Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Antwort an Walter Pfohl

    13.09.2010, Egbert Scheunemann, Hamburg
    Walter Pfohl schreibt: „Zur Anwendung des Äquivalenzprinzips auf eine Ladung: Das Äquivalenzprinzip der allgemeinen Relativitätstheorie besagt, dass es physikalisch keinen Unterschied macht, ob ein System in einem homogenen Gravitationsfeld ruht oder in einem gravitationsfreien Raum durch eine äußere Kraft eine konstante Beschleunigung erfährt. Ob eine Ladung Energie abstrahlt, ist somit eine Frage des Bezugssystems des Beobachters: Für einen, der sich mit ihr mitbewegt, erzeugt sie in beiden Fällen keine elektromagnetischen Wellen. Für einen, der frei seiner Trägheit folgt, also im schwerelosen Raum mit gleichbleibender Geschwindigkeit treibt, während die Ladung beschleunigt wird, bzw. der frei im Gravitationsfeld fällt, während die Ladung ruht, erzeugt sie in beiden Fällen gleichartige Wellen. Kein Widerspruch also zum Äquivalenzprinzip, sondern vielmehr die logische Konsequenz aus diesem!“
    Was Herr Pfohl im ersten Satz wiedergibt, ist vollkommen richtig. Das Äquivalenzprinzip der ART besagt genau das. Und genau das Besagte ist falsch. Sie müssen das System, also etwa Ihren Beobachter, nur lange genug (in getrennten Experimenten natürlich) beiden Kräften aussetzen, dann werden Sie einen großen Unterschied feststellen: Wenn das System „in einem gravitationsfreien Raum durch eine äußere Kraft eine konstante Beschleunigung erfährt“, die etwa g, der Erdbeschleunigung, entspricht, würde es in absehbarer (und ausrechenbarer) Zeit die Lichtgeschwindigkeit erreichen – was natürlich nicht geht. Wenn diese Zeit verstrichen ist, weiß unser System, also unser Beobachter, definitiv, dass er sich nur in einem Gravitationsfeld aufhalten kann, etwa in einem (geschlossenen) Raum auf der Erde. Sie dürfen also nicht aus dem Umstand, dass man in engen physikalischen Grenzen oder gar in nur hinkonstruierten Gedankenexperimenten die Gravitationskraft etwa durch die elektromagnetische Kraft simulieren kann, darauf schließen, beide Kräfte seien grundsätzlich äquivalent – oder gar noch identisch (was Sie natürlich nicht tun).
    Wenn also Gravitation eine wirkliche, eine wirkende „permanente Beschleunigung“ wäre und nicht nur eine potenzielle Beschleunigungskraft etwa für den, der auf der Erdoberfläche steht und nur durch die Materie unter seinen Füßen (Pauli-Prinzip!) daran gehindert wird, zum Erdmittelpunkt zu fallen – dann müsste eben eine Ladung, die dieser Mensch in der Hand hält, permanent strahlen. Sie tut es aber definitiv nicht. Die Gravitationskraft per se als „permanente Beschleunigung“ zu definieren, ist also Unsinn. Ich werde seit 52 Jahren in Richtung Erdkern „beschleunigt“ – und sitze hier noch immer. Wäre ich hingegen wirklich 52 Jahre mit g beschleunigt worden…
    Sie werden auch, Herr Pfohl, physisches Sein, also etwa elektromagnetische Wellen (oder was auch immer), nicht in physisches Nichtsein verwandeln dadurch, dass Sie sich Beobachter hinbasteln, die in der Tat gewisse physische Phänomene nicht erkennen können – wie von Ihnen korrekt beschrieben. Nur, warum basteln Sie sich nicht Beobachter hin, die es können? Wenn es „eine Frage des Bezugssystems des Beobachters“ sein sollte, „ob [Herv. E. S.] eine Ladung Energie abstrahlt“ – warum wählen Sie dann nicht das Bezugssystem, das Ihnen die Beobachtung ermöglicht, dass sie es tut? Oder wollen Sie in der Tat die physische Existenz eines physischen Objektes davon abhängig machen, ob oder wie oder von wem es beobachtet wird? Ist die Sonne weg, wenn ich den Kopf in den Sand stecke? Die in unzähligen Büchern zur SRT und ART bis zur Bewusstlosigkeit ausgebreiteten Gedankenexperimente mit dem armen Astronauten, der, irgendwo im Weltall in einer black box sitzend, nicht entscheiden könne, ob er auf der Erde steht oder im Weltall etwa mittels eines Raketenmotors mit g beschleunigt wird, setzen bewusst einen sich bewusst dumm stellenden Astronauten voraus – denn jeder Blick aus dem Fenster, das er sich ja in seine black box bauen könnte, würde ihn darüber aufklären, was Sache ist. Aus Gründen der Pietät sehe ich hier davon ab, eine Theorie adäquat zu bewerten, die auf die Konstruktion dummer Astronauten angewiesen ist, um "erklären" zu können, was anders nicht zu erklären ist.
    Sie sagen, die Kosmische Hintergrundstrahlung (KHS) tauge nicht als absolutes Bezugssystem, weil man nicht wissen könne, ob sie sich nicht „selber“ gegenüber einem „Raum mit Bewegungsnullpunkt“, also relativ zu einem gedachten absoluten (und also absolut ruhenden) Bezugssystem „bewegt“. Das kann man natürlich nicht wissen – die KHS ist in der Tat nur im erdnahen Raum gemessen worden, also im winzigen Bruchteil eines winzigen Bruchteils des gesamten Universums (darin, neben anderem, liegen übrigens meine Zweifel begründet, ob die KHS als ‚Beweis’ der Urknalltheorie taugt). Nur, Sie müssen sich schon entscheiden: Wenn Sie die Möglichkeit eines absoluten Bezugssystems postulieren (anders ist Ihre Kritik an der Brauchbarkeit der KHS als pragmatisch gewähltes ‚absolutes’ Bezugssystem nicht zu halten), müssen Sie schon zumindest eine Andeutung machen, was man sich unter einem solchen absoluten Bezugssystem vorstellen und wie man es vor allem nachweisen könnte. Solange Sie das nicht tun, halte ich mich lieber an die KHS – mangels vernünftiger Alternativen.


    Die ungekürzte Fassung dieses Leserbriefes ist unter http://www.egbert-scheunemann.de/Antwort-an-Kritiker-der-Rezension-zu-Unzicker-in-Spektrum-von-Scheunemann.pdf abrufbar.
  • Unbewusste Motivation - auch gegen unseren bewussten Willen

    10.09.2010, Christian Hornstein, Bonn
    Der Autor scheint anzunehmen, dass unbewusste Motive uns nicht zu Handlungen verleiten könnten, die wir bewusst gar nicht wollen, weil das Verhalten der Teilnehmer sowohl im verdeckten Experiment als auch im offenen Versuch gleichgerichtet war. Diese Anordnungen waren jedoch nicht dazu geeignet diese Annahme zu prüfen, denn in beiden Varianten war die Bedeutung des Signals gleich und ihm zu trauen offenbar rational. Eine Überprüfung wäre einfach möglich durch Ergänzung der verdeckten Version: Nachdem die Teilnehmer verdeckt konditioniert wurden, teilt man ihnen glaubhaft und explizit mit, welches Signal welche Bedeutung hat, nur dass diese explizite Bedeutung zur konditionierten Bedeutung im Widerspruch steht. Dann fährt man fort mit der verdeckten Konditionierung und schaut wie das Verhalten der Teilnehmer aussieht. Meine Prognose: Es wird sich kaum ändern, aus einem ähnlichen Grund weshalb jemand, der Angst vor Hausspinnen hat, diese Angst beibehält und die Spinnen weiter meidet, wenn er sich lediglich vergegenwärtigt, dass sie ungefährlich sind. Die Reaktion ist unbewusst längst ausgelöst worden bevor das Bewusstsein ein Veto einlegen konnte. Erst die konkrete und wiederholte Erfahrung, dass nichts passiert, kann dies ändern. Im genannten Experiment kann das Bewusstsein nicht einmal ein Veto einlegen, weil es den Auslöser gar nicht erkennt. Eine für uns ungünstige Bestimmung unseres Verhaltens wäre durch unbewusste Motive, die vernünftigem bewussten Willen widersprechen, durchaus möglich, wenn es möglich wäre unserem Unbewussten etwas beizubringen, das im Alltag so nicht zutrifft und zu für uns nachteiligem Verhalten führen würde. Die klinische Erfahrung legt nahe, dass dies möglich ist, und auch die Versuche des Autors des Artikels deuten dies an.
  • Sparsames Nichttun ...

    10.09.2010, Prof. Dr. Karsten Löhr, Darmstadt/Paris
    Die Hauptaussage "Die Reparaturen haben sogar Geld gespart" ist doch sehr bedenklich für eine Investition von 3 Mrd. Euro. Da sich die finanzierenden Staaten derzeit mit etwa 4 Prozent am Kapitalmarkt für eine solche Investition verschulden müssen, kosteten die 14 Monate Reparatur bereits etwa 140 Mio. Euro an Zinsen, ohne dass die geplanten Untersuchungen erfolgen konnten. Zuzüglich kommen noch die nicht genannten Kosten für den "unproduktiven Betrieb", d.h. die laufenden Finanzierungen für Personal, Material, Projekte und Verwaltung. "Einsparungen" durch einen Vergleich der 24 Mio. Euro direkten Reparaturkosten mit den nicht benötigten Energiekosten auszurufen, diskreditiert die Seriosität der Arbeitsauffassung beim LHC. Denn man könnte mit dieser Argumentation dann auch die Einstellung rechtfertigen, dass der "Nichtbetrieb" vielleicht überhaupt die günstigste Variante für diese Einrichtung ist!
  • Anmerkungen zur Reaktion des Redakteurs

    09.09.2010, Egbert Scheunemann, Hamburg
    Lieber Herr Pöppe,
    ich wusste noch gar nicht, dass meine Vorstellungen zur Relativitätstheorie "in der Fachwelt längst als abwegig ad acta gelegt worden sind"! Wo soll mir denn solche Ehre zuteil geworden sein? Wo wurden denn Scheunemanns Thesen diskutiert? Und kennen Sie auch nur eine dieser Thesen? Ich bin auf Ihre Antwort gespannt wie ein nicht nur als solcher gekrümmter, sondern auch noch als Masse gravitierender, also die Raumzeit krümmender Flitzebogen.
    Schöne Grüße!
    Egbert Scheunemann - nach geltender Theorie raumzeitkrümmende Masse, aber de facto Zweifler daran, dass man Raum und Zeit krümmen kann wie Kaugummi und dass ich in unendlich vielen Varianten Masse habe, alt und multidimensional längenkontrahiert bin, weil mich unendlich viele Partikel, von denen aus ich beobachtet werden kann, im gesamten Universum in unendlich vielen Richtungen und Geschwindigkeiten umschwirren. Und letztlich Zweifler daran, dass Sie diesen Leserbrief veröffentlichen werden.
    Antwort der Redaktion:
    Tja – zumindest die Thesen, die Sie in Ihrer Rezension vorgetragen haben, kenne ich inzwischen. Eine große Diskussion Ihrer Thesen hat in der Fachwelt, so wie es aussieht, in der Tat nicht stattgefunden. Die Leute, die ich gefragt habe, und die anderen Leserbriefschreiber sahen offenbar auch keinen Anlass dazu, weil sie aus dem Stand mit einer (zumindest für mich) einleuchtenden Widerlegung aufwarten konnten.


    Und Ihre Zweifel? Erledigen sich hoffentlich ebenso wie Ihr letzter.

    Nichts für ungut

    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Ist Kohlendioxid ein Treibhausgas?

    08.09.2010, Horst Maurer, Kiel
    (Kommentar zu den Kommentaren auf Springers Einfürfe.)

    Obengenannte Frage ist gar nicht Thema des Diskurses, denn dass Kohlendioxid ein Treibhausgas ist, ist in Fachkreisen allgemein bekannt. Die Frage, um die es geht, ist, ob der CO2-Anstieg vom Menschen verursacht ist und ob er damit das Klima beeinflusst. Selbst das haben viele "Klima-Ignoranten" leider nicht verstanden.

    Die Ignoranten sterben leider nicht aus, die aus Bequemlichkeit oder wirtschaftlichen Interessen einen antropogenen Effekt kategorisch abstreiten. Sei es weil CO2 nur einen sehr geringen Anteil in der Atmosphäre ausmacht und daher ja gar nicht signifikant sein könne. Sei es, weil der antropogene CO2-Anstieg der letzten hundert Jahre ja nur im Promillebereich liege.
    Noch hartnäckiger ist leider eine andere, noch faulere Spezies, die diese Scheinargumente einfach nachplappert und dabei nicht einmal den Anspruch hat, das Grundprinzip des Treibhauseffekts zu verstehen. Dennoch sind sie in jeder Diskussion zu finden.

    Aber so funktioniert das Internet. Viel Lärm um nichts, denn wie Springer treffend schreibt: Im Internet tritt jeder mit derselben Autorität auf.
  • Die Spreu vom Weizen trennen

    08.09.2010, Gerd Zelck, Seevetal
    Sehr geehrter Herr Springer,
    gerade habe ich Ihren Einwurf in der August-Ausgabe "Das Klima ist vergiftet" gelesen. Sie klagen >ein Menschenleben reicht nicht aus, allen Verästelungen der Argumente nachzugehen und die Spreu vom Weizen zu trennen<.
    Das ist nun auch gar nicht notwendig. Mit der Kenntnis einiger wichtiger Grundsatzuntersuchungen zum Thema - durchaus pro und contra - und eigenen logischen Analysen kann man sehr wohl zu fundierten Erkenntnissen kommen, mit denen sich die Spreu vom Weizen trennen läßt. So war es für mich eine wichtige Erkenntnis, dass seit dem letzten Temperaturminimum von der so genannten Kleinen Eiszeit so um 1860 herum seitdem die Globaltemperatur ansteigt (mit einer Rate von etwa 0,55 °C/100 Jahre) und heute 0,8 bis 0,9 °C höher liegt (siehe hierzu Anhang "Anzeige Nr. 1" mit den Abb. 1,2 bis 1.4).
    Der Beginn des Technischen Zeitalters mit vermehrter fossiler Brennstoffe wurde nun ebenfalls auf den Zeitraum um 1860 definiert, aber das ist reiner (geschichtlicher) Zufall! Trotzdem wurde daraus ein Zusammenhang zwischen Erwärmung und CO2 postuliert.
    Ein gewisser Zusammenhang wird auch nicht bestritten, aber dieser ist klein und untergeordnet gegenüber anderen Einflüssen, auf die der Mensch keinen Einfluß hat. Es ist geradezu unwissenschaftlich, wenn man monokausal als Verursacher der Erwärmung nur die Zunahme des CO2 betrachtet und andere Einflüsse - die alle ausführlich dargelegt wurden und damit bekannt sein dürften, negiert.

  • Na klar doch

    08.09.2010, Dr. Jan Daneke, Eltville
    Die Antwort Olaf Schlüters, Baldham, auf Springers Abduktion geht im Grunde auch nicht über die Logik des behaupteten Zusammenhangs zwischen den Rückgang der Storchpopulation und der Geburtenrate hinaus. Wo haben wir denn das in eine mathematische Formel gegossene Kausalitätsprinzip erfaßt, zwischen mittlerer Erdtemperatur und allen greifbaren Parametern, nirgendwo! Von unserer Zunft wird so etwas wie die allgemeine Gasgleichung erwartet:

    T • n • R = p • V , also dann Temperatur T als Funktion T = f (c CO 2)

    Schon die van der Waalsche Gleichung für real existierende Gase

    T • n • R = (p + a/ V ²) (V - b) beschreibt doch nur eine Näherung, ist also nur ein Modell für eine vermutete naturgesetzliche Kausalität.

    Es ist ja sehr verdienstvoll wenn nun überall versucht wird den Einfluß der Kohlendioxydkonzentration zu erfassen, aber der Sonnenwind, die Zunahmen der Sonnenaktivität, albedo, Präzession der Erdachse, Staub in Luft und Weltraum, Bebauung, Land und Forstwirtschaft, Methan aus Permafrost, Tiefsee, Reisfeldern und Kühen, Kondenstreifen, Luftfeuchtigkeit und nitrose Gase und, und, und. Nicht zu vergessen sind die mathematischen Probleme der zeitlichen Abhängigkeiten von solchen Phänomenen wie Hysterese, Kippschwingungen und Chaostherorie mit Differentialgleichungen zu erfassen, viel Spaß noch.

    Ich möchte nicht mißverstanden werden, auch ich fürchte daß wir mit der von der Industrialisierung verursachten Erhöhung der Kohlendioxydkonzentration einen noch richtig zu beschreibenden Einflluß auf eine Entwicklung angestoßen haben könnten, die aber so nicht einfach in die Flasche zurück zu bekommen ist wie das die Politiker gerne dem Volke und gewisse Klimaforscher (für ihre Etats) den Politikern weismachen wollen, etwa nach Art des Ohmschen Gesetzes

    U = R • I.

    So eine Formel wollen unsere Politiker haben , da können sie den Leuten nur in Deutschland für I die Steuern um sagen wir gnädige 30 % erhöhen, und schon würde die Temperatur von Berlin bis Tokio um mindestens ½ Grad C sinken. Die Formel die so etwas leisten würde möchte ich gerne mal sehen.
    Was ist wenn schon im nächsten Jahr von dem ausstehenden Umkippen des Erdmagnetfeldes eine neue Eiszeit ausgelöst wird, alles umsonst?
    Wenigstens habe ich mir einen großen Vorrat an alten Glühlampen angelegt, die wärmen auch etwas, genau in der Tages - und Jahreszeit, wenn sowie so geheizt werden muss.

  • HAARP

    06.09.2010, Günther Posch
    Verschwörungstheoretiker würden als Begründung die Beeinflussung der Jetstreams durch HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program, Anm. d. Redaktion) ins Treffen führen.
  • Neue Erkenntnisse scheinen Svensmark dennoch Recht zu geben

    06.09.2010, Dr. Jörg Kampmann, Physiker
    Der Artikel bezieht sich auf ein Paper von Calogovic von 2010 und auf einen Artikel von Svensmark von 2000.

    Inzwischen hat Svensmark allerdings wohl neue Erkenntnisse gewonnen, insbesondere mit Hilfe eines in Dänemark durchgeführten Experiments namens SKY - außerdem steht wohl noch das CERN-Experiment CLOUD aus.

    Mit SKY weist Svensmark nach, dass die kosmischen Strahlen durchaus an der Beteiligung der unteren Wolkenbildung (bis ca. 3000 Meter) beteiligt sind. Diese wiederum verursachen eine Vergrößerung der Albedo der Erde, was zu Abkühlungseffekten führt. Die kosmischen Strahlen, die von Sternexplosionen tief in der Milchstraße herrühren, und die unsere Erde treffen, werden durch das Magnetfeld der Heliosphäre mehr oder weniger abgelenkt.

    Svensmark hat das sehr schön beschrieben in seinem 2008 erschienenen Buch "Sterne steuern unser Klima".

    Offensichtlich hat Calogovic diese Erkenntnisse nicht gewusst, sonst hätte er sein Experiment anders gestaltet.

    Damit will ich nichts gegen den anthropogenen Einfluss von CO2 sagen. Es könnte aber doch sein, dass eben beide Einflüsse auf unser Klima einwirken, und womöglich noch mehr ...

    Dummerweise meint Svensmark allerdings, dass der kosmische Einfluss, das sog. Radiative Forcing, ca. 1,4 W/m2 ist, just genau der gleiche Wert wie der Einfluß von CO2 (Radiative Forcing) ... Immerhin könnte es ja sein, dass jeder hier noch einmal seine Hausaufgaben machen muss.
  • Religionsunterricht

    04.09.2010, Norbert Grundmann, Paraguay
    Hallo spektrumdirekt,

    um diesen weitverbreiteten Irrungen ein Ende zu bereiten, wäre es an der Zeit, den Religionsunterricht bundesweit abzuschaffen. Die Kirchen können ja für Interessierte und Unverbesserliche ihre "Märchenstunde" nach Schulschluss, aber außerhalb der Schulen, abhalten. Dann wäre es wohl bald vorbei mit dem ID-Unsinn -zumindest in Deutschland.

    N. Grundmann
  • Zwei Anmerkungen

    03.09.2010, Gerhard Düsing, Eppstein
    1) Die Betrachtung auf S. 62 im vorletzten Absatz soll die Vielecke mit n Ecken betreffen, wobei n keine Potenz von 2 sein soll, geschrieben n = m2s mit s ≥ 0. Dann genügt es nicht, dass m > 1 sei. m darf selbst keine Potenz von 2 sein; es reicht aber aus, wenn m ungerade ist (und damit automatisch m > 2).

    2) Die "kleinen" Vielecke sind so definiert, dass ihre "Breite" unabhängig von der Richtung einen bestimmten Wert nicht überschreitet. Dieser wird als 1 festgesetzt. So weit so gut, obwohl das Wort "klein" in diesem Zusammenhang nicht besonders glücklich ist. Wie aber sind dann die beiden ersten der am Schluss des Artikels gestellten, "ungelösten" Fragen zu verstehen? Jedes, nach obiger Definition "kleine" Achteck hat per definitionem die Breite 1, nicht mehr und nicht weniger.

    Antwort der Redaktion:
    1) Gemeint war in der Tat "m ungerade". Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.



    2) Der Autor Charles Audet hat uns eine Klarstellung geschickt, die die Unstimmigkeit auflöst. "Breite" war im Artikel in Bezug auf eine bestimmte Richtung definiert, nämlich der Abstand der beiden Geraden in dieser Richtung, die das Polygon einschließen. "Breite" ohne Bezug auf eine bestimmte Richtung meint das Minimum all dieser Breiten, also die Breite des engsten Schlitzes, durch den man das Polygon, geeignet gedreht, gerade noch durchschieben kann. Das "kleine Achteck maximaler Breite" ist demnach das "rundlichste" unter allen kleinen Achtecken.
  • Selber rechnen macht Spaß

    03.09.2010, Fritz Diem, München
    Madame Vincze hat vor 60 Jahren sicher eine elegantere Lösung für ein 8-Eck mit einem Umfang größer als das regelmäßige gefunden als ich.
    Mit Oberschulmathematik habe ich die 8 Koordinaten der Eckpunkte für ihr 8-Eck gefunden, Rechenzeit um 0,01 Sekunden.
    Ist es sonnenklar, dass es eine so einfache Lösung für diese Anordnung der Durchmesser gibt? Nämlich eine unabhängige Variable (Seitenlänge) und eine abhängige (einer der Durchmesser)?
    Das letzte 8-Eck rechts ist wohl wirklich schwerer zu berechnen.
    Insgesamt ein amüsanter (was so ein Mathematiker alles rechnet) wie anregender (selber rechnen) Artikel!
  • Literatur und Physik: Tolle Kombination

    01.09.2010, Anne S.
    Literatur und Physik, welch tolle Kombination! Ich unterstütze diesen Brückenschlag zwischen Geistes- und Naturwissenschaften aus vollem Herzen. Ich arbeite als Kulturwissenschaftlerin auch zu Wissenschaftsthemen, liebe die Mathematik ebenso wie die Kunst. Und natürlich Sprache. Insofern bin ich sehr gespannt, ob und wie sich Spektrum weiterentwickelt.
  • Spannungsbogen

    01.09.2010, Andreas Schwald, München
    Vielen Dank für das hochinteressante Interview!

    Dem neuen Chefredakteur viele gute Wünsche für sein Wirken, die spannenden (und manchmal gespannten) Beziehungen zwischen komplementären Denkweisen deutlich zu machen und - hoffentlich - das Verstehen der anderen zu fördern.
  • Unnötig kompliziert

    31.08.2010, DI Michael Schindler, Wien
    Ich habe mit Interesse den in der Überschrift genannten Artikel gelesen. Die technische Anwendung als Kraftwerk erscheint mir jedoch unnötig kompliziert, ebenso wie derzeitige Süßwassergewinnungsanlagen.

    Man könnte einfach einen zweiseitig mit Membranen versehenen Körper ca. 200 Meter tief im Meer schwebend versenken. Aus diesem Körper würde Süsswasser noch hinausströmen - man könnte diesen Körper als unteres Ende eines Wasserkraftwerkes verwenden. Für größere Volumenströme müsste man mehrere solcher Platten nebeneinander anordnen.

    Die einzelnen Platten sollten vertikal stehen - das sorgt für eine Strömung aufgrund des Dichtegradienten auf der Salzwasserseite.

    Taucht man die Apparatur tiefer ein und ersetzt die Wasserkraftanlage durch eine Pumpe, hat man ein Süßwasserwerk mit geringerem Energieverbrauch als derzeitige an Land gebaute. Es muss lediglich das Süßwasser im Tauchkörper auf Meeresniveau angehoben werden.

    Zusätzlich sollte durch die ständige Durchströmung der Salzgehalt auf der Salzwasserseite geringer sein - was kleinere Druckdifferenzen ermöglicht. Zur Wartung wird der tauchende Teil zur Oberfläche gebracht.

    Hier eine Skizze für ein im Wasser hängendes Süßwasserwerk:

    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank für Ihre konstruktiven Überlegungen zu unserem Spektrum-Beitrag. Wenn ich Ihren alternativen Vorschlag, durch Osmose Energie bzw. Süßwasser aus Meerwasser (Nichtgleichgewichtsozean voraussetzend) richtig verstehe, sprechen Sie Ideen an, die bereits 1974 von Levenspiel und de Nevers angestellt wurden.



    Der Unterschied zu dem im Spektrum-Beitrag skizzierten Osmosekraftwerk liegt demnach vor allem darin, dass man auf große Meerestiefen angewiesen ist - mit allen Problemen praktischer Art, die sich daraus ergeben. Da den Wissenschaftlern und Konstrukteuren auch diese Variante eines Osmosekraftwerks bekannt war, werden wohl diese und/oder andere Probleme eine Rolle bei der Entscheidung für einen der Kraftwerkstypen gespielt haben.



    Prof. Dr. H. Joachim Schlichting
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