Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Fehlt da womöglich etwas?

    17.08.2016, Walter Weiss
    Bei einem so prächtig ausgestatteten Familiengrab müßte eigentlich auch Schriftliches vorgefunden werden, gerade aus der genannten Zeit, Schriftzeugnisse mit Linear-B-Schrift (oder einer Zypern-Variante davon) in griechischer Sprache. Es könnte natürlich auch die sonst bei den schriftlichen Zeugnissen in dieser Zeit im östlichen Mittelmeer gefundenen Tontäfelchen erst die Überdauerung bis heute gefehlt haben, nämlich schlicht das Brennen des Tons. Alle anderen Zeugnisse verdanken wir ja dem - unglücklich-glücklichen - Umstand, dass die jeweilige Stadt von den räuberischen Seevölkern niedergebrannt wurde und durch die Feuersbrunst die Täfelchen gebrannt wurden. Linear-B-Zeugnisse auf anderen Trägern (Stein, Keramik) gibt es zwar auch, aber überaus selten.
  • geblendet

    17.08.2016, MarcGyver
    Ich finde Meeresfauna, vor allem aus tieferen Bereichen, durchaus interessant, aber eine Frage beschäftigt mich bei solchen Aufnahmen: Haben diese Tiere aus für unsere Verhältnisse ziemlich dunklen Gegenden eigentlich Schutzmaßnahmen vor zu hellem Licht? Wir haben da unsere veränderbaren Pupillen und Augenlider, aber wie sieht es bei solchen Meeresbewohnern mit sehr lichtempfindlichen Augen aus?
    Ich würde es trotzdem für nützlich halten, solche Forschungsfahrten zu unternehmen (und hätte, abgesehen von möglichst geringer Beleuchtung auf Kosten der Bildqualität, auch spontan keinen Verbesserungsvorschlag), aber für mich hätte es einen faden Beigeschmack, wenn man damit die abgebildeten Individuen durch das Scheinwerferlicht überlebensunfähig macht, weil man womöglich ihre Rezeptoren mangels passender Schutzmechanismen dauerhaft schädigt.
    Weiß da jemand Genaueres, wie ungünstig das helle Licht für die Augen der Tiere ist?
  • Durchschnitt...

    16.08.2016, Robert Orso
    Leider kann man sich vom "Durchschnitt" keine Scheibe abschneiden, sondern ist immer auf die individuelle Einzelerfahrung angewiesen. Das gilt beim Durchschnitts Gehalt oder Durchschnitts Vermögen ebenso wir für den Durchschnitts Mobilitäts Bedarf. Die Ermittlung eines Durchschnitts ist für das Einzel Individuum völlig bedeutungslos. Ganz abgesehen davon, dass die Angabe eines Durchschnitts ohne gleichzeitiger Angabe der Variationsbreite sowieso eine Nebelgranate ist

    Gerade die verbleibenden 13% (+/- 50%) sind eben auch nicht immer im Vorfeld genau planbar. Besonders wenn man außerhalb der Ballungsräume lebt, wo kein 24x7 Autoverleih in 5 Minuten erreichbar ist, der mir die verbliebenen 13% abdeckt.

    Die aktuellen Fahrzeuge decken nicht 100% sondern in den meisten Fällen 200-300% des Bedarfs ab, um eben Reserven für Grenzfälle bereit zu halten.

    Auch bei den Kosten kann man nicht Äpfel mit Kühen vergleichen. Nicht jeder fährt so einen 35-40 T€ Schlitten, wie Willi bemerkt haben will. Ich kenne nur wenige und die haben das Fahrzeug nicht selbst bezahlt, sondern als Dienstwagen gestellt bekommen. Möglicherweise kenne ich einfach andere Leute. Da wird ernsthaft überlegt, ob 15.000€ für den Neuwagen drin sind, oder ob es nicht ein Gebrauchter um 6.000 (oder auch 2.000) auch tut. Das sind aber nicht Fahrzeuge die man schick als Eco-Zweitwagen in die Garage stellt, sondern die benötigt werden, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Da braucht man 150%, nicht 87%.

    Ganz bestimmt würde jemand der 35-40 T€ für ein aktuelles Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ausgibt, nicht um das gleiche Geld eine Karikatur von Fahrzeug in Form eines Elektro Mobils kaufen - verglichen mit dem Verbrennungsmotor. Da liegen in Ausstattung und Komfort Größenordnungen zwischen diesen Kategorien.

    Wer genügsam ist, kann sich so ein Fahrzeug nicht leisten. Wer es sich leisten könnte, begnügt sich nicht damit. Und da ist das Ladeproblem immer noch ungelöst.

    Leider ist im Zwang der CO2 Reduktion voreilig ein Schnellschuss in Richtung "vorgeschriebene Technologie der Zukunft" = Elektrisch anstelle von Benzin gemacht worden. Das gleiche Ziel bezüglich CO2 und erneuerbarer Energie könnte man beispielsweise auch mit Wasserstoff Antrieb erreichen, nur ist das ja nicht "Elektrisch" sondern ein "pöser Verbrennungsmotor" und daher kein primäres Förderungsziel. Wohingegen eine Brenstoffzelle vielleicht mit Methanol betrieben Strom erzeugt und doch irgendwie als Elektrofahrzeug gilt und nicht als Verbraucher fossiler Brennstoffe.

    Ich habe mir trotzdem fest vorgenommen: Mein nächster Wagen (also vermutlich in 10 Jahren) fährt elektrisch – sofern ich mir diesen Luxus dann leisten kann. Die Kabel für die Ladesteckdose sind schon gelegt.
  • Ideologisch

    16.08.2016, Luigi
    Ich hasse es, wie diese Diskussion geführt wird.
    Man kann ja versuchen, Menschen zu überzeugen, für eine sauberere Luft ein Auto zu kaufen, dass teurer ist und dazu mit Einschränkungen verbunden ist. Aber dieser Versuch, die Menschen, die das skeptisch sehen, mit dummen Sprüchen abzuspeisen (z.B. Antwort auf 1 "Sie fahren ja auch privat keinen 3,5-Tonner, nur weil Sie manchmal Möbel transportieren. ") wird das Gegenteil bewirken.
    Die meisten von uns haben eben derzeit ein Auto, das für alle normalen Fahrten ausreicht, für die Fahrt zur Arbeit, Ausflüge, Urlaub.
    Und selbst wenn die weiteren Fahrten nur einen Bruchteil der Fahrten ausmachen, wenn man sich dafür extra ein Auto leihen muss, ist das eine Einschränkung der Freiheit, die die meisten nicht akzeptieren werden.
  • Richtig

    16.08.2016, Bob
    Da es sich, wie Sie in Ihrem Kommentar sagen, um Durchschnittswerte handelt ist die Aussage "Ihre Rechnungen zeigen, dass gängige Elektroautos praktisch immer unsere Ansprüche erfüllen würden" unhaltbar.
    Einzelfälle zeigen viel eher, dass Menschen hin und wieder lange Strecken zurück legen wollen und sich deshalb für ein klassisches Auto entscheiden, auch wenn sie nahezu alle ihre Fahrten mit einem Elektroauto zurück legen könnten. Für gewöhnlich kann man ja nicht eben mal tauschen.
  • Lob

    16.08.2016, Anonym
    Sehr lesenswerter Artikel! Sehr verständlich zusammengefasst.
  • Die Reichweite ist ein Nebenkriegsschauplatz

    16.08.2016, Willi
    Ich halte die Diskussion über mangelnde Reichweiten für eine vorgeschobene Diskussion. Selbst 150 km Reichweite wären kein so großes Problem, wenn einfach die Batterien gewechselt werden könnten.

    Mein erstes Auto ('82) fraß 15 Liter Super, damit kam ich auch nicht weiter als 300 km. Das war aber kein Problem, den 'nachladen' dauerte 5 min.

    Ein Auto ist keine Zahnbürste! Wer wird denn in einer Großstadt stundenlang irgendwelche Kabel in Wohnungen oder sonst wohin hängen wollen oder können?

    Die heutige Technik ist ein ausschließliches Live Style Produkt. Diese Autos kauft, wer Umweltschutz leben möchte! Das ist - meiner Meinung nach - ein verschwindend kleine Minderheit. Die meisten wollen nur 'ein Auto'.

    Löst das Ladeproblem und die e-Autos werden schlagartig erfolgreich. Ihr führt die falsche Diskussion und by the way; auch die Preisdiskussion ist vorgeschoben. Wir reden hier von der Zielgruppe der Neuwagenkäufer. Wenn ich mich so umsehe, von was für Autos ich umgeben bin - jedes davon war mal ein Neuwagen - dann dürften die wohl überwiegend 35-40 T€ gekosten haben. Daran liegt es nicht. Das nachladen will keiner!
  • Nagut. Mir reichen auch 99%

    16.08.2016, Bob
    Möbeltransporte und ähnliches nehmen höchstens 0,1% meiner Autofahrten ein. Das gilt sicher für die meisten anderen Autofahrer auch. Dafür kann ich mir / man sich selbstverständlich auch ein Auto leihen. Nicht aber für 13% der Autofahrten, die dann vermutlich auch noch Langstrecke und mehrere Tage betreffen.
    Dass die Rechnung im Artikel hinkt kann man nicht bestreiten. Wenn alle Autos Car-Sharing-Autos wären (und das würde ich begrüßen) könnten wir 87% Elektroautos benutzen. Aber wenn jeder selbst überlegen muss was für ein Auto er sich kauft und damit drei Mal oder öfter im Jahr eine größere Strecke zurücklegen möchte wird sich wahrscheinlich gegen ein Auto entscheiden, dass diese Fahrten nicht so recht ausführen kann.
    Ich habe auch keinen Kühlschrank, der 87% meiner Sachen kühlt und damit besonders wenig Strom verbraucht, sondern einen, der auch ein zu nur 13% gefülltes Eisfach hat. Eben für den Fall.
    Antwort der Redaktion:

    Wie gesagt, es handelt sich um Durchschnittswerte, die sich nicht auf den Einzefall runterbrechen lassen. Die Forscher haben nicht berechnet, dass jeder im Schnitt an 87 Prozent der Tage auch ein Elektroauto benutzen könnte, sondern dass dies in der Gesamtheit so ist. Die meisten kommen nahezu immer mit einem E-Auto aus, einige wenige fast nie, daraus ergibt sich dieser Mittelwert.

  • Ich brauche 100%

    16.08.2016, Bob
    Das ist ja eine Milchmädchenrechnung. Ich brauche selbstverständlich ein Auto, dass 100% der Aktionen durchführen kann, die ich mit ihm machen will. Was nutzt es mir, wenn ich mit meinem Auto 87% meines Lebens zur Arbeit und zum Supermarkt fahren kann, ich aber 13% meines Lebens nicht Freunde und Verwandte besuchen oder in den Urlaub fahren kann. Dann ist doch meine Reichweitenangst berechtigt. Dann kaufe ich mir ein Auto, dass all das für mich erledigen kann.
    Antwort der Redaktion:

    Warum? Sie fahren ja auch privat keinen 3,5-Tonner, nur weil Sie manchmal Möbel transportieren.
    Die Prozentwerte betreffen darüber hinaus auch nur den Durchschnitt. Das heißt, je nachdem was Ihre persönlichen Fahrgewohnheiten sind, wird die Reichweitenbegrenzung vermutlich wesentlich seltener relevant (oder häufiger, falls Sie täglich Hunderte von Kilometern zur Arbeit pendeln).

    Beste Grüße, jd/Red

  • Nebenwirkungen?

    16.08.2016, Steffen Seidel
    Soweit ich weiß, bietet Sichelzellenanämie einen gewissen Vorteil bei Malariainfektionen. Der Krankheitsverlauf der Malaria ist durch die deformierten Blutkörperchen deutlich milder. Bleibt so ein Vorteil bei der neuen Behandlung bestehen? Solange die an Sichelzellenanämie leidenden Personen noch in ihren angestammten malariaverseuchten Gebieten leben, könnte ihnen mit der neuen Behandlung ein 'Bärendienst' erwiesen werden. Schließlich ist die Malaria wieder im Vormarsch und viele Mittel gegen die Malaria verlieren allmählich ihre Wirksamkeit.
    Antwort der Redaktion:

    Das defekte Hämoglobin wirkt schützend gegen Malaria, und einen ähnlichen Schutz bietet interessanterweise auch das fetale Hämoglobin.

    Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass wenn beide Formen des Hämoglobins in der gleichen Zelle vorhanden sind, sich ihr Schutz gegen Malaria gegenseitig aufhebt. Daraus könnte man schließen, dass eine solche Behandlung sich eher negativ auf den, durch Sichelzellenanämie gegebenen, Malariaschutz auswirken würde. Patienten wären dann womöglich wieder genau so empfänglich für eine Infektion wie ein gesunder Mensch. Die Frage ist, was die Betroffenen eher bereit wären, in Kauf zu nehmen.

  • Wie dem Proton, so dem Neutron

    16.08.2016, Karl-Otto Eschrich
    – hierher passt mein früherer Beitrag zur Größe des Protons –
    das gleiche gilt für Neutronen und die Verbindung von Proton und Neutron.

    Mit freundlichen Grüßen, Karl-Otto Eschrich
  • Nie wieder Laufmaschen

    15.08.2016, Hans Dieter Zöller
    Gab es nicht bereits im letzten Jahrtausend Nylonstrümpfe faktisch ohne Laufmaschen, welche aber dank der geplanten Obsoleszenz bewusst verschlechtert wurden, um den Absatz wieder zu erhöhen?

    Diese Materialien werden sicherlich andere schlechte Eigenschaften mit sich bringen, sonst besitzt am Ende jeder nur noch einen Satz für den Rest des Lebens und der Umsatz geht in den Keller ...
  • Dr. Meinert: Nein, genau umgekehrt wird ein Schuh draus!

    15.08.2016, Markus Kraffczyk
    Es ist im höchsten Maße verantwortungslos, so zu handeln, wie es z.Z. geschieht, nur Zwischenlager und kein Endlager zu schaffen - "Endlager" muss auch nicht zwangsläufig bedeuten, dass es für alle Zeiten unerreichbar, nicht rückholbar konzipiert werden müsste. Damit ist das Ressourcen-Argument hinfällig. Es sollte aber gewährleisten, dass bei Endlagerung nichts ungewollt in die Biosphäre dringt. Wenn man sich mit den Naturreaktoren von Gabun bei Oklo und der Nicht-Migration der dortigen Nuklide (ohne jedes Containment!) beschäftigt, stellt man sehr bald fest, dass es kein unlösbares Problem ist, selbst über viele Millionen Jahre nicht.
  • Eisen und Kupfer - Redoxreaktion

    15.08.2016, Hobbychemiker
    Anmerkung zum ersten Abschnitt: Wird elementares Eisen zu Kupfersulfat (Cu2+) gegeben, dann wird das Eisen _oxidiert_ und geht in Loesung, waehrend Kupferkationen zu elementarem Kupfer _reduziert_ werden, das dann ausfaellt.
    Antwort der Redaktion:

    Sie haben Recht, danke für den Hinweis!

    Beste Grüße, jd/Red

  • Gut, das wäre ein akzeptabler Weg,

    15.08.2016, A.Franke
    wenn er denn wirklich vollständig ohne Tier"verbrauch" auskäme.
    Ich denke da an z.B. diese Geschichten
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/handel-grausamer-bluttransfer-1.2668283
    oder diese hier
    http://www.vgt.ch/vn/0002/stuten-2.htm
    http://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=368