie so aktuell wie heute...

    PS Gerald Pollack´s "Wasser - viel mehr als H2O" erklärt! übrigens warum sich Wasser nach Wirbeln tatsächlich abkühlt. Wie ja von VS behauptet. Und natürlich auch gemessen.

  • Übermäßiger Kaffeekonsum erzeugt doch Krebs

    11.07.2017, Alexander Hochenedel
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Ich leide an einem T-Zell Lymphom. Einer Vorstufe zum Krebs. Bei mir entzünden sich die roten Blutkörperchen in der Haut nach außen, nach innen wäre Leukämie. Ich habe das jetzt über Jahre immer wieder getestet: Immer wenn ich auf Kaffee verzichte, und ja ich trinke ihn auch sehr gerne, dann werden die Plaques weniger. Ich finde das seltsam. Sie nicht?
    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander Hochenedel
    Antwort der Redaktion:
    Das ist ihre persönliche Erfahrung, und wir können dazu nichts sagen.
  • Warum nur Bio?

    11.07.2017, gnaddrig
    Klingt interessant. Aber warum beschränkt man das auf Bio-Betriebe? Man könnte sicher auch an konventionell bewirtschafteten Flächen Streifen oder Ecken vom Düngen und Sprühen aussparen und sie dann ungemäht stehen lassen. Selbst wenn die Ausgangslage auf Bio-Flächen anfangs besser ist, könnten sich doch bestimmt auch "Inseln" mit höherer Artenvielfalt in Nicht-Bio-Flächen bilden?
  • Weniger ist manchmal mehr

    11.07.2017, Michael Lemb, Donnern
    Der von Ihnen angesprochene Mangel an Technetium ist der Nuklearmedizin (wie von Ihnen erwähnt) aus den Jahren 2009 und 2010 wohlbekannt. Bereits damals musste man mit Technetium sparsam umgehen und ansonsten auf Zyklotronprodukte ausweichen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung gestattete in dieser Mangelperiode vorübergehend für die Skelettszintigrafie (Ihr Bildbeispiel) die Verwendung von F-18 an PET-Geräten. Dies hatte eine bedeutende Verbesserung der Bildqualität zur Folge. Ich habe mir erlaubt neben Ihr Bildbeispiel ein F-18-Skelettszintigramm aus unserer Praxis zu positionieren. Auch der medizinische Laie sieht sofort, dass diese Bilder schärfer und kontrastreicher sind.
    Daneben bietet dieses Verfahren, da primär dreidimensional (es handelt sich um ein PET-CT!) eine deutlich bessere Differenzialdiagnose. Es ist ja keinesfalls so, wie Sie schreiben, dass die Skelettszintigrafie zuverlässig und sicher ist. Vielmehr ist das Verfahren übersensitiv. Nicht alles was „leuchtet“, stellt eine Metastase dar. Im Bildbeispiel handelt es sich vielmehr um eine (gutartige) Spondylarthrose. Ein Weniger an Technetium würde also die Diagnostik signifikant verbessern.
  • Das kommt dabei raus, wenn Kaffeeliebhaber Studien durchführen

    11.07.2017, Carren Castaran
    Fakt ist doch, dass häufiger Kaffeekonsum zum frühen Herzinfarkt führt.
    Antwort der Redaktion:
    2016 haben Forscher zeigen können, dass Kaffee vor den tödlichen Folgen eines Herzinfarkts sogar schützt. Auf der anderen Seite kann ein erhöhter Blutdruck ein Resultat des Koffeins sein und somit ein Risikofaktor. Doch die Menschen reagieren sehr unterschiedlich darauf, und außerdem tritt bei regelmäßigem Konsum meist ein Gewöhnungseffekt ein, so dass sich der Blutdruck in einem normalen Bereich einpendelt. Vielleicht ist aber auch der Stress eine Ursache, den diejenigen haben, die große Mengen an Kaffee zu sich nehmen.
  • Korrelation und Kausalität

    11.07.2017, Ina Müller
    Lieber Herr Deeg, ich vermute, dass die Studienverantwortlichen Korrelationen mit Kausalität verwechseln. Doppelblindstudien an Menschen, die derartige Schlussfolgerungen, wie von Ihnen zitiert, nahelegen, sind mir nicht bekannt. Ihnen?
    Ihre Kollegin von der die Zeit kommt dagegen zu den richtigen Schlussfolgerung: die Wissenschaft kann anhand der Studienergebnisse lediglich sagen, dass drei Tassen pro Tag nicht schädlich sind.
    Antwort der Redaktion:
    Danke für die Anmerkung. Doppelblindstudien sind in diesem Zusammenhang schlicht nicht möglich. Es geht ja um täglichen Konsum über mehrere Jahre.
    Den Studienverantwortlichen ist der Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation mit Sicherheit klar. Die Frage ist eher, ob ihre stat. Methode alle anderen Faktoren, die in direktem Zusammenhang stehen und als "tatsächliche" kausale Ursache in Frage kommen könnten, erfassen/ausschließen konnte.

    Und da Kaffee zumindest nicht schädlich ist, dann ist es der Gesundheit von Kaffeetrinkern sicher zuträglich, wenn sie ihr Heißgetränk in Zukunft mit gutem Gewissen trinken können - womöglich in dem Glauben sie lebten dadurch länger.
    Aber bitte dann ohne Zucker und bisweilen koffeinfrei ;)