Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • IWC Total korrupter Haufen!

    17.01.2012, Alfred Schloch
    "Es gibt einige Hürden, ein solches System zu etablieren, insbesondere die Fragen, was als nachhaltig einzustufen wäre und wie die Anteile verteilt werden sollten. Wir denken aber, dass der IWC in der Lage ist, die richtigen Antworten zu finden." Das ist eine lächerliche Aussage. Der IWC hat überhaupt keine Ahnung und besteht zum Großteil aus von Japan bezahlten (bestochenen) Dritte-Welt-Ländern. Er ist zu gar nichts in der Lage.
  • corticale neuroregeneration bei hemiplasie

    17.01.2012, Dr.Hans-Joachim Scheel
    nach hämorhagischen apoplex ist nach der plastizität von nervenzellen zu erwarten, dass die intakte gehirnhemisphäre die ausgefallenen funktionen ihrer anderen hälfte teilweise kompensieren kann. dieser vorgang erleichtert die rehabilitation von motorischen bewegungsabläufen bei halbseitenlähmung nach hirnblutung
  • Immunsystem

    17.01.2012, Dr. Peter Ziegler, Alsbach
    Die übertriebene Hygiene unserer Zeit ist sicher ein Faktor, der das Training des frühkindlichen Immunsystems verhindert. Wie sagten schon die Alten? "Sieben Kilo Dreck pro Jahr muss das Kind mitnehmen, damit es gesund gedeiht." Sieben Kilo sind sicher übertrieben, aber wenn man die Fernsehreklame anschaut, in der suggeriert wird,im normalen Haushalt muss man mit Desinfektionsmittel den Boden putzen, dann kann man nur fordern, die Bevölkerung aufzuklären, dass das Unfug ist!
  • Scholastische Metaphysik immer noch aktuell

    17.01.2012, Patrick Sele
    Prof. Tapp schreibt: „Daraus ergibt sich auch etwas für das Verhältnis von Theologie und Philosophie. Weder die große mittelalterliche Synthese aus beiden noch die extrem religionskritischen philosophischen Standpunkte scheinen unverändert Bestand zu haben.“

    Was die mittelalterliche Synthese aus Theologie und Philosophie anbetrifft, so ist Prof. Tapps Einschätzung möglicherweise zu pessimistisch. Wie der amerikanische Philosoph Edward Feser in seinem Buch „Aquinas: A Beginner’s Guide“ (Oxford: Oneworld Publications, 2009) aufzeigt, ist die auf der Metaphysik des Aristoteles aufbauende scholastische Metaphysik nie widerlegt worden.
  • Segen für die Menschheit

    16.01.2012, Heinz J. Bredl, Schwäbisch Gmünd
    Der Artikel beginnt mit dem zentralen Satz: „Die Theologie reklamiert für sich rationales Denken und Wissenschaftlichkeit.“ Die Beanspruchung dieser Prädikate durch diese Disziplin ist wohl an Tollkühnheit kaum überbietbar.

    Für die Einordnung in die Kategorien „rationales Denken“ und „Wissenschaftlichkeit“ gelten Kriterien. Für beide Kategorien, als auch für Argumente simpler Alltäglichkeit, sind es dieselben. Sie wurden von vielen über einen langandauernden Prozess herausgearbeitet und erlangten Anerkennung. Sie sind anerkannt, nicht weil sie jeder Art der Hinterfragung standhalten, sondern weil sie praktisch sind. Praktisch sind sie, weil sie ermöglichen, Gehirngespinste, Märchen und Lügen von Aussagen zu unterscheiden, die das nicht sind. Bessere Kriterien werden jederzeit willkommen geheißen. Es gibt jedoch zurzeit keine; auch nicht in den erlauchtesten Kreisen der Natur- und Geisteswissenschaften, und schon gar nicht in der Theologie und Philosophie. Auch die Theologie muss sich ihnen stellen, wenn sie ernst genommen werden will; stellt sie sich jedoch diesen, kann sie nicht ernst genommen werden.

    Erstes Kriterium: Eine Aussage, bzw. eine Hypothese muss „verifizierbar“ sein. Das heißt lediglich: Sie muss in einen Kontext plausibler Belege und Begründungen hineingestellt werden und diese müssen nachprüfbar sein.

    Zweites Kriterium: Eine Hypothese muss „falsifizierbar“ sein. Das heißt: Sie muss widerlegbar sein. Nicht falsifizierbar ist z.B. eine Hypothese dann, wenn sie logisch so aufgebaut ist, dass sie selbstbestätigend ist,
    oder sich selbst widerspricht oder wenn sie den Anspruch erhebt, nicht widerlegt werden zu können.

    Drittes Kriterium: Wenn eine Aussage/Hypothese nur aus Begründungen besteht, die nicht verifizierbar/nachprüfbar sind, so darf diese nicht Bauelement weiterer Rückschlüsse, Hypothesen, Theorien- und Organisationsbildungen sein; auch solche Begründungen müssen jedoch falsifizierbar sein.

    Viertes Kriterium: Da alle Hypothesen, welche die Vergangenheit betreffen, in der Gegenwart aufgestellt
    werden -- da alle Hypothesen, welche die Zukunft betreffen, in der Gegenwart aufgestellt werden -- und da alle Hypothesen, welche die Gegenwart betreffen, in der Gegenwart aufgestellt werden, müssen Hypothesen aller Fälle mit Argumenten und Belegen der Gegenwart verifizierbar und falsifizierbar sein (es ist in allen Fällen gar nicht anders möglich).

    Ob die Theologie mit ihrem Anspruch rationalen Denkens und Wissenschaftlichkeit diesen Kriterien standhält, ist leicht überprüfbar. Warum? Weil der Theologie das einfachste, weil überschaubarste Konzept aller natur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen zu Grunde liegt: Sie hat eine einzige Basisaussage, nämlich: „es gibt einen Gott“, und von dieser einen hängen alle anderen (theologischen) Aussagen und Thesen existentiell ab. Eine Aussage „es gibt keinen Gott“ (egal, was immer darunter verstanden wird) oder die Hypothese „es könnte vielleicht einen Gott geben“ würde die Theologie zwangsweise auflösen.

    Da die Theologie die in der (Natur-)Wissenschaft und auch im alltäglichen Leben geltenden Spielregeln und Grundsätze gemäß der genannten Kriterien missachtet, kann man ihr weder rationales Denken noch Wissenschaftlichkeit noch Vernunft zubilligen. Die Theologie – und mit ihr verwandte Geisteshaltungen – hält sich nicht wegen einer zu Grunde liegenden Rationalität oder aus Vernunftgründen am Leben. Sie überdauert, und damit der Glaube an einen Gott und an ein Jenseits, weil die Menschen die Unvernunft aus allerlei Gründen der Schwäche lieben und akzeptieren und weil diese Unvernunft mit Heilsversprechungen so effektiv als Religion und Kirche organisiert ist.

    In der angespannten Rechtfertigungsdialektik und Wortakrobatik heutiger Theologie weisen Anzeichen darauf hin, dass man, nachdem man bereits gezwungen war, Himmel, Hölle und Teufel abzuschaffen, es für möglich hält, auch den „Gott“ abschaffen zu müssen. Es wäre ein Segen für die Menschheit und würde der intellektuellen Selbstkastration endlich ein Ende bereiten, welche sich die Theologen, die „Gläubigen“, die Religionsanhänger unterziehen.
  • Erkennen Wissenschaftler Wunder?

    16.01.2012, Andreas Pohl, Bronschhofen (Schweiz)
    Lieber Herr Voland,
    Ihre Bemerkung im Interview, Wunder, die gegen die Naturgesetze verstießen, könnten von Naturwissenschaftlern erkannt werden, hat mich stutzen lassen. Auch wenn ich bis anhin kein so offensichtlich materielles Wunder erlebt habe, frage ich mich doch, wie die Wissenschaft ein potenziell einmalig auftretendes und ebenso unerwartetes wie unglaubliches Ereignis erfassen könnte. Im entscheidenden Moment wären sicherlich keine Messapparaturen installiert, oder die Messergebnisse würden als statistischer Ausreißer ausgeblendet, und nachprüfen bzw. reproduzieren ließe sich ja auch nichts mehr.

    Müsste die Aussage folglich nicht lauten: Wissenschaftler sind prinzipiell blind gegenüber Wundern?

  • Kann man die Welt kausal beschreiben?

    16.01.2012, Alexander Besch, Gifhorn
    Wenn ein erfolgreicher Atomphysiker nach Hause kommt und einen Brief seiner Ehefrau vorfindet, in dem sie ihm erzählt, dass sie sich von ihm trennen will, dann wird er sich die Frage stellen, wie viel er von der „wirklichen Welt“ tatsächlich verstanden hat. Sind es denn nicht nur winzige, teilweise unzusammenhängende Stücke der Realität, für die Wissenschaftler Gesetzmäßigkeiten entdecken und Modelle aufstellen. Sind unsere Gehirne überhaupt in der Lage, das große Ganze jemals zu verstehen? Warum teilen wir denn die Wissenschaft in Teildisziplinen wie Quantenmechanik, Chemie, Molekularbiologie, Medizin, Psychologie usw. ein und untersuchen sie separat? Vielleicht kann ja tatsächlich ein Psychologe unserem Atomphysiker mit Modellen aus seiner Welt weiterhelfen, aber Sicherheiten gibt es dafür nicht, und er wird ganz bestimmt nicht erklären können, welche quantenmechanischen Zustandsänderungen dafür verantwortlich waren, dass die Ehefrau drei Monate vorher den gut aussehenden Assistenten des Professors kennen gelernt hat. Ich weigere mich zu akzeptieren, dass man die Welt kausal beschreiben kann.

    Im Mathematikstudium habe ich durch das Arbeiten und durch das funktionierende Erzielen von Aussagen mit Gedankenstrukturen, die ich mir nicht vorstellen kann, gelernt, wie beschränkt der menschliche Geist ist, und dass man die Möglichkeit der Existenz von Dingen, die man sich nicht vorstellen kann, akzeptieren kann. Man kann sich nur eine kleinere Intelligenz als die eigene vorstellen, nicht eine größere. Wenn davon gesprochen wird, dass Gott Gebete hört, vergibt, straft, liebt, urteilt, eingreift, Leid geschehen lässt, dann gehen wir doch stillschweigend davon aus, dass Gott eine Person darstellt, ähnlich wie wir es sind, mit nur mehr Macht. Gott in dieser Vorstellung ist ein Abbild des Menschen. Vielleicht steckt hinter Gott doch viel mehr, als was sich über „eine Person“ beschreiben lässt. Vielleicht ist bei Gott auch eine ganz andere Logik und Vernunft als die unsere anzufinden. Eine, in der die Aussage „für jede Religion gilt: sie ist die einzig wahre“ richtig ist. (Das könnte man z. B. auflösen über: der Sinn des Lebens ist es, über den Sinn des Lebens nachzudenken.)

    Man kann jedenfalls feststellen, dass die Welt so beschaffen ist, dass uns das Herausfinden von Zusammenhängen innerhalb kleiner Teilaspekte der Realität vergönnt ist. Das ist doch immerhin nett von der Realität, dass sie das zulässt! Genauso aber scheint eine Eigenschaft der Welt zu sein, dass wir das große Ganze bei heftigster Grübelei nicht ergründen. Vielleicht gibt es diese beiden Eigenschaften ja mit Absicht.

    Dass die Realität einfach nur ist, ohne Grund und Ursache, kann ich mir nur schwer vorstellen.
  • gegen den Walfang !!!

    16.01.2012, Antonietta
    Japan steht schon lange wegen seiner barbarischen Walfangpraxis in der Kritik. Gefangen werden auch Tiere, die vom Aussterben bedroht sind wie z.B. Finnwale. Finnwale sind die zweitgrößten Tiere auf unserem Planeten. Die Begründung für die Jagd ist "wissenschaftliche Forschung", aber es ist ein offenes Geheimnis, dass mit dem Fleisch Luxusrestaurants beliefert werden. In Japan geben Feinschmecker für die Delikatesse Walfleisch viel Geld aus.
    Die Waljagd ist unnütz und ungerecht. Sobald die Wale von diesen so genannten Wissenschaftlern vermessen und gewogen worden sind, gehen die Schlachter ans Werk, und die Wale werden zerschnitten und für den Markt verpackt. Es geht nur um Geld und nicht um Forschung.
  • Wissenschaft und Theologie befruchtet gegenseitig

    16.01.2012, Agnes Allenspach, Brunnen (Schweiz)
    Sehr geehrter Herr Tapp,
    Sie haben einen sehr wertvollen Artikel ins Spektrum geliefert: Glaube und Vernunft.
    Immer wieder kamen im Spektrum Artikel, in denen sich Naturwissenschaft und Glaube berührten. Jedes Mal waren Stellen drin, die schmerzten.
    Sie haben kompetent und vernünftig Wertvolles dargestellt. Man muss Fehler und Probleme nicht verschweigen, aber auch nicht alles an diesen aufhängen. Die Leute der Kirche und die Wissenschaftler wären keine Menschen, wenn sie nicht Fehler hätten und machen würden.
    Das Nebeneinander und auch das Miteinander von Wissenschaft und Theologie befruchtet gegenseitig. Beide müssen suchen und beide suchen nach der letzten Wahrheit. Wir werden weder in der Naturwissenschaft noch in der Theologie die letzte Antwort finden. Dies ist gut und hält uns Menschen wach.
    Auch ist die Wahrheit nicht abhängig von den Fehlern und Verirrungen der Sucher.
    Heute, wo die Naturwissenschaft so rasant und exakt in die kleinsten Welten und in die Weite des Universums vordringt, wird auch das Staunen über den, der dahintersteckt, immer grösser. Vielen Dank.
  • Wir werde Dinge sehen, die wir uns nicht einmal ertäumt haben

    15.01.2012, Johann Hartl
    Eine supergute Information, die uns in diesem Artikel von Hr. Wolfgang Wild gegeben wird. Für mich, der ich kaum Gelegenheit habe, einmal dorthin zu kommen, ist das die besten Möglichkeit, mir einen bildlichen Eindruck zu machen. Mich interessiert diese Sache in Chile schon.

    Andererseits, glaube ich, sollten wir uns die Frage nach dem finanziellen Aufwand stellen. Vor allem aus der Warte, dass wir doch sehr viele soziale Probleme auf der Erde haben, die mehr angegangen werden sollten. Ich glaube, wenn die dritte Welt kollabieren sollte, dann könnte das Atacamaprojekt seinen Sinn verlieren, weil das die erste Welt anstecken könnte.

    Wenn auch spät, so doch mit freundl. Grüßen

    Hartl Johann
  • Ein notwendiger und übersichtlicher Beitrag

    14.01.2012, Klaus Deistung
    In den letzten Tagen gab es erste Medienberichte, die einige Fakten aufzählten – es fehlte der Hintergrund, was jetzt hier klarer wird.
    Auf der anderen Seite zeigt sich auch, dass es notwendig wäre, die Ringparabel zur Bedeutung und Stellung der einzelnen Religionen und dem Zusammenleben wieder mehr zu popularisieren.
    Wie soll das gottesfürchtig sein, wenn ein Kind einfach bespuckt werden kann und den „andersgläubigen“ Familien „empfohlen“ wird, schnell aus diesen Gebieten auszuziehen?
    In einem anderen Fall verweigert eine christliche Richtung, dass zum Beispiel Reflektoren an ihren schwarzen Pferdegespannen angebracht werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen; sie zahlen im Interesse ihres Glaubens lieber eine Strafe.
    Eine Entwicklungsrichtung, die uns wohl noch lange beschäftigen wird.
  • Warum mehr Jungen als Mädchen an Autismus erkranken

    13.01.2012, Dr. Ricarda Müssig, Karlsruhe
    Es wird zum Schluss die Frage aufgeworfen: warum mehr Jungen als Mädchen an Autismus erkranken. Meiner Ansicht aus zwei Gründen.
    Erstens, weil die Erbanlagen für Vertrauen, ausgelöst durch das frontal gesehene Gesicht, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem X-Chromosom liegen, müsste bei einem Defekt mehr Jungen als Mädchen erkranken. Frauen haben zwei X-Chromosomen, so dass ein Defekt auf einem X-Chromosom durch ein gesundes X-Chromosom kompensiert werden kann.
    Zweitens: Die weitaus höhere Zahl der Jungen ließe sich zusätzlich durch den höheren Anteil männlicher Geschlechtshormone verstehen, die schon ab dem zweiten embryonalen Monat produziert werden. Vom Alter von sieben Jahren an beginnen Jungen damit, häufiger als Mädchen Menschen im Profil zu zeichnen; erwachsenen Männer tun lieber etwas nebenher, statt einander anzusehen: Der Drohcharakter des frontal gesehenen Gesichts nimmt also bei Maskulinen mit zunehmendem Alter zu, nicht aber bei Femininen.
    Die niedrigerer Zahl der erkrankten Mädchen ergibt sich so einmal aus genetischen Gründen als auch dadurch, dass weibliche Geschlechtshormone, die mütterliches Verhalten bedingen, eine aggressive Grundstimmung mildern können.
  • Wer kennt die Wirklichkeit?

    13.01.2012, Peter Albrecht
    Der Artikel stellt die Begriffe Vernunft und Glaube zunächst als Gegensatz dar. Gewisse Gesichtspunkte lassen das Thema aber in einem anderen Licht erscheinen. Hierzu drei Fragen:

    Warum sollen wir glauben?
    Man kann es drehen und wenden, wie man will. Unser Verstand kann sich ausschließlich mit den Erscheinungen beschäftigen, die in unser Bewusstsein treten. Trotz intensiver Bemühungen vieler großer Denker im Lauf der Geschichte der Menschen ist es nicht gelungen zu beweisen, ob diese Erscheinungen eine Entsprechung in einer wie immer gearteten Realität haben. Es lässt sich prinzipiell nicht entscheiden, ob eine Wirklichkeit außerhalb unseres Bewusstseins existiert.
    Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als daran zu glauben, dass die Erscheinungen in unserem Bewusstsein, die wir mit Vernunft für das tägliche Leben auswerten und mit wissenschaftlicher Akribie untersuchen, eine reale Entsprechung haben. Dieser Sachverhalt betrifft das tägliche Leben und natürlich alle Disziplinen der Wissenschaft.
    Damit löst sich der vermeintliche Gegensatz zwischen Vernunft und Glauben auf. Da wir alle in letzter Konsequenz auf den Glauben an eine Realität angewiesen sind, steht auch die Theologie gleichberechtigt neben den anderen Disziplinen der Wissenschaft. Der Theologe glaubt nur etwas anderes als zum Beispiel der Naturwissenschaftler. Der einzige Unterschied zwischen den Disziplinen der Wissenschaft besteht darin, dass jeder Fachbereich sich schwerpunktmäßig mit einer anderen Klasse von Erscheinungen im Bewusstsein befasst.
    Es gibt aber noch eine weitere Gemeinsamkeit zwischen der Theologie und anderen Bereichen der Wissenschaft. Jede Erkenntnis der Forschung wurde und wird untersucht, ob sie sich als Mittel zur Macht (als Waffe) einsetzen lässt. Bei der Theologie und den Naturwissenschaften ist dieser Sachverhalt offensichtlich. Man denke nur an die Religionskriege, deren blutige Spur die Geschichte der Menschen bis heute durchzieht. Auch sei an solche schrecklichen Dinge wie Massenvernichtungswaffen erinnert. Auf andere Bereiche der Wissenschaft trifft dies auch zu. Um einige Beispiele zu nennen: Geschichtsklitterung, Psychologie: Gehirnwäsche, Medizin: Folter, usw. An Fantasie lässt es der Mensch nicht fehlen.
    Im Lichte des oben genannten Sachverhalts muss der Ruf nach Toleranz laut werden. Der Naturwissenschaftler darf daran glauben, dass seine mathematischen Modelle der Wirklichkeit nahekommen. Der Theologe darf an seinen Gott glauben. Aber immer dann, wenn eine Denkschule behauptet im Besitz der Wahrheit zu sein, Dogmen ins Spiel bringt und einen Alleinvertretungsanspruch formuliert, wird es problematisch. Das meiste Übel auf der Welt resultiert aus diesen Bestrebungen.

    Gibt es einen Gott?
    Rein rechnerisch beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Gott im Sinn von „Ursache für die Entstehung des Universums“ gibt, 50 Prozent. Dieser Gott existiert oder existiert nicht. Wenn es Gott aber gibt, dann ist mit der Erschaffung des Universums ein Zweck verbunden und die Entwicklung des Kosmos steuert auf ein Ziel zu. Nun ist es so, dass eine Entität, die in der Lage ist ein Universum mit allem was darin ist zu schaffen, für uns diesseitige Wesen allmächtig sein muss. Aus dieser Vorstellung der Allmächtigkeit folgt, dass es uns prinzipiell unmöglich ist, den Zweck und das Ziel zu erkennen.
    Sollte es Gott nicht geben, so wäre alles, was auf der Welt und im Universum geschieht, völlig sinn- und zwecklos. Die schlimmsten Verbrechen wären ohne Bedeutung. Unser ganzes Leben wäre ohne Sinn. Die schlimmsten Verbrechen der Menschheit erhielten eine Rechtfertigung, da ja sowieso alles egal ist. Eine solche trostlose Vorstellung kann nur Schaudern hervorrufen. Deshalb verschiebt sich für mich die Wahrscheinlichkeit sehr stark im oben beschriebenen Sinn in die Richtung: „Gott existiert“.

    Sollen wir an den Gott der Christen glauben?
    Die christliche Religion ist eine unter mehreren Weltreligionen. Da wir es alle nicht besser wissen können, müssen wir auch hier Toleranz gegenüber anderen Religionen fordern. Die christliche Religion enthält zumindest eine logisch nachvollziehbare Komponente, aber auch einen fundamentalen Widerspruch. Die Logik drückt sich in der Vorstellung von der Vergebung der Sünden aus. Es ist ein nicht nachvollziehbarer Gedanke, dass ein Schöpfer seine Geschöpfe dafür bestraft, dass er sie geschaffen hat, wie sie sind.
    Der fundamentale Widerspruch ist im christlichen Glaubensbekenntnis enthalten. Dort heißt es: "Ich glaube an Gott den Vater, den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erden …" Wie kann ein Mensch behaupten, er kenne das Wort und die Intentionen eines allmächtigen Gottes? Alle heiligen Texte der Menschheit können doch nur entstanden sein, um das prinzipiell Unbegreifliche irgendwie fassbar zu machen.
    Wenn wir davon ausgehen, dass sich im Rahmen der Evolution nichts von Dauer entwickelt, was nicht einen Überlebensvorteil bietet, müssen wir den Religionen einen tieferen Sinn zubilligen. Der Glaube gibt den Menschen Trost und Sicherheit in einer manchmal sehr feindlichen Welt. Auch haben die geistigen Inhalte des Christentums unsere westliche Gesellschaft über viele Jahrhunderte hinweg geprägt. Das ist Grund genug, sich diesem Thema mit wissenschaftlichen Methoden zuzuwenden.

    Die Wirklichkeit werden wir Erdenbürger im Diesseits nie erfahren. Wenn wir uns dereinst anschicken diese Welt zu verlassen, könnten sich Antworten ergeben. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist mit dem Tod alles vorbei. In dieser Nichtexistenz sind alle Mühen und Plagen zu Ende. Oder wir treten in eine andere Form der Existenz ein. Wenn das so wäre, könnte es sehr spannend werden. Keine schlechten Aussichten, oder?
    Antwort der Redaktion:
    Der Ausdruck „Glaube“ ist mehrdeutig. Der Theologe hat aber neben dem „Glauben“, den Herr Albrecht erwähnt und mit dem jeder zu tun hat, auch mit dem spezifisch christlichen Glauben zu tun. Der umfasst weit mehr, nämlich, in Glaubenssprache gesprochen, das Vertrauen auf Gottes Wort und die entsprechende Ausrichtung des eigenen Lebens.

    Christian Tapp
  • Unseriös

    12.01.2012, H. Sextl
    Die Untersuchung des "BUND" ist alles andere als seriös. Die Beschränkung auf Supermärkte und Discounter weist sie als reine AgitProp-Veranstaltung aus. Eine korrekte Untersuchung hätte alle Geflügelanbieter (Wochenmärkte, Hofläden u.a.) einbezogen. Dann hätte man das Ergebnis aber wohl nicht zur beabsichtigen Diffamierung der ausgewählten Händler verwenden können.
  • @ "Was heißt kleinere Einheiten?"

    12.01.2012, Jörg
    In unserem Dorf (ca. 400 Einwohner) wurde gerade ein Stall für 1000 Legehennen gebaut, der sich mühelos in das bäuerliche Anwesen einfügt, völlig geräuschlos. Im Gegenteil, er wurde in der lokalen Presse als Innovation gefeiert, weil er zum Wechsel der Auslauffläche der Tiere auf Schienen verschoben werden kann. In einem Nachbarort gibt es ebenfalls einen Geflügelbetrieb ähnlicher Größenordnung. Das sind 160 Prozent der geforderten 1,57 Hühner je Einwohner (128,5 Mio Geflügel / 82 Mio. Einwohner) Wenn man private Hühnerhaltung berücksichtigt, kann man geschätzt noch mal 10 Prozent hinzufügen.
    Dezentrale Landwirtschaft ist kein Hexenwerk, die hatten wir vor noch nicht mal einem halben Menschenleben, auch schon mit Überproduktion. Sie muss nur politisch gewollt sein und mit den Menschen und nicht gegen sie (wie die heutige industrielle) gemacht werden.