Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Stechmücken und Malaria

    30.07.2016, Christian Schuhmacher
    Stechmücken in der Rheinebene haben bis in die 30er Jahre Malaria übertragen (und das ganz ohne Klimaerwärmung und Tourismus). Dann wurden sie so stark dezimiert, dass Malaria in der Rheinebene ausgestorben ist.

    Bei den heutigen Programmen gegen Stechmücken, die jedes Jahr durchgeführt werden, wird von staalicher Seite darauf geachtet, dass nur ein gewisser Prozentsatz vernichtet wird.

    Auch ich bin der Meinung: Fort mit den Stechmücken und DNA einfrieren.

    Falls das nicht geschieht wird sich wohl irgendwann eine Privatperson daran machen mit Hilfe von CRISPR (clustered regularly interspaced short palindromic repeats) ein Gene-Drive wie es hier: http://www.spektrum.de/news/gentechnik-crispr-erleichtert-die-manipulation/1351915 schon beschrieben wird zu installieren. Die Genmanipulation würde dafür sorgen, dass nur noch männliche Nachkommen gezeugt werden.

    Spätestens dann war's das mit Stechmücken.
  • Geht sogar mit Eisen

    29.07.2016, Tritium
    Dass sich Heu und Stroh selbst entzünden können, ist wirklich nicht ungewöhnlich.
    Ich habe aber auch mehrfach gesehenn, wie Schrott brannte. Die Ingredienzien:
    Eisen- und Stahlspäne, ölige Putzlappen (also die üblichen Schlossereiabfälle), dazu heisses Sommerwetter und Feuchtigkeit.
    Eisen reagiert ja ganz gut mit Wasser, vor allem, wenn es eine grosse Oberfläche hat, etwa Stahlwolle, die man ja auch leicht anzünden kann. Scheint die Sonne intensiv auf feuchte Späne, z.B. nach einem Regen, werden die sehr heiss, durch die Einstrahlung und die Oxidations-Reaktion; ist auch noch Öl dabei, beschleunigt das den Brand, aber es geht auch ohne: Eisen brennt!
  • Und die männlichen Figuren?

    29.07.2016, Robert Orso
    Wie steht es mit der sexualisierung der männlichen Spielfiguren? Nach meinen bescheidenen Erfahrungen korreliert die Darstellung der männlichen Figuren durchaus mit den gängigen Klischees, nicht nur die Darstellung der weiblichen. In beiden Fällen werden die Figuren oft stark bezüglich Sexualität, Kraft und Jugend überzeichnet und stehen in keinerlei Zusammenhang mir dem Durchschnitt der natürlichen Personen.

    Umso mehr, je archaischer der Spielinhalt ist. "Day of the Tentacle" ist da natürlich ganz anders gestrickt als etwa "Doom", "Tomb Raider" oder "Counter Strike".

    Tatsächlich macht diese Idealisierung der Identifikations Figur und deren Nebenrollen mit einem klaren Rollenbild und einer klaren Freund/Feind Unterscheidung in gewissen Genres einen wesentlichen Spielanreiz aus und zwar für beiderlei Geschlechter. Es macht einfach keinen Sinn, einen bierbäuchigen Softie als Helden in einem Schwertkampf Epos aufzubauen oder Lara Croft nach Angela Merkel oder Queen Elisabeth (mit Hut) zu designen. Das würde niemand so spielen wollen, auch wenn das starke Frauen und Persönlichkeiten sind, die als Identifikationfigur geeignet wären. Solche Figuren könnten die Spiel Handlung gar nicht überzeugend vermitteln.

    Die unterschwellige Botschaft dieser Untersuchung über die immer noch zu frauenfeindlich(?) designten Computerspiele kommt mir angesichts der vielen, eindeutig sexistisch geschönten Selfies und Profilbilder weiblicher Facebook oder Instagram Userinnen schon ein wenig retro vor. Demnach scheinen pralle Hüften, schmale Taillen und eine kräftige Oberweite bei ansonsten viel Einblick bei vielen ganz realen Frauen ein wesentlicher Bestandteil ihres Selbstbildes zu ein.
  • kurz dazu

    29.07.2016, Ulrich Schmitz
    "Hoffmann und Jahnz glauben: Wenn sich ihr Fach in den sozialen Medien nicht bald ein bisschen wagemutiger zeigt, dann heißt es irgendwann: Geschichte? Sind das nicht die ohne Internet?" - Seltsam, auf dem Kunstmarkt deutet sich momentan etwas anderes an: Was, das soll ok sein, das wurde doch im Internet angeboten?"
    "Und setzen damit zugleich dem jammerigen Krisendiskurs der Geisteswissenschaften selbstbewusst etwas entgegen" - Man darf doch wohl hier eine etwas andere Sprache erwarten - "jammriger Krisendiskurs", was soll das sein? Wer jammert wo? Ich kann mich nicht erinnern, jemals bei ADORNO, MARCUSE, HABERMAS; ARENDT bis FOUCAUT, DELEUZE, SLOTERDIJK et al. "Jammeriges" gelesen zu haben, ganz im Gegenteil.
    Das Projekt sollte massiv ausgebaut werden - aber bitte ohne Einfluss der Politik.
    Auf diesem Wege sollte es auch möglich werden, z.B. DVD aus dem SPIEGEL-Verlag kritisch zu untersuchen; dort treten mitunter Historiker auf, die recht seltsam formulieren, z.B. zu den Verbrechen der Wehrmacht oder zu Bismarcks Außenpolitik.
    Freilich erreicht man bestimmte Gruppierungen (noch?) nicht, aber die nachhaltige Aufklärungsarbeit, auch gegen Hassattacken (vgl. Beleidigung als "Stolpersteinpoliererin") wäre gezielt zu argumentieren.
    Schön wäre, parallel dazu, ein Gesetz, das Klarnamen im Internet zwingend vorschreibt.
  • Pferdemist wird warm? Haben wir mal ganz konkret benutz, nannte sich "Mistbeet":-))

    29.07.2016, Sikasuu
    Da wurden oben geschlossene , unten offene Kästen mit Glasdeckel halb im Boden eingegraben und mit Pferdemist 1/3-1/2 gefüllt . Erde drauf und der verottende Mist sorgte für Erwärmung des "Frühbeetes". Die Pflanzen waren dann fürs Umpflanzen groß genug, wenn draußen die Temperaturen gerade zu Aussaat gereicht hätten.
    .
    Ja, ja, wir vergessen die einfachsten Grundlagen. Pferdemist war man ganz unwissenschaftlich wichtiges Gut für den Gärtner.
    .
    Meint Sikasuu
    .
    Ps. Immer einen Dosenöffner dabei haben, sonnt verhungert man/Frau vor der Speisekammer :-))
    Antwort der Redaktion:
    Hat das Frühbeet bisweilen auch gebrannt? ;-)
  • @Gelassenheit

    29.07.2016, Derek Freder
    Erzählen sie dass doch mal dem Kenianer, der grade einen Malariaschub hat.

    Mit der globalen Erwärmung ist es nur eine Frage der Zeit, bis Malaria & Co. sich auch bei uns auf leisen Schwingen verbreiten.

    Fort mit den Viechern und DNA einfrieren ist meiner Meinung nach der Richtige Weg.
  • Art und Wirkung der Ernährung

    29.07.2016, Hr. Wegner, Hamburg
    Es würde mich interessieren, inwieweit die Art der Ernährung zur Unruhe beziehungsweise Entspannung beiträgt.
    Ähnlich den geschilderten Schimpansen ernähre ich mich von Wurzeln, Samen und Gemüse als Nahrungsgrundlage, also vegan. Seitdem bin ich insgesamt ruhiger geworden, esse zweimal täglich regelmäßig und nasche nicht noch andauernd zwischendurch. Dabei arbeite ich geistig oft viel. Als ich noch regelmässig (tier-)fettreiche und zuckerhaltige Nahrung zu mir nahm, war ich wesentlich unruhiger und hatte oft Appetit auf Kleinigkeiten wie Chips, Kekse etc.
    Den Aspekt der Art und Wirkung von Ernährung in die Forschung zu diesem Thema miteinzubeziehen, könnte gegebenenfalls zu noch differenzierteren Schlussfolgerungen führen.
  • Hybris oder Ignoranz?

    29.07.2016, Manfred Bühner, Freiburg i. Br.
    Sie berichten über einen Artikel in Science (352, 1449-1452, 2016). Dieser Bericht spiegelt die Hybris der Astronomen beim Thema „Leben“ ebenso wider wie ihre Ignoranz in Sachen Biochemie. Was, bitte schön, haben chirale Moleküle im All mit der Entstehung des Lebens auf der Erde zu tun? Natürlich nichts, aus zwei Gründen:
    1.) Die frühe Erde vor 4 Milliarden Jahren hatte alle Chemie, die für das Leben erforderlich war, da brauchte man keine Lieferungen aus dem All.
    2.) Natürlich spielen chirale Moleküle in der Biochemie eine große Rolle, aber die Chiralität ist bedingt durch die chemische Struktur der Moleküle, ihre Verwendung ihat nichts damit zu tun. Propylenoxid kommt in der Biochemie sowieso nicht vor, und wenn es sich umlagert, entsteht entweder Azeton oder Propionaldehyd, beides nichtchirale Substanzen. Chiralität ist in der organischen Chemie ein Allerweltsphänomen, die allermeisten Substanzen sind chiral außer den ganz einfachen. Chiralität tritt immer dann auf, wenn ein Molekül keine Spiegelebene aufweist, das heißt, wenn ein Kohlenstoffatom an vier verschiedene Liganden bindet; und das kommt bei großen Molekülen oft vor.
    Chirale Moleküle wie Propylenoxid existieren nicht in „mehreren“ räumlichen Anordnungen, sondern in genau zwei, die sich verhalten wie Bild und Spiegelbild. Diese beiden Formen stimmen nicht „in wesentlichen“ Eigenschaften überein, sondern in allen physikalischen und chemischen; die einzige Ausnahme ist die chemischen Reaktivität, wenn sie mit anderen chiralen Molekülen zusammentreffen, zum Beispiel in Biochemie und Physiologie.
    Natürlich erlauben die Spektren keine Rückschlüsse über die relative Häufigkeit der beiden Formen. Da alle physikalischen Eigenschaften identisch sind, ist das nicht möglich. Ich bin sehr gespannt darauf, welcher Art die „künftigen Messungen“ sind, die da weitere Aufschlüsse geben sollen.
  • Naja

    29.07.2016, Daniel P
    Eine Samplesize von 7 ist allerdings sehr dürftig. Auch in der Nichtflieger-Gruppe sind es nur 35 Personen.

    Ist es nicht wesentlich erstaunlicher, dass die Non-Flight-Gruppe im Schnitt im Alter von 53,3 Jahren verstorben ist, während die Apollo-Lunar-Gruppe im Schnitt mit 65,2 Jahren verstorben ist (table 1)? Andersherum kann man auch beobachten, dass die Nichtflieger auffallend häufig in Verkehrsunfällen ums Leben kamen - 53 % im Gegensatz zu 14 % bei den Apollo-Astronauten (also einer) und zu 5 % bei der US-Population, die zum Vergleich herangezogen wurde (table 2). Und wer in (vermutlich) relativ jungen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, kann logischerweise keinem Herz-Kreislauf-Leiden mehr erliegen. Und das müssen bei den Nichtfliegern somit schonmal 18 von 35 gewesen sein.

    Weiter habe ich mir die Studie nicht mehr angeschaut, aber die Ergebnisse scheinen mir schon sehr schwammig zu sein.
  • Apollo 9

    29.07.2016, Friedhelm Breinig
    Apollo 9 hat den Erdorbit nicht verlassen, so dass in Summe 27 Astronauten den Erdorbit verlassen haben. Hiervon sind bislang sieben verstorben, davon drei an Herz-Kreislauf-Krankheiten = 43%. -- Für ernsthafte Rückschlüsse erachte ich die Zahl auch für viel zu gering.
  • Wissensschaftler oder politischer Aktivist?

    29.07.2016, L.Schaber
    Kritische Anmerkung zu folgendem zitat aus dem Text "Guerilla- Historiker":

    "...Als Historiker müssen wir proaktiv Themen setzen, müssen glaubhaft vertreten, worin der positive Reiz etwa von Internationalität und sozialer Gerechtigkeit liegt." (Zitatende)

    Was die politische Intention angeht , stimme ich dem dem Zitat zunächst mal zu. Erhebliche Bauchschmerzen bereitet mir aber , dass der Autor in seiner Eigenschaft als Wissenschaftler (Historiker ) spricht.
    Wenn es in der Zunft der Historiker keinen Unterschied mehr zwischen persönlich subjektiven (gesellschaftspolitischen) Meinungsäußerungen (und seien diese auch noch so richtig) - und objektiver Forschung gibt, sehe ich schwarz für die (intellektuelle) Glaubwürdigkeit dieser Zunft.
    Statt argumentativ über rechtsnationale Vorurteile und rechte wie auch linke Klischees aufzuklären, liefert man dem politischen Gegner freiwillig berechtigte Angriffspunkte, um sich dann (etwas scheinheilig) über massive Gegenangriffe zu beschweren.
  • Gelassenheit

    29.07.2016, TOK
    Es sind doch nur Mücken! Nicht mal viele. Man sollte sich einfach nicht so drüber aufregen und es hinnehmen, schon das hilft. Mücken gehören einfach zum Leben, wie ab und an mal Regen, ab und an mal 30 Grad im Schatten. Alles keine Gründe, sich aufzuregen, sich überhaupt Gedanken zu machen. Probiert es einfach mal.
    Noch ein Tipp von mir: Ein paar Jahre hintereinander Campingtouren durch Nordeuropa machen und die paar Mückenstiche, die man hierzulande kriegt, schwellen in kürzester Zeit ab und jucken kaum noch.
    Viele Grüße
  • Nicht Drachen, sondern Wyvern sind markante Elemente der Fernsehserie "Game of Thrones"

    29.07.2016, N. Stark
    Leider wird in der Serie "Game Of Thrones" nicht korrekt zwischen den beiden fiktiven Spezien unterschieden:

    Drachen besitzen stets vier Beine, Wyvern dagegen nur zwei:
    " A dragon-like creature with wings but only a single pair of legs is known as a wyvern. " [1]

    Insofern handelt es sich bei den Wesen in der Serie um Wyvern und nicht um Drachen.

    [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Dragon
    https://en.wikipedia.org/wiki/Wyvern
    Antwort der Redaktion:
    ok, erwischt - ich bin keine GoT-Experte, sondern habe mich auf das Wiki dazu verlassen.

    Viele Grüße
    Daniel Lingenhöhl
  • Jäger und Sammler

    28.07.2016, Robert Orso
    Da findet man gerade mal ein(!) Exemplar einer bisher noch nie beobachteten Lebensform und schwups - schon wird sie aufgeschnitten und untersucht.

    Ich bin kein Unterwasser Experte, aber für mich hat das ausgesehen als ob der Stil noch dazu gehört. Man hätte also quasi nur den "Kopf" abgerissen.

    Ich verstehe die Neugier. Mich interessiert auch worum es sich dabei handelt, aber das einzig bekannte Exemplar zu töten halte ich nicht für gute Wissenschaft. Das ist schon ganz nah an der Motivation mancher Jäger das letzte Exemplar einer Art zu erlegen um der Geschichte der Welt auf ewig den Stempel aufzudrücken.

    Ich habe beim Tauchen gelernt: Nur gucken, nicht anfassen!

    Für eine DNA Probe hätte auch ein ganz winziges Stückchen gereicht.
  • Apollo-Astronauten sterben öfter an Herz-Kreislauf-Krankheiten

    28.07.2016, Hans-Michael Hönig
    Das Ergebnis dieser sogenannten Untersuchung ist für mich total unseriös. Aus einer so geringen Zahl von Personen Rückschlüsse zu ziehen würde sich für jeden ernsthaften Wissenschaftler verbieten. Unabhängig davon ist die Untersuchung auch noch sachlich falsch, da die Astronauten von Apollo 8 bis 17 (= 10 Missionen) den Erdorbit verlassen haben - was einer Gesamtzahl von 30 Astronauten entspricht. 3 Astronauten sind an Herz-Kreislauferkrankungen gestorben - also 10 Prozent und nicht etwa 43 Prozent.