Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Scharfer Blick für das Unwesentliche

    18.02.2017, zeitloss
    Sie sollten sich lieber mal Gedanken darüber machen, wie toll das für die Erde wäre, wenn wir endlich das Bevölkerungsproblem in den Griff bekommen würden. 1 Milliarde zusätzliche Fleichesser, Autofahrer, Kühlschrankbertreiber ... Kondome für die Dritte Welt!
  • Riß im Eisschelf hat nichts mit globaler Erwärmung zu tun

    18.02.2017, Wolfgang Richter
    Der Chefwissenschaftler des British Antarctic Survey BAS, Prof. David Vaughan, sagte in der BBC-Sendung "Science in Action" am 17.02.17, in der es um den oben berichteten Umzug der Halley-Station ging, dass dieser Umzug nichts mit dem Klimawandel zu tun habe, denn die Temperaturen in dieser Gegend hätten sich in den letzten 50 Jahren nicht verändert. Link zur aufgezeichneten Sendung:
    http://www.bbc.co.uk/programmes/p04p5zl2#play
    Über das Thema "global warming" wird ab 06:30 min geredet. Dabei sagt er;
    "I think it would be a mistake to connect this (Anmerkung: es geht um den Riß im Eisschelf) immediately with some kind of global warming signal. At Halley, where we have measured the temperature routinely on a daily basis for almost 50 years, we haven’t seen any evidence for climate change in that area." Er sagt weiter, dass es woanders schon etwas von der globalen Erwärmung festzustellen sei, aber eben nicht hier bei diesem Riß.

    In Grönland ist seit Oktober eine Massenzunahme des Eisschildes festzustellen, wie bisher noch nie gemessen, nachdem im Frühjahr 2016 eine ungewöhnlich frühe Eisschmelze beobachtet worden war.
    http://beta.dmi.dk/en/groenland/maalinger/greenland-ice-sheet-surface-mass-budget
    Zu sehen ist das in der Garfik "Acc. SMB (Gt)".
    Und hier auf dieser Seite: https://nsidc.org/greenland-today/
    ist über die Jahre von 1998 bis 2016 die Eisschmelze Grönlands auch in der Grafik "Greenland Average Melt Day Area Anomaly" gut erkennen, wie unterschiedlich die Eisschmelze dort bisher ablief, gespiegelt an der durchschnittlichen Schmelzrate: bis 1994 war es immer unter dem aktuellen Durchschnitt, 2012 war es dann weit darüber, und bis 2016 war es dann wieder viel näher am Durchschitt, d.h. es ist zwar eine Änderung ab 1995 bzw. 1997 zu sehen, aber eine laufende Steigerung, wie von den Klimatologen angekündigt, gibt es nicht. Es sieht eher nach zyklischen Schwankungen aus, wobei die Beobachtungszeit für einen kompletten Zyklus wohl noch nicht ausreicht.
    Außerdem ist bei Grönland zu berücksichtigen, dass festgestellt wurde, dass genau dort, wo jährlich die höchste Schmelrate ist, im Südosten Grönlands, der Boden durch eine Magmablase deutlich stärker erwärmt wird als im übrigen Grönland.

    Mein Resumee: Man weiß mangels ausreichender Beobachtungszeit, noch vielen offenen Fragen noch viel zu wenige über Antarktis und Grönland. Es kommen immer wieder neue Meßergebnisse und neue Forschungsergebnisse dazu, die das Bild verändern. Alleine dem CO2 die "Schuld" an Veränderungen im Wettergeschehen und im Klima zu geben, ist falsch. Der IPCC tut das ja auch nicht, denn er sagt im AR5 auch nur, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das von Menschen emittierte CO2 seit den 1950er-Jahren mit ca. 50% Anteil das Klima beeinflusst.
  • Sehr enttäuschender Beitrag

    18.02.2017, Christian
    Wieso soll vegan mit Religion zu haben, Fleischessen aber nicht?
    Steht nicht gerade in der Bibel bzw. dem Alten Testament, dass der Mensch über den Tieren steht und diese auch schlachten und essen soll? Vegan zu leben könnte man übrigens genauso als gelebte Nächstenliebe gemäß dem neuen Testament interpretieren. Allerdings habe ich noch nie gehört, dass jemand es mit seinem christlichen Glauben begründet.

    Ist der Glaube an Menschenrechte und die Verfassung eine Religion? Nein, die 10 Geboten, die fast niemand aufzählen kann und dessen erster Punkt auch nicht "Du sollst nicht töten" ist, ist nicht die Grundlage der Menschenrechte. Denn grundlegendes Moralverständnis gab und gibt es in jeder Kultur. Mord, Totschlag, Raub etc. galten in den wenigsten davon als tugendhaft. Dass trotzdem immer dagegen verstoßen wird und wurde, davon können sich auch das Christentum, Judentum und der Islam ausnehmen. Schon im alten Testament wird ja massenweise mit göttlichem Wohlwollen gegen alle moralischen Prinzipien des eigenen Glaubens verstoßen.

    Möglichst vegan zu essen bzw. zu leben ist eben keine Religion sondern ein Sieg des Verstandes und der Informationskultur. Heutzutage können wir unmittelbar sehen, was unser Lebensstil mit Erde und ihren Bewohnern anrichtet. Dabei wird so getan, als sei Fleischessen etwas urnatürliches, während wir das Fleischessen gleichzeitig absolut unnatürlich durchführen. Wir jagen eben schon lange nicht mehr, sondern züchten und schlachten Tiere in unglaublichen Massen. Dafür nehmen wir fast jeden Preis in Kauf. Sei es die Zerstörung von natürlichem Lebensraum anderer Tiere aber auch Menschen. Wir verschmutzen die Umwelt, bringen das Weltklima durcheinander, zerstören damit auf dekadente Weise den Lebensraum unserer Kinder und Kindeskinder. Es gibt eben nicht nur um die moralische Frage, ob man Tiere darf oder nicht. Mit dem Konsum von Fleisch, hängt nun einmal das Schicksal der gesamten Weltbevölkerung zusammen. Das kann man eigentlich nur in Ordnung finden, wenn man meint, man lebe in apokalyptischen Zeiten.

    Die Annahme "tierische Eiweiß ließ das Gehirn [...] anwachsen" ist lediglich eine steile These und durch nichts belegt. Es ist auch offensichtlicher Blödsinn. Denn viele Lebewesen haben und hatten deutlich größere Gehirne. Dass die größe eines Gehirnes wenig über die Intelligenz aussagt, ist lange bekannt. Es kommt vor allem auf die Komplexität Verschaltung der Synapsen an und nicht auf Masse. Vom Fleischessen wächst auch niemandem das Gehirn - ganz einfach beim Burgerbrater zu falsifizieren. Kürzlich erst hat eine Studie gezeigt, dass es ernährungstechnisch egal ist, ob Protein tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist. Der Mensch kann beides gleich gut verwerten.

    Ernährungstechnisch ist nicht Fleischessen sondern das Garen von Nahrung die große Leistung des Menschen, weil es Keime tötet und Nahrung besonders Protein besser verwertbar macht. Deshalb brauchen wir eben keinen zweiten Magen oder riesigen Verdauungsapparat. Das heißt nicht, dass man nicht auch rohe Nahrung essen kann und sollte.

    Veganer sind weder Fundis noch Extremisten sondern einfach nur konsequent.
    Menschen sind keine Fleischfresser sondern Allesfresser. Frei nach Dieter Nuhr: Das bedeutet nur, dass man alles essen kann aber nicht alles muss! Dass die historische Einteilung in Pflanzen-, Fleisch-, Allesesser überholt ist, kann man an vielen Beispielen festmachen auch z.B. am Panda, der sich von Bambus ernährt ohne biologisch daran angepasst zu sein.

    Interessant auch, dass am Ende von einer Kuh die Rede ist. Das meiste Rindfleisch stammt wohl eher von Bullen, da Kühe zum Milchgeben verwendet werden. Was wissen Kinder denn heute über Rinder? Wissen Sie darüber mehr als über Tiere, die wir nicht essen? Soll der letzte Satz andeuten, das Essen Tieren wäre ein Beitrag dazu deren Aussterben zu verhindern? Ganz schön absurd, denn würde diese nicht nachgezüchtet, hätten wir die meisten innerhalb weniger Monate vom Erdball verschluckt. Effizienter wäre es sie einfach nicht zu essen und ihnen einen gewissen Lebensraum zuzugestehen. Vielleicht einfach mal weniger Regenwald für Rindfleisch abholzen?
  • ICH stoppe an einer roten Amplel nur

    17.02.2017, mike301243
    ... um kein schlechtes Beispiel an Kinder zu geben.
    Ansonsten kann mich eine rote Fußgängerampel am Arsch lecken, das ist MEIN Problem!
  • Gesetze der Robotik

    17.02.2017, Heinrich Sauer
    Danke, Herr Orso, für die Erwähnung Stanislaw Lems. Dieser schreib aber auch: "ich kann dem Asimov vieles verzeihen, aber nicht die drei Gesetze der Robotik." (Gedächtniszitat, Quelle?) Er, Stanislaw Lem, hatte nämlich nachgewiesen, dass die drei Gesetze in sich widersprüchlich sind.

    Gruß
    H.S
  • Statistische Ergebnisse sind generell nicht verwendbar

    17.02.2017, Bernd Hayn
    Wenn man der Sichtweise 3 des Autors folgt, ist das der einzig mögliche Schluss, denn man kann die Tabellen 6-9 als ein einziges gemeinsames Merkmal interpretieren und mit der Argumentation aus Sichtweise 3 einen Schluss aus diesen Daten ablehnen. Egal welche Kriterien untersucht werden, es könnte immer ein weiteres unbekanntes Kriterium geben, mit dem das Ergebnis gemäß dem beschriebenen Effekt verändert würde. Daher gibt es keine "feinsten Kategorien".
    Wer eine "absolute Sicherheit" anstrebt, wie es der Autor anscheinend tut, darf sich grundsätzlich nicht auf statistische Ergebnisse stützen (und nicht nur in "gewissen Situationen" ). Das ist keine neue Erkenntnis und ergibt sich schon aus der Unsicherheit, die der Stichprobenwahl immanent ist.

    So wie ich die Argumentation verstanden habe, besteht der Denkfehler darin, dass aus dem falsches Ergebnis geschlossen wird, dass die Methode falsch ist. Dieser Schluss ist aber bei statistischen Methoden nicht möglich – außer man zieht daraus die obige Konsequenz.
  • Löslichkeit von Sauerstoff in Wasser

    17.02.2017, Torsten Berg
    Der erste und letzte Satz des Beitrags sind unglücklich formuliert:

    "Laut Klimamodellen ist zu erwarten, dass der Gehalt am lebenswichtigen Sauerstoff in den Weltmeeren abnimmt, wenn die Temperaturen steigen.“

    „… Modellrechnungen der Klimaforscher überein. Demzufolge wird der Sauerstoffgehalt mit den steigenden Oberflächentemperaturen künftig noch weiter zurückgehen.“

    Es braucht keine Modelle, um vorherzusagen, dass wärmeres Wasser weniger Sauerstoff löst. Das ist vielmehr eine chemische Eigenschaft des Wassers. Je höher die Temperatur, desto weniger gasförmiger Sauerstoff kann sich darin lösen. Nicht die Modellrechnungen erlauben es, diese Vorhersage zu treffen, sondern die chemischen Bedingungen für die Löslichkeit von Gasen in Wasser. (Übrigens ist diese Löslichkeit auch vom Salzgehalt des Meerwassers abhängig).

    Ich frage mich daher, was haben die Forscher nun eigentlich herausgefunden? Das die chemischen Gesetze gelten? Oder ist die eigentliche Entdeckung im obigen Beitrag verschleiert?
  • Anekdotisch: Frankreichs Rotampel-Kultur

    17.02.2017, Krischan
    Ich habe meine Einstellung zur Befolgung der Rotampel in Frankreich auf mein deutsches Normalmaß angepasst, nachdem ich zwei Polizisten gemütlich plaudernd bei Rot über die Fußgängerampel schlendern sah.
  • hirnlos

    17.02.2017, Fritz Kronberg
    Wenn ich an einer roten Ampel stehe und es ist weit und breit kein Fahrzeug zu sehen, ist es ziemlich hirnlos, zu warten, bis vielleicht doch eines kommt oder die Ampel auf grün springt. Das ist die Art Kadavergehorsam, die man den Preußen nachgesagt hat, als der Staat noch existierte. Es verstößt gegen die Menschenwürde, Gehorsam gegenüber einem Automaten zu verlangen, und zwar unabhängig von der vorliegenden Situation. Die Ampel ist ein Warnsignal, nicht mehr und nicht weniger. Es ist auch genau so hirnlos, bei grün einfach loszulaufen, ohne sich zu vergewissern, ob das auch wirklich ohne Risiko ist. Diese Studie ist ganz lustig, aber die Folgerungen der Autoren sind ebenso blödsinnig, wie die Implikation, mit der sie an die Arbeit gegangen sind. Diese Autoren hätten vermutlich auch den Geßlerhut gegrüßt.
  • Vampirococcus

    17.02.2017, Thomas Potuschak
    Ich dachte, dass Vampirococcus ebenfalls andere Bakterien anfällt.
  • Gibt es vielleicht noch weitere Ursachen?

    16.02.2017, Peter Weppen
    Der Sauerstoffgehalt in tieferem Ozeanwasser hängt auch erheblich von der Zufuhr von organischem Material aus oberflächennahen Schichten ab. Dort findet seit längerer Zeit in vielen Meeresgebieten eine Steigerung der Produktion durch den Nährstoffeintrag statt. Möglich, dass auch diese Faktoren einen nenneswerten und möglicherweise langfristig gefährlichen Einfluss nehmen. Wir sehen hier vielleicht gerade den ersten Response dieses bereits lange belegten Mechanismus auf anthropogene Einflüsse.
  • Begegnung mit Staßburger Polizei

    16.02.2017, Maximilian Glanz
    Ich fuhr eines Nachts durch Straßburg, auf der Suche nach einer Adresse. Ich war zum ersten mal in dieser Stadt. Dabei fuhr ich über eine Kreuzung. In der Straße links von mir stand ein Polizeiwagen. Er scherte hinter mir ein, machte sein Blaulicht an und ließ mich rechts ranfahren. Der Polizist kam vor zu mir und meinte durch das geöffnete Fenster, ich sei bei Rot über die Ampel gefahren. Auf meine verdutzte Nachfrage, ob das denn tatsächlich so gewesen sei antwortete er, seine Ampel wäre Grün gewesen, dann müsse meine Rot gewesen sein. Und dann kams: ich sei ja offensichtlich auf der Suche nach irgendetwas, ob er helfen könne. Ich nannte ihm die Adresse, er erklärte mir den Weg, grüßte freundlich, ging zurück in seinen Wagen und fuhr weiter. Ich konnte es erst garnicht glauben. Offensichtlich haben in Frankreich nicht nur die Fußgänger ein entspannteres Verhältnis zu roten Ampeln.

    Seit dem haben unsere uniformierten linksrheinischen Nachbarn einen dicken Stein bei mir im Brett. Noch einmal Danke auf diesem Wege.
  • Grandios!

    16.02.2017, Gottfried Heumesser
    Frau Dr. Elisabeth Schnepf (MUL Leoben) hat über das Thema z.B. am 29. Okt. 2015 in Mistelbach berichtet. Bei Objekten, die ihre Orientierung beibehalten haben (z.B. Feuerstellen oder Brennöfen) kann damit datiert werden. Es ändert sich nämlich nicht nur die Stärke des Magnetfeldes, sondern auch die Richtung. Die kann natürlich nicht bei nach dem Brennvorgang dislozierten Objekten (Gebrauchskeramik) nicht mehr bestimmt werden.
  • Risiko?

    16.02.2017, Joachim Stephan
    Bei dieser Untersuchung fehlt mir die Risikoeinschätzung der jeweiligen Ampelsituation. Man begibt sich nicht an jedem Übergang gleich in Lebensgefahr, wenn man bei Rot über die Straße geht.
  • Klischee

    16.02.2017, Joachim Keitel
    Mehr als das Klischee (forsche Franzosen, gehemmte Japaner; übermütige Männer, vorsichtige Frauen) bringt der Artikel leider nicht.

    Der Artikel gibt auch keine Antwort auf die Frage der Überschrift.

    Es wird nicht ausgeführt, warum die Forscher den Unterschied zwischen Franzosen und Japanern auf Regelkonformität zurückführen.

    Es könnte auch sein, dass Franzosen eine rote Ampel als Stoppschild interpretieren - also als Aufforderung, nur nach Einschätzung der Verkehrslage die Straße zu überqueren.
    Dann wäre das Überqueren bei Rot kein Regelverstoß.

    Das hätte auch Einfluss auf das Risiko: In Frankreich rechneten Autofahrer dann damit, dass regelmäßig Personen bei Rot die Straße queren, und sie wären damit aufmerksamer als Autofahrer in Japan.

    In dem Fall wäre das Risiko für den Fußgänger in Japan höher.

    Und insofern wäre die Forderung der Wissenschaftler, das Einhalten der Regel zu forcieren, diskutabel.