Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Keine Religion

    03.04.2017, Margit Alm
    In was fuer einer wunderbaren Welt koennten wir leben, wenn Vernunft, Realitaet, wissenschaftliche Erkenntnis und erneute Erkenntnis die Welt regieren wuerden, und wir den metaphysischen Glauben an etwas, das gar nicht existiert, aufgeben wuerden.
    Natuerlich sehen einige Menschen in ihrem Glauben einen Anker, sie brauchen einen moralischen Wegweiser von 'oben'. Der Atheist - wie ich - setzt sich seinen eigenen moralischen Wegweiser und haelt daran fest bzw .revidiert, wo im Interesse neuer Erkenntnisse es notwendig wird.
    Wir koennten eine Welt ohne Krieg, ohne Gewalt, ohne Neid haben.
  • Buddhismus ist eine Wissenschaft

    02.04.2017, Martin Wienand
    Es gibt glaubensorientierte Religionen wie das Christentum, das Judentum oder der Islam.

    Und es gibt erfahrungsorientierte Religionen wie der Buddhismus oder Taoismus. Meditation ist hier das Stichwort. Die Essenz von jeder Meditation ist das Beobachten. Das Beobachten von Gedanken und Gefühlen. Die Nicht-Identifikation. Die von Buddha erfundene Vipassana ist hier so eine Art Prototyp. Im Zen-Buddhismus Za-Zen. Hier praktiziere ich und erfahre Ergebnisse. Ist daher im Grunde eine Wissenschaft.

    Natürlich gibt es auch immer Menschen, die in Buddha eine Art Gott sehen. Ist dann aber eher folkloristisch.
  • Höhere Macht

    02.04.2017, Peter Beile
    Beachtenswert ist die Rolle, die >Gott< dabei spielt.Interessant wäre eine Untersuchung, inwieweit Fairness, Empathie, Verantwortung zusammenhängen mit der Vorstellung von einer höheren Macht - ohne Bindung an Kirche und Gläubigkeit.
  • "Guten Morgen" wäre man versucht zu sagen, aber das wäre nicht ganz fair.

    02.04.2017, Hans-Jürgen Steffens
    Denn es ist erfreulich zu sehen, dass gewisse Erkenntnisse sich langsam doch Bahn brechen (auch wenn Wolfgang Wicklers "Die Biologie der 10 Gebote" schon vierzig Jahre als ist). Ich persönlich formuliere es gerne in Anlehnung an Clausewitz: "Moral ist die Fortsetzung der Evolution mit anderen Mittel." Dorthin lässt sich auch die Entstehung von Religionen auf natürliche Weise einbetten: Auch sie können die Fitness einer Großgruppe erhöhen. Ein Gefühl dafür liefert das (lesenswerte) Buch des ehem. israel. Staatspräsidenten Chaim Herzog, das er zusammen mit dem Archäologen Mordechai Gichon geschrieben hat: "Die biblichen Kriege". Gott auf der eigenen Seite zu haben ist eben wie ein Heimspiel auf dem Betzenberg (ähem, räusper, zumindest war es das mal....). Und so verlieh auch die Lehre Mohammeds vom Kismet ("Die Pfeil, die Kugel, die dich treffen wird, ist dir bestimmt, du wirst ihr nicht ausweichen können.") den moslemischen Heeren in kritischen Zeiten einen "leading edge".

    Natürlich zerplatzt jede Offenbarungsreligion irgendwann an der Realität, so dass die evolutionären Vorteile immer nur - wie auch in anderen Bereichen - temporär wirken und schließlich vergehen. Waren Religionen deshalb sinnlos? Nicht ganz. ich vergleiche sie gerne mit den Feststoffboostern der Raumfähre. So wie jene ebnen sie den "Weg zum Himmel", werden aber zum passenden Zeitpunkt abgestossen, da sie ansonsten unnötigen Ballast darstellten. (In seinem Tractatus hat Wittgenstein für seine Philisophie btw ein analoges Bild gebracht.)

    MfG H.-J. S.
  • Religion ist nicht das Problem..

    02.04.2017, Joachim Clauß
    Sondern wie bierernst" man das nimmt..

    Und ausserden hat Religion NICHTS mit Glaube zu tun! Das verwechselt man anscheinend ständig.. Glauben ist nämlich ein evolutionärer Prozess, der dem Gehirn höherstehenden Lebewesen hilft, all seine Erfahrungen zu verwalten, sich daran zu erinnern, und bei häufig sich wiederholenden Prozederes ihnen auch zu Vertrauen.

    Daher wäre mir recht, das man statt Religion immer auf den "Sündenbock" zu stellen, man lieber mal danach schaut, wie ERNST immer all der ganze Kram genommen wird. (sehe man sich doch all die inzwischen inflationäre Werbung z.B. an.. Da wird das Hirn so lange "zu geschissen" bis man den ganzen Quatsch glaubt..

    Es kommt also letztlich immer auf die MASSE und die Hefitgkeit drauf an, mit der die jeweilige "Religion so durch das "Dorf" getragen wird.

    Unsere gesamte Gesellschaft ist doch schon völlig verseucht, ob man schon aus dem Begriff "öko" eine Religfion macht, oder dem Begriff "Vegan" oder der "Tierliebe" aoder eben all der ganze andere Quatsch..

    Was soll das?

    Zuerst sollte man mal tief in sein eigenes INNERES gehen und erst mal DORT die "Leichen" aus dem Keller holen!!
  • Zu viel ist immer Mist

    02.04.2017, Planloser
    Religion hin oder her, Sie war das Grundkonstrukt um allgemeinverbindliche Regeln aufzustellen, unsere heutige Gesetzgebung um eben die Vampirfledermäuse die sich nicht sozial verhalten eben doch Regeln aufzuerlegen.

    Endeffekt ist aber auch zu viel Religion oder zu viel Regularien negativ genauso wie zu wenige. Wie sich die Vampire in Folge einer Dürre verhalten stand leider nicht im Text - ob die Fledermäuse dann auch noch teilen oder doch lieber versuchen sich selbst zu retten. Moral und Religion wird schnell über Bord geworfen wenn es um Tod oder Leben geht.
  • Trugschluss würde ich mal sagen, oder?

    02.04.2017, Tenpel
    »Und wer weiß, vielleicht würde die komplette Abkehr von Religionen die Menschen ja sogar ein bisschen fairer, gerechter und kooperativer machen …«

    Ja, zB mit Hitler, Stalin und Mao. Diese drei wahnhaften Diktatoren waren alle areligiöse bzw. religionsfeindlich, Herr Ebert ;-)

    Der Artikel greift mE viel zu kurz.

    Alle Denksysteme (dazu zähle ich Religionen wie Philosophien als auch Wissenschaften) können Moral und Gerechtigkeit fördern oder innerhalb dieser Denksysteme kann Moral und Gerechtigkeit degenerieren. Keines ist immun gegen Wahnsinn und keines ist ausschließlich "nur gut".

    Sie könnten zB mal darüber nachdenken, dass der sog. aufgeklärte Westen erst millionenfachen Massenmord via Atombombe erfunden hat. Das kommt nicht aus den arabischen Ländern oder Asien.
  • Rundgedreht

    02.04.2017, Wolfram Obermanns
    1. Die hier implizit vorgestelltehn Definitionen von Religion, Ethik und Evolutionswissenschaft sind m. E. eklatant defizitär. Wer käme z. B. auf die Idee eine Staatstheorie allein auf eine Befragung von strammen Nationalisten zu stützen?
    2. Die ethischen Regeln nicht nur der hier vermutlich gemeinten monotheistischen Religionen übersteigen ein simples tit for tat.
    3. Es läßt sich fragen inwieweit tit-for-tat überhaupt ethisches Handeln darstellt.
    4. tit-for-tat läßt sich zwar als eine runtergebrochene Formulierung des kategorischen Imperativs bezeichnen, Äquivalenz ist damit aber beiweitem nicht hergestellt und ist so eben auch nicht DIE Maxime und Grundlage z. B. unserer allgemeinen Gesetzgebung.
    5. Maxime und Grundlage unserer Gesetzgebung ist die Menschenwürde. Allgemeine, muslimische und sozialistische Formulierungen zur Auskleidung dieser apostrophierten Menchenwürde belegen die Existenz eines soziokulturellen, in einem weiteren, zeitgenössischeren und so auch religionswissenschaftlicheren Sinn religiösen Hintergrund des Konzepts.
    6. Reden wir jetzt in diesem Kontext noch von Sciences oder doch von Arts? Aus dem angelsächsischen Raum schwappt die Konfusion über diese Formen von Wissenschaft nach Kontinentaleuropa. Gendersciences wildern mit geisteswisschenfaftlichen Methoden in der Naturwissenschaft und enden im Obskurantismus. Evolutionary sciences wildern mit naturwissenschaftlichen Methoden in den Geisteswissenschaften und enden ihrerseits im Obskurantismus.

    Natürlich kann man versuchen mit einem Schlitzschrauber eine Torxschraube zu drehen, aber Drehmomente kann man so nicht wirklich übertragen. Nachher ist so eher entweder das Werkzeug oder die Schraube oder beides kaputt. Eine entsprechende Beobachtung läßt sich m. E. sowohl bei den Gender-, wie bei den Evolutionswissenschaften und natürlich auch den Religionen machen.
    Die wesentliche intelektuelle Resource des populären Diskurs zwischen Religion, Gender- und Evolutionswissenschaft scheint mir die Bildungslücke zu sein!
  • Nicht Ethik steht im Zentrum der Religion

    02.04.2017, Johanna
    Ein klassischer Irrtum:
    Nicht Ethik, sondern die Gottesfrage (säkular: Sinnfrage)
    bildet das Zentrum der monotheistischen Religionen.
    So schlecht kann der Religionsunterricht doch nicht
    gewesen sein, dass man DAS nicht mitbekommt.
  • Ganz schrecklich ?

    02.04.2017, Ralph Fischer
    Gottesanbeterinnen fressen die Männchen während der Paarung sogar auf.

    Das ist ähnlich wie bei Spinnen. Wenn sich 2 instinktgesteuerte Räuber gegenüberstehen setzt sich über die Zeit die Art durch, bei der die Weibchen nicht von den Männchen gefressen werden.
    Und es gibt sogar noch den Vorteil, daß das Männchen dadurch die Brut versorgt.
  • Wieviel Strom enthält ein Liter Diesel oder Benzin?

    02.04.2017, Jürgen Baumann
    Diesel und Benzin kommt aus Raffinerien. Diese stehen meist im eigenen Land. Wieviel kWh Strom wird benötigt, um einen Liter Benzin oder Diesel herzustellen? Dazu sind leider keine Zahlen verfügbar. Aber es gibt Indikatoren, die auf einen Bedarf von 1 bis 2 kWh pro Liter hinweisen.

    Nehmen wir an, wir haben einen Mittelklassewagen in der Nähe des heutigen Durchschnittsverbrauch von Neuwagen. Er liegt derzeit laut Schweize TCS bei Neuwagen bei ca. 6 Litern. Nehmen wir konservativ an, wir haben eine effiziente Raffinerie, die nur 1 kWh pro Liter Treibstoff braucht, dann wären das immerhin 6 kWh für die 6 Liter, die der Neuwagen für die 100 km braucht.
    Ein Elektrofahrzeug kommt damit bereits 40 km weit (bei einem Verbrauch von 15 kWh/100 km – mein BMW i3 liegt derzeit bei 15.2 kWh/100 km). Damit “generiere” ich aus dem Nichterzeugung von fossilen Treibstoffen bereits 40% der elektrischen Energie, weil der Treibstoff ja nun nicht produziert werden muss.
    Wenn ich mir noch überlege “Wo ist elektrischer Strom noch in der Kette von ‘well to tank’ nötig?” dann finde ich die Bohrung, den Transport in den Tanker (braucht Pumpen), das Pumpen aus dem Tanker zur Raffinerie oder per Zugtransport dorthin, aus der Raffinerie in die Tankwagen, aus dem Tankwagen in die Tankstelle, aus der Tankstelle in den Tank des Fahrzeuges.

    Ich bin mal mutig und behaupte: “Das alles braucht auch eine kWh pro Liter”. In dem Fall sind wir bereits bei 80% der benötigten elektrischen Energie zum Fahren. Und wenn das Fahrzeug halt 8 Liter Benzin pro 100 km braucht (oft hört man ja, die Werte der Hersteller sollen nicht stimmen), dann haben die Herstellung des Treibstoffes und die Transportvorgänge schon mehr elektrische Energie verbraucht, als mein elektrisches Fahrzeug selber braucht.
    Thematisiert wird das Thema „Stromverbrauch“ von fossil angetriebenen Fahrzeugen auch in diesem Youtube Clip (4 min): https://www.youtube.com/watch?v=BQpX-9OyEr4
    Hier geht es um den Energiebedarf einer Raffinerie in Grossbritannien. Have fun!
    P.S. Kennt jemand genauere Untersuchungen zu diesem Thema? Ich wäre sehr interessiert daran …
  • Arterhaltung ohne Gottesbezug

    02.04.2017, Urs Freund
    Sehr geehrter Herr Ebert, im Gegensatz zu Vampirfledermäusen versteht sich "der" Mensch nicht als instinktreduziertes Lebewesen, das seinem biologischen Programm bewusstlos ausgeliefert ist. Zumindest würde sich dann nicht erklären, warum es Quantenphysik, Kunst und eine Philosophie des Geistes gibt. Das Gebot "Du sollst nicht töten" wäre ein Programm zur Arterhaltung. Da sich "der"Mensch mit einer gewissen Plausibilität jedoch immer mehr als Schädling auf diesem Planeten präsentiert, könnte der Erweis einer Überwindung jeder Instinktreduzktion gerade im Töten des anderen, nächsten etc. bestehen - nämlich ebenso wie das Abschlachten von Tieren durch die Nahrungsmittelindustrie letztlich "nur" Arterhaltung ist, egal in welchem industriellen Rahmen diese Abschlachtung von statten geht. Mit Bezug auf eine Gottheit oder einen wie auch immer gearteten Schöpfer wird jedoch alles anders: begreife ich das Brot in meiner Hand als Industrieprodukt, kann ich es auch wegwerfen, wenn es mir nicht mehr schmeckt oder wenn ich satt bin. Begreife ich es als etwas, was ein Schöpfer für mich hat wachsen lassen, wird dies schwieriger. Der Feind, den ich in einer kriegerischen Auseinandersetzung töten soll/ muss ist genauso Geschöpf wie ich; im Falle seienr Tötung durch mich, würde ich mich folglich an einer Schöpfung Gottes "vergreifen", die mir doch ontologisch völlig gleich gestellt ist. Zumindest die Vorstellung an einen Gott ist daher durchaus sinnvoll, um allgemeines Abschlachten moralisch zu verhindern, und das dachte Kant genauso, indem er schrieb, dass Gott eine notwendige Vorstellung sei.
  • Es gaebe mehr Frieden und keine perversen Hinrichtungen im Namen der Relegion

    02.04.2017, Asuki
    Die meisten Kriege entstehen durch Religionen. Und Relegionen verbreiten Unsinn und gehoeren daher verboten.
  • Ein ganz simples Dankeschön.

    02.04.2017, AN620
    Genau deswegen macht micht die Aussage vom christlich-jüdischen "Werte"fundament auch so wahnsinnig, weil dieses (wie fast alle Glaubensrichtungen) gerade die Entkopplung von diesem natürlichen Prozeß darstellte. Die großen Übel erlauben ihren Anhängern nämlich eine Art von moralischem Kredit für alle anderen Bekennenden, vermutlich weil auch darin schon die Aufgabe bestand, wer möchte schon alleine an etwas glauben aka Dachschaden. Da aber damit der eigentliche Austausch von Gefälligkeiten schon stattgefunden hat wird jede weitere Erwartung lediglich von Annahmen gespeist und vermutlich oft von der Realität eingeholt. Jemand der in allen anderen auch nur Diener/Sklaven/Abhängige für (seine) eine Instanz sehen kann, dürfte die natürliche Grenzen und Abläufe des Miteinanders kaum mehr spüren unter all den Ketten. Endgültig werden die Konzepte der Dankbarkeit ausgesetzt wenn ich den Anderen durch Glaubensdifferenzen sogar noch aus dieser Einheit von Sklaven auszustoßen vermag (s.z.B. Pogrom, Hexenverbrennung oder Missionierungstätigkeiten) und durch das Leben entstanden Bande von teilweise sogar reiner Schuld dann einfach ins moralische Nichts stürzen können.
  • Und wieder ein Beitrag mehr zur "Glaube vs. Vernunft"- Polarisierung...

    01.04.2017, c_nahstoll
    ...schade!
    Das einzige, was in dieser Kolumne von "Ebert extrapoliert" wirklich auffällig ist, ist die leider immer noch weit verbreitete Tendenz in den Naturwissenschaften, die bereits lange widerlegte und heutzutage unhaltbare Weltsicht des Modernismus (18./19. Jahrhundert) weiter als positiv und den einzigen akzeptablen epistemischen Weg anzupreisen. Diese Weltsicht äußert Herr Ebert z.B. in der folgenden pseudo-logisch, pseudo-naturwissenschaftlich anmutenden Denkreihe:

    (1) Fledermäuse teilen ihre Blutmahlzeit mit Artgenossen --> dies ist eine Vorstufe von Moral --> Fledermäuse tun dies ohne "Religion".
    (2) Menschen teilen ihr Essen mit anderen Menschen --> wir haben letzte gemeinsame Vorfahren mit den Fledermäusen --> unsere Moral ist ein rein ontologisch-natürliches Erbe der Evolution --> Wozu brauchen wir eigentlich Religion?!

    Mir ist schon lange kein Beispiel mehr begegnet, in dem eine so krude Form des ontologisch-materialistischen Reduktionismus eines Naturwissenschaftlers (denn Herr Ebert bewirbt seine Kompetenz ja als Diplomphysiker!) so unverblümt stehen gelassen wurde, ohne sich mit den Problemen dieser Aussagenlogik zu befassen.

    In dieser 'Extrapolation' stecken so viele methodologisch-naturwissenschaftliche Überinterpretationen und philosophisch-epistemische Fehlschlüsse, dass man sich fragt, ob Herr Ebert überhaupt ein Fachmann ist, der in einer Zeitschrift wie der SdW hierüber schreiben sollte! Das krude Weltbild, das durch diesen Artikel als 'state-of-the-art' vermittelt wird, ist weder faktisch richtig, noch berücksichtigt es die Bandbreite menschlichen Erkenntnisgewinns, noch regt es Leser/-innen dazu an, aus der Polarisierungs-Scheinrealität "Dumme Religion vs. aufgeklärte Naturwissenschaft" herauszutreten, um sich wirklich in einen Dialog zwischen Naturwissenschaft und Religion zu begeben. Ich würde mir als treuer Leser wünschen, dass eine angesehene Zeitschrift wie die SdW sich ernsthafter der Ausbalancierung solch einer Kolumne widmen würde. Andere (Noch-) EU Länder bekommen so etwas nämlich hin!

    Ich möchte interessierte Leser/-innen hier gerne an das 'Faraday Institute For Science and Religion' der Universität Cambridge (www.faraday-institude.org) oder die deutschsprachige Karl-Heim-Gesellschaft (www.karl-heim-gesellschaft.de) verweisen.
    Herrn Ebert möchte ich zur Lektüre wärmstens die 'Faraday Papers' (http://www.faraday.st-edmunds.cam.ac.uk/Papers.php) empfehlen, wenn er danach strebt, sein naturwissenschaftliches Weltbild mit Fakten aus Wissenschaftsgeschichte, Evolutionsbiologie, Epistemologie, Moralforschung, Theologie, etc. so zu umzugestalten, dass in seiner nächsten Kolumne hoffentlich mehr der Dialog zwischen Wissenschaft und Religion, und weniger der (nicht-existente) Kampf der beiden Ausdruck findet.
    Ansonsten ist diese Kolumne ohne passende Gegendarstellung weder naturwissenschaftlich noch hilfreich für eine Zeit, in der er notwendig ist miteinander zu reden, anstatt sich unbegründet stolz entgegen dem Gegenüber zu erheben und zu behaupten: "Ich weiß es ja sowieso besser als du."