Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Unfug in Ster

    02.12.2011, Karl-Heinz Herzog
    Ein Baum braucht wenigstens 10 bis 20 Jahre zum Wachstum (nur so als Schätzung). Der Brennwert hält ... vielleicht 1 Woche. Die Lebensdauer als Papier ist noch kürzer. Egal, was wir damit anstellen - ein Baum braucht länger zum Wachsen, als er in der Nutzung überlebt. Politiker sind Milchmädchen, bei denen der profitiert, der seine Interessen am besten vertritt.
    Statt einer Reduzierung der Verbraucher sucht man eben nach neuen "Steigerungsmöglichkeiten".
    Wie hatte schon Ludwig Thoma so trefflich formuliert: die Demokratie ist eine Regierung der Dummen, da es eben mehr Dumme als Intelligente gibt.
  • Schadstoffverteilung in Wilhelmsburg

    02.12.2011, Jens Matysik, 21109 Hamburg
    Die Stadt Hamburg plant die Wilhelmsburger Reichsstr. , von jetzt 14 Meter Breite zu verlegen und dann auf 28 Meter Breite auszubauen. Diese neue Autobahn wird dann wenn die Klagen der Anwohner keinen Erfolg haben sollten an ein Wohngebiet mit ca. 25.000 BürgerInnen auf 100 Meter herangebaut. Die jetzige Trasse hat so gut wie keine Anwohner....lediglich Gewerbebetriebe etc.

    Auch das Steinkohlekraftwerk Moorburg geht irgendwann in Betrieb.

    Wurde diese beiden Projekte bei der Schadstoffverteilung (CO2, Feinstaub etc.) in Wilhelmsburg berücksichtigt ? Und wie wirken Sie sich auf unsere Gesundheit, speziell für unsere Kinder aus ??

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Wilhelmsburg

  • HIV

    30.11.2011, Oliver Meckes
    Traurig- Da mangelt es aber nicht an der Wirksamkeit des Medikaments sondern an der Aufklärung der Bevölkerung. Das Gel selbst deswegen als wirkungslos zu bezeichnen (wo es doch nachweislich wirkt) halte ich für fatal.
  • Modelleisenbahners Traum?

    29.11.2011, Paul R. Woods, z.Zt. Honiara, Salomonen
    Wenn, dann die Eisenbahnanlage in der Speicherstadt.
    Die Bilder vom Windkanalmodell sind für mich als Modellbahner (Märklin Spur Z - 1:220) keineswegs attaktiv.
  • Bäume

    29.11.2011, Kai Hiltmann, Coburg
    ich hätte auch Bedenken, dass auf diese Weise ein Holzschädling künstlich erzeugt worden ist, den das Immunsystem der Bäume nicht kennt.
  • Windkanäle trotz Supercomputer

    29.11.2011, Rudolf Uebbing, Stockumer Str. 231, 44225 Dortmund
    Das Strömungsverhalten von Materie
    ist bislang nicht abschließend exakt mathematisch
    beschrieben oder beschreibbar - sogar ein
    hochdotierter Preis ist für die Lösung
    eines Spezialproblems ausgeschrieben.

    Somit wäre es nicht verwunderlich,
    wenn die Abhängigkeit
    der Laborresultate in nichtlinearer
    Weise mit dem Modellmaßstab zu tun hat
    und erst mehrere Modelle unterschiedlicher
    Größe hier zur besseren Aufklärung
    der physikalischen und mathematischen
    Gesetzmäßigkeiten weitergehende Erkenntnis
    versprächen.
    Antwort der Redaktion:
    Die mathematischen Schwierigkeiten bei der Lösung dieses Problemes sind tatsächlich sehr groß. Da es sich um ein chaotisches System handelt stellt die Beschreibung dessen natürlich ein riesiges Problem dar und sie haben recht - nicht ohne Grund wurde daher für die Lösung ein Preis ausgelobt.

    Die Forscher am Windkanal in Hamburg sind allerdings in erster Linie auf der Suche nach praktischen Lösungen für praktische Probleme. Dort wird versucht eben diese Lücke, die sich durch die mathematischen Schwierigkeiten ergeben, zu schließen, um auf diese Weise belastbare Daten über Windverhältnisse zu ermitteln und damit Lösungen für unterschiedliche Problemstellungen bei Bauvorhaben liefern zu können.

    Liebe Grüße

    Ralf Heß
  • Fressen die auch Papier?

    29.11.2011, L. Eule, Bargebuhr
    Erinnert sich noch wer an den kleinen Fernsehfilm zu genau solchen Bakterien? "Zucker, eine wirklich süße Katastrophe"
    Natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber hoffentlich wird das nicht mal auf unsere Bibliotheken angesetzt.
  • Bakterien, die Zellulose zersetzen?

    28.11.2011, Roland Giersig
    Und wer sagt, dass diese Bakterien nicht unsere Wälder zersetzen? Und selbst wenn das überprüft wird, wer sagt, dass sie das nicht nach einer trivialen Mutation können? Nein, zu gefährlich.
    Antwort der Redaktion:
    Auch Bäume haben ein Immunsystem und andere Schutzmechanismen gegen Pathogene. Wenn eine Handvoll Enzyme reichen würde, sie anzugreifen, wären unsere Wälder schon längst futsch.
  • Frage zu Fotovoltaik-Wirkungsgraden

    28.11.2011, Alois Bitterli, Wiezikon (Schweiz)
    Die erreichten Fotovoltaik-Wirkungsgrade von CPV-Zellen sind beeindruckend, aber für eine Hausdach-PV-Anlage sind die wegen den benötigten Lichtkonzentratoren wohl kaum einsetzbar.
    Darum meine Frage: Welche maximalen Wirkungsgrade von PV-Zellen die für eine Hausdachinstallation anwendbar wären, sind heute labormässig schon erreicht worden?
    Antwort der Redaktion:
    Das kann man so pauschal nicht sagen, weil es keine Abgrenzung gibt, was für ein Hausdach geeignet ist und was nicht. Die höchsten Wirkungsgrade erreichen derzeit monokristalline Siliziumzellen. Sie kommen in der Serienfertigung auf etwa 18 Prozent und im Labor auf 25 Prozent. Polykristalline, amorphe und Dünnschichtsolarzellen liegen darunter. In dem Markt ist aber vieles in Bewegung. Ich gehe davon aus, dass Mehrschichtsolarzellen irgendwann auch auf Hausdächer gebaut werden (Konzentratorzellen eher nicht, weil die der Sonne nachgeführt werden). Das ist aber weniger ein technisches Problem, sondern eine Frage der Kosten.


    Bernd Müller
  • Die 5. Dimension

    28.11.2011, Frank Svoboda, 51399 Burscheid
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Es gibt meines Erachtens noch eine weitere, 5. Dimension des Selbstgesprächs. Als Softwareentwickler muss ich oftmals etliche Zahlenwerte und Namen mittelfristig im Kopf behalten. Wenn ich diese einmal laut ausspreche, fällt das wesentlich leichter, und ich mache bedeutend weniger Fehler – besonders was Zahlendreher angeht. Daher nutze ich es ganz bewusst, mit mir selbst zu sprechen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Svoboda

    PS: Wer Selbstgespräche führt, möchte sich nur mit dem Kompetentesten unterhalten. ;-)
  • Mathematische Grundlage für Shechtmans Entdeckung

    28.11.2011, Peter Kramer, Tübingen
    Der Artikel beschreibt das Experiment, auf dessen Basis Dan Shechtman 1984 das unerwartete Diffraktionsmuster der ersten Quasikristalle publizierte, das ihm den Nobelpreis für Chemie 2011 eintrug. Entgegen Ihrem Bericht ist die von D. Shechtman publizierte atomare Ordnung nicht zehnzählig, sondern ikosaedrisch. Sie weist damit fünfzählige Symmetrie in sechs räumlichen Richtungen aus, die senkrecht zu den zwölf paarweise parallelen Seitenflächen eines regulären Dodekaeders verlaufen. Die sichtbare zehnzählige Symmetrie des Diffraktionsmusters entsteht erst durch die Zentrosymmetrie in der Streuung an der atomaren Struktur.

    Im Artikel wird hervorgehoben, dass P. J. Steinhardt in Kenntnis der Experimente von Shechtman zusammen mit D. Levine nach wenigen Wochen eine Erklärung der Diffraktionsspektren im gleichen Journal Physical Review Letters publizierte. Dabei übersehen Sie: Schon elf Monate vor den Publikationen von Shechtman und von Levine und Steinhardt hat eine an die internationale Zeitschrift Acta Crystallographica eingereichte, in Vol 40A (1984) 580-7 publizierte Arbeit von P. Kramer und R. Neri die mathematische Grundlage für Shechtmans Entdeckung geschaffen. In dieser Arbeit werden die erwähnten sechs fünfzähligen Richtungsvektoren als ikosaedrische Projektionen aus sechs Richtungsvektoren des sechsdimensionalen kubischen Gitters nachgewiesen. Nach den Regeln der Kristallografie für dieses Gitter werden die Maxima der Diffraktion von Shechtmans ikosaedrischer Struktur bis heute durch je sechs ganze Zahlen bezeichnet. Auch die beiden von A. L. Mackay 1982 als Bausteine der ikosaedrischen Ordnung vorgeschlagene Rhomboeder werden von Kramer und Neri in Fig. 6 ihrer Arbeit als Projektionen aus dem kubischen sechsdimensionalen Gitter erwiesen. Die Theorie wurde also vor dem Experiment gefunden und veröffentlicht. In der Darstellung der Wissenschaftsgeschichte sollte man vorsichtig sein.
  • Nur ein Einzelfall

    28.11.2011, Bernd Meier, Erlangen
    Über den Kommentar von Herrn Lingenhöhl bin ich verwundert, denn ich habe auch im Spektrum schon Artikel über die Gefährlichkeit, zumindest Unsicherheit der CO2-Endlagerung gelesen.

    Noch mehr verwundert bin ich über seine Begründung für die CO2-Abscheidung, nämlich die Erderwärmung zu verhindern oder zumindest zu mindern. Hat doch die Politik erst vor kurzer Zeit demonstriert, dass dies kein vorrangiges Ziel ist, indem sie eine Anzahl von Kernkraftwerken mit CO2-freier Stromproduktion abschalten ließ, wohl wissend, dass diese im wesentlichen durch Kohle- und Gaskraftwerke ersetzt werden, also die CO2-behaftete Stromproduktion erhöht wird.

    Das eigentliche Problem ist nicht eine einzelne Fehlentscheidung, sondern das Fehlen einer langfristigen Strategie, wie die Energieversorgung technisch, wirtschaftlich und politisch gesichert werden kann. Durch eine Reihe von einseitigen und Fehlentscheidungen (auch eine dringend notwendige Entscheidung, die nicht getroffen wird, ist eine Fehlentscheidung) haben sich die jetzige Regierung und ihre Vorgänger in ein Labyrinth von Sackgassen manövriert, in dem nahezu jede Entscheidung zu heftigen Protesten mit der Gefahr eines Wahldebakels führen kann - und nichts fürchtet ein Parlamentarier mehr als letzteres. Die oben kommentierte Entscheidung gegen die CO2-Einlagerung, d. h. so weiter machen wie bisher, ist dann nur folgerichtig.
  • Der Docht neigt sich...

    28.11.2011, Dr. Christian Schütze, 34225 Baunatal
    Wunderbar beschrieben - wie stets bei Herrn Schlichting - das Wunderwerk Kerze. Nur beim Docht hapert es! Schon das Bild im Artikel zeigt, dass die Aussagen zum Docht so nicht ganz richtig sind: nicht "erst dort, am oberen Ende ... verbrennt das Wachs", sondern deutlich sichtbar schon im Bereich der Krümmung. Deshalb ist eine (moderne) Kerzenflamme nicht ganz rotationssymmetrisch. Früher wurde der Docht in der Tat immer länger. Die Kerze quittierte das mit verstärktem Rußen und Flackern, "blaken". Schließlich fiel der zu lange gewordene Docht ab, und ein Zimmerbrand war nicht auszuschließen. Daher erfand die Menschheit die Dochtschere, um den Docht zu "schneuzen". Die abgeschnittene Dochtspitze fiel dabei immer noch sonst wo hin, deshalb versah man die Schere mit einem Töpfchen o.ä.

    Heute ist der Docht "hitec", nämlich ein geflochtener Zopf, bei dessen Herstellung vielleicht ein Lehrbube 'mal die Garne falsch ins Flechtmaschinchen einfädelte und so einen "unegalen" Docht flocht. Der nun verzieht, biegt sich in der Flamme und steckt dabei sein Näschen an die frische Luft. Dort, und nicht in der Flamme, findet er den Sauerstoff zum Verglühen. Auch das ist ein Vorgang mit vielen Gleichgewichten, über die Herr Schlichting sicher ebenfalls einen Artikel schreiben könnte.
    (Quelle: Wikipedia!)
  • Mehr Respekt vor der Natur

    28.11.2011, Christoph Dahl, Köln
    Der geneigte Leser fragt sich natürlich, warum wir uns so schwertun mit diesem Gedanken, den Menschen als „kompliziertes Produkt von Kultur und Natur“ zu betrachten. Vielleicht weil es hier auch um unser eigenes Selbstverständnis geht. Geht es hierbei wirklich um den Gegensatz zwischen „Natur“ und „Kultur“ oder „natürlich“ und „künstlich“? Abgesehen davon gebären Frauen noch in vielen Gegenden dieser Erde Kinder auf ganz natürliche Art und Weise ohne medizinisch-technische Mitwirkung. Und noch viel öfter werden Kinder auf natürlichem Wege gezeugt (die künstliche Befruchtung ist doch weiterhin ziemlich selten). Insofern darf man durchaus die Frage stellen, ob ein natürlicher Vorgang nicht auch dann natürlich bleibt, wenn er technisch begleitet und ggf. erleichtert wird. Aber ist das wirklich der springende Punkt?

    Oder liegt dieser nicht viel eher darin, ob wir uns als Menschen mit einer uns innewohnenden Würde und darauf basierenden Grundrechten betrachten, statt als Produkte, die kommerziell verwertet werden dürfen? Ob nun als Natur- oder als Kulturprodukt ist hier meines Erachtens eher nebensächlich. Letztendlich war es genau diese Fragestellung, die den EuGH zu seiner Entscheidung bewogen hat. Und dabei beschränkt sich diese Frage beileibe nicht auf Embryonen bzw. noch nicht geborene Menschen. Die kommerzielle Verwertung geborener Menschen hat eine viel längere leidvolle Geschichte als die von Ungeborenen. Und lässt sich die kommerzielle Verwertung von Menschen (ob nun als Embryo oder als geborener Mensch ist letztendlich nicht der entscheidende Punkt) nicht umso leichter rechtfertigen, lässt sich hierfür nicht umso eher eine Akzeptanz hierfür in der Gesellschaft erreichen, lassen wir uns nicht umso leichter unsere Würde und damit auch unsere Grundrechte absprechen, je mehr wir in uns („rechtlose“) Produkte / Waren sehen?

    Ist dies wirklich nur Bedenkenträgerei oder finden wir in unserer Geschichte nicht genug Bestätigung dafür, dass wir Menschen immer schon unsere Erkenntnisse (oder das, was wir dafür halten) und die sich daraus bietenden Möglichkeiten nicht nur genutzt sondern auch missbraucht haben? Zeugt nicht gerade unsere eigene jüngere Geschichte von zahlreichem Missbrauch auch naturwissenschaftlich-technischer „Erkenntnisse“?

    Auch wenn wir naturwissenschaftlich gesehen eine Sonderstellung und damit auch Sonderbehandlung des Menschen in der Ethik vielleicht nicht begründen können, wer sagt uns denn, dass wir das müssen? Sind denn die Naturwissenschaften als alleinige Grundlage einer Ethik überhaupt zwingend, sinnvoll oder ausreichend? Sind nicht philosophische und rechtliche Fragen ebenso von Bedeutung? Ist nicht die Idee der gleichen menschlichen Würde und Autonomie eine unverzichtbare Grundlage unserer Gesellschafts- und Rechtsordnung (vgl. hierzu Julian Nida-Rümelin „Was ist gerecht?“, Spektrum der Wissenschaft 7/2011, S. 62–69), die auf der gleichen Freiheit und Würde, dem gleichen Respekt basiert?

    Sicher ist es richtig (ja überlebensnotwendig), dass wir mehr Respekt vor der Natur entwickeln. Aber wie wollen wir diesen Respekt gegenüber der Natur und den Lebewesen darin entwickeln, wenn wir den Respekt vor uns selbst verlieren? Wenn wir uns nur noch als Produkt / Ware betrachten und uns Menschen auch keine Sonderstellung in der Natur einräumen, bedeutet dies doch zwangsläufig, dass auch die uns umgebende Natur, deren Teil wir sind, auch alle anderen Lebewesen als Ware zu betrachten sind, die kommerziell verwertet werden dürfen. Aber gefährdet nicht gerade diese Denkweise unser Überleben?

    Verlangt demgegenüber nicht das Konzept eines auf der gleichen unantastbaren Würde basierenden Verständnisses von uns Menschen, nicht auch den Respekt vor den uns nachfolgenden Generationen und resultiert daraus nicht auch die Verpflichtung, unseren Nachkommen die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben zu erhalten? Und bedeutet das nicht auch, uns dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu widmen und mehr Respekt auch vor der Natur zu entwickeln?

    Abschließend sei angemerkt, dass durch die Gewinnung induzierter pluripotenter Stammzellen (vgl. Konrad Hochedlinger „Der biologische Jungbrunnen“, Spektrum der Wissenschaft 6/2011, S. 23–30) sich ein Weg zur Erschließung der Möglichkeiten der Stammzellentherapie eröffnet ohne die mit der Nutzung embryonaler Stammzellen verbundenen ethischen Probleme.
  • Biodiversität und Populationsdichten

    28.11.2011, Detlef Schroedter, Hamburg
    Vor einigen Jahren hatte ich in SdW einen Artikel gelesen, der sich mit Artenvielfalt und Populationsdichte beschäftigte. Es wurde da die „Bio“diversität mit Computerprogrammen getestet, indem virtuelle Populationen verschiedener Dichte und genetischer Variabilität unterschiedlichem Nahrungsangebot ausgesetzt wurden.

    Das Ergebnis deckte sich mit den Aussagen des Artikels, womit die Aussage von Tiefsee-, Land- und Süßwasserhabitaten getrost um digitale Habitate erweitert werden kann: Sehr große Populationen sind ebenso wie sehr niedrige Populationen der Artenvielfalt hinderlich. Bei kleiner Population drängt sich das Risiko eines raschen Aussterbens von Arten als Erklärung auf. Für große Populationen war das Ergebnis nicht so offensichtlich, aber - erst einmal entdeckt - sehr einsichtig. In kleinen Populationen haben Mutationen größere Chancen, sich vom Zufall begünstigt durchsetzen zu können und schon kleine Vorteile können einen erheblichen Selektionsdruck ausüben. Bei sehr großen Populationen müssen sich vorteilhafte Mutationen jedoch gegen erheblich mehr „Konkurrenz“ durchsetzen und es kann schnell geschehen, dass auch günstige Mutationen einfach durch die schiere Übermacht der Konkurrenz wieder verdrängt werden. Ein Phänomen, das man übrigens auch in der Evolution der Technik kennt (man denke nur an VHS bei Videos oder Windows als Betriebssystem).

    So sind große Populationen zu träge für eine schnelle Artentwicklung, kleine zu wenig resistent gegenüber Unglücken und die höchste Biodiversität findet sich bei gemäßigten Populationsdichten.