Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Pro und Contra (Entgegnung)

    25.08.2015, Jürg Egloff
    Nun ja, das kann man so nicht stehen lassen.
    Eine Solaranlage braucht 20 Jahre, bis sie nur die Energie geliefert hat, die man für die Produktion verwendet hat. Bei Photovoltaik wird dieser Faktor zu oft (absichtlich) aussen vor gelassen. Von den toxischen Abfällen bei Produktion und Entsorgung mal ganz zu schweigen.
    Und nach 20 Jahren ist sie kaputt. Ein Nullsummenspiel. Und Versorgungsspitzen kann man mit Solarenergie auch nicht ausgleichen. Da machen, wenn schon, nur Wind und Gezeitenkraftwerke Sinn.
  • Subventionen für die Mastbetriebe

    25.08.2015, Stefan Schaaf
    2014 war ein Rekordjahr für die deutschen Mastbetriebe. Nie zuvor wurden in Deutschland mehr Nutztiere geschlachtet, und das, obwohl der pro- Kopf- Verbrauch in Deutschland seit vielen Jahren rückläufig ist.

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/02/PD15_044_413.html

    Wie kann das sein?
    Leider wird die Fleischproduktion von der EU hoch subventioniert. Das Fleisch wird unter den Produktionskosten verkauft. Viele Betriebe rechnen sich nur wegen der Biogaserzeugung aus Gülle und Schlachtabfällen.

    http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/174367/index.html

    Moralisch verwerflich? Wirtschaftlich unsinnig? Der Gesetzgeber will es so, und viele Verbraucher sehen gerne weg für die tägliche billige Wurst.
    Das geht so weit, daß beispielsweise bei Geflügel zum Teil nur noch die Keulen und das Brustfleisch verkauft werden. Der restliche Kadaver wird entweder zur Biogaserzeugung verwendet oder unter dubiosen Umständen in Entwicklungsländer exportiert, um dort als Billigfleisch die lokalen Märkte zu zerstören.
    Biogas ist eigentlich eine sehr sinnvolle Technologie, leider von der EU und der freien Marktwirtschaft pervertiert.
  • Argumente pro Willensfreiheit

    25.08.2015, Zweifler
    Wieso stehen eigentlich die Willusionisten unter Begründungsdruck und nicht umgekehrt? Die Unfreiheit des Willens lässt sich zwar nicht beweisen, aber die Willensfreiheit doch ebenso wenig...
  • Gravitationsbedingte Zustandsreduktion und Information

    24.08.2015, Michael Engels
    Nach Ansicht einiger Forscher muß man nicht bis zu einem schwarzen Loch reisen, um einen gravitationsbedingten Informationsverlust hervorzurufen. Im Schwerefeld der Erde können vermutlich durch die gravitationsbedingte ortsabhängige Zeitdiletation Superpositionen von Zuständen, die über eine gewisse vertikale Ausdehnung (einige µm) hinausgehen, nicht existieren und werden daher in einen der möglichen Zustände übergehen (SdW 08/15, Gravitation stört Quantenzustaende; R. Penrose, On Gravity's role in Quantum State Reduction. 1996). Diese spontane Zustandsreduktion resultiert natürlich auch in einem Verlust der Information über die Teile der Superposition, die nicht realisiert wurden.

    Es wäre schön, wenn Spektrum der Wissenschaft einmal in einem größeren Artikel über den Stand der Wissenschaft zum Thema gravitationsbedingte Zustandsreduktion und Informationsverlust berichten würde.
  • Waldrappen

    24.08.2015, Hartmann Ulrich
    Es mag spitzfindig sein, aber mir tut es jedesmal weh, wenn ich "Waldrappe" lese. "Rapp" ist schließlich eine schweizerische Form von "Rabe"; demnach müßte es im Plural "Waldrappen" heißen.
    Eine andere Frage: die letzten wilden Waldrappen leben/lebten in wüstenartiger Umgebung. Welche Lebensräume gibt es im heutigen Mitteleuropa, die für Waldrappen geeignete Biotope bieten können?
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Ulrich,
    unter anderem der Duden ist in Sachen "Waldrappe" ganz bei mir.
    Auf den Seiten des Waldrappteams finden Sie viele Informationen über den Lebensraum der Vögel, demnach mögen es die Tiere gerne grün. So wie ich das verstehe, gibt es hierzulande und auch im Alpenraum viele geeignete Biotope.
    Mit besten Grüßen, jd/Red

  • "Spekulation"

    24.08.2015, Mathias Völlinger
    Ich wollte mit diesem Wort nur umschreiben, dass eine solche Betrachtung (Zeitreisen) an dem beschriebenen Experiment völlig unangebracht ist. Es verhält sich hier nicht anders als überall sonst in der speziellen Relativitätstheorie, wo sich die Raum- und Zeitkoordinaten, und auch die beiden Manifestationen des elektromagnetischen Feldes, je nach Bewegungszustand des Beobachters, unterschiedlich darstellen.
    Und in der allgemeinen Relativitätstheorie sind Zeitreisen zwar ein "theoretischer Weg", rein mathematisch gesehen, nur können die dafür notwendigen physikalischen Bedingungen für keinen Beobachter gegeben sein. Es gibt bis heute zum Beispiel keine reelle, negative Massen. In einer zukünftigen Quantengravitation mag sich dies anders darstellen, hätte mit diesem Experiment aber auch nichts zu tun.
  • Pro und Contra

    24.08.2015, Sven Han
    Der wichtigste Punkt der gegen eine exzessive Nutzung von Biogasanlagen spricht ist folgender: Derzeit wird, wie im Artikel beschrieben, sehr viel Biomasse auf den Feldern angebaut, nur um diese dann in der Biogasanlage zu Methan und letztendlich zu Energie umzusetzen. Diese Form der Energiegewinnung ist jedoch bei Weitem zu ineffizient! Und das nicht, weil die Anlagen oder das Konzept mangelhaft ist, sondern weil die Photosynthese "mangelhaft" ist. Zumindest beim Thema Energieeffizienz. Wenn ich mich recht erinnere, liegt die Energieausbeute der Photosynthese gemessen an der Energie, die die Sonne pro m² abgibt bei 0,6 % (Das hängt natürlich immer davon ab, wie man rechnet, welche Annahmen man macht, etc., bitte nicht auf diese Zahl versteifen).

    Solaranlagen lassen sich mittlerweile mit einer Effizienz von 15 % (teilweise sogar mehr) betreiben. Dazu kommt, dass für diese kein kostbares Ackerland benötigt wird, welches besonders aufgrund des immer steigenden Nahrungsbedarfs der Weltbevölkerung notwendiger ist denn je.

    Sprich: Der gewollte Anbau von Biomasse, die lediglich für die Biogasanlage gedacht ist, ist ein Sprint in die falsche Richtung, es grenzt meiner Meinung nach an Ressourcenverschwendung, auch wenn dies zugegebenermaßen drastisch formuliert ist.

    Natürlich bergen Wind- und Solaranlagen den Nachteil, dass, wie ebenfalls im Artikel kurz erwähnt, diese keine Energie auf "Abruf" liefern können, sprich es an Speichermethoden mangelt. Jedoch halte ich es für weitaus sinnvoller, die Speichermethoden weiter zu erforschen, als im übertragenen Sinne Essen zu verfeuern. Sinnvoll eingesetzt, als Verwertung von organischen ABFÄLLEN, die überall anfallen, ist die Technologie ein wichtiges Puzzlestück auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft, was denke ich auch sehr gut durch den Artikel deutlich wird. Der Einsatz als wirtschaftlich rentable Investition von Unternehmen führt zu diesen absurden Situation, in denen Nahrung in den Brennofen geworfen wird.
  • SciFi-Unsinn

    24.08.2015, Ulrich Heemann
    Es handelt sich bei dem beschriebenen Verfahren genau so wenig um ein magnetisches "Wurmloch" wie es sich beim "Beamen von Photonen" um ein "Beamen" von Photonen handelt. Auch handelt es sich nicht um einen magnetischen Monopol, obwohl das Feld dem eines Monopols ähnelt(!). Ganz sicher ist es z.B. nicht radialsymmetrisch, wie das bei einem Monopol der Fall wäre. Das gilt übrigens auch für behauptete magnetische Monopole in Festkörpern. Auch da sind nur Ähnlichkeiten vorhanden, mehr nicht.

    Es wäre schön, wenn solch ein Unsinn - auch wenn er von einigen Wissenschaftlern behauptet wird - nicht weiter verbreitet würde. Damit werden nur Ideenblasen geschaffen, die mit echter Information der Bevölkerung nichts zu tun haben.
  • Recherche ...

    24.08.2015, Dirk Patze
    Ein bisschen Recherche an Orten mit einer gewissen Erfahrung mit Biogasanlagen wäre eine gute Idee. Seit den siebziger Jahren wurden an der Landtechnik Nordhausen Biofermenter geplant und gebaut. Seit ein paar Monaten läuft in Nordhausen eine große Biomethananlage, die eben nicht auf Maissilage als Primärfutter setzt, sondern auf Schlempe, ein Nebenprodukt der Alkoholproduktion aus Getreide. Im Vergleich zur Maisbiofermentation erweist sich die Schlempe als mindestens ebenso ertragreich, hat allerdings bereits eine Wertschöpfungsstufe hinter sich. Erst wird der Weizen/der Roggen/ die Gerste zu Alkohol verarbeitet und destilliert, der ebenso ein geeigneter Energiespeicher ist. Der Rückstand wird dann ein weiteres Mal verarbeitet, und das am Ende der Anlage als Biomethan ins Stadtnetz eingespeist.

    Im Fall von Nordhausen wird hier kein Bioethanol als Kraftstoff produziert, aber was spricht dagegen als Landwirt sowohl Bioethanol-BHKW als auch Biogas-BHKW zu betreiben, und das mit Getreidesorten, die schon Jahrhunderte länger auf den Feldern wachsen. Darüber hinaus, kann dann jeder Landwirt frei entscheiden, ob das Getreide lieber zu Mehl, Futter, Alkohol oder doch zu Energie verarbeitet wird.

    Ich empfehle wirklich einmal zu dem Thema mit Prof. Gerd-Rainer Vollmer von der Biotechnologie Nordhausen zu sprechen. Der Mann hat wie schon gesagt bereits in den Siebzigern Fermenter aufgebaut.

    Hier mehr zum Thema Biogas in der DDR:
    http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/DE_BJ-01-2012/$file/Biogas_1_2012_56-63_DDR.pdf

    Dazu eine witzige Seite des BR über die Geschichte des Biogas in der BRD:
    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unser-land/landwirtschaft-und-forst/30-jahre-biogas100.html
  • "Wurmloch"

    24.08.2015, Mathias Völlinger
    Für mich klingt das wegen der mitspielenden Supraleitung eher wie ein Quanteneffekt. Mit der allgemeinen Relativitätstheorie hat das dann nichts zu tun und daher halte ich die Spekulation über Zeitmaschinen doch als sehr gewagt.
    Antwort der Redaktion:
    Ist sie ja auch. Das haben Spekulationen über Zeitmaschinen allerdings generell an sich. Bei einem "echten" Wurmloch gilt das Verfahren allerdings tatsächlich als theoretischer Weg zu einer Art Zeitmaschine, da beide Enden durch die Zeitdilatation unterschiedlich schnell "altern".
  • TBC ist keine Virusinfektion

    24.08.2015, Mathias Leddin
    Liebes Spektrum,

    alle von Ihnen erwähnten Krankheiten sind viraler Natur ... ausser Tuberkulose. Die wird nämlich durch Bakterien verursacht. Ich bin mir also nicht sicher, ob die Erwähnung von TBC als "Besorgnis eregende Ausnahme" im Vegleich zu viral verursachten Krankheiten wissenschaftlich korrekt ist.

    Viele Grüsse
    Antwort der Redaktion:
    Das ist natürlich richtig, allerdings gelten alle im Text beschriebenen Mechanismen prinzipiell sowohl bei Viren als auch Bakterien. Insofern sehe ich spontan keinen zwingenden Grund, da einen Unterschied zu machen.
  • "Militanter Atheismus"?

    23.08.2015, Tim
    "Militanter Atheismus"? Diese Unsinnsformulierung hat de Waal aber nicht selbst verwendet, oder? Es gibt weder gewaltbereite Atheisten noch Atheisten, die zu Gewalt aufrufen.

    Antwort der Redaktion:
    "Militanz ist eine kriegerische Haltung, ein aggressives Auftreten oder eine physische oder verbale Gewaltbereitschaft von Personen und Gruppen im Kampf für bzw. gegen politische oder religiöse Überzeugungen." Und weiter: "'Militant(isme)' bedeutet im Französischen und im philippinischen Englisch ein engagiertes Eintreten eines Aktivisten für eine Sache, die zumeist ohne physische Gewalt, etwa mittels Schrift, Lieds und zivilen Ungehorsams umgesetzt wird." (aus Wikipedia)

    Ein "militanter Atheist" muss demnach nicht notwendig zur Gewalt aufrufen, sondern kann auch jemand sein, der seinen Standpunkt aggressiv, doch ohne Anwendung von physischer Gewalt vertritt.

    Der Autor verwendet diesen Begriff etwa hier:

    S. 118 unten: "Warum, so frage ich mich, sind die heutigen 'Neoatheisten' so besessen von der Nichtexistenz Gottes, dass sie in den Medien Amok laufen, ihre Überzeugung auf T-Shirts zur Schau tragen oder zu einem militanten Atheismus aufrufen müssen? Was hat der Atheismus denn zu bieten, das einen Kampf wert wäre?"

    S. 119 oben: "Der britische Philosoph Anthony Clifford Grayling hat es folgendermaßen formuliert: Ein militanter Atheist zu sein, ist, als würde man 'wütend schlafen'."

    Mit freundlichem Gruß
    Eckart Löhr
  • Rechtssystem und moralische Grundlage

    22.08.2015, Ulf Radicke
    Rechtssystem und moralische Grundlage hängen meines Erachtens nicht notwendigerweise von dem Vorhanden sein eines "freien Willens" - was auch immer das sein mag - bei gesunden Personen ab. Die Abschreckungsfunktion funktioniert schließlich so oder so. Und wie hoch eine "moralisch gerechte" Strafe sein soll, kann ohehin nur eine Religion beantworten.
  • Die Vorhersage von Hirnaktivität aus der Kenntnis der Vergangenheit

    22.08.2015, Realistischer
    kann nur dann funktionieren, wenn es in der Umgebung der Person KEINE EINZIGE VERÄNDERUNG GIBT die nicht von der Person bewusst kontrolliert wird - oder aber dass die Person VOLLSTÄNDIG ISOLIERT IST von ihrer Umwelt. Das steht in schönem Einklang mit dem Realitätssinn der betreffenden Theorien.
  • Ideologie oder Wissenschaft?

    22.08.2015, Jochen Becker
    Die Motivation für diesen Artikel scheint mir eher Ideologie als wissenschaftliche Stringenz zu sein. Der Herr Professor sollte wissen, dass der Diskurs über den Freien Willen sich nicht auf die hier behandelten Experimente reduzieren lässt. Insofern ist die Argumentation etwas dümmlich und scheint auf die Rechtfertigung religiöser Basisannahmen abzuzielen. Vielmehr ist er Ausdruck der Panik, die traditionelle Moralphilosophen empfinden, wenn der Boden ihrer fest geglaubten Überzeugungen schwammig wird. Der Mann täuscht Gewissheit vor, die er wissentlich nicht hat.